Ausgabe 
26.7.1940
 
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Ausnahmen abgesehen d-urch die indirekte, also rationalisierte und von Wirtschaftsgesetzen diktierte Kriegführung erworben worden.

Was es für die geistige Verfassung des Jnselmen- schen bedeutet, wenn jetzt im ganzen LandeBarri­kaden" errichtet werden, wenn die Bevölkerung auf­gerufen wird, Handgranaten und Schrotflinten zur Verteidigung" des englischen Bodens zu benutzen, braucht nicht weiter angedeutet zu werden. Diese durch die überlegene deutsche Diplomatie und die Genialität deutscher Heerführer erzwungeneUm­wertung aller Werte" in England ist nur einem geistigen Erdrutsch gleichzusetzen, der auf der einen Seite lähmendes Entsetzen, Hilflosigkeit, fahrige Ner­vosität und auf der anderen Seite jene geradezu grauenvolle Blindheit gegenüber der Wucht der Tat­sachen und eine Überheblichkeit hervorgebracht haben, die von jeher im Leben eines Volkes das sicherste Anzeichen beginnender Agonie bedeutete.

Aber man würde die augenblickliche Geistesver­fassung des Engländers noch nicht restlos ausge­deutet haben, wenn man nicht noch auf die däm­mernde Erkenntnis aufmerksam machen würde, daß die englische Monopolstellung in der Welt, jener an­

gemaßte Anspruch, die letzte Verfügungsgewalt über den Erdraum zu besitzen, heute bereits weitgehend von einer Architektur abgelöst ist, die nickt den Stempel der teils durch Zufall, teils durch Macht­instinkt, teils durch geschickte Ausweitung reiner See­stützpunkte erworbenen Oberherrschaft trägt, also nicht durch eine verwirrende Vielzahl sich überschnei­dender Linien geprägt wurde, sondern durch den lebendigen und zukunftsträchtigen Begriff des Le­bensraumes. Wie weit diese These bereits in das Bewußtsein der Völker eingedrunaen ist, be­weist, daß heute nicht einmal mehr m Amerika an die Prinzipien geglaubt wird, für die England an­geblich den Krieg herausforderte. In England frei­lich glaubt man, diesen sich neu bildenden Kraft­zentren durch überstürzteVerteidigungs"maßnah° men begegnen zu können, ohne 314 bedenken, daß em sich auflösendes Weltbild dadurch nur noch starker und erschütternder in den Blickpunkt der englischen Oeffentlichkeit gerückt wird, einer Oeffentlichkeit, die heute zu Gott betet, nachdem sie jahrzehntelang seine Wege, denen auch Völker zu folgen haben, sträflich mißachtete.

Das Geschenk Adolf Hitlers an den Duce.

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In Abwesenheit der englischenLöwen", die sich nur selten in dem Abwehrbereich der deutschen Jagdflieger an der französischen Küste sehen lassen, kommt Simba zu seinem Recht. Er ist ein Staffel­löwe deutscher Jäger und natürlich der Liebling aller. (PK.-Kling-Scherl-M.)

Die beiden Amerika in Havanna.

Formell auf Einladung Kubas, tatsächlich auf Anregung der Vereinigten Staaten, ist am Sonntag die panamerikanische Konferenz in Havanna zu einer Tagung zusammengetreten. Die eigentlichen Arbeiten haben am Montag begonnen.

Die rein politischen Telegramme über diese Ta- gung stellen vor allem den Plan eines panamertra- nischen Exportkartells heraus. Da sich die Ausfuhr der beiden Amerikas vor allem nach Europa orientiert, so liegt darin sicyerlich eine gewisse antieuropäische Tendenz. Die Telegramme der Wirtschaftskorrespondenten gingen aber wesent­lich weiter: danach ergibt sich die Absicht der Ver­einigten Staaten, den mittel- und südamerikanlschen Ländern über die Unabsetzbarkeit ihrer Haupterzeug­nisse im Augenblick mit Krediten hinwegzuhelfen, auf die Dauer aber die mittel- und südamerlkanl- schen Länder sowohl an einen Dolla-rblvck anzu­schließen, wie auch in militärische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu bringen.

In diesem Zusammenhang muß daran erinnert werden, daß die Vereinigten Staaten schon vor drei Jahren auf der damaligen panamerikanischen Konferenz in Lima, der Hauptstadt von Peru, ganz ähnliche Absichten verfolgten. Die Amerikaner haben auch seich er für Propagandazwecke erhebliche Gel­der ausgeworfen und auch versucht, sowohl militä­rische Jnstrukturen in lateinamerikanischen Landern unterzubringen, als auch ältere Kriegsschiffe, ins­besondere Torpedoboote und Zerstörer, zu ver- ^Schiller laßt seinen Wallenstein sagen:Leicht beieinander wohnen die Gedanken, / Doch hort im Raume stoßen sich die Sachen". Diese Erfahrung, die Wallenstein sammeln konnte, ist bisher den Vereinigten Staaten in ihren Bemühungen um Südamerika nicht erspart geblieben. Die Konferenz von Lima ging mit recht mageren Ergebnissen aus­einander. Das Wesentliche aller panamerikanischen Konferenzen ist, daß sie auf Empfehlungen an die einzelnen Regierungen beruhen, also nicht bindende Beschlüsse fassen. Es liegt auf der Hand, daß zwi-

glichen werde. Der Bericht weist darauf hin, daß aus früheren Ernten noch Reserven von einigen Millionen Doppelzentnern eingelaaert sind. Die diesjährige Ernte an Mais, Reis, Kartoffeln und H ü l s e n f r ü ch t e n ver- spreche außerordentlich g ü n st i g zu werden. In der Gesamchett biete daher die Lebensmittelbilanz Italiens ein besseres Bild als im vergangenen Jahre.

Staffellöwe Simba.

Vorschläge auf der Havanna-Konferenz.

Der Duce besichtigte in diesen Tagen einen Eisenbahn-Flakzug mit einer Flugabwehrausrustung von außerordentlicher Feuerkraft, den ihm der Führer zum Geschenk machte Unser Bild zeigt die beiden Flakwagen mit der deutschen Mannschaft, die in Kürze nach entsprechender Instruktion durch die ita­lienische Besatzung des Zuges abgelöst wird. (Associated-Preß-M.)

Oer Kampf um Moyale.

USA. verlangen Schirmherrschast über nichtamerikanische Besitzungen.

Rom, 25.Juli. (DNB.) Der Korrespondent der Agentur Stefani in Addis Abeba berichtet aus­führlich über die unaufhörlichen Aktionen der italie- nischen Wehrmacht, insbesondere der Luftwaffe, gegen Moyale in Brittsch-Ostaftika (Kenia). Die englischen Truppen machten den Versuch, die italie­nischen Eingeborenenbataillone durch den ungewohn­ten Stellungskrieg zu zermürben. Fast täg­lich sanden über Moyale heftige Luftkämpfe statt, 1 in denen die Engländer stets zurückgeschlagen wur­den. Planmäßig fuhr ein Teil der italienischen Truppen fort, Die Engländer frontal anzugreifen, die sich auf das Fort Harrison stützten. In­zwischen erreichte eine schnelle Truppenkolonne der Italiener den Straßenknotenpunkt von Mandera, und eine zweite Kolonne erreichte Talaba und Tercali, indem sie so die an­dere Straße abschnitten, die in die Nähe von Moyale führt. Gleichzeittg wurde das englische Fort Jlu und andere Postenstellungen erobert, womit den Engländern jeder wichtige Verbin­dungsweg abgeschnitten wurde. Es blieb ihnen nur n'b ch die Flucht übrig. Hierzu entschloß sich bami das Oberkommando auch und überließ den Schutz des Forts Harrison den farbigen Trup­pen. In der Nacht zum 16. Juli gab das italienische Oberkommando den Truppen Befehl zum Angriff. Der Feind war nicht auf einen derartigen Ansturm gefaßt, verteidigte sich aber hartnäckig. Die italieni­schen Truppen durchbrachen die Verteidigung, die italienische Fahne wehte bald auf den Zinnen des Forts Harrison, das von den englischen Truppen in wilder Flucht geräumt wurde. Damit war auch das Schicksal von Moyale besiegelt.Am folgenden Tage", so schließt der Stefani-Bericht,unterwarf sich die Bevölkerung der italienischen Regierung für immer!"

Zwei weitere italienische Verlustlisten.

Rom, 25. Juli. (Europapreß.) Das Große Haupt- quartier veröffentlicht zwei weitere Verlustlisten. Die erste Liste umfaßt die Namen von 31 Unteroffizie­ren und Soldaten, die an der W e st fr 0 n t ge­fallen sind. Die zweite Liste zählt die Namen von 55 Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten auf, die an der libysch-ägyptischen Grenze ihr Leben für das Vaterland ließen. Die Blätter wid­men den auf dem Felde der Ehre Gefallenen ehrende Nachrufe. Die Gefallenenlisten, so schreibt Giornale d'Jtalia", lieferten einen neuen Beweis für den Heldenmut der italienischen Soldaten, die stets bereit seien, sich zu opfern, um dem Siege Ita­liens den Weg zu bereiten und England die junge unwiderstehliche Kraft des faschistischen Italiens darzutun. Diese Soldaten würden im Leben des großen italienischen Imperiums und des neuen Europa gegenwärtig sein, für die sie ihr Blut ge­geben hätten. Sie seien die Legionäre des wieder­erstandenen Rom, die Träger einer neuen Zivilisa­tion, die in diesem Rom vom Duce geschaffen wor­den fei.

VerbefferteLebenSmittelbilanzZtaliens

Rom, 25. Juli. (Europapreß.) Nach einem Be­richt des Landwirtfchaftsministers wird sich die dies­jährige italienische Getreideernte auf rund 73 Millionen Doppelzentner (gegenüber einem Durchschnitt von 80,7 Millionen Doppelzentner in den drei vorhergehenden Jahren) stellen. In Nord- und Mittelitalien habe die Ernte unter der Kälte und dem Regen zu leiden gehabt. In Süditalien und in Sizilien dagegen habe der Ertrag den des Vorjahres um 4 bis 21 v. H. übertroffen, ohne daß dadurch aber der Ausfall in Norditalien äusge-

Havanna, 26.Juli, (DNB.) Auf der Havanna- Konferenz wurden am Mittwoch insgesamt sieben Vorschläge eingereicht. Der bolivianische Delegierte brachte einen Vorschlag zum Bau einer Eisen­bahn vom Atlantik zum Pazifik, von Santos (Brasilien) durch Bolivien . nach Arica (Chile) ein. Der zweite Vorschlag kam ebenso wie die folgenden vier von den Vereinigten Staaten und enthielt allgemeine Richtlinien für wirt­schaftliche Zusammenarbeit, ohne jedoch auf Einzelheiten einzugehen. Der dritte Vorschlag richtete sich gegen die von fremden Regierungen Dirigierte Propaganda, die einen Wechsel in der Regierungsform amerikanischer Staaten be­zweckt, hier Unruhe Hervorrufe und die demokra- ttschen Systeme der Amerika-Staaten gefährden könnte. Der vierte Vorschlag betrifft. Die nicht- amerikanischen Besitzungen auf der westlichen Halbkugel und schlägt vor, daß fünf ame­rikanische Staaten notfalls die Schirmherr­schaft (Fideicomiso) über gewisse Gebiete dieser Art übernehmen. Der fünfte Vorschlag schlägt einen panamerikanischen Vertrag über das gleiche Thema mit dem Ziel vor, gewaltsame Aende- rungen der Souveränität der westlichen Halbkugel nicht anzuerkennen und entsprechende Gegenmaß­nahmen zu beschließen. Der sechste Vorschlag be­trifft die Betätigung der di p l 0 m a ti s ch e n k 0 n - sularischen Vertreter in den amerikanischen Republiken und bezweckt Vorschriften, die ihre Ein­mischung in amerikanische Verhältnisse verhindern sollen. Der 7. Vorschlag stammt von Kuba und be­trifft ebenfalls den Wechsel in der Souveränität europäischer Besitzungen. Kuba schlägt vor, daß die amerikanischen Republiken das betreffende Gebiet vorübergehend besetzen, daß aber Die Kolonie das unveräußerliche Recht behalte, sich selbständig zu erklären oder sich einem an­deren Amerika st aat anzuschließen.

Die Abordnung Boliviens, so berichtet Giornale d'Jtalia^ aus Havanna, sei mit der Aus­arbeitung eines kontinentalen. Vertei­dig ungsplanes beschäftigt, dessen Bestimmun­

gen allerdings so umfangreiche Verpflichtungen enthalten, daß der Plan einem wahren und ausge­sprochenen Bündnis der amerikanischen Repu­bliken gleichkäme. Besondere Bedeutung werde einer Aussprache des Führers der argentinischen Abord­nung, Dr.' M e l 0 , mit dem Führer der chilenischen Abordnung, S ch n a k i, zugesprochen, die beide für Die strengste Einhaltung Der Neutralität ein­träten. Die brasilianische Presse, so berichten Tribuna" undLavor0 Fascista" aus Havanna, verhalte sich sehr zurückhaltend. In besttmm- ten Fragen des inneren Aufbaues und insbesondere in bezug auf Die wirtschaftspolitischen. Pläne Der USA. stelle sich Die brasilianische Presse sogar offen gegnerisch ein.

Argentinische Kritik.

Buenos Aires, 25. Juli. (DNB.) Mit be­merkenswerter Schärfe roenDet sich Die Zeitung Prensa" gegen das USA.-Projekt eines Kollek­tiv m a n d a t e s über die Kolonien und Besitzun­gen der europäischen Mächte auf Dem amerikani­schen Kontinent. Man könne schon jetzt voraus- sagen, schreibt Das Blatt, daß der Plan keines­falls die Billigung Argen tl nie ns fin­den werde.Ein solcher Entschluß würde dem Selbst­bestimmungsrecht der Völker widersprechen, welches Der oberste GrunDsatz der amerikanischen Demokra­tien sei. Das Blatt rückt auch von den Kartell- plänen Washingtons ab. Mit riesigen Geld­mitteln allein könnten Die Vereinigten Staaten das Problem nicht lösen. Die Schwierigkeiten eines zu- friedenstellenDen Wirtschaftsaustausches zwischen Den amerikanischen Nationen hätten in Wirklichkeit zwei Hauptgründe: den staatlichen Protektionismus und Die Monopolstellung des USA.-Kapi­tal s. So lange Die Regierung ihre Beschränkungen für Die Einfuhr nicht ändere, sei an eine Besserung Der Wirtschaftsbeziehungen nicht zu Denken. Es sei ein Gebot für Die Demokratien, die gigantische Vor­machtstellung des norDamerikanischen Kapitals zu bekämpfen, das sich in starrem Eigennutz Dem freien Handel entgegenstemme.

Leben und Kraft.

Ein Wort

zur großen Deutschen Kunstausstellung.

Don Dr. Kurt Darges.

Unsere deutsche Kunst ist gegenwartsnahe und hell, unmittelbar Ausdruck unseres geiftigen Ringens und unserer Ueberzeugung. Die fast unerschöpfliche Fähigkeit unseres Zeitalters, mit einem neuen inneren Wissen an die geistigen Dinge Der uns umkreisenden Epoche heranzutreten, erfüllt Schöpfer und Nachschöpfer. Unser nationalfozialisttsches Le­bensgefühl weiß um jene überall spontan wirken­den Kräfte, Die eine neue Form des Erlebens und Des Erkennens herbeiführen.

Zu unserem neuen Glauben führt ein neuer Weg, zu unserer neuen Kunstäußerung eine neue Kunst­gesinnung. Samstag wird in Der HauptstaDt Der Bewegung die große Deutsche Kunstaus­stellung eröffnet. Sie ist eine Demonstration unserer politischen Stärke, unserer kulturpolitischen Haltung, unseres künstlerischen Urteils und erfaßt alles, was Leben unD Kraft bedeutet. Was wir an Gemälden und Plastiken im Hause der Deutschen Kunst sehen werden, sind Schöpfungen des mensch­lichen Geistes, geboren aus der JDee des Schönen und Erhabenen, Kraftvollen und Der gestaltenden Phantasie. Was wir in München sehen, entspringt Der Bildungsgeschichte der nationalsozialistischen Weltanschauung. Es sind nicht mehr Der unmelo­dische, ungesunde, krankhafte Unendlichkeitsdrang des Künstlers, sondern Das schöpferische Bilden Der Kräfte, das Schönheitsideal, die Phantasie, das Erfinden und Erschaffen, die Aufschwungkraft eines gesunden Geistes. Was wir heute an Werken der bildenden Kunst schaffen, was wir heute unter Farbe, Licht und Schatten, Themengestaltung, Pin- selsührung, zeichnerischer Handschrift und tonigem Farbklang verstehen, kennzeichnet zugleich die gei­stige Haltung unserer Maler und Bildhauer.

Die Konzentratton der künstlerischen Schöpfung haben wir Dem Führer zu danken, der Die Gesetz­mäßigkeit, Schönheit, Phantasie und Natürlichkett als gemeinsame Wurzel künstlerischen Gestaltens an»

sieht und von Der schaffenden Kunst, von Den Ma­lern und Bildhauern, Plastikern oder Architekten die selbstverständliche Hinneigung zum Ursprüng­lichen, zur Wachstumsganzheit fordert. Denn das Entstehen der modernen Kultur im nattonalsoziälisti- schen Großdeutschland als Offenbarung für Die gesamte menschliche Kultur des Abendlandes war ja nur möglich, weil an Stelle des spaltenden Dolks- organismus Idee, Schönheit und Reinheit der Ge­sinnung und der bewußte Oemeingeift traten: Wir meinen die Heranführung aller Volksgruppen an die Kunstschöpfung. Jedes Werk, das geschaffen wird, und Den Menschen erhöhen, Den c^aratter bilden soll, ist in seinem Tiefsten eine indiyiDuelle Schöpfung; zwar nicht aus träumenden oder ge­heimnisvollen Anschauungen heraus gestaltet, son­dern im schönsten Einklang mit den Kunstauffassun­gen Des Staates.

Nach Dem Geschmack und Der Artung allein jedoch kann man auch nicht malen, wenn Die schöpferischen Kräfte nickt stark genug sind. So wird in München das schöpferische Gut gesichtet, nach seiner ästhett- schen Form, nach seinen Mottven, Wendungen, Prägungen und seiner absoluten künstlerischen Lei­stung ausgesucht. Als wir vor Drei Jahren in Der AusstellungEntartete Kunst" Gipfelpunkte wider­natürlicher Artung zu Gesicht bekamen, Da wurDe uns nicht nur Der Unterschied, sondern hie künst­lerische Schöpfung, als Symbol Der Größe unD Schönheit Des nationalsozialistischen Zeitalters offenbar. Wir stehen wieder vor Bildern, bei Denen sich der einfache, harmlose Mensch etwas denken kann. Sie sind Ort und Spiegel des Glückes und der Schönheit zugleich. Das klare einfache Rot oder Grün lassen bei Aktgemälden oder weiträumigen Landschaftsbildern das Gefühl der Erhabenheit oder Verklärung aufkommen. Die Werke Der Kultur- bolfchewisten, aus Hemmungslosigkeit und Rausch­gift! au ne geschaffen, sind deshalb beim Volk so schnell in Vergessenheit geraten, weil ihnen Die na­türlichen Beziehungen zum Leben fehlten, weil sie eine ausgesprochene Standeskunst Der intellektuellen Judenclique darstellten. Wir haben heute große Meister unter den Malern und Bildhauern. Im Dienste dieser Meister, zu denen sich viele kostbare Namen gesellen, werden die Jüngeren ihre eigene Meisterschaft erringen.

Der Weg zu Isabel."

Ein Tobis-Film Erich Engels.

Wir kennen Den baltischen Dichter Frank Thieß aus einer Reihe Romane und Novellen als psychologischen Deuter komplizierter erotischer Beziehungen. DenWea zu Isabel" führt Das Schicksal einen Mann, der Das Bild seiner früh verstorbenen Geliebten in der verschollenen Tochter sucht, aber als er sie findet, tritt ihm etwas ganz Fremdes entgegen. Noch ehe sie wissen, daß sie Vater und Tochter sein sollen, fühlen sie tiefe Liebe zueinander. Sie steht vom ersten Augenblick wie ein lastender Alpdruck zwischen ihnen, bis eine Aus­sprache den Konflikt der Gefühle enthüllt, Dem Die Tochter Durch Die Flucht sich entzieht. Die Losung bringt Das Aufdecken Des Schwindels eines gräf­lichen Erbschleichers, es stellt sich heraus, daß die GefimDene nicht Die gesuchte Tochter ist, diese ist in Wahrheit langst tot, Der Weg zu Isabel ist frei.

Es beburfte der ganzen künstlerischen Fein­fühligkeit eines Regisseurs, wie es Erich Engel ist, um diesen spröden, so wenig gegenständlicken und mit seinem Schwerpunkt ganz in Der seelischen Ebene liegenden Stoff für Den Film zu erschließen. Der szenische Kontrast zwischen der soliden, behäbig- breiten Atmosphäre eines mecklenburgischen Guts­hauses, Der Heimat des Vaters, und Dem Talmi- Flitter eines Drittrangigen Kabaretts in einer süd- französischen Großstadt, in bem bie vermeintliche Tochter als Soubrette auftritt, dieser Konttast lockert Die Handlung merklich auf, zumal Die ge­schickte Hand der Regie diese Verschiedenartigkeit des Milieus durch scharfe Charakteristtk einer Reihe bezeichnender Typen deutlich gemacht hat. Hierzu zählen Maria Koppenhöf er, die bei aller Härte in Stimme und Ausdruck bas Französische einerunfeinen Person" Der Demirnonde erstaun­lich gut traf, Aribert Wäscher mit Den Pascha- launen und unzweideutigen Liebhabereien eines Tingel-Tangel-Diktators, Rudolf F e r n q u , Der verlotterte, dekadente Grafensproß mit Dem fatalen Stich ins Hochstaplerische, scharf abgesetzt von der nicht nur äußerlichen Vornehmheit seines gräflichen Onkels, den Wolf von Benneckendorff sehr nobel angelegt hat, schließlich Hubert von Meye- rin cf als ein fieser Bursche aus dem Tinge!»

Tangel-Mitteu und auf der anderen Seite Der Guts- efretär Rolf Weihs, ein netter, frischer Junge, )er nicht auf den Mund gefallen ist, Max Gül- 10 r f f als verständnisvoll-gütiger Seelenarzt und Annemarie Holtz als die in ihren älteren Rechten sich bedroht fühlende Hausfreundin. Den Vermittler hin und her machte Herbert Hübner als Rechts­anwalt Beauchamps.

Die ganze Problematik Des Films liegt in Der Schwierigkeit, Die seelische Situation zwischen Vater und vermeintlichen Tochter als Zustand ohne Mög­lichkeit einer Entwicklung durch Den ganzen Ablauf des Films in seelischer Spannung zu erhalten. Hier standen Hilde Krahl, von einer herben (Strenge des Ausdrucks, gepeinigt von ihren Gefühlen und doch scheu und verhalten, und Ewald Balser, schwerblütta, versonnen, beherrscht, vor einer un­geheuer Delikaten Aufgabe, der sie mit einem sehr feinnervigen Zusammenspiel beizukommen suchten.

Dr. Fr. W. Lange.

Zeitschriften.

Eine eindrucksvolle Aufnahme Des Denkmals zur Erinnerung an Den Durchbruch bei Brzeziny 1914 von Dem jungen Berliner Bildhauer ADolf Wamper ist Dem Augustheft DerK u n ft" (Verlag F Bruckmann, München) vorangestellt. Marttn Wackernagel gibt einen Ueberblick über die italie­nische Malerei Der Gegenwart. Franz Ottmann be­richtet über Neuerwerbungen Der Oesterreichischen Galerie, Wiem Eine AusstellungVierzehn Mün­chener Maler" bespricht Ulrich Christoffel. Karl Lohmeyer widmet Dem Spitzwegschüler Karl Happel, einem pfälzischen Maler, Worte Der Erinnerung. Der zweite Teil zeigt ein formschönes Haus des Stuttgarter Architekten Paul Darius. Der Innen­architekt Felix Hummel, München, hat es unter­nommen, eine Altbau-Villa umzubauen. Die Ab­bildungen zeigen, wie er diese nicht leichte Aufgabe glücklich gelöst hat. Der Stuttgarter Gartengestalter Otto Dalenttn hat einen Garten angelegt, Der Den Gartenfreund begeistern wird. Auf einer Alm im bayrischen Allgäu haben Die Architekten Eisenlohr und Pfennig, Stuttgart, ein ideales Ferienhaus gebaut. Abbildungen von Inneneinrichtungen Der Werkstätten Der Deutschen Wertmöbel in Fürth zeigen guten Geschmack. M. Donner gibt Hinweise Äur Pflege von BilDteppichen. Bernhard Sie-en zeigt schönes, mit Dem Hammer getriebenes Silbergerät.