Mittwoch, 24-MM0
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (vderhessen)
Nr. 173 Zweites Blatt
hat, aus gehändigt.
SOM. im Dienst am deutschen Waid.
(Nachdruck verboten.)
8. Fortsetzung.
Schauspiel - Oper - Operette
Oer Spielplan des Gießener Stadttheaters 1940/41.
nigung des Betriebsführers oder seines Stellvertreters und, soweit vorhanden, des . B e - triebsobmannes über die Notwendigkeit der Anschaffung der Arbeits- und Berufskleidung vorliegt.
Weiche Sonderabschnitte der Kieider- karte find bisher freigegeben?
„Melleicht." „ „ , „ ... ..
„Dann sprich man mit ihm, aber laß dich mch übers Ohr hauen."
„Wo fährt er denn hm, der »Theodor? „
„Na, auf Waldmühle und nach Schloß Lüchow.
''Ich' denke, Lüchow ist pleite?
'»War es auch. Sitzt jetzt ein Neuer dnn und will's wieder in Ordnung haben. Wird aber nichts daraus."
Die schöne Melusine
Roman bon Hans Richter
Aufführungen: , . L f
An klassischen Stucken bringt der Spiel- psan Grillparzers „Des Meeres und der Liebe Wellen", Goethes „Clavigo", Schillers „Die Räuber" und Kleists „Käthchen von Heilbronn".
An modernen und ernsten Stücken ist in erster Linie Christian S i e m e n.s „Sieger", eine dramatische Ballade vorgesehen, die bereits am 17 September und mutmaßlich in Anwesenheit des Autors
Im Monat August bieten wir siebentägigen rlenaufenthall jeweils von Samstag zu Samstag m den Kreisen Büdingen und Schotten. 33441)
Teilnehmerpreis 22,— RM. (ohne. Fahrt).
Erster Aufenthalt in der Zeit vom 3.8. bis>10.8. 1940 Anmeldungen bis spätestens Mittwochs m unserer Verkaufsstelle, Seltersweg 60.
Chor- und Orchester-Konzert für die Verwundeten.
2ter Gesangverein „Viktoria Garbenteich und der SA. - Musikzug Lol l a r veranstalteten im Reservelazarett II, Gießen, emChor- und Orchester-Konzert in einem größeren Rahmen. Dor dem Portal ließ der Musikzug unter Leitung von Musikzugführer May (Lollar) frohe Marschweisen und Soldatenpotpourris erklingen. In den Pausen brachte innerhalb des Lazarettes der Chor (Leitung K. Sommer, Watzenborn-Steinberg) mehrere Volks- und Silcherlieder zum Vortrag. Gerade diese einfachen und schlichten Weisen fanden bei den Verwundeten großen Anklang. Als Abschluß brachten Chor und Orchester gemeinsam den Chor: ,^m
1 Paar kunstseidene Damenstrümpfe Zweiter oder geringerer Wahl, 1 Paar Damenkniestrumpfe oder 1 Paar Damenunterziehstrumpfe):!! (bis 26.April 1940: 1 Paar gewirkte Stoffhandschuhe): lU (Nah* mittel im Gegenwert von 20 Rpf. bzw. Nähseide im Gegenwert von 40 Rp.): IV (Nähmittel im Gegenwert von 25 Rpf. bzw. Nähseide im Gegenwert von 50 Rpf.): V (Nähmittel un Gegenwert Dort 20 Rpf.): VI (wahlweise 1 Paar Damenstrumpse! aus Naturseide, 1 Paar kunstseidene Damenstrumpfe; zweiter oder geringerer Wahl, 1 Paar Damen knie- strümpfe 11 Paar Söckchens oder 1 Paar Damen-, unterziehstrümpfe).
Don der Reichskleiderkarte für Knaben und K l e i n k i n d e r : III (Nähmittel im Gegenwert von 25 Rpf. bzw. Nähseide im Gegenwert von 50 Rps.); IV (ab 15. Juni 1940: Nähmittel im Gegenwert von
sonnen hin und her. Der Handwagen und der Koffer sind bereits verstaut.
„Da büst du ja all wedder", sagt Gottlieb Kurzmg.
'„Ja", sagt Tilde. „
„Tante Malwine lauert schon.
„Laß sie-lauern." .
Gottlieb Kurzing ist wirklich zeitlos. Er ist immer halbrasiert und hat in seinem verwitterten Fischergesicht eine erfreulich leuchtende Nase.
„Solltest doch rüber nach Steinbergen , mahnt er. „Gleich. Nur noch ein bißchen wissen, mos los ist.
Nix is los", brabbelt Gottlieb. „Der Fisch wird all" weniger. Den einen frißt- der Wels, und den Hecht wollen die Leute nicht fressen. Wegen der Gräten. Als ob so 'nen Hecht mehr Grätens hatt als 'nen anderen Fisch."
„Und Waldmühle? ~ e
„Da hockt noch immer der olle Doskopp.
Tilde weiß nun, wie sie die Dinge anfassen wird
Zuerst einmal besieht sie rasch Lottekens Faltboot a und stellt fest, daß der Zweisitzer noch gut bei- ;a einander ist. Gottlieb Kurzings Warnungen schlagt ■= | sie m den Wirck».
„Morgen früh hole ich mir das Boot ab." „Wirst noch absaufen mit dem .Lotteken.
„Wieso mit Lotteken?"
„Heißt so, das Gummiding", sagt Gotttieb vev- o^Jmintest mir ein bißchen Paste zum Ausrn^eln besorgen, Gottlieb. Morgen zieh' ich die alte Kluft an und nehme mir das Ding vor. Morgen früh. •
„Meinswegen", sagt Gottlieb Kurzing.
9.
Tilde wird als bevollmächtigte Vertreterin der Firma Hellwig & Holzmann gleich heute ein bißchen herumhorchen. . ,
Die Türglocke schlägt genau so rosttg wie stuher an der Provisor steht hmterm Ladentisch, wittert sofort etwas Großstädtisches und stteckt das Kmn vor.
„Was steht zu Diensten?"
„Ich möchte Herrn Küstner —*
fierr Küstner ist —" Herr Kustner ist schon .da, kommt hinten aus seinem Verschlag Ich'-bt die Brille auf die Sttrn, aus der fid) über der Nasenwurzel schon zwei ttefe Löcher befinden und erkennt zuerst nicht.
Z^ll Grüße von Lotteken bestellen, Papa ^^Ach^ die Tilde — oder muß man fetzt Fräulein Rohloff sagen?"
„Tut nicht not, sonst sag' ich Herr Apotheker zu Sä » - kommen Si« doch mit^nach hintem Nicht? Keine Zeit? Ach so, Fraulein von Rueper wartet - und der P°p°- S°h^ Sie so wird das, wenn man aller wird, märtet man immerzu aus seine Kinder, spater sogar auf
Tilde hat ihn bewundernd angesehen. „Sie entwickeln sich, Holzmännchen, Sie werden mit der Zeit wirklich der große Cham Ich glaube, Sie haben das Zeug zu einem borstigen Chef in sich.
„Erste Fahrt unter Führung oon Fräulein Tilde Rohloff nach Utrin", sagte der große Chan noch einmal, als der Zug bereits fährt. „Sonnabend mittag zwei Uhr Abfahrt Gendarmenmarkt. Wenn <5te den Frühzug nehmen, sind Sie rechtzeitig in Berlin. Hellwig holl Sie ab, und natürlich fahren wir beide mit. Spätestens Donnerstag müssen Sie anrufen. <5ie haben Vollmacht."
Vollmacht, mit so etwas kann man schon etwas
rasch ,gehen Sie doch nicht wieder-fort." "Ges^chäst/?^°wundert sich der Apotheker. „Na, wollen Sie ein paar Karamellen oder lieber Cachou? Oder ist man dazu schon zu erwachsen.
Jahre wurden durch diese eine Frage ausgeloscht. Wenn Sie Blockmalz hätten, Papa Küstner.
»Natürlich, Blockmalz." Der Provisor fährt auf der kleinen Leiter hinauf und herunter, drei Tuten Blockmalz liegen vor Tilde. Sie reißt die erste auf, steckt die anderen in die Tasche und stopft das klebrige Ding in den Mund. „
Wiederschen, Papa Kustner.
Neben der Apotheke liegt der Märkische Hof, in dessen großem Saale die Tanzstunden stattfinden. Ein Schild zeigt an, daß Fräulein Bierheim, Mi - glied des Bundes deutscher Tanzlehrer, bereit ist, Einielstunden.zu geben und Zirkel zusammenzu- stL Rund- und moderne Tänze steht da. Die gute Bierheim mit dem Klavier auf dem das A defekt war, und die durchaus Nicht begreifen konnte, warum ihre Schülerinnen immer ausgerechnet am SEwall d-n Schülern die einzelnen Tauren nach einmal erklären mußten.
Sie können mich doch fragen.
Das hat man ZU Tildes Zeit nicht getan und das tut man heute nicht.
Aber jetzt wird es Zeit, an das Geschäft zu denken. Tilde kämpft gegen jede Regung noch einmal hier oder da abzubiegen, mit Erfolg an und fanbet an dem Wassergrundstuck von Gottlieb Kurzing. Unten am Steg dümpelt Breite der Stein- ; Kahn. Erich hockt drin und schunkell ver-lsie
Glauben! , .... ,,
Wir haben in den letzten Wochen Höhepunkte deutscher Gefchichte erlebt und erleben sie noch. In gewaltigem Geschehen stürmt die Gegenwart aus
Das sind unvergeßliche Tage. Sorgen wir dafür, daß sie weiterwirken in unserm Herzen, daß sie uns ein Ansporn sind zu neuer Arbeit, zu neuen Leistungen! n*
Dornoüzen.
Tageskalenher für Mittwoch.
Gloria-Palast, Seltersweg: „So endete eine Siebe . _ Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Sundenbock .
Notizen für den 25. Juli.
Sonnenaufgang 5.34 Uhr, Sonnenuntergang 21.27
Uhr. — Monduntergang 11.59 Uhr, Mondaufgang 23.41 Uhr. Mond in Erdferne.
nHemeinM M kraft dumme
Aus der Stadt Gießen.
Unvergeßliche Tage.
Tag für Tag erleben wir deutsche Geschichte. Fast stüMich kommen Nachrichten, die uns die Alltagssorgen vergessen lassen. Kommende Geschlechter werden uns beneiden um diese erlebnisreiche Zeit. Es sind Höhepunkte im Leben des deutschen Volkes, wie sie uns das Schicksal bis jetzt noch nicht schenkte.
Das Bewußtsein der Verbundenheit durch gemeinsame Geschichte und durch gemeinsames Schicksal lenkt den Blick ganz auf die Gegenwart. Wir sollen diese Höhepunkte aber nicht nur erleben, sondern auch — wie unsere tapferen, unvergleichlichen Soldaten — vorbildlich wirken und schaffen und damit den kommenden Geschlechtern ein Wegweiser sein. Immer wieder müssen wir fühlen, daß wir nur ein Glied in der langen Kette von Generationen
Diese Gedanken kommen uns ganz von selbst, wenn wir diese Tage voll in uns aufnehmen. Ein Hauch von Größe umweht uns. Neue Kräfte fühlen wir in uns wachsen. Sie zeigen uns den Weg, zu dem wir — inmitten des deutschen Volkes — berufen sind. Die Hauptsache aber ist, daß wir begreifen: Hier auf deinem Platze stehst du, hier hast du heldisch und gläubig deine Aufgabe zu erfüllen.
So sind diese tage Erlebnisse, die hinfuhren auf den Weg des Lichtes. Und dieser Weg zum Licht ist immer Kampf. Wer diesen Weg gehen will, der muß auch den Mut haben, dunkle Strecken zu
ten Biest." . —
Tilde setzt sich neben ihn und sieht über den See. Drüben liegt Steinbergen, und ein leichter Zlbeno« wind kräuselt über die Wasserfläche.
„Wie ist denn das so mil der Schiffahrt, Gottlieb? Hat Schiffsführer Apel seinen »Theodor noch?
„Den soll er woll haben, den »Theodor, der lauft noch lang hin, was hier zu fahren is."
„Habt ihr denn keine Sommerfremden?
„Doch, aber nicht genug. Aber ab und an laßt Apel feinen ,Theodor' doch fahren."
„Kann man den mieten?" „Willst du ihn mieten, Mädchen?
feine Enkel." Er strahlt. „Wird bei Ihnen auch noch kommen, Tilde." ..... ,
„Na, mik den Enkeln hat s za noch Zelt.
„Sehen Sie, nun sitzt das Lottekmd in Berlin und ich sitze hier, und das schöne Obst im Garten wird alles eingemacht und hlngeschickt, und es könnte so schön ..." Der Blick, der den Provisor streift, spricht Bände. Er sagt, daß ein Provisor, der zugleich Schwiegersohn wäre, viel erwünschter wäre als dieser Provisor, der eben nur Provisor ist und der jetzt Stielaugen auf Tilde wirft:
Sieh mal an, so was ist in Utrin gewachsen.
„Morgen komme ich noch mal vorbei, Papa
Wenn die Morgensonne über dem See liegt und die Nebel noch wie ein Schleier im Schilf brauen, ist es wunderschön zu fahren. Tilde sitzt, zünfttg.angezogen, im Boot und paddelt mit langen Schlagen auf Utrin zu. Das geschieht am Montag früh.
Der Sonntag hat Vatern und Tante Malwine gehört und der Umstellung. Man muß sich doch zuerst einmal daran gewöhnen, daß man nach dem Aufwachen ins Grüne sieht, daß die Sonne ms Zimmer scheint, daß Hähne krähen. Ueberhaupt, ja! Wie soll man das am besten ausdrücken, daß eine andere Art von Unruhe um einen ist, eine Unruhe, die eben keine Unruhe, sondern Ruhe.
Merkwürdig, aber es ist so. .
Don der Entdeckungsreise hat Tante Malwine nicht viel wissen wollen, aber Daterns Laß doch, Malwinchen' hat geholfen und den Aerger in einen Eifer verwandelt, den man auch wieder dämmen muß. Denn, wenn es nach Tante Malwine gegam gen märe, das Boot wäre bestimmt unter der Menge der Lebensmittel und Fressalien, die sie Tilde hatte mitgeben wollen, ab gesackt.
Am Sonntag gegen Abend ist fachmännisch gestaut worden. Gut, daß „Lotteken" ein Zweisitzer ist. Man macht vorn dicht mit Spritzdecken, sitzt hinten und hat alles bequem erreichbar. Der Treiber ist natürlich gesetzt. Zelt Gummimatratze, Schlafsack, Primuskocher, Wassertank, Brot, Wurst und Einer, nichts ist vergessen. Mit dem Eingemachten kann man auf Entfettungskur trainieren. • _
Weil Vater keineswegs Fachmann für die meliere Umgebung ist, hat im Salon vorn „Theodor" ein Palaver stattgefunden, an dem Gottfried Kurzing : und Schiffsführer Apel beteiligt und bei dem viel ’ geraucht und merkwürdigerweise Grog getrunken t worden ist. So kalt war es eigentlich gar nicht.
(Fortsetzung folgt.)
„Hat er auch, Gottlieb."
,Hat er nid). Wenn ich den Wels nur kriegen könnte! Das ganze Netz is hin von dem verdamm-
wandern. t .
Beharrlichkeit zu zeigen, ist das Ergebnis einer guten Willensbildung. Allen Neigungen des Augenblicks, allen Stimmungen zum Trotz siegt immer wieder die Beharrlichkeit. In allen Lebenslagen Mäßigung und Selbstbeherrschung einhalten, Mühsal und Anstrengungen zu ertragen, das sind die Früchte der Beharrlichkeit. Nicht im richtungslosen Ausleben jeder Regung, nicht im Aerger über alltägliche Sorgen um Kleinigkeiten, sondern in der Beherrschung, der Selbstzucht, der Fassung und Ueberwindung aller Widerstände, darin offenbart sich die Stärke eines Volkes, aber auch im starken
deutschen Geist und Herzen", sowie den mit großem Beifall aufgenommenen Marsch „Friderlcus Rex zum Vortrag. Einer der Verwundeten widmete den Musikern und den Sängern herzliche Dankesworte, ebenso der Vertreter des Kreisleiters, Pg. Haas, Gießen. Nach dem Treugelöbnis an den Führer unternahmen die Sänger unter Führung von Feldwebel Stumpf einen Gang durch die Raume. Die Sänger hatten es sich nicht nehmen lasten die Verwundeten mit Rauchwaren und einigen Flaschen Wein zu beschenken.
Neue Richtlinien
zur Ausstellung von Bezugsscheinen für Arbeits- und Berufskleidung.
In der Verordnung über die Verbrauchsregelung für Spinnstoffwaren vom 14.11.1939 ist auch der Bezug von Arbeits- und Berufskleidung geregelt. Nunmehr hat der Reichswirtschaftsminister neue Richtlinien für die Ausstellung von Bezugsscheinen für Arbeits- und Berufskleidung durch die Wirt- schaftsämter erlassen. Dabei ist bedeutsam daß Anträge auf Ausstellung derartiger Bezugsscheine nur | bearbeitet werden können, wenn eine B e s ch e i -
Nachdem unser neuer Intendant Hans Walter < Klein sein Amt angetreten, feine Aufgaben ins i Auge gefaßt, sich mit dem bisherigen Charakter unserer Bühne vertraut gemacht, ihre technischen \ Möglichkeiten kennengelernt und mit dem bisherigen i Ensemble die Verbindung genommen hat, nachdem auch, unter reichlich schwierigen Umständen, durch ihn neue Kräfte für unser Stadttheater ge= wonnen und verpflichtet wurden, liegt nun auch schon der Entwurf für den Spielplan für die begehende Spielzeit 1940/41 vor. Der neue Spielplan ist interessant. Der neue Spielplan läßt auch erkennen, was der neue Intendant will. Sichtlich: er hält es mit dem Wort aus dem „Vorspiel auf dem Theater": „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen!" So werden das klastische Schauspiel, das moderne, ernste Stück, das Lustspiel, die Oper und die Operette den Spielplan zu angemessenen Teilen und in reichem Wechsel bestimmen. Wer von den Besuchern unseres Stadttheaters sich an den Versmaßen und am Gehalt edlen Geistes im klassischen Schauspiel begeistern und mitreißen lassen will, wird für sich finden, was er vom Theater erhofft. Wer lediglich um der Unterhaltung willen in das Theater kommt, für den gibt es Lustspiel und Operette, für den Freund der großen Musik und des Gesangs sieht der Spielplan Opern vor, die vom Können der großen deutschen und italienischen Komponisten getragen find. Angesichts der bunten Fülle des Programms muß von vornherein betont werden, daß dabei dem künstlerischen Gewissen keine Konzession gemacht wird, denn, wie wir hören, ist es dem Intendanten gelungen, trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit, in der die Engagements im allgemeinen als abgeschlossen gelten können, eine Reihe ausgezeichneter Kräfte unserem Theater zu sichern. Sowohl Schauspiel, wie auch Oper und Operette sollen von Künstlern bestritten werden, die unserem Theater ein beachtliches Niveau sichern. Lediglich der „schwere Held" fehlt Die Auswahl im Spielplan berücksicht diese Tatsache. Wir hören ferner, daß das Ballett auf volle Stärke, au zchn Mitglieder, gebracht werden wird. Hinzu kommt, daß sowohl ein Oberspielleiter, wie auch ein musikalischer Leiter von beachtlicher künstlerischer Leistungsfähigkeit gewonnen wurden. Mehrere Opernaufführungen, wie auch einige der klastischen Schauspiele wird der Intendant selbst inszenieren.
Der Spielplan verzeichnet im einzelnen folgende
In Anbetracht dessen, daß die Forstverwattungen in jüngster Zeit unter einem empfindlichen Mangel an Waldarbeitern und Waldarbeiterinnen zu lewen haben und ihre Aufgaben, insbesondere die Pslan-' zungen, oft nur unter Schmierigkeiten erfüllen können, folgte unser hiesiges gor ft amt Schiffen- berg einer Anregung des Kreisleiters, m der Zu fammenarbeit mit der Direktion der Oberfchule für Mädchen und dem Untergau 116 des BDM. eine I stattliche Reihe von Mädchen heranzuzlehen, Die sich in den Dienst der volkswirtschaftlich wichtigen Arbeiten der Forstwirtschaft stellten. Der Einsatz ge^ schah im wesentlichen in den Tagen um Mitte Mai, Eine stattliche Anzahl Mädchen erhielt: für den 10. Mai schulfrei, um sich der Arbeit im Wald widmen zu können. Darüber hinaus wurde aber auch -----. - am 11., am 14. und am 15. Mai ®aIDarteit ge* ein her Textil-Zeitung" wird folgendes in Er- leistet. Die zahlenmäßige Beteiligung an der Wald- innerung gerufen: Von den Sonder abschnitten der arbeit durch die Kameradinnen und Schule nnnen Frauen-, Mädchen-, Knaben- oder Kleinkinderkarten war gi£ , . .
wurden bisher s°lgmd- prüfen: Di« Mädchen wrn^en hur die Arbert rm Waw
SSWWWM wn 50 Rps>; V Mähmittel im Gegenwert von M 8"°^. . ß en - L ind e >1
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“‘so? der Lich^derkaL/fiir .Frauen-1 Mte Kiefern etnge-
gegeben werden wird. Ferner sieht der Spielplan vor: chymnen: „Die Petersburger Krönung, Bethge: „Rebellion um Preußen", Frank: „Dschungel", Hauptmann: „Der Biberpelz" und von Sudermann „Johannisfeuer". Das Theater beabsichtigt ferner, in dieser Reihe einem jungen Dichter in einer Uraufführung zum Worte zu verhelfen.
An L u ft \ p i e le n weist das Programm 11 Einstudierungen auf, und zwar folgende: Halberg: „Maskerade" (verbunden mit Ballettabend): Fnese- Felmar: „Der Mann in der Wanne": Corra: „Der 1V ^uu w,vum ........... .... ^.o.. .
Elfte aus der Reihe"; Rindom: „Der Triumph 25 Rpf. bzw. Näseide im Gegenwert von 50 Rps.)l
Tobias"; Anzengruber: „Das vierte Gebot" oder v (Nähmittel im Gegenwert von 20 Rpf.). „Der G'wistenswurm": Raimund: „Der Derschwen- 93on ber Reichskleiderkarte für Mädchen: Ul der": Niccodemi: „Scampolo"; ^oetz^,,Or.mea.Hlvb (Nähmittel im Gegenwert von 20 Rpf. bzw. Pah- Praetorius"; Hellwig: „Irrfahrt der Wunsche : Neu- Gegenwert von 40 Rpf.): IV (Nahmittel
ner: „Das lebenslängliche Kind"; Fitz: „Kinder. Gegenwert von 25 Rpf. bzw. Nähseide im Ge- Kinder!". , yenwert von 50 Rpf.); V (Nähmittel im Gegenwert
In der Reihe der v p e r s t t e n a b e n d e begeg= DOn 2o Rpf.). '
net man manchem klingenden Namen: Zeller: „Der A<-ikAe.
Dogelhändler", Dostal: „Die ungarische Hochzeit , SiCIOCt5 UttO CDu)Ut)C
Lehar: „Paganini", Künneke: ..Liselotte von der • Ernteeinsatz der Jugend. Pfalz", Suppe: „Bocaccio, Strecker: „Aennchen von " annhmirfd
Tharau" und Stolz: „Mädi". Als reichsdeutsche Ur- Zur Versorgung der zur^Hilfe in der Landwirt aufführung kommt Roßners „Goldsegen" heraus schäft eingesetzten Jugendlichen nut etwa noch feh
An Oper nauf führ ungen ist zunächst lenden Bekleidungsgegenstanden und Schul)en ist Waaners Lohengrin" zu nennen. Für diese Auf- eine ergänzende Regelung ergangen. Eme Bereit-' siihrung sollen Chor und Orchester erheblich ver- stellung besonderer
türkt werden. Ferner sind vorgesehen: Rossini: erfolgt im Hinblick auf die im Marz d.J. für 3u Der Barbier von Sevilla, Puccini: „Ttabame genMi^^e gesoffene 3uJ^?teit),er^arte
Buttersln", Mozart: „Don Juan", Lortzing: „Die darfsfalle ist Die Zusatzkleider karte in Anspruch Zrt beiden Schützen" Verdi: „Die Macht des Schicksals nehmen. In Fällen, m Denen auf Grund des Em und Schultze: „Schwarzer Peter". - satzes zur Erntehilfe die verwendeten eigenen Schuhs
Das Ballett wird mit zwei geschlossenen Ballett- soweit oerbraucbt wurden E Neumischafsung abenben beroortreten. un^dmgt erforderlich ist, erhalt der .JugenDiidje
t Die praktischen Vorbereitungen für die ersten einen Ermächttgungsschein zum Bezug von einem » Aufführungen beginnen zu Anfang des Monats Pnar Sttaßenschuhe. Die Ausgabe der ErmackM i Auaust Die Spielzeit beginnt am 1. September, gungsscheine erfolgt nach Abschluß des Einsatzes, 1 Zäs Stadttheater tritt An Tagen vom 1. bis ! frühestens ab 15. September 1940. Ein kleiner T .l - 8 September mit einer Werbewoche hervor, in non Ermächttgungsschemen zum Bezug von Bur- der verschiedene Abende ein buntes Programm schen- oder Madchenarbeltsschuhenwurde f o f o r t bringen werden. Das Orchester wird einige Stand- bereitgeftellt. Diese Ermachtigungsscheme könne f o n9i e r t e vor dem Stadttheater oeranftaüen. in Den Fällen abgegeben werden, in her un Mai? hofft ferner, einen Konzertabend mit bedingt erforDerIid)e (£lnfa^^ eines
Mozartscher Musik in einem besonders ftirnrnungs- lediglich Deshalb in Frage gestellt ift, meal Der Jö_ vollen Rahmen, vielleicht im Hof des Alten Schlos- treffende überhaupt kein Schuhzeug besttztz das er ses veranstalten zu können. Die zweite September- bei der Erntehilfe tragen konnte.
moche wird als L u st s p i e l w o ch e der heiteren gungsscheine werden dem einzelnen jugendlichen Muse gewidmet sein und die Aufführungen „Mäd- durch Die Dienststelle, die feinen Einsatz veranlaßt chenparadies", „Kinder, Kinder!" (oder „Das Fe- > a&as«*
rienkind"), sowie „Hochzeitsreise ohne Mann bringen. Den Auftakt für den ernsteren Teil des Spiel- plans bildet dann die Aufführung der dramatischen Ballade „Sieger" von Christian Siemens.
In die Goethe-Festwoche im Marz des nächsten Jahres fallen die Ausführungen von Hauptmanns „Der Biberpelz", Lortzings „Die beiden Schützen" und Suppäs „Booaccio".


