tge eine g Wahrheit
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Der Führer ehrt die Helden von Narvik.
Am Hauptverbandplatz
Kür hervorragenden Einsatz im Westen mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Verteidiger unversehrt in unsere Hand fiel. Der Besitz dieser Brücke war von ausschlaggebender Bedeutung für die Gesamtoperationen in Holland. Oberleutnant Walther, der bei der Durchführung seines verwegenen Handstreiches verwundet wurde, und vorübergehend in Gefangenschaft geriet, hat den Stoßtrupp eines Baulehrbataillons vorbildlich geführt und. sich durch sein selbständiges, richtiges Handeln und seine persönliche Unerschrockenheit die höchste Anerkennung erworben.
Oberleutnant Oeckel war bei dem Sturm aufdie Maginotlinie der Führer des wichtigsten Stoßtrupps, der die beherrschenden Bunker zu nehmen hatte. Oeckel stürmte an der Spitze seiner Männer und brachte hintereinander vier Bunker in seine Hand. Damit schlug er d i e entscheidende Bresche in das starke feindliche Stellungssystem. Beim Kampf um den ersten Bunker erhielt er im Nahkampf einen Pistolenschuß in die rechte Hand. Verwundet kämpfte er weiter. Während des Kampfes um den vierten Bunker erhielt er einen Kopfschuß. Er ist ein Offizier von höchster soldatischer Kämpfertugend.
Oberleutnant Li n gn er stand am 10. Mai 1940 mit zahlenmäßig geringen Einheiten allein in einer denkbar schwierigen Lage im Nücken des vielfach überlegenen Feindes. Durch feinen selbständigen, kühnen Entschluß, den starken Gegner sofort rücksichtslos anzugreifen, ermöglichte er die Heranführung von Verstärkungen und den Erfolg eines Unternehmens, dessen Ausgang für das Gelingen der gesamten Operationen wesentlich war.
Leutnant P r 0 ch a z k a hat sich schon im Polenfeldzug und bei den schweren Kämpfen nördlich Bouchain durch hervorragende Tapferkeit ausgezeichnet. Sein beispielgebender Schneid, seine Zähigkeit und sein zielsicheres Handeln in einem kritischen Augenblick haben trotz starker feindlicher Gegenwehr zu dem hervorragenden Erfolg des Oise-Uebergan- ges bei L'Isle Adam geführt. In rücksichtslosem Draufgehen riß er, obwohl durch Oberarmschuß verwundet, seine Kompanie ungeachtet des starken Flankenfeuers über die Oise vor und erkämpfte
sich mit großer Tapferkeit einen Brückenkopf, den er trotz heftiger feindlicher Gegenwirkung hielt, bis er vom Regiment erweitert werden konnte. Hierdurch wurde der Gegner zum Aufgeben der Oife- stellung gezwungen.
Leutnant Semmer, Kompaniechef in einem Infanterieregiment, setzte am 9. Juni mit seinem Kompanietrupp in schwierigstem Floßsackübergang über den Ardennenkanal, stürmte trotz erbittertem französischen Widerstand im Frühnebel über den Damm des anderen Ufers und drang in rücksichtslosem Durchstoß 1500 Meter tief bis zu einer beherrschenden Höhe vor. Das ungewöhnlich tapfere, geistesgegenwärtige und kluge Handeln des Leutnants Semmer, der 2 Offiziere und 200 Mann gefangen nahm, entschied in einem kritischen Augenblick den Kampf.
(General Dollmann
General der Artillerie Friedrich Dollmann wurde 1882 in Würzburg geboren. Er besuchte das Gymnasium in Würzburg und München und trat nach Erlangung des Reifezeugnisses 1899 als Fahnenjunker in das /l. Bayerische Feldartillerie-Regiment ein. 1901 wurde er im 7. Bayerischen Feldartillerie. Regiment Leutnant. Von 1909 bis 1912 war er zur Kriegsakademie kommandiert. In den Weltkrieg, an dem er im Westen mit Auszeichnung teilnahm, tat er Dienst als Adjutant der 1. Bayerischen Feld- artitteriebrigabe, später als Abteilungsfuhrer und zweiter Generalstabsoffizier der 6. Bayerischen In- fanteriedivision. Die Jahre nach dem Zusammenbruch brachten Verwendung in verschiedenen Generalstabsstellungen des Reichsheeres. 1930 wurde Dollmann Chef des Stabes einer Division. 1931 führte er ein Artillerieregiment, 1933 wurde er Inspekteur der Artillerie. 1936 General der Artillerie und Kommandierender General eines Armeekorps. Nach Ausbruch des Krieges erhielt er das Kommando über die Armee, der jetzt unter feiner vorbildlichen Führung die Durchbrechung der französischen Oberrheinbefestigungen gelang.
Unveränderte Haltung der Türket
Istanbul, 27. Juni. (Europapreß.) Am Mittwoch ist endlich die seit langem erwartete außenpolitische Erklärung der türkischen Regierung erfolgt. Wie zu erwarten war, ändert die Türkei ihren bisherigen Standpunkt nicht. Sie beruft sich dabei auf das am 19. Oktober des vergangenen Jahres abgeschlossene Zusatzprotokoll. Dieses Protokoll sieht bekanntlich vor, daß die Türkei ihrer Verpflichtungen gegen die andere Vertragspartei ledig ist, wenn die Erfüllung des Vertrages einen Konflikt mit der Sowjetunion Hervorrufen konnte. Der türkische Ministerpräsident hat nun auf eine Anfrage in der großen Nationalversammlung solgendes mitgeteilt: Die Regierung der türkischen Republik hat mit Aufmerksamkeit öie neue Lage geprüft, die durch den Eintritt Italiens in den Krieg entstanden ist. Sie beschloß, das Protokoll 2 des Vertrages von Ankara zur Grundlage ihrer Handlung zu machen, und hat den Partnern davon vertragsgemäß Mitteilung gemacht. Die Türkei bleibt weiterhin ein nichtkriegführender Staa t." Die Türkei fühle sich nicht gezwungen, in den Krieg einzutreten, solange sie nicht selbst angegrif- f e n werde. Die militärischen Vorbereitungen der Türkei seien gegen niemand gerichtet, sondern dienten allein der Aufrechterhaltüng des Friedens.
Umbildung der rumänischen Regierung
Bukarest, 28. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Das rumänische Kabinett ist umgebildet worden. Ihren Rücktritt erklärten Außenminister G i g u r t i, Staatssekretär Kurdarianud, Staatssekretär beim Ministerpräsidium Protochla, Außenhan- delsminister Christu, Kultusminister Eiobanu und der Unterstaatssekretär für den Kultus ©ibi- c e a n u. Neuemannt wurden: Senatspräsident A r - g e t0 i a n u zum Außenminister, Kammerpräsident Vaida-Doevod zum Staatssekretär beim Ministerpräsidenten, Inculetz und Ni stör zu Staatssekretären. Wirtschaftsminister Can ei- c 0 v übernimmt oas Auhenhandelsminksterium, Giurescu geht vom Propagandamincheriuni, würbe vom Kultusminister Sidorovioi zum Prv* paganbaminiftex ernannt _ ____________ —M
lieber Name und Truppenteil gibt das Soldbuch Auskunft. Der Kamerad kann nicht antworten, nur feine Augen sprechen von Fieber und großen Schmerzen. Dann schließt sich hinter ihm die Tür des Operationszimmers.
Hier ist alles wie in einer Klinik in Deutschland. Es riecht nach Aether und Karbol in dem peinlich sauberen und kühlen Raum. Gedämpft fallen die Worte der Aerzte. Sanitäter reichen die sterilen Instrumente. Mit sicherer Hand führt der Arzt das helfende Messer. Der Schütze stöhnt manchmal leise aus. Tapfer trägt er seine Schmerzen. Ein neuer Verband wird angelegt. Dann ist es überstanden. Eine schmerzstillende Spritze noch, und der Verwundete wird wieder auf die Bahre gelegt. Der Wundzettel wird ihm umgehängt. Ein roter Streifen auf der linken Seite bedeutet „Transportfähig". Die Krankenträger bringen ihn wieder ins Auto. Die Aerzte an den beiden Operationstischen arbeiten nun schon Stunden.
Im Operationszimmer flirren die Fenster. Die Wände zittern. Ein Feuerüberfall liegt auf der Vormarschstraße. Draußen gehen sie jetzt in Deckung. Aerzte und Sanitäter fahren in ihrer Arbeit fort, als hörten sie nichts vom Donnern der Einschläge. Sie haben keine Zeit für den Deckungsgraben. Sie denken nicht an sich. Ihre Arbeit gilt den Kameraden, gilt Menschenleben. H. G. Rahm.
AorwegensZudustrie im Ausstieg
O s l 0 , 28. Juni. Von einer Reise durch das südöstlich des Oslofjords gelegene große Industriegebiet Ooftfold berichtet ein Mitarbeiter von „Tidens" Tegn". Die Lage dürfe im allgemeinen als recht zufriedenstellend bezeichnet werden. Besonders die Arbeitslosigkeit befindet sich im fortgesetzten Schwinden. Der Landeshauptmann der Provinz Oosifold führt dies auf die Bemühungen der deutschen Behörden zurück, „die alles getan haben, was sie vermochten, um die industrielle Produktion zu beleben". Die Werften hätten Auf- trage bekommen, die Zellulose-Industrie könne mit neuen Absatzmärkten und Absatzmöglichkeiten rechnen. In den Wäldern der Provinz habe eine große Zahl von Menschen durch die großen Holzbeftellun- gen der letzten Zeit Beschäftigung gefunden. Die Finanzen der Städte seien in Ordnung. Der Bürgermeister von Frederiksstad äußerte: „Die mechanischen Werkstätten und Fabriken beschäftigen heute wie früher 1100 Mann, und auch die übrigen Industriezweige arbeiten im alten Umfang. Die Baumwollwebereien sind voll beschäftigt und haben Auf- träge für mehrere Monate. Die ganze Heimindustrie ist neu belebt. In den Sägewerken hat man alle Hände voll zu tun mit der Beschaffung von Baumaterial für das ganze Land. Auch die Zellulose- Fabrikation arbeitet in dem gewohnten Umfang."
Berlin, 27. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat folgenden Offizieren der Gruppe Narvik das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: Oberst W indisch, Oberstleutnant Sorto, Major Stautner, Major von Schleebrü.gge, Hauvtmann Schönbeck, Leutnant Rohr.
Oberst W indisch hat die Nord gruppe im Raum Narvik unter ständigem persönlichen Einsatz so hervorragend geführt, daß die vom Feind mit stärksten Kräften immer wiederholten Durchbruchsversuche abgeschlagen wurden. Das von ihm geführte ost märkische Gebirgsjägerregiment bildete den Kern der Verteidigung. Oberst Windisch ist es zu danken, daß das Regiment allen Unbilden des Wetters getrotzt hat, daß es in ungebrochener Kraft standhielt und Sieger blieb über einen in jeder Hinsicht stärkeren Gegner.
Oberstleutnant Sorko bildete mit seiner Gruppe von Steintjer an bis zum Abschluß der Operationen bei Helemoboten die Spitze der Division. Seiner unermüdlichen Tatkraft und Umsicht ist es zu danken, daß die Spitzengruppe auf dem über 700 Kilometer langen Vormarschweg nicht nur außergewöhnliche Geländeschwierigkeiten überwand, sondern auch in zähen Gefechten den Widerstand bester englischer und norwegischer Bataillone brach. Das Erscheinen der Gruppe Sorko bei Helemoboten hat dazu bei- aetragen, den vor Narvik kämpfenden Feind zum Abzug zu zwingen.
Major Stautner setzte als Bataillonskommandeur im schweren Feind feuer nach eingehenden persönlichen Erkundungen den erfolgreichen Angriff der Kompanie Schönbeck an. Das Zurückwerfen des Feindes war für die ganze Kampfgruppe von entscheidender Bedeutung. Die Fortsetzung der Feind-
Der republikanische prasidenischafiskandidat.
Das Wahlprogramm der Republikanischen Partei.
Philadelphia, 27. Juni. (DNB.) Nach dreitägigen Beratungen, die fast ausschließlich der Formulierung des außenpolitischen Teiles gewidmet waren, wurde das offizielle Wahlprogramm der Republikanischen Partei veröffentlicht und anschließend ohne Aussprache angenommen. Das Gebot der Stunde sei, die Landesverteidigung so stark zu machen, daß keine Macht jemals amerikanischen Boden betreten könne. Die Republikanische Partei wende sich entschieden gegen d i e Einbeziehung der USA. in fremde Kriege, zumal Amerika heute noch unter den Nachwirkungen des Weltkrieges leide. Die gegenwärtige Regierung habe bereits 54 Milliarden Dollar ausgegeben und müsse zugeben, daß d i e R ü - stungsbereitschaft der USA. völlig mangelhaft sei. Die Republikanische Partei verlange den Ausbau der Landesverteidigung derart, daß die Vereinigten Staaten im Stande seien, die Monroe-Doktrin aufrechtzuerhalten. Damit das amerikanische Regierungssystem nicht gestürzt werde, verlangt die Republikanische Partei abschließend einen Zusatz zur Verfassung, wonach keinem Präsidenten mehr als zwei Amtstermine zugebilligt werden dürften.
Nach mehreren Wahlgängen wurde soeben Generaldirektor Wendel! Willkie mit 594 von 1000 Stimmen zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten gewählt.
ideengemäß notwendig war. Besonders den Friedensverträgen selbst wurde größte Aufmerksamkeit geschenkt. Was hat die junge Bewegung damals den großen Menschenmassen immer und immer prophezeit, und wie ist fast alles davon bis jetzt eingetroffen! Heute kann man über die Dinge leicht reden oder schreiben. Damals aber bedeutete eine öffentliche Massenversammlung, in der sich nicht bürgerliche Spießer, sondern verhetzte Proletarier befanden, mit dem Thema „Der Friedensvertrag von Versailles" einen Angriff gegen die Republik und ein Zeichen reaktionärer, wenn nicht monarchistischer Gesinnung. Ich habe über dieses Thema damals in Versammlungen von zweitausend Menschen gesprochen, in denen mich oft die Blicke von dreitausendsechshundert feindlichen Augen trafen. Und drei Stunden später hatte ich vor mir eine wogende Masse von heiligster Empörung und maßlosestem Grimm. Wieder war aus den Herzen und Hirnen einer nach Tausenden zählenden Menge eine große Lüge herausgerissen und dafür eine
an griffe verschob sich um Tage, so daß Major Stautner sein Bataillon inzwischen so vorzüglich zur Verteidigung einsetzen konnte, daß der Feind keine größeren Angriffe westlich Elvenes mehr wagte, wo immer Feinolandungen zu erwarten waren.
Major v. S ch l e e b r ü g g e hat mit seiner Kompanie von Hundalen aus gegen die schwedische Grenze ein dort stehendes norwegisches Bataillon angegriffen und dieses völlig a u f g e r i e b e n. Erst dadurch kam die ganze E r z d a h n bis zur schwedischen Grenze in deutsche Hand. Bei allen späteren Abwehrkämpfen hat er sich an den Brennpunkten der Gefahr durch hervorragende Tapferkeit und tatkräftige Führung der ihm unterstellten Einheiten ausgezeichnet.
Hauptmann Schönbeck hat nur mit seiner Kompanie bei Uyland Dalstetten in schwierigstem Gelände einen weit überlegenen Feind angegriffen. Er hat dabei das norwegische erste Bataillon Ins.- Rgt. 12 aufgerieben, über 200 Gefangene gemacht und dadurch weitere Feindangriffe tagelang verzögert.
Leutnant Rohr war Angehöriger eines aus ausgesuchten Soldaten bestehenden Schi zu ges, der immer an Brennpunkten eingesetzt wurde. Rohr hat noch als Oberfeldwebel wichtige Höhen tagelang gegen zehnfache Uebermacht gehalten. Wiederholt völlig umzingelt, schlug er sich immer wieder mit schweren Verlusten für den Feind zu seinem Bataillon durch. Am Suanfjord und bei Bavaget, fast völlig aufgerieben, bediente er vor der Front mit feinen Meldern solange schwere Waffen, bis geringe Verstärkungen zugeführt wurden. Mit diesen machte er sofort erfolgreiche Gegenstöße und hielt dadurch den Feind vor seinem Abschnitt tagelang auf.
gepflanzt worden!"
Wenige Jahre nach der Machtübernahme war das Diktat von Versailles nur noch ein Fetzen Papier. Schritt für Schritt war der Führer seinen Weg gegangen und hatte für sein Volk das Recht geholt, das ihm die anderen nicht geben wollten. Und Adolf Hitler konnte das Diktat von Versailles nur deshalb als für Deutschland nicht mehr gültig erklären, weil er wußte, daß hinter dieser seiner Forderung das ganze deutsche Volk stand, in eiserner Entschlossenheit bereit, dafür einzutreten bis zum Letzten. Wie wenig kannten die Schöpfer von Versailles das neue Deutschland, daß sie den Versuch unternahmen, gegen dieses junge Reich mit den gleichen Mitteln wie vor einem Vierteljahrhundert zu Felde zu ziehen. Sie hofften auf eine innere Revolution und mußten es zu chrem Schrecken erleben, daß dieses Deutschland, dem sie so leichtfertig den Krieg erklärt hatten, das nach innen und außen stärkste Volk der Welt war und in einem einzigartigen Siegeszug alle seine Feinde bis auf England niederrang. Der letzte Ausgang dieses Ringens kann nicht mehr zweifelhaft fein. Versailles wird dann nur noch eine geschichtliche Erinnerung sein.
(P. K.) Noch brennen die Trümmer des Ortes. Die Franzosen hatten das Dorf zu einem Widerstandsnest erster Ordnung ausgevaut. Aber auch die tückischsten Befestigungen und der Mut der Verzweiflung haben den Poilus nichts geholfen; gegen die Waffen unserer Panzer und Pioniere, gegen das Draufgängertum unserer Infanterie waren -sie am Ende doch machtlos. Die Front ist schon wieder auf dem Marsch. Das einzige größere Haus, das vom Artilleriefeuer hier verschont blieb, steht nun unter dem Zeichen des Roten Kreuzes. In langer Reihe warten Munitionsfahrzeuge, Feldküchen und Trainkolonnen, bis die schmale von Granattrichtern aufgerissene Straße wieder frei wird. Der Posten der Feldpolizei am Dorfeingang hat sie abgestoppt. Denn von vorn kommt eben eine Kolonne angebraust, die keinen Aufschub gebrauchen kann: S a n i t ä t s a u t 0 s , die weiße Flagge mit dem Roten Kreuz flattert stramm im Fahrwind. Ernste Blicke streifen die Milchglasfenster, hinter denen so mancher Kamerad mit seinen Schmerzen liegt. Wo eben noch Witze gerissen wurden und der Flachs von Fahrzeug zu Fahrzeug blühte, ist es auf einmal still geworden. Die Sanitätskraftwagen biegen von der Straße ab in einen Park hinein. Richtungsweiser zeigen zum Hauptverbandsplatz.
Noch keine zwei Stunden sind vergangen, seit die Sanitätskompanie eingerückt ist. Ein eilig zusammengestelltes Arbeitskommando schüttet Granattrichter auf dem Anfahrtweg zu, kehrt mit Schau- fein und Besen Glasscherben und Schutt in den Zimmern zusammen. In langer Reihe werden Eimer voll entkeimten Wassers angeschleppt. Die Sanitätssoldaten haben die Uniform heute ausgezogen. In Hemdsärmeln wird mit Hochdruck gearbeitet. Jeder kennt feinen Handgriff. Die Chirugifche Sta- t i 0 n muß als erste fertig sein. Zwei Operationstische und das nötige Gerät sind im Handumdrehen aufgebaut. Ein Scheinwerfer und ein Spiegel, an einer langen Schnur sinnvoll über den Tischen auf« gehängt, ersetzen hier draußen das optische Zubehör des Operationssaales. Auf einer großen Kiste an der Tür liegen die Listen der Aufnahmen aus. Die beiden Krankenträger des ersten Sanitätswagens setzen die Bahre behutsam ab. Mit blutverschmiertem Waffenrock liegt ein Infanterist auf der Zeltbahn. Er kommt als schwerer Fall zuerst an die Reihe.
Berlin, 27. 3unL (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres an folgende Offiziere das Ritterkreuz zum Eisernen kreuz verliehen: Generaloberst Ritter von £ e e b, Generaloberst von Wihleben, General der Artillerie D 0 U m a n n, General der Panzer- lruppen von Vitinghoff gen. von Scfjeel, Generalleutnant Fahrenbacher, Generalleutnant koch-Erpach, Oberleutnant Walter, Oberleutnant Oeckel, Oberleutnant Lingner, Leutnant prochazka, Leutnant Semmer.
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Generaloberst Ritter von Leeb hat während des Polenfeldzuges durch geschickte Gliederung der Kräfte seiner Heeresgruppe und durch die Wahl zweckmäßiger Kampfverfahren das Halten des Westwalles gegenüber einem weit überlegenen Feinde gewährleistet, dadurch den Rücken des im Osten operierenden Feldheeres gedeckt und die schnelle, siegreiche Beendigung des Feldzuges in Polen ermöglicht. In den folgenden Monaten hat Generaloberst von Leeb den Feind völlig vom deutschen Boden verdrängt, durch rege Gefechtstätigkeit und tiefe Vorstöße in das feindliche Vorfeld hinein starke feindliche Kräfte vor der Front feiner Heeresgruppe gebunden und damit wesentliche Voraussetzungen für das Gelingen der Angriffsoperation des Westheeres ge° chaffen. Die von Generaloberst von Leeb auf das orgfältigfte vorbereiteten und tatkräftig durchge- ührten Angriffe feiner Heeresgruppe führten im Zusammenwirken mit dem konzentrischen Vordringen einer ihm unterstellten Armee und einer Panzergruppe zur E in fefjelung und Berni ch t u n g sehr starker Teile des französischen Heeres im lothringisch-elsässischen Raum und damit zur Entscheidung des Westfeldzuges.
Generaloberst von Witzleben, Oberbefehlshaber einer Armee, hat durch feine überlegene und zupackende Führung dazu beigetragen, daß die französische oberste Heeresleitung sich während des Polenfeldzuges zu keinem Angriff gegen den West- wall aufraffte. Als der Franzose im September 1939 nach anfänglicher Vorwärtsbewegung gegen den Westwall sich bald daraus wieder zurückzog, erkannte Generaloberst von Witzleben sehr früh- zeittg diese Absicht, stieß sofort tatkräftig auf der gesamten Front nach, warfden Gegner über d i e Grenze und weit über seine Anfangsstellung zurück und bemächtigte sich neben anderen auch der wichtigen Spicherer Höhen. Seinem kämpferischen Geist ist es mit zu verdanken, daß der deutsche Soldat das Vorfeld im offensiv geführten Kleinkrieg beherrschte und dadurch das Ueberlegen» heitsaeftihl gewann, das für den Erfolg der späteren Angriffe der Armee entscheidend war. Eine einzigartige Leistung der Führung des Generaloberst von Witzleben ist der D u r ch b r u ch durch die eigentliche Maginotlinie. Dieser wurde in besonders schwierigen Kämpfen, durch die Initiative und den Siegeswillen des Generalobersten erzielt. Der sich daraus ergebende Einbruch hat sich operativ in der raschen Niederringung des französischen Ostheeres ausgewirkt und die schnelle Wiedergewinnung Lothringens erreicht.
General der Artillerie Dollmann, Oberbefehlshaber einer Armee, befehligte feit Beginn des Krieges die Oberrheinfront. Eine in der Kriegsgeschichte bemerkenswerte Leistung ist die Durchbrechung der durch den Rhein gedeckten französischen Befestigungslinien. Sie gelang, obgleich die Armee General Dollmanns bisher nur auf Verteidigung eingestellt war. Der Führungskunst und dem mitreißenden Elan des Generals Dollmann ist es zu verdanken, daß diese fast unlösbar erscheinende Aufgabe gelöst und altes deutsches Land wieder zurückerobert wurde. Der rasche Vorstoß der Armee im Unterelsaß hat wesentlich zur Vernichtung der französischen Ostarmee und damit zur endgültigen Niederwerfung Frankreichs beigetragen.
General der Panzertruppen v. Vietinghoff gen. v. Scheel ermöglichte es mit der geschickten und überaus schnellen Führung seines Armeekorps, daß rechtzeitig ein zusammenhängender, großer Brückenkopf südlich des Ardennenkanals geschaffen und gehalten werden konnte. Während der Kämpfe ist General v. Viettnghoff ohne Schonung feiner Person von einem Verband zum anderen geeilt, um seine Unterführer mit den nach der Kampflage erforderlichen Weisungen zu versehen und ihr Zusammenwirken sowohl untereinander als auch mit den Panzerdivisionen sicher- zusiellen. Durch bestimmte Befehle an die unterstellten Divisionen und an die Korpsartillerie erreichte der General die Erweiterung des Brückenkopfes noch am Nachmittag des ersten Schlachttages, so daß nach Fertigstellung der schweren Brücken der Einsatz von mehreren Panzer- und motorisierten Divisionen zum operativ entscheidenden Durchbruch durch die von Natur starke und durch Ausbau noch verstärkte Aisnestellung ermöglicht wurde.
Generalleutnant Fahrenbacher hat als Kommandeur einer Infanteriedivision während der Kämpfe vom 9. bis 12. Juni den Feind, wo er sich stellte geworfen und im ungestümen Vorwärtsdrängen den Nachbarverbänden das Vorwärtskommen erleichtert. Mit besonderer Energie und Initiative führte er in der Nacht vom 13. zum 14. Juni einen Hand st reich über d i e Marne mit dem Erfolg durch, daß der Abzug des Gegners frühzeitig erkannt und der sofortige Nachstoß der Armee aus- gelost wurde.
Dem schneidigen persönlichen Zupacken des Generalleutnants Koch-Erpach war es zu verdanken, daß es einem Infanterieregiment feiner Division am 12. Juni gelang, auf dem Oftufer der Oife einen Brückenkopf zu bilden, aus dem heraus der entscheidende Einbruch in die stark aus- gebaute Oise-Stellung noch am gleichen Abend erfolgreich durchgeführt werden konnte. Generalleutnant Koch ließ, nachdem der erste Uebergangsoer» such nicht gelang, persönlich ein Pak an einem Gehöft in Stellung bringen und den gegenüberliegenden besetzten Bunker bis zur Niederkämpfung beschießen. Dieser Angriff über die Oise traf vernichtend den Eckpfeiler der Pariser Schutz- st e l l u n g und trug so zum schnellen Fall der französischen Hauptstadt bei.
Der Entschlossenheit des Oberleutnants Walther und seiner Tapferkeit war es zu verdanken, daß am 11. Mai eine wichtige Eisenbahn- brücke in Holland trotz der .Wachsamkeit ihrer


