Einzelbild herunterladen

Die politische Karikatur des Tages.

einmal sagen: D e u t s ch l a n

W i r waren wieder über

das 61

Gin

Der englische Feuerwehrmann:Wo brennt's denn noch nicht?"

(Zeichnung: Bob Hindersin. Scherl-M.)

Abschied vom Zivil

Von Peter Bamm

Einundneunzig Jahre war der Feldmarschall Hel- muth von Moltke alt geworden und hatte am letzten Tage seines Lebens am Vormittag einer Sitzung des Preußischen Herrenhauses beigewohnt, war dann gegen drei Uhr nach Hause gegangen und hatte zwischen Mittag- und Abendbrot allerlei Ge­schäftliches abgemacht und sich dabei im stillen auf

, , and." Das waren sie, nur daß sie nicht wußten, wo! Als sie einmal den Versuch machten, sich zu orientieren, und durch die Wand der Wol­ken stießen, besiegelte die Flak ihr Schicksal.

Fritz Dettmann.

f a me Verdächtigungen beschmutzt werden zu können. Da aber die englische Propaganda nach dem im Weltkrieg bewährten RezeptSemper aliquid haeret (Irgendetwas bleibt immer hängen) zu handeln pflegt, wird von zuständiger Seite ein­deutig festgestellt, daß an jenem Tage kein deut­scher Flieger den in Frage kommen­den Luftraum beflogen hat, daß ferner selbstverständlich die deutsche Luftwaffe derart nied. rige und feige Kampfmethoden ablehnt und daß es endlich nicht Deutschland, sondern England ist, das an einer Ausweitung des Krieges Interesse hat. Es wird also wie in dem ,Athenia"-Fall so auch diesmal das vergiftete Ge- choß den hinterlistigen Schützen selbst treffen.

Sabotageakte im rumänischen Oelgebiet.

Bukarest, 26. März. (Europapreß.) Nachdem )ie Brände und Sabotageakte im rumäni- chen Petroleumgebiet infolge der scharfen Maßnahmen der Regierung eine Zeitlang vollständig aufgehört hatten, setzte mit dem Ostersamstag eine neue Serie von Explosionen ein, die in ihrer Häu- ung keine Zufallserscheinung sein können. Am Samstagmittag war ein Motorkessel der Sonde 4 des Creditul Minier explodiert, wobei ein Arbeiter getötet und zwei Personen schwer verletzt wurden. Dann folgte am Sonntag eine Explosion auf der Sonde 298 der Steaua Romana, die vollständig ab» brannte. Schließlich geriet am Montagvormittag die Sonde 11 in Morei bei Ploesti in Brand. Der Brand konnte zwar nach einigen Stunden müh- eliger Löschungsarbeiten lokalisiert werden. Immer­hin wurde ein Sachschaden von über eine Million Lei angerichtet.

Des Feldmarschalls letzter Gang.

Von Hjalmar Kuhlob.

Vor England gesunken.

Amsterdam, 26. März. (DNB) Wie der Flöt- tenkorrespondent desDaily Telegraph" feststellt, ist mit dem Verlust des TrawlersLoch Assater" >i6 Gesamtverlustziffer auf 18 ange- ti e gen. Mit Ausnahme von dreien hätten alle diese 18 seit Kriegsausbruch im Dienst der Admiralität gestanden. Neun dieser Schiffe eien auf Minen gelaufen, fünf würden vermißt, drei seien durch Bomben oder Torpedos versenkt worden während ein Trawler nach einem Zusam- nenstoß mit einem französischen Dampfer gesunken

Der holländische FischdampferProti-

Das Werk weniger Sekunden

Oie Flak besiegelte ihr Schicksal.

Ich vermute, daß im WBK. ein großer Philosoph sitzt, der die Bedürfnisse der menschlichen Seele auss genaueste kennt. Vielleicht ist es der Gefreite Kon­fuzius, vielleicht Unteroffizier Schopenhauer, viel­leicht Feldwebel Nietzsche. Doch wer auch immer dafür verantwortlich sei, wie weise ist das gemacht!

Für den, der einen Gestellungsbefehl bekommt, heißt es, eine Existenz vollständig aufzugeben, um eine andere, vollständig neue Existenz zu beginnen. Wurden einem dafür vierzehn Tage Zeit gelassen, man würde mit Aufräumen, Ordnen, Disponieren niemals fertig werden. So hingegen hat man vier­undzwanzig Stunden Zett. Es ist keine Rede davon in dieser Zeit auch nur einen kleinen Teil dessen zu erledigen, was erledigt werden müßte. So tut man am besten gar nichts und hat auf einmal vier­undzwanzig Stunden Zeit.

So schlief denn der Chronist gelassen wieder ein mit dem angenehmen Gefühl, endlich einmal das moralische Recht zu haben, den Morgen zu ver- schlummern. Als er zum zweitenmal erwachte, er» pacote er schon als alter SoDat, der nur noch taktische Lagen kennt. 7

Feuern wir denn den Kohlenvorrat in den Bade­ofen hinein. Einmal sei die Wanne voll! Lassen wir die Seife schäumen! Es spiett keine Rolle mehr ger mit bem letzten Viertelpfund Kaffee! Eine Toste Mokka double turque sei davon bereitet. Die Wochen­butter auf die Frühstücksbrötchen! Soldaten von morgen müssen heute essen.

Nehmen wir den schönsten Seidenschlips. Für Jahre sollte er noch halten. Ehe ihn die Motten fres­sen sei umschlungen edler Binder!

Es klingelt! Wie von einer Zauberfee bestellt er­scheint der Herr Vollstreckungsbeamte. Der rück­ständige Säumniszuschlag für verspätete Abgabe der Umsatziteuererklärung! Aufgeräumt und fröh- lich halt man ihm die gelbbraune Karte unter die Nase. Die Soldaten von morgen sind heute nickt mehr vollstreckbar. Was bleibt dem Guten anderes übrig, als dem wackeren Krieger die Hand zu drucken und ihm Glück zu wünschen? 0

Nehmen wir den Hut vom Haken und gehen mir in die Stadt! Guter, alter Hut! Christoph hat ihn mir Übermacht auf Grund einer Wette in der Mulacksttaße um drei Uhr in der Früh, in den ack zu lange vergangenen Zeiten des Friedens. Du

drei Engländern in ihrer Mitte zum Haus hinüber­gehen, da schrie jemand aus den Feldern: Hallo, John! Hallo, Kennteh! Und in den Lichtkreis des Feuers trat gleich darauf ein Mann, der abwechselnd laufend und gehend auf sie zukam. Es war Eustace Lawson, der zweite Bordfunker und Heckschütze. Er war kurz vor der Landung aus einer Höhe von kaum mehr als 120 Meter mit dem Fallschirm ab­gesprungen.

Vor dem Bauernhaus standen die Frauen und Mädchen und blickten in das gleißende Licht. In einer der Stuben war der alte Bäcker dabei, einem der drei Briten, der verletzt war, einen Verband anzulegen, während der Sohn und der Nachbar nebenan wachten. Mit sicheren Händen vollendete der Bauer den Kopfverband. Aus dem weichen Mull leuchtete rot das vom Schweiß und den leichten Brandwunden verquollene Gesicht Albert Burkes. Burke lächelte aus einem verschmitzten, sommer­sprossigen Gesicht, als ein deutscher Offizier ihnen zur ersten Vernehmung kameradschaftlich die Hand reichte. Mit gierigen Zügen leerte der Schotte ein Glas Saft, dann rauchte er eine Zigarette, die einer der deutschen Offiziere ihm anbot, und leerte seine Tasche auf den Tisch. Zwei Kämme, eine Schachtel Zigaretten und Streichhölzer, ein Füllfederhalter Made in Germany und eine billige Kette roter Perlen.Von Mary", sagte er trocken, ,chie ich am Montag heiraten wollte."

Hier in dieser Stube und nebenan ging die Ver­nehmung weiter. Auf den Fensterbrettern standen schon die Osterblumen, aus einem Puppenwagen schauten zwei dieser Kinderwesen mit übergroßen Köpfen auf die Szene. Die Offiziere ließen Burke Zeit zu jeder Antwort und lächelten nur vielsagend. Manchmal schüttelte er abwehrend' den Kopf. Auf die Frage nach seiner Erkennungsmarke erwiderte Burke mit einem Achselzucken. Er hatte sie ver­gessen.

Dann zog er aus seiner Hosentasche ein zer­knittertes Flugblatt. Sie hatten einige Stöße da­von abgeworfen, doch er wisse nicht, wo. Der In­halt war ein naives, ungeschicktes Geschwätz, an die Adresse der deutsche Frau und Mutter gerichtet. Es war so dumm und langweilig, daß man es nicht zu Ende las. Auf einem anderen Zettel waren in wenigen Strichen die Elbe und einige Städte gezeichnet. Bomben hatten sie nicht. Nach den Aus­sagen Burkes und der and-ren beiden Briten schien es, als sei mit diesem Flug der Zweck verbunden gewesen, Flugblätter lapidaren Inhaltes abzuwer­fen und im übrigen dem Prestige der britischen Luftwaffe zu dienen. Man konnte drüben wieder

Gin ,Mhema"-Fall der Lust.

Neuer englischer Schwindel.

Berlin, 26. März. (DNB.) Eines der tollsten Stucke, die sich die englischen Piraten letzt­hin leisteten, war die B e s ch i e ß u n g d ä n i s ch e r Spaziergänger in Nymindegab am hellichten Tage. Dabei' wurde durch einen glücklichen Zufall keine Person verletzt; es wurde aber eindeutig von den Beschossenen das englische Hoheitszeichen an dem Flugzeug erkannt.

Nun beginnen die leidenschaftlichen Proteste der Neutralen gegen die ständigen frechen Neutralitäts­brüche der Engländer, der englischen Propaganda selbst auf die Nerven zu fallen, und sie erfindet einen neuenAthen i a"- Fall, diesmal einen Athenia"-Fall der Luft. Mit dreister Stirn be­hauptet sie nämlich, daß das angreifende Flugzeug kein englisches gewesen fei. Denn englische Flieger wurden niemals bewußt dänisches Hoheitsgebiet verletzen und außerdem sei gar kein englischer Flie­ger zu dieser Zeit in der Luft gewesen. So bleibe also nur übrig, daß die Deutschen ein Flugzeug mit einer englischen Kokarde bemalt hätten, um durch einen brutalen Angriff auf dänische Zivilisten die englischen Flieger ins Unrecht zu setzen.

Der Ruf der deutschen Wehrmacht ist in der gan-

Izen Welt zu gut begründet, um durch derart in»

schäftliches abgemacht und sich dabei im stillen auf das Spielchen Whist gefreut, an dem er sein lebelang unverbrüchlich festhielt. Die Freunde und die Karten kamen denn auch, und als der Marschall seine erste Zigarre aufgeraucht hatte, wurde ihm der Atem kurz, wie so manchesmal in seinen greifen Jahren.

®r stand auf, und einer der Gäste stimmte auf dem Klavier eine Fuge von Bach an; während der feierlichen Klänge begab sich der Marschall sachte ins Nebenzimmer, um dort in bequemer Lage das kleine Unbehagen zu überwinden. Als dann die Musik ge­schlossen hatte, folgte ihm sein Neffe und fand ihn ohne Bewußtsein. Es kehrte noch einmal auf Puls- schlageslänge zurück, als man ihn in feinem Schlaf- Zimmer aebettet hatte, und fein suchendes Auge tastete sich noch einmal zum Bilde seiner Frau an der Wand; bann verschied er lautlos.

Zur selben Stunde stand am Brandenburger Tor vor der Wachstube, die sich damals dort noch be­fand, der Posten vor Gewehr, wachsam nach rechts und links, denn viele Offiziere gingen dort auch zu später Stunde noch vorüber. Eben kam wieder einer

Die geneigte Leserin fragt natürlich, was WBK. bedeutet. Selbstverständlich könnte das evtl. Well­blechkommando sein. Aber es ist nicht. WBK. ist vielmehr der Deckname für das Schicksal selber. Im Kriege haben die Dinge die Neigung, sich zu tar­nen. Das Schicksal hat sich getarnt als WBK.

Da liegt man denn in seinem weichen Pfühle und hat eine gelbbraune Karte in der Hand, auf der man eingeladen wird, persönlich an der Geschichte teilzunehmen. Hier natürlich hätte der Chronist eine glänzende Gelegenheit, einen erstklassigen Film ab» rollen zu lassen. Was für tiefsinnige Gedanken könnten einen Chronisten in dieser Lage überkom­men! Schließlich fängt jede Sache in der Welt, die einige Bedeutung hat, mit einem Kriege an. Und Kriege fangen mit Gestellungsbefehlen an. Aber der Chronist muß gestehen, daß keinerlei tieffinnige Gedanten ihn überkamen, hingegen ein äußerst be­hagliches Gefühl angesichts der Tatsache, daß, wenn morgen das Gehorchen begänne, heute jedenfalls die Vergangenheit nichts mchr und die Zukunst noch nichts zu sagen hatte. So lange war man auf die Premiere ausgegangen, heute hieß es, die Kunst der Derniere zu einer, wenn auch kurzen, so doch edlen Blüte zu entwickeln. Tage dieser Art sind selten im Leben, und man muß es wahrhaftig be­klagen, wie wenig die Menschen den Wert der Ein­maligkeit zu schätzen wissen.

aus der Richtung von dem berühmten Roten Hause her, wo das Hirn des deutschen Heeres arbeitete. Der Mann auf Posten hätte gar nicht die roten Generalsstreifen zu sehen brauchen, um den Nahen- den zu erkennen. Er rief die Wache heraus und raunte, während er selber Stellung einnahm, dem noch verdösten Wachhabenden zu:Der Feld- marschall!" Der schmale Greis im Mantel mit dem roten Aufschlaa schritt grüßend vorüber, und der Posten blieb stehen, wo er stand, denn von den Linden her kamen schon wieder zwei Offiziere, grüß­ten, während sie am Marschall vorbeigingen, und durch den Gruß vor ihnen wurde auch der Posten verhindert zu sehen, wohin inzwischen der Marschall verschwand.

Erst als er und seine Kameraden in der nächsten

fafieft rm Genick, wenn wir würfelten an fröhlicher Theke. Du schwenktest durch die Bahnhofsluft und das letzte, was die scheidende Geliebte von uns sah. Keine Vorschrift gibt es, wie du auf dem Halupt zu fitzen habest. So sitze denn heute Der» wegen. Em Schiffchen wird dich ablösen morgen schon. Das Haupt deines Herrn wird hintenherum in bezug auf den Haarwuchs militarisiert werden. Einmal haben wir dich zum Scheibenschießen be­nutzt. Für einen Hut bist du ein Veteran wie ir^ndeiner. Und du, guter alter Hut, laß den Rand . Zwar die Schischen sind dir jetzt vor­aus. Aber deine Zeit kommt wieder

So ziehen wir durch die Landschaft der veraanw 11(11 J?9*- ,,25e Kehss?"O danke, ausgezeichner!" Z7/ Src morgen?" Und dann kommt

m ^W-nblick. da man so ganz leger W- »Ach, morgen gehe ich ins Feld!"

3m,ei mlzhüte sind, die da einander gegenuberstehen, so sind es Welten, die sich zwischen n Än ^'e^iKr Eis-r dessen, der «gen fit H"6'15^11 bes den Kamps der Alltäglich. Iwd T'-S- Da der andere, der auf Eedech hn? rn bchnksal dem Mars unterstellt

hat. Nichts mehr von Erfolgen! Nichts mehr von 2«btheißt C5 oi>er P/ch be-

ober gehorchen, frieren oder schwitzen auf

Barenhaut oder im Dreck liegen.

taSeTmirfl^Cnm>T n0.d speisen. Einmal noch @ i* SDiittaflyethmg. Einmal noch gehen .Kasse-Haus Einmal noch sitzen wir heiter 615 M 'n tue Nacht. Nichts weiß man von d-nu was morgen sein wird. Alles kann sein oder nichts^ Wie» m?n' ntmn m°n es wie-

verlieft Und nicht einmal von sich selber meifc eS Wiedersehen wird. Krieg ändert ändert die Welt. Wenn man lieber da sein wird, wird nichts mehr so sein wie mn?Qpr^ber T Ferne werden^wir erkenn^ ^ert gewesen ist und was nicht. Die Unsicherheit des Lebens ist wieder da, die große ^bens, in das wir^hm au finö' unö das wir nun

aufs neue bestehen muffen.

.. Doch, wo immer wir hingeraten möaen es finfr Ä" S* di- üb»

Iqjeinen. Und das beste, was wir tun können ist wohl- denselben zu vertrauen '

tat durch britische Kriegsschiffe finden in der Sow­jetpresse starke Beachtung. , Sämtliche Blätter ver­breiten darüber die amtliche Mitteilung, sowie die Meldung über den P r o t e st s ch r i t t des norwegi- chen Gesandten in London.

Offene Herausforderung aller internationalen tlebereinkommen"

Rom, 27. März. (Europapreß.) Die Ankündi­gung der englischen Presse, daß die englischen Kriegsschiffe die deutschen Erztransporte in den norweafichen und dänischen Territorialgewässern angreifen würden, wird vomTeuere" als eine offene Herausforderin! g aller inter­nationalen Ueberein kommen bezeichnet. 2>cn Berichten aus Stockholm und Oslo über die bereits begangenen bzw. versuchten Verletzun­gen der skandinavischen Hoheitsge- wässer gibt die römische Presse breiten Raum. Giornale d'Jtalia" berichtet aus Stockholm, die skandinavische Presse unterlasse zwar zusätzliche Be­trachtungen zu ihren Berichten über diese neuen englischen Uefc ergriffe, aber in den Aufsätzen über die gegenwärtige Lage werde der Oeffentlichkett zu verstehen gegeben, daß die Wetterwolken vom skan­dinavischen Himmel noch immer nicht gewichen feien.

Lord Byron mit umgekehrten Vorzeichen kann der Chronist von sich sagen, er erwachte eines Morgens und war unberühmt. Soeben noch schlief da der bekannte Plauderer. Aber geweckt durch einen stattlichen Engel mit Botschaft des WBK. sah sah er sich allsogleich verwandelt in einen vollstän­dig unbekannten Soldaten, der keiner Sache so sehr ermangelte wie gerade des Ruhms.

find, um aus eigener Kraft diesen Krieg zu gewin­nen. Ev.

Es wird feine Neutralität mehr gehen."

Pressedrohungen auch gegen Italien.

B r ü f f e l, 26. März. (DNB.) Der englisch-jüdische Journalist Augur gibt in seinem Londoner Bries in derMetropole" mit zynischer Offenheit die Ab­sicht Englands zu, in Zckkunft die neutralen Staaten nicht mehr zu respektieren. Er schreibt in diesem Zusammenhang:Wir hoffen, daß niemand mehr darüber zweifelt, welches die wirk­liche Stellungnahme der britischen Regierung gegen­über der Neutralität gewisser Länder in Europa ist. Wenn der Krieg über die nächsten 10 Monate hinaus anbauert, bann wirb bie Neutralität, so wie bie Lage sich entwickelt, nicht mehr bestehen." Der berüchtigte Hetzjube richtet bann auch eine Drohung au bie Abresse Italiens unb schreibt: Auch an Mussolini hat Chamberlain bie Warnung gerichtet, sich vor ber Auffassung zu hüten, baß England unb Frankreich nicht bereit wären, jebe Möglichkeit im Mittelmeer unb anberswo ins Auge zu fassen."

Norwegischer Protest in London.

Oslo, 26. März. (DNB.) Der norwegische Gesandte in London hat bei der britischen Re­gierung Vorstellung wegen verschiedener Fälle von Verletzung der norwegischen Neu- t r a l i t ä t erhoben, die sich in den letzten Tagen ereignet haben. Der Protest Norwegens bezieht sich auf die Belästigungen mehrerer deutscher Schisse durch britische Kriegsschiffe innerhalb der norwegischen Hoheits­gewässer.

Nach den bisherigen in Amsterdam vorliegenden inoffiziellen Stellungnahmen britischer Kreise unb auf Grund von Aeußerungen der Londoner Zei­tungen steht zu erwarten, daß England Den norwegischen Protest wegen der Belästigung fried- licher deutscher Handelsschiffe in norwegischen Hoheitsgewässern in keiner Weise z u be­rücksichtigen gedenkt. Vielmehr geht aus der ersten Reaktion auf die norwegischen Vor­stellungen deutlich hervor, daß England gewillt ist, seine brutale Einmischungspolitik in die Angelegen­heiten der Neutralen fortzusetzen und noch zu ver­stärken. Besonders bie Stimmen der Blätter, wie derTimes" und derDaily Mail" verraten er­neut die Absicht Englands, sich zum ungebetenen Beschützer" der Neutralen aufzuwerfen unb alle Einwendungen gegen biefe angemaßte Rolle mit Drohungen unb kaltschnäuziger Rücksichtslosigkeit zurückzuweifen.

Englische Granaten gegen norwegische Banerngehöste.

Oslo, 27. März. (Europapreß.) Das norwegische Außenministerium hat festgestellt, baß englische Kriegsschiffe bei ihren in ben letzten Tagen ausgeführten Versuchen, unbewaffnete beutsche Han­delsdampfer an der norwegischer Küste anzuhalten, wobei sie tief in norwegische Hoheits - gemässer eindrangen, auch mit Gra­naten geschossen haben, die auf Land bei be­wohnten Bauernhöfen unb Lanbstraßen nieber- gefaUen finb. Die norwegische Regierung hat ihre Gesandtschaft in Lonbon beauftragt, abermals Protest gegen bie Verletzung norwegischen Ho­heitsgebietes unb gegen bie Gefährdung norwegischen Lebens unb Eigentums einzulegen.

lleue Drohungen Englands.

Stockholm, 27. März. (DNB.-Funkspruch.) Der Londoner Korrespondent vonSagens Ny h e- t e r" meldet seinem Blatte, wahrscheinlich werde von feiten der Weftmächte in nächster Zeiteine aktivere Politik gegenüber den Neu­tralen" durchgeführt werden. Was man unter aktiverer Politik gegenüber den Neutralen" zu ver­stehen hat, davon haben die skandinavischen Länder in den letzten Tagen durch die brutalen englischen Vergewaltigungsmethoden schon einen Vorgeschmack erhalten.

Starke Beachtung in Moskau.

Moskau, 26. März. (DNB.) Die neuen Ver­letzung en der norwegischen Neutrali-

Frühe vom Frühstückholer erfuhren, Moltke sei ver- wichene Nacht um elf Uhr gestorben, lachte er ihn aus und ließ sich von ben Wackkameraden bestätigen, daß der Marschall zu dieser Zeit wohl und munter wie immer vorn Generalstabsgebäude her nach Hause gegangen sei, wahrhaftig: nach Haufe.

An der Küste. (PK.) In der Nacht zum Oster­sonntag wurde ein englisches Flugzeug vom Typ Vickers-Wellinaton von ber Deutschen Flak abgeschossen. Fünf Mann der Besatzung konnten sich aus dem brennenden Flugzeug retten. Der zweite Pilot Sergeant Douglas Wilson kam in den Flammen ums Leben.

Es war das Werk weniger Sekunden. Der Mond, der prall und voll auf die dünne Wol­kenschicht schien, hatte die Silhouette des Flugzeuges mehrfach erkennen lassen. Die Strahlen der Schein­werfer folgten dem Schatten, um ihn jeden Augen­blick zu erreichen. Plötzlich glänzte die Maschine wie Platin in den Büscheln des Lichtes, das sich auf sie warf. Die feierliche Stille ber Nacht zerbrach mit einem Schlag. Aus den Wäldern drüben warf der Schall die Schüsse in mehrfachem Echo zurück, wäh? renb bie Ketten ber Leuchtspuren ihrem Ziel ent- gegenschossen. Ein Feuerstrahl zuckte aus dem Flug­zeug, das hierauf wie eine schwebende Fackel dem Boden entgegenglitt. Es verschwand hinter einer Gruppe von Bäumen, neben denen nach einer Ex­plosion zügellos und unregelmäßig, fast haushoch, die Flammen emporquollen. Als blasses Rot schim­merten sie durch den Nebel, der über den Feldern lag.

D^n jungen Bäcker, einen Bauern, hatten die Schüsse geweckt. Ehe er aufstand, war fein Zimmer taghell erleuchtet. Kaum hundert Meter vom Haufe entfernt loderte der Brand. Bäcker kletterte aus dem Fenster, lief quer durch die Koppel, gefolgt vom Vater und von einem Nachbarn. Sie sahen drei Männer aus dem brennenden Wrack springen. Die Gestalten nahmen sich vor dem Feuer überlebensgroß aus. Einige Detonationen erschütterten die Luft. Die Männer warfen sich zu Boden. Wankend spran­gen sie wieder hoch. Der eine riß eine Jacke vom Leibe, an der kleine Flammen züngelten. Der zweite machte ein paar Schritte und brach zusammen. Seine rechte Hand drückte das Gesicht, während die Linke vor Schmerz im Boden wühlte. Die beiden, Bäcker und der vom Nachbardorf, wußten wohl, daß sie Engländer vor sich hatten. Sie handelten, wie jeder alte -Soldat gehandelt haben würde. Als der junae Bäcker festgestellt hatte, daß die Flieger unbewaffnet waren, ging er mit ihnen zum Flug­zeug zurück. Die EnAänder deuteten mit verzwei­felten Gebärden nach vorn, nach der Kanzel, wo >as Feuer am heißesten tobte. Es war unmöglich, ich zu nähern. Aus dieser Flammenhölle war nichts mehr zu retten. Sergeant Douglas Wilson in der Kanzel starb den Fliegertod.

Wenige Meter nur vom Flugzeug entfernt lag ein Bewußtloser mit schweren Verletzungen. Es war der Erste Pilot, Flying Dfficer Philipp Templeman aus St. John auf Neufundland. Ein Polizeiauto, das auf dem durchweichten Weg herangekommen war, lud den Verletzten ein. Sie fuhren ihn sofort ins Krankenhaus. Die Bauern wollten eben mit den