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Nr. 251 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Mittwoch, 23. Oktober M0

17 Geweihe von einem Hirsch

weiblichen Rothirsches, der 20 Jahre in einem Zoo-

C.K.

CHLOR

NT

Japanische Gastmähler.

Don unserem Kp -Äerichterstatter.

Tokio, Anfang Oktober.

den seidenen flachen Kissen Platz, die in chufeisen- form auf die Tatamis gelegt sind. Man sitzt mit gekreuzten Beinen. Vor jedem Kissen steht ein Lacktischchen, auf dem in einem Lacktablett eine Menge kleiner Schalen aus Lack und Porzellan appetitlich angerichtet sind. Sie sind mit vielen verschiedenen Dingen gefüllt: rohem Fisch, Gürk­chen, Meerettich, Radieschen usw. Das ist alles kalt. Run öffnen sich am äußersten Ende des Saales geräuschlos die Schiebetüren, und ein vielstimmiges, freudigesAh"! läuft die ganze Länge des Ban­kettsaales entlang. Fünf bildhübsche Geishas kom­men herein. Jede hat eine kleine Porzellanflasche mit Sake (Reiswein) in den chänden. Sie gehen nebeneinander lächelnd durch den Saal, das lange Hufeisen hinauf, an dem über hundert Gäste sitzen, nur Männer. Oben vor dem Gastgeber und dem ihm zunächst sitzenden Gästen knieen sie nieder. Gleich folgen fünf weitere. Die Augen der Gaste begleiten mit Entzücken ihre jugendliche Anmut, ihr strahlendes Lächeln, ihre hübschen Kleider. Immer mehr Mädchen kommen herein. In Wellen zu fünf flattern sie heran, wie Schmetterlinge, und ihre. Kimonos und Obis bllden eine Symphonie von leuchtenden Farben und weiblichem Liebreiz. Sie sind alle zwischen 16 und 20 Jahren. Sie lächeln, sie nicken, sie grüßen, sie knieen nieder und ver­teilen sich zu beiden Seiten des langen Hufeisens, bis vor jedem Gast solch ein Püppchen sitzt, das gleich lebhaft zu plaudern beginnt, den Wein em« schenkt und sich ganz darauf konzentriert, dem Gast die Stunden so hübsch wie möglich zu machen.

Dieses Hereinkommen der Mädchen ist die Ouver­türe jedes japanischen Gastmahls. Die Geishas ge­hören zu jedem japanischen Fest. Die Frauen blei­ben stets zu Hause. Auszugehen und sich zu amü­sieren ist ausschließlich Sache der Männer, und zu ihrer Unterhaltung sind diese hübschen Mädchen da. Kellner gibt es nicht. Die Speisen werden von an­deren Mädchen gebracht, die für japanischen Ge­schmack eine Schattierung einfacher sind als die Geishas, manchen aber noch bester gefallen wer­den, weil sie natürlicher sind als die etwas ge-

aber nie ausgelassen. Rach etwa drei Stunden ist das Fest zu Ende und wird mit einer Taste Tee beschlossen. Dann verabschiedet man sich.

einzelhandel überlassen, der die Haushaltungen seiner Kunden kennt und dem gewisse Ausweismöglich, feiten eingeräumt sind, wobei ein Zehntel Raum« meter Brennholz als Normalmaß zu gelten hat. In ländlichen Gegenden und Kleinstädten werden grö. ßere Mengen Brennholz zugeteilt.

Sparsame Wärmewirtschaft im Hause muß auf vieles Rücksicht nehmen. Wichtig ist die Wahl des zu beheizenden Zimmers. Man wählt natürlich das Zimmer aus, das oben oder unten seitwärts an solche Nachbarräume grenzt, die nach Möglichkeit Wärmeverluste ausschalten, ferner sind Untüchtig- feiten an Düren und Fenstern tunlichst vor Eintritt des Winters zu beseitigen.

Schon im Vorjahr hat der Reichsarbeitsminister für bestimmte Haus- und Grundstückseinrichtungen im Sektor der Wärmewirtschaft, also für häusliche und gewerbliche Feuerstätten, einen Prüfzwang ein« geführt. Durch einen neuerlichen Runderlaß ist dieser für Dauerbrandherde aus Stahlblech, eiserne Dauerbrandöfen und Dauerbrandeinsätze erweitert worden. Für solche Feuerungsanlagen tritt der Prüf, zwang allerdings erst in den Jahren 1942 bis 1943 ein. Von da an können solche Oefen und Herde in Räumen, die zum Daueraufenthalt von Menschen bestimmt sind, baupolizeilich nur genehmigt werden, wenn deren Typen vom Prüfungsausschuß für häusliche und kleingewerbliche Feuerungsanlagen und deren Zubehör bei der Arbeitsgemeinschaft für Wärmewirtschaft in Berlin geprüft worden sind.

Harles DoMornbrot, das den Zähnen Arbeit gibt, ist ein wertvoller Bundesgenosse der Zahnbürste.

Sparsames Heizen.

Häusliche Feuerstätten müssen in Ordnung sein.

Die Zeit ist gekommen, in der wir den Ofen richttg zu behandeln haben, damit er an kalten Tagen uns keinen Kummer macht und seine Auf­gaben als Wärmespender erfüllen kann. Sparsamer Verbrauch von Kohle und Brennholz ist dabei na- tionale Pflicht. Immer wieder hat es sich gezeigt, daß von den Millionen häuslicher Feuerstätten viele nicht in Ordnung oder veraltet sind, wenn der Win­ter vor der Tür steht, und daß die Oefen deshalb viel mehr Brennstoff verbrauchen als notwendig wäre. Darum muß jetzt jeder Oefen und Herde in Ordnung bringen, wobei ihm das gut durchgebildete Ofensetzerhandwerk hilfreich zur Seite steht. Größere Reparaturen müssen selbstverständlich sehr viel früher in Angriff genommen werden, am besten in den Sommermonaten. Es liegt ohne weiteres auf der Hand, daß in den 24 Millionen Haushaltungen Großdeutschlands nicht im letzten Augenblick vor dem Beginn der kalten Jahreszett großzügige Er­neuerungsarbeiten durchgeführt werden können.

Wer im Winter eine warme Stube haben will, der muß auch für eine rechte Bedienung des Ofens und Herdes Sorge tragen. Dazu gehören brauchbare Heiz- unfo Kochgeräte. Schlecht gepflegte Oefen, in denen Asche und Ruß abgelagert sind, verbrauchen bei einer Rußschicht von nur 1 Millimeter Dicke bereits 5 v.H. mehr Brennstoff. Eine der haupt­sächlichsten Fehlerquellen liegt darin, daß das Feuer entweder zu viel oder zu wenig Luftzufuhr hat. Zuviel Luft strömt durch undichte Stellen ein und bewirkt ein zu schnelles Wegbrennen der Kohle, während bei zu wenig Luftzufuhr die Flamme sich nicht richttg entwickeln kann. Aber diese Mängel lassen sich sehr schnell feststellen und noch schneller durch den Ofensetzer beseitigen.

Durch gewissenhafte Einteilung der den Haus­haltungen zugeteilten Kohlen, die nicht für oer= schwenderischen, sondern für sparsamen Verbrauch festgesetzt sind, kann sehr viel zur Entlastung des deutschen Transportwesens beigetragen werden. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß nunmehr auch den Großstädten Brennholz zum An­zünden zur Verfügung gestellt wird. Für jeden Ber­liner Haushalt z.B. ist ein Zehntel Raummeter Holz zum Anfachen des Feuers im Ofen oder Herd vorgesehen. Die richttge Verteilung ist dem Kohlen­deckt ist stets in Hufeisenform, einerlei, ob zehn oder hundert Personen anwesend sind. Die Unter» brißgung macht dem Gasthause gor keine Schwie­rigkeit. Für zehn Personen braucht man einen ein­zigen Raum. Je nach Anzahl der Gäste werden einfach die Schiebewände zu den angrenzenden Räumen, die alle ganz gleich sind, fortgeschoben, so daß schließlich ein fünfzig Meter langer Saal entsteht. An der einen Längsseite lauft eine höl­zerne Veranda entlang, deren Türen, Fenster und Wände bei schönem Wetter ebenfalls zum größten Teil entfernt sind, so daß man, abgesehen vom Dach, beinahe im Freien sitzt, und die blütenschwe­ren Baumzweige des Gartens in den Saal herein- ragen. Der Anblick eines solchen Festsaales mit sei­nen fröhlichen Menschen, den Blütenzweigen, dem milden gedämpften Licht und den entzückenden Mädchen ist eine Augenweide.

Dazu kommen ungezählte Tafelgenüsse. Immerzu erscheinen neue Schüsseln, die einem von zarter Hand auf das Lacktischchen gestellt werden. Messer, Gabeln und Löffel gibt es nicht. Man ißt mit den zwei Holzstäbchen. Auch das will m Japan gelernt sein, ebenso wie das stundenlange Sitzen auf dem Boden, wobei dem Neuling bald die Beine einschlafen, und das Kreuz lahm wird. Man halt die Stäbchen mit drei Fingern einer Hand. Es ist gor nicht so einfach, auf diese Weise einen ge­backenen Hummer zu essen oder sich aus einer Suppe ein Stück Aal zu angeln, ohne die Haut oder die Gräten mit in den Mund zu bekommen.

kommenden Jahres erscheinen soll, ist jetzt bereits vergriffen. Beispiele dieser Art ließen sich unschwer vermehren.

Das lenkt die Unterhaltung ganz von selbst auf die Frage, was überhaupt eben mit Vorliebe ver­langt und was voraussichtlich auch im Weihnachts­geschäft eine gewichtige Rolle spielen wird. Mit großer Einhelligkeit wird uns der neue Roman von Emil Strauß genannt (Lebenstanz"), daneben die Romane von John Knittel, allerdings nicht ohne Schwierigkeiten und im gewünschten Umfange her­einzubekommen,Die Barrings' nebst der Fort- etzungDer Enkel", überhaupt der große Familien­roman, noch immerVom Winde verweht" von der Mitchell, dann dieHundert Histörchen" von Schäfer, daneben aber auch Ganghofer, Rudolf Her­zog und Richard Voß (Zwei Menschen", mit einer enormen Auflaaeziffer.) lieber die Nachfrage nach aktuellem Schrifttum, nach politischen Werken und Kriegsbüchern, sind die Aeußerungen geteilt; hier cheint, aus verschiedenen Gründen, der erste An­turm ein wenig nachgelassen zu haben. Die junge und jüngste Generation interessiert sich selbstver­ständlich nach wie vor brennend für die gegenwär­tigen Dinge, hier stehen Kriegsschilderungen jeder­zeit sehr hoch im Kurs; Karl May übrigens auch, aber der ist, wie man uns erzählt, gegenwärttg hoffnungslos vergriffen".

In der inzwischen leider eingegangenen Wochen­schriftDeutsche Zukunft" war vor einiger Zeit eine hitzige und durch etliche Nummern sich hin-

Vom 27. Oktober bis zum 3. November begehen l wir in ganz Deutschland die Woche des beut« i chen Buches. Dieser Termin, alljährlich und i mch im Kriege wiederkehrend und bereits zu einem eften Kalenderbegriff geworden, war uns Deran- 1 lassung, einen kleinen Rundgang durch etliche Gieße- 1 ner Buckhandlungen zu machen und uns von den < Buchhändlern einiges erzählen zu lassen. Daß sie ihrerseits den Anlaß begrüßen und wahrnehmen und : beispielsweise ihre Schaufenster mit besonderer i Sorgfalt und Liebe ausschmücken werden, ist selbst­verständlich; das ofsizielle Plakat wird mit dem MottoB u ch und Schwert" die allgemeine Richtung weisen; daneben bleibt der persönlichen Jnittative, eigenen Einfällen und eigener Tchema- wahl für die Gestaltung einer geschmackvollen, den Leser und Bücherfreund anziehenden Auslage reich­lich Spielraum^ Natürlich wird auch der Buchhandel dn der vom Goethe-Bunde aus Anlaß der Buch­woche veranstalteten ersten Dichterlesung, die den Staatspreisträger Bruno Brehm an den Vor­tragstisch bringen wird, lebhaften Anteil nehmen.

Ueber den aktuellen Anlaß hinaus war aber auf unserem kleinen Spaziergang durch die Buchläden willkommene Gelegenheit, ein paar allgemeinere Fragen zu stellen und zu erfahren, wie es gegen­wärtig im deutschen Buchhandel aus sieht, welche Fragen und Probleme für den Buchhändler wie für den Käufer im Vordergründe des Interesses stehen.

Zunächst ist die erfreuliche Tatsache festzustellen, daß die Kriegskünste nicht etwa ein Nachlassen des Geschäftes, der Nachftage nach Büchern und des Lesebeoürfnifses bewirkt haben ganz im Gegen­teil: ein uns vorliegender kleiner Bericht über die Lage des Buchhandels (vom September dieses Jahres) besagt ausdrücklich, daß das Geschäft von den allerersten Kriegswochen abgesehen durch­aus gut war, das letzte Weihnachtsgeschäft sogar ausgezeichnet, und selbst in den notorisch stillen Sommermonaten war es besser a l s i n frühe­ren Friedensjahren. Nun wird natürlich nicht zu übersehen sein, daß der gesteigerte Absatz nicht ausschließlich auf ein gesteigertes Lesebedürfnis, auf eine Vertiefung des Lebensgefühls und der Lebensansprüche zürückzuführen ist; es ist zu be­denken, daß Bücher eine marken- und bezugschein­freie Ware sind, und daß mancher den Weg in den Buchladen und zum Buch gefunden hat, der früher fein Geld lieber für andere Sachen ausgab: es ist in diesem Zusammenhänge auch auf den Wegfall oder die Einschränkung mancher Vergnügungen und Unterhaltungsmöglichkeiten, auf die Einziehung des Autos und auf die Verdunkelung aufmerksam ge­macht worden. All dies hat sicher mitgespielt; wesentlich ist indessen, daß der Buchhandel hier eine seltene Chance und eine lohnende Aufgabe er­kennt: einen möglichst großen Teil der neuen Kun­den, die aus der Not eine Tugend machten, bei der Stange zu halten, das heißt, sie zu Bücherkäufern nicht aus Not oder Verlegenheit, sondern aus Freude, aus Ueberzeugung und innerem Bedürfnis zu machen. .

Es ist natürlich auch von allerlei Schwierigkeiten die Rede, die durch den Krieg verursacht und un­vermeidbar sind. Wir hören z. B. Klagen über Man­gel an Personal, an geschulten Fachkräften, an brauchbarem, jungem Nachwuchs; es gibt ferner, was nicht ausbleiben kann, gewisse Lieferschwierig­keiten, was übrigens weniger auf eine Papierer­sparnis zurückzuführen ist als auf den Umstand vor allem, daß die Buchbindereien, wiederum in­folge des erwähnten Mangels an Arbeitskräften, den sehr gesteigerten Bedarf nicht so schnell zu befriedigen vermögen, wie es zumal jetzt, im Hinblick auf Weihnachten wohl wünschenswert wäre. Der Buchhändler muß sehr zeitig und sehr überleat disponieren; man muß in manchen Fällen 100 Exemplare eines Werkes bestellen, wenn man damit rechnen will, 25 geliefert zu kriegen. Es kann aber auch passieren, daß statt der ge­wünschten hundert Jnselbändchen nur deren fun ankommen. Ein anderes sprechendes Beispiel in . diesem Zusammenhang: die neue Auflage des gro­ßen Wilhelm-Busch-Albums, die im Februar des

Eine Sammlung von Geweih ab würfen eines Rot­hirsches wurde in einer Jagd- und Geweih-Aus» stellung in Kassel gezeigt und fand viel Beachtung. Sie umfaßte 17 Jahrgänge, vom ersten Spießge­weih bis zum Sechzehnender, die wohlgeordnet nebeneinander^ standen, der letzte war schäbekecht, die anderen waren auf Kunstschädeln aufmontiert Es war sehr interessant, schreibt Forstmeifter Rörig in der Frankfurter WochenschriftDie Umschau", an diesem seltenen Material den schrittweisen Aufbau und die Weiterentwicklung der Geweihstangen zu be­obachten. Die typische Form kehrte in jedem Jahre wieder, nur die beiden letzten Jahre ließen deutlich einige Krümmungen der sonst stark aufftrebenben Stangen erkennen, was als Alterserscheinung zu deuten war. Der Hirsch, der mindestens ein Alter von 18 Jahren erreicht haben muß, befand sich ständig in einem Wildgatter. Der Geweihabwurf findet, wie man in Zoologischen Gärten beobachtet hat, in jedem folgenden Jahr fast an demselben Tag statt, und in diesem Fall konnte so der Augenblick des Abfalls einer Stange selbst beobachtet werden, während der Hirsch unruhig in Erwartung eines mitgebrachten Leckerbissens sich in seinem Gatter bewegte. Das Tier war durch den plötzlichen Ver­lust eines Teils seines Kopfschmucks so nieberge« drückt, daß es die sonst heiß begehrten Zuckererbsen- schalen nicht mehr in Empfang nahm. An dem durch den Abfall der Stange entblößten Teil des Stim- zapfens zeigte sich sogleich ein blutender Ring, der den Aufbau des neuen Geweihes einleitete. Han­delte es sich hier um einen Hirsch, der wenigstens 18 Jahre alt geworden mar, so hat man doch schon Tiere beobachtet, die ein noch höheres Alter er­reichten. In der Skelettsammlung des Museums der Senckenbergischen - Naturforschenden Gesellschaft zu

Umschau und Umfrage beim Buchhändler

Zur kommenden Woche des deutschen Buches.

ziehende Diskussion über das Thema entbrannt: was wollen unsere Soldaten lesen, was soll man ins Feld schicken? Diese Frage spitzte sich allmählich auf die Alternative: Ernstes ober Heiteres? zu, und nach unfern persönlichen Erfahrungen im Kriege, wie nach ben Aussagen der Buchhändler, die es ja wissen müssen, scheint uns das Heitere hier zum mindesten in der Mehrzahl der Fälle das Richtige zu sein. Der Begriff ist übrigens keineswegs so eng begrenzt, wie es auf den ersten Blick scheinen mag; was heiter ist, braucht noch lange nicht flach zu sein. Andererseits leuchtet es ein, daß man einem Landser, der in Polen, in Norwegen und an der Maginotlinie vorne dran und mit dabei war, nicht gerade ein Kriegsbuch zum Geburtstag schicken wird. Die deutschen Verlage und der deutsche Buchhandel haben hier erfreulich vorgesorgt und halten gerade an handlichen Feldausgaben und für Feldpostfen« düngen eine Menge guter und brauchbarer Dinge bereit, die auch äußerlich was den Preis, die Verpackung, das Gewicht und das Format be­trifft den Anforderungen gerecht werden. (Ge­rade Gewicht und Format eines Buches spielen für die Wahl des Soldaten, der stets feine ganze Habe mit sich schleppen muß, eine nicht gering zu schätzende Rolle.)

Dies ist eine kleine Auswahl, beileibe nicht alles, von dem, was man bedenkt und zu hören bekommt, wenn man, in Erwartung der Buchwoche, einen kleinen Spaziergang durch die Buchhandlungen macht. r

Die meisten Bissen taucht man noch, bevor man sie zum Munde führt, in ein Schälchen mit brau­ner Schoju-Tunke, wobei sie dem Neuling oft ben Schabernack spielen, sich unterwegs selbstänbig zu machen unb statt auf ber Zunge auf ber Rockklappe zu lanben, Servietten gibt es nicht. Aber solche kleinen Mißgeschicke begegnen in Japan nur lie­benswürdigster Nachsicht, und wem sie passieren, fühlt sich keinen Augenblick bedrückt, sondern von so viel herzenswarmer Gastlichkeit unb Fröhlich­keit umgeben, daß man sie weniger ernst nimmt --------- -

als irgendwo sonst, obwohl Japan das Land der Frankfurt a. M. beftndet sich der Schckbel eines formvollendeten Etikette ist. weiblichen Rothirsches der 20 Wem einem Zoo.

Während des Mahles werden Pausen eingelegt, logischen Garten gelebt hatte. Nach andern An­in denen die Mäb^ Musik machen und Tänze gaben kann der Rothirsch sogar em Alter von 39 aufführen. Die Stimmung wird sehr beschwingt, Jahren erreichen. c- K.

Aus der Stadt Gießen.

Maidenarbeit im Herbst.

Vor einigen Wochen erst haben die Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend die neuen Arbeitsmaiden ausgenommen, hat das Lager ein neues Gesicht erhalten und ist doch das gleiche geblieben.

Wieder tönt morgens in aller Frühe der Gong, wieder stürmen die Arbeitsmaiden zum Frühsport aus den Schlaffälen, spritzen sich übermütig beim Waschen und bauen sauber ausgerichtet ihre Betten. Die gleiche Fahne steigt am Morgen in den klaren Herbsthimmel, und der Fahnenspruch weist jeder Arbeitsmaid Richtung dieses Tages. Und wie die gleichen frohen Lieder in den Morgen klingen, so gehen oder fahren eine halbe Stunde später die Arbeitsmaiden in den leuchtend blauen Kleidern und den roten Kopftüchern zu ihren Bauern grab, als wäre es nie anbers gewesen. Dabei kommen sie doch alle aus einem ganz anberen Leben, aus einer ganz anderen Arbeit unb sind erst wenige Wochen zusammen.

Wohl steht manche zuerst etwas ratlos vor ber Futterküche ober dem Kochtopf ober gar vor bem weiten Feld mit ben enblos fcheinenben Furchen, die reihauf und reihab die reifen Kartoffelstauden tragen. Aber sie gehen tapfer hinter dem Kartoffel­roder her, der die Furchen aufreißt unb die frischen Kartoffeln freilegt. Eifrig werden sie in die Körbe gesammelt, und wenn der Rücken auch schmerzt und man meint, die Reihe hätte kein Ende es wird durchgehalten! Nicht überall geht der Kar­toffelflug über das Feld. Da müssen die Früchte mühsam mit ber Kurzhacke geerntet werden. So ungewohnt die Arbeit auch ist, ein frohes Gesicht unb ber gute Wille schaffen es doch. Wie oft steht die Bäuerin allein vor so einem großen Feld da ist eben jede Kraft nötig. Und dieses Bewußt­sein des unbedingten Gebrauchtwerdens gibt fo viel Schwung und Freude, daß am Abend im Lager der schmerzende Rücken vergessen ist. Man ist stolz und glücklich über die geleistete Arbeit.

Oder, ist es vielleicht einfach, im kalten Herbst­wind, im Regen oder Schnee auf den Rübenfeldern die Runkeln abzuklopfen, nachdem sie vorher von der klebrigen, feuchten Erde befreit worden sind? Dann ist noch bas Einlegen ber großen Mieten, die den Wintervorrat an Kartoffeln und Rüben bergen, und die sehr sorgfältig angelegt werden müssen. Da rechnet ber Dauer ober wenn er im Felde ist, die Bäuerin fest mit der Hilfe ber Arbeitsmaiden, unb jebe einzelne tut ihr Bestes, um nicht zu versagen. Liegt dock die Dringlichkeit der Arbeit selten so deutlich vor Augen wie in die­ser Zeit, da ein neuer Kriegswinter vor der Türe steht unb die letzten Früchte geerntet werden müßen.

Dornotize«.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 19 bis 22 UhrDas Käthchen von Heilbvsrm". Gloria-Palast, Seltersweg:Ver­klungene Melodie". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Kleider machen Leute".

Sladtthealer Gießen.

Am heutigen Mittwoch kommt in neuer Inszenie­rung das Schauspiel von KleistDas Kächchen von Hettbronn" zum ersten Male zur Aufführung. Spiel­leitung: Hansjoachim Büttner. Bühnenbild: Karl Löffler. In den Hauptrollen wirken mit: Anneliese Garbe, Hilde Heinrich, Hella Henzky, Hannelore Hinkel, Rose Stirl; Hansjoachim Büttner, Hans Eaninenberg, Joachim Ernst, Gert Geiger, Hans Geißler, Siegfried Lowitz, Karl Dolck. 6. Mittwoch- Miete.

Ortszeit für den 24. Oktober.

Sonnenaufgang: 8.07 Uhr, Sonnenuntergang: 18.11 Uhr. Monduntergang: 14.45 Uhr, Mond­aufgang: 0.49 Uhr.

Das Goldene Treudienstehrenzeichen verliehen.

Dem Lokomotivführer Heinrich Eckhardt beim Bahnhof Gießen, Wetzlarer Weg 51 wohnhaft, wurde vorn Führer für 40jährige treue Dienstzeit das goldene Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Dem verdienten Beamten wurde die Auszeichnung vom Leiter seiner Dienststelle feierlich überreicht.

Im Zuge ber augenblicklichen allgemeinen Spar- beroegung sind auch bem japanischen Gastwirtsge- werbe Höchstpreise vorgeschrieben worbew Sie sind so gering bemessen, daß kostspielige Gastmahler künftighin kaum mehr werden veranstaltet werden können. Bei einem solchen Gastmahl, mie J5 normalen Zeiten in Japan Brauch ist, kostet bas einzelne Gedeck an die'50 Pen, (RM. 30,). Nicht nur durch diesen Preis, sondern auch durch alles übrige unterscheidet sich em lapamsches Festmah so sehr von einem europäischen, daß em Verlauf hier kurz geschildert sei.

An der Schwelle des Gasthauses zieht man zu- näcktt die Sckuhe aus. Darum vor allem bei einer japanischen Einladung: tadellose Strümpft. Der Fußboden aller Jnnenräume besteht aus Elchen, Hellen Strohmatten, ben sogenannten Tanami. M Stiefeln auf die zarten Tatamis zu treten, lst ge radezu unangenehm. Man hat i»° Empstndung, ihnen weh zu tun. Darum geht manf fen, wobei wir Europäer uns allerdings immer komisch vorkommen. Wir merken erst m 3apan, wie 'Lenswichtig die Absätze sur uns-r- Wurde fintiima unb Autorität sind. Das geht unieren s. °ber auch den Herren der Schöpfung geht er nicht besser. - Rur °uon°hmswe.st st ach der Einladung zu e.nem lapamschen Bankett em besonderer Anzug vermerkt Jr! der R-^et man kommen, wie man will. Das 1 beim im Frack ober Smoking fühlt man sich u g-müllich da man ja rncht vor T.fchen und ach Stühlen sondern auf dem Fußboden ich - SS Abendanzug stillos w.rkt und bald ..rtnnUhnT* Eine Bankettemladung lautet

zumeist a^ 18 Uhr. Man braucht nicht punkt- fiA m fein denn der Gastgeber erwartet s-me Gaste im SHebenSpal, wo Cocktails gereicht ween.r^5 puppenhaften Geishas. Auch die Speisen- wo man rauschend und plaudernd noch eme St trägerinnen setzen sich plaubernb bei ben Gästen

umhersteht,! -he man zu Tstchf g-ht., L- W nieder. Sie sind etwas weniger elegant angezogen

!ch°n r°chNungr,g, weun^Gastgeber^um^ 1^. <*er W minder hübsch. - G°-