Ausgabe 
28.9.1940
 
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gegenseitiges, tiefes Verständnis und Mitgefühl herausgebildet, und wir sind durch das feste Band der Freundschaft aneinander gebunden. Daß diese Freundschaft nun feste Gestalt annimmt und zum Zustandekommen des Dreimächtepaktes führt, daß diese Nationen mit gemeinsamen Zielen ihre Kraft vereinigen und sich entschlossen haben, für ihr Ideal vorwärts zu schreiten, das ist ein wahrhaft epochales und großes Ereignis: daher möchte ich für mich in Vertretung der Kaiserlich Ja­panischen Regierung die Glückwünsche für die hoff­nungsvolle Zukunft der Zusammenarbeit unserer drei Länder darbringen. Das endgültige Ziel dieses Paktes besteht in der A u f r i ch t u n g d e s a l l g e- meinen und dauerhaften Weltfrie­dens, der die Gerechtigkeit zum Kern hat. Deshalb ist es selbstverständlich, daß wir denjenigen Län­dern, die mit uns dieselbe Einstellung haben und die gleichen Anstrengungen machen, unsere Mitarbeit nicht versagen, darüber hinaus übt dieser Dakt auch keinen Einfluß auf die gegenwärtig zwischen Ja- fian, Deutschland und Italien einerseits, der Sow- etunion anderseits bestehende politische Lage aus.

Der ritterliche Geist des japanischen Bushido ist ursprünglich durch das Schwert versinnbildlicht, jedoch besteht der Grundsatz der guten Führung des Schwertes nicht etwa darin, die Menschen mit dem Schwert in unverantwortlicher Weise zu töten, son­dern die Menschen damit zu schützen. Es drängt mich, der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß dieser Pakt in den Händen der Vorkämpfer für die Ge­rechtigkeit in den drei Ländern Japan, Deutschland und Italien zum Schwert in der Hand des wahren Fechters wird und damit zum Wiederaufbau des Weltfriedens beiträgt.

Deutsche Auszeichnungen für Matsuoka und Kurusu.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der Führer hat dem Kaiserlich-Japanischen Außenminister Posuke Matsuoka und dem Kaiserlich-Japanischen Bot­schafter in Berlin, Saburo K u r u s u , anläßlich der Unterzeichnung des Dreimächtepaktes zwischen Deutschland, Italien und Japan das G r o ß -

kreuz des Ordens vom Deutschen Ad­ler verliehen.

Grüße durch den Aether.

Im Anschluß an die Unterzeichnung des Drei­mächtepaktes fand im Auswärtigen Amt ein Aus­tausch von Rundfunkbotschaften des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop und des königlich-italienischen Ministers des Aeuhe- ren Graf Ciano mit dem kaiserlich-japanischen Außen- minifter Matsuoka statt. Reichsaußenminister von Ribbentrop erklärte:Ich habe die große Freude, Eurer Exzellenz die Mitteilung machen zu können, daß soeben der Dreimächtepakt unterzeichnet ist. Nach diesem historischen Akte ist es mir ein auf­richtiges Bedürfnis, Ihnen auf das wärmste für Ihre Bemühungen zu danken, die so wesentlich zum schnellen Zustandekommen des Paktes beigetragen haben. Mit meinem Freunde, dem Grafen Ciano, bedauere ich es auf das lebhafteste, daß Sie infolge der weiten Entfernung an dem feierlichen Akte der Unterzeichnung nicht selbst haben teilnehmen kön­nen. Wir hoffen bestimmt, daß es Ihnen bald mög­lich sein wird, zu einem Besuch nach Ber­lin und Rom zu kommen, wo wir Sie auf das allerherzlichste willkommen heißen werden.

Außenminister Graf Ciano erklärte: Es ist mir besonders angenehm, Ihnen, Exzellenz, durch den Raum meine herzlichen Glückwünsche aus einem Anlaß zu übermitteln, der nicht feierlicher fein könnte. Auch möchte ich nicht in diesem Augenblick das Gedenken an unsere persönliche Freundschaft übergehen, die in weit zurück­liegenden Jahren aeknüpft wurde, als Sie in China uno in der Mandschurei den wirksamen und festen Beitrag Ihrer Aktion zu dem kühnen und edlen Kampfe lieferten, den Ihr Land für die Erlösung und Erneuerung des Fernen Ostens eingeleiter: hatte. Außenminister Matsuoka aab seiner Freude Ausdruck, daß er auf diese Weise von dem welchistorischen Ereignis Kenntnis habe nehmen können. Der Einladung des Neichsaußenminifters, nach Berlin zu kommen, werde er Folge leisten, so­bald es sich ermöglichen lasse.

Japans politische Linie.

Außenminister Matsuoka über die Bedeutung des Dreimächtepaktes.

Tokio, 27. Sept. (DNB.) Aus Anlaß des Ab­schlusses des Dreimächtepaktes hielt Außenminister M a t s u o k o eine Ansprache, in der er erklärte, daß Japan angesichts der schwierigen (Situation einen Schritt unternommen habe, von dem das Schicksal der gesamten Nation abhänge. Japans Außenpolitik bezwecke, das Chinaproblem zu regeln, gemeinsame Wohlfahrt in Großasten zu schaffen und so zum Weltfrieden beizutragen. Doch die gegenwärtige Lage lasse erkennen, daß Japans Absichten von gewissen Ländern nicht verstanden würden. Diese Länder hätten die falsche Auffassung, daß der Friede gleichbedeutend mit bei Aufrechterhaltung der alten Ordnung wäre und versuchten die Durchführung der japanischen Mission mit allen Mitteln zu ver­hindern. Die japanische Regierung habe alles un­ternommen, um die Probleme zu klären, nichtsdesto­weniger seien die Bemühungen nach Verbesserung der Begehungen zu verschiedenen Ländern nicht nur feh 1 geschlagen, sondern in gewissen Krei­sen seien auch Zeichen von Verschlechterung bemerkbar.

Diese Umstände hätten Japan zu der Erkenntnis gebracht, daß es dieser internationalen Entwicklung nicht länger freien Lauf lassen könne. Daher sei innerlich der Zusammenschluß der gesamten japanischenNation und äußer­lich die Vereinigung mit Deutschland und Italien erfolgt, die die gleichen Auffas­sungen in der Politik hätten. Deutschlands Außen- mimster habe von Anfang an Anstrengungen für eine deutsch-japanische Zusammenarbeit unternom­men, während Graf Ciano Japans Lage völlig ver­

stehe. Der Pakt sehe vor, daß Japan, Deutschland unh Italien für den Aufbau einer Neuordnung in Ostasien bzw. Europa eng zusammenarbeiteten. Der Pakt bedeute nicht, daß Japan damit sofort in den europäischen Krieg eintrete, noch daß Japan beab­sichtige, irgendeine Nation ohne Provokation xu be­drohen. Auch berühre der Pakt in keiner Weise den bestehenden politischen Status zwischen Japan, Deutschland und Italien einerseits und Rußland

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anderseits. Der Pakt sehe die Anerkennung Deutsch­lands und Italiens als führende Nationen in Eu­ropa und Japan als führende Nation in Groß- asten vor. Gleichzeitig würden sich die drei Mächte weitestmöglich unterstützen.

Mit Abschluß dieses Vertrages werde Japans Verantwortung als Führer der Neu­ordnung Großasiens größer als zuvor. Wenn auch Japan gewillt sei, diese Aufgaben f ri e d l i ch zu erfüllen, so konnte doch eine Lage eintreten, die sofortige Entscheidungen erforderte. Doch Regierung und Volk seien vorbe­reitet auf alle Ereignisse.

Am Freitag 75 Briten abgeschossen

Tlene Angriffe auf militärische Ziele in Mittel- und Südengland.

Berlin, 28. September. (BKB.) Stärkere flräfte der deutschen Luftwaffe griffen am Freitag militärische Ziele in Mittel- und Südengland erfolgreich an. Auch Lon­don war das Ziel der deutschen Bomber. Ls kam im Verlauf der Kampfhandlungen auch zu zahl­reichen Lu ft kämpfen, die für die deutsche Luftwaffe erfolgreich verliefen. Vach den bisher vorliegenden Meldungen wurden 7 5 britische Flugzeuge abgeschossen. 23 eigene Flug­zeuge sind zu ihren Linsahhäfen noch nicht zurück­gekehrt.

Der Wehrmachtsbericht vom Freitag.

Berlin, 27. September. (DNB.) Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Stärkere Kräfte der Luftwaffe griffen gestern wiederum militärische und kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittel-Lngland an. 3m Laufe des Tages haben Verbände des V. Fliegerkorps bas Spitfire-Monlage-Derk Wool - fton bei Southampton mit Bomben eingedeckt und durch Volltreffer in hallen und anderen Fabrik- anlagei> schwere Zerstörungen erzielt. 3n anderen Rüstungswerken Mittel-Englands entstan­den heftige Explosionen und anhaltende Großbrände, auch Hafen und Gaswerke von Southampton erlitten durch Bombentref­fer schwere Beschädigungen. Bei Liverpool ge­lang es, eine Schleusenanlage und ein Han­delsschiff zu treffen.

Einzelne feindliche Kriegsfahrzeuge wurden an der Kanalküste durch gutliegende Salven der Marineartillerie vertrieben. Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen Dover unter Feuer.

An der f ch o t < i f ch e n Küste wurde ein Geleit­zug mit Bomben angegriffen. Zwei Schiffe er­hielten Volltreffer und gerieten in Brand.

3m Laufe des Tages kam es zu verschiedenen für die deutsche Luftwaffe erfolgreichen Luft­kämpfen.

Nächtliche Vergeltungsangriffe richteten sich in erster Linie wieder gegen London. Fer­ner wurden die Hafenanlagen von Liverpool vnd Birkenhead mit Bomben schweren Kali­

bers belegt. 3n allen Fällen waren heftige Brände die Folge. 3n den Speicheranlagen von Liverpool entstand Großfeuer. Bei den mili­tärischen Zielen von London, vor allem nörd­lich und südlich der Destindia-Docks, konnten zahl­reiche Explosionen mit nachfolgenden Brün- den beobachtet werden. Zahlreiche kleinere Brand­herde entstanden im übrigen Kerngebiet der briti­schen Hauptstadt.

Der Feind, der bei Tage keine Angriffe unter­nahm, flog in der Rächt zum 27. September nur mit schwachen Kräften nach Holland, Belgien und Rordfrankreich und mit einzelnen Flugzeugen in das nordwestdeutsche Grenzgebiet ein. Planlos ab­geworfene Bomben richteten nirgends militärischen Schaden an.

Die britische Luftwaffe verlor gestern insgesamt 27 Flugzeuge, davon 24 im Luftkamps und 3 durch Flakartillerie. Sechs deutsche Flugzeuge kehrten nicht zurück.

Lin U-Boot versenkte zwei bewaffnete feindliche Handelsschiffe von zusammen 8700 KRI.

Die öesahung eines Kampfflugzeuges unter Füh­rung des Hauptmannes Storp zeichnete sich bei den Angriffen auf Miltelengland durch wagemutigen Tiefangriff besonders aus.

3m Sturzfluq auf Southompfon.

Neuyork, 28. Sept. ((Europaprefc.) Zu dem deutschenLuftangriff auf kriegswichtige Objekte in Southampton während der Nacht zum Freitag be­richtet der amerikanische Funk, daß es sich hierbei um den bisher schwersten Angriff auf den englischen Kriegshafen gehandelt habe. In zwei großen Wellen wurde Die Hafenstadt angegriffen und im Sturzflug bombardiert. Große Jndustriewerke seien zerstört worden. Einem wüten­den Sperrfeuer trotzend, seien die deutschen Flug­zeuge auf ihre Angriffsziele gestoßen und hätten zahlreiche hochexplosive Bomben abgeworfen. Zahl­reiche Tote wurden aus den zerstörten Industrie- werken geborgen.

Hnnplfchriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hanptlchriftleiters: Emst Blumschetn. verantwortlich für Politik iteutlleton und Wider: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wtrtfchast und Sport: Emst «lumichein.

Druck und Verlag: Lrühlsche Universttütsdruckerei R. Lange ft. G. Verlagsletter: Dr.Iaa. Erich Hamann: Snzeigenleiter: fcanS Beck. LerantwortKch WdestNM.He? Anzeigen: xheodarMmmel, Bl,9hA

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