ELASTOCORN
Dienstag, 28. Mai AW
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Itrj24 Zweites Blatt
Schöner Neuer Friedhof
Soll sie vielleicht einen Dienstmann rufen?)
Pan American Highway.
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Wer in diesen Tagen den Neuen Friedhof betritt, wird sehr rasch erkennen, welche Fülle der Liebe und Sorgfalt hier vereinigt ist in dem Bemühen, die letzte Ruhestätte der Angehörigen schön zu gestalten. Jedes Grab ist eine gärtnerische Anlage für sich. Daraus ergibt sich eine große Vielfältigkeit, die dem Neuen Friedhof den Charakter gibt.
Jetzt ist im Neuen Friedhof alles im Blühen. Ganze Beete Vergißmeinnicht leuchten in den Tag. Die beiden Beete, die im Vorhof der Kapelle in Form des Kreuzes angelegt sind, schimmern ebenfalls in Hellem Blau. Der Ehrenfriedhof der Soldaten des Weltkriegs zeigt sich, von einer dichten Hecke umgeben, in schöner Einfachheit dem Andenken der Soldaten von 1914/18 würdig. Der große Gedenkstein ist umgeben vom Flor der hängenden hellgrünen Zweige schön gewachsener Weiden. Vor den Gräbern blühen in schmalen Beeten Tausende von Stiefmütterchen in allen Farbtönen, vom zartesten Lichtblau bis zu einem samtenem Dunkelviolett. Die
Äehnlich wird es mit der panamerikanischen 23er-- kehrsschlagader gehen. Hier hat man bereits von vornherein statt einer Bahn eine Autostraße geplant, allein, für eine durchgehende Landverbindung liegt in Amerika eine noch geringere wirtschaftliche Notwendigkeit oder auch nur Möglichkeit vor als in Afrika. So gibt es bis zum heutigen Tag noch keine Landverbindung zwischen der nördlichen und der südlichen Hälfte des amerikanischen Kontinents, außer zu Pferd. Bis heute bliebe als Derkehrs-
panamerikanischen Straße reden und schreiben? denn sie liegt nun einmal auf der Linie der panamerikanischen Idee genau wie die panamerikam^. chen Konferenzen. Panamerika ist eine Utopie, 5ie panamerikanische Idee ein politisches Instrument« der USA.
Panamerika als politische, wirtschaftliche oder kulturelle Einheit ist noch auf lange hinaus nicht oder niemals zu verwirklichen. Vielleicht wird gerade deshalb diese Idee von feiten der Vereinigten! Staaten so gepflegt und gefördert, weil sie ein Schild ist, hinter dem unverdächtig der andere we- entlich wirklichkeitsnähere Gedanke Gestalt gewinn nen kann: die Straße nach Panama.
Im Beiprogramm löst die neue Wochenschau ein außerordentlich starkes Interesse aus. Schon die Nachmittagsvorstellungen waren — zweifellos um( der Wochenschau willen — bereits sehr stark besucht^ Außer einer neuen Szene mit Hussels und Schmiß sieht man auch einige entzückende Bilder aus „Eina kleine Nachtmusik" und hört Takte Mozartschea Musik als kleine Vorfreude auf hen Film, der deiW mtrh >*-■ -‘»k. H. L. Neunen/*
Es ist in der letzten Zeit wiederholt beobachtet worden, daß bei Abwehr überraschender feindlicher Luftangriffe, für die Fliegeralarm nicht gegeben wurde, Teile der Bevölkerung aus Neugierde sich auf die Straße begeben haben.
Hierzu wird erneut darauf hinaewiesen, daß durch derartiges Verhalten unnötige Verluste unter der Zivilbevölkerung entstehen können. Grundsätzlich ist bei Fliegeralarm oder bei Abwehr überraschender Angriffe, dH. bei einsetzendem Flakfeuer, der Luftschutzraum auf zu suchen. Letzterer ist insbesondere in der Planmäßigkeit feindlicher Angriffe erforderlich, da, um Ruhe und Betriebsstörungen zu vermeiden, nicht grundsätzlich die in Frage kommenden Gebiete gewarnt werden können.
gärten, in Tagesstätten, Erntekindergärten, in Säuglingsheimen und ähnlichen Einrichtungen. Es eröffnet sich also hier ein weites Feld sozialer Be- ttigung.
Die freiwillige 23erpflichtung erfolgt auf zwei Jahre. Als Entschädigung erhalten die im Hilfsdienst tätigen Frauen und Mädel neben freier Wohnung — falls sie nicht im Elternhaus wohnen — und Verpflegung im ersten Halbjahr täglich 20 Pfennig Taschengeld, von da ab täglich 50 Pfennig. Dienstkleidung stellt das Deutsche Frauen- roerf' Im ersten Jahre gibt es 15 Tage Urlaub, im zweiten 18 Tage.
Der Frauenhilfsoienst ersetzt auch das sonst abzuleistende Pflichtjahr. Wenn auch der Frauenhilfs- dienst keine Berufsausbildung vermittelt, so gibt er dafür den in ihm tätigen Kräften die Möglichkeit einer gründlichen Vorschulung für den künftigen Beruf und der Prüfung der besonderen Eignung für dieses oder jenes Aufgabengebiet der sozialfürsorgerischen Tätigkeit.
Den Helferinnen des Frauenhilfsdienstes, die nach Ableistung der zwei Jahre in die Berufsausbildung für einen der Berufe gehen, in denen sie sich betätigt haben — Krankenpflege, Dolksfürsorge usw. — wird die Zeit des Hilfsdienstes als Vorpraktikum auf die Ausbildung angerechnet.
Der Frauenhilfsdienst bedeutet keine organisatorische Erfassung der Helferinnen, wie dies z. B. beim weiblichen Arbeitsdienst der Fall ist, sondern der Einsatz erfolgt einzeln durch Vermittlung durch Abschluß eines Dienstvertrages zwischen dem Träger der Arbeit — z. B. Krankenhaus, städt. Kindergarten usw. — und den Dienststellen des Frauenhilfsdienstes.
Es ist festgestellt worden, daß die feindlichen Flieger im westlichen Grenzgebiet fast ausschließlich nachts angreifen und ihre Bomben planlos überall dort abwerfen, wo sie einen L i ch t s ch e i n bemerken können. Deshalb ist es vonnöten, die Verdunkelung schärf ft ens durchzuführen: denn dies liegt ebenso in jedem eigenen Interesse, wie in dem des gesamten Volkes. Nur so ist es möglich, sich selbst und das gesamte Volk vor Schaden oder Verlust zu bewahren. Dies gilt nicht nur für das Grenzgebiet, sondern auch in gleichem Maße für das Heimatgebiet. Auch in der Heimat muß alles vermieden werden, was dem nächtlich einfliegenden Gegner irgendein Ziel für feine Bombenangriffe bieten kann.
„Mein Mann darf es nicht wissend
Im Gloria-Palast wird seit gestern ein Unterhaltungsfilm gezeigt, der von Anfang an von der leichten Seite genommen sein will und unter, diesem Gesichtswinkel betrachtet ausgezeichnet unter», hält. Ein junges Mädchen heiratet da plötzlich einen Mann, auf den ihre Frau Mama nicht sonderlich gut zu sprechen ist. Da es nun aber schon geschehen ist, muß es ihr schonend beigebogen werden unb zwar mit Hilfe eines anderen Mannes, der der Mama sympathisch ist. Dieser Zweite muß also vorübergehend den jungen Ehemann spielen, von dem nun aber der richtige Mann wiederum nichts wissen darf. Es gibt also ein tolles Durcheinanders so wie es für einen Unterhaltungsfilm mit einem' solchen oder ähnlichen Titel notwendig erscheint? Das Durcheinander spitzt sich gehörig zu und löst', sich erst auf, nachdem alle Beteiligten ins Bild gekommen sind und sich zum Schluß drei glückliche Paare in die Arme fallen. Der Film ist einern^ Bühnenstück von Paul Helwig nachgeschaffen. Regie führte Paul Heidemann. Als Darsteller. findet man Mady Rahl, Grethe Weiser, An-, nemarte Holtz, Günther Lüders und Hansi, Nielsen mit Geschick und viel Laune um diel Veranschaulichung dieser Filmkomödie bemüht. Es gibt manche Szene, über die sich herzlich lachen läßt.
Von (Solin Roß.
Der bekannte Weltreisende hält am 31. Mai in Gießen einen Vortrag. Seinem glänzend geschriebenen Buch „Der Balkan Amerikas" (Verlag Brockhaus. Leipzig) entnehmen mir einen Abschnitt, der unsere Leser interessieren dürfte.
Unsere Sachen sind wieder einmal gepackt. Was imir brauchen, liegt im Auto, das übrige ist bei Senate verstaut. Renate kommt mit Semesterschluß mach. Sie kann ihre Universitätsarbeit nicht im Stich Haffen, während es bei Ralph keine Rolle spielt ob wir ihn ein paar Wochen früher aus der Schule -nehmen. In den Tropen kann man wahrend der 'Regenzeit im allgemeinen nur auf asphaltierten Autobahnen fahren. Optimisten behaupten zwar, -der Pan American Highway sei so gut wie fertig, ,3um mindesten seien von den 13 210 Meilen der .„Teilstrecke Washington—Buenos Aires 10 991 be-
Frauenhilssdienst ist Ehrendienst
Ein Huf an die Mädchen von 18 bis 30 Jahren.
fahrbar.
Das ist echt amerikanisch, auf die einzelne Melle genau die Länge einer Strecke anzugeben, die es noch gar nicht gibt, ja, deren Trasse noch nicht einmal feststeht. Wirklich fertig und zu allen Zeiten .befahrbar ist die panamerikanische Autostraße nur •im Gebiet der Vereinigten Staaten. Schon in Mexiko hapert es. Vom südlichen Mexiko an gibt es in den verschiedenen mittel- und südamerikanischen Staaten Wege, die mehr oder weniger das ganze Jahr hindurch befahrbar find. Einzelne sind sogar wunderbar ausgebaut, so daß sie als Teilstrecken der geplanten gesamtamerikanischen Autostraße gelten Ikönnen. Aber was nützt das? Solange an der strecke Washington—Buenos Aires auch nur eine einzige Meile fehlt, ist sie für den Durchgangsverkehr unbenutzbar. Es ist ja nicht wie in Europa daß man eine unfertige ober noch im Dau befindliche Strecke umfahren kann. In der Dschungel- oder Bergwild- nis Mittel- und Südamerikas kann man keinen Verkehr umleiten. Wo die feste Straße fehlt, und sei es auch nur für einen Kilometer, da hort eben jeber Autoverkehr auf. Da gibt es Canons, 21 bgrünte Schlünbe, Urwalbbickicht unb Sümpfe, über die und durch die sich kein Wagen bringen läßt.
So wirb es noch gute Weile haben, ehe man von
lebensgroßen Darstellungen, in Marmor gehauen- bann wieder in kleinerer Abbilbung in Bronze get gaffen unb in ber Form des Medaillons in Stein eingelassen. Viele dieser Bronzetafeln tragen klassizistisches Gepräge. Die meisten Gräber tragen beit chlicht behauenen Stein, oft den Stein unserer Heimat, den Basalt, den rötlichen Marmor von beri unteren Lahn, bann Granit, Muschelkalk, schwarzen! Marmor, aber auch den behauenen Kunststein. In, mannigfacher Schrift sind Name, Geburts- unb Sterbetag festgehalten. Manchmal fühlt man sich veranlaßt, die Zeitspanne nachzurechnen zwischen Geburt und Tod. Hier ist ein 17jähriges Mädchen in das Grab gesunken, dort ein Jüngling, da ein Kind von wenigen Jahren — unb nachdenklich fetzt: man seinen Weg fort.
Manchmal aber schweift ber Blick auch über diH Gräber hinaus. Das silberne Band ber Lahn schimmert im Tal. Drüben liegt ber Gleiberg im f)eitert Licht. Von den Hügeln über dem Biebertal, voirt Dünsberg her, von den Hügeln über dem Salz- döbetal, vom Lollarer Kopf unb vom Hangelsteirt her leuchtet das frische Grün der Buchen. Weit behnt sich bas Tal mit seinen bestellten Feldern, ein Bild des Friedens! Schließlich fährt — von der Höhe des Friedhofs aus lange zu verfolgen —» ein Zug über den hohen Damm der Main-Weser? Bahn, und ber schrille Pfiff ber Lokomotive erinnert daran, baß gerade jetzt nicht die Zeit ist zrt romantischer Versunkenheit in die Landschaft.
Reich ist der Baumbestand im Neuen Friedhof.- Die meisten Bäume sind stattlich herangewachsey: und geben dem Friedhof den Charakter eines Parks« Zwischen den Gräbern ist bas Gras hoch aufgeschossen. Das sieht wildwüchsig unb natürlich aus« Aber schon sind Männer da unb schwingen die Sensü unb die Sichel, schieben bie Rasenmähmaschine vor! sich her. Blautanne, Birken, Ahorn, Kastanien, Buchen, Rotborn usw. stehen in ber Pracht ihres frischen Laubes unb ihrer Nabeln, bagegen hadert Zypressen, Taxushecken unb anbere Kinder südlicherer Breiten im Winter gelitten. Allentholbert arbeiten - Gärtnerburschen unb Mäbchen an bett Gräbern und verschönern nach besten Kräften.
Wenn es ber Zufall will, findet man sich plötzlich^ vor dem Ehrenfriedhof gefangener unb in der Ge^ fangenschoft verstorbener Russen. Ein mächtiger Stein steht als Ehrenmal da. Er trägt eine lateinische Inschrift. 170 Russen liegen hier. Für jeden, ist ein kleiner Stein gesetzt. Kameradschaftlich liegen! sie in Reihen zur letzten Ruhe. Ihre Gräber sind in guter Ordnung, in einer Ordnung, wie wir sie' auch füf bie Gräber unserer in Rußland liegenden Helden 'wünschen möchten.
So gibt ber Neue Friedhof manchen Anlaß zu besinnlichen Gedanken, wenn in ihm auch nicht die aus Steinen redenden Geschichte von Generationen und Jahrhunderten spricht, wie es im Altert Friedhof ber Fall ist. N«
punkte für bäuerliche Tracht.
Wege zwischen den Gräbern find sauber geharkt.
Auf dem Wege durch den Friedhof fällt manches Grabdenkmal auf. Eines der eindringlichsten ist das Grab eines Soldaten, dessen sterbliche Hülle, von Kameraden bestattet, schon in fremder Erde gelegen haben mag und dann in die Heimat überführt wurde. In den Gedenkstein ist nun das ungelenk geschnitzte Holzkreuz eingelassen, das ihm die Kameraden damals im Jahre 1915 für das Grab in Feindesland gewidmet hatten. In einfacher Schrift trägt das Kreuz den Namen des toten Helden, seinen Dienstgrad, Tag, Monat und Jahr seines Todes vor dem Feind. 25 Jahre ist dieses Holzkreuz nun schon alt.
An manchem Erinnerungsmal hält bildhauerische und künstlerische Arbeit den Schritt des Spaziergängers gebannt. Plastisch unb lebensvoll sieht man Männer unb Frauen bargestellt, in ebler Haltung, mit einem stillen Zug ber Trauer im Antlitz. Diesen Bilbwerken begegnet man verschiedentlich in fast
Richt nur bei Fliegeralarm in den Luftschutzkeller
Verdunkelung schärsstens durchzufuhren.
Nun, ihre Hühneraugen würden dennoch schmerzen. Also lieber*, etwas dagegen tun: Elostocornj mit dem Rzring drauf legen! Donr^ bereitet dos Gehen keine Schmerzen1 mehr, und schon in ein paar gen sind die Hühneraugen weg»
allerjüngster Zeit alle Verkehrsbegriffe revolutioniert, in Amerika noch ganz anders als in Europa. In Kürze wird eine panamerikanische Verkehrslinie durch die Luft führen und damit die Straße mehr oder weniger überflüssig machen.
Eine regelmäßige Fluglinie durch bie ganze Länge des amerikanischen Kontinents gibt es einstweilen noch nicht. In dieser Hinsicht ist Afrika Amerika voraus. Es gibt Flugstrecken von der Küste Alaskas ins Innere. Man kann vom südlichen Kanada bis an den Rand des Eismeeres fliegen. Es gibt Flug- möalichkeiten im südlichen Südamerika. Der regelmäßige Flugdienst reicht jedoch einstweilen nur von den Vereinigten Staaten bis zu ber Linie Buenos Aires—Santiago. Allein die Durchführung eines panamerikanischen Luftverkehrs ist nur eine Frage )er Zeit. Damit sinkt die geplante Autostraße zu einer Idee herab, die sehr beflügelnd ist, sehr berauschend, deren Ueberführung in die Wirklichkeit jedoch allzu viel Geld kosten und zu wenig einbringen würde, um in naher Zukunft verwirklicht zu werden.
Man kann heute Kanada noch nicht einmal in ostwestlicher Richtung im Auto durchqueren, und man wird es auch nicht so bald können. Es liegt bei dem geringen Verkehr über biete Strecken auch keine Notwendigkeit für eine Autostraße vor. Wer will, kann ja mit ber Bahn fahren ober seinen Wagen auf dem Umweg über die Vereinigten Staaten aus Quebec und dem östlichen Ontario in
Aus der Stadt Gießen.
Das Fahrrad im Vormarsch.
Eine Zeitlang schien es so, als ob bas Fahrrad eine beste Zeit gehabt hätte. Die fortschreitende Motorisierung hat ohne Zweifel manchen Volksgenossen veranlaßt, vom Pedal zum Kraftrad oder Kraftwagen überzugehen-, aber wenn man den Dingen auf den Grund geht, kommt man doch zu ,[>er Feststellung, daß sich trotz alledem das Fahrrad als Verkehrsmittel' behauptet und in manchen Hegenden sogar noch weiter ausgebreitet hat. Man braucht nur daran zu denken, eine wie entscheidende -tolle bas Fahrrad in Holland und Dänemark spielt. Auch hat sich diese praktische Erfindung eines Deut- chen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders das Land erobert, wo es sich seit der Jahrhundertwende als das praktische und deshalb überall gebräuchliche Verkehrsmittel erwiesen hat.
Die Zahl der Radfahrer ist im Sommer immer größer als im Winter. Durch bie Einschränkung bes privaten Kraftverkehrs sind viele Menschen wieder zum Fahrrad zurückgekehrt, das besonders für die Werktätigen, bie weit von ihrer Arbeitsstätte entfernt wohnen, ein unentbehrlicher Verkehrsträger geworden ist. Man hat festgestellt, baß heute ungefähr 35 v. H. der Werktätigen bas Fahrrad zur Arbeitsstätte benutzen und daß viele Geschäftsleute chre Besorgungen mit Hilfe des Fahrrades erledigen. Kleingewerbetreibende verwenden die prakti- chen Fahrradanhänger, die immer mehr Verbrei- ning finden. Das Abholen und Fortbringen von Daren im kleineren Umfang kann mit diesem Verkehrsmittel leicht und schnell bewälttgt werden. Ein anderer bedeutender Vorteil des Fahrrades ist seine
zunchale und Jacala ist die Straße nach Mexiko gesperrt", sagte uns auf Anfrage der mexikanische Generalkonsul in Chikago. Das ist, gemessen an der Gesamtstrecke, nicht lang, etwa 90 Kilometer. Aber es sind gerade die 90 Kilometer, bie bie Autostraße aus ber Küstenniederung auf das Hochplateau hinaufführt, aus wenig über Meereshöhe auf 3000 Meter. Das sagt alles.
Wir fahren natürlich trotzdem. Irgendwie werden wir schon burchkommen. An sich ist die Straße bis zur Stadt Mexiko ja fertig. Das Stück, das auf das mexikanische Gebirgsmassiv hinaufführt, ist nur o schwierig unb steil, daß es immer wieder zu Bergrutschen und Felsstürzen kommt. Aber dafür, daß die mexikanische Strecke einmal ebenso gut und unter allen Umständen befahrbar sein wird wie die amerikanische, dafür werden die Vereinigten Staaten schon sorgen. Die Autostraße durch die ganze Länge des amerikanischen Kontinents, von der Bering- bis zur Magellanstraße, von Alaska bis Feuerland, wird wahrscheinlich das Schicksal der berühmten Kap-Kairo-Bahn teilen, bas heißt, man wird viel von ihr reden und sie nie zu Ende bauen. Der Pan Amerian Highway wird für lange, wenn nicht für immer, ein Phantasiegebilde bleiben, die Straße nach Panama aber wird einmal — und wahrscheinlich in nicht gar so langer Zeit — Wirklichkeit werden.
Damit ist nicht gesagt, baß nicht auch berarhge Phantasien sehr nachhaltig auf die gegenständliche Welt einwirken könnten. Es ist kein Zweifel, daß die kühne, ihrer Zeit vorauseilende Idee von Cecil Rhodes, eine Bahn durch die ganze Länge des afrikanischen Kontinents zu bauen, einen starken Ansporn für bie Erschließung Afrikas bedeutete. Daß sie bis heute nicht vollendet ist und wahrscheinlich auch nicht so bald vollendet werden wird, beruht darauf, daß sie sich durch die Entwicklung anderer Verkehrsmittel, insbesondere des Autos, erübrigt
die Prärieprovinzen bringen.
Im nördlichen Kanada liegen die Bodenverhältnisse noch sehr viel ungünstiger. Der Bau ber Bahnlinie an die Hudsonbucht hat gezeigt, was es kostet, in der Tundra einen festen, tragjäfjigen Untergrund zu schaffen. Auf der andern SeM hat man erkannt, was man mit Flugzeugen machen kann. Die ganze Mineninduftrie im nördlichen Kanada beruht ausschließlich auf dem Flugzeug. Ausbeute wie Arbeiter und Maschinen werden auf dem Luftweg befördert. In Südamerika aber liegt aus anderen Gründen keine Notwendigkeit für eine Südnord- Verbindung zu Lande vor. Dieser Teil von Amerika ist einstweilen immer noch in erster Linie längs der Küste entwickelt. Das zeigt auch die Streckenkarte der Pan American Airways, bie zwei Routen nach Südamerika befliegen; bie eine folgt genau der atlantischen, die andere der pazifischen Küste. Hier wird also noch auf lange hinaus für den gewöhnlichen Verkehr an Gütern und Passagieren das
Billigkeit, sowohl was bie Anschaffung, als auch die Erhaltung anbetrifft. Wir verfügen über eine leistungsfähige Fahrrabinbuftrie unb ein Repara- turhanbwerk, bas allen Anforderungen gewachsen ist. Wer viel unterwegs ist unb ein Fahrrad benutzt, entlastet die öffentlichen Verkehrsmittel und leistet dadurch ber Allgemeinheit gute Dienste.
Ein Problem, bas durch die verstärkte Benutzung des Fahrrades mehr in das Blickfeld ber Öffentlichkeit gerückt ist, ist das ber Rabfahrweae in den stark besiedelten Bezirken unb in den Städten. Der Generalinspektor für bas deutsche Straßenwesen hat eine Reichsgemeinschaft für Radwegebau und Rab- roanbern ins Leben gerufen, die bereits eine lebhafte Tätigkeit entfaltet hat. Ueberall in Deutsch- lanb entstehen jetzt viele Kilometer neuer Radwege unb sogar Verbindungswege zwischen einzelnen nahegelegenen Städten, besonders im bichtbesiebel- | ten Westen des Reiches. Sehr wichttg ist, baß die Rabwege ständig in Ordnung gehalten werden, was «besonders für das Winterhalbjahr gilt, da sonst die
I Benutzung nach Schneefällen usw. häufig unmöglich wird. Derzeit steht die Rheinprovinz mit 870 Kilometer Radwegen an ber Spitze aller deutschen 'Gaue. Dann folgen Brandenburg mit 550 Kilometer, Westfalen mit 410 Kilometer unb schließlich die Reichshauptstadt mit 390 Kilometer. In Den dünner besiedelten Provinzen gibt es auch am wenigsten Radfahrwege. Das trifft z. B. für Mecklenburg zu mit 73 Kilometer unb Oldenburg mit 143 Kilometer. Hier ist aber zu berücksichtigen, bah Brie sogenannten Landwege, trie von Dorf zu Dorf führen, in den meiste» Fällen für Fahrräder be- Nutzungsfähig sind.
Die Gesamtzahl der Radfahrer in Deutschland töirb zur Zeit auf über 20 Millionen beziffert. Man kann annehmen, daß sich diese Zahl im Laufe der Nächsten Monate noch wesentlich erhöhen wird.
Tageskalender für Dienstag.
Wehrwisienschaftlicher Vortrag der Ludwigs-Uni- merfität: 20 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Professor Dr. Klute über „Die «Entstehung des britischen Kolonialreiches, geopolitisch Ibetrachtet". — Kameradschaft im NSDStB.: „Ad- -miral Scheer", 20 Uhr im „Hindenburg", schlichte Feierstunde. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Mein 'Mann bars es nicht wissen".
Rotizen für den 29. Mal.
Sonnenaufgang: 5.12 Uhr, Sonnenuntergang: 121.33 Uhr. — Mondaufgang: 2.03 Uhr, Monduntergang: 13.19 Uhr. Letztes Viertel: 2.40 Uhr.
Von der Reichsfrauenführung und der Mtttel^ stelle Deutsche Tracht wurde mit der Reichsstelle für Kleidung eine Vereinbarung über die Punkti zahl für bäuerliche Tracht getroffen. Danach wer? den für eine vollständige Tracht mit Joppe 45 Punkte, für eine Winter- ober Festtracht ohne Joppe 40 Punkte, für eine Werktagstracht ohne Joppe 30 Punkte unb für ein einzelnes zusätzliches Trachtenhemd 15 Punkte berechnet. Die Anschaffung der Tracht ist im Vergleich zur Anschaffung eines modischen Gewandes von Vorteil, nicht nur wegen der Dauerhaftigkeit der Trachtenstoffe, sondern auch wegen ihrer keiner Jahresmode unterliegenden Schnittform. Sie ist überdies praktischer und für die ländliche Bevölkerung schöner und geeigneter#
Die NS.-Frauenschast ruft erneut die Mädchen im Alter von 18 bis 30 Jahren zum Eintritt in den Frauenhilfsdienst auf. „Nötiger denn je ist die Hilfe an allen Orten, an denen die pflegerischen Kräfte der Frau gebraucht werden. Die Frauen, die in diesen Berufen stehen, sind gerade jetzt übermäßig beansprucht und erwarten die Hilfe eines jungen Menschen, der sie kameradschaftlich in der Arbeit unterstützt", heißt es in dem Aufruf.
Zwei Jahre sind es her, daß von der Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink die Errichtung eines freiwilligen zweijäyrigen Frauenhilfsdienstes bekanntgegeben wurde. Dieser Hilfsdienst war bestimmt, dem damals schon bestehenden Mangel an Arbeitskräften in den sozialen Berufen abzuhelfen. Sein vornehmster Zweck ist die Entlastung der Schwestern und der anderen in sozialen Berufen tätigen Frauen-Volkspflegerinnen, Kindergärtnerinnen unb Jugendleiterinnen, ihnen Entlastung von Arbeiten und 23errid)tungen zu bringen, die auch von Laienkräften getan werden können. Die Arbeit dieser Berufsgruppen hat sich seit der Gründung des Frauenhilfsdienstes um ein Vielfaches vermehrt. Einmal hat die heutiae völkische Wohlfahrtspflege viel umfassendere Aufgaben zu erfüllen, als die Wohlfahrtspflege früherer Zeit. Zum andern hat der Krieg die Anforderungen, die an sie gestellt werdsn, ins Gewaltige anwachsen lassen.
Frauenhilfsdienst ist Ehrendienst! Die sich für ihn meldenden Frauen und Mädchen werden eingesetzt in Krankenhäusern, in der Krankenfürsorge, in Ge- sundheits- und Wohlfahrtsämtern, in der Gemeindepflege zur Unterstützung der Gemeindeschwestern, in den Kreisamtsleitungen der NSV., Hilfsstellen für Mutter und Kind, in Mütterfchulen und Müttererholungsheimen, in Kinderheimen und Kinder-


