Ausgabe 
25.4.1940
 
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Nr. 97 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Aus dem Reiche der Krau

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PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

verwendet. Der Schnitt des glockigen, engtail-

wo feuchte daß sie sich

Nun, da wieder die

bürsten und die Flecken mit einem weichen Lappen, möglichst in der Farbe des Mqntels, trocken abzu­reiben. Die restlichen Schmutzflecken werden mit lauwarmem Wasser mit einem ganz geringen Zu-

keinen Fall darf der Mantel mit Benzin gereinigt werden, da Benzin den Gummi angreift.

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-Ben, Provm» dwig Neunen Lange S.S. : Hans Beck. ;meL$L9tL5.

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"pfreichem -ist heute Wufit an- Vegabung >rei ^ahre -erricht er- Vorträgen lfentlichten Vürdigunq rAdal. 23. April llaß über» dem auch auch noch k hat, ei-

naher Stulpenhöhe) eine betonte Quernaht be­kommen, da die ganze Aermellänge nicht von der Umhanglänge abfällt. H.

cm Batist. Da ist noch mancher Flecken zu ent- ernen. Wir empfehlen folgende Reinigungsmethode: Zunächst mit einer weichen Bürste den Schmutz ab-

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Lust und Nebel dafür Sorge tragen, von selbst wieder glätten. H. v. L.

Kleine Ratschläge.

es wärmer geworden ist, tragen wir Regenmäntel aus gummier-

Keine nervösen Kinder.

Daß Erwachsene nervös sind, ist leider nichts seltenes, aber daß Kinder bereits nervös werden, dürfte nicht vorkommen! Wenn kein direkter Krank­heitsfall vorliegt, ist die Kinderneroosität nur Schuld der Muster oder derjenigen Personen, die das Kind aroßzichen. Für ein Kind auch für das Kleinste istRuhe die erste Bürgerpflicht". Und zwar eine besondere Art von Ruhe.. Mit dem Gehen auf den Zehenspitzen, wenn das Kleinkind schläft, i)t es nicht getan. Das ist sogar nicht einmal notwen­dig; denn wenn ein gesundes Kind fest schlaft, dann stört es kein normales Gehen und Hantieren im gleichen Zimmer. Kinder haben einen festen und rutiigen Schlaf. Wer junge Mütter setzen oft ihren besonderen Stolz darein, allen Bekannten und Ver­wandten bei jeder Gelegenheit ihr Kind zu zeigen Sie geben sich nicht zufrieden damit, daß das Kmd im Liegen, während des Schlafens betrachtet wird, sondern sie heben es viel zu oft aus dem Bettchen, aus dem Wagen, um es voller Stolz zu zeigen. Das muß ein Kind nervös machen, denn zu seiner Entwicklung gehört in der ersten Zeit nur: trinken, schlafen, baden und trockenlegen. Weiter gar nichts! Und je mehr das Kind sc^aft se unge­störter, desto'besser für seine Nerven. Em Kind muh gleichmäßig und ruhig behandelt werden! Zu dieser Gleichmäßigkeit gehört, daß Essen, Trocken­legen, Baden und Schlafenlegen jeden Tag zur gleichen Zeit vor sich gehen! Das Herumschwenken der Kinder vor lauter mütterlicher Freude und stolz ist ganz falsch. Gewiß, das Kind wird jauchzen, wenn es auf Mutters Arm hochaefchnellt wird aber seine feinen Nerven müssen sehr darunter leiderd Ein kleines Kind soll gar mcht dauernd beschachgt

Nun geht's aufs Frühjahr zu, da müssen unsere Gardinen genauer zum Frühjahrsputz durch­gesehen werden. In diesem Jahre werden wir uns mehr als sonst auf sorgfältiges Stopfen derselben verlegen. Für alles Maschinenstopfen ist eine lockere Fadenspannung wichtig, ganz besonders für das Stopfen von Dünnen Gardinen. Zum Ma­schinenstopfen verwendet man zweckmäßig alten ähnlichen Stoff. Man schneidet ein Stück davon zu, das größer ist als die Stopfstelle und näht es mit weiten Stichen rund um die schadhafte Stelle an. Oder man legt Fäden von der gleichen Stärke wie die der Gardine parallel nebeneinander auf die Stopfstelle, wobei darauf zu achten ist. daß die Fäden die schadhafte Stelle reichlich bedecken und gleichmäßig lang geschnitten find, und steppt dann vorsichtig querlaufenb zu den Fäden lose hin und her über die Stopfstelle.

Die erste deutsche Modeschnststellmn.

Zum Ivv. Geburtstag Frieda von Lipperheides am 25. April.

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhun­derts arbeitete im Geschäftsbetrieb desBazar" jener ersten Modenzeitschrift in Berlin, die damals in aller Welt von Deutschen gelesen mürbe, eine Junge Hannoveranerin, Frieba Gestefelb. Sie parfte überall an, half beim Zusammenstellen ber Modezeichnungen, sah sich im geschäftlichen Teil des Betriebes um war in Der Schriftleitung tätig und färreb bald selbst gern gelesene Beiträge für das Blatt.

Gleichzeitig bildete sich in dem Betrieb ein etwa jmei Jahre älterer Mann als Buchhändler und Verleger aus, Franz von Lipperheide, der aus einem verarmten westfälischen Adelsgeschlecht stammte. Auch er war in engen Verhältnissen au - gewachsen, hatte Not und Sorge reichlich kennen­gelernt und befaß nichts als einen unermüdlichen Eifer, weiter zu kommen. Durch Zufall lernte er Frieda Geftefeld kennen, sie erkannten ihre gleichen Ziele und schieden ans dem Betriebe desBazar" aus, um ein eigenes Unternehmen zu begründen.

Im Herbst des Jahres 1865 konnte ber junge Verleger Franz von Lipperheibe bas Erscheinen ber Modenwelt" (illustrierte Zeitung für Toilette und Handarbeit) anzeigen; die neue Zeitschrift war billiger als derBazar", weil sie keinen unter­haltenden Teil, sondern ausschließlich Modebilder und -berichte brachte. Das erklärt auch ihren Er­folg; sie begann mit 3000 Leserinnen, zählte nach dem ersten Halbjahr bereits 25 000 Abnehmer und stand nach wenigen Jahren mit mehr als 500 000 Beziehern an der Spitze aller Modenzeitschriften der Welt. Natürlich waren es nicht nur Leserin­nen in Deutschland, denn wir waren damals noch ein verhältnismäßig armes Volk; das Blatt wurde in ber ganzen Welt gelesen, es erschien, was die wenigsten deutschen Leserinnen geahnt haben wer­den, in fast allen Kultursprachen diesseits und jen­seits des Ozeans.

Selten dürfte es eine so glückliche Zusammenar­beit gegeben haben wie bei Franz und Frieda von Lipperheide. Frau Frieda, mit dem gewaltigen Be­triebe bis ins kleinste vertraut, war die geborene Schriftleiterin und kannte und konnte alles, was der Betrieb erforderte. Sie füllte ihren Poften tap­fer und umsichtig aus neben ihrem Manne, ber mit fester Hanb bas gewaltig angewachsene (Betriebe zusammenhielt. Beide hatten sich in schwerer Ju­gend hinaufgedient und gelernt, daß die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt haben.

Unermüdlich blieben die beiden tätig, und selbst, als das angesammelte Vermögen ihnen längere Ruhe gestattet hätte, blieben sie, wie ein Freund des Hauses schrieb,in den Sielen"; ein Scherz­wort machte Damals Die RunDe, Franz unD Frieda von Lipperheide würden notfalls auch von ber Spitze ber Pyramiben ihr Geschäft leiten.

Dabei fanb Frau von Lipperheibe noch Zeit, ihrem Manne bei seinen Sammlungen zu helfen; sie stellte mit ihmMusterbücher altbeutscher und altitalienischer Stickerei" zusammen, die noch heute Bedeutung haben, betreute seine Sammlungen wert­voller Spitzen und Stickereien, half bei der einzig­artigen SammlungTrachten und Kostümkunde", und schließlich förderte sie das ihr besonders am Herzen liegende umfangreicheSpruchwörterbuch", eine der ersten und umfangreichsten, dazu wohl- gegliederten Zitatensammlungen. Trotz dieser reichen Beschäftigung leitete sie noch die Vorarbeiten zu einer neuen 'Frauenzeitschrift, die einen unterhalten­den Teil enthielt. Hier förderte Franz von Lipper­heide vor allem die Technik der Holzschnittwieder­gabe, die allerdings bald von anderen Druck-Tech­niken abgelöst wurde. Wenn jetzt auch der Textteil der beiden Zeitschriften von mehreren Schriftleitern geleitet wurde, so blieb Frau Frieda doch die Seele der Schriftleitung.

Als ihr Mann 1891 das Fideikommiß Wiegersen begründet und zum 25. Jubiläum seines Verlags­hauses eine Angestelltenpensionskasse mit einem Grundkapital von 200 000 Mark gegründet hatte, wurde fein alter Adelstitel wieder anerkannt und er in den Freiherrnstand erhoben. Fünf Jahre spä­ter, 1896, starb die Freifrau mm Lipperheide, ber Tod holte sie aus vieler Arbeit; für immer wirb ihr Anbenken mit ben ersten großen beutschen Mobe- blättern verbunden bleiben. Hans Sturm.

Aufbewahrung der Winterkleidung.

Endlich hat ber Winter ber wärmeren Jahres­zeit weichen müssen. Damit treten unsere wollenen Wintersachen in ben Zustanb bes Ausruhens. Wenn es auch am Morgen noch kühl ist, so sollen diese Dinge boch so halb wie möglich in bie Wmternste verstaut werben; benn wir müssen bebacht lein, unsere Wollsachen möglichst zu schonen.

Bebingung für bas gute lleberfommern ber Wm- terEleibung ist, baß bie Sachen gereinigt unö ausqebeffert weggelegt werben. Zum Reim- gen gehören Ausklopfen. Auslllsten, Ausbursten bas Entfernen von Flecken unb bas Waschen. An einem sonnigen Tage wirb alles aus ben Hof ge­hängt, tüchtig geklopft unb gebürstet, wobei d e Taschen nicht zu vergessen sind, m denen sich' wie in Falten der meiste Schmutz und Staub angesam­melt hat. Sind die Kleider.sauber, packt man sie in Koffer oder Kisten, die mit Zeitungspapier aus­gelegt wurden. Pelzkragen an Mänteln wickelt man besonders in Zeitungspapier, ehe man den ganzen Mantel darin einpackt. Man verwendet mag ttchst frisches Zeitungspapier, weil allem Ungeziefer die Druckerschwärze mit ihrem Geruch uvsympath sch ist. Man lege bie Sachen ordentlich und glatt hin­ein unb packe sie nicht zu bicht, .damit sie sich n ch brücken. Auch erprobte Mottenrnittel streut man m bie Kisten. Mit Wollsachen wie Zacken, Strurnpstn, bie vor bem Wegpacken gewaschen würben ver fahre man genau so. Man nehme aber nur Kisten ober Ä bte man über bie Somm°rzeti n ch. braucht; benn es ist nicht ratsam, m der Zwischen seit aus ben Soffern etwas herauszuhoten. weit bann bas Papier unb bie 9<m3e Serpatfung n«$ mehr qenügenb abschließen, so bah Motten em schlüpfen können, um ihre vermchtenbe Brut bort unterzubringen. Wollene Segenstanbe, die man

Aus fanbfarbenem, altem Tuch ist ber i--------- -: - - - ,~ ~ -

elegante Frühjahrsmantel mit bem braunen Samt- lierten Mantels richtet sich nach ben sieben Bahnen kragen geschneidert. Und zwar aus einem langen bes Umhanges, der Aermel muß allerdings (m Umhang mit Tressen- unb Schnurverzierungen, Mnh»r ^frtfnonhnh<O cmu> betonte Quernaht be- ber etwa umdasJahrl910zu Theaterbesuchen gedient hatte. Auch bas Atlasfutter ist wieder

ger werben sich Motten einnisten. Ein großer Feh­ler ist es, Kleiberbügel mit Wollresten zu beziehen, weil sie hübsch aussehen. Sie bilben für bie Motten

werben, es soll nur schlafen unb immer roieber schlafen, bannt sein ganzer Organis­mus in Ruhe wachsen und gebeihen kann. Auch bas Schaukeln ber Kinderwagen ist für das Kind nicht gut, man soll ein Kind an diese angeblich beruhi­gende Bewegung, bie in Wirklichkeit nichts anderes ist, als ein unnötiges Schütteln des Gehirns, gar nicht erst gewöhnen. Ist das Kind zum Schlafen niedergelegt, so schiebt man den Wagen in eine ruhige Ecke und kümmert sich nicht weiter darum. Wenn das Kind nichts um sich herum sieht, schläft es eher ein. Gerade diese Behandlung ist sehr wich­tig für später,,für bie Zeit, zu ber bas Kinb schon dreijährig ist. Denn bann tritt oft bie Möglichkeit auf, baß es zur Mittagsruhe ober abenbs nicht allein einschlafen will! Hat es aber als Klein­kind schon gelernt, einzuschlafen, ohne daß es ge­wartet wirb, bann wirb es auch später im Kinder­bett mit großer Selbstverständlichkeit allein ein­schlafen.

Auch hier muß wieder gesagt werden, daß das Kind regelmäßig gepflegt werden muß, D. h. daß es jeden Abend unb .jeben Mittag pünkt­lich niebergelegt wird; denn Unregelmäßigkeit ist für Körper und Nerven schädlich. Je länger man erreichen kann, daß bas Kinb sein erstes Frühstück im Bettchen einnimmt, um so besser für feine Ner­ven unb für ben Aufbau. Es gibt Kinder, die mit Vergnügen ihr Fläschchen im Bett verzehren, selbst wenn andere gleichen Alters schon längst hinter der Kaffeetasse sitzen und das Tischtuch beklecksen. Das Bett bedeutet für bie körperliche Entwicklung eines Kinbes alles, und je ungestörter es dort die meiste Zeit verbringt, um so günstiger für die Entwicklung des Körpers und der Nerven. H. v. L.

nur eine willkommene Brutstätte! Holt man bie Wintersachen bei einbrechenbem Herbst roieber her­vor, so werben sie zu sofortiger Benutzung bereit ein. Meist braucht man sie bann nicht erst zu bügeln, fonbern es genügt, sie ein paar Tage auf Bügel zu hängen, am besten ans offene Fenster,

auch während bes Sommers in Benutzung lassen s satz von Salmiakgeist vorsichtig abgewaschen. Die will, müssen einer besonberen Pflege unterzogen größte Nässe wirb bann, wenn alle Flecken entfernt werben. Je öfter man sie aus bem Schrank nimmt, [mb, mit einem weichen saugfähigen Tuch abge­klopft, bürstet ober wenigstens bewegt, um so wem- rieben unb ben Mantel an ber Luft getrocknet. Auf

Donnerstag, 25. April 1940

Fritz will fein eigenes Beet

Mutti, ich möchte nun aber auch mein eigenes Beet haben!" ruft ber kleine Fritz, als ich mein Gärtchen zum erstenmal roieber betrete.Du hast es mir ben ganzen Minter über beim Fingerspiel versprochen!" setzt er mahnenb hinzu. Unb bann, als wollte er seine Bitte wirksamer machen, sagt er bas Gebichtchen auf, mit bem wir uns beibe in ben kalten Wintertagen auf Frühlingssonne unb Wärme unb vor allem auf bie schönen bunten Blumen vertröstet haben:

Hab' ein Beet im Garten hark' es fleißig über, Streu bie winz'gen Körnerchen, becke Erbe brüber. Geht bie runbe Sonne auf, scheint in Gottes Namen, Regentröpfchen fallen braus, weichen auf ben Samen. Da erwacht bas Pflänzchen, steckt bie Wurzel runter, reckt bas Köpfchen in bie Höh', schaut hervor ganz

(munter." Ja, ich hatte ein Versprechen gegeben, unb eine Mutter muß boch unter allen Umstänben ihr 23er» prechen halten. Sonst ist bas beste im Leben von Mutter unb Kinb bas Vertrauen zerstört.

Wer aus bem ßanbe wohnt, hat es leicht, seinen Kinbern bas versprochene Beet zu beschaffen. In ber Stabt ist es schon weit schwieriger. In einem old)en Fall muß sich bie Mutter zu helfen wissen, und im eigenen Reich barf Fritz nun säen und pflanzen, beobachten unb begießen unb natürlich auch ernten. Es ist immer praktisch, bem Kinde bei einer Gärtnerarbeit zu raten, baß es verschiebens Dinge pflanzt; also etwa Rabieschen ober Bohnen unb einige Blumen. Wenn bie Mutter sich dazu versteht, aus Fritzens Gärtnerei Ankäufe zu tätigen, o wirb bas für ben kleinen Gärtner ein guter An» porn fein.

Unb ber ist nötig, benn natürlich muß bas Kind ja erst lernen, sein Beet täglich unb liebevoll zu versorgen. Durch solche Gartenarbeit also kann bie Mutter ihr Kinb spielenb zur Pünktlichkeit und zum Verantwortungsbewußtsein erziehen. Die Pflänzchen müssen ja täglich begossen werben, benn chon ein einmaliges Vergessen ober Keine-Lust» Haben, unb bie hängenbe Blume ist eine bittere Strafe. Solch ein Erlebnis ber eigenen Nachlässig­keit ist ein Erlebnis, bas richtig ausgebeutet, be» timmenb für bas ganze Leben sein kann.

Dann aber kann auch bie Mutter auf biese Weise überhaupt ben Sinn unb bie Liebe zur Natur in bem kleinen Herzen wecken, wie es kein Märchen unb kein liebevolles Zureben vermag. Das Gefühl bes Glücks, wenn bas erste Spitzchen aus ber Erbe im eigenen Reich herausschaut, ist burch nichts anberes zu ersetzen. Unb bie erste selbstgeerntete Tomate gibt eine Verbunbenheit, bie sonst nur Kinber höben, bie auf bem Lanbe aufgewachsen finb.

Mit ber eigenen Ernte wirb übrigens auch ber Begriff ber Jahreszeiten im Kinbe geweckt. Die gehaßten Regentage bekommen plötzlich ihr eigenes gesegnetes Gesicht, Hitze wirb lieber ertragen, bamit bie selbstgepflanzten Blumen gebeihen, unb bie Kresse braucht eben täglich Wasser, weil Fritz selber ja täglich Durst hat. L. P.

Vorsicht!

Keine (Sistpflanzen im (Sorten!*

Jetzt wirb manche Kleingartenbesitzerin eine Neu» Pflanzung für ben Blumenschmuck bes nächsten Jah­res vornehmen, bafür eigenen sich besonbers bie Staubengewgchse. Leiber ist nicht jebem bekannt, wie viele biefer Staubenpflanzen giftig finb! Ge- rabe unter unseren schönsten Zierpflanzen befinben sich solche, bereu Blüten, Blätter ober Samen bie Gesunbheit schäbigen können, wenn Kinber sie ab­pflücken urtb womöglich in ben Mund stecken. Auch mancher Zierstrauch kann Kinbern gefährlich wer­ben, obwohl biese Sträucher hochwachsen unb ba» burch für Klein-Kinber meist unerreichbar finb. Zum Beispiel ber Golbregenstrauch mit seinen gelben Blü- tentrauben; auch seine Schoten mit ben Samen­kernen finb giftig. Verlockenb sinb auch bie giftigen Beeren bes Taxus, bie so schön rot aus bem bunt» len Grün leuchten, ebenso bie roten Beeren ber Daphne bes Seibelbastes!

Mit ben Blüten bes weiß- unb rotblühenben! Oleanbers, ber unseren Balkon unb Treppenauf­gang schmückt, ist sogar große Vorsicht nötig! Daß auch einige Arten ber Clematis ber Wald- rebe, bie so schnell an Wänben unb Zäunen ranken, besonbers giftig finb, ist vielleicht weniger bekannt.

Nun bie Staubengewächse! Wie entzückend blühen bie verschiebenen Arten bes Fingerhutes (Digitalis)! Er gebeiht gut in jeber Gartenlage, unb boch sollte man ihn nicht pflanzen, wenn Kinber in ben Gar­ten kommen! Die Wirkung bes Giftes ber schönen Fingerhüte ist äußerst gefährlich sogar oft löb­lich! Nicht minber schäblich wirkt ber blau ober weiß blühenbe Eisenhut. Das Maiglöckchen gehört auch zu ben für Kinber verbotenen Gewächsen. Die Christrose ober Nieswurz enthält ebenfalls starkes Gift. Auch von ben verschiebenen Hahnenfuß-Ge­wächsen finb manche recht giftig. H. O.

Zwiebelgerichte, eine gesunde Frühlingskost.

Wir nutzen bas reiche Angebot ber Zwiebeln ant besten, wenn wir Zwiebeln öfters als Gemüse und Frischkost verwenben. Da Zwiebeln im Frühjahr zum Austreiben neigen, nutzen wir biese Neigung, bie für ben Hänbler unerwünscht ist, zu unserem Besten. Bleiche Keime oerroanbeln sich in wenigen Tagen in ber Sonne zu tiefgrüner Farbe. Im Keim ist ber Ditaminreichtum, ben bie Zwiebel enthält, stark vorhanben. Die tiefgrünen Keime feinschnei- ben, roh wie Schnittlauch verwenben. (Zu Quarg, Butterbrot, Suppenwürze, auf Kartoffeln usw.)

Zwiebelgemüse. Kleine Zwiebeln (zu groß, um Steckzwiebeln abzugeben) schälen. Im eisernen Bräter, stark erhitzt, etwas Fett mit ein wenig gestoßenem Zucker unb etwas Knochenbrühe mit ben Zwiebeln öfters schütteln, bann offen langsam kochen, bis bie Brühe eingezogen unb die Zwie­beln glänzenb kastanienbraun finb. Die glasierten Zwiebeln mit grünem Gemüse zu einem Kartoffel­gericht reichen, z. B. Spinat ober auch mit Blumen­kohl ober kleine ganze ober größere Zwiebeln zu Vierteln ober Achteln zerteilt, in kochenbem Salz- maffer halbweich kochen, (Wasser zu Suppe ver­wenben), abgießen, katt überbrausen, in Heller Tunke (Mehlschwitze) die Zwiebeln gar werben