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Nr.72 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Aus -er Giadt Gießen.
Wenn die Schwalben wiederkehren ...
Wenn hier in unserer Heimat noch kühle Frühlingsstürme wehen und Bäume und Sträucher kahl jind, leben unsere Schwalben noch im sonnigen Süden, fliegen über blühende Apfelsinenbäume und Iasmingesträuche und fangen sich Fliegen und Mücken zwischen den goldenen Blütentraüben der Akazien und Mimosen.
Aber bald hält es sie nicht länger'in diesen Gc- stlden, ihre Reise nach der nordischen Heimat be- zinnt. Zuerst treffen die Rauchschwalben ein, die inch Dorfschwalben genannt werden. Dann folgen !>ie Mehl- oder Stadtschwalben. „Witt-widewitt!" tönt es nun wieder lustig zwitschernd aus den Lüften, wo die Schwalben in schnellem und ausdauerndem Fluge mit geschickten Wendungen ihrer Beute nachjagen.
Für uns ist die Schwalbe die Frühlingskünderin, M-e mit Freuden begrüßt wird. Früher wurde in Hessen die Ankunft der ersten Schwalbe vom Turm» Wächter angezeigt und von der Ortsbehörde öffentlich bekanntgemacht, während ihr in Westfalen am läge ihrer Wiederkunft der Hausvater mit der ganzen Familie bis an das Ho,stör entgegenging und ihr feierlich die Scheune öffnete. Waren doch nach der Volksmeinung Scheune und Haus, an denen die Schwalbe nistete, vor Feuer und Blitz sicher.
„Ihr gabt zur Herberg euer Dach und schütztet uns vor Ungemach,
' drum sei euch Glück und Frieden beschieden!" (Hoffmann v. Fallersleben.)
Tötet man aber die Schwalben oder zerstört ihre bester, so flieht das Glück aus dem Hause und das Unglück kehrt ein: es bricht Feuer aus ober die Kühe geben rote Milch ober gar keine, und gehen «ach dem Aberglauben bald ein. Sieht man im Frühling zuerst eine sitzende Schwalbe, jo hat man Unglück zu erwarten, während eine fliegende Glück »eryeißt. Wenn man aber beim Erblicken der ersten schwalbe einen Stein aufhebt, ohne den glückbrin- zenden Bogel dabei aus den Augen zu lassen, so . rlangt man großen Reichtum!
Aber nicht nur als Glückbringer, sondern auch ls zuverlässiger Wetterprophet gilt dieser Bogel: : a die fliegenden Insekten beim Herannahen von Uegen tiefere Luftschichten aufsuchen, folgt auch die Schwalbe ihrer Beute nach. Tieffliegende Schwallen werden daher mit Recht als Künder regne» itischen Wetters angesehen.
In Dichtung und Tonkunst hat dieser kleine Bogel Eingang gefunden. Wer kennt nicht den anmutigen Walzer „Dorfschwalben", den Joh. Strauß geschrie- d>en und den die Schwestern Wiesenthal so, hin- [ i-eißend tanzten. E. L. St.
Tageskalender für Mittwoch.
Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Der Freischütz"; die Rolle des Max singt Heinrich Durst. — Moria-Palast, Seltersweg: „Ihr Privatsekretär". — s Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Leidenschaft".
Gießener Woche
für Kunst und Literatur 1940.
Unter der Schirmherrschaft des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen findet vom 31. März bis
April die „Gießener Woche für Kunst und Lite- twtur 1940" statt, die unter dem Geleitwort steht 'Von ewiger deutscher Kunst". Das Stadttheater, der Boethe-Bund, der Konzertverein und der Oberhef- 1 sche Kunstverein haben einen bedeutsamen Ver- Mstaltungsplan aufgestellt. Der Bann 116 der HI. □irb mit einer Morgenfeier die Kunstwoche de- chließen.
** Die „Kleine Luftschutz-Haus- kpotheke". Die Selbstschutzgeräte sind um ein wertvolles Ausrüstungsstück, die „Kleine Luftschutz- Hausapotheke" bereichert worden. Das neue Heft iler „Sirene" zeigt in einem Bildbericht alles, was n eine solche Hausapotheke, die in keiner Luftschutz- ^meinschaft fehlen darf, gehört. Ein weiterer inter- ifsanter Artikel behandelt die Hilfe an Brandoer- l tzten. „Wir wissen Rat!" heißt ein kleiner prak- i scher Luftschutzkursus in Frage und Antwort.
Jahrgang 1930 zum
RSG. Rund 21000 Pimpfe und 18 000 Jungmädel sind es, die im Gebiet und Obergau 13 Hessen-Nassau bei der diesjährigen Aufnahmeaktion erfaßt werden. Fast ausschließlich sind diese Meldungen freiwillig ringe» gangen, und nur wenn keine Meldung der durch die Schulen listenmäßig Erfaßten erfolgte, wurden die Eltern auf die Notwendigkeit aufmerksan) gemacht.
Der Monat März gilt nun dem Jahrgang 1930 als Vorbereitungszeit auf die offizielle Aufnahme am Geburtstag des Führers. So kamen in diesen Wochen die zehnjährigen Jungen und Mädel zu ihren ersten Heimnachmittagen. Die Einheiten des Deutschen Jungvolkes und des Jungmädelbundes haben dieses Erleben schon lange sorgfältig vorbereitet: die Heime standen bereit, Führer und Führerinnen waren — zu einem großen Teil in Sonderausbildungen — durchgeschult worden; an früh-
erstenmal angelrelen!
lichen Nachmittagen nahmen die älteren Kameraden und Kameradinnen unter Singen und Stegreifspiel den Jahrgang 1930 in ihre Mitte.
Schon in Friedenszeit ist es keine leichte Arbeit geroejen, alljährlich die großen Massen der neuhin- zukommenden Jugendlichen organisatorisch zu erfassen und führungsmäßig einzugliedern. Aber durch einen verstärkten Einsatz der durch Heeresdienst und Kriegsbeanspruchungen erheblich reduzierten Führerschaft, durch den Diensteifer des Führer- und Führerinnen-Nachwuchses war es der hefsen-nasfau- ischen Hitler-Jugend auch in diesem Jahre möglich, aller sich bietenden Schwierigkeiten Herr zu werben. Wissen boch unsere Jungen und Mädel — so jung sie noch sein mögen —, daß sich in ihrer Einsatzwilligkeit die Haltung unseres ganzey Volkes spiegelt: seine Liebe zum Führer und der Wille, tätig und tapfer immer neue Aufgaben anzugreifen!
Die Front kämpst und siegt, die Heimat arbeitet und opfert!
Die freiwillige Metallspende, die das sinnvolle Geburtstagsgeschenk des deutschen Volkes für den Führer am 20. April dieses Jahres werden soll, gehört zu der im Kriege besonders wichtigen Vorsorge. Trotz umfassender Vorratswirtschaft mit Metallen müssen wir im Kriege darauf bedacht fein, alle Möglichkeiten, die nationale Reserve an Metallen zu stärken, ausschöpfen, um damit auch den allerhöch-
Ab — zur Metallspende!
(Zeichnung von Bob Hindersin. — Scherl-M.)
ften Anforderungen gewachsen zu sein. Diese Metallreserve kann gar nicht groß genug fein! Die Metallspende ist daher eine unmittelbare Antwort, die das deutsche Volk auf die heimtückischen Angriffe unserer Feinde erteilt, die uns mit ihren Blockade- versuchen glauben beeindrucken zu können. Solchen Versuchen setzen (roir die geeinte Kraft des Volkes gegenüber und führen der Reichsverteidigung alles Entbehrliche an Metallen zu: Die Front kämpft und siegt, die Heimat arbeitet und opfert!
Wie viele Metalle liegen in Millionen Haushalten und Betrieben ohne praktische Zweckbestimmung nutzlos herum. Da gibt es .Dosen und Schalen, Vasen und Kannen, Tabletts und Untersätze, Küchen- und Kamingeräte, Becher und Krüge, Teller und Schüsseln, Figuren und Plaketten, Ständer, Halter und Leisten und viele andere Dinge mehr, die irgendwo vielleicht verstauben und keinerlei Nutzen mehr stiften. Wie können sie aber durch die Hand des Arbeiters zu kriegswichtigem Zweck für das gesamte Volk nutzbar gemacht werden!
Es sollen jedoch nur Gegenstände, die entbehrlich sind, den Sammelstellen abgegeben werden. Gegenstände des täglichen Bedarfs, die ersetzt werben müßten, werben nicht erfaßt, ebenso auch nicht wertvolle Kunstgegenstände, bereu Metallwert in keinem Verhältnis zum Kunstwerk steht. Jeber bestimmt babei selbst, was für ihn entbehrlich ist — er denkt aber auch baran, baß bie Metallspende eine Aktion ist, die als freiwilliges Opfer gewertet sein will.
Beherzige jeder nochmals die Worte, die Generalfeldmarschall Göring bei seinem Aufruf zur Metgll- jpende an das deutsche Volk richtete: „Wir wollen
dem Führer durch die Tat danken für alles, was er Volk und Reich gegeben hat. Die Spende ist die schönste Geburtstagsgabe für den Führer. Gebe jeder Volksgenosse hierzu freudig seinen Beitrag. Er hilft damit dem Führer in feinem Kampf um Deutschlands Freiheit."
Die Schule hilft.
Belehrung der Kinder für die Metallspende.
Es hat sich herausgestellt, daß in vielen Familien, in denen der Wunsch besteht, den Aufruf des Gene- ralfeldmarschalls Göring zur Ablieferung entbehrlicher Metalle Folge zu leisten, niemand die genaueren Kenntnis^ besitzt, die zur Ablieferung auf- gerufener Metalle von anderen zu unterscheiden. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wünscht, daß bie Schule hier durch eine sofortige Belehrung der Kinder helfend ein» greift und -so ihren Teil dazu beiträgt, die dem Führer zum Geburtstag zugedachte Gabe in ihrem Werk zu erhöhen.
Oie Metallsammlung in Gießen.
In der Marktstraße (am Haus Nr. 18) machen Fahnen und ein weithin sichtbares Schild auf die Metallsammlung aufmerksam, die jetzt in diesen Tagen durchgeführt wird. Diese Sammelstelle ist das Ziel vieler Volksgenossen, die zu Hause in Kisten und Kasten, auf dem Boden und in den Kellern Nachschau hielten nach Metallen, die jetzt einem besseren Zweck zugeführt werben können, als sie ihn bisher erfüllten.
Schon mit der ersten Stunde der Eröffnung dieser Sammelstelle setzte ein lebhafter Zustrom ein, der während des ganzen Tages anhielt. Es ist kaum
Ab — zur Mekallspendel
(Zeichnung von Bob Hindersin. — Scherl-M.)
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17. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten!)
daß sie Puppen
Arbeiten?
Er hat es gar
auch ein wenig umständlich ist, so ist es doch ein guter Brauch, und es hat auch feine tieferen Gründe, wenn wir Aerzte nicht nach der Ladengepflogenheit handeln: Zug um Zug, hier Ware, hier Geld, sondern uns für unsere Rechnungen Zeit lassen und wenigstens so tun, als ob wir uns eigentlich schämten, uns für Leistungen entlohnen zu lassen, bie eigentlich Pflicht jedes anständigen Menschen wäre, nämlich zu helfen, wo man helfen kann ..
Er war noch lange nicht fertig und holte von neuem Luft, um nach dieser sozusagen grundsätzlichen Einleitung erst richtig loszulegen: „Und daß gerade Sie--
Aber er hielt betroffen inne, feine Hände zuckten ratlos, und aus dem kleinen Hohlspiegel in seiner Rechten schwirrte ein Lichtstrahl aufblitzend wie eine aus der Hand geschleuderte Klinge. „Nun heulen Sie auch noch!" knurrte er, als wäre das eigentlich das Schlimmste, was sie ihm antat.
„Mein Gott — ich war doch so stolz > und so froh!" raunte sie erstickt und suchte nach einem Taschentuch.
Der Doktor riß eine Serviette aus dem Wäschefach des Jnstrumentenschranks. „Da! Nehmen Sie bas!" brummte er unversöhnt. „Und wenn Sie noch ein einziges Mal dieses Thema auch nur mit einer Silbe erwähnen — bei Gott, wenn ich Ihnen ansehen sollte, daß Sie daran auch nur denken — bann schwöre ich Ihnen, daß Sie am nächsten Tag eine Postanweisung mit dem Betrag erhalten, den ich Ihnen für den famosen Kasimir schuldig bin!"
Aber das war doch ganz was anderes!
'^Nichts anderes!" erwiderte er zornig und griff nach dem Bohrer wie nach einer Waffe. „Und ich wäre auch so leichtsinnig", fügte er grollend hinzu, „es mit einem Zahnarzt zu verderben! Er füllte das Wasserglas frisch auf und begann, den Mechanismus des Stuhls zu bedienen. „Sie haben mich geradezu aufgeregt!" murmelte er und atmete heftig; aber er sah doch nicht mehr ganz so grimmig
Sie putzte sich die Nase und fuhr sich über die Augen, dann legte sie den Kopf zuruck, und der Doktor näherte sich ihr mit dem summenden Boh- rCgä: arbeitete aufmerksam und schnell. ,Mr müs-
„Ueberhaupt keine! Ich kenne keinen Menschen iirüben ..."
ißolöent Wolfe übcrKcnate
Roman üonWBiernatli.
,Und diesen Engländer —?"
.Auch nicht. Es ist einfach wie ein Märchen!" ,Und woher hat er denn gewußt,
Der Doktor beugte sich über seine Instrumente. ,Das ist allerdings ein ^merkwürdiges Spiel des Zufalls!" murmelte er und sah starr auf die blitzen- ten, pedantisch aufgereihten Einsatzbohrer herab .Jedenfalls gratuliere ich Ihnen herzlich ... Und luffentlich verläßt das Glück Sie nicht — unberu» f n!" Er klopfte mit dem Knöchel dreimal unter de hölzernen Armstützen des Operationsstuhls.
„Ich bin so froh!" sagte' sie leise und schloß eine Sekunde die Augen. „Und am meisten fast darüber, daß ich heute ohne heimliche Selbstvorwürfe zu £hnen kommen konnte ... Ich Hobe doch ,l™mer lern etwas schlechtes Gewissen gehabt, und ich be- (reife es heute noch nicht, wie ich damals den Rut fanb, fo einfach zu Ihnen herauszukommen und--" Sie brach unvermittelt ab und sah Den
Doktor ängstlich an.
Er war rot geworden, erschreckend rot, wie ganz cüter Burgunder, und in seinen Augen flimmerte en gefährlicher stählerner Glanz. „Ich verstehe. ;d) verstehe!" stieß er fast drohend hervor. „Aber Sie befinden sich in einem Irrtum, mein verehrte gnädiges Fräulein! Ich bin Arzt! Verstehen Sie! Arzt und nicht Zahnkaufmannl Und wenn?
„Das ist ja eben das Märchen!
richt gewußt. Er hat sich aus dem Adreßbuch ein .{□ar Ateliers herausgezogen und ist auf gut Glück bsgegogen, um ein paar Bilder oder Kleinplastiken — Kunstgegenstände bis zu einem Kilo wie er sich Msdrückte — für sich und als Geschenke für feine freunde nach England mitzunehmen. Ich wollte i>m meine Arbeiten zunächst überhaupt nicht zeigen — und dann--" Sie schloß mit einer fast Der»
Sigten Handbewegung, als hätte sie Grund, den
-jSteib der Götter zu fürchten.
fen versuchen, die Geschichte in einem Zuge fertigzumachen. Es wird etwa zehn Minuten dauern. Bktte, versuchen Sie, den Mund geöffnet zu behalten, wenn ich die Watteeinlagen auswechsele! Sie können auch ruhig mal schlucken — nur passen Sie auf, daß Sie mit der Zunge nicht an die Zähne kommen!"
Sie nickte.
Der Doktor warf einen raschen Blick auf die Uhr. Es war acht Minuten vor halb drei ... Und als das Werk zum Stundenfchl'age ausholte, fielen der Glockenton und fein „Fertig!" zusammen. Er machte babei ein Gesicht, als beglückwünsche er sich selber zu einer sehr anständigen Leistung. „Vielleicht können Sie es noch eine Minute aushalten", sagte er, „damit die Füllung besser erhärtet." Er reichte ihr einen Taschenspiegel. „Sie werden schon jetzt fast nichts mehr sehen. Wenn Sie in den nächsten Tagen einmal vorbeikommen, dann schleifen wir bie letzten kleinen Unebenheiten noch ab, unb bann ist bie Geschichte enbgültig in Drbnuna." Er warf noch einen prüfenben Blick auf seine Arbeit: „So, banke! Jetzt finb Sie erlöst!"
Er legte bie benutzten Instrumente ins Lysolbab, säuberte bie Palette von ben winzigen Resten ber übriggebliebenen Porzellanmasse unb ging burchs Zimmer, um sich bie Hänbe zu waschen.
Renate Naumann hatte ben Operationsstuhl verlassen unb war zu bem kleinen Tisch hingetreten, auf bem bes Doktors Kartothek ftanb unb wo sie ihr Hanbtäschchen hingelegt hatte.
Der Doktor wanbte sich rücksichtsvoll ab, unb er fühlte sich auch zum Teil schulbig, bie Ursache für bie Tränenspuren unb bie gerötete Nasenspitze zu sein, bie jetzt nzit ber Puberquaste betupft würben.
Er brehte sich vorsichtig um, als er bas Schnappgeräusch bes Hanbtaschenschlosses vernahm. „Ich glaube — hm — ich bin vorhin etwas grob zu Ihnen gewesen, Fräulein Naumann?" sagte er, ohne baß es allerbings sonberlich reuevoll klang.
„Ziemlich ..gab sie mit einem schüchternen Lächeln zu, bas ihn zu ber Annahme ermutigte, sie zwar ernstlich, aber nicht töblich getroffen zu haben.
„Jebenfalls ist bie Angelegenheit zwischen uns jetzt restlos geklärt ..."
Sie sah ihn etwas überrascht an, als fänbe sie diese Form, sich zu entschulbigen, einigermaßen merkwürdig.
Mittwoch, 27. Marz WO
aufzuzählen, was alles angebracht wurde. Hier opfert jemand Kupfermünzen unb Erinnerungs-, medaillen von erheblichem Gewicht, hier bringt eine Hausfrau eine schwere Messinglampe, bie von ber Zeit überholt warben war, Kinder bringen Messingstangen angeschleppt unb nehmen stolz den Zettel in Empfang, auf dem die Spende vermerkt worden
Auch die Zähne leben durch Arbeit. Gründliches Kauen ist deshalb ebenso wichtig wie die tägliche Zahnpflege.
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ist. Dann wieder werden sorgfältig zusammengetra- gone Stanniolkappen auf die Waage geschüttet, unb ihnen folgen gar etliche Stücke schweren Zinn- geschirrs, von dem sich die Spenderin sicherlich nicht leicht getrennt hat. Jegliche Spende wird genau gewogen, ausgeschrieben unb eines Tages wird ber Spenber die Urkunde erhalten, bie ihm bie Spende in würdiger Form bescheinigt.
In ber Gießener Altmetall-Sammelstelle haben sich schon beachtliche Mengen ber verschiebenen gesuchten Metalle aufgehäuft. In Kisten werben sie zunächst grob sortiert auseinanbergehalten, um bann später noch einmal einer genaueren Sichtung unterworfen zu werben. In größter Menge ist bisher Messing angeliefert worben.
„Schaffende sammeln und geben".
Die Porzellan-Schmetterlinge ber letzten Reichs, siraßensammlung. — (NSV. ScherlkBilberbienst-M.)
NSG. Am 30. und 31. März führt die Deutsch- Arbeitsfront die 6. und letzte Reichsstraßensammlung im Rahmen des Kriegs-Winterhilfswerkes durch. „Schaffende sammeln, Schaffende geben" ist auch diesmal wieder bas Losungswort, bas Millionen Deutsche bewegt. Der beutsche schaffenbe Mensch wird auch bei biefer letzten Reichsstraßensammlung bes Kriegs-Winterhilfswerkes feine Pflicht tun unb seinen Teil bazu beitragen, Deutschlanbs Wiberstanbs- traft zu stärken.
Am Samstag unb Sonntag wirb fein Schaffenbev in Deutschlanb fein, ber nicht bie schönen, bunten Porzellan-Schmetterlinge, bie biesmal bie Abzeichen! bes Kriegs-Winterhilfswerkes finb, tragen werben.
Veranstaltungen mannigfaltiger Art werben in allen Stäbten unseres Gaugebietes burchgeführt, unb alle Werkscharen, Volkstumsgruppen, Sing- unb Spielgemeinschaften innerhalb ber Deutschen Arbeitsfront in ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" stellen sich in ben Dienst ber guten Sache.
„Manchmal sinb eben Gewitter nötig, um bie Luft zu reinigen", fuhr er ungerührt fort. „Na, unb es freut mich, baß Sie nun eingesehen haben^ wie verletzenb Ihr Verhalten für mich gewesen ist!" Es warf bas Hanbtuch über bie Rückenlehne eines Stuhles.
Renate Naumann griff mit ber Hanb hinter sich nach ber Tischkante; es war nicht nur so eine lieber» raschungsgeste, fonbern sie brauchte ganz ernstlich etwas, um sich zu stützen. „Man barf nichts übertreiben, Herr Doktor", sagte sie in einem Tonfall« als beschäme sie sein Zartgefühl, „auch nicht bie Höflichkeit ... Sie waren gröber zu mir, als ich Ihnen jemals zugetraut hätte — aber jetzt finb Sie wirklich zu zerknirscht!" Es schwang eine ernstliche Sorge in ihrer <5timme<mit, als fürchte sie, er könne vor lauter Entschulbigungen sich noch bas Rückgrat brechen.
Der Doktor beugte sich leicht vor. „Das hört sich fast ironisch an", bemerkte er mißtrauischen Gesichts« „So sehr zerknirscht bin ich nämlich gar nicht. Ich habe mich in biefem Fall eigentlich an Goethe gehalten ... Sie kennen ben Vers wahrscheinliche ,Blüte ebelften Gemütes ist bie Rücksicht, bvch zu, zeiten sinb erfrischenb wie Gewitter golbne Rücksichts« lefigfeiten .. /"
„Storm, Herr Doktor! Das war Storm! Bet Goethe heißt bie Stelle etwas anbers: ,Geh beit Weibern zart entgegen .. /"
„Echt Goethe!" brummte ber Doktor störrisch. Jchl habe sonst nichts gegen ihn — aber in biefem bei fonberen Falle habe ich eben Storm vorgezogei^ auch Ihnen gegenüber." llnb fast unhörbar setzte ei hinzu: „Gerabe Ihnen gegenüber ..."
Eine kleine Pause entstaub. Der Doktor strich sich mit einer nervösen Bewegung ben Mantel glatt. Eü sah gespannt aus, als folge er bem Fluge eines? Pfeils.
„Ich habe Ihnen bie ,golbnen RücksichtslosigkeiteiO ja auch nicht weiter übelgenommen!"
Der Doktor atmete tief auf. „Gott sei Dank!", rief er wie erlöst. „Ich begann schon, an Ihnen zu zweifeln. Aber nein, man kann zu Ihnen sprechen wie zu einem — beinahe hätte ich .Mann' gesagt .. - Na, jebenfalls kann man zu Ihnen so sprechen, miet man zu ben meisten Frauen nicht sprechen kann!"
(Fortsetzung folgt.)


