Ausgabe 
27.12.1940
 
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.505 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)

Verdunkelungszeit

in her Woche vom 22. bis 28. Dezember: 17.10 Uhr bii 9.30 Uhr.

Aus der Stadt Gießen.

Dom Schenken.

Wenn mir nach alter vertrauter Sitte Weihnäch­te feiern, die Eltern ihren Kindern Baum und (Zcbentlsche richten, wie sie es jelbft als Kinder t)|n ihren Eltern empfangen hatten, so haben mir djs Gefühl, in einer Ueberlieferung zu leben, die ritte, viele Generationen zurückreicht. Aber' an Ms können mir die lebendige Entrnicklung der Hadition so deutlich erkennen, wie gerade an dieser Ote, die uns Deutschen am tiefsten ins Gemüt gewachsen ist, an unserer Weihnachtsfeier. Daß der Ljchterbaum, für uns heute der Inbegriff des aan- M Festes, erst etwa anderthalb Jahrhunderte alt üt rvlssen wir. Aber auch die Geschenke, deren Be- sligung und Vorbereitung mit aller sie umgeben­den Heimlichkeit oft die Wochen vor Weihnachten

erfüllt ^ind das Fest so recht zu einem Fest

beiiger Christ, Neu-Jahr, Grün-Donnerstag oder M es sonsten Namen haben mag, an Kleidung, Ct!de, Geschmeide oder anderen Sachen nichts ge- tften werden", und weil die Knechte und Mägde b-^eilen diese Geschenkezu Ungebühr mit einge- i irget und fast abgezwungen" hatten, so sollten ifrr, Frau, Knechte oder Mägde, so dergleichen Skrgünftigungen unter einander verüben mit der Reffte der vorgesetzten Straffe, als 5 Thaler, von dichten belegt, und dem Dienstbothen sein ordent- id?5 halbes Lohn neben dem Geschenke wegge- ronmen werden. Jedoch wofern ein oder ander !^e r pder Frau einem Dienstboten, so ihn oder ihr Ar anderen lang und treulich gedient, aus freyem Men ein leidliches zum H. Christ und zu Ver­fassung fernerer fleißigen Dienste verehren wollte, sthes bleibet ihnen ungewehret, die Neuen Jahr- Schenke und Jahrmärkte aber wollen wir dis- Mz gäntzlichen abaestellt wissen." Auch in Druck- shiften ward scharf gegen die Sitte der Neuiahrs- Drhnachts-Beschenkung geeifert, aber der Erfolg t!i.b aus, die ihrem Sinne nach schöne Sitte er- Ihitt sich trotz aller Polizeiverbote.

Geschenke sandte man meist einander zu, von Mr Bescherung in unserem Sinne war bis her- pn1 ins 16. Jahrhundert nicht die Rede, auch be­rankte sich die Sitte auf die Erwachsenen. Im 15. Jahrhundert wird zum krstenmal erwähnt, daß die Kinder Geschenke erhielten, noch ist die Sfre aber nicht an den Weihnachtstag gebunden.

d« Hauses, der Familie macht, können wohl auf eirc sehr alte Vergangenheit zurückblicken, haben aber ebenfalls im Laufe der Jahrhunderte so viel I Handlungen durchgemacht, daß eine Weihnachtsbe- schruna vor 200 oder 300 Jahren nur noch wenig mr unserem heutigen Brauch gemeinsam hat.

Die Sitte des Schenkens geht zurück auf den alt- ränischen Brauch, sich am Anfänge eines neuen faires zu beglückwünschen und ,",um der guten | Di Bedeutung willen" sich gegenseitig Backwerk und Füchte, Münzen und allerlei Schmuck zu verehren.

so mancher andere römische Brauch, so bürgerte I sich auch die Neujahrsbeschenkung in Deutscksiand \ ei Im Mittelalter finden wir ihn überall, Lehns- hew und Lehnsmann, Herr uni)' Diener beschenken

har und Lehnsmann, Herr unb' Diener beschenken sich gegenseitig. Jeder Beamte erhält seine Gabe, ult> selbst regierende Fürsten bekommen ihr Neu- jchsgeschenk, fordern es wohl gar auf feierlichem Ur,uge ein. In der Hauptsache wird Geld geschenkt, lieben gibt es auch Latwergen und Lebkuchen, Mider und Schuhe, Gürtel und Schnallen, Messer mb Sporen und dergleichen mehr. Da aber fast das [aeije Mittelaltes hindurch als Jahresanfang der sÜWihnachtstag galt, so wurden die Neujahrsgs- schnke allmählich zu Weihnachtsgeschenken.

fern Laufe der Zeit artete der Brauch freilich aus, tüs wurden die Gaben nach der Meiung der hohen I Oi'igfeit zu kostspielig, teils glaubte das Gesinde ein Recht auf diese Geschenke zu haben. Das gab zu allerhand Mihhelligkeiten Anlaß, und die Be- Hoden sahen sich veranlaßt, dagegen einzuschreiten.

; Ä bestimmte die.sächsischePolicey-Ordnung" vom i re 1661, es solle den Patenim Geringsten kein

Der Wechaalyisoemeb bei der Reichsbahn und der Reichspost in Gießen.

Die Weihnachtsfeiertage sind wieder einmal vor­über. Sie wurden in Stadt und Land als Kriegs­weihnachten begangen und hatten sich in ihrem äußeren Verlauf dem Ernst der Zeit angepaßt. Wie in jedem Jahre, so trat auch diesmal der Weih­nachtsbetrieb besonders bei der Reichsbahn und bei der Reichspost in Erscheinung, die als größte Vertriebsbetriebe des Großdeutschen Reiches gerade vor und während solcher Feste besondere Brenn­punkte sind.

Bei der Reichsbahn in Gieße» hat dies­mal der Personenverkehr allerdings nicht das Ausmaß des vorjährigen Weihnachtsreisever- kehrs erreicht. Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, daß die Ermahnung der Reichs­bahn, zu Weihnachten keine unnötigen Reisen zu unternehmen, in diesem Jahre weit stärker befolgt worden ist als der gleiche Appell vor dem vorjähri­gen Weihnachtsfeste. Diese disziplinierte Haltung, aus der das volle Verständnis für die anderweiti­gen wichtigen Kriegsaufgaben der Reichsbahn er­sichtlich ist, kam aber nicht nur im Fernreisever­kehr, sondern auch im Lokalverkehr zum Audsruck, denn letzterer war im Gegensatz zu dem regeren Betrieb vor den Feiertagen während der beiden Festtage verhältnismäßig still und in mäßigen Grenzen verlaufen. Trotzdem war es im Lokalver­kehr, wie auch im Fernverkehrsbetrieb erforderlich, die planmäßig gefahrenen Züge zu verstärken und zu einigen Fernzügen Nachzüge zu fahren, um allen Verkehrserfordernisfen in ausreichendem Maße Rechnung zu tragen. Hochbetrieb herrschte vor den Feiertagen und auch während der Festtage bei der Auskunft st elle des Bahnhofs Gießen, wo eine Unmenge Anfragen der verschiedensten Art, darun­ter auch fernmündliche, gestellt und beantwortet wurden.

Wenn auch der Reiseverkehr vom Bahnhof Gie­ßen aus nach der Zahl der Reisenden nicht an den Stand des Vorjahres herangekommen ist, so kann die Reichsbahn doch mit dem finanziellen Ergebnis des Weihnachtsreiseverkehrs vom Bahn­hof Gießen aus zufrieden fein, denn es wurden dies­mal in zahlreicheren Fällen als im vorigen Jahre Reifen über weitere Entfernungen gemacht, womit natürlich eine entsprechende Steigerung der Fahr- geldeinnahmen verbunden war.

Im Gepäckoerkehr brachte der Weihnachts­betrieb beim Bahnhof Gießen eine' erhebliche Stei­gerung gegenüber dem Vorjahre. Vor allem han­delte es sich um ein starkes Anwachsen des Klein­gepäcks, da sich die meisten Reisenden ihre Fahrt durch die Aufgabe dieser Gepäckstücke erleichtern und bequemer gestalten wollten. Dieser Entschluß der Reisenden hat den Verkehr in den Zügen selbst flüssiger gestalten helfen und anderseits dem Ge­päckverladebetrieb einen gegenüber dem gewöhn­lichen Alltag erheblichen Aufschwung gegeben. Im Gegensatz dazu ist der Expreßgukverkehr unmittelbar vor und während der Feiertage etwas hinter dem Ausmaß des vorjährigen Expreßgut­verkehrs zurückgeblieben. Der Expreßgutversand von Gießen aus hat zwar ungefähr den vorjährigen Stand erreicht, dagegen ist der Eingang von Ex­

preßgutsendungen beim Bahnhof Gießen geringer als im Vorjahre gewesen. Die Minderung ist vor allem dadurch herooraerusen worden, oaß die Reichsbahn im Interesse einer flüssigen Derkehrs- abwicklung eine Expreßgut-Annahmesperre für den Weihnachtsbetrieb erlassen hatte, von der nur einige wenige, besonders wichtige Versandgüter ausgenom­men waren.

Der gesamte Weihnachtsoerkehr bei der Reichs­bahn hat sich dank der umfassenden Vorbereitungen glatt abgewickelt und ist erfreulicherweise ohne Un­fälle verlaufen. Soweit Verspätungen eintraten, hielten sie sich in mäßigen Grenzen; sie betrafen Fernzüge, die Anschlüsse auf den Unterwegsstationen abwarten müssen. Damit der Personenreiseverkehr beschleunigt werden konnte, hat die Reichsbahn nach zahlreichen Richtungen hin über weite Entfernungen Schnellgüterzüge verkehren lassen, die nur Expreß­gut und beschleunigtes Eilgut beförderten.

*

Die Reichspost in Gießen hat nach einem kurzen Abflauen zwischen dem 15. und dem 20. De­zember unmittelbar vor den Feiertagen noch einmal starken Betrieb zu bewältigen gehabt. Vor allem war als besonders charakteristisch in Gießen eine sehr starke Verlagerung des Versands vom Pa­ket zum P ä ck ch e n zu bemerken. In diesem Ver- sandZweig hatte sich allein schon bis zum 19. De­zember eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahre ergeben, die nicht nur den Feldpostpäck- chenversand, sondern auch den allgemeinen Päckchen- vörsandbetrieb nach allen Gegenden des Reiches kennzeichnete. Bis unmittelbar vor Weihnachten wurden vor allem viele Eilpakete bei der Post befördert, da sich infolge der Expreßgutfperre der Reichsbahn eine Verlagerung des Verfandbetrie- bes auf die Reichspost einstellte.

Während des ersten Weihnachtsfeiertages war die Paketzustellung neben der üblichen Besor­gung der Postbestellgänge voll im Gange. Es kamen hierdurch viele Weihnachtspakete noch in den Besitz ihrer Empfänger. Während des gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertages und auch am frühen Morgen des heutigen Freitag war der Paketeingang beim Postamt Gießen noch außerordentlich stark, so daß sich manch verspätetesChristkindchen" im Laufe des heutigen Tages bei dem Empfänger noch mel­den wird. Daß die Briefträger und die Brief­trägerinnen am ersten Weihnachtsfeiertage eine Un­masse Weihnachtspost zu bestellen hatten, versteht sich von selbst. Die Ruhepause am gestrigen zwei­ten Feiertag haben sie sich redlich verdient. Auch bet der Reichspost hat der Betrieb trotz der starken Inanspruchnahme gut geklappt.

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Reichsbahner und Reichsposter, vor allem auch die zahlreichen Frauen und Mädchen, die als Hel­ferinnen in diesen Betrieben der Volksgemeinschaft dienen, haben sich durch ihre vorbildliche Arbeits­leistung vor und während der Weihnachtsfeiertage bei dem stark gestiegenen Verkehr in vortrefflicher Weife ihrer Aufgabe gewachsen gezeigt und sich dadurch berechtigten Anspruch auf dankbare Aner­kennung erworben. B.

Wie noch heute in einzelnen Gegenden, fand sie am Nikolaustage statt. Bald aber trat das Christkind das Erbe des heiligen Nikolaus an, die Kinder er­hielten die Gaben an feinem Geburtstage. Damit beganft die Entwicklung der Weihnachtsfeier zu einem Familienfeste, das jedes für sich im eigenen Schoße feierte, und das nun auch durch den Weih­nachtsbaum einen ideellen Mittelpunkt erhielt. Die Art und Weife der Befcbenkung blieb freilich vor­läufig noch die alte: die Gaben wurden in ein Bün­del gebracht, den sogenannten Christbürden, oder in Schüsseln gelegt, die ine Kinder anz_heiligen Abend vor die Türen oder an die Fenster gestellt hatten.

Der Pfarrer Thomas Vinita in Wolkenstein in Sachsen erzählt uns aus dem Jahre 1571, was solch ein Christbündlein alles enthielt:Die Kinderlein

finden in ihren Bündlein gemeiniglich fünfferley Dinge. Erstlich güldige, als Gelt, viel oder wenig, nachdem der Haus-Christ vermag und reich ist, doch lassen sich auch die armen Kinderlein an einem Pfennige oder Heller, in Aepfel gesteckt, genügen und sind guter Dinge darüber. Darnach finden sich auch genießliche Dinge, als Christstollen, Zucker-, Pfefferkuchen, und aus diesen allen mancherlei; Kon­fekt und Bilde. Daneben Aepfel, Birnen, Nuß und gar mancherlei) gattungen allerlei; bestes. Zum drit­ten finden sie ergetzliche und zu fremden gehörige Dinge als Puppen und mancherlei; Kinderwerk. Zum vierten finden sie nötige und zur bekleidung und zier des lebens dienstliche Dinge, Lar mancher­lei) und hübsche. Kleiderlein, von gutem gezev (3ßug) und seiden, goto und silber, und reinlicher

Zreitag, 27. Dezember

Arbeit gefertigt. Zum letzten finden sie auch, was zur lere, gehorsam, zücht und Disciplin gehöret, als Abctefflein, Bibeln und schöne Bücherlein, Schreib- und Federzeuge, Papier etc. und die angebundene Christtutte."

Die Spenden waren also schon damals nicht dürf­tig, und namentlich Geschenke fürstlicher Kinder fan­den in dem engen Raum einer Christbürde nicht mehr Platz. Aber auch in bürgerliches Kreisen wur­den die Gaben immer reicher und vielgestaltiger, hatte sich doch schon im 14. Jahrhundert die Spiel­warenindustrie in den allen reichen Städten des deutschen Südens entwickelt. Den Jungen schenkte man von jeher mit Vorliebe Schaukel-, Räder- und Steckenpferde, Waffen und Soldaten, den Mädchen Puppen und Puppenstuben, die oft wahre kleine Kunstwerke waren. Wie schon erwähnt, begann man, die Geschenke auf Tischen auszulegen. Damit schwand auch die letzte Erinnerung an den einstigen Umzug des heiligen Nikolaus und an die Christ­bürden, die Beschenkung wurde eine wirkliche Be­scherung. C. K.

Xfornotuen.

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 15.15 bis 17.30 UhrRotkäppchen"; 19 bis 21.45 UhrDer Tanz ins Glück". Gloria- Palast, Seltersweg:Unser Fräulein Doktor". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Herzensfreud" Herzensleid".

Ortszeit für den 27. Dezember.

Sonnenaufgang 9.37 Uhr, Sonnenuntergang 17.15 Uhr. Mondaufgang 7.37 Uhr, Monduntergang 16.23 Uhr.

Ortszeit für den 28. Dezember.

Sonnenaufgang 9.37 Uhr, Sonnenuntergang 17.16 Uhr. Mondaufgang 8.40 Uhr, Monduntergang 17.20 Uhr. Neumond; Mond in Südwende.

Die DeutM MelksirM

Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wet- terau, Gießen, Schanzenstraße 18, Fernsprecher 2141 teilt mit, daß 14tägig montags, von 10 bis 12 Uhr vormittags, Sprechstunden zur Erfinderberatung durchgeführt werden. Die Sprechstunden finden im ersten Vierteljahr des Jahres 1941 an folgenden Terminen statt: > 5998D

13. Jan., 27. Jan., 10. Febr., 24. Febr., 10. März, 24. März.

H5-<WoW M Stuft önttii Strafte

Achtung! kdF.-Sportkurse!

Die KurseSchwimmen, Hallenspiele": Männer und Frauen, Gymnastik: Frauen-undKin- der-Turnen fallen für den Monat - Dezember aus. 59500

Der Beginn der Kurse für das nächste Jahr wird noch bekanntgegeben.

Sporfaml KdF.

Die KdF.-Sportkurse: Schwimmen, Gymnastik, Spiele und Kindergymnastik fallen zwischen Weih­nachten und Jleujäfjr aus! 59960

Wiederbeginn der Schwimmkurse Freitag, 3.1. 41, 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr.

Heist Brände verhüten!

Ohne Tannenbaum mit seinen brennenden Ker­zen ist's kein richtiges deutsches Weihnachtsfest. So schön und stimmungsvoll er ist, ein Lichterbaum birgt Feuersgefahren in sich und macht daher Vor­sicht nötig. Er soll in einem kräftigen Fuß fest ein­gesetzt werden, Teppiche, Tücher und sonstige leicht brennbare Unterlagen gehören nicht unter den Baum, ebenso wie Gardinen und Portieren von ihm ferngehalten werden müssen. Papierschmuck und Sprühkörper sind zwar sehr hübsch, erhöhen aber die Feuersgefahr. Beim Anzünden der Ker­zen fange man von oben am Baume an, da sonst leicht die Kleidung in Gefahr gerät. Kinder sollte

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uis totembtlD des ünon t|t oas himel und zugleich dasjenige,- das kn Himmelswaaen immer am sied

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J prächtiges und leicht äufzufindendes Sternbild, toi der Orion ist halt noch viel schöner, reicher

«- Himmelswagen immer am sichersten findet.

darf immer nur die drei in einer geraden Au* stehenden, gleichweit von einander entfernten "iEelsteme auffuchen, die es nur einmal am ton Himmel gibt, dann hat man auch gleich ? 5d)ulterfterne, die Fußfteme, den hellglitzem- to «Sirius und den kleinen Hund.

. 3!wiß, aud; der große Himmelswagen ist mit foun vier Rädern und seinen drei Deichselsternen

O bezaubernder.

Oe drei Deichselsterne des Himmelswagens liegen ebenfalls auf einer Linie, aber auf einer '*h gebogenen, deichfelartigen. Die drei Gürtel-

Der Rigel im Orion.

von Wi'helm Schüssen.

ßr stand unter dem funkelnden Sternenhimmel sagte:Sehen Sie den Orion?" '.Den hellsten Stern dort?"

..'iein, der hellste Stern ist der Sirius. Aber von diesem sieht man tret Sterne in 'einer ftoen Linie in gleichem Abstand von' einander, jtotn man sich diese drei Sterne als einen Gürtel gilt sieht man rechts und links oben die Schultern ^3 riesigen Mannes und links und rechts unten Mn Füße. Den Kopf muß man sich halt hinzu- toten. Diesen Mann, den sich die Sternengelehrten to Jäger vorstellen, heißt man den Orion. Und to Sirius, der ihm folgt, ist sein Hund. Sein gro= M Hund. Er hat nämlich auch einen kleinen. Man toi nur den linken Schütterstem durch eine Linie Jjt dem Sirius verbinden und auf dieser Linie to Mittellot errichten, dann trifft man auf den Jifen Hund. Die Verbindungslinien des linken wlterfterns, des großen und kleinen Hundes aber ein gleichseitiges Dreieck.

Ilyjn kann ich aud) noch die Namen der Orion- Ito e nennen.

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Dsr linke Schütterstem ist die Beteigeuze, der stthe Bellatrix, der rechte Fußstern heißt Rigel 9'1! e, der linke Fußstem hat für den Nkchtfach- ptilBI keinen besonderen Namen. Der kleine Hund Prokyon.

Sternbild des Orion ist das schönste am jMmel und zugleich dasjenige,- das man neben

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fteme des Orion, die man auch Jakobftab nennt, liegen auf einer Geraden. Das ist entscheidend. Das muß man^feststellen. Dann findet man den Orion sicher. Im Altertum gab es einen gewaltigen Jäger namens Orion. Er war zugleich der größte und schönste Mensch. Als solcher hatte er sich auch einer verwegenen Liebschaft hingegeben. Er ist dann &ur Strafe dafür vom Göttervater auf ewige Zeiten in die Sterne versetzt worden, wo er nun allnächt­lich mit seinen Hunden über den Himmel schreiten muß.

lieber ihm zieht sich die Milchstraße hin, funkelt die Kapella, schimmert das Nesttein der Plejaden, zu gewissen Zeiten machen die Planeten Saturn, der kriegerische Mars und der Göttervater Jupiter sei- ber bei ihm ihre Aufwartung, und auch die strah­lende Venus rückt mit allen ihren Reizen in die Nähe des verliebten Jägers. Unterhalb der Gür- telfteme dämmert der Orionnebel, der dem gewalti­gen Jäger erst recht ein magisches Aussehen ver­leiht.

Die einzelnen Orionsteme sind riesige Sonnen. Der rechte Fußstem, der Nigel zum Beispiel, ist viel großer als unsere Sonne, auch großer als der Si­rius, wenn er auch nicht so stark leuchtet. Er.ist eben viel weiter von uns entfernt, hundertsechzig Lichtjahre, wenn ich mich nicht irre. Sein Licht braucht also hundertsechzig Jahre, bis es bei uns ist, das heißt, wenn er heute zum ersten Male auf­ginge, würden wir ihn erst in hundertsechzig Jah­ren erblicken.

Und nun stehe ich schon eine ganze Stunde auf der Neckarbrücke und rechne und rechne, wie lange ich wohl selber etwa brauchte, bis ich auf dem nächsten Fußweg zu diesem weißzwinkernden und blinkemden Rigel hinaujfäme. Und ich habe Foff- rechnend und zur Not so ungefähr herausgebracht, daß ich jn meinem ganzen Leben nicht einmal so weit marschiert bin, als das Licht in zwei Sekun­den macht, nämlich sechshunderttausend Kilometer, obwohl ich seit sechsundsechzig Jahren im Durch­schnitt täglich mindestens sechs bis acht Stunden meine Füße gebraucht habe. Ich müßte also rund breimiüiarbenmal so alt werden, um zu Fuß auf diesen Rigel hinaufzukommen.

Es weht einen ganz eisig aus diesen Fernen und Zahlen an.

Sogar em Flugzeug, das im Tag dttchmrdeH-

mal so weit kommt als ich mit meinen Beinen, müßte zehn Millionen Jahre lang Tag und Nacht ohne Unterbrechung fliegen, bis auf diesen Rigel zu kommen.

Was für eine Riesensonne, dieses Sternlein, das so unvorstellbar weit von uns weg und gleichwohl noch für uns sichtbar ist, also sein muß, kann man nur ahnen.

Es ist aber gut, daß es so weit von uns entfernt ist, beim wenn es uns so nah wie die Sonne wäre, würde es unsere Aehrenfelder und Wälder und alles andere im Nu entzünden und zu Staub ver­brennen und fein lebendiges Wesen übrig lassem

Der Mensch wird klein wie eine Ameise beim Bettachten eines solchen Sternleins.

Aber er wird zugleich auch wieder groß dabei, denn seine Gedanken, die er auf diesen Rigel hin­aufschickt, brauchen nicht einmal eine Sekunde und sind mithin noch viel schneller als das Licht und alles, was auch auf der Erde und am Himmel sich bewegt.

Da darf sich der Kopf also schon ein bißchen ein­bilden, wenn er bloß auf seinen eigenen Fuß hin- abfebaut.

Oder nicht?

Fünf Tage ohne Schlaf.

Professor Soderlund, Dozent der Pachologie an der Universität Stockholm, hat zehn Studenten und zehn Studentinnen, die alle völlig gesund und normal entwickelt sind, einer Prüfung unterworfen, wie lange sie ohne Schlaf auskommen könnten. Es sollte dabei festgestellt werden, wer von den 20 jungen Leuten ohne Hilfe von erregenden Ein­spritzungen oder anderen künstlichen Mitteln am längsten wachbleiben könnte. Die längste Zett er­reichte der Medizinstudent Karl Svensson, der über fünf Tage, genau 121 Stunden und 41 Sekunden, wachbleiben konnte, dann aber buchstäblich wie ein Ballon, der das Gas verliert, zufammenklappte und in einen tiefen Schlaf verfiel, der. 26 Stunden ohne Unterbrechung dauerte. Als die zweite bei dem Ver­such wurde eine zwanzigjährige Studentin aner­kannt, Inga Lindsttöm, die ihre blauen Augen kaum drei Stunden früher schloß als ihr Kamerad Svenjjou.

Menzels Weihnachten.

Der berühmte Maler Adolf Menzel, der uns vor kurzem aus Anlaß feines Gedenktages wieder nahegerückt worden ist, hegte eine besondere Liebe zum Weihnachtsfest. Der scheinbar so mürrische Junggeselle hatte, wie seine Briefe erkennen lassen, einen starken Familiensinn, und immer wieder sinnt er herzlich und liebevoll auf Aufmerksamkeiten für, feine Geschwister. Besonders aber war er mit Leib und Seele bei den farbenbunten Festen, die die Künstler in Berlin zu seiner Zeit zu Weihnachten feierten. Da wurden große Kostumbälle veranstaltet, bei denen geschichtliche und exotische Phantasien auf­lebten; noch mehr bürgerten sich die Ausstellungen der großen Weihnachtstransparente ein, die all­jährlich zum Fest von Berliner Künstlern bemalt wurden und dann zu Gunsten des Unterstützungs- Vereins für Künstler zu sehen waren. Diese Aus­stellung in der Akademie gestattete sich durch den begleitenden Gesang des unsichtbar aufgestellten Domchors sehr feierlich. Menzel nahm an dieser werktätigen Weihnachtsfeier den stärksten Anteil. Eine Woche habe ich in der Zeit vor dem Feste genossen, wie ich wohl noch nichts erlebt habe," er­zählt er zum Beispiel in einem Briefe von Weih­nachten 1845,nämlich unter den 6 großen Trans­parent-Bildern, welche unser Verein dieses Jahr wieder zu einer Weihnachtsausstellung malte, war ein Rubens, und zu dem wurde einstimmig ich kommandiert. Daß ich hiegegen keinen Protest ein­legte, können Sie denken, und. nun das Schmieren!.' Die Figuren des Vordergrundes 7 Fuß. Da die Vorstellungen nur des Abends stattfanden, so haben wir sie schon der Farben wegen auch nur in den Abenden gemalt, in der Akademie in den beiden unteren Sälen, und alle zusammen, das war eine luftige Wirtschaft. Manchen Abend 20 Mann."

Waren es diesmal noch Kopien nach alten Mei­stern, wie nach Raffael, Correggio und anderen, so traten in späteren Jahren, nicht zum wenigsten auf Betreiben Menzels, der sich hier mit Farbe und Vinsel rechtausarbeiten" konnte, selbständige Schöpfungen an die Stelle. Der Meister lieferte zum Beispiel zu diesem Zwecke Riesenbitoer mit den Themen:Adam und Eva mit ihren Kindern", ..Christus als Knabe im Tempel" und(Thriftus, der dis Händler aus dem Tempel zagt"» G» C