Ausgabe 
26.1.1940
 
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Der Beruf der Freien Schwestern.

Aus -er Stadt Gießen.

Glitzernde Blumen.

Bon einer stolzen Blütenpracht kann man bei ieser Jahreszeit in unseren Zonen nicht reden, »öchstens, daß auf dem Kakteenständer im geheizten zimmer sich das Wunder der Blüte zeigt. Aber das nd nur Annahmen, und selbst diese könnten ohne ie Wärme eines geschützten Raumes nicht gedeihen. Inbers ist es mit den Eisblumen, deren Schönheit nd Vielgestaltigkeit sich jetzt betrachten läßt.

Die Frage nach der Herkunft der glitzernden Humen beantwortet sachkundig der Wissenschaftler, »anach entstehen sie durch die schnelle Bildung von ristallen auf den Scheiben. Die Kurven der von inten nach oben wachsenden Formen ergeben sich »adurch, daß jeder neu anschließende Kristall auf er senkrechten Glasfläche die Neigung hat, zu fal- m. Er neigt sich also, und in diesem Augenblick hießt schon wieder ein anderer Kristall an, der einerseits wiederum nach unten strebt, bis er eben» aüs von einem neuen Kristall aufgehalten wird, ladurch kommen die blumen« oder blattähnlichen Gebilde zustande, denen der Volksmund den Namen Eisblumen gab.

Man kann die Eisblumen aus zweierlei Perspek- wen betrachten. Entweder man sieht sie mit den hwärmerischen Augen des Romantikers oder man ^schaut sie mit dem kühlen Blick des Realisten. Der lomantifer schlägt gefühlvoll in die Leier und singt in Ruhmeslied auf die köstliche Pracht der Eis­lumen. Der Realist hingegen reibt sich mit gefurch- er Stirn die Hände, sagt, daß er den ganzen Zauber alt habe, und daß ihm an der zarten Schönheit ler Eisblumen nicht ein Deut gelegen sei.

Die Eisblumen nehmen indessen keinerlei Notiz on ihrer Beurteilung durch die verschiedenen Tem­peramente. Sie wachsen lustig weiter, sofern die Quecksilbersäule des Thermometers fällt, oder sie Öfen sich ebenso spurlos auf, wie sie gekommen ind, wenn der entsprechende Wärmegrad er- eicht ist. Sch.

NSG. Die Freien Schwestern waren ursprünglich ausschließlich auf sich selbst gestellt und gehörten weder einem Orden, noch einem weltlichen Mutter­haus an. Dieser Zustand führte immer wieder dazu, daß Schwestern, die ihr Leben in den Dienst der Kranken- und Säuglinaspflege und der privaten Krankenpflege gestellt hatten, durch irgendwelche Umstände in Not gerieten und dann nirgendwo Rückhalt und Beratung fanden. Diesem Hebel abzu­helfen wurde am 3. Oktober 1936 durch Haupt­amts! eiter Hilgenfeldt der Reichsbund der Freien Schwestern und Pflegerinnen e. V. gegrün­det und der NS.-Volkswohlfahrt angegliedert. Seine Aufgabe war es zunächst, die 5 re kn Schwestern und Pflegerinnen in einer Organisation zusammen­zufassen, die ihnen Rückhalt geben soll. Anderseits wollte man eine planmäßige Ausrichtung, Schulung und Fortbildung dieser Schwestern gewährleisten, sowie Arbeitseinsatz und Altersversorgung sicher­stellen.

Inzwischen ist der Tätigkeitsbereich der Schwe­stern des Reichsbundes noch erheblich erweitert wor­den. Die Freien Schwestern sind nicht ausschließ­lich in der Privat-Kranken- und Säuglingspflege eingesetzt, sondern auch in Krankenhäusern, Sana­torien, Mütterheimen und in der nachgehenden Für­sorge. In einer ganzen Anzahl von bedeutenden und großen Krankenhäusern gehört die Schwestern - schaft dem Reichsbund an. Dieser Umstand führte dazu, daß ein erheblicher Teil der Freien Schwe­stern in ein vertragliches Anstellungsverhältnis zum Reichsbund gekommen ist. Der Einsatz der Freien Schwestern steht ausschließlich im Zusammenhang mit den Arbeiten der NS.-Volkswohlfahrt.

Grundsässtzlich unterscheiden sich die Freien Schwe­stern von den ebenfalls der NS.-Volkswohlfahrt an gegliederten NS.-Schwestern dadurch, daß ihr wichtigstes Arbeitsgebiet in der Krankenpflege be­steht, während die NS.-Schwestern vorzugsweise in der Gemeindepflege Einsatz finden. Die NSD.- Zeichen tragen die Freien Schwestern wie die NS.-

Schwestern als Ausdruck der dauernden Verbunden­heit zur nationalsozialistischen Idee.

Dem deutschen Mädel werden im Schwestern- beruf Aufgaben gestellt, die unserer Jugend er­strebenswert erscheinen, da sie den Einsatz des gan­zen Menschen verlangen. Auf der Entwicklung der Charakterwerte der Kameradschaft, der unbedingten Pflichterfüllung, baut sich die Lebenshaltung im Schwesternberuf auf.

Für alle Mädel, die sich dem Beruf einer Kran­ken- oder Säuglingsschwester innerhalb des Reichs­bundes der Freien Schwestern widmen wollen, find folgende Angaben wichtig:

Die bereits mit 14 oder 15 Jahren schulentlasse­nen Mädel überbrücken die Jahre bis zur Schwe­sternausbildung, indem sie sich sinngemäß für den Schwesternberuf vorbereiten. Landjahr, hauswirt­schaftliche Lehre, das hauswirtschaftliche Jahr, Lcmddienst, Arbeitsdienst, Besuch einer Haushal­tungsschule, Haushaltspflege und Kinderbetreuung und Mütter- und Kinderheimen der NSV. sowie in Krankenanstalten, die vertraglich an den Reichs­bund gebunden sind, sind Stellen, die einer geeig­neten Vorbildung dienen. Je nach Alter und Vor­bildung erhalten die Vorschülerinnen ein Taschen­geld von 5 bis 20 RM. monatlich. Dem 18jährigen Mädel steht bei der Meldung zum Schwesternberuf die Wahl der Vorbereitung für Kranken- oder Säuglingspflege nach IV-jähriger Lehrzeit frei. Em Staatsexamen sichert ihr bann die Bestätigung m dem von ihr erwählten Dienst am Volke.

Die Ausbildung zur Krankenschwester erfolgt m staatlich anerkannten Krankenpflegeschulen des Reichsbundes der Freien Schwestern kostenlos. Un­terkunft, Verpflegung und Dienstkleidung werden gestellt. Urlaub und Taschengeld werden ausreichend gewährt. ,

Weitere Auskunft erteilt die Gaugeschaftssuhrung des Reichsbundes der Freien Schwestern und Pflegerinnen bei der Gauamtsleitung der NSV., Darmstadt, Steubenplatz 17.

Monarchie, auf deren gesundem, unerschütterten Boden er stand und wirkte; sie wollte er unversehrt in ein größeres Deutschland hinüberführen, dessen Wunschbild auch ihm früh vor Augen stand. Aber er sah die Dinge nicht von unten, sondern von oben, er wollte führen, nicht geführt fein, und wtznn er mit der revolutionären öffentlichen Meinung zeit­weilig sympathisierte, so war das keine lieberem- ftimmung in den Prinzipien; wie dem großen ita> lienischeu Staatsmann Cavour erschien auch ihm das Bündnis mit den populären Gewalten nur als ein Mittel zu dem Zweck, die deutsche Einigung gegen den Willen Oesterreichs und der kleineren deutschen Dynastien zu vollenden. Die Staatsräson war für ihn maßgebend. Er war kein Politiker des Volkstums und noch weniger der Rasse, er dachte feinen Augenblick daran, das Nationalitärsprinzip, mit dem Napoleon III. sein gefährliches Spiel trieb, aus den Händen staatsmännischer Führung zu ent­lassen, einmal wegen der slawischen Nationalitäten im Verbände der preußischen Monarchie, dann aber auch im Hinblick auf Oesterreich-Ungarn, daß er nicht aussinanderreißen, sondern als mächtige Stütze sei­ner europäischen Bündnispolitik erhalten wollte. Auch die Judenfrage betrachtete er je länger, je mehr als ein noli me tangere; anfangs ein ent­schiedener Gegner der Judenemanzipation, hat er später versucht, den großen Einfluß der Juden in Hochfinanz und Presse seiner europäischen Politik nutzbar zu machen.

Hier liegen nach unseren heutigen Anschauungen die Grenzen Bismarckscher Staatskunst. Aber es wäre verfehlt, so schloß der Redner seinen Vortrag, die Geschichte mit absoluten Maßstäben zu messen. Jede geschichtliche Epoche hat ihren besonderen Sinn, ihre besondere Aufgabe und Verpflichtung, und sie muß ebenso wie die' großen Führergestalten aus sich selbst heraus begriffen werden. Nur mit dieser Un­befangenheit des Blickes können wir die Größe Bis­marcks ganz ermessen und uns daran erfreuen, daß auch damals unserem Volke der rechte ManN in der rechten Stunde geschenkt wurde.

Die Hörer, die den Darlegungen des Vortragen­den mit großem Interesse gefolgt waren, brachten ihren Dank durch starken Beifall zum Ausdruck.

:t eines wahrhaft gütigen Herzens. Neben ich tür Leid Egetan armer Bursche? VielleM hiel.

sind

tet ihr lange zusammen? Aber sieh, eines Tages wäre es doch anders gekommen, hätte ein Schauf­ler dein Tier zu seinem Rudel getrieben und dich abgeschlagen, von fern hättest du zusehen tönt nen, wie er sich um die bemühte, der du ein Jahr dientest. Vielleicht auch wäre sie deiner schon vor­her überdrüssig geworden nun, das ist alles einerlei. Das Beisammensein ist zu Ende, ich war es, der euch trennte, und wenn ich als Jäger stolz bin, habe ich auch Wehmut und lasse dir die erste

Bismarcks Stellung zu Volk und Staat Fünfter wehrwissenschastlicher Vortrag der Universität.

Mutterliebe."

Käthe Dorsch im Ucickh-Film der Wien-Film-Ufa.

Totenwache.

Bon Hans Friedrich Blunck.

Der Schuß fiel, ich lade schnell von neuem und fiebere. Der Spießer und das Alttier stieben m hohen Fluchten zum Wald, aber ich bin meiner Sache gewiß. Bald bleibt das Alttier zuruck, das i'ebe tdi noch, bann verbirgt eine Mulde es mir.

Es ist einem doch immer weh ums Herz, wenn Damwild fällt. Aber zur Freude an der Hege gehört auch die Härte, daß man dem Reich um wehren muß, wo bliebe sonst der Dauer. So ist es uns aufgegeben, den Abschuß zu erfüllen vier­zehnmal war ich aus, um das rechte Stuck zu ^-Der Schnee knirscht unterm Fuß. Ich tappe zur Einschußstelle, finde Schweiß und nchnttthaar und strebe zur Höhe. Da steht der Spießer unbeweglich vor mir am Waldrand, äugt mich an, laßt mich bis auf dreißig Schritt nahe kommen und rührt sich nicht. Das Tier wird sich niedergetan haben schon sehe ich die schöne dunkle Decke. Der junge Hirsch verharrt mit zornigen Lichtern daneben

Mein Fuß zögert. Ich weiß, er halt die Ehren­wache; in diesem Augenblick ist er nicht fdjeu md)t furchtsam. Er äugt zu mir herüber, schweigend, be- megungslos stehen wir einander gegenüber. Habe

Hitler-Jugend Dann 116.

Veranslattungsring.

Die nächste Theaterring-Vorstellung findet am Sonntag, 28. Januar, pünktlich um 14.45 Uhr statt. Für alle Veranstaltungen des Theaterringes besteht Uniformpflicht. Zivilisten dürfen an den Veranstal­tungen nicht teilnehmen.

BOM-Werk

Der neue Dienstplan für die Gießener BDM.« Werk-Gruppen sieht folgendermaßen aus:

la: Dienstag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim (der für Sonntag angesetzte Dienst fällt aus).

2a: Donnerstag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim (näch­ster Dienst: 1. 2.).

3a: Montag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim.

4a: Freitag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim (de« nächste Dienst findet am 2. 2. statt).

Handwerkerwettkampf auch im Kriege.

Erstmalig Gau- und Kreiswettkämpfe.

Auf Anordnung des Reichsorganifationsletters Dr. Ley wird der Handwerker-Wettkampf von der Deutschen Arbeitsfront auch im Kriegsjahr 1940 durchgeführt. Für die Beurteilung der Arbeiten werden dieses Mal in stärkerem Maße Zeichnungen und Photos herangezogen.

Der Reichskampf umfaßt 1940 nur bisherige Reichs- und Gausieger, sowie Inhaber von Lei- stungsplaketten des Handwerks, und wird von bet? Reichsdienststelle direkt durchgeführt. Diie Gaue ver- anftolten Gauwettkämpfe und können bei Bedarf auch zuvor Kreisausscheidungen ansetzen. Die hie« ermittelten Sieger sind zum Reichskampf 1941 zu- gelassen. __

Der Film stellt Käthe Dorsch vor eine seltene Aufgabe. Sie spielt ein ganzes Frauenleben von der kecken Unbekümmertheit des verwohnten Dahm- lebens an der Seite des ebenso leichtherzigen Mannes durch die langen Jahre harier entsagungs­voller Arbeit bis zur heiteren Abgeklärtheit des Alters im Kreise der Enkelkinder Sie spiett. diese Lebensstationen mit der immer gleichen fröhlichen

In anderthalbstündigem fesselnden Vortrag im Rahmen der von der Ludwigs-Universität Gießen veranstalteten Reihe wehrwissenschastlicher Dorttäge sprach am gestrigen Donnerstagabend vor einer sehr großen Zuhörerschaft im großen Hörsaal der Uni­versität der neue Historiker unserer Alma mater, Hauptmann d. R.

Professor Or. Borries

über bas ThemaBismarcks Stellung zu Staat und Volk". Er betonte einleitend, die Geschichte habe unserem Volke in drei aufeinander folgenden Jahrhunderten drei Staatsmänner ge- chenkt die mit überragender Geistes- und Willens­kraft das politische Antlitz ihrer Zeit formten: Friedrich II., Bismarck und Adolf Hitler. Aber während der erstere und der letztere schon in den Anfängen ihrer politischen Laufbahn mit pro= grammatischen Erklärungen über die Politik an sich heroortraten, hat Bismarck sich stets von Erwagun- aen prinzipieller oder theoretischer Art ferngehalten, so daß seine auf bestimmte Grundsätze eingZchwore- nen politischen Gegner ihm,, dem großen Realpoli­tiker dessen fein gegliedertes taktisches Spiel ste ost nicht verstanden, völlige Grundsatzlosigkeit vorwer­fen konnten. Jedoch es wäre falsch, daraus zu fol­gern als habe Bismarck über die weltanschaulichen Voraussetzungen und gewisse Grundfragen der Poli­tik überhaupt nicht nachgedacht. Ein solches Urten schließt schon der Werdegang des jungen Bismarcks zuletzt imDialekt der Darsteller jenes unwägbare Etwas schafft, das uns so schnell anspricht und mit feiner Beschwingtheit und Warme zur Dramw tik der Ereignisse einen besänftigenden Ausgleich herstellt.

Gelassenheit eineso v ~ einem bezaubernden Charme der reifen, mütter­lichen Frau, neben einer gelockerten Weiche in Miene und Haltung stehen harte Resolutheit und festes Zupacken, wenn das Wohl ihrer Kinder sie fordern. Ganz ohne Pathos wie ihr Leben dahin­strömt, bringt sie ihr Opfer. So verkörpert Käthe Dorsch die Mutter, die gar nicht verstehen wurde, baß ihr Leben anders hätte sein können als es war. Neben ihr steht Paul Hörbiger, der ttebens- würdig-schächterne Hausfreund mit warmherziger Bewunderung für die das Leben meisternde Kraft dieser Frau. Ausgezeichnet in ihrem die verschiede­nen Temperamente scharf charakterisierenden Spiel sind ,bie drei Wiener Sängerknaben - deren Rolle als Erwachsene dann von Hans Holt, Rudolf Prack und Wolf A l b a ch - R e 11 y auf- genommen wird. Bemerkenswert Frieda Richard in einer sehr sauber ausgefeilten Episode, Susi Nicoletti als lebenslustiger Backfisch und Sieg­fried Breuer als ein in eitler Selbstgefälligkeit schwelgender Kammersänger. Den frohen Lebens­optimismus, den dieser Film ausstrahlt, und der um so überzeugender ist, als er einem Leben des Alltags entströmt, werden wir beglückt und dank­bar mit in unseren eigenen Alltag nehmen.

Dr. Fr. W. Lange.

Das Drehbuch schrieb Gerhard Menzel. Es erzähtt die Geschichte einer Frau, die nach dem plötzlichen Tode ihres allzu sorglos-frohlichen Mannes aus einem verwöhnten Dasein in die rauhe Wirklichkeit gestoßen, sich mit üjren Dier Kindern auf sich selbst gestellt steht- Sie begreift ihr Schicksal und packt es mutig an. In einer kleinen Wiener Wäscherei beginnt sie ihr neues Leben, es heißt Arbeit und wieder Arbeit, Tag und Nacht, nur für das eine Ziel, ihren Kindern die Grund­lagen für einen Beruf zu geben, fie zu tüchtigen Menschen zu machen. Aber ihre Bier sind keine Musterkinder, sie machen es in ihren sehr verschie- denen Temperamenten der sich hart plagenden Mutter nicht leicht, und auch als sie dann erwachsen

__ aus der kleinen Wäscherei ist inzwischen durch den eisernen Fleiß der Mutter ein ausgedehn­ter Betrieb geworden machen sie ihr viel Kum­mer und Sorgen. Aber die Mutter tragt alles mit einer inneren ©elaffen^it, emer Fröhlichkeit des Merzens, die auch in bitteren Stunden der Ent­aschung keine 'Hoffnungslosigkeit, kein müdes Resignieren aufkommen lassen. Aus dem tiefsten Gefühl der Mutter heraus, daß ihre Kinder sie immer brauchen, mögen sie im Augenblick sich noch so ungebärdig und selbstsicher stellen, weist sie sie mit fester Hand aus den rechten Weg sie tröstet, hilft und verzeiht, ohne viel Worte, ohne Frage, ohne Vorwurf. Und wie ihr Leben Arbeit jur ihre Kinder war, so scheut sie auch nicht vor dem größ­ten Opfer, um dem Sohne das Augenlicht zuruck- zuaeben das er als Junge bei einer Muhprobe emgebüßt hat. Aber wie hier ihr Leben sich für einen Augenblick dramatisch zuspltzte so gleitet es in erschütternder Selbstverständlichkeit wieder m die sich wohl ändernden, nie aber versiegenden Pflichten des Alltags zurück. Die Haare find grau geworden, das Leben ftromt leiser dahin, d e Kin­der stehen auf eigenen Fußen, aber nun sind es hie Enkel, die sie brauchen und denen ihre ganze Liebe gilt, eine Liebe, die niemals Zett gefunden hot an sich selbst zu denken: Mutterliebe!

Der Durchbruch des Films in die Wirklichkeit des hebens, der in dem FilmUrlaub auf Ehrenwort ( schon einen beachtlichen Ansatz wuchte, steigert sich , m Gustav Ucickys F i l m "M u t t e r l i e ju einem Fortschritt von grundsätzlicher Bedeutung. , Ts ist gewiß nicht von ungefähr daß wir im tfilm . M mehr Barmädchen, viel mehr Salondamen in rauschender Gesellschaftsrobe viel mehr verführe- , rische Vamps im Zwielicht dergroßen Welt zu sehen bekommen, als die schlichten, stillen trauen Mt den klaren Augen, denen wir im Leben be­gegnen, und es immer wieder dankbar empfinden, wir ihnen begegnen dürfen. Es ist auch nicht »hne Grund, daß der Film mit Vorliebe die Be-

: fiehungen zwischen Mann und Frau m den d-rgrunü Ichiebt, gewiß nur eine Seite in der Natur der Frau und für viele Frauen bestimmt richt die wesentlichste. Käthe Dorsch sagtes in äi-sem Film mit ein paar -msachen. ganz -ms km Herzen der Frau kommenden Worten. bie Männer machen sich nur wichtig, das M tum steht allem voran. Das Muttertum, wie es ils vom Leben geprägte Wirklichkeit vor uns s h.

I kann im Film nur Gestalt gewinnen w nn e,ne künstlerische Persönlichkeit wie Gustav Ucickymtt Ehrfm-cht und Takt am Werk ist. Er vermeidet mit feinstem Empfinden für die 5ori^rungen ber 'Rp-rtrpnnina die sein Stoff an die Möglichkeiten »es Films stellt, jedes Süßliche und Sentimentale, ohne indessen den Appell an das Gemüt za lg 3n dem Einsachen des Sto ses liegt die Schw -rig »eit her Verfilmung, die Strenge des kunftierlicyen Gewissens, mit der Ucicky seine Ausgabe sah^ am packte und durchsührte, ohne einem. bill genK

. iuliebe Konzessionen zu machen stche^e das ringen des Werkes. Das Bild ber bleibt

nicht in das Ueberöimenfionale gefteigert ©s bleibt

:: in dem Rahmen des hier g°z°'chn°'°" M°?akte?en Familie, aus deren sehr verlch,ed°nen Charakteren -ich die natürlichen Spannungen des Lebens

: geben, im Letzten immer wieder beherrscht von der | ®rfta2tUtaflr st^st" Probleme,"die 'a°us°dU" z« swsw&ESss Ichaft gezeigt wird, die fie feinfoll- 2) n

leit des Geschehens wird wohl noch unte,rs che Durch das Wiener Mlieu das im barocken Hausey gemirr der Wiener Altstadt, in ber'

kchen Behaglichkeit des Wiener Heims und nich

Totenwache. ,

Aber dann geht auch dies zu Ende; ich muö sorgen, daß das gefallene Tier nicht leidet. Alsa troll ab, Junker! Hast selbst noch sechs od-er sieben ober acht Jahre Zeit, so schätze ich. Hoffe daß auch du dann nach einigen Sprüngen den raschen Tod findest, den ich dir wünsche, und daß nicht Wilderer, Schlingensteller oder schlechte Jäger dir Leid be­reiten. , , /- c -

Langsam komme ich näher, der funge Spießer bleibt, er hält bis auf zwanzig Schritt, dann..zieht er weiter, verhasst noch einmal und wird flüchtig im Stangenholz. .

Und jetzt bin ich bei dem tuten Alttier. Der Schuß war gut, es wird Schrecken gespürt haben, wird sich gewundert haben, warum es den Wall nicht über­klimmen konnte, dann war es aus. Wer so wie das Tier da ruht, in der wunderschönen, dunkel glänzenden Winterdecke, wird mir wie jedesmal so froh wie traurig zu Sinn. Ja, es üb er kommt mny, den Hut zu lüften und vor der Schönheit dieses Gotteswunders stehen zu bleiben. Warum soll man sich eilen! So still liegt das Alttier da, gleich als schliefe es. Der schmale schlanke Hals ist leicht ge­senkt, der Kopf ruht zwischen den Vorderläufen, laufen. t A

Sieh, beginne ich in Gedanken, daß alles ist Schicksal bei euch wie bei uns. Mög's für uns einst ebenso gnädig enden! Und das sollst du auch wissen, daß es mir leid um dich ist und daß doch jene Menschen, die nur von Hege reden und nachher zu feig sind, zu entscheiden und Schicksal zu bringen, nicht besser sind als die anderen, die das Wild heimlich zu Tode treiben. Es muß eben Jo fein, und darum will ich dir Ehre antun und bir sagen, daß ich in diesem Augenblick noch preise, wie schön Gott dich schuf, und daß der Wald und der Schnee und die Büsche und Vögel alle um dich ^Äls^ich aufschaue, steht der Spießer noch einmal auf sechzig Schritt in den Stangen und äugt zu mir herüber. Er glaubt, ich sähe ihn nicht; es Zieht ihn wohl zu der gefallenen Gefährtin. 2lber jetzt ist et schon gleichgültiger, feine Neugier gilt mir er ist eben noch sehr jung, vergißt rasch und kennt! uns Menschen wenig.

aus, der sich in den Kreisen der pommerschen Pie­tisten mit einer tiefen und echten Frömmigkeit er­füllte, ohne doch selbst Pietist zu werden. Sein christlicher Glaube, an dem er zeitlebens festgehal­ten hat, war undogmatisch von Hause aus, eine Verbindung von lutherischer Amtsethik und alt­preußischer Pflichtauffassung, die es ihm ermöglichte, in Stunden schwerster politischer Entscheidungen sein Tun als eine göttliche Berufung aufzufassen.

So stand Bismarck den politischen Problemeiu sei­ner Zeit mit größerer Unbefangenheit Gegenüber als seine streng legitimislisch gesinnten konservativen Parteifreunde, aber auch als die Liberalen und De­mokraten, die das Prinzip der Volkssouveränität auf ihre Fahne geschrieben hatten. Er betrachtete die große Politik der Mächte als ein kunstvolles ! Zusammenspiel der Interessen, die sich aus dem naturhaften Lsbenstrieb der Staaten entwickeln. Jede Großmacht", so sagt er einmal, ,M außer­halb ihrer Interessensphäre auf die Politik der an­deren Länder zu drücken und einzuwirken suche, die per klittere außerhalb des Gebietes, welches Gott ihr angewiesen habe, die treibe Machtpolitik und nicht Jnteressenpolittk, die wirtschafte auf Prestige hin ein Wort, das von dem tiefen sittlichen Verant­wortungsgefühl Bismarcks zeugt und es unmöglich macht, ihn als hömmungslosen Gewaltmenschen zu bezeichnen.

Bismarck war nicht Monarchist um jeden Preis, aber er war ein treuer Diener der preußischen

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 20 bis 23 UhrCsongor und jinbe". Gloria-Palast (Seltersweg):Mutter- iebe". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Kongo- f'rpreß". Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Ihr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.

UraufführungEsongor und Tünde" im Gießener Stadlthealer.

Am heutigen Freitagabend wird das Schauspiel ies ungarischen Nattonaldichters V ö r ösmarty n derÜebertragung von Dr. F. K l e i n - K r aut- leim in Deutschland uraufgeführt. Das Schauspiel, as ständig vom Ungarischen Nationaltheater in Zudapest gespielt wird, gehört zu den hervorra- endsten Werken der Romantik der Weltliteratur. Spielleitung Dr. Hannes Razum. Musik Richard Loeck. Die Titelrollen spielen Jngeborg Riehl und Friedrich G r o n d a h l. Bühnenbild Karl Löffler. 17. Vorstellung der Freitag-Miete.

Don der Universität Gießen.

Die Pressestelle der Universität Gießen teilt mit: Die Feier des Tages der nationalen Erhebung und des Reichsgründungstages, die für den 30. Ia­in ar, vormittags 11 Uhr, in der Neuen Aula an- xesetzt war, kann wegen technischer Schwierigkeiten nicht stattfinden.

Die feierliche Immatrikulation für das I. Trimester 1940 findet am 27. Januar, vormittags 11 Uhr pünklich, in dem großen Hörsaal des