(90. Jahrgang Nr. (5(
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Gespaltene Seemacht.
Erkundungsvorslöhe schwächerer feindlicher Seestreitkräfte an der nordfranzösischen Küste in der Nacht vom 24. zum
scheu Italien und Frankreich abgeschlossene Waffen-
xHuuen unu tyiunueiiy uugeju,iu||ene zi>u||eii= stillstandskonvention nicht nur der französischen Flotte, sondern auch der französischen Flottenstütz-
bombardiert. .
Feindliche Luftangriffe auf Massaua und Assab sind ohne jedes Ergebnis geblieben.
Aktivität der italienischen Lustwaffe in Ostafrika.
Stockholm, 28. Juni. (Europapreß.) In Nairobi, der Hauptstadt der britischen Kolonie Kenya ist am Donnerstagabend von englischer Seite e
Noch bevor die eigentliche Auseinandersetzung Großdeutschlands mit England in militärischer Hin- sicht begonnen hat, sind durch die Waffenstillstands, verttäge Deutschlands und Italiens mit Frankreich die einschneidendsten Veränderungen der strategischen Lage für die englische Insel eingetreten, Veränderungen, die es erklärlich machen, wenn selbst Churchill am Dienstag im Unterhaus immer wieder hervorhob, die Lage fei „unsicher und dunkel". Die Gewitterwolken ziehen jetzt nach England, und der zerschmetternde Blitz wird folgen.
Durch die Waffenstillstandsbedingungen steht der deutschen Wehrmacht nicht nur die ganze Nordhälfte Frankreichs geaen England zur Verfügung, also die Küste des Aermelkanals von Dünkirchen bis Brest, dem französischen Kriegshafen am Kanaleingang, sondern auch die ganze Strecke der französischen Atlantikküste von Brest bis Biarritz an der Grenze Spaniens. Schon vorher hatten wir durch die Besetzung Norwegens, Hollands und Bel- aiens den Weg unserer Flieger nach England erheblich abgekürzt und die Ostküste Englands prak- üsch blockiert. Der Welthafen London, über den rund 40 v. H. aller britischen Einfuhr in Friedenszeiten gingen, ist für die Versorgung Englands zum großen Teil ausgefallen. Die Entfernung von London nach Ostende beträgt z. B. nur 215, von Harwich, dem wichtigen Hafen nördlich Londons, bis Vlijsingen, diesem neuen Stützpunkt Deutschlands auf der niederländischen Insel Walcheren, nur 178 Kilometer.
Von den Shetlands-Inseln bis zur Straße von Dover ist die ganze englische Ostküste, von Dover bis Kap Landsend die gesamte Südküste Englands jetzt dem Zugriff der deutschen Luftwaffe offen, und durch die Besetzung der französischen Küste am Atlantischen Ozean haben wir die Möglichkeit, auch die ganze Westküste Englands zu flankieren, also Cardiff, Newport, Swansea und Liverpool, alle jene Tore Englands nach der Neuen Welt. Sie liegen entweder am Bristolkanal oder an der Irischen See, und die Absperrung dieser für England wichtigsten Häfen vollendet, da der Weg durch den Nordkanal schwierig und klippenreich ist, den eisernen Blockadering um das ehemals die Meere beherrschende Jnselreich.
Im M i t t e l m e e r ist England durch die zwi-
punkte Toulon, Ajaccio auf Korsika, Bi- zerta, des Hauptkriegshafens an der tunesischen Küste, sowie Orans (Mers-el-Kebir) in Algerien gegenüber der spanischen Hafenstadt Cartagena mit einem Schlage verlustig gegangen. Durch den Fortfall der französischen Flotte und Stützpunkte im Mittelmeer ist die italienische Seemacht jetzt der britischen überlegen. Hinzu kommt noch, daß England im westlichen Mittelmeer nur noch Gibral- tar hat, das nun seine Schlüsselstellung gegenüber den überlegenen Kräften Italiens verloren sieht. Ebenso schlimm ist die Lage Albions im östlichen Mittelmeer. Italien mit Sizilien und der schwer befestigten Insel Pantelleria sperrt automatisch die beiden Mittelmeerteile von einander ab. Die Insel Malta war wegen ihrer durch die italienische Luftwaffe gefährdeten Lage schon 1935 im Abessi- menkrieg als Stützpunkt für die britische Flotte nur noch von zweifelhaftem Wert. Die Flucht der britischen Flotte nach Alexandria wurde während dieses Krieges wiederholt, aber auch Alexandria ist bereits von den Italienern bombardiert worden. Es dürfte den Briten dort ergehen wie in Scapa Flow, der angeblich sicheren Flottenbasis, die vor den deutschen Luftangriffen nicht standhielt.
England hat ferner noch Haifa, den wichtigsten Hafen der palästinensischen Küste, den die Engländer das Singapur des Mittelmeeres nannten und wo die Oelleitung aus dem Irak endet. Aber Haifa und die dort befindlichen Teile der englischen Flotte liegen gleichfalls im Bereich der italienischen Luftwaffe. Eine direkte Verbindung der englischen Seestreitkräfte im östlichen Mittelmeer mit dem Stützpunkt Gibraltar und der Heimatflotte ist kaum noch möglich, es sei denn, daß ein Schiff den seit der Ausschaltung von Französisch-Djibuti und Fram zösisch-Somaliland ebenso gefährlichen Weg durch das Rote Meer und um das Kap der Guten Hoffnung nimmt. Damit ist die englische Seemacht praktisch in zwei Teile gespalten. Wie England auf seiner Mutterinsel von Deutschland blockiert wird, so ist es im Mittelmeer durch den Fortfall der französischen Sicherungen dem Angriff ler Italiener preisgegeben.
Neuer Luftangriff auf Matta
Die Flottenbasis Sollum bombardiert.
R 0 m, 27. Juni. (DRV.) Der italienische Heeres- bericht vom Donnerstag lautet:
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere Vombersormationen haben in mehreren Wellen Matta angegriffen und gegen die -dortigen Marine- und Luftftottenzlele «ine heftige Zersiörungsaktion durchgeführt. Alle unsere Flugzeuge sind in ihre horste
; Zprückgekehrt.
In Nordafrika find die Luftangriffe gegen Depots und Kraftwagenparks wiederholt worden. Alle Flugzeuge find zurückgekehrt.
Einheiten unserer Marine haben die englische Flottenbasis Sollum mit beträchtlichem Ersolg
Kommunique ausgegeben worden, in dem bestätigt wird, daß die italienische Luftwaffe eine zunehmende Aktivität an den Tag legt. Drei italienische Flugzeuge haben nach dem im englischen Rundfunk wiedergegebenen Kommunique im Laufe des Mittwochs den britischen Ort M 0 y a l e angegriffen. Im Laufe des Donerstags wurden zwei italienische Maschinen Ü b e r W a j i r gesichtet. Auch hier wurde eine Reihe Bomben abgeworfen.
Der Wehrmachtsbmcht vom Donnerstag.
Führerhauptquartier. 27. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Den Bestimmungen des Waffenstillstandsvertrages entsprechend rückten unsere Truppen bis zum D 0 r - dogne-Abschnitt 0 stwärts Bordeaux vor.
25.Juni wurden mühelos ahgewiesen.
Ein U-Boot meldet die Versenkung von 3 5 0 0 0 Tonnen feindlichen Schiffsraumes.
In der Rächt vom 26.Z27. Juni griffen deutsche Kampfflugzeuge erneut Hafenantagen sowie Werke der Flugzeugindustrie in England mit Bomben an. Ein eigenes Flugzeug kehrte nicht zurück.
Britische Flugzeuge setzten ihre Bombenabwürfe in Westdeutschland auch in dieser Rächt fort, ohne militärischen Schaden anzurichten. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet oder verletzt. Zwei britische Flugzeuge wurden durch Flak-Artillerie, ein weiteres durch Jäger abgeschossen.
Beim Rhein-Uebergang am 15. Juni und bei den nachfolgenden Durchbruchskämpfen sowie bei der Erstürmung eines Vogesenpasses zeichnete sich der Major Schüler an der Spitze des von ihm befehligten Infanterie-Regiments durch persönlichen tapferen Einsatz aus.
Vor 21 Zähren im Spiegelsaal zu Versailles.
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In diesen Tagen des größten deutschen Waffensieges aller Zeiten wollen wir die Stunde der tiefsten Erniedrigung nicht vergessen, die Deutschland in den gleichen Räumen des Schlosses zu Versailles widerfuhr, vor denen jetzt deutsche Soldaten auf Wache stehen und von dessen Dach die ruhmreiche Reichskriegsflagge weht: Vor 21 Jahren, am 28. Juni 1919, wurde im Spiegelsaal zu Versailles das Schanddiktat unterzeichnet, das das Reich für immer knechten sollte. — Unser Bild berichtet von dem Augenblick der Unterzeichnung durch die deutsche Delegation. — (Scherl-Bildarchiv-M.)
Die ersten deutschen Soldaten an der spanischen Grenze eingetroffen.
Begeisterter Empfang durch die spanische Bevölkerung.
I run, 27. Iuni. (DRV.) Der Sonderbericht- erstalter des DRV. meldet, daß heute morgen i/812 Uhr auf der „Internationalen Brücke" von B e h 0 v i a die ersten deutschen Soldaten eintrafen, und zwar ein Lastwagen mit 20 Soldaten einer Kompanie Kriegsberichterstatter. Mehrere deutsche Offiziere und Adjutanten passierten in Uniform die Internationale Brücke und begrüßten im Gebäude der spanischen Grenzkommandantur Kommandanten Ochotorena. Die Bevölkerung, die bereits seit gestern auf das Eintreffen der Deutschen wartete, bereitete den deutschen Soldaten auf der spanischen Seite einen erhebenden Empfang. Hochrufe auf Spanien und Deutschland, auf Franco und Hitler wechselten sich ab. Die deutschen Soldaten wurden von der begeisterten Menge umarmt. Aus Madrid traf der deutsche Botschafter von Stotz- rer und der Militärattache Oberst Bruns ein. Als Vertreter der Partei traf zum Empfang der Ortsgruppenleiter von San Sebastian. Beisel, ein.
Der Lhes der deutschen Besahungs- armee von Basses pyrenees traf um 17 Uhr auf der Internationalen Brücke ein und wurde von dem deutschen Militärattache Oberst Bruns begrüßt. Von 18 Uhr an traf in hendaye b i e e r ff e m 0 - torifierfe Kolonne der deutschen Armee ein. Der General der 6. spanischen Division, Lope; Pinto, hat sich ebenfalls von 3run an die Grenze begeben.
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3n hendaye ist die militärische Kontrolle auf den Landstraßen durch das französisch-baskische Gebiet durch Gendarmerieerseht worden, die den Grenz- und Patrouillendienst versieht. Man sieht fast keinen französischen Soldaten mehr. Die einzelnen militärischen Einheiten haben ihre Waffen in den vereinbarten Quartieren nieder- gelegt In 3run fällt auf. daß bereits zahlreiche Franzosen zur Rückkehr in die Heimat auf- brechen.
Clermont-Ferrand vorläufig Sih der französischen Regierung.
Madrid, 27. Juni. (Europapreß.) Die französische Regierung hat sich nach Berichten aus Bordeaux entschlossen, die südfranzösische Stadt Clermont-Ferrand zu ihrem künfttgen Sitz zu wählen. Der Präfekt des Departements Puy-de- Döme wurde angewiesen, zur vorläusigen Unterbringung der Ministerien und Behörden die größten Hotels in Clermont-Ferrand frei zu machen.
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Clermont-Ferrand in der Auvergne, die Hauptstadt des Departements Puy-de-Döme, liegt auf einem Hügel in einer weiten von Gebirgszügen umgrenzten und vom Puy-de-Döme beherrschten Ebene. Es ist eine Stadt, deren Ursprung bereits auf die Gallier-Zeit zurückgeht. Hier rief im Jahre 1095 Papst Urban II. zum ersten Kreuzzug auf. Heute zählt die Stadt etwas über 100 000 Einwohner, sie hat lebhafte Industrie, vor allem in Konserven, Kautschuk und Automobilen. Als Knotenpunkt der Orleaner- und Lyoner Eisenbahn ist die Stadt wichtiges Verkehrszentrum. Seit 1854 besitzt sie eine Universität. Als Sitz eines Korps-Kommandos hat sie viele Kasernen und sonstige öffentliche Gebäude, weshalb vermutlich die Wahl der französischen Regierung auf Clermont-Ferrand gefallen ist.
Frankreichs Vertreter in den Daffenstillstandskommisstonen.
Bern, 27. Juni. (DNB.) Der französische Mi- nisterrat hat die Mitglieder der deutsch-französischen und der italienisch-französischen Waffenstillstandskommissionen bezeichnet. Der ersten Kommission gehören an: Armeegeneral Huntziger als Präsident, Admiral M i ch e l i e r für Fragen der Kriegsmarine, General M 0 u ch a r d für die Luftfahrt, Carles, Präfekt des Departements Nord, A r i s , Inspektor des Finanzwesens, P a r 0 d i, Generaldirektor für Arbeit und Handwerk, Berthe lot. Stellvertretender Generaldirektor der französischen Staatsbahnen, de Peyrecave, Industrieller und Prof. P 0 r t m a n n. Der zweiten Kommission gehören an: Admiral Duplat als Präsident, Gene-
Adolf Hitler zerschlug Versailles.
Wenn unsere Gedanken jetzt zu jenem 28. Juni 1919 zurückgehen, da das November-Deutschland seinen Namen unter das Diktat von Versailles setzte, dann werden wir uns sogleich der Tatsache bewußt, daß dieselbe Kriegshetzerclique, die uns diesen Schmachfrieden auferlegt hatte, uns ein neues, noch viel schlimmeres Versailles bescheren wollte. Wir wissen infolge der verschiedenen Auslassungen dieser „Staatsmänner", nicht zuletzt infolge der berüchtigten Karte Reynauds, genau Bescheid, wie dieses vom Haß geborene „neue" Europa aussehen sollte, das Deutschland in eine Unzahl Kleinstaaten zerlegen sollte, ganz zu schweigen von den Gebietsabtretungen an die wiederauferstehenden Mächte des Versailler Systems und den starken Einbußen Italiens. Wenn diese frevelhaften Pläne jetzt schon der Vergangenheit angehören, dann verdankt das deutsche Volk dies Adolf Hitler, der uns vor dem neuen Versailles bewahrt hat, nachdem das alte von ihm zertrümmert worden war. „Deutschland verzichtet", „Es wird Deutschland untersagt", „Deutschland liefert", das waren die Ausdrücke, die in den 440 Paragraphen dieses Diktats dauernd wiederkehrten, sinnfälliger Beweis dafür, daß dieses den Namen „Derttag" völlig zu Unrecht tragende Machwerk nie und nimmer der Welt den wahren Frieden bringen konnte, da es aufgebaut war auf Gewalt, Lüge und Betrug.
Als der Führer seinen Kampf für das neue Deutschland aufnahm, als an jenem denkwürdigen 24. Februar 1920 im Hofbräuhausfestsaal das Programm der Partei von ihm verkündet wurde, da erkannte er mit aller- Klarheit, daß nun, nachdem seine Lehre schon in den Herzen vieler Tausender fest begründet lag, alles darauf ankäme, dem deutschen Volk das wahre Gesicht des Versailler Diktats zu offenbaren. Dies war um so notwendiger, als das Volk, von wenigen Männern abgesehen, sich damals über Versailles keine großen Gedanken machte. Der Begriff der „Wiedergutmachung", von den Parteien des Weimarer Systems immer von neuem verkündet, hatte die Herzen und Hirne vernebelt. Es tut gut, wenn wir gerade in dieser Zett uns die Aufzeichnungen ins Gedächtnis zurückrufen, die der Führer hierüber in feinem Werk „M ein Kampf" niedergelegt hat:
„In dieser Zeit erhielt der Münchener Hofbräuhausfestsaal für uns Nationalsozialisten eine fast wechevolle Bedeutung. Jede Woche eine Versammlung, fast immer in diesem Raum, und jedesmal der Saal besser gefüllt und die Menschen andächtiger! Ausgehend von der „Schuld am Krieg", um die sich damals kein Mensch kümmerte, über die Friedensverträge hinweg, wurde fast alles behandelt, was irgendwie agitatorisch zweckmäßig oder
rat Paris 0 t (Landheer), General O d i t (Luftstreitkräfte), M 0 u ch e t (Präfekt des Departements Seealpen), M 0 n t a r n e l, Finanzinspektor, G e - ten, Staatsrat, Gouret, Direktor des Hafens von Marseille, und Garnier, Botschaftsrat.
Neubesetzungen leitender französischer posten in Lebersee.
Rom, 28. Juni. (Europapreß.) Der französische Ministerrat, der in Bordeaux tagte, hat beschlossen, ein Generalkommissarit für den nationalen Wiederaufbau zu errichten, zu dessen Leiter General Doumenc berufen wurde. Der Ministerrat nahm ferner einige Umbesetzungen in den leitenden Stellungen der französischen K 0 - Ionien vor. Zum Generalgouverneur von Jndochina wurde Vizeadmiral D e c a u x ernannt. Ferner wurden G a st 0 n und Joseph mit außerordentlichen Missionen für die Koordinierung der Verteidigung der französischen Belange in Jndochina, Neu-Kaledonien und Ozeanien betraut. Zum Generalgouverneur von Madagaskar wurde C a y l a bestellt. Der bisherige Generalgouverneur D e b 0 i s s 0 n wurde für Französisch- Afrika berufen. Diesem Kommissär werden Fran- zösisch-Aequatorialafrika, Französisch-Westafrika und die Mandatsgebiete Kamerun und Togo unterstellt.
Aus Stockholm wird bekannt, daß die französischen Generalgouverneure in Jndochina und Madagaskar abgesetzt worden sind, weil sie den Anweisungen der Regierung nicht Folge lei st en wollten. Außerdem wurden die französischen Kriegsschiffe, die sich auf hoher See befinden, auf drahtlosem Wege aufgefordert, französische Häfen angulaufen, um so die Ausrechteryaltung der französischen Souveränität in Uebersee sicherzustellen. In London ist man hierüber erbost, weil die Hoffnung, die französische Kriegsflotte in englische Hände zu bekommen, dadurch illusorisch wird. In den nun an die französischen Kriegsschiffe ergangenen Befehlen erblickt man in Stockholm einen Beweis dafür, daß die Regierung Petain aus den ehrverletzenden Angriffen der englischen Regierung die Folgen zu ziehen gewillt ist.
Zn London nur noch durch einen Geschäftsträger vertreten.
Genf, 27. Juni. (DNB.) Der französische Außenminister B a u d 0 i n bezeichnete in einer Ansprache vor der Presse seine Tätigkeit unter den gegen- wärttgen Umständen als „sehr delikat". Baudoin erklärte, Churchills H a l t u n g — der in seiner zynischen Unverfrorenheit dem geschlagenen Frankreich „Verrat" der englischen Sache vorgeworfen hatte — habe in Frankreich ein Gefühl schmerzlichen Erstaunens hervorgerufen. Diese englische Haltung sei noch unterstrichen worden durch die Abberufung des britischen Botschafters. Der französische Botschafter in London sei daraufhin zurückgetreten. Frankreich erwäge, ihn unverzüglich zu ersetzen, wenn es auch durch einen Geschäftsträger vertreten bleibe.


