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Das ist ein nicht weniger wichtiger Gang! Er muß sich beim Ernährungsamt in Erinnerung bringen! Schließlich muß der bisher aus der Feldküche verpflegte Soldat nun selbst dafür sorgen, daß er etwas zu essen hat. Er meldet sich zu diesem Zweck im Dienstzimmer derjenigen Ortsgruppe, der er nach seinem Wohnsitz innerhalb der Stadt angehört. Dort erhält er ohne weiteres — den Entlassungsschein von der Wehrmacht muß er allerdings vorlegen — seine Lebensmittelkarten. Auch die Seifenkarte wird er bekommen. Auch nach einer Kleiderkarte wird er fragen. Wenn er vor seiner Einziehung zum Heer schon eine Kleiderkarte gehabt und sie vor dem Einrücken pflichtgemäß abgeliefert hat, so bekommt er sie nun wieder ausgehändigt. Die Kleiderkarte ist für den Fall seiner Rückkehr beim Wirtschaftsamt sorgfältig aufgehoben worden. Wer aber vor der Einziehung zur Wehrmacht noch keine Kleiderkarte hatte, weil sie zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch gar nicht ausgegeben worden war, so erhält er nun eine neue Kleider- karte. Also auch von dieser Seite her geht alles in bester Ordnung.
Schließlich aber wird der Heimkehrer auch das Bestreben haben, wieder an seinen angestammten Arbeitsplatz zu kommen, wieder eingeschaltet zu werden in den KrLis der Pflichten, die bis vor Ausbruch des Krieges sein Lebensinhalt gewesen sind. Es ist zwar verständlich, wenn der eine ober andere der Heimkehrer erst einmal einige Tage der Ruhe genießen will, die ihm gerne vergönnt sind, so mancher aber hat das Bestreben, so bald wie möglich wieder am vertrauten Arbeitsplatz zu stehen. Hinzukommt, daß der Betriebsführer meist heilfroh ist, wenn sein Mitarbeiter wieder da ist, denn es gibt überall viel Arbeit. Rur in den Fällen, wo durch besondere Umstände veranlaßt, weniger Beschäftigungsmöglichkeit vorhanden ist, da setzt bas Arbeitsamt ein und verhilft dem Heimkehrer zu einem Arbeitsplatz in seinem Beruf, denn es soll und muß vermieden werden, daß eine Arbeitskraft länger als irgend notwendig brach liegt. Der Soldat, der aus dem Felde zurückkehrt, tritt im allgemeinen wieder in seine alten Rechte und Pflichten. Sein Arbeitsverhältnis war nur unterbrochen, etwa so, als wäre er nur in Urlaub gewesen. Sein Urlaubsanspruch ist bestehen geblieben. Die Krankenkasse, wie die Sozialversicherung, nehmen ihre Leistungen für ihn wieder ohne Wartezeiten auf.
Der Heimkehrer wird von sich aus nicht versäumen, sich pflichtgemäß polizeilich wieder anzumel- den, er wird den Luftschutz-Haus- und -Blockwart wissen lassen, daß er wieder da ist, wird aber auch der Partei und den Gliederungen der Partei, denen er an gehört, melden, daß er wieder zurück ist. So vollzieht sich die Einfügung in die zivile Volksgemeinschaft rasch, reibungslos und ohne Schwierigkeit. Vor allem aber wird denjenigen, den älteren unter den zur Entlassung Kommenden auffallen, daß alles so ganz anders ist, als es 1918 war —, es ist so, wie es sich der heimkehrende Soldat einer siegreichen Armee nur wünschen kann. N.
Süßmost aus eigenem Obst.
Es müssen alle Mögllchkeiten ausgeschöpft werden, um aus ernährungswirtschaftlichen und gesundheitlichen Gründen die volle Erhaltung der uns von der Natur gegebenen Werte zu sichern. Dazu gehört eine Verwertung des Obstes, die an Stelle der Vergärung die Erhaltung als „Flüssiges Obst" setzt. Man braucht nur zu bedenken, daß in einem Liter Süßmost etwa drei Pfund Frischobst mit allen Gesundheilswerten enthalten ist.
Eine alte Forderung der Gesundheitsführung und der Aerzteschast lautet deshalb: Mehr Ovst und mehr flüssiges Obst! Die Süßmoste sind nicht nur die besten Erfrischungsgetränke, sondern auch wichtige Nahrungs- und Gesundheitsmittel und gehören deshalb in jeden Haushalt. — Da Beeren und Obst in jedem Kleingarten, in vielen Stadt- und bäuerlichen Haushalten vorhanden sind, muß 'möglichst überall dort Süßmost hergestellt werden, wo ein Obstanfall vorhanden ist.
Mit ganz einfachen Mitteln, entweder durch das sogenannte Tücherverfahren ober mit Verwendung eines Dampfentsafters kann schon der Haushalt seinen Beeren- oder Obstsaft selbst Herstellen. Für den größeren (auch bäuerlichen) Haushalt gibt es kleinere Keltern. Dann haben wir in Deutschland sogenannte Genossenschaftsmostereien, die Obst und Beeren gärungsfrei verarbeiten. Dazu kommen die über das ganze Reich verbreiteten Lohnmostereien. Bei Beeren erhält man z. B. 40 ^-Liter-Flaschen Süßmost aus dem Zentner. Die zuständigen Stellen — insbesondere die Frauenschaft — arbeiten feit langem daran, das Wissen über die Sühmosther- fteöung immer mehr zu verbreiten.
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*♦ M i t dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der Feldwebel Josef Wacker, Bruchstraße 7, erhielt bei den Kämpfen in Norwegen für Tapferkeit vor dem Feind das Eiserne Kreuz II. Klasse.
** Beförderung. Dr. Johannes van Bentheim (Goethestraße 69), wurde mit Wirkung vom 1. April 1940 zum Stabsveterinär befördert.
** 40 Jahre im Dienst. Am vergangenen Mittwoch wurden zwei treue Beamte des Amtsgerichts Gießen geehrt. Landgerichtsrat B r ü ck e l und Justizassistent Boller erhielten durch Amts- gerichtsdirektor Dr. Seib mit herzlichen Worten der Anerkennung für ihre treuen Dienste das ihnen vom Führer verliehene Treudienstehrenzeichen in Gold für über 40jährige Dienstzeit überreicht.
** Ein Zweiundsiebzigjähriger. Unser Mitbürger, der Schlosser Karl Hünermund, Wolkengasse 17, konnte dieser Tage in aller körperlichen und geistigen Frische seinen 72. Geburtstag feiern. Der betagte Mann versieht noch heute seinen Dienst. Er gehört seit 3 Jahrzehnten zum treuen Stamm der Leser des Gießener Anzeigers. (Mr beglückwünschen herzlich zum Geburtstaa!)
** Mietejubiläum. Der technische Assistent a. D. Karl H a b e n e y wohnt am 1. August d. I. seit 40 Jahren im Hause Goethestraße 46II. Das langjährige Mietverhältnis ist ein Zeichen besten Einvernehmens zwischen Vermieter und Mieter.
Notizen für den 28. Juli.
Sonnenaufgang 5.13 Uhr, Sonnenuntergang 20.59 Uhr; Monduntergang 14.53 Uhr, Mondaufgang 24.34 Uhr.
Notizen für den 29. Juli.
Sonnenaufgang 5.15 Uhr, Sonnenuntergang 20.57 Uhr, Mondaufgang v. 30. 1.10 Uhr, Monduntergang 15.56 Uhr.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M, 26. Juli. (Vorbericht.) Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM, Bullen 36,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 23 bis 45,50, Kälber 25 bis 59, Hämmel 30 bis 51, Schafe 16 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt.
Zwei Tage durch den Vogelsberg.
1. Tag: Hirzenhain — Wenings — Ober-Seemen — Hartmannshain.
Wir fahren mit der Oberhessischen Bahn nach Stockheim, von wo mir die Voaelsbergbahn benutzen, die uns dem lieblichen Niodertal aufwärts vorbei an dem malerisch liegenden Ortenberg und Lißberg mit seinem hochragenden Burgturm, im Volksmund „Butterfaß" genannt, nach dem eben= alls anmutig gelegenen Hirzenhain bringt. Von hier leiten uns weiße Striche auf einem Feldweg nach dem, in einem engen Tale liegenden Wenings, wo mir auf das rot-meiße Band, das nahezu ganz Oberhessen durchzieht, stoßen und dem mir in nordöstlicher Richtung folgen. Unser Weg führt uns über die Försterei Wernings, einem ausgegangenen Dorf und meiter über die hochgelegene Kolonie Schönhausen mit guter Fernsicht nach dem hohen Vogelsberg und dem Taunus. Wir berühren ferner die Dietgemunbene Bergbahn und genießen neben der mürzigen Höhenluft noch herrliche Blicke in die Täler und auf die umliegenden Höhen. So kommen mir über Ober-Seemen, vorbei an zahlreichen Hutmeiden im mäßigen, aber dauernden Anstieg hinauf nach dem als Luftkurort bekannten Hartmannshain, mo mir in einem der guten Gasthäuser Quartier nehmen.
2. Tag: Hartmannshain — Herchenhainer Höhe — Schwarzbachlal — Hochwaldhaufen — Herbstein
— Schloß Eifenbach — Lauterbach.
Der Morgen des nächsten Tages bringt uns zunächst über das höchstgelegene Dorf Hessens Her- chenhain an der Jugendherberge Dater-Bender-Heim vorbei hinaus zur Herchenhainer Höhe, mo mir die prachtvolle Aussicht bis zu den fernen Bergen der Rhön und des Spessarts bemunbern. Nachdem mir noch dem Gesallenen-Denkmal des VHC. einen Besuch abgestattet haben, gehen mir jetzt meißen Ringen nach, die uns durch den Oberwald über die „Burg", eine interessante Felskuppe nach dem schönsten Tal des Gebirges, dem mild-romantischen Schwarzbachtal bringen. Dem plätschernden Bächlein abwärts gelangen mir über den Luftkurort
Hochmaldhausen nach dem benachbarten Ilbeshausen, mo mir nicht versäumen dürfen, das prächtige Fachmerkhaus, die „Teufelsmühle" zu besichtigen. Unser Zeichen führt uns noch nach dem auf einem Hügel liegenden Herbstein, mo es endigt. Auf fester Straße mandern mir nun am Bahnhof Rixfeld vorbei nach dem malerisch über einem Tale gelegenen Schloß Eisenbach, der hessischen Wartburg, durch dessen Parkanlagen und Burghof mir gehen, um jenseits des Tales, mit hübschem Rückblick nach dem Schloß, auf der Landstraße über Blitzenrod nach unserem Endziel Lauterbach zu gelangen. Wanderzeit am ersten Tage vier, am zweiten Tage sechs Stunden.
Krofdorf — Fohnbachlal — WaldhauL<— Sauroafen — Schmelz — Salzbödelal — Frkevelhausen.
Diese lohnende Wanderung beginnt in Krofdorf. Bis dorthin benützen mir das Postauto. Von der Friesschen Wirtschaft folgen mir blauen Strichen, die uns durch das liebliche Fohnbachtal mit unter» megs hübschem Rückblick auf den Gleiberg, aufmärts zum Forsthaus Waldhaus führen. Hier treffen mir gelbe Punkte, denen mir nachgehen und durch schönen Waldbestand, den sog. „Buchenbühl" zu einem prächtigen Ausblick oberhalb Kirchners gelangen. Vor uns dehnt sich das breite Verstal mit einigen friedlichen Dörfchen aus und darüber hinaus erheben sich die Berge der Gladenbacher Gegend: Hemmerich, Treisberg und Koppe. Wir steigen nun abmärts, überschreiten den Saumasen, einen tief einaeschnitteten Talgrund, in dem sich das Kirch- verser Schmimmbad befindet, um auf der anderen Seite wieder einen Höhenrücken zu überfteigen, von dessen Kamm mir nunmehr die Lahnberge um Marburg erblicken. Die Zeichen leiten uns abmärts zu der idyllisch im Salzbödelal liegenden Schmelz (Sommerwirtschaft), mo sie endigen. Dem anmutigen Tale abmärts gehend, erreichen mir, nachdem noch die Dörfer Salzböden und Odenhausen passiert sind, die Station Friedelhausen, von mo aus mir heimfahren. Dauer der Wanderung 4 Stunden.
Vezirksnieisterschastskällipse der Leichtathleten.
Jrn Rahmen der wöchentlichen Abendkämpfe kamen am Mittwoch, 24. Juli, die Bezirksmeister- schaften in der Leichtathletik zur Durchführung. Aus besonderen Gründen war die Abwicklung dieser Veranstaltung an einem Sonntag nicht möglich, so daß die Meisterschaften auch nur von den Vereinen VfB.-R. Gießen, Spielvereinigung 1900 Gießen, Mtv. Gießen, Tv. Wieseck, Tv. Heuchelheim, Tv. Großen-Buseck und der Sportgemeinde Steinbach beschickt waren. Die Teilnehmerzahl war mit Rücksicht darauf nicht groß. Die feit dem 5. Mai d. I. wöchenllich durchgeführten Trainingswettkämpfe hatten allen Leichtathleten Gelegenheit gegeben, ihre Leistungen zu steigern und im Kampf mit anderen Kameraden zu überprüfen.
Vor allem zeichnete sich hierbei der VfB.-Reichs- bahn Gießen recht erfolgreich aus. An der Spitze steht hier Dr. Luch im Kugelstoßen und Diskuswerfen, bem gute Nachwuchsleute folgen. Die Leistungen von Dr. Luh haben bei der Reichsfachamtsleitung alle Anerkennung gefunden. Bei den Be
zirksmeisterschaften erreichte er wieder im Kugelstoßen 15,20 Meter und im Diskuswerfen 41,01 Meter. Von den Ergebnissen verdient noch der Weitsprung, den H o ch st e i n (Tv. Großen-Buseck) mit 6,34 Meter vor Boll (DfB.-R. Gießen), 6,27 Meter, gewann, besonders erwähnt zu werden. Auch das Ergebnis im Speerwerfen, das der Jugendliche Engel (Spvg. 1900) mit 49,30 Meter vor Dr. Luh, 48,55 Meter, und Deuker (Sportgem. Steinbach), 43,92 Meter, gewann, ist im Vergleich zu den in dieser Hebung früher gezeigten Ergebnissen gut Wie bereits erwähnt, mar aus zeitlichen und sonstigen Gründen keine Gelegenheit, diese Meisterschaften in einem größeren Rahmen durchzuführen. Es liegt jedoch im Interesse der Leistungssteigerung, daß auch den ausrnärtigen Leichtahleten größere Wettkampfmöglichkeiten geboten merben. Das Fachamt Leichtathletik mirb beshalb im' Einvernehmen, mit ber Bezirksführung für einen ber Sonntage nach bem Bezirks-Turn- unb Sporttag größere leichtathletische Wettkämpfe ausschreiven.
Die Ergebnisse:
Männer.
10 0 M e te r: 1. Hochstein, Tv. Großen-Buseck, 11,8; 2. Dietrich, VfB.-R., 12; 3. Engel, Spvgg. 1990, 12,3 Sek.
800 Meter: 1. Hirschberger, VfB.°R., 2,07; 2. Gemmer, VfB.-R., 2:08,6; 3. Neibel, Tv. Heuchelheim, 2:11,7 Min.
400 Meter: 1. Jox, Spvgg. 1900, 55,1; 2. Döll, Spvgg. 1900, 60,1; 3. Schmück, Spvgg. 1900, 61,7 Sekunden.
Kugelstoßen: 1. Dr. Luh, VfB.-R., 15,20; 2. Sack, Tv. Heuchelheim, 10,95; 3. Deuker, Spvrtg. Steinbach, 10,$2 Meter.
Diskus: 1. Dr. Luh, VfB.-R., 41,01; 2. Sack, Tv. Heuchelheim, 29,67; 3. Deuker, Spvrtg. Steinbach, 29,37 Meter.
Speer: 1. Engel, Spvgg. 1900, 49,30; 2. Dr. Luh, VfB.-R., 48,55; 3. Deuker, Spvrtg. Steinbach, 43,92 Meter.
Weitsprung: 1. Höchstem, Tv. Großen- Buseck, 6,34; 2. Boll, DfB.-R., 6,27; 3. Diettich, VfB.-R., 5,86 Meter.
Dreisprung: 1. Dietrich, VfB.-R., 11,82; 2. Engel, Spvgg. 1900, 11,51; 3. Semper, Spvgg. 1900, 11,07 Meter.
Frauen. .
100 Meter: Herrn. Buß, Mtv., 13,8; 2. E. Schmidt, DfB.-R., 14,3 Sek.
Kugelstoßen: 1. E. Schmidt, VfB.-R., 9,14;. 2. Jrmh. Schmidt, Mtv., 7,85; 3. Margret Seim, Mtv., 7,51 Meter.
Diskus: 1. Elfriede Schmidt, DfB.-R., 28,23; 2. Irmhild Schmidt, Mtv., 24,59 Meter.
Weitsprung: 1. Hermine Buß, Mtv., 4,50; 2. Jrmh. Schmidt, Mtv., 4,39; 3. Elfr. Schmidt. VfB.-R., 4,37 Meter. (1.)
Fußball: Stadt-Land!
tag des deutschen Sports.
Nach den bisher gelungenen Veranstaltungen der Gießener Stadtmannschaft gegen andere Mannschaften mird am Sonntag auf bem Waldsportplatz ein Vtzrgleichskampf zwischen Stadt und Land gestartet, dessen Reinertrag bem deutschen Sport zufließen soll. Die Vereine des Kreises Gießen sind bekannt dafür, daß sie mit ihrem Können hinter dem der Stadtvereine nicht zurückstehen, vor allem sind bie Spieler eifrig und spielen einen reinen Zweckfußball.
Die Landmannschaft wird folgendes Aussehen haben: Deuker (Steinbach); Kuhl (Hungen), Dambmann (Großen-Buseck); Eisenacher, Harbach (Großen-Buseck), Stumpf (Garbenteich); Schneider (Gr.-Buseck), Würz (Hungen), Lotz (Garbenteich), H o ch st e i n (Gr.-Buseck), Stumpf (Garbenteich). Ersatz: Velten (Grii- ningen).
Stadtmannschaft: Fischer (1900); Goß (1900), Schlitz (BfB.-R.); Jäger (1900), Anton (VfB.-R.), Heilmann (SA.); Nachtigall (1900), Funk, Benner (DfB.-R.) Kraft (1900), Ehmann (VfB.-R.).
Die Landmannschaft ist die stärkste, die zur Zeit zu stellen ist, wenn man von den Teutonen absehen will. Die Stadtmannschaft ist eingespielt (erstmals stellt sich wieder Heilmann vor), sie wird aber einen sehr schweren Stand haben, zumal die stabile Hintermannschaft der Gäste wenig Tore zulassen wird. Das Spiel wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen.
Heimische Schützen im llnieckeis-Msterschastskamyf.
Das Schießen um die Unterkreismeisterschaft der Schützen im Unter frei 5 Gießen, das unter Leitung des Kreisschützenführers Eduard G o n d n e r abgehalten wurde, stand im Zeichen des Krieges. Diele auswärtige Schützenvereine konnten sich an diesem Schießen nicht beteiligen, weil deren meiste Mitglieder zur Fdhne einberufen, sind. Es beteiligten sich daher zumeist nur ältere Schützen, die infolge ihrer Mehrarbeit au Hause weniger Zeit zum Ueben hatten, aber trotzdem gute Ergebnisse erzielten.
An dem Schießen beteiligten sich Hie vier Gießener Schützenvereine, ferner die VerÄne von Leihgestern, L i ch und Steinbach. Diesmal wurde die Unterkreismeisterschaft nur mit ber Kleinkaliberbüchse in militärischem und beliebigem Anschlag ausgetragen. Im militärischen Anschlag beteiligten sich 14 Mannschaften und 11 Einzelschützen, im beliebigen Anschlag 7 Mannschaften und 9 Einzelschützen, zusammen also 104 Schützen. Geschossen wurde auf 50 Meter, 12kreisige Ringscheibe, je fünf Schuß liegend freihand, kniend bzw. sitzend fteihand und stehend freihand in jeweils 5 Minuten.
Die Ergebnisse:
Militärischer Anschlag.
Jungfchühen-Mannfchaften:
Siegermannschaft: Die Jungschützen der Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 430 Ringen, und zwar die Jungschützen Gerhard Luft mit 105, Heinz Rau 114, Kurt Petri 109 und Günter Sundheim mit 102 Ringen. Sie erhält somit die Bezeichnung Unterkreisjugend-Meistermannschaft 1940.
Zweitbeste Mannschaft stellte die Sportgemeinde Steinbach mit 361 Ringen, und zwar die Jungschützen Ernst Haas mit 102, Erich Haas 102, Karl Fr. Haas 74 und Erwin Müller mit 83 R.
Die nächstbeste Manns chaft stellte ebenfalls Steinbach mit 294 Ringen, und zwar die Jungschützen Heinrich Haas I. mit 82, Ludwig Strauch mit 78, Karl Keßler 74 und Karl Reusch- ling mit 60 Ringen.
Als Einzelschüßen schossen die Jungschützen Heinz Schäfer, Postsport Gießen, 125, Richard Dern, Leihgestern, 108, Wilhelm Jung, Leihgestern, 104 R.
Ju g e n dm eist e r des Unterkreises Gießen wurde somit der Jungschütze Heinz Schäfer von der Postsportgemeinschaft Gießen.
Schützen, Mannschaften.
Meistermannschaft: Die Mannschaft der Sportgemeinde Steinbach mit 587 Ringe, und zwar die Schützen der B-Klasse Heinrich Klingelhöfer mit 157, Hrch. Ldg. Haas 144, Karl Nikolaus I 144 und Ludwig Haas VI. mit 142 Ringen. Diese Mannschaft ist somit Unterkreis-Meistermannschaft für 1940 geworden.
Einzelmeister des Unterkreises Gießen 1940 im militärischen Anschlag wurde Otto Scheller, Post- sportgemeinschaft Gießen, mit 157 Ringen. Es folgen nun die Ergebnisse nach den Wettkampfklassen geordnet.
A-ftlaffe.
Die Mannschaft des Schützenv^reins Gießen mit 579 Ringen, und zwar die Schützen: Willi Georg mit 149, Georg Schilling 148, Hch. Appel 145 und W. Schwinn mit 137 Ringen,
B-fUaffe.
Best Mannschaft: Sportgem. Steinbach mit 587 Ringen (Unterfreismeifter).
Zweitbeste Mannschaft wurde die erste Mannschaft der Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 559 Ringen, und zwar die Schützen: Karl Heitz 151, Willi Becker 141, Dr. Hans Wilhelmi 140 und Karl Neeb mit 127 Ringen.
Nächstbeste Mannschaft: Schützenverein Gießen mit 548 Ringen, und zwar: Karl Mootz 144, W. Kunert 138, Wilhelm Scheid 137 und Johs. Wessels mit 129 Ringen. Dann folgt die Mannschaft von Leihgestern mit 460 Ringen, und zwar: Eugen Velten 140, Wilhelm Jakobi 127, Wilhelm Volk 122, und Otto Schäfer mit 71 Ringen.
Einzelschützen: Heinrich Kern, Postsportgemeinschaft Gießen, mit 154 Ringen.
c-klaffe.
Mannschaften. Bestmannschaft: Post- svortgem. Gießen mit 571 Ringen, und zwar: Otto Scheller 157, Willi Flach 151, Herrn. Paul 135 und Fritz Hill mit 128 Ringen.
Zweitbeste Mannschaft wurde Steinbach mit 496 Ringen, und zwar: Heinrich Becker JV. 133, Karl Horn III. 131, Heinrich Mack III. 128 und Jakob Keßler mit 104 Ringen.
Nächstbeste Mannschaft wurde die Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 455 Ringen, und zwar: Ldg. Schneider mit 139, Herrn. Meckel 125, Georg Hammel mit 100 und Fritz Dewald mit 91 Ringen.
Einzelschützen: H. Gg/ Schmidt, Schützenverein Gießen, 131; Julius Funk, Schützeno. Gießen, 115 und Wilhelm Zehner, o. Poppe & Co. Gießen, 107 Ringen.
D-fUaffe.
Mannschaften. Best Mannschaft: Wett- fampfgem. der Fa. Poppe & Co. Gießen mit 502 Ringen, und zwar: Karl Jakob 139, Waller König 135, August Hof 129 und Ernst Sommerkorn mit 99 Ringen.
Zweitbeste Mannschaft wurde die Schützengesellschaft Lich mit 491 Ringen, und zwar: Willi Hahn mit 133, Hch. Textor 123, Julius Jhring 119 und Heinrich Menges mit 116 Ringen.
Einzelschützen: Karl Hartmann von der W.K.G. Poppe 8t Co., Gießen, mit 111, Hermann Kaiser von Poppe & Co. mit 108 und Ludwig Mack III., Steinbach, mit 55 Ringen.
Altersklasse:
V e st m a n n s ch a s t: Die Schützengesellschaft 1926, Gießen, mit 417 Ringen, und zwar: Heinrich Blum 118, Konrad Becker 118, Ed. Gondner 94 und Hans Götz mit 87 Ringen.
Beliebiger Anschlag.
Schuhen, Mannschaften:
Meistermannschaft wurde die Mannschaft des Schützenvereins Gießen mit 599 Ringen, und zwar die Schützen: Hch. Appel 157, Georg Schilling 152, Wilhelm Schwinn 146 und Willi Georg mit 144 Ringen. Vorstehende Mannschaft ist gleichzeitig die B e st m a n n s ch a f t der A-Klasse. Sie erhält ferner die Bezeichnung Unterkreis-^Meister- mannschaft im beliebigen Anschlag für 1940.
Einzelmeister: Hch. Appel, Schützenverein Gießen, mit 157 Ringen. Er erhält somit die Be
zeichnung Unterkreismeister in beliebigem Anschlag des Unterkreises für 1940.
B-Klasse:
Best Mannschaft wurde die Schützengesellschaft 1926, Gießen, mit 555 Ringen, und zwar die Schützen: Dr. Hans Wilhelmi mit 153, Willi Becker 143, Karl Heinz 134 und Karl Neeb mit 125 Ringen.
Zweitbeste Mannschaft wurde ’ der Schütz en verein Gießen mit 546 Ringen, und zwar die Schutzen: Johannes Wessels mit 145, W. Kunert 142, K. Mootz 138 und Wilhelm Scheid mit 121 Ringen.
Nächstbeste Mannschaft wurde Steinbach mit 540 Rrngen, und zwar die Schützen: Heinrich Klingelhöfer mit 143, Hch. Ldw. Haas 143, Ldw. Haas 130 und Karl Horn III. mit 124 Ringen.
C-fHaffe:
Bestmannfchaft wurde die Schützengesellschaft 1926, Gießen, mit 539 Ringen, und zwar die Schützen: Ldw. Schneider 152, Hermann Meckel 151, Gg. Hammel 122 und Fritz Dewald mit 114 Ringen.
Einzel schützen: Julius Funk, Sch.-Der. Gießen, 144; Hch. Becker II., Steinbach, 125; Wilhelm Zehner von Poppe & Co. Gießen, 121 und H. Georg Schmidt, Sch.-Ver. Gießen, mit 114 Ringen.
O-klasse.
Bestmannschaft wurde die Wettk.-Gem. der Firma Poppe & Co. Gießen mit 509 Ringen, und zwar die Schützen: Waller König mit 138, Karl Jakob 136, Ernst Sommerkorn 134 und August Hof mit 101 Ringen.
Einzelschützen: Karl Stork, Sch.-Ver. Gießen, 132; Hermann Kaiser von Poppe 8t Co., 109 und Karl Hartmann, ebenfalls von Poppe 8t Co., 105 Ringe.
Altersklasse.
Bestmannschaft Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 419 Ringen, und zwar die Schützen: Hch. Blum mit 115, Ed. Gondner 112, Konrad Becker 98 und Hans Götz mit 94 Ringen.
Das Schießen nahm einen planvollen Verlauf. Zum Schlüsse wurde noch eine von dem Kreisschützenführer Ed. Gondner gestiftete Ehrenscheibe stehend fteihändig herausgeschossen, die von Kamerad Hch. Blum von der Schützengesellschaft 1926 Gießen erschossen wurde.
Das Schießen um die Kreismeisterschaft sowie das Schießen mit Großkaliber fällt in diesem Jahre aus.
Das Schießen auf die Gaumei st erschüft findet in diesem Jahre voraussichtlich in drei Abteilungen in Gießen, Frankfurt und Kassel gleichzeitig am Sonntag, 15. September, statt.
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Wie nachträglich festgestellt wurde, war der Schütze Th. M. von Hörnsheim nicht berechtigt, an dem Schießen um die Kreismeifterschast am 6. August 1939 teilzunehmen. M. bleibt daher nicht Kreismeister 1939 des Kreises Gießen in Kleinkaliber milit. Anschlag, sondern Kreismeister wird der nächstbeste Schütze Daniel Becker von der Schützengesellschast Homberg (Oberhessen). Gleichzeitig fällt damit die Bestmannschaft Hörnsheim in der 0-Classe aus und rückt die Schützengesellschaft 1926 Gießen als Best Mannschaft auf. Als nächstbeste Mannschaft folgt dann Lützellinden.


