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General-Anzeiger für Oberheffen ^«ietzen^chiilftratze 7-9
190. Jahrgang Ht.201 JQä ä ▲ w q M
■ Gießener Anzeiger
Vei den Lufikämpfen am Sonntag 51 Flugzeuge abgeschoffen.
Berlin. 26.Aug. (DRB.) wie das DRB. von unlerrlchleter Seife erfährt, entwickelten sich b ei den Bombenangriffen am Sonntag, die in überraschendem Dorsloh tro n den Luftflotten 2 und 3 mit Teilkräften gegen den Süd- westen der britischen Insel durchgeführt wurden, mehrere große L u f t k ä m p f e. Im Laufe dieser Kämpfe wurden 51 feindliche Jlug- zeuge abgeschoffen. 12 eigene Flugzeuge werden vermißt.
Zerstörer schützen deutsche Vomberaeschwader.
DNB. ......, 25. Aug. (PK.) Tagelang saßen
wir wie auf heißen Kohlen — bis gestern früh der die Spannung lösende Telephonanruf kam: „X.30 Uhr startfertig an den Maschinen!" Da kommt Bewegung in die fliegenden Besatzungen. Kein Wunder: bisher trugen nur vereinzelt Kampfflugzeuge unseres starken Verbandes Bomben nach Großbritannien — heute aber sind alle dabei: wir fliegen den erwarteten Angriff, den ersten auf Mittelengland! 10, 20, 30, 40, 50 .... unzählige Male hebt und senkt sich der Arm des diensttuenden Offiziers — jede Armsenkung das Zeichen zum Start für ein mit Bomben schweren Kalibers beladenes Kampfflugzeug.
Das Wasser unter uns sieht nicht sehr gemütlich aus, die graue See brodelt von gischtenden Wellen. Zuerst peitscht für Sekunden Regen gegen unsere Kanzel — wir fliegen dicht unter einer Wolkendecke, die Minuten später Staffel auf Staffel durchstößt; ein packendes Bild, als zahllose Propeller sich ourch Wolken in den stahlblauen Aether hineinfressen. Unaufhaltsam steigt der Höhenzähler, mehrere tausend Meter sind wir schon geklettert. Die Temperatur sinkt ständig.. Roch 60 Kilometer bis zur englischen Ostküste. Aus der Ferne nähern sich pfeilgeschwind Punkte — wenig später sind sie da: oeutsche Zerstörer, die unseren Verband ständig umkreisen.
Soweit das Auge reicht: Kette an Kette, Staffel auf Staffel, kampfstarke Gruppen sind zum vernichtenden Angriff unterwegs. Zn der Ferne erkennen wir bereits die Umrisse des englischen Küstenraumes, zahlreiche Wolkenlöcher lassen genügend Sicht zur Orientierung. Unsere Zerstörer brausen plötzlich nach Süden ab, sie haben eine Staffel englischer Jäger ausgemacht, die sich auf den anfliegenden Kampfverband stürzen wollte. Im Ru ist eine heftige Luftschlacht entbrannt. Aus der Wanne, den rechten Zeigefinger am MG.-Abzua, beobachte ich einen heftigen Kurvenkampf, Tausende von Meter über der englischen Erde. MG. Garben zischen durch die Luft, die sich nach und nach mit unzähligen kleinen schwarzen Puloerwölkchen anfüllt. Sekunden später stürzt eine Spitfire mit starker schwarzer Rauchfahne brennend ab. Die atemlose Jagd von englischen Jägern und deutschen Zerstörern nimmt ihren Fortgang, während wir ruhig unseren Kurs weiter fliegen, hin zum Bombenziel.
Unter uns eines unserer Ziele. Unerbittlich rasseln Bomben zur Erde. Rauch und Feuersäulen schießen hoch, vorn, hknten, links und rechts von jedem Kampfflugzeug regnen förmlich die Bomben zur Erde: Tausende von Brandbomben, Hunderte von Bomben aller Kaliber. Der Flug geht weiter, wir haben heute noch ein paar Ziele: Middlesbrough, Billingham ...
Inzwischen haben die Luftkämpfe über und
unter uns an Heftigkeit zugenommen. Oftmals sehen wir einen Zerstörer im Kampf mit mehreren Spit- fires, oftmals aber auch sehen wir englische Jäger rauchend in die Tiefe trudeln. Hin und wieder versuchen S^itfires und Hurricane links und rechts einen „Außenseiter" unserer Staffeln anzugreifen, Kampfflugzeuge, die den Schutz unseres Verbandes bilden. Auf die Jäger richten sich dann Hunderte von Maschinengewehren, die dem Feind ihre Kugeln entgegenspucken.
Unser Kampfflugzeug hatte minutenlang einen hartnäckigen englischen Jäger im Nacken, der immer wieder zum Angriff ansetzte, wir feuerten aus allen Rohren, aus der Kanzel, aus dem Heckstand, aus der Wanne. Links und rechts von uns stehen schon zahlreiche leere Trommeln, Patronenhülsen liegen in Massen am Boden, von allen Seiten MG.-Feuer. Plötzlich ein freudiges Hallo aus dem Heckstand:
Der Wehrmachisbericht vom Sonntag.
Berlin, 25.Aug. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Luftwaffe fehle am 24.8. die p l a n m ä h i g e Zerstörung kriegswichtiger Anlagen des Feindes mit großem Erfolge fort Deutsche Fliegerverbände stießen gestern überraschend gegen die britischen Inseln vor. Dabei gelang es, Unterkünfte, hallen, Werkstätten und Lager auf den Flugplätzen Borthweald, hornchurch, Wanslon, Canterbury und Ramsgate weitgehend zu zerstören. Der Kriegshasen von Portsmouth wurde mit zahlreichen Bomben, darunter solchen schwersten Kalibers, belegt und die Hafen- und IBerftanlagen in Brand gesetzt. Unsere Kampfflieger warfen ferner Bomben auf Great parmoulh, wo Lagerhäuser und Schuppen in Flammen aufgingen, sowie auf Truppenunlerkünfle in der Rühe von Dover. 3m Laufe des Tages kam es zu mehreren heftigen Luftkämpfen, in denen unsere Jagdflieger wiederum ihre Ueberlegenheit beroiefen.
Zahlreiche nächtliche Angriffe unserer Kampfflieger hatten erhebliche Zerstörungen in den Hafenanlagen von B r i st o I, Brände und Explosionen im Großöllager von Thameshaven sowie starke Beschädigungen in verschiedenen Werken der britischen FI u g i n d u st r i e, u. a. in Derby, Birmingham, Kingston und Rochester zur Folge.
Das Verminen englischer Seehäfen wurde fortgefetzl.
Britische Flieger warfen in der Rächt zum 25.8. in Rord-, West- und Südwesldeulschland Bomben auf freies Gelände und in Wohnviertel von zwei südwestdeulschen Städten. In einer Stabt wurden mehrere Wohnhäuser getroffen, zwei Zivilpersonen getötet und zwei verletzt. An einer anderen Stelle zerstörte eine Bombe ein Gebäude, in dem Kriegsgefangene untergebracht waren. Acht von ihnen wurden verletzt.
„Spitfire abgeschoffen." — Trudelnd, mit einer schwarzen Rauchfahne hinter sich, verschwindet der Tommy unter den Wolken. Das ist der zweite Abschuß unserer Besatzung innerhalb kurzer Zeit.
Inzwischen sind die Jäger vertrieben worden, mit dem Rest haben unsere Zerstörer reinen Tisch gemacht. Dafür ballert jetzt die Flak wütend auf unseren Verband los. Ueberall in der Nähe der Flugzeuge stehen schwere Rauchballen, sie zeigen an, wo Flakgranaten krepierten.
Kurz vor Verlassen der englischen Küste, nachdem wir fast zwei Stunden ununterbrochen die Bomben der einzelnen Kampfflugzeuge fallen sahen, läßt die Spannung nach; die Ziele wurden gefunden — und gut getroffen. Explosionen an allen Ecken und Enden. Mittelengland hat die Wucht der deutschen Luftangriffe kennengelernt.
Die Gesarnlverlusle des Feindes betrugen gestern 64 Flugzeuge, von denen 57 im Luftkampf und 7 durch Flak abgefchoffen oder am Boden zerstört wurden. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt.
Ein Unterseeboot versenkte einen britischen Zerstörer der Viscont-Klasse und einen Handels- b a m p f e r von 7000 BRT. aus einem stark gesicherten Geleilzug heraus.
„Schwere Schlage."
Stockholm, 25. Aug. (Europapreß.) Die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf militärische und für die Blockadeführung wichtige Objekte an der Küste Englands sind selbst nach britischen Angaben, die im neutralen Ausland verbreitet werden, recht erfolgreich. In dem täglich von der hiesigen diplomatischen Vertretung Englands herausgegebenen Informationsdienst wird am tzonntag zu den letzten Luftangriffen auf der Kanalküste und ihre für die Versorgung Englands lebenswichtigen Häfen fest- gestellt: „Die Städte und Häfen an der Südküste haben zweifellos schwere Schläge erlitten." Es ist auch die Feststellung eines schwedischen Maschinisten von Interesse, der auf dem auf Englandfahrt rersenkten Helsingborger Dampfers „Birgitta" Dienst tat und jetzt von England heimkehrte. Er beschreibt seine Ausfahrt aus dem Hafen von London mit dem einen Satz: „Es wimmelte von Schiffswracks in der Themsemündung." — Die englischen Behörden haben die Räumung verschiedener Ort der Küste von Kent zwischen Folke- stone und Sandwich durch die Zivilbevölkerung angeordnet. Weiter soll die Seeschiffahrt angewiesen worden sein, an heiteren Tagen keine Fahrten zu unternehmen und möglichst das schlechte Wetter auszunutzen. Ferner soll sie die Reisen in kurzen Etappen während der Nacht durchführen und den Aufenthalt in größeren Häfen vermeiden.
Britische 2Runbfunflügcn.
Ber 1 in, 24. August. (DNB.) Der britische Rundfunk gab am 23. und 24. August 1940 bekannt, daß Deutschland in der Nacht zum 23. und zum 24. August Luftangriffe a u f die Vorstädte Londons unternommen habe. Hierzu wird amtlich fest-
planmäßige Zerstörung kriegswichtiger Anlagen.
Bomben schwersten Kalibers auf den Kriegshafen von Portsmouth. Weiteres Verminen englischer Seehäfen.
Englische „Offensive".
Don unserer Berliner Schriftleiiung.
In der englischen Presse, im englischen Rundfunk, im englischen Parlament, überall, wo die englischen Plutokratten Lärm machen oder Lärm machen lassen, hat mit einer noch nie erlebten Geschwätzigkeit bie große Office gegen — Deutschland begonnen. Allerdings, nicht mit der Grand Fleet, nicht mit Bombengeschwadern, auch nicht mit den englischen Truppen, die in Norwegen und Flandern getürmt sind, sondern mit frecher Lüge und prahlerischen Reden. Angeblich soll die erste Phase des Kampfes der Schlacht über und in England gewonnen worden sein, natürlich von der Royal Air Force. Angeblich sollen über 1000 deutsche Flugzeuge abgeschossen und ihre Trümmer zu großen Haufen gekehrt worden sein. „Daily Mail" leistet sich sogar einen Leitartikel mit der Überschrift: „Es geht aufwärts." Dreist und unverschämt wird darin gesagt, die Wahrheit schlage die Dichtung, die deutsche Propaganda habe ihren Kurswert auf dem internationalen Markt verloren.
Das und vieles andere ist nicht unmittelbar entstanden, ist vielmehr das Werk einer Regie, in der die Engländer allerhand leisten. Im Kriege von 1914/18 war diese Regie den Gebrüdern Harms- worth anoertraut, von denen der eine als Lord Northcliffe als Beherrscher der „Times", der andere als Lord Rothermere von der „Daily Mail" bekannt geworden sind. Heute wird die Regie von Churchill selbst und Duff Cooper besorgt. Es sind tolle Sachen, die sie starten, wie die unablässigen Meldungen über die frei erfundenen Erfolge der Royal Aix Force. Daß diese Meldungen für sich allein Glauben finden können, nimmt selbst Churchill nicht an, weshalb er noch einiges hinzutut, wie den Einfall, noch einmal Pferderennen zu veranstalten oder ausländische Journalisten auf Besichtigungs- reifen zu schicken.
Es braucht nicht noch einmal gngeführt zu werden, was alles von London aus in diesem Kriege gelogen worden ist. Wohl aber ist es notwendig, darauf hinzuweisen, daß dies verlogene System eines der Mittel ist, mit dessen Hilfe das Empire zusammengehalten wird. Die englische Plutokratie, die das Empire regiert, fürchtet nichts so sehr wie einen Prestigeverlust. Sie wird wissen, warum, denn im Empire sieht es durchaus nicht überall so aus, daß alle Teile fest entschlossen sind, mit dem Mutterland zu siegen oder unterzugehen. Also müssen Erfolge, die nicht da sind, erfunden werden. Unter keinen Umständen darf die englische Plutokratie so etwas wie eine Niederlage zugeben.
Wie massiv von London aus über den ganzen Erdball hinweg gelogen wird, das zeigt die Tatsache, daß die Zeitungen, die in Ostasien, in Jbero- Amerika, aber auch im Nahen Osten mittelbar ober unmittelbar durch jüdische Journalisten und durch englisches Geld beeinflußt werden, unentwegt darauf los lügen. Als im Mai und Juni die militärische Kraft Frankreichs zerbrochen wurde, als die Engländer von Dünkirchen aus zerschlagen und zerrüttet über den Kanal flüchteten, veröffentlichte „The Japan Times & Mail" in Tokio, eine große und vielbeachtete Zeitung, Tag für Tag Meldungen, die
gestellt, daß die Angriffsziele, welche sich die deutsche Luftwaffe in diesen Nächten in der Umgebung von London ausersehen hatte, Flugplätze außerhalb des Weichbildes der britischen Hauptstadt waren. In diesem Zusammenhang wird in Erinnerung gebracht, daß es bie Briten selber waren, bie als erste, nämlich in der Nacht vom 21. zum 22.6.1940, ihre Bomben auf Babelsberg, eine militärisch völlig bebeutungslofe Dorstadt Berlins, abwarfen.
Bilder von den erfolgreichen deutschen Lustangriffen auf britische Flugplätze.
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Webrmackt meldete kürzlich, daß u. a. b e i H a w k i n g e „Hallen, Werftanlagen und Unterkunftsgebäude zerstört" seien. Wie umfangreich diese vernichtenden Schläge der Luftwaffe WtoeTe®tennen, die den britischen Flugplatz chawkinge bei Dover linke vor und rechts nach dem Ängrisf zeigen. Bon 8 Flugzeughallen (1-8) wurden 6 reichtet JS’ " Alki- h(?r groben Werfthalle (9) durch Volltreffer zerstört. Ein schwerer Bombentreffer ging mitten in bie Unterkünfte (10), und auf dem Rollfeld find zahlreiche Bombentrichter zu v’"’0/» wie reajie 1 erkennen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)


