Ausgabe 
28.5.1940
 
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1.

2.

SJ.-fpori

1. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten!)

setzen.

3.

4.

bis 55, Salat, das Stück 25 bis 35, Salatgurken 70 und 80, Oberkohlrabi 25 bis 35, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bund 10 bis 50, Radieschen 10 bis 15.

Frauen, Goetheschule, Gymnastik und Spiele für Frauen,

Weidig-Bergfest am 18. August.

Im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse muß das für den 2. Ium geplante Weidia-Bergfest auf dem Schrenzer auf einen späteren Zeitpuukt ver­schoben werden. Es wird zusammen mit dem Hohe- rodskopf-Dergfest als Kriegs-Erinnerungs-Bergfest am 18. August 1940 durchgeführt werden.

Handballkämpfe des Sonntags.

Bann 88 lwehlar)Dann 81/186 ($tanffutf 0.2TL) 9:12 (6:9).

Keine Spur von HM

Boman von Charlotte Kaufmann.

Schillerschule,

Kindergymnastik, Goetheschule, Schwimmen, Volksbad,

5. Tennis, städtische Tennisplätze,

beginnt am 28.5.40 der Leichtathletik- kurs mit Vorbereitung zum Deutscken Turn- und Sportabzeichen. Der Kurs dauert 6 Uebungsabende, und zwar Dienstags, 19.30 bis 21 Uhr, Universitätssportplatz, Am Kugel- berg. 25650

Unkosten: DAF. Gebühr 2,70 RM., Nichtmitglieder

llS-GmelnWs! M KW öatm Akllüe

Sporkamt KdF.

Außer den wiederholt bekanntgegebenen Kursen: Sport und Spiele für Männer und

Für das offene Lagern von Getreide und an­deren Ernteerzeugnissen sind durch eine Polizei­verordnung des Reichsinnenministers einheitliche Bestimmungen getroffen worden, um bestmöglichen Feuerschutz der Ernte sicherzustellen. Ungedroschenes

Dreschen ist verboten.

Schützt den Wald und seine Anlagen.

Der Wald, von der dicksten Eiche bis zum kleinen Hundsveilchen, ist Allgemeingut. Er muß heute mehr als je geschützt und gepflegt werden. Dazu ge­hört die Mitarbeit aller Volksgenossen, die den Wald zur Erholung betreten.

Leider muß festgestellt werden, daß es immer noch unvernünftige Menschen gibt, welche die Wal­dungen und deren Einrichtungen mutwillig beschä­digen. Hierfür einige Beispiele:

Die Bänke werden immer wieder zerschlagen und aus der Erde gerissen. Wie oft begegnet man Spa­ziergängern mit abgerissenen Zweigen, und wie- viele abgerissene Zweige und Blumen liegen au den Waldwegen. Frühstuckspapiere fliegen im Walde herum. Die Jagdpächter stellen mit großen Kosten Ansitzleitern und Hochsitze her. Immer wieder wer­den sie beschädigt und umgeworfen.

Das Betreten der Hegen, die meist noch mit Ver­botstafeln versehen find, der gemachten Pirschwege und der Leitern ist verboten.

Bei dieser Gelegenheit sei nochmals auf das

Feuerschutz der Ernte sicherzustellen. Ungedroschenes Getreide, Stroh, Heu, Flachs und ähnliche leicht entzündliche Ernteerzeugnisse dürfen auf Lager- Plätzen nur unter bestimmten Bedingungen gelagert werden. Die Entfernung muß mindestens 300 m von Betrieben und Lagerstätten betragen, in denen explosive Stoffe oder brennbare Flüssigkeiten her­gestellt, verarbeitet oder gelagert werden, die Ent- fernung muß mindestens 50 m betragen von Wald­grundstücken, von Gebäuden, deren Umfassungs­wände nicht mindestens feuerhemmend hergestellt sind, sowie von Bahngleisen, und sie muß min­destens 25 m betragen von allen übrigen Ge­bäuden, von Wegen und Hochspannungsleitungen. Als Lagerplätze im Sinne dieser Polizeiverord­nung gelten Feldscheunen sowie die Lagerung unter Schutzdächern oder im Freien, in Mieten, Diemen, Schobern usw. Auf einem Lagerplatz dürfen solche Ernteerzeugnisse nicht über den Wert von 15 000 RM. hinaus gelagert werden. Die Lager­plätze müssen mindestens 100 m voneinander ent­fernt sein. Auf Wirtschaftshöfen dürfen die Ernte- erzeugnisse in Zeiten der Ernte oder des Drusches höchstens sechs Tage Gelagert werden. Ausnahmen kann die Ortspolizeibehörde zulassen, wenn ein aus­reichender Feuerschutz gewährleistet ist. Das Rauchen und die Verwendung von offenem Feuer oder Licht auf den Lagerplätzen und in Scheunen, sowie beim

Mit einem glücklichen Siege der Gäste aus Frank- urt a. M. endete das Zwischenrundenspiel in Wetz- lar. Denn ebenso gut hätte auch der einheimische Vertteter bei den Spielen um die Geb i et sm eiste r- chast gewinnen können. Der Gegner stellte eine in eder Beziehung einwandftei arbeitende Vertretung ns Feld, deren Zusammenspiel ausgezeichnet war. Bei der Einheit des Bannes 88 machte sich mangeln­des Training bemerkbar.

Tv. Lützellinden Tv.Kahenfurk 8:4 (3:1).

In diesem Spiel standen sich die beiden besten Juaendmannschaften aus dem Bereich des Bannes 88 gegenüber, um den Meister 1939/40 zu ermit­teln. Lützellinden war von Anfang an leicht über­legen, obwohl auch feine Mannschaft teilweise schlechtes Zusammenspiel zeigte. Imnierhin langte es, sich gegen die körperlich überlegenen Katzen- furter mit Erfolg durchzusetzen. .

Die Spiele um den Lahnpokal mußten in letzter Stunde noch erheblich reduziert werden. Nur zwei Treffen standen an, und zwar

To. Heuchelheim Io. Launsbach 17:5 (8:2)

Heuchelheim hat wieder einmal mehr unter Be- weis stellen können, daß es im Augenblick über eine vorzüglich zusammenwirkende Mannschaft verfügt. Gegen dieses Können waren die Gäste, die sich in der Hauptsache auf jugendliche Kräfte stützen müs­sen, machtlos. Immerhin ist es anzuerkennen, in welcher Weise sie sich einsetzte» und bis zum Schluß durcyhielten.

Sp<3. Grohen-Buseck 2Ntv. Gießen 5:16^

Die Mannschaft des Mtv. hat sich anscheinend wie­der erholt. Denn ttotzdem Großen-Buseck in stärk­ster Besetzung antrat, konnten die Gäste einen ein- -heutigen Sieg erringen, der auch in dieser Höhe verdient war.

Klein-Linden Heuchelheim 13:5 (8:1).

Klein-Linden fuhr nach Heuchelheim und trat dort in neuer Aufstellung an. Zu Beginn legten beide Mannschaften mächttg los, aber schon nach wenigen Minuten war zu ersehen, daß Klein-Linden infolge seines guten Zuspieles gewinnen mußte. Klein-Linden spielte zunächst mit dem Wind, nutzte diese Gelegenheit gut aus und konnte schon nach kurzer Zeit 5:0 führen. Bis zur Halbzeit schoß Klein- Linden drei weitere Tore, dem die Gastgeber nur ein einziges entgegensetzen konnten. In der zwei­ten Halbzeit trat Heuchelheim mit umgestellter Mannschaft ins Feld, spielte auch anfangs besser und konnte zu 'Torerfolgen gelangen. Klein-Linden aber gab weiterhin den Ton an und erzielte noch fünf Tore.

berges hatten wir einen weiten Rundblick nach den Höhen des Dilltals sowie nach Braunfels, Stoppel­berg, Dünsberg und Gleiberg. Nachmittags wan­derten wir auf schönen Walowegen abwärts ins Dilltal. In Ehringshausen, wo wir zur Kaffee- und Schlußrast einkehrten, war die Wanderung beendet.

Ein guter Fang.

Ein 19 jähriger junger Mann aus Darmstadt, der sich am gestrigen Montagvormittag in dem Waldstück bei Klein-Linden aufhielt, erregte den Verdacht eines Gendarmeriebeamten. Er wurde von dem Beamten näher betrachtet, und dabei ergaben sich allerlei Anhaltspunkte für die Festnahme des Jünglings. Bei der behördlichen Untersuchung stellte sich heraus, daß der Festgenommene auf dem Gebiete des Fahrraddiebstahls schon einiges auf dem Kerbholz aufrotes u. a. hat er sich in Ober« lahnstein und in Darmstadt in dieser Weise be­tätigt und daß er auch in Ruttershausen bei Lollar eine unliebsame Gastrolle gegeben hatte. Vor einigen Jahren weilte er nämlich bei einer dortigen Familie, mit der er seitdem keine weitere Ver­bindung mehr hatte. Jetzt tauchte er auf Grund der früheren Bekanntschaft wieder auf, er belohnte aber die Gastfreundschaft insofern schlecht, als er nach einem Gelddiebstahl im Hause der Familie sich still davonmachte. Er hoffte jedoch, in diesem Hause noch mehr erwischen zu können und deshalb ver­übte er nachts dort einen Einbruch, bei dem er es vor allem auf Lebensrnittel abgesehen hatte. Hier­bei wurde er überrascht und mußte flüchtig gehen, wobei er das von ihm mitgeführte, in Darmstadt erst gestohlene Fahrrad zurücklassen mußte. Auf seinem Fluchtweg, der offenbar zu neuen Dieb­stählen führen sollte, geriet er gestern bei Klein- Linden in die Hand der Gendarmerie. Nach Fest­stellung des Tatbestandes wurde er dem Amtsge­richt vorgeführt, das Haftbefehl gegen ihn erließ. Er wurde daraufhin in das Untersuchungsgefängnis in Gießen eingeliefert. Da die Straftaten zum Teil unter Ausnutzung der Verdunkelung begangen wurden, dürfte er einen gehörigen Denkzetetl zu gewärtigen haben.

Gießener Wochenmarktpreise.

* G i e ß e n, 28. Mai. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, Va kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, deutsche Kühlhauseier 11 bis 12^ Rpf., Kartoffeln, 50 kg 4 RM., gelbe Rüben, Vi kg 15 Rpf., rote Rüben 15, Spinat 25, Spargel 29 bis 63, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 17, Feldsalat, Vio 12, Aepfel, Va kg 45

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

* Lich, 28. Mai. Am kommenden Donnerstag, 30. Mai, kann Frau Margarethe Sommer Wwe., Seelenhofgasse, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern. An den Gescheh­nisse unserer großen Zeit nimmt sie noch regsten Anteil. Seit über 30 Jahren zählt sie zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglück­wünschen herzlich zum Geburtstag und wünschen der Jubilarin weiteren schönen Lebensabend.

+ Grün berg, 27. Mai. Der Wärter am hie­sigen Gestüt wurde am Sonntag von einem Hengst gebissen. Das Tier hatte die rechte Hand des Mannes gepackt und zerrte ihn hm und her, wodurch der kleine Finger bis auf die Wur­zel zerquetscht wurde. Nach Anlegung eines Not-

Rauchverbot bis 1. Oktober in den Salbungen hin- gewiesen.

Das Naturschutzgebiet im Hangelstem darf nur auf den Wegen begangen werden, das Abreißen von Blumen jeder Art ist in dem Naturschutzgebiet ver­boten.

Gesangskonzert für Soldaten.

Im Zusammenwirken mit der NS.-Kriegsopfer- versorgung gab der GesangvereinArion", Klein- Linden, am Sonntag in einem Gießener Reserve­lazarett ein Konzert für unsere Soldaten. Daher waren auch Vertreter der NSDAP., der NSKOD. und die Aerzte des Lazaretts erschienen. Unter der vorzüglichen Leitung des Ehrenchormeisters K. Nicolai fang der Chor Volks- und Soldaten­lieder, Lieder von Mozart, Schubert, Silcher, Schäf­fer, Stürmer, Engels und Zöllner und bot damit ein abwechslungsreiches Programm. Der Chor, der über ausgezeichnetes Stimmenmaterial verfügt, brachte die Lieder mit beachtlichem Können zum Dorttag und machte durch seine Leistung den Zu­hörern besondere Fre>ude. Nach Beendigung des Konzerts wurde verschiedentlich der Wunsch laut, die Sänger bald wieder einmal zu hören. Anschlie- ;end brachte der Verein einem erkrankten Sänger, owie den Patienten des St. Josefs-Krankenhauses ein Ständchen dar.

Oberhessischer Gebirgsverein, Zweigverein Gießen.

Man berichtet uns: Herrliches Maiwetter war uns bei dieser beliebten Wanderung beschieden. Don Katzenfurt aus führte der Weg über Greifenthal, Forsthaus Langegrund und Waldhof Elgershausen nach dem hochgelegenen Greifenstein. Nach der Frühstücksrast und Besichtigung der Burgruine und der sehenswerten Burgkirche ging es durch frisch­grünen Buchenwald in zweistündiger Wanderung zur Dianaburg, wo ausgiebige Mittagsrast gehalten wurde. Vom Turm des über 400 m hohen Kessel­

verbandes mußte der Verletzte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.

Oer Mörder richtete sich selbst

Lpd. Frankfurt a. M., 27. Mai. Auf einer Bank in der Philipp-Ludwig-Anlage in Hanau hatte sich am Samstag kurz nach 23 Uhr ein im Alter von etwa 60 Jahren stehender Unbekannter mit einem Revolver einen tödlichen Schuß in die Schläfengegend beigebracht. Der Selbstmörder, der auf dem Transport ins Krankenhaus starb, hatte einen Zettel neben sich liegen, dessen Inhalt von seiner Absicht kundtat. Es stieg sofort der Der- dacht auf, daß es sich bei ihm um den 63 Jahre alten Karl Waldner handeln könnte, der am Samstagvormittag in der Alten Mainzergasst i» Frankfurt a. M. die 77jährige Witwe Grohnert er­mordet hatte. Dieser Verdacht hat sich bestätigt. Montag vormittag konnte der Selbstmörder durch Zeugen einwandfrei als der gesuchte Karl Waldner festgestellt werden. Der Mord Waldners an der Witwe Grohnert ist auf Zwistigkeiten zwischen den beiden Zimmernachbarn zurückzuführen.

Er beschloß, einmal auf das Boot zu klettern, obwohl er Angst hatte, daß es dann rascher finken würde. Er zog sich hinauf und versuchte, auf dem geroölbten, glatten Schiffsbauch zu stehen. Aber schon nach drei Sekunden mußte er den Platz auf* geben und ins Wasser hineinspringen. Doch die drei Sekunden genügten, um ihn drüben bei Stein einen Punkt im Wasser entdecken zu lassen. Einen Punkt, so klein wie ein Kork. Das konnte ein Boot sein.

Jedesmal, wenn ihn eine Welle hob, sah er an< gestrengt hinüber, aber er sah nichts mehr. Vielleicht war es nur eine Boje gewesen.

Aber es war keine Boje, sondern ein Kahn mit einem Außenbordmotor. Ein frisch geteerter Kahn, derWassili" hieß. Er wurde gesteuert von einet Frau.

Sie hielt geradeaus auf das gefenterte Segelboot: zu.

Es dauerte jedoch ziemlich lange, bis der Kcchnl die treibende Jacht erreichte. Und Joachim hatte längst den Punkt, so groß wie Kork, drüben bet Stein wieder vergessen, als er plötzlich ein Boot: auftauchen und näherkommen sah. Der Motor knat­terte, und der Bug stand steil in die Höhe. Dann: war es da. Es fuhr einmal um das treibende Wrack herum und hiell neben ihm.

Sie kommen wie vom Himmel", begrüßt Joachim das Mädchen, das.sich erhoben hatte.

Nein", erwiderte es lächelnd,ich komme nuc von da drüben. Von Stein. Ich war eben auf den» Heimweg von Teek. Da sah ich Sie kentern. Unü sie hielt ihm ihre Hand hin, um ihm zu helfen, am Bord zu klettern.

Als er auf den Duchten saß, schüttelte er sich. fror jetzt abscheulich. Das fremde Mädchen ab ec machte sich mit einem Tau zu schaffen, das an beim Segel befestigt war. Sie wollte versuchen, das g«e kenterte Boot mit an Land zu schleppen.

Hält er das aus?" fragte Joachim mit einem Seitenblick auf den Außenbordmotor.

Das Mädchen nickte.

Gehört der Kahn Ihnen?" Wieder nickte fit­eifrig mit dem lau beschäftigt. Er wollte aufttehem und ihr helfen, aber da geriet das kleine Boot ins Schaukeln, und sie bedeutete ihm, sich wieder hinzu*

Joachim Keit kam nicht so rasch und ruhig wieder in den Hafen zurück, wie er yinausgefahren war. Möglich, daß er zuviel an Ingeborg dachte. Mög­lich auch, daß der Wind sich gedreht hatte. Joachim war jedenfalls das Segeln bei stürmischem Wetter nicht mehr gewöhnt. Und so geschah es, daß er die Gewalt über die Segel verlor und die alle Rennjacht mit einem plötzlichen und vollkommen unerwarte­ten Ruck den Mast zum Wasser neigte und kenterte.

Das kalte Wasser ernüchterte. Als er prustend auftauchte und sich an das Boot klammerte, lachte er.

Die Jacht lag auf der Seite. Kielschwert und Segel lagen au sge breitet wie Arme auf dem Wasser und hoben und senkten sich mit dem Wellenschlag. Joachim hielt sich am Mast fest.

Er überlegte, was er tun sollte. Irgendwo an Land schwimmen und das Boot zurücklassen, bis es endgültig ab sackte? Er sah prüfend zu den Ufern hinüber. Strandorp lag gut sieben Kilometer weit ab, eine ziemliche Strecke. Und nach Stein hinüber war es noch weiter. Es war wohl das beste, er wartete hier, bis ein Dampfer vorbeikam. Vielleicht hatte man auch von Strandorp aus gesehen, daß er mit seinem Boot gekentert war. Da drüben waren ja sicher Badegäste.'

Er wartete.

Das Wasser war trotz der Augustsonne hier drau­ßen ziemlich kalt. Er stieß sich vom Boot los und schwamm ein wenig herum. Es machte aber wenig Vergnügen mit dem nassen Leinenzeug.

Fern an der Kimm tauchte eine Rauchfahne auf. Din Schiff. Vielleicht kam es näher. Hoffentlich hatte es vor, in den Hafen einzulaufen. Aber es konnte natürlich auch ebenso gut nach Norden ab­biegen und wieder verschwinden. Interessiert ver­folgte er den Fetzen Rauch am Himmel. Aber der Dampfer schien näher zu kommen. Auch in Stran­dorp drüben rührte sich nichts. Man hatte ihn also nicht gesehen.

Joachim wurde langsam ungeduldig. Wenn er nicht rechtzeitig zum Mittagessen nach Hause kam, würde seine Mutter Angst haben. Er kannte sie. Sie dachte immer gleich das Schrecklichste. Sie würde sicher die Rettungsstation anrufen und denken, er sei ertrunken. Er lächette, während ihn^ das nasse Haar in die Stirn hing. Sie. war eine gute MutteL z

Die Welt war groß und doch klein. Er hatte soviel gesehen. Er war bindurchgegangen durch all die Jahre mit klaren Augen, die gelassen blickten, wäh­rend sein Herz schwerfällig war. Er war verschlossen gewesen und still, und immer hatte er an Ingeborg und die Heimat gedacht. An diese kleine Stadt am Meer mit den roten Backsteinhäusern und den engen Gassen. Immer hatte er an sie gedacht, roo er auch war.

Joachim lehnte sich zurück in die Kissen und träumte zur Decke hinauf, die verschlungene Stukka­turen trug, gipserne Girlanden.

Am nächsten Tage sand Joachim seine Enttäu­schung ein wenig lächerlich. Mein Gott, junge Mäd­chen hatten viel im Kopf. Sr würde sie schon wieder für sich gewinnen. Über er -vor unruhig bei dem Gedanken, daß sie am Nachmittag kommen wollte. Gern nahm er den Dor schlag der Mutter an, sich den Vormittag über um bte Jacht zu kümmern, die seit langer Zett verlassen hn Segelhafen lag. Dachte sie, daß er Dabei vielleicht zufälttg Ingeborg treffen würde?

Ein frischer Wind trieb über die Stadt und den blauen Hafen. Vom anderen Ufer herüber glitzerten die Stahlgerüste der Schesfieldwerst in der Morgen­sonne. Vier Tage hatte Joachim noch frei. Dann würde er sich in Die Arbeit stürzen.

Die Erinnerung kam ihn an hundert Segelfahrten, die er mit Ingeborg unternommen hatte, vor langer Zeit. Aber sie war nicht am Hasen. Kein Mensch war zu so früher Stunde hier draußen.

Er sprang über die Planken der Brücke im Segel­hafen und löste das Sau, das den kleinen Kutter festhielt.Agnes" hieß das Boot der Familie Keit. Es schien selten benutzt worden zu fein, während er fort war. Die Ringe quietschten mißtönig, als er das Segel hochzog. Am Kai stand der Wärter des Klubs und sah hinunter.

Starker Wind heute", meinte ei gemütlich. _

Joachim nickte. Er hatte lange kein Segelboot mehr unter den Füßen gehabt.

Die kleinen Wellen Des Hafens waren heute chnell und spitz, denn der Wind war stark. Joachims Hand aber lag ruhig am Ruder, während er die Förde hinausfuhr. Links am Ufer begleitete ihn die Stadt. Rechts blinkten die Dillenvororte mit neuen Häusern. Aber schon schob sich auf einer sandigen Landzunge der Leuchtturm von Perl heran. Er ragte tief in die Förde hinein mit seinen weißen, rotumringten Mauern. Joachim grüßte mit der Hand zu diesem Steinwächter des Hafens, während ein Boot mit prallen Segeln rechts vorbeizog.

Beim Leuchtturm von Perl war die Förde zu Ende. Hier begann die große Bucht, die ins offene Meer hineinführte. Die Stadt blieb zurück. Zu bei­den Seiten, kilometerweit voneinander getrennt und immer weiter zurückfliehend, dehnte sich der Strand. Rechts vorn, kaum erkennbar, war die große Stein­mole von Teek zu sehen. Links in der Ferne ver­sank im Dunst der Sonne der Leuchtturm von Bülk.

Das Meer war heute dunkelblau, und es sang. Der Himmel wölbte sich darüber wie eine Schale aus irisierendem Glas. Joachim war daheim. Da­heim! Ganz laut sagte er das vor sich hin, und sein Blick wanderte hinüber zu den Ufern von Teek, die hier plötzlich ansteigend steil in die Höhe ragten, gelbe Lehmerde, gekrönt mit Strandhafer und grau­grünem Sommergras.

Wetter trieb das Doot hinaus. Es sank tief in die Wellen hinein und tanzte.

Links lag nun Strandorp, eine einfame Dampfer- anlegebrücfe für Badegäste. Das Dach eines Re­staurants sah herüber und Strandkörbe, roinügen Punkten gleich. Nach einer Viertelstunde passierte er rechts Die weihen Dünen von Stein.

Dieser Tag voll Sonne und Wind war unver­gleichlich schon, fühlte Joachim, und « war ihm wieder, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt, als diese weiten weißen und einsamen Dünen und die gelben steilen Lehmufer. Er war darin vielleicht etwas ungerecht oder vesser gesagt unbedacht, denn die Welt, die er in sechs Jahren durchwandert war, hatte ihm größere Schönheiten vor die Füße ge­legt als dieses hier. Aber Heimat ist eben Heimat, und da wird ein Streifen Sand zum Herrlichsten der Erde.

8,60 RM.

Zuzüglich Iahressportkarte.

Helft Flurschäden vermeiden.

Wir alle wissen, welch' große Bedeutung der Arbeit unserer Landwirtschaft zukornrnt. Es muß daher unser aller Bestteben fein, dem Landvolk in jeder Weife zu helfen. Das kann durch freiwil­ligen Arbeitseinsatz geschehen, zum andern müssen wir aber auch darauf sehen, daß besonders von Kindern kein Flurschaden angerichtet wird. Alle Eltern müssen jetzt ihre Kinder darauf aufmerk­sam machen, welche Folgen die von ihnen ange­richteten Flurschäden nach sich ziehen können, und müssen sie nachdrücklich ermahnen, bei ihrem Spie­len auf bestellte Felder und Fluren sorgsam zu achten.

Feuerschutz der Ernte.

Fußballergebniffe der 2. Klaffe.

DsD.-R. II Hungen I 2:3 (1:0).

Die Grün-Weißen leisteten sich wiederum ein starkes Stück, deny sie hatten es durchaus in der Hand, den Sieg an sich zu reißen. Die Hungener zeigten sich von der besten Seite. Auf Grund des großen Eifers in der zweiten Spielhälfte hat die Mannschaft verdient gewonnen, wenngleich das Ergebnis auch umgekehrt lauten konnte. Vor der Pause war^n die Grün-Weißen klar im Vorteil, jedoch wurde nur ein Tor erzielt. Dann kamen die Gäste stark auf, glichen aus und gingen kurz bar- auf in Führung. Den Grün-Weißen gelang bald darauf der Ausgleich. Einen möglichen Sieg in Form eines Elfmeters verschenkten sie, der Gegner nahm die Gelegenheit wahr und setzte den Straf­stoß glatt in die Maschen.

Heuchelhelm I Garbenteich I 0:1 (0:0).

Das erste Spiel der Heuchelheimer gegen den starken Gegner verloren sie zwar, jedoch dürfte für ine Zukunft noch manches zu erhoffen sein. Wenn die Elf sich eingespielt hat, gibt sie einen starken Gegner ab. Die erste Spielhälfte sah den Gast stark im Angriff, jedoch konnten die Hausherren ihr Tor sauber halten. Nach dem Wechsel war das Spul vollkommen offen, doch gelang den (Säften der Siegestreffer. Die Anstrengungen der Gastgeber, das Spiel remis zu gestalten, blieben vergeblich, die Gaste hatten verdient gewonnen.

Grüningen I Großen-Duseck I 0:6 (0:1).

Der Tabellenführer setzte seinen Siegeszug fort und erfocht einen zahlenmäßig hohen Sieg. Zu Be­ginn des Spieles sah man sehr schwarz für die Gäste, denn die Platzherren waren ständig im An- grtff, nur dem Schußunvermögen der Stürmer ist es zuzuschreiben, daß Erfolge ausblieben. Dann kamen die Gäste auf und rissen die Führung an sich. Nach der Pause machte sich die größere Spiel­erfahrung der Gäste bemerkbar, die durch weitere fünf Tore auf einen sicheren Sieg zusteuerten.

Klein-Linden I Steinbach I 12:2 (7:1).

Welcher Kampfeswille gegenwärtig die Fußball­mannschaft des Tv. Klein-Linden beherrscht, stellte das Rückspiel gegen Steinbach unter Beweis. Wäh­rend das Vorspiel in Steinbach mit 13:2 verloren­ging, konnte am Sonntag ein hoher Sieg über die Gäste aus Steinbach errungen werden. Das Spiel des Sturmes der Turner war bestechend. Schon nach drei Minuten konnten die Gastgeber durch schönes Zusammenspiel in Führung gehen. Steinbach holte wohl auf, konnte aber bis zur Halbzeit überhaupt nicht mehr zu einem Erfolg gelangen, während Klein-Linden noch sechsmal erfolgreich war. Nach der Pause hatte zunächst Steinbach mehr vom Spiel und konnte auch das zweite Tor schießen. Dann aber behielten die Gastgeber die Oberhand und erzielten noch fünf weitere Tore.

Sprechstunden der Redaktion.

, 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittags geschlossen.