Mittelschule — Höhere Schule.
Von dem Kreispressewalter des NS.-Lehrerbundes, Kreis Wetterau, Gießen, wird uns geschrieben:
Da im Kreise Gießen Mittelschulen entstehen sollen, anderseits aber auch eine ganze Reihe von höheren Schulen im gleichen Verwaltungsbezirk existieren, werden manche Eltern sich in diesen Tagen die Frage oorlegen: Soll ich mein Kind, das die Grundschule 4 Jahre hindurch mit Erfolg durchlaufen hat, nun der I. Klasse einer Mittelschule oder einer höheren Schule zuführen?
Dazu muß aufklärend folgendes gesagt werden: Hat ein Vater die Absicht, sein Kind einem der Berufe zuzuführen, die in der Bekanntmachung des Kreisschulamts aufgeführt sind, so kann er den Weg über die Mittelschule wählen. Er muß sich aber darüber im klaren sein, daß ein späterer Uebergang von der Mittelschule auf die höhere Schule im allgemeinen nicht zulässig ist. Selbstverständlich stehen dem Schüler der höheren Schulen nach sechsjährigem Besuch ebenfalls die gleichen Berufe offen, er hat aber darüber hinaus die Möglichkeit, nach weiteren zwei Jahren in der höheren Schule die Reifeprüfung abzulegen, um dann eine wissenschaftliche oder die Offizierslaufbahn einzuschlagen.
Die Mittelschule hat den Vorzug des billigen Schulgeldes, jedoch darf nicht außer acht gelassen werden, daß auch in der höheren Schule ganze und Teilfreistellen gegeben werden und auch das Reich für Schüler aus kinderreichen Familien in großzügiger Weife Ausbildungsbeihilfen gewährt.
Jedenfalls muß festgestellt werden, daß die Einrichtung von Mittelschulen keine Kampfansage gegen die höhere Schule bedeuten soll und darf, denn die höhere Schule muß ja den wissenschaftlichen Nachwuchs liefern, der unter keinen Umständen eine Schmälerung erfahren darf. Beide Schularten müssen in enger Zusammenarbeit dafür Sorge tragen, daß kein begabtes Kind dem deutschen Volke verlorengeht.
Zahresschau
der Gießener Stenografen.
Der Ortsverein Gießen der Deutschen Stenogra- ferffchaft hielt am Samstagabend im Saale der „Stadt Lich" seine diesjährige Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht war.
Ortsoereinsführer W e r n e r begrüßte die Kurzschriftler, insbesondere den Kreisoerbandsführer K. H. Kuhl und die Ehrenmitglieder der Gießener Stenografenschaft in herzlicher Weise. Dann gab er einen Rückblick über das abgelaufene Jahr. Der Bericht legte Zeugnis ab von einer regen unterrichtlichen Tätigkeit. Neben dem Unterricht in Kurzschrift wurde auch der Unterricht im Maschinenschreiben gepflegt und weiter ausgebaut. Der Unterricht wurde geleitet von den Kurzschriftlehrern Graf, Momberger, Hanstein, Merle, Kirschbaum und Fräulein Panik. Insgesamt wurden 25 Lehr
gänge mit zusammen 642 Teilnehmern durchgeführt. Bei dem am 7. Mai 1939 abgehaltenen Ortsoereins - Wettschreiben konnten von 45 Teilnehmern 18 mit Ehrenpreisen bedacht werden. Die höchste Silbenzahl, die dabei geschrieben wurde, betrug 240 in der Minute. Auch bei dem am 10. und 11. Juni v. I. in Schotten durchgesührten Kreisleistungsschreiben konnten die Gießener Stenografen eine stattlich Zahl Ehrenpreise erringen; von den entsandten 51 Wettschreibern kehrten 26 mit Ehrenpreisen heim. Besondere Anerkennung fanden in diesem Zusammenhangs die kurzschriftlichen Erfolge der Mitglieder Regierungsbaurat i. R. von Lemmers, der bei seinem hohen Alter noch ein überaus eifriger Kurzschriftler ist, und Emmerich. Beide haben wiederholt an den von der Reichsführung der Deutschen Stenografenschaft veranstalteten Uebertragungswettbewerben mit bestem Erfolg teilgenommen. Als Anerkennung für ihre Leistungen erhielten beide einen schönen Buchpreis.
Die Handslskammerprüsung konnten die Mitglieder Emmerich und Fräulein Gümbel (Großen-Linden) in der Abteilung 150 Silben mit Erfolg ablegen. Die guten Erfolge der Mitglieder und vie große Zahl der von dem Ortsverein in Kurzschrift und Maschinenschreiben ausgebildeten Stenographen sind ein Beweis für die gute, auf- bauende Arbeit des Ortsvereins Gießen.
Aus dem Bericht des Ortsvereinsführers ging ferner hervor, daß auf Befchluß des Führerrats von Gießen und Großen-Linden die Ortsgruppe Großen- Linden am 1. April 1939 in die Ortsgruppe Gießen „eingemeindet" wurde. Neben diesem Mitgliederzuwachs hat sich die Mitgliederzahl des Ortsvereins Gießen noch beachtlich vermehrt. Rund 100 Mitglieder erfüllen ihre Pflicht für Führer und Vaterland im Dienste der Wehrmacht.
Im Führerrat gab es nur eine Neubesetzung. An Stelle des nach Alzey versetzten Studienassessors K i r s ch b a u m wurde Mitglied Kling (Gießen- Wieseck) Obmann für den Kurzschriftunterricht.
Dem Kassenwart Heß, dessen Rechenschaftsbericht in Ordnung befunden worden war, erteilte der Kreisverbandsführer K. H. Kuhl Entlastung. Kreisoerbandsführer K.H. Kuhl dankte in diesem Zusammenhang nochmals allen Mitarbeitern im Führerrat und den Unterrichtsleitern für ihre selbstlose Arbeit im Dienste der stenografischen Sache.
Eine besondere Ehrung wurde hierbei den langjährigen und verdienten Mitgliedern Deibel (Gießen-Wiefeck) und A. Haas (Gießen) zuteil. Für ihre Verdienste um die Kurzschrift wurde ihnen vom Kreisverbandsführer im Auftrage der Reichsführung die goldene Ehrennadel der Deutschen Stenografenschaft und eine kunstvoll ausgestattete Ehrenurkunde verliehen. Damit war der offizielle Teil des Abends erledigt.
Aus der engeren Heimat.
3n jeiner Mühle tööl-ch verunglückt.
* Annerod, 26. Febr. Der 64 Jahre alte hiesige Mühlenbesitzer Karl Will begab sich in der Nacht zum Sonntag in seine Mühle, offenbar um nach dem ordnungsmäßigen Gang des "Ge- triebes zu sehen. Dabei geriet der alte Mann in die Welle der Transmission, von der er herumgeschleudert und dabei so schwer verletzt wurde, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Angehörigen des bedauernswerten Mannes wurden durch das eigenartige Geräusch des Mühlenbetriebs aufmerksam. Als sie herbeieilten, um nach der Ursache zu sehen, war es für die Rettung des Derunglückten zu spät.
Landkreis Gießen.
3 Watzenborn-Steinberg, 26. Febr. Der hiesige Teich vermochte gestern die Wassermengen des Flachsbaches nicht aufzunehmen, sodaß das Wasser über die Ufer trat und sich seinen Weg durch den Hof zweier im „Pens" gelegenen H o f - reiten suchte. In kurzer Zeit hatte das Wasser eine Höhe von 1,20 m erreicht und drang bei der Familie Gg. Jung in die Küche und die sonstigen Wohnräume ein. Außer einigen Hühnern, die im Wasser umkamen, konnte das übrige Vieh in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehr leistete tatkräftige Hilfe. Inzwischen war die motorisierte Feuerwehrlöschgruppe von Lollar eingetroffen, deren Einsatz aber nicht mehr erforderlich war. Schließlich gelang es, dem Wasser einen genügenden Ablauf zu schaffen. Regierungsrat Dr. Fuhr als Kreisfeuerwehrdezernent und der stellvertretende Kreisfeuerwehrführer Hauptbrandmeister Schelm (Lollar), sowie Gendarmerieleutnant Gunkelmann als Vertreter der Gendarmerie weilten an der Unfallstelle.
G. A.-Gport.
-1900 —Wetzlar 2:6.
Der Platz der Blau-Weißen erwies sich kurz vor Spielbeginn als nicht spielfähig. Das Spiel fand auf dem VfB.-R.-Platz statt. Der Verlauf brachte manche aufregende Situation. Besonders dann, wenn der Ball in Tornähe kam. Die hier vorhandenen Wasserpfützen hemmten den Lauf des Balles jedoch derart, daß er aus nächster Nähe nicht ins Tor zu bringen war. Dies kostete die Blau-Weißen kurz nach Beginn zwei klare Chancen, während sie eine gewisse Feldüberlegenheit bewiesen. In der 18. Minute kam Wetzlar zur Führung. Ein Durchspiel des Jnnen- sturmes schloß der Rechtsaußen aus Abseitsstellung erfolgreich ab. Baumann erhöhte wenig später mit einem Schuß aus dem Hinterhalt auf 2:0. Durch einen Strafstoß verkürzte Hormel auf 2:1. Den Aus
gleich verhinderte der Pfosten, wo der Schuß Hör« mels landete.
Fünf Minuten nach der Pause führte Wetzlar 3:1. Einen harten Schuß von Engelmann konnte Dinges wohl berühren, aber nicht abwehren. In der 60. Minute hatten die Blau-Weißen durch einen Elfmeter die Möglichkeit zur Verbesserung des Resultats. Den weniger placiert geschossenen Ball lenkte der Tormann über die Latte. Durch einen erfolgreichen Angriff kam es dann aber doch zum 3:2. Die nun folgende Drangperiode der Blau-Weißen nutzten die Gäste mit verschiedenen Durchbrüchen geschickt aus und erhöhten ihren Vorsprung durch Engelmann und Zambedri auf 5:2. Beim sechsten Treffer war die Hand eines Verteidigers dazwischen. Der Schiedsrichter entschied Elfmeter, der von Dinges glänzend gehalten wurde. Kurz vor Schluß kamen die Wetzlarer aber doch noch zum halben Dutzend und erreichten damit seit Jahren wieder einmal einen Sieg in Gießen.
Bei Wetzlar war der Sturm, in dem Jstl vom Sp.-Verein Kassel als Gastspieler mitwirkte, der beste Mannschaftsteil, der durch seine Leistung die anderen Reihen mit anspornte. 1900 in der Aufstellung Dinges, Schneider, Goß, Carstens, Jäger, Bötz, Günther, Kraft, Hormel- Balz, Heuser konnte im Feldspiel manche Ueberlegenheit beweisen, die jedoch im Strafraum völlig fehlte.
Watzenborn-Steinberg I gegen ÄfN.-N. Gießen I 4:5 (2:4).
Nach langer Pause traten am Sonntag die Teutonen auf eigenem Platz gegen die 1. Mannschaft des VfB.-R. Gießen im Meisterschaftsspiel an. Unter den denkbar schlechtesten Bodenverhältnissen wurden ungeheure Anforderungen an die Spieler gestellt. Die Platzmannschaft, durch weitere Spielerabgänge wesentlich geschwächt, ging zwar in der 4. Minute durch den Linksaußen in Führung, konnte aber nicht verhindern, daß bald VfB.« Reichsbahn mit 3:1 -Soren in Führung lag. Schmidt schaffte die Einheimischen auf 3:2 heran, den sicheren Ausgleich vergab Fett durch Auslassen eines Elfmeter. Fast mit dem Haltbzeitpfiff erhöhte VfB.-R. auf 4:2.
Nach der Pause drängten die Einheimischen stark. Sogar die Verteidigung rückte zeitweise mit in den Sturm vor. Zweimal rettete Godglück, der Schlußmann der Gießener, noch auf der Torlinie, konnte dann aber nicht verhindern, daß Watzenborn-Steinberg zum Ausgleich kam. Ein Strafstoß aus großer Entfernung, der direkt unter der Latte ins Tor ging, brachte schließlich VfB.-R. Sieg und Punkte.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen.
Vertranenssiellunö!
Zhre Verlobung geben bekannt
Fräulein Karoline Kraft
Milcbzentrale Gieöen / Gebr. Grieb
im 62. Lebensjahre.
968D
0671
Ihre Vermählung geben bekannt
Marianne Reinewald, geb. Küchel
1 Schnellwaage.
971°
Äuhbach, im Februar 1940
969D
GLORIA
Heute Montag Erstaufführung
0673
Deutschland
Gießen (Äahnhofstraße 5), am 24. Februar 1940
966A
967D
EINMHNN
Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr.7
Zuverlässige männl. Kraft für Milchannahme und -ausgabe zum sofortigen Eintritt gesucht
Am 24. Februar verschied plötzlich und unerwartet unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante
Ludwig Schmitz Luci Englisch Jupp Hussels
Hans Rüdiger Reinewald
Oberleutnant in einem Kampfgeschwader
Marie Möhl, geb. Burger Adolf Möhljr.
ZurAbleigmig d.pflichtjahres suche ich vom 1. Avril an Stellung.
Schrift!. Angeb. unt. 0667 an den Gieß.Anz. erbet.
Vornehm 1 Geschmackvoll! Persönlich!
Diese wesentlichen Eigenschaften der guten .
Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen ßrühl’sche Druckerei, Schulstr. 7. Ruf 2251
Ein tolles Lustspiel mit
Opelslieferwagen
10 Ztr. Tragkraft, nimmt evtl, noch Waren für lebensnotwendige und wehrwirtsch. Betriebe im Umkreis von ca. 40 km um Gießen mit. Eilofferten unter Angabe des Vergütungssatzes unter 934D an den Gießener Anzeiger erbeten.
2 Stunden Freude und Heiterkeit! Beiprogramm.Ufa-Ton-Woche Täglich G, 6,8.30 Uhr. Sonntag 3,5.30,8.30 Uhr Bis Sonntag, 3. RJärz einschließlich
Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt
filhflrmflntl Gerichtsvollzieher in "UjUlUlUllU Gießen, Wiesenstr. 2 Telefon 3108.
Heute entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Schwiegermutter und Großmutter
Frau Elisabeth Diehl, geb. Größer
im Alter von 91 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Tobias Heck und Frau Maria Heck.
Gießen (Schützenstraße 62), Frankfurt am Main, den 24. Februar 1940.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nachmittags 3’/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
Graue Haare verschwinden
I durch ApothekerWalter Ulbrichts HaariarbeWiederhersteller „Nie-Grau“. — In wenigen Tagen Naturfarbe zurück I Einfache Anwendung! Kein Färbemittel! — Vollkommen unschädlich. Erstklassige Gutachten n. Sachverständigen-Ürteile11 Orig.- Flasche, Monate ausreichend, RM. 3.50. Alleinverkauf: vgzV Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankfurter Straße 39, Telephon 3593
Gertrud Kraft Hans preuschl Unteroffizier
Lichtspielhaus
Ab heute Montag bis Mittwoch
Neuaufführung
Ein Ufafilm nach dem Roman von Fred Andreas
mit Karl Ludwig Diehl Brigitte Horney Hermann Speelmanns und Willy Birgel
in seiner ersten Filmrolle als englischer Lagerkommandant
Musik: Hans-Otto Borgmann Spielleitung: Paul Wegener
Gefangenschaft im englischen Internierungslager, nächtliche Flucht durch Felseneinsamkeit und Urwalddickicht, tollkühne Fahrt über das Weltmeer - - - das sind die einzelnen Stationen einer abenteuerlichen Heimkehr und einer sensationellen Rettung
Ufa-Kulturfilm Ufa-Wochenschau
Jugendliche zugelassen
Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GleßenerAnzelger
1 PO LÖST Giessen
Oie glückliche Geburt eines gesunden Mädels zeigen hocherfreut an
ein gesunder Sport
Den Kindern macht das Rollschuhlaufen viel Freude. Gute zuverlässige Rollschuhe bekommen Sie bei
J.B. Häuser I
Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz)
Fernruf Nr. 2145 — 2146
Lollar b. Gießen Neunburg v. W.
Bergstraße 1 26. Februar 1940 z.Z. im Felde
Swangsvevsteksevrrng
Dienstag, 27. Februar, nachm. 2 Uhr, sollen im Verkaufslokal Hartmetz, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise geg. sof. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, Uhren, Klaviere, Füllfederhalter, Bücher, 1 Nähmaschine, 1 Personenwagen, 1 Zither, Ladentheken, Warenschränke, 1 Regist.- Kasse, Schreibmaschin., Additionsmaschinen, Kassenschränke und
In tiefer Trauen Johannette Kraft Anna Kraft nebst allen Angehörigen.
Krofdorf, den 25. Februar 1940.
| Mietgesuche"| Sch. m-Nohn. (möbl.) f. Dame mit Tochter zu mieten gesucht. Küch.-Benutzung erwünscht. Sehr. Angeb. unt. 0668 andenGietz.Anz.
Suche zum l.od. sväter ein wohnliches möbliert. Zimmer mit 2 Betten.
Ang. v. Feldpost an Feldwebel
Karnah, Gießen
Fliagcrhorstkomp.
/ h°sIidkeit J• Fehler
I
V
$P°theken In /
972D


