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3000Kilometer Liebe

Noman von Otly Boeheim

8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Weißt bu, Peter", sagte Anni leise,so muß die Welt am Schöpfungstage ausgesehen halben. Him­mel, Erde und Meer eine einzige graue Unendlich, fett, und dann der erste Sonnenstrahl, das Lächeln Gattes." #

Ja", sagte Peter nach einer langen Pause, wenn man so etwas sieht, Anni: ist es dann nicht ganz gleichgültig, ob man Geld in der Tasche hat oder nicht? Soll uns dieses Glück etwa Herr Ohl­sen. ein säumiger Zahler aus Stockholm nehmen?"

Dieses Glück kann uns keiner nehmen", erwiderte Anni leise, und sie dachte an die Mondnacht in der singenden Stadt und an zwei warme zärtliche Lip­pen. Sie nahm die Kappe ab und ließ den Wind in ihren rotblonden Haaren spielen. Er kam vom Süden, war weich und zärtlich und streichelte die ersten Primeln und blassen Dellchen des Nordens wach.

Peter", sagte Anni in einem jäh aufwalle n- den Gefühl von Dankbarkeit,du bist ein lieber Kerl; diese Reise verdanke ich doch dir."

Peter trat den Gashebel tiefer als nötig, um seine glückliche Verlegenheit zu verbergen. Onkel Franz tat einen entsetzten Sprung, daß Anni fast hintenüber fiel. Sie sahen sich beide an und lachten.

Aber das Beste kommt erst", schrie Peter ins Dröhnen des Motors hinein,das Frühstück!"

Er hatte nicht zu viel versprochen. Das kalte Büfett in Malmö übertraf ihre kühnsten Erwar­tungen.

Das reicht für den ganzen Tag", sagte Peter, roir können unseren Proviant zum Abend auf- heben."

Meine schlanke Linie!" stöhnte Anni.

Vergiß nicht, daß wir bald hungernd und frie­rend am Straßenrand stehen werden", ulkte Peter. Da die Bank erst um neun Uhr öffnet, müssen wir mindestens noch eine halbe Stunde weiter essen." Nachdem Peter unvorstellbare Mengen von

Salaten, kaltem Fleisch und Pasteten vertilgt hatte, war es endlich Zeit, auf die Bank zu gehen. Nack kurzer Zeit erschien er wieder mit hochrotem Kops. Gott sei Dank!" schrie er der etwas bedrückt war­tenden Anni entgegen.

Also hat Ohlsen geschickt?" rief sie erleichtert.

Im Gegenteil", erklärte Peter.

Und da sagst du Gott sei Dank?"

Natürlich! Gott sei Dank, daß ich hierher ge­fahren bin, um dem faulen Kunden persönlich auf die Pelle zu rücken."

Das nenne ich Optimismus", sagte Anni über­wältigt.Und was machen wir jetzt? '

Wir fahren nach Stockholm."

Womit?"

Mit Onkel Franz natürlich."

Und das Benzin?"

Wird getankt"

Und dös Geld dazu?"

Ach, Anni, du Kleingläubige! Hindernisse sind dazu da, um genommen zu werden; sonst hätten sie doch gar keinen Sinn im Weltganzen."

Du bist ein Philosoph!"

3mmer gewesen", sagte Peter und kramte in den Taschen, um das Frühstück zu bezahlen. Dann machten sie gemeinsamen Kassensturz.

Wenn wir zelten und einen Klappennabob fin­den, dann halten wir glänzend durch bis Stock­holm", erklärte Peter.Die Hauptsache ist, wir sind vorläufig satt, denn wir haben gefrühstückt wie Karl der Dicke."

Weiter ging die Fahrt am Meer entlang. Peter Renz äugte nach rechts und links, aber es fiel kein Mitfahrer, der sich am Benzin beteiligen wollte, vom Himmel.

Mach doch einen Zettel an", rief Anni,die Schweden sind vielleicht etwas schwerfällig und ge­trauen sich nicht, einen ausländischen Wagen an» zubalten."

Peter nickte eifrig. Glänzende 5bee! Gewiß ge­hörte Mut und Entschlossenheit dazu einen Wagen wie Onkel Franz zu besteigen. In Bjärred lenkte Peter den Wagen, der vor Eifer dampfte und rauchte, unter eine Allee von zartgrünen Buchen. Anita hatte sich in den Kopf gesetzt, zu schwimmen, und ging den schmalen, fangen Seesteg entlang, der zur Badeanstalt führte. Die Anstalt selbst war

Es handelt sich hier um die Stells, die vom Reichs- arbeitsminifter anerkannt worden ist. Bei der Durch­führung von Maßnahmen, die hieraus resultieren, dürste das Ofensetzerhandwerk herangezogen wer­den. Schließlich sind auch für den Anschluß der Feuerstätten an die Schornsteine neue Bau-, Güte« und Prüfbestimmungen herausgegeben, deren Be- auffichtigung zu den Aufgaben des Schornsteinfeger- Handwerks gehören wird.

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Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswallung Wet­terau, Gießen, gibt nachstehend die Sprechzeiten des Kreisobmannes und der einzelnen Abteilungen be» kanut. Diese Sprechzeiten sind von den Volks­genossen einzuhalten, da Abfertigung außerhalb der vorgesehenen Sprechzeiten nur nach telephonischer Rücksprache erfolgen kann. Die Sprechzeiten sind:

Für Kreisobmann und Fachabteilungswalter: freitags von 9 bis 13 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr;

Verwaltungsstelle:

täglich von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr;

Rechtsberatungsstelle:

montags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von .9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr;

Abt. Berufserziehung:

täglich von 8 bis 13 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr (Samstag nur von 8 bis 13 Uhr). 4700D

Wer will Marineoffizier werden?

Schüler höherer oder diesen gleichzuachtenden Lehranstalten, welche zu Ostern 1941 in die 8. Klasse versetzt werden, können sich sofort als Bewerber für die Seeoffizier- und Jnäenieuroffizierslausbahn der Kriegsmarine melden. Auskunft erteilen die Ma­rineoffiziere bei den zuständigen Wehrbezirkskom­mandos. Vordrucke für die Anmeldung überfenbet die Inspektion des Bildungswesens, Kiel, Annahme­stelle, die auch zu weitergehenden Auskünften be­reit ist. Angenommene Bewerber erhalten das Reifezeugnis, wenn die zuständige Schulbehörde Führung und Leistung als ausreichend anerkennt.

Gießener Schlachtviehmartt.

Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehver- steigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 35,5 bis 45 Rpf., Bullen 28 bis 49,5, Kühe 17 bis 43,5, Färsen 40 bis 44,5, Kälber 35 bis 57, Schafe 20 bis 45 Rpf. je % kg Lebendgewicht, Ziegen 18 bis 26 RM. pro Stück. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,14 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 135,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg 1,08, d (80 bis 99,5 kg) 1,02, e bis f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) 1,12, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Markt- verlauf: Austrieb gut, alles zugeteilt.

Obevhessischer Gebirgsverein, Zweigverein Gießen.

40 Dcmderfrsunde des Oberhessischen OebirasDer- eins, Zweigoerein Gießen, trafen sich am Sonn­tag zu der Oktober-Wanderung. Dem alten Stein­bacher Weg nach ging's durch Den herbstlich gefärb­ten Wald. Bald schien die Sonne durch bas bunte Laub und verhieß einen schönen Tag. Nach Passie- ren des Forsthauses und des Hochwart-Berges man- berte man auf einsamen Walbwegen burch den Fernewald. Stets wechselnde Partien des farben­prächtigen Waldes erfreuten bas Auge. In ber Straßenwirtschaft Ganseburg wurde kurze Einkehr gehalten. Durch Felber, später am Waldranbe ent­lang, ging es bann zum Enbziel Großen-Buseck. Ein Teil der Wanderkameraben ließ es sich nicht nehmen, nach ausreichender Rast über Alten-Buseck und ben Hangelstein zur Straßenbahn in Wieseck zu roanbem unb bamit ben Tag bis zur Neige aus­zukosten.

** Mit dem Schutzwall-Ehrenzeichen ausgezeichnet. Der Führer hat dem Tele­graphenarbeiter Heinrich Schnegelsberg aus Großen-Buseck für verdienstvolle Arbeit zum Schutze Deutschlands bas Deutsche Schutzwall-Ehren- zeichen verliehen. Die Auszeichnung wurde ihm in feierlicher Form unter gleichzeitiger Anerkennung des (Sonderbeauftragten für ben Westausbau und Aussprache ber Glückwünsche des Präsidenten der Reichspoftdirektion überreicht.

Wafserstand soweit gesunken feht wird, um die Ber­gung der Karpfenernte durch erfahrene Fischer

Amtsgericht Gießen

durchführen zu können. Der Karpfenfang wird von ber Stadt an die Gießener Fischgeschäfte zur Ab- gabe an die Verbraucherschaft überlassen.

** Gemeinschaftsfeier mtt Italleni- chen Arbeitskameraden. Am kommenden Sonntagnachmittaa veranstaltet die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, imBurghof" eine ©e» meinfchaftsfeier mit den in Gießen tätigen italieni« chen Arbeitskameraden. Die Veranstaltung soll zu­gleich Erinnerungsfeier des faschistifchenMarsches

auf Rom fein.

Theaterring ber KbF. Am Samstag, 26. Oktober, finbet bie 3. Vorstellung im 16er-Ring, und am Montag, 28. Oktober, die 2. Vorstellung im 8er-Ring statt. Beide Male kommt Kleists Schau- piel ,Käthchen von Heilbronn" zur Aufführung. Die Vorstellungen beginnen wegen ber längeren Spiel­dauer bereits um 19 Uhr.

** Eine Ehrung kinderreicher Fami­lien wird der Reichsbund Deutsche Familie, Kreis­gruppe Gießen, am nächsten Sonntagnachmittag in einer Feier in der Großen Aula der Universität vornehmen. Kreisleiter Backhaus wird dabei mit einer Ansprache den kinderreichen Eltern die ver­liehenen Ehrenbücher überreichen. Instrumentale, deklamatorische und gesangliche Darbietungen der Spielschar des Bannes 116 der HI. und der Ju­gendgruppe der Frauenschaft werden die Feier- tunde bereichern.

** Eine reiche Karpfenernte erhofft man sich am nächsten Freitag und Samstag von dem Abfischen des Karpfenteichs an der Schlageter- Anlage. Das Wasser des Teiches läuft bereits seit einigen Tagen ab, sodaß bis zum Wochenende der

Soziale Verbesserungen

In Anerkennung der Bedeutung der Berufser­ziehungsarbeit gewährt die Deutsche Reichsbahn auf Antrag des Fachamtes der DAF.Energie Ver­kehr Verwaltung" solchen Reichsbahnarbeitern, die an einem Derufserziehungslehrgang allgemein fachlicher Art des Fachamtes teilnehmen, Freifahrt ohne Anrechnung. Die Teilnahme an den Lehr­gängen und Kursen muß durch eine Bescheinigung der zuständigen Gaufachgruppe Reichsbahn nachge­wiesen werden.

Um den vollbeschäftigten weiblichen Gefolgschafts­mitgliedern, die einen eigenen Haushalt und Ange­hörige, besonders Kinder unter 14 Jahren zu ver­sorgen haben, Gelegenheit zu geben, auch ihre häus­lichen Aufgaben zu erfüllen, kann ihnen auf Wunsch Dienftbefreiung an zwei Werktagen im Monat, oder in der Woche an zwei Tagen eine verkürzte Ar­beitszeit gewährt werden. Für die weiblichen Ge- folgfchastsmitglieder, die unter die Dienftdauervor- schriften fallen, sollen die Dienstpläne so gestaltet werden, daß von den planmäßigen Ruhetagen im Zeitraum von vier Wochen zwei Ruhetage von min­destens 32 Stunden auf Werktage fallen. Außerdem

Ein Mann in Gießen-Klein-Linden hatte einen Strafbefehl über 25, RM. erhalten. Er war be­schuldigt, am 27. Januar beim Einfahren mit einem Personenkraftwagen in die Neuen Säue, von der Sonnenstraße kommend, die Linkskurve geschnit­ten zu haben, sodaß er mit einem anderen Per­sonenkraftwagen zusammenstieß, an dem einiger Sachschaden entstand. Gegen den Sttafbefehl hatte er Einspruch eingelegt In der Hauptverhandlung wurde eine gewisse Mitschuld des anderen Fahrers festgestellt und auf eine Geldstrafe von 5, RM. erkannt.

Strafkammer Gießen.

Die Geschwister Max T. und Betty T. in Fried­berg waren angeklagt, sick im Jahre 1939 als Ge­schwister der Blutschande schuldig gemacht zu haben. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurden Max T. zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, Betty T. zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt Das Geständnis und die seitherige Unbestraftheit der Angeklagten wirkten strafmildernd.

im Reichsbchndiensl.

ist verfügt, daß weiblichen Gefolgschastsmitgliedern, deren Männer nach Beendigung des Kriegsdienstes in die Heimat entlassen werden, ein Urlaub von drei bis vier Wochentagen aus Anlaß der Rückkehr des Ehemannes zu gewähren ist, wenn es die dienst­lichen Verhältnisse irgendwie ermöglichen. Sofern keine Urlaubsansprüche bestehen, kann im Einver­nehmen mit dem Gefolgschaftsmitglied auf einen zukünftigen Urlaubsanspruck vorgegriffen werden.

Vor kurzem sind nun aucy die Richtlinien für die Gewährung von Unterstützungen an Arbeiter er­weitert und verbessert worden, insbesondere be­ziehen sich jetzt die Richtlinien auf Fülle der An­schaffungen für Kinder bei Uebernahrne in das Jungvolk oder in den BDM. bzw. bei Schulent- lasiung und Eintritt in das Berufsleben. Weiter hat der Reichsverkehrsminister bestimmt, daß Reichsbahnarbeiter bei der Entlassung aus dem Wehrdienst einen bis zwei Tage vor Wiederauf­nahme des Dienstes unter Fortzahlung des Lohnes vorn Dienst befreit werden können, wenn dies zur Ordnung persönlicher Angelegenheiten erforderlich ist. Das gleiche gilt für Beamte und Angestellte.

Aus der engeren Heimat.

Wegen Schwarzschlachtungen und Steuerhinterziehung ins Gefängnis.

* Alsfeld, 22. Ott. Das Sondergericht beschäftigte sich hier in mehrtägiger Verhandlung mit Siner Anklage gegen den Metzger Wilhelm Hartmann aus Romrod und dessen Tochter Maria Becker, geborene Hartmann. Der Ange­klagte hatte sich der S ch w a r z s ch l a ch t u n g von Schweinen und Kälbern schuldig gemacht, seine Tochter hatte die Buchführung besorgt und war da- durch an den strafbaren Machenschaften beteiligt ge­wesen. Die beiden Angeklagten erhielten wegen Ver­brechens gegen die Kriegswirtschaftsverordnungen und wegen Steuerhinterziehung je zwei Jahre Gefängnis und je 500 RM. Geld­strafe.

Landkreis Gießen.

A Watzenborn-Steinberg, 21. Oft. Die­ser Tage wurde der älteste Einwohner unse­rer Gemeinde, der frühere Zimmermeister Baltha­sar Schmandt, im Alter von 88 Jahren zu Grabe getragen. Bis in die 80er Jahre hinein war Schmandt noch als Zimmermann im Geschäft seines Sohnes mit tätig. Im Jahre 1869 half er den Ge­sangvereinEintracht" Watzenborn-Steinberg grün­den. Er überlebte alle anderen Mitgründer und war lange Jahre Ehrenmitglied des Vereins. Als letzten Abschiedsgruß trug dieEintracht" an seinem Grabe unter der Stabführung von Chormeffter Harnisch zwei Chöre vor.

# Mainzlar, 22. Oft. In unserem Dorfe ift gegenwärtig die Kartoffel dämpfkolonne eifrig tätig. Es gilt, die zahlreichen Futtersilos in den Betrieben unserer Bauern und Landwirte mit gedämpften Kartoffeln zu füllen, um damit eine gute Futterreserve zu schaffen.

+ Grünberg, 23. Oft. Am Dienstagabend fand in der Turnhalle die erste Veranstaltung im Grünberger Feieraben dring statt. Ge­geben wurde das LustspielGroßer Herr auf kleiner Insel" von Scheu und Stiller, das als Gastspiel der Rhein-Mainischen Landesbühne . zur Aufführung gelangte.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 21. Oft Die sog. hölzerne Pionierbrücke, die im Jahre 1937 von da­mals hier einquartierten Pionieren unterhalb des Gehöfts des Landwirts Brandau über die Ohm ge­baut wurde, erfuhr jetzt einen teilweifen Umbau, den Männer der Technischen Nothilfe aus Alsfeld vornahmen. Die Brücke hatte nämlich im vorigen Winter durch Witterungseinflüsse und durch Eis­druck, sowie im Frühjahr beim Aufbruch der Ohm durch Eisschollen erheblich gelitten. Durch die jetzi- gen Umbau- und Verstärkungsarbeiten wurde die Brücke wieder vollkommen ttagfähig gemacht, so daß sie nun wieder benutzt werden kann.

Kreis Lauterbach.

* Ulrichstein, 22. Oft. In seinem Jagdrevier hatte Dr. med. Bruchhäuser von hier das

Jagdglück, ein weißes Reh erlegen zu können. Erne derartige Jagdbeute gehört nach den Erfah­rungen alter Jäger zu den größten Seltenheiten.

G. A.-Sport.

Lugendfußball der Sp.-Dg. 1900.

Am Sonntag weilte die 1. Jugendmannschast des Turn- und Sportvereins Gladenbach zu einem Freundschaftsspiel in Gießen. Die Blauweißen, die ihre stärkste Mannschaft zur Stelle hatten, konnten einen verdienten 4.2-Sieg erringen.

Die Gäste begannen das Spiel überraschend schnell und gestalteten die erste Viertelstunde über­legen, so daß die Verteidigung der 1900er alle Hände voll zu tun hatte. Torerfolge bliebxn jedoch aus. Bei einem ihrer Vorstöße wurde von 1900 ein Handelfmeter verursacht, der von den Gästen jedoch verschossen wurde.

Nach dem Wechsel zogen die Blauweißen vor das Tor des Gegners und kamen nach ungefähr zehn Minuten zum Führungstreffer. Doch diese Freude dauerte nicht lange. Bei einem Gegenangriff kamen die Gäste durch ihren Halbrechten zum Ausgleich und gingen sogar einige Minuten später 2:1 in Führung. Das war für die Blauweißen zu viel. Sie gestalteten jetzt das Spiel überlegen und kamen dann auch zum Ausgleich. Durch den Linksaußen der Blauweißen wurde das 3. Tor erzielt. Durch einen verwandelten Elfmeter kamen die Gießener zum 4:2-Ergebnis.

Die 2. Jugend blieb, da der Gegner nicht antrat, wiederum ohne Spiel.

Die 1. Schüler empfingen die gleiche des DfB.-R. zu einem Rückspiel. Die Blauweißen, die das Vor­spiel mtt 2:0 gewannen, verloren diesmal knapp 2:1.

Fußball in Daubringen.

Daubringen I Steinbach I 3:1 (3:0).

Die erste Mannschaft von Daubringen empfing am Sonntag die gleiche des Sportvereins Steinbach zu einem Freundschaftsspiel. Sofort nach SlnftoB entwickelte sich ein schnelles Spiel. Beide Mann­schaften versuchten, sofort zu Torerfolgen zu kom­men, was dem Gastgeber auch gelang. Daubringen konnte dann bis zur Pause noch zwei weitere Tore erzielen. Nach dem Wechsel versuchte Steinbach, das Resultat zu verbessern. Aber die Hintermannschaft, insbesondere der Tormann der Platzbesitzer, war auf der Hut, konnten jedoch nicht verhindern, daß die Gäste zu einem Gegentor kamen. Daubringen ver­suchte dann noch einmal, das Resultat zu erhöhen, aber vergeblich. Die zahlreich erschienenen Zu­schauer fafyen einen spannenden Kampf, den die junge Elf von Daubringen verdient gewann.

Daubringen 1.3gb. Londorf 1.3gb. 5:2 (3:2).

Die seitherige 2. Jugend von Daubringen, die nun­mehr, nachdem die frühere 1. Jugend 1. Mannschaft spielt, als 1. Jugend spielt, kam am Sonntag M einem schönen Erfolg. Sie schlug die 1. Jugend von Londorf sicher mit 5:2 Toren.

Deutschlands Schützen siegten.

Die deutschen Schützen haben den Länderkampf gegen Ungarn in Budapest gewonnen. Der letzte Wettbewerb mit dem Freien Gewehr wurde nicht mehr ausgetragen, da die deutsche Mannschaft recht­zeitig abreisen mußte, um zum Dreiländerkampf in Berlin pünktlich zur Stelle zu fein. In der Gesamt­wertung der durchgeführten vier Mannschaftskämpfe mit dem KK.-Gewehr, Militärgewehr, der automa­tischen unb der Scheibenpistole siegte Deutschland mit 29:19 Punkten.

Briefkasten ber Rebattion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Familienunterhalt. Die Leistungen, die ein Ge­folgschaftsführer oder ein Betrieb neben dem Fa­milienunterhalt gewährt, sind freiwillig. Es besteht also fein gesetzlicher Anspruch darauf. Wird die Einkommenshöchstgrenze durch derartige Leistungen überschritten, so ift der diese Grenze übersteigende Betrag auf den Familienunterhalt voll anzurech­nen. Also bis zur Einkommenshöchftgrenze, die in jedem einzelnen Falle zu ermitteln ist, können Zu­schüsse durch den Arbeitgeber gewährt werden, ohne daß dadurch der Familienunterhalt beeinflußt wird.

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find wichtig für die tertitolrtfdiofte tost fit nicht den Motten jum srqß, gib sie an dos nächste Schulkind weitert

noch nicht eröffnet. Anita zog sich am Steg aus und sprang in das graue salzige Wasser.

Manchmal berührten ihre Füße Baumstümpfe, versunkene Wälder der Vorzett, die jetzt ben Meeresgrund bildeten. Wild unb weit war der Sund, und die Wellen schienen härter als die sanf­ten Wasser der Ostsee; sie kamen von weicher; sie waren rauh und unbändig und hoben den schmalen Mädchenleib auf ihren schaumweißen Rücken, tru­gen ihn landwärts und warfen ihn ihren heran- jagenden Schwestern zu, die ihn mit Gischtarmen empfingen und mit brausendem Gelächter tm Kreis drehten. Ms sie sich mit dem Menfchenwesen müde gespielt hatten, warfen sie es an den Strand, und taumelnd vor gesättigter Lust erklomm Anita die Treppen zum Steg.

Als sie den Wagen erreichte, traf sie Peter in einer pantomimischen Auseinandersetzung mit einem jungen Mann an, die darin gipfelte, daß der Fremde sich bereitwilligst zwischen den Benzinkani­ster und das zusammengerollte Zell in die Klappe zwängte. Er wollte nach Helsingborg.

Wie hast du diesen Klappennabob so rasch auf­gegabelt?" fragte Anni voll Anerkennung.

Schicksal", erklärte Peter.Glück, Sckweln! Der Junge hat mich angequatscht. Ich verstehe ja leider nur ein paar Brocken Schwedisch, aber die haben genügt, daß wir einig wurden. Er wird in Helsing- borg das Tanken bezahlen, dann sind wir schon ein gutes Stück weiter. Proviant haben wir reichlich, und heute nacht zellen wir irgendwo im Wald."

Wuickervoll", stimmte Anita begeistert zu.

In Helsingborg steuerte Peter auf die erste Tank- stelle zu. Der Mitfahrer krabbelte aus der Klappe, verdolmetschte dem Tankwärter Peters Benzin­wünsche und drückte beiden die Hand.

Danke schon", sagte er herzlich.

Peter Renz bedeutete Anni, daß sie im Wege sei Er habe jetzt mit dem jungen Mann geschäfllich zu reden. Ob sie sich ein wenig Helsingdorg ansehen wollte, vielleicht Kärnan, die Ueberrefte einer im vierzehnten Jahrhundert errichteten Festung. Anita stieg gehorsam die Stufen zu dem alten Festungs- turm hinauf.

Die Sonne war schon im Sinken. Anita trat in einen dunklen, kalten Raum, aus dessen Schatten sich ein zwerghaft kleiner, hinkender Mann löste.

Ohne viel Worte kaufte sie eine Eintrittskarte. Das Verlies war unheimlich, modrig und feucht. In den unausgeleuchteten Ecken huschten Ratten umher. Sie mar die einzige Besucherin der Festung. Glitschige Felsenstufen wanden sich endlos um das Innere des Turmes. Hie und da gewährte eine Schieß­scharte den Ausblick über den Hafen, das schöne Rathaus, das dem Stadtbild einen venezianischen Zauber verlieh. Dann kamen nur noch nasse Wände Halbdunkel und der hohle Klang ihrer eigenen Schritte.

Plötzlich hörte sie jemand hinter sich, lehnte sich über die Brüstung und sah in hastigem Elfer ben hinkenden Wärter die Treppen emporsteigen. Sem Gesicht hatte einen grinsenden Ausdruck, den das Zwielicht ins Groteske verzerrte. Angst nahm Anita den Atem. Der Mann sah aus wie ber Glöckner von Notre Dame in Victor Hugos granbiosgrauen- haftem Roman. Sie war allein, ganz allein, von meterdicken Mauern eingeschlossen. Sie begann zu laufen. Ihr schwindelte. Sie war übermüdet, über­reizt. Immer näher klapperten bie Schritte des Un- heimlichen. Jetzt machte er ihr Zeichen. Er hatte et­was vor. Vielleicht wollte er sie überfallen; sie sah etwas schweres Eisernes in ihrer Hand. Am Ende gehörte er gar nicht in die Festung; vielleicht war er wahnsinnig. In atemloser Angst taumelte sie bie Stufen empor.

Endlich öffnete sich ein schmaler Lichtstreif, sie war oben. Aber was half ihr das? Der Turm ftanb einsam gegen den Himmel, niemand konnte chren Hllfeschrei hören. Winzig lag der Hafen am Rande der Stadt. Die parkenden Autos glichen schlafen­den Käfern; ein Dampfer, der nach der dänischen Küste abfuhr, sah wie ein Kinderspielzeug aus. Im­mer näher kamen die Schritte. Anita lehnte sich an den kalten Stein, der ein halbes Jahrtausend alt war, bann stand ber Mann ihr gegenüber. Im Tageslicht sah sie, daß er auch noch schielte. Sein schiefer Mund verzog sich zu einem verlegenen Lächeln. Sein unbestimmter Blick sah sie an und doch an ihr vorbei. Dann kam er lanasam näher. Sein Lächeln wurde zum Grinsen. Anita wich ent­setzt zurück. Der Mann sagte irgend etoas, bas sie nicht verstand, wartete eine Weile unb wiederholle sein Gestammel.

(Fortsetzung folgt.)