Ausgabe 
26.7.1940
 
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Deutsche Kampfflugzeuge griffen trotz schlechter Wetterlage den britischen Schiffsverkehr im Kanal und an der Küste Osienglands, sowie Industrie­anlagen in Südoftengland und Schottland an.

Wie bereits bekanntgegeben, wurde dabei ein Ge- leitzug von fünf Handelsschiffen mit einem Gesamt­inhalt von 17 000 VRT. vernichtet; außerdem er­hielten drei weitere Handelsschiffe so schwere Bom­bentreffer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Angegriffen wurden ferner u.a. die Vickers-Flug­zeugwerke bei Weybridge, wo auf dem Werkflug- plah vier feindliche Flugzeuge am Boden vernich­tet wurden, Industrieanlagen bei Great Mrmouth und bei Glasgow.

3m Verlauf der Angriffe auf die britischen Geleit­züge kam es verschiedentlich zu heftigen Luftkämp­fen zwischen unseren und britischen Jagdflugzeugen, in deren Verlauf 6 feindliche Flugzeuge abgeschof- fen wurden.

3n der Nacht zum 25. 3uli fanden wieder feind­liche Einflüge in vorddeutfchland statt. Schaden wurde durch Bombenangriffe nicht angerichtet.

Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern 10 Flugzeuge, davon wurden 6 im Luftkampf, 4 am Boden vernichtet. J6 eigene Flugzeuge werden vermißt.

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Diese Zeilen gilt es festzunageln für die Zeit, wenn die Verantwortlichen für einen irrsinnigen Heckenschützenkrieg Rede und Antwort stehen müssen gegenüber ihrem eigenen ins Unglück gestürzten Volk und gegenüber dem Weltgewissen.Hand' granaten in jedes Dorf", diese Parole reiht sich wür­dig den bereits bekannten Ausrufen und Anord­nungen an, durch die die englische Bevölkerung zu einem ebenso sinnlosen wie verbrecherischen Wider­stand ausgefordert und ermuntert werden soll im Dienste der Derbrecherclique Churchill, Duff Cooper usw.

Genugtuung für Neuilly.

Der bulgarische General Schekoff über seine Eindrücke an der Westfront.

Sofia, 25. Juli. (Europapreß.) Der frühere Oberkommandierende der bulgarischen Armee im Weltkrieg, General S ch e k o f f, der auf Ein­ladung des Oberkommandos der Wehrmacht 'die Westfront besuchte, schildert in der Zeitung9Jlir" seine Eindrücke. Er hebt hervor, daß er überall herzlich ausgenommen wurde. In Neuilly, wo der für Bulgarien so grausame Frieden geschlossen wurde, habe ihm im historischen Saal des Rat­hauses, wo die Unterzeichnung erfolgte, der Kom­mandant von Paris das Goldene Buch von Neuilly als Geschenk für das bulgarische heeresmuseum überreicht. Dieser Akt habe auch eine symbolische Bedeutung als Genugtuung für die Erniedrigung, die Bulgarien einst erdulden mußte und als Beweis dafür, daß der Friedens­vertrag nicht mehr existiere. General Schekoff schreibt weiter, daß er seine Rührung nicht verber­gen konnte, als die deutsche Ehrenkompanie ihn in Neuilly mit den Klängen der bulgarischen Natio­nalhymne begrüßte.

Wieder Flugzeuge über Gibraltar.

Madrid, 26. Juli. (Europapreß.) Die englische Festung Gibraltar wurde am Donnerstagmorgen erneut dreimal von feindlichen Flug­zeugen überflogen, wie von der spanischen Grenze beobachtet werden konnte. Die englische Luftabwehr trat in lebhafte Tätigkeit, ohne jedoch einen Abschuß zu erzielen

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Deutsche Kampfflugzeuge versenken 43000 BRT. im Kanal.

Erfolgreicher Angriff auf britischen Geleitzug. - 11 Handelsschiffe versenkt. - Drei Handelsschiffe von 12000 BNT. und zwei Zerstörer schwer beschädigt.

deuten und sprachen Todesurteile aus, um nicht gegebenenfalls als zu nachgiebig gegenüber Landes­verrätern bezeichnet zu werden. Das Innenmini­sterium muß nunmehr zugeben, daß sich die Ge­richtsbehörden auf Grund oorgekommener Ungerech­tigkeiten gezwungen sehen, fast alle in der letzten Woche ausgesprochenen Todesurteile erneut

$rtitag,26.juli 1940

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr desVormittags

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Berlin, 26.3uli. (DNB.) Deutsche Kampf­und Sturzkampfflugzeuge erzielten am Donnerstagnachmittag und -abend wiederum einen bedeutenden Erfolg im Kanal. Vach den bisher vorliegenden Meldungen wurden aus einem durch See- und Luftstreitkräfte stark gesicherten britischen Geleitzug von 23 Schiffen elf Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 43 000 BRT. versenkt und drei weitere Han­delsschiffe mit zusammen 12 000 BRT. in Brand geworfen oder so schwer beschädigt, daß mit ihrem Totalverlust gerechnet werden kann. Außer-em gelang es, einen modernen briti­schen Zerstörer in Brand zu werfen und einem anderen schwere Beschädigungen

Hbeizubringen.

Der Wehrmachlsbertcht vom Donnerstag.

Berlin, 25. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei einem Vorstoß gegen die englische Südküste versenkte eines unserer Schnellboote südlich Port­land einen 18 000 BRT. großen bewaffneten feind­lichen Handelsdampfer durch Torpedofchuß.

Keine Entlastung für Churchill.

Die volle Verantwortung für den Tod französischer Soldaten beim Untergang der »Meknes- trifft die britische Regierung.

Die deutsche Luftwaffe beherrscht den Kanal

Auch bei schlechtem Wetter ist kein britischer Geleitzug sicher.

Von Kriegsberichter H. Th. Wagner.

überprüfen.

Fluchtvorbereitungen der englischen Königsfamilie.

Mailand, 25. Juli. (DNB.)Gazzetta del Pa- polo" berichtet, baß die englische Königsfamilie be­reits Vorbereitungen für ihre geheime Ab­reise nach Kanada treffe. Der Inspektor von Scotland- Yard, F. W. Cameron, der persönliche Sicherheitsattache des englischen Königs, sei auf der Durchreise in Lissabon gewesen. Cameron habe den König im vergangenen Jahre auf seiner Reise nach Kanada und den Vereinigten Staaten begleitet. Die Kinder des Königspaares sollen bereits in Kanada eingetroffen fein und sich in Montreal aufhalten.

Berlin, 26. Juli. (DNB.) Um feine gefährdete Stellung in letzter Stunde zu retten, hat Churchill heute zu einem niederträchtigen Mittel seine Zu­flucht gesucht. Wie der Erste Lord der britischen Admiralität, Alexander, im Unterhaus mitge- teilt hat, soll ein deutsches Kriegsschiff den französischen DampferM e k n e s", der sich mit 1300 französischen Offizieren und Soldaten an Bord auf der Rückfahrt von England nach Frank­reich befand, torpediert haben. Den Angaben Alexanders zufolge sei *ber Transport der französi­schen Regierung angemeldet worden, damit diese bei der deutschen Regierung für ein sicheres Geleit sorge. Das Schiff habe die ftanzösische Flagge ge- fiihrt, die auch an der Bordwand aufgemalt gewesen sei. Dieses Schiff sei identisch gewesen mit dem im deutschen Wehrmachtsbericht als versenkt gemeldeten 18 000-Tonnen-Dampfer.

Es entspricht der englischen Taktik, diesen Vorfall sofort propagandistisch gegen Deutschland auszu­nutzen. Diekleine Differenz" zwischen dem von Deutschland versenkten 18 000-Tonnen-Schrft und der aus jedem Schiffsregister ersichtlichen Tonnage von 6000 Tonnen, die dieMeknes" nur aufweist, spielt natürlich für Herrn Churchill keine Rolle, da es ihm nur darauf an kam, seinem Propagandatrick durch eine recht stattliche Tonnagezahl ein größeres Gewicht beizulegen. Die britische Admiralität teilte schon vor einiger Zeit mit, daß England alle fron» zösischen Handelsschiffe beschlagnahmen und unter britischer Flagge fahren lassen wurde. Solche ftanzösischen Schiffe, auf denen die ftanzösische Be­satzung sich zum Dienst zur Verfügung stelle, hatten unter französischer Flagge zu fahren. Auf diese Mit­teilung hin mußte die deutsche Regierung durch die Waffenstillstandskommission die französische Regie­rung natürlich wissen lassen, daß Deutschland unter diesen Umständen auch die unter franzö­sischer Flagge fahrenden Handels­schiffe ab 23. Juli als feindliche Schiffe behandeln müsse, und daß die deuffchen Kriegs­schiffe demenffprechende Befehle erhalten hätten. Eine Sonderregelung für Schiffe, die im Dienst oder im Auftrag der legitimen französischen Regierung fahren würden, war vorgesehen. Danach wäre es

Verordnung geführt, daß Vieh, besonders Schweine, notgeschlachtet werden mühten. Diese Maß­nahme sei unverständlich, wenn man bedenke, daß die argentinische Maisernte so groß sei, daß sie den Bedarf ganz Europas hinlänglich decke und daß sich laut offiziellen englischen Erklärungen die Seeherrschaft ausschließlich in den Händen von Albion befinde. Daraus gehe also hervor, daß es mit der sog. Seeherrschaft nicht weit her sei.

Geheime Parlamentssitzungen

Stockholm, 25. Juli. (DNB.) Das Durch­einander in London und das Auftteten starker Meinungsverschiedenheiten in der plutokratischen Hochburg ergibt sich au5 der Abhaltung neuer Geheimsitzungen beider Häuser des britischen Parlaments. Laut einer Reutermeldung teilte A11lee im Unterhaus mit, daß das Unter­haus am Dienstag in einer Geheimsitzung über die auswärtigen Angelegenheiten debattieren werde. Attlee fügte in Beantwortung von Fragen verschie­dener Abgeordneter bezeichnenderweise hinzu, die Mehrheit des Hauses sei wohl der Ansicht, daß hierüber in diesem Augenblick eine Geheimsitzung mehr am Platze sei als eine öffentliche Sitzung, lieber die gestrige Geheimsitzung des Oberhau­ses berichtet Associated Preß, die Lords hätten eine außenpolitische Entschließung angenommen, die von dem Sekretär des Sprechers der Regierung, Downingson, zu einem Protest des Labour- Lords Addison eingebracht worden sei. Man habe die Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des Abkommens mit Japan über die Schließung der Burma-Route erörtert. Einige Mitglieder des Ober­hauses hätten dieses Abkommen alsbeschä­mend" bezeichnet.

Im Unterhaus erwiderte der Innenminister auf eine Frage, daß die Zahl der Haftbefehle gegen Mitglieder der Mosley-Bewegung 500 über­schreite. In der letzten Zeit sind in England zahlreiche Todesurteile gefällt worden unter Anwendung des Gesetzes zur Verteidigung der Staatssicherheit. Es hat sich jedoch herausge­stellt, daß nicht wenige Urteile ausgesprochen wur­den unter Zugrundelegung falscher oder böswilliger Aussagen. In verschie­denen anderen Fällen wußten die amtterenden Rich­ter die Gesetze^paragraphen nicht einwandfrei zu

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wieder vor ihren Zelten versammelt und besprechen das großartige Kampfergebnis. Die Meldungen fliegen durch den Draht zum Gefechtsstand des Commodore. Der reibt sich vergnügt die Hände, und die Offiziere gratulieren durch Funk und Droht ihren erfolgreichen Kameraden.

Oie argentinische Maisernte hilft England nicht mehr.

Notschlachtungen infolge Futtermangels.

Madrid, 26. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Londoner Berichterstatter des Blattes ABC. schreibt, das englische Defizit werde dieses Jahr ungefähr 2800 Millionen Pfund erreichen, infolge der neuen Steuern {Hegen d i e Preise sämtlicher Der­brauchsgüter in England ständig. Mit dem vielße- rühmten englischen Lebensstandard sei es endgültig vorbei. Die Zeit des Ueberflusses an Lebensrnitteln habe nun aufgehört, obwohl man noch nicht direkt von Mangel reden könne. Der Mangel an Vieh fu tter habe bereits zu der einschneidenden

Wehrmachtsbericht meldete, griffen deutsche Kampf- i flugzeuge einen englischen Geleitzug bei s ch l ech­te ft e m Fliegerwetter an und versenkten ' von sechs großen Schiffen durch zahlreiche Volltreffer innerhalb weniger Minuten 5 Schisfe Zwischen 2000 und 5000 Tonnen. Seit vorgestern liegen schwere Regenwolken über dem Ka­nal. Nur ab und zu wird die Sicht ein wenig besser, undeutlich hebt sich dann die englische Kanal­küste vom Horizont ab. An sich ist es kein Wetter für eine erfolgversprechende Tätigkeit. So dachten die Engländer, und sie glaubten, sie könnten bei derartig schlechter Sicht ihre Geleitzüge durch den Kanal entlang schicken.

Zwei feindliche Gelettzüge waren gemeldet wor­den, der erste wurde angegriffen trotz schlechten Wetters. Der Verband wurde auseinandergesprengt, nach einiger Zeit war auch der zweite Geleitzug herangekommen, so daß nun beide Geleitzüge ver­einigt waren. Der zweite Geleitzug mit sechs großen Transportern befand sich bereits südöstlich Dover, als unsere Kampfflugzeuge starteten. In wenigen Minuten hatten sie die französische Kanalküste er­reicht. hier und da war die Wolkendecke ein wenig ausgerissen. Der Staffelkapitän entdeckt den zweiten Geleitzug. Befehl zum Angriff. Die Flugzeugführer verständigen sich durch Funkspruch. Inzwischen krei­sen deutsche Jäger, die ebenfalls rasch gestartet sind über den Kampfmaschinen, aber es ist kein eng­lischer Jäger zu sehen. Die deutschen Maschinen be­herrschen den Kanal und die englische Sudküste.

Im Befehlsstand des Kommodore der deutschen Kampfverbände herrscht hochbettieb, fieberhaft wird jede Meldung verfolgt. Man kann leider bei diesem schlechten Wetter die Ereignisse 25 Kilometer weiter mit dem Fernglas nicht mehr verfolgen. Sonst, bei guter Sicht, ist es möglich, die Matrosen auf den Schiffen Herumlaufen zu sehen. Jetzt haben die Engländer drüben an der Küste bei Dover dos Donnern deutscher Motore gehört, Hunderte von Augen mögen drüben den Himmel absuchen. Aber sehen können sie nichts, immerhin wirbeln, nun eng­lische Flakgranaten zum Himmel empor. Zwecklos verpuffen die Sprengstücke zwischen den Wolken.

Der Staffelkapitän drückt auf den Auslöseknopf der Bombenabwurfvorrichtung, und nun saust die schwere deutsche Bombe auf das erste Schiff nieder, einen etwa 5000 Tonnen großen Transpor­ter. Die begleitenden englischen Kriegsschiffe haben wohl erst jetzt die deutschen Maschinen bemerkt. Viel zu spät, um jetzt noch die Schiffsflak in Aktion tre­ten zu lassen. Eine riesige Stichflamme schießt em­por. Trümmer des getroffenen englischen Schiffes wirbeln durch die Luft. Volltreffer! Schon längst hat der deutsche Flugzeugführer seine Ma­schine hochgerissen, und inzwischen prasseln auf die übrigen Einheiten des englischen Geleitzuges die deutschen Bomben herab.

Der erste 5000-Tonner brennt und beginnt zu sinken. Der zweite, etwas kleiner, erhält sechs Tref­fer. Das Heck ist ihm abgerissen worden, auch er legt sich langsam zur Seite. Der dritte erhält mitt­schiffs zwei Volltreffer kurz hintereinander und ver­schwindet ein paar Sekunden darauf in den Fluten, ein weiterer steht in Hellen Flammen. Er treibt mit starker Schlagseite, der Bug verschwindet schon unter dem Wasser und der fünfte englische, 2500-Tonner, braucht knapp zwei Minuten, bis er auf dem Grunde des Kanals angelangt ist und den großen englischen Schiffsfriedhof um eine weitere schone Schiffsleiche vermehrt.

Ein einziges -deutsches Kampfflugzeug hat einen Flaktreffer in einen Motor erhalten. Die Maschine kehrt mühelos mit der Kraft des anderen Motors Aum Ausgangspunkt zurück Eine halbe Stunde nach dem (Statt sind die deutschen Flugzeugbesatzungen

Pflicht der brittschen Regierung gewesen, die ftan­zösische Regierung von dem beabsichtigten Rück- ttansport ftanzösischer Soldaten zu benachrich­tigen und das Eintreffen einer Antwort abzu­warten, aus der hervorging, ob der gefährliche Transport durch das Operationsgebiet zur See a u f sicheres Geleit rechnen könne. Don einer solchen englischen Anfrage ist der deutschen Regie­rung nie etwas bekannt gewesen.

Es unterliegt daher nicht dem geringsten Zweifel, daß die volle Verantwortung für dieses Ereignis einzig und allein die britische Re­gierung selber trifft. Sie hat den Tod ftanzö­sischer Soldaten, die auf diesem Schiff in ihre Hei­mat zurückkehren wollten, auf dem Gewissen. Denn die britische Regierung kennt genau die Gefahr, die das Befahren der englischen Küstengewässer heute mit sich bringt. Es kam ihr aber nicht dar­auf an, ftanzösische Soldaten mutwillig und bewußt in den Tod zu schicken. Der Fall des Dampfers Meknes" setzt damit die ruchlose Tradition, die beimAthenia"-Fall begann und in Oran ihren Höhepunkt fand, fort. Seit der feige Ueberfall in Oran Churchills Ansehen selbst im eigenen Volke schwer erschüttert hatte, sann er auf eine Gelegen­heit, diesen niederträchtigen Dolchstoß gegen den früheren Verbündeten vergessen zu machen. Chur­chill bleibt stets, der er ist!

Handgranaten in jedes Dorf" Neue Parole für den Heckenschützenkrieg. - Bern, 25. Juli. (DNB.) Der LondonerDaily Expreß" vom 23.7. schreibt:Unsere Zeitung pro­pagierte die Idee, daß in jedem Dorf ein Handgranatenlager angelegt wird. Das Parlamentsmitglied Sir Thomas Moore wird den Kriegsminister bitten, daß Handgranaten auf je­der Polizei st ation gelagert werden, so daß sie im Notfall von geeigneten Leuten benützt wer­den können. Die Idee, daß dem Volk erlaubt wird, in diesem Kriege zu k äm p fen, gewinnt an Boden. Es wäre ja auch unnütz, wenn unsere Re­gierung die Völker Europas zur Revolte aufruft, wenn sie nicht Vertrauen in ihr eigenes Volk hat."

Erdrutsch.

Für England ist die paradoxe Situation eingetre­ten, daß es die Prinzipien der Demokratischen Freiheit", für die es angeblich den Krieg vom Zaune brach, in dem Augenblick preisgab, als diese ihre Widerstandsfähigkeit und Lebenskraft vor den Augen der Welt vor allem der amerikanischen beweisen sollten. Daraus ist zu schließen, daß die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und staatlichen Grundsätze einer Welt, deren Formen die einzig gültigen für die gesamte Menschheit sein sollten, nicht einmal mehr soviel Leben besaßen, um sie im Ernstfall praktisch auf die Probe zu stellen.

Und auf diese seltsame Tatsache, daß England nicht in der Lage ist, den Kampf üm feine Existenz aus eigener Substanz zu führen, sondern mit Hilfe eben der Gesetze und Formen, die es vernichten mochte, ist wohl jene Stimmung zurückzuführen, von der uns viele neutrale Berichte Kenntnis geben und die im übrigen auch aus allen Plänen, Vor­haben, Reden und jedem Satz der englischen Propa­ganda sprechen. Es ist die Stimmung eines Reiches, das nicht nur durch die völlige Umkehrung der auf Deutschland gemünzten Blockade nahezu von allen seinen überseeischen Gebieten abgeschlossen ist, nein, das auch im geistigen Sinne den Faden selbstver- ständlicheü Herrschaftsanspruches verloren Hat, an dem es sich durch Jahrhunderte mehr oder minder geschickt durch die mehr zufällige als geplante Struk­tur seines weitläufigen Gebäudes manövrierte.

Das überlegene Gesetz der neuen deutschen Ord­nung, unter dem Europa sich heute anschickt, in eine besser gegründete Zukunft zu schreiten, wird vom Engländer nur in seiner negativen Verkehrung be­griffen. Daher dieser seltsame und psychologisch höchst aufschlußreiche Wirrwarr von pseudoreligiöser Gemütsbewegung und abgrundtiefem Skeptizis­mus, die sich als typisch englische Aeußerungen immer dann einzustellen pflegen, wenn der Eng­länder nicht mehr tierhaft seinem ausgeprägten In­stinkt folgen kann, wenn er einer Situation gegen- übersteht, vor der seine gültigen politischen Spiel­regeln versagen. Daher auch jene geradezu lächer­lich überheblichen Reden englischer Politiker von Churchill und Halifax über Chamberlain, Eden bis Duff Cooper, in denen mit Worten und Phrasen noch einmal jenes Bild des selbstsicherenold Eng­land" beschworen werden soll, das als Glaube und damit als unerschütterliche Macht in keinem englischen Herzen mehr lebt.

Die Fieberschauer, die das Sterben Englands ankündigen, reichen qber viel tiefer und sind älter, als man gemeinhin auf dem Kontinent annimmt Sie begannen im Jahre 1914, als zum erstenmal in der englischen Geschichte das aesamte Volk ge­zwungen wurde, einen großen Krieg zu führen. Wir rühren damit an das Geheimnis englischer Strategie, die den äußersten Gegensatz etwa zu Clausewitz' Lehrsatz desVolkes in Waffen" bildet. In allen Kriegen, die dasGrößere Britannien" schufen, also in denen mit Holland, Spanien und Frankreich, hiett England an der Taktik desmittel­baren Kampfes" durch wirtschaftlichen Druck fest, von der der bekannte Militärschriftsteller Liddell Hart offenherzig und mit tiefem Mißtrauen gegen jede Schlacht im kontinentalen Sinne, gegen strahlende Festlandssiege", sagt,wie nützlich es sei, zu einer unbeschränkten Genossenschaft staatlich geschützter Seeräuber zu werden". Englands bis­herige Machtstellung, die die Beherrschung der australischen und afrikanischen Erdteile, die wirt­schaftliche und damit auch politische Durchdringung weiter Teile Asiens und schließlich den Anspruch der Monpolstellung m Europa sowohl wie im Nahen Orient umfaßte, war ausschließlich von wenigen

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190. Jahrgang Nr. 175 « q

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