Nr. 21 Zwei.es Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeigsr für Oberheffen) Donnerstag. 25. Januar 1940
Aus der Stadt Gießen.
Oer Hornung.
„Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden,
Gas- und Wafferrohrbrüche.
Fachmännische Ratschläge. — $ur Beachtung dringend empfohlen.
en Zahnsteinansaiz
diesem Falle wird das I wesen war und durch sein unsachgemäßes Derhal- in den Kellern bemerk- ten einen Brand verursacht hatte, dem das Stall- in o ntuun vniK t , „ < «»f. hab ei mnr nHprhinas die
weniger rote Nasenspitzen und zugleich die ersten
Unzeichen erwachender Regsamkeit 3n dieser Sehnsucht nach Wärme fc
in der Natur.
bedenkt niemand,
igeruch bemerkt inio Gasrohrbruch in der
399D
(Nachdruck verboten.)
31 Fortsetzung.
und auch
storkwirksom, zohnfieischkräfti- gend, mikrofein, mild aromatisch, - und preiswert!
Z20»
so- bei
die große Tube die kleine Tube
25pt
Die anhaltende Kälte bringt, wie jedes Fahr, für das Leitungsnetz des Gas- und Wasserwerks die Gefahr von Rohrbrüchen mit sich. Aber auch in den Zuleitungen innerhalb der Häuser kann es, wenn die Leitungen nicht genügend gegen die Einwirkungen des Frostes geschützt werden und wenn sie noch dazu an den Außenwänden der Gebäude angebracht sind, zu Rohrbrüchen mit Wasserschaden oder ausströmendem Gas kommen. Im Verlaufe der letzten beiden Wochen sind denn auch Rohrbrüche an den Gas- und Wasserleitungen in verschiedenen Teilen der Stadt bereits eingetreten. Bei^ solchen Unglücksfällen macht sich der Aufbruch der Straßendecke und das zum Teil verhältnismäßig tiefe Eindringen in das Erdreich erforderlich, ehe die Männer des Gas- und Wasserwerks an die Bruchstelle
den Kindern ist es wohl in jedem Winter nötig, diesen Bedarf zu erneuern. Es ist gar nicht so schwer, aus alten Stoffresten selbst sehr schöne Hausschuhe herzuftellen. Das Deutsche Frauenwerk hat es deshalb übernommen, in einem Kurs Frauen auszubilden, die dann in den Ortsgruppen in Gießen, wie auch auf dem Lande Kurse abhalten, in denen den Frauen das Anfertigen warmer Hausschuhe gelehrt wird. Besonders die Landfrauen nahmen an diesem Kurs mit regem Interesse teil und freuen sich, ihre Kenntnisse nun weiter Mitteilen zu können. Alte Filzhüte und die Ledersohlen alter Schuhe können wieder zu Sohlen verwendet werden, für das Oberteil der Hausschuhe ist der Phantasie keine Grenze gesetzt. Es entstanden nicht nur praktische, sondern auch schöne Hausschuhe, die den Trägern
und streut er Eis und Schnee umher, es muß doch Frühling wenden!"
Im Januar hat der Weißbart uns reichliche Nlte beschert, darum erwartet man vom Februar
Der Wagen rumpelt über die Wiese, es geht über einen Graben, die Holzbalken knattern unter den Rädern. Noch eine kleine Erhöhung, und dann sind sie auf dem Landweg. Die Konifere und Klarissas .Bursche" legen aus, halt, nicht zu schnell. Der Wagen schaukelt, die Leitern schlittern und knistern. Anne möchte fingen, Anne fühlt sich heute nach der schweren Arbeit so leicht wie seit langem nicht und möchte singen. Bor ihr geht ein sunger Mann über den Weg, er hat einen Rucksack auf dem Rucken, einen Stock in der Hand und wandert langsam dahin. Jetzt ist der Wagen nahe, der Fremde muß zur Seite treten. Er tut es und sieht zum Wagen rauf, und zwei Augenpaare sehen sich erstaunt und verwundert an, es ist der Student der Rechte Horst Nielsen.
„Brrrr." Anne hält den Wagen an. Sie beugt sich ein wenig vor. „Wollen Sie zum Birkenhof, Herr Nielsen?" .
„Ja", sagt er, und er nickt, als könne er damit dieses Ja noch unterstreichen.
Steigen Sie auf, wenn Sie Lust haben, es muß aber schnell gehen, denn ich kann die Pferde nicht mehr halten." , —...
Horst ist geschickt, und zu klettern verlieht er. Mit zwei Sätzen liegt er im weichen Heu, und wenn er den Hals ein bißchen lang macht, sieht er einen
Widerruf aus.
Wie spare ich punkte an meiner Kleiderkarte?
Tuchhausschuhe sind etwas Kurzlebiges, wohl bei den Erwachsenen, wie vor allem
An diesem Tage weiß Anne kaum, wo die Zeit bleibt. Sie ist überall und nirgends. Sie muß Kla- rissa und den Verwalter ersetzen, denn Paul Würz ist fort. Da muß sie sich also ranhalten, denn die Leute warten auf ihre Anordnungen, und die sollen gut und richtig sein. Sie muß sehen, wie sie das schafft. Aber es geht, und die Leute machen es ihr leicht. Da ist Klarissas alte Garde, Menschen, auf die sie sich verlassen kann, und da sind die anderen, die zwar wissen, daß die Alte vom Birkenhof noch nicht hier ist, die aber das Gefühl haben, daß sie jeden Augenblick irgendwo auftauchen kann.
So geht es, oh, es geht recht gut, aber die junge Anne ist fast zu dünn geworden. Sie ist wie sonst, und sie nörgelt nicht herum, sondern packt mit zu, ja, wo zwei Arme fehlen, springt Anne mit ein. Dort, auf den höher gelegenen Wiesen ist das Heu schon vor Tagen gewendet, es ist trocken und die ersten vollen Wagen werden eingefahren. Koni geht mit im Geschirr, denn es ist auf dem Birkenhof nicht so, daß es in "der Ernte für irgendein Wesen, sei es Tier oder Mensch, Ausnahmen gibt. Es paßt dir wohl nicht, Konifere, einen hochbepackten Heuwagen zu ziehen, noch dazu, wenn dich die Bremsen quälen? Aber laß dir sagen, daß du hungern müßtest, wenn das gute Heu nicht wäre.
Ein zweiter Wagen steht da, zum Einfahren bereit. „Sie können drüben weitermachen, Pfitzner, ich fahre." Anne ist schon auf dem schmalen Sitz, den ihr das Heu freigibt, sie finkt tief darin em. Hach, wie sie das liebt! Christian, glaubst du mir, daß ich immer um diese Zeit in Berlin sehr traurig sein werde, weil ich das nicht habe? „Jüh, los, Koni, Bursche, macht, daß ihr vorwärtskommt. Aber denke nicht, Konifere, daß du jetzt ein Reitpferd bist.
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Roman Don$riöalicttßll)«f
CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 35
daß vorzeitige milde Lüfte vom Uebel sind. Der Lolksmund hat recht zu sagen: „Wenn's der Hortung gnädig macht, bringt der Lenz den Frost über yiadjtr
An manchen Tagen zehren die goldigen Sonnenstrahlen am Flausch der Erde. Die von Schnee um- agerten Steine und Baumstümpfe, die aus dem weißen Pelz hervorgucken, verlieren ihren Kristallmantel rascher als der Boden. Es entsteht in ihrem Umkreis eine schneefreie kreisringartige Vertiefung. Die dunkelfarbenen Körper schlucken und speichern nämlich mehr Wärme als ihre Helle Umgebung. Daher taut in ihrer Nähe die Winterdecke rascher. So lugen aus den Feldern bald die dunklen Erd- chollen hervor. Fleck kommt zu Fleck: der weiße Pelz kriegt „die Motten", Loch schiebt sich an Loch, tmö die Sonne lacht, als sei ihr ein Schelmenstück-
Die Gymnastik- und Schwimmkurse in der Schillerschule und im Volksbad fallen ab heule bis auf
verein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.
HHemeinW M kroll öard] Sreuöe
Velr.: Sporfamf.
Ein strahlender Tag ist heule die Sanne scheint, und es ist warm. Gut fo. Aus dem Birkenhos arbeiten die Leute jetzt im Maar. Drunten auf den ®ie[en ist es bunt van den Kopftüchern der Frauen, die Sechen blitzen in der Sanne und das Dengeln schallt wie Summen eifriger Grillen weit über da- Land Die Frauen arbeiten m einer Reihe mit arofwintiqen garten, manchmal fingen ste eines der alten Lieder, und manchmal weckt ihr vielstimmiges Lachen drüben am Waldrand ein sanftes Echo.
Marie ist gestern aus Nauheim gekommen, um die Mädel in der Küche während der Heuernte Nicht allein zu lasten und heute schwingt ste wieder ihr Center Sie rennt umher und schilt mit den Mädchen und spart mit dem geräucherten Speck im Weißkohl es ft alles fo, wie es immer war. Aber ste räa't einen goldenen Ring an der linken Hanb und am Samstag fährt sie mit Hannes Perl nach Balke, um das Aufgebot zu bestellen. Sie lagt ledern, der e danach fragt - und sie fragen alle danach - daß es Klariffa bester geht, ja daß es ihr fo gut oebt daß sie fchon fetzt nach Haufe fahren durste, ; 'u .;rr„ Woifo allem machen wird.
Hinter sich hört sie Stöhnen, da keh^ sie sich langsam um, als siele ihr diese kleine Bewegung schwer. „Franz", sagt sie, „nimm das nicht ernst, em Wichtigtuer, weiter nichts." _
„Nein, nein, Anne, der ist kein Wichtigtuer^ d m ist es mit seiner Drohung Ernst. Franz Pegel Finger klopfen auf den dunklen Deckel des zugeschlagenen Hauptbuches. „Du versteht es nicht, Anne, was das für mich bedeutet, du bist noch zu jung und kannst es nicht verstehen. Aber gerade m letzter Zeit ist es zwischen Luise und mir andere geworden, als es früher war, es ist gut, wie es jetzt ist. Nun kommt dieser Kerl daher, und was er sagt, ist wahr! Ich kann mich nicht ei.mnal damit verteidigen, daß er lügt, das kann ich Es natürlich anders, das weißt du ja selbst em Dum- merjungenstreich war es und weiter nichts, den ch bei Gott hart genug büßen muß. Aber ich habe mich zu lange meiner Frau gegenüber so benommen, daß sie mir diese Auslegung der Sache mcht glauben wird und wohl auch mcht glauben tanm
Anne ist schwindlig und elend, die Augen schmerzen, als hätte sie lange geweint. Sie sehnt sch nach klarem, frischem Wasser, sie mochte das Gesicht twj hineinstecken oder durch den Regen laufen und sich wie damals in Balholm die Tropfen auf das Gesicht spritzen lassen. Sie fühlt sich so einsam, so ver lassen, und ihre Sehnsucht nach Christian ist großer und stärker, ihre Liebe tiefer denn je. Wie sauber und anständig ist Christian.
Doch da sitzt Franz Pegel vor ihr. und feine
Sorgen und Aengste find wohl großer und schwerer als Annes Sorgen. Tief gebückt sitzt er da. immer noch ein kranker Mensch. ..Beruhige dich. Franz, ich
Gelb. , . „ ..
Auch die Kohlmeise spürt die geheimen Anzeichen des nahenden Lenzes. An milden Tagen zwitschert sie wiederholt ihr durchdringendes „zi-zi-däh! zi- zi-däh!" Selbst ein Finkenmännchen, das hier geblieben, probiert seinen ersten Schlag. Im Walde, an versteckten Plätzen, wirst der Rothirsch sein Ge-
Luise sieht wieder durchs Fenster, sie kehrt Anne den Rücken zu und macht eine Bewegung mit der rechten Hand, die alles zur Seite schiebt. „Es ist nicht viel mit Paul Würz los, Anne, laß dir das sagen, ich wußte es lange. Er ist nicht etwa faul, ich will gewiß nicht behaupten, daß er faul ist, aber viel schlimmer als das — er ist unaufrichtig. Ich weiß es wohl, daß er Franz sagte, er solle sich doch heimlich beim Holzverkauf Prozente geben lassen. Verstehst du, was das heißt? Franz hat es als Scherz aufgefaßt und drüber ge acht. Er ist leichtsinnig gewesen und alles mögliche, aber betragen hätte er nie. Doch es sollte kein Scherz sein. Wurz wollte Franz allen Ernstes bestimmen Kla- rissa zu betrügen. Weißt du auch, warum. Er hoffte wohl sehr fest, daß du ihn eines Tages heiraten würdest. Dann wäre der Birkenhof sein Hof geworden und ich glaube nicht, daß er ihn gut verwaltet hätte. Auf jeden Fall wäre Franz ihm dann lästig gewesen, und als Betrüger hatte er ihn leicht loswerden können. Er ahnte auch, daß ich ihn durchschaue, er konnte mich nie leiden, Anne. Und das, was er mir da eben sagte — ad) Gott das weiß ich längst. Als ich in der Unglücksnacht hier aus dem Haus kam, sah ich die runtergerissenen Reben und das zerbrochene Spalier."
Luise lächelt. Sie steht am Fenster und lächelt. Sie macht keine großen Reden. Sie wendet sich zu Anne und sagt: „Sei so gut und hole Franz zum Kaffeetrinken. Willst du nicht eine Stunde bei uns bleiben? Ich decke den Tisch auch da im Erker, wo du so gerne sitzt." Und sie holt eine weiße Decke hervor, sie bringt Tassen herbei und ist voll Geschäftigkeit. Sie ist keine besondere Frau, und Menschen, die sie wenig kennen wurden wohl sagen, daß sie langweilig und em bißchen dumm ist Wer sie aber kennt, der sagt das nicht. Der senkt den Kopf, wie es jetzt Anne tut, und sühktsich von der einfachen Frau, von ihrer sauberen Wurde seltsam
gelben, vom Wind zerzausten Haarknoten unter sich. Nun denk doch einer an, er fährt mit der Morgenfee, der kleinen, feinen Morgenfee, die damals just aus dem Wasser stieg, spazieren. Als er in Balke den Zug verließ, hat er an sie gedacht, aber daß er ie hier treffen würde, ist ihm bei Gott nicht in den Sinn gekommen.
Die Pferde rennen, daß es sich auf dem rump- ligen, zerfahrenen Weg anhört, als solle der Wagen in Stücke gehen. Anne muß alle Kraft und Gewandtheit brauchen, um die Tiere zu mäßigen, sie hat für den Jungen hinter sich keine Zeit. Doch sie lacht vor sich hin. Sie nimmt diese Sache nicht mehr ernst, eine kleine lustige Begebenheit, weiter nichts. So denken sie beide ihre eigenen Gedanken und sprechen bis zum Birkenhof kein Wort mehr miteinander.
Aber jetzt stehen sie sich auf dem Platz vor den Ställen gegenüber. Sie haben beide helle Augen von der verteufelten Fahrt, ihre Haare sind mit Heu bekränzt. Sie reichen sich die Hände. „Merkwürdig, daß wir uns noch einmal Wiedersehen", sagt Anne. Sie ist nicht beschämt und gar nicht verlegen, sie ist so schön, wie sie dasteht, so frei und schön, in hohen Stiefeln, braunen Hosen und weißem Hemdchen, daß Horst das Antworten vergißt. „Sie wollen zu Ihrer Braut, zu Irene, nicht wahr, Herr Nielsen?
„Ja, das heißt nein. Irene ist nicht mehr meine Braut. Sie hat mir vor einigen Wochen in Berlin gesagt, daß sie mich nicht liebt, und daß sie mich nie heiraten wird. Aber wie mir Frau Pegel schrieb, ist sie wohl sehr krank? Ein armes, kleines Ding. Sie hat keine Verwandten, keinen Menschen, da bin ich gekommen, um mal nach ihr zu sehen.
Straßengelände eintritt; in i Wasser vielleicht allmählich in _ bar werden, meist aber wird es seinen Weg nach $ unten oder oben nehmen, ohne die benachbarten ‘ Keller zu berühren. In jedem Falle wird das Wasser, das doch ein kostbares Gut der Allgemeinheit ist, nutzlos fortströmen, unmittelbaren persönlichen Schaden des einzelnen nicht verursachen, aber infolge des ungenutzten Ablaufens einen Verlust für die Gesamtheit darstellen. Rohrbrüche in den Lei- tunasrohren der Straßen kann man, wenn das Wasser nicht an der Straßenoberfläche zutagetritt, durch das Geräusch eines anhaltenden Rauschens erkennen, mindestens aber vermuten. Wer also beim Aufenthalt in seinem Keller ein derartiges Rauschen vernimmt, sollte in jedem Falle sofort das Wasserwerk benachrichtigen, damit dessen geschulte Männer den Sachverhalt prüfen und einen Schadensfall an der Rhrleitung alsbald beheben können. Dadurch wird nicht nur dem einzelnen Volksgenossen etwaiger Schaden erspart bleiben, es wird auch verhütet werden, daß Unfälle im Straßenverkehr, die etwa durch plötzliches Einbrechen der Sttaßendecke infolge Unterwaschens des Erdreiches durch das ausströmende Wasser entstehen können, nicht stattfinden.
Innerhalb der Häuser wird Wasserrohrbrüchen am besten dadurch vorgebeugt, daß in den Klosetträumen während der Nachtstunden und bei starkem Frost auch während des Tages, abgesehen von einzelnen Lüftungen, das Fenster geschlossen bleibt, der Wasserkasten mit einer Decke oder ähnlichem Schutzmaterial zugedeckt wird, die Zapfhähne umwickelt werden und am Abend überall da, wo es in wirksamer Weise möglich ist, der Haupthahn der Wasserleitung im Keller abgestellt wird und die Steigrohre der Zuleitungen zu den einzelnen Wohnungen durch Entnahme des Wassers leergemacht werden. Tritt dennoch im Keller des Hauses ober in einer Wohnung ein Bruch an den Wasserrohren ein, so empfiehlt es sich, nicht erst lange Zeit mit behelfsmäßigen Mitteln den Schaden selbst beseitigen zu wollen, sondern es ist ratsam, möglichst sofort das Wasserwerk zu benachrichtigen, damit es sachkundige Män- : ner zur Hilfeleistung entsendet. Vor allem sei jeder- i mann beim Auftauen von zugefrorenen Leitungen sehr vorsichtig, da hierbei, wenn d^se Arbeit unsach- ■ gemäß ausgeführt wird, leicht ein Brand entstehen - kann. Erst vor einigen Tagen hat das Amtsgericht - in Frankfurt a. M. einen Mann zu einer Geldstrafe , verurteilt, der beim Auftauen einer Wasserleitung i in einem Stallgebäude nicht vorsichtig genug ge-
des Rohres herankommen und in sachkundiger Weise den Schaden beheben können. So konnte man bisher in der Wetzsteingasse, in der Löwengasse, in der Döringstraße, Hammstraße, Wilsonstraße, Ebel- sttaße, Roonstraße und Stephanstraße den Spezial- bienft unseres Gas- und Wasserwerks mit dem Preßluftmeißel, Pickel und Schippe beim Aufbruch der Straßen arbeiten und dann mit den erforderlichen technischen Mitteln die Rohrleitungen 's- bessern sehen. Den Männern, die während der s- herigen Reparaturen bei großer Kälte in vielstun- biger Tag- unb Nachtarbeit, ungeachtet aller Witte- rungsunbilben, zur Behebung ber Schüben tätig waren, gebührt bie bankbare Anerkennung ber Allgemeinheit. In einem Hause machte sich ber Rohrbruch im Keller bicht hinter bem Haupthahn ber Wasserleitung bemerkbar. Die Bewohner versuchten, mit behelfsmäßigen Mitteln ben Schaben zu beheben, hatten bamit aber keinen Erfolg, son- bern ließen nur unnütze Zeit vergehen, bis sie das Gas- unb Wasserwerk benachrichtigten, bas sofort sachkundige Helfer entsanbte; mittlerweile war aber so viel Wasser in ben Keller hineingeströmt, daß dieser in ansehnlicher Höhe unter Wasser stand. Derartige Vorfälle und Erfahrungen aus früheren Jahren, in denen es sogar zum Teil fast vollgelaufene Keller gab, machen es notwendig, allen Familien den Rat zu geben, bei Rohrbrüchen in der Wasseroder Gasleitung möglichst rasch sachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wasserrohrbrüche innerhalb ber Hauser werden in der Regel sofort bemerkt, da die Wassermenge alsbald nach dem Bruch des Rohres in unliebsam reichem Maße ausströmt. Anders ist es, wenn ein Wasserrohrbruch in der Hauptleitung im
mehr nicht."
„So", sagt Anne. „Sie wollen nach ihr sehen. Ja, Sie werden sehr erschrecken. Unser Arzt hat seit einigen Tagen wieder Hoffnung, wenn kein Rückschlag kommt. Er meint, Irene brauchte em bißchen Freude, Herr Nielsen. Melleicht braucht sie aber vor allem einen vernünftigen Menschen, der zu ihr gehört."
Horst hebt die Schultern, er sieht zur Seite, er fteW ihre Augen nicht an, denn sie sind so merkwürdig hell „Es ist zwischen Irene und mir nicht so einfach, wie Sie wohl denken, Fräulein Wegner. Sie hat mir den Ring zurückgegeben, schön, das kommt wohl zwischen Brautleuten vor, ich glaube auch, ich könnte das und sogar noch vieles andere vergessen, denn Irene und ich, wir waren seit Jahren zusammen, da fallen schon mal unbedachte Worte. 2Iber bann hat sie Briefe geschrieben, die ich nicht vergessen kann."
„Wissen Sie auch, Herr Nielsen, wie es einem Menschen geht, ber ganz und gar verirrt und verwirrt ist? Er fühlt es selbst, baß er die falsche Richtung eingeschlagen hat, und nun sucht er in anberen die Schuldigen für den unrechten Weg. Irene ist kein Riese, kein Mensch, der sich körperlich solche Abwege und Umwege leisten kann. Ja, NUN waren Sie schuld. Vielleicht hat ste Ihnen
tigsten und vordringlichsten Maßnahmen, sofort den Hauptgashahn abzustellen und schnellstens das Gaswerk zu benachrichtigen, damit es sachkundige Männer zur Behebung des Schadens schickt. Wer diese Ratschläge befolgt, wirb in der Regel keinen Schaden zu gewärtigen haben. Daß es die Pflicht aller Hausnachbarn ist, alsbald Alarm zu schlagen, wenn sie aus einer Wohnung Gasgeruch wahr nehmen und von den Inhabern dieser Wohnung nichts hören, ebenso schnell alle Maßnahmen zur Hilfeleistung zu treffen, ist so selbstverständlich, daß hierüber wohl nichts weiter gesagt werden muß. In gleicher Weise ist es eine Selbstverständlichkeit, das Gaswerk sofort zu benachrichtigen, wenn man irgendwo in einer Sttaße auffälligen Gasgeruch bemerkt unb nach den Umständen auf einen Gasrohrbruch in der Straßenleitung schließen muß, damit diese Gefahr für die Allgemeinheit alsbald behoben wird.
Wer sich in diesen Tagen der Kälte nach diesen Ratschlägen eines erfahrenen Fachmannes unseres Gas- unb Wasserwerkes richtet, wird in der Regel vor Schaden unb Gefahren bewahrt bleiben. B.
aebäube zum Opfer fiel; dabei war allerdings die Leitung aufgetaut worden. .
Gasrohrbrüche machen sich m den Wohnungen und meist auch in den Straßen sofort durch empfindlichen Gasgeruch bemerkbar. In diesem Falle ist es tmngenb notwendig, unter allen Umständen offenes Licht (Streichholz zum Ableuchten ber Leitung, Kerzenlicht ober bgl.) zu vermeiden, möglichst auch elektrisches Licht nicht emzuschalten, ba vielleicht durch irgendwelche Umstände Funken entstehen könnten, die natürlich sofort eine Explosion auslösen würden. Außerdem ist es in solchem Falle dringend geboten, in den Wohnungen alle Fenster zu öffnen, damit die Räume durch Zufuhr frischer Luft von dem ausströmenden Gas frei gemacht werden. Unb nicht zuletzt ist es eine der wich-
weih ab. Die Karausche im flachen Teich, die notgedrungen eine Weile ein kurzes Einfrieren auf sich genommen und sogar ertragen hat, gewinnt wieder an Spielraum. Am Eise nagen unsichtbare Zähne. Dr-s-
Vornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20.30 Uhr im Gloria-Palast „Großer heiterer Abend . — Wehrwissenschaftlicher Vortrag der Ludw.gs-Unwer- fität: 20 Uhr im Großen Hörsaal der Universität Professor Dr. Borries über „Bismarcks Stellung zu Staat und Volk". — Gloria-Palast, Seltersweg: 16 Uhr „Mutterliebe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kongo-Expreß". — Oberhessischer Kunst-
cben damit gelungen! Die Rinnsale beeilen sich, ihren Weg in eine Bodensenke zu nehmen, abzu- sickern ins Innere, von wo die ruhelosen Wasserköpfen nach kurzer Rast wieder in die Atmosphäre ! zurück ke hr en auf ihre unstete weite Reise.
Solange Schnee die Fluren deckt, spricht man vielfach von dem großen Leichentuch. Wie irreführend ist doch das Wort! Alles schläfst doch. Der Winter ist die große Ruhepause. Daß sie notwendig ist, beweisen allerlei Anzeichen. Flieder bekommt man z. B. im Gewächshaus vorzeitig nur dann zum Blühen, wenn man ihn um die Ruhepause betrügt, d. h. wenn man ihn durch Narkotika betäubt. Auch Mrschblüten entfalten sich nicht so früh im Zimmer, wie man es sich wünschen würde. Nur Frühblüher, unter ihnen die gelbblütige Forsythia, lassen leicht im Zimmer ihre Knospen springen.
Diele Pflanzen schicken jetzt ihre Abkömmlinge, feien es Samen, seien es Sporen, auf die Wanderschaft zu neuen Lebensbereichen aus. Grün prangt die Mistel vom kahlen Baum, und ihre weißen Beeren locken die hungrige Amsel, die eben noch mit ihrem gelben Schnabel an den Mehlbeeren pickte und sie unsparsam auf den Boden verstreute. Die sog. Tiegelteuerlinge öffnen jetzt ihre niedlichen Recherchen und schütten ihre wie Gold darin lagernden Sporen aus. Die Sage berichtet: Volle Tiegel künden ein reiches Jahr, dürftig gefüllte ein armes!
Der Hornung ist ein wetterwendischer Geselle. Am Tage locken seine Sonnenstrahlen die Knospen aus ihrer klebrigen ober wolligen Hülle; in ber Nacht zermürbt er in seinen frostigen Fingern manches Haselnußkätzchen, das schon mit bem Ausstau- ben beginnen wollte, zerknickt so manches weißgrun lugende Schneeglöckchen, das kräfttg die Erdrinde durchbrach. Dennoch rötet trotz seines ständig wie- derkehrenden Grollens der Hornstrauch mehr und mehr sein Gezweig, und die Weiden an Bach unb Teich leuchten bereits von fern mit schimmerndem
8t3mmerSno« fahren feine Singer über ben bunt- len Buchdeckel. „Ach Sott, es ist alles so lach-- -ch, Anne. Man ist eben doch nur noch em halber Mensch. Früher hätte ich den Kerl beim Schlasitt- chen gekriegt unb an bie frische Luft ges h,
Was'soll Anne barauf sagen? Sie verleiht ben Raum unb sagt nichts mehr, ^"^sisam s g s Treppe hinunter unb sie hat Ge^hsi daß chr Kaps leer ist unb wirr oon bieser ßeere. «ur bie|en Menschen nicht wiebersehen, bas ist alles, was fi denken kann. . . r. am
Luise ist allein im Wohnzimmer- s«'steht am Fenster unb sieht in ben norubertrerbenbenJRegen. „War Paul Würz eben bei b'r? fragt Anne
Die Frau wendet sich bem Mädchen zui unb Jag .
„8a." Sie sagt es sreunblich unb ganz ohne Bitter ... . .
feit. . unb dak K arisia die Reise allein machen rotrb.
„Hat er - hat er mit bir über Franz gesprochen? unb daß xia 11


