Mittwoch, 23. Tltober MV
Unterbrechung fortgesetzt. Marineartillerie nahm erneut Dover unter Feuer.
Wie bereits gemeldet, beschossen mehrere englische Schnellboote ein Dorpostenboot mit Maschinengewehren. Das Vorpostenboot erwiderte, unterstützt durch küstenbatterien der Kriegsmarine, das Feuer. Lin feindllches Schnellboot wurde versenkt, die
übrigen drehten ab.
In der Nacht in Deutschland einfliegende feindliche Flugzeuge warfen einige Bomben ab, ohne militärischen Schaden anzurichten.
Der Gegner verlor gestern zwei Alugzc. qe, davon eines durch Flakartillerie. Zwei deutsche Flugzeuge
Italienischer Wehrmachwericht.
Rom, 22.0kl. (DRV.) Der italienische Wehr- machlbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
Im südlichen R o l e n M e e r liefen in der Nacht zum 21. Oktober unsere Torpedoboote aus, um einen großen feindlichen Geleitzug, der von größeren Zerstörern stark geschützt und von Erkun- dungsflugzeugen ausgemacht worden war, zu stellen. Einem italienjschen Torpedoverband gelang es gegen Mitternacht, den Geleitzug zu entdecken. Er griff trotz des heftigen Feuers der feindlichen Kreuzer und Zerstörer mehrere Einheiten mit Torpedos an. Kurz nach dem ersten Zusammenstotz griff eine weitere italienifche Torpedobootsflottille den Geleitzug ebenfalls an, wobei es gleichfalls gelang, einige Dampfer zu torpedieren.
Rach dieser Aktion entspannen sich zwischen linieren Torpedobooten und den überlegenen feindlichen Einheiten heftige Rachlkämpfe, die bis in den frühen Morgen hinein dauerten. Um diese Zeit wurde eia seindlicher Kreuzer vom „Sidney"-Typ (8000 Tonnen), der in den Aktionsbereich der Küstenbatterien der italienischen Kriegsmarine auf den Inseln des südlichen Roten Meeres gelangt war, von einer Küstenbalterie rasch und wirksam unter Feuer genommen. Der wiederholt getroffene und schwer beschädigte Kreuzer mutzte sich in langsamer Fahrt zurückziehen. Später wurde der Kreuzer bewegungslos und in grotzen Schwierigkeilen beobachtet, während andere englische Einheiten zu seiner Hilfe herbeieilten.
Insgesamt wurden bei diesen Aktionen sechs Dampfer versenkt und weitere schwer beschädigt. Trotz der heftigen Kämpfe wurde nur ein einziges italienisches Torpedoboot von dem Feuer feindlicher Kreuzer getroffen. Trotz schweren Schadens konnte es In den Schuh der italienischen Küstenbatterien gelangen. Die Verletzungen unter der Vesahung sind leicht. .
Beim Morgengrauen wurde der feindliche Geleitzug auch noch von unserer Luft
waffe angegriffen, die mit den gegnerischen Jägern in Kampf geriet und ein Flugzeug vom Typ Gloucester traf.
In Rordafrika hat unsere Luftwaffe Fuka, Maaten Bagush, Barackenlager in Marfa Malruk und in El Daba, die Luftstützpunkte von Hamman (wesllich von Alexandria), Helwan (südlich von Kairo) und den Flotkenstühpunkl von Alexan- d r i a bombardiert. Ueberall sind positive Ergebnisse trotz der lebhaften feindlichen Flakartillerie erzielt worden. Die feindliche Luftwaffe hat gegen unsere Truppen Angriffe durchgeführt, wobei es einige Verwundete gab. Außerdem wurden von ihr zwei deutlich gekennzeichnete Feldlazarette In der Gegend von Ugbug angegriffen, wobei acht Insassen verletzt wurden.
In O st a f r i k a überraschte bei Ciboi (Kenia) eine unserer Patrouillen feindliche motorisierte Abteilungen und schlug sie in die Flucht. Unsere Flieger bom- bardierten die Hafenanlagen von Aden, einige Last- krastwagen bei Lokilang (Senia) und die befestigten Stellungen sowie den Flughafen von Garisfa, wobei zwei feindliche Flugzeuge am Boden zerstört und ein Jagdflugzeug im Kampf abgeschossen wurde. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.
Die feindliche Luftwaffe griff Aiscia, Gura, De- comere und Masfaua erfolglos an, ferner Kassala, wobei es einen Verwundeten gab, und Asmara, wo drei verwundete zu beklagen sind und leichter Sachschaden entstand.
Handelstor zwischen drei Kontinenten. Schon vor dem Weltkriege und auch in den Jahren danach war der Handel zwischen Deutschland und der Iberischen Halbinsel, namentlich mit Spanien außerordentlich stark. Die Iberische Halbinsel mit ihren zahlreichen Häfen fungierte nicht nur als Tor Europas zur Neuen Welt, andern sie vervollständigte auch die wirtschaftlichen Verbindungen mit Afrika, das durch die europäische Kolonisation und die dadurch heroor- gerufene Steigerung von Ausfuhr- und Bedarfsartikeln namentlich in den letzten 3af)ren sich immer stärker in den Güteraustausch der Kontinente oinschaltete. Darüber hinaus war Spanien mit Portugal der wesentliche Kommissionär zwischen den mitteleuropäischen Staaten und Südamerika, wobei nicht nur der Seeweg, sondern auch der Luftweg mit den verschiedenen ständigen Luftver- dindungen eine große Rolle spielte. Diese sehr lebhaften und ertragreichen Handelsbeziehungen fanden leider in den Bürgerkriegsjahren Spaniens starke Begrenzungen, doch konnte damals Portugal noch einen großen Teil der Aus taufchgu ter im Zwischenhandel übernehmen. Völlig zum Stillstand kam darauf dieser mittel-südwesteuropaische Handel mit der Ueberleitung zum afrikanischen und amerikanischen Kontinent bei Ausbruch dieses Krieges, nachdem der Landweg über Frankreich ver- sperrt war und sich die Einschaltung Italiens als Mittelsmann während der nichtkriegführenden Pe- riode nur im begrenzten Umfange ermöglichen ließ.
Inzwischen hat sich die handelspolitische Situation in Richtung Süd Westeuropa wieder wesentlich geändert, da Frankreich als kriegführender Staat auf Seiten Englands ausgeschieden ist. Wenn auch die Verkehrswege durch Frankreich infolge der Kriegsauswirkungen und durch den Rücktransport der Hunderttausende von Flüchtlingen noch mancherlei zu wünschen übrig lassen, so arbeitet man
Zahlreiche neue Brände in London.
Treffer in Anlagen der Rüstungsindustrie, Truppenlagern und Flugplätzen.
Der Führer empfing Laval zu einer Besprechung in Beigem Aibbenlrovs.
In Frankreich, 22. Oktober. (DRV.) Während eines Aufenthaltes in Frankreich empfing der Führer den Vizepräsidenten des französischen Ministerrates Laval. Bei der Besprechung war Reichsminifier des Auswärtigen v. Ribbentrop zugegen.
Erfolgloser Angriffsversuch auf deutsche Handelsschiffe im Kanal.
Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Udr desBormittaas
enAemen^Breifci
Anzeigenteil 7 Rvt. te mm bei 22 mm Beilenbreite» Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Mlenbreite
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengensiatfel 8 Plabvorschrift <vorherige Vereinbarung) 25'/» mehr
Der Wehrmachtbericht vom Dienstag.
Berlin, 22. Oft (DRV.) Das Oberkommando
Man kann den englischen Seesoldaten im allgemeinen nicht den Vorwurf der Feigheit machen. Aber es ist ebenso richtig, daß die englische Kriegs- flotte immer nur dann eingesetzt wurde, wenn Jie sich in starker Uebermacht befand. Kühne Dorstoße gegen einen zahlenmäßig überlegenen Gegner sind bei den Engländern nicht beliebt. Daher rührt auch der übertriebene Wert, den man in Britannien den Großkampffchiffenmit ihrer Massierung von schwerer Artillerie und mit ihrer starken Panzerung stets beigelegt hat. Daher rührt andererseits die Höllenangst, die man beispielsweise gegenüber der deutschen U-Boot- und Zerstörerwaffe, neuerdings auch gegenüber den deutschen
Seegefecht im Roten Meer.
Ein feindlicher Kreuzer schwer beschädigt, sechs Dampfer versenkt.
(90. Jahrgang Hr.2ö(
Erlckemi täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener SVamilienblätter I
Heimat unBildDieScholle |
MonatS-Bezugsvreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95
Schnellbooten empfindet. Seitdem England während des Welkrieges zum erstenmal in der Skagerrak-Schlacht das Prinzip der »Fleet in being verließ und bei dieser Gelegenheit den schneidigen Angriff unserer Torpedoboote erlebte, hat es sich immer ängstlich bemüht, einem offenen Kampf mit dieser Waffengattung auszuweichen oder, wenn das nicht möglich war, ihn mit Hilfe überlegener und schwerer Streitkräfte zu führen. Das war fo t n Narvik, wo unsere Zerstörer den Feuerorkan eines vielfach stärkeren Gegners über sich ergehen lassen mußten. Das war so bei dem Zerstörergefecht am Eingang des Bristolkanals, wo nicht einmal die englischen Kreuzer wagten, dem Angriff der deutschen Zerstörer standzuhalten. Das war auch so bei dem Gefecht im Roten Meer, von dem der italienische Wehrmachtbericht am 22. Oktober sprach. Die englischen Seestreitkräfte ver- fügten hinsichtlich ihrer Zahl, Schiffsgröße und Be- waffnung über eine erhebliche Uebermacht, konnten aber wiederum nicht verhindern, daß die beiden italienischen Torpedobootsverbände siegreich blieben. Sechs englische Dampfer wurden versenkt, ein englischer 8000-Tonnen-Kreuzer bewegungsunfähig ge- macht. In dem großen Weltkampf zwischen Geist und Material hat der britische Materialismus erneut eine harte Niederlage einstecken müssen. Ev<
Die Konferenz des Balkanbundes in Belgrad im Februar d. I. klang in einer verwässerten und farblosen Entschließung aus, in der sogar das Wort Neutralität vermieden wurde. Damals schon hätte man dem Balkanbund die Grabrede halten können, wenn opportunistische Rücksichten dem nicht im Wege gestanden hätten.
Der Balkanbund ist tot, weil er krank geboren wurde und während feines kurzen Lebens nicht gesund gemacht werden konnte. Aber der Gedanke des Balkanbundes, der Gedanke der Zusammenarbeit des Balkans im europäischen Raum als wichtiges und wertvolles Glied und nicht nur als Objekt der Ausbeutung, ist heute von den Schöpfern der neuen Ordnung in (Europa übernommen worden als eine der Grundlagen dieser neuen europäischen Ordnung.
Jugoslawiens Außenpolitik.
Belgrad, 22. Okt. (Europapreß.) Am Montag wurde in Nisch eine Konferenz der Jugoslawischen Radikalen Union abgehalten, auf der Ministerpräsident Zw e t k o w i t s ch hervorhob. daß die Politik der V e r st ä n d i g u n o mit den Kroaten gute Ergebnisse gezeitigt habe und fortgesetzt werden müsse. Die Regierung habe stets eine Politik der nationalen Eintracht geführt. In Der Außenpolitik würden die Interessen sowie die Würde des Landes stets geachtet und eine Politik der Freundschaft mit allen Nachbarn getrieben, die dem Lande Frieden und aufbauende Arbeit sichere. In den Grundlinien der jugoslawischen Außenpolitik sei keine Aenderung eingetreten. Sie müsse in der bisherigen Richtung
Das Ende des Battanbundes
Von unserem v. M.-Korrespondenien.
Italien. ... _ 1
In dieser Lage ereilte den Balkan die Weltagrar- krise 1930/1935. Um ihre Lage noch zu verschlechtern, wurden die Balkanstaaten gezwungen, die Sanktio- ' nen gegen Italien mitzumachen. Schwere Not Uetz alle Balkanstaaten nach Wegen und Mitteln suchen, 1 um aus dieser verzweifelten Lage herauszukommen. Da kamen zwei Staatsmänner des modernen Balkans fast gleichzeitig auf denselben Gedanken, den osten Gedanken des Balkanbundes. Das waren König Alexander von Jugoslawien und der Schöpfer der neuen Türkei Kemal A t a t u r k. Alle Balkanvölker sollten sich zusammenschließen ' und nicht mehr nach den Befehlen des Westens handeln, sondern nach eigenem Interesse die Wege der der naturgegebenen Entwicklung verfolgen. Im Herbst 1933 machte König Alexander seine bedeutsame Rundreise durch die Balkanstaaten, verhandelte mit den führenden Staatsmännern von Rumänien, Bulgarien, der Türkei und Griechenland und verfocht überall den Gedanken des Zusammenschlusses und der Zusammenarbeit aller Balkanvolker. Kemal Attatürk unterstützte energisch seine Bestrebungem
Sie brachten aber nur einen Teilerfolg. Der Gedanke des Balkanbundes mußte wegen des Widerstandes der Rumänen und Griechen stark verwässert werden, und statt einen Bund mit Bulgarien zu schließen wurde der Balkanbund em Bund gegen Bulgarien. Doch König Alexander gab sich nicht geschlagen, sondern setzte seinen Plan zur Befreiung des Balkans von der Vormundschaft des Westens zäh fort. Das neue nationalsoziallsti^e Deutschland zeigte volles Verständnis für ferne Bestrebungen und gewahrte Jugoslawien und allen Balkanstaaten in der Zett der schwersten Wirtschafts- krise die größte wirtschaflllche Hilfe, indem es m erhöhtem Maße die Agrarprodukte zu günstigen Preisen abnahm. . . ,
König Alexander von Jugoslawien setzte sich auch mit größter Energie für die Schaffung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Jugoslawien und B ul- garien ein, um auf diese Weise Bulgarien m den Balkanbund hereinzubringen. Denn ohne Bulgarien mußte der Balkanbund em Torso bleiben und der Gedanke der Befreiung von der westlichen Vormundschaft scheitern. Der Besuch König Alexanders m Bulgarien im September 1934 gestaltete sich zu einem Triumph des Gedankens der bulgarisch-iugo- slawischen Verbrüderung, wurde aber kein D^nde punkt in der Geschichte des Balkans well König Alerander drei Wochen später m Marseille ermordet wurde. In Jugoslawien wurden Zwar die außenpolitischen Richtlinien des Königs fortgefubrt und die Freundschaft und Zusammenarbeit mit Deutschland, Italien und Bulgarien weiter ausgebautt Aber der Balkanbund selbst entfernte sich lwrner weiter von seinen ursprünglichen gt^en. ©tatt em Instrument gegen die Vormundschaft d^ Westmachte au werden, geriet er immer mehr unter den Emslutz der Westmächte, insbesondere Englands. 3um Un- atücf starb auch bald der zweite große Verfechter des Gedankens der Befreiung der Zusammenarbeit des Balkans, Kemal Atatürk uno Ingo lawien war allein nicht stark genug, ferne Kon- ,evtion dem Balkanbund aufzudrangen.
Formell gestorben ist der Balkanbund nun nut der Erklärung des rumänischen Außenministers daß Rumänien alle regionalen Vertrage als nicht mehr bindend betrachte. Faktisch war aber der Bund schon länast tot. Nachdem Rumänien, die Dirke! uno Griechenland die englisch-französilchen G a r a n * ti en anaenommen hatten, und die Türkei ann noch ein Militärbündnis mit den Westmachten abschloß war der Geist des Bundes tot, und nur das Wghettsprinzip hielt das Gebilde noch zusammen.
Berlin, 22. DEL (DNB.) Am 21. Oktober versuchten britische Flugzeuge im Kanal beut- jche Handelsschiffe mit Bomben anzuareifen. Das heftige und gut liegende Abwehrfeuer der S ch i f f s f l a k der in der Nähe befindlichen Kriegs- fahr zeuge wehrte den Angriff ab, so daß dis Briten ihre Bomben in die See warfen. Die deutschen Schiffe konnten ohne jeden Schaden ihren Weg fortfetzen.
Auch OLeustaguachi wieder ausgedehnte Angriffe.
Der Londoner Carlton-Club getroffen.
Stockholm, 22. Okt. (Europapreß.) England erlebte auch in der Nacht zum Dienstag zahlreiche Luftangriffe. Der britische Nachrichtendienst stellte fest, daß sich die Angriffe wieder auf weite Teile Englands erstreckten. London wurde erneut bombardiert, die Angriffe dauerten hier bis in die Morgenstunden. Am heftigsten waren hie Angriffe auf die Industriezentren der Midlands, wo eine Stadt nicht weniger als vier Stunden lang bombardiert wurde. Der britische Nachrichtendienst teilt mit, daß viele Häuser zerstört wurden. Auch Liverpool war erneut einem Angriff ausgesetzt. Einzelheiten werden aber nicht mitgeteUt. Auch eine Stadt an der Südost- tüfte Englands wurde angegriffen. In London wurden Geschäftshäuser und Jndusttieanlagen zerstört und beschädigt. Auch der Carlton-Club, bas Hauptquartier der einflußreichsten konservativen Clique, wurde durch mehrere deutsche Bomben getroffen. Die abseits von Fleet Street im Stadtteil Holbome gelegenen umfangreichen Baulichkeiten von Kemsley-House, in denen sich die Schriftleitungen und Druckerei-Anlagen des Hetzblattes „Daily Sketch" der „Sunday Times" und der „Sun. day Graphic" und zahlreiche Provinzblätter befinden, wurde gleichfalls von einer Bombe getroffen«
Qbne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auck bei "Jiicbterfcbetnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gemalt Fernsvreckanschlnß 2251 Dradtanschrift:„Anzeiger"
Postscheck 116*5 Rrtanff. M
Gietzener Anzeiger
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der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Laufe des 21. Oktober griffen Kampfoerbänbe London und andere wichtige Ziele in IHiftel- und Südengland mit Bomben an. In London entstanden zahlreiche neue Brande. In den Flugmotorenwerken von Leylanb, nördlich von Liverpool, und in zwei anderen Anlagen der Rüstungsindustrie wurden wichtige Montage- und Maschinenhallen zerstört. Durch Treffer auf Truppenlager und Flugplätze gelang cs, hallen und am Boden stehende Flugzeuge zu zerstören. Weitere wirkungsvolle Angriffe galten mehreren Großöllagernnndhafenanla- gen. Beim Angriff auf einen Geleitzug an der Ostküste Englands erhielt ein Handelsschiff -----------„ _
von 3000 BRT. mittschiffs einen fo schweren Treffer, werden vermißt, daß mit feinem Verlust zu rechnen ist.
Belgrad, Oktober 1940. I
Sang- und klanglos ist der Balkanbund gestor- i ben. Keine Kranze, keine Grabrede, keine Nachworte. I
In der „Umwertung aller Werte" der Jetztzeit 5 blieb fein Tod fast unbemerkt. Nur die bulgarische i Presse stellte fest, daß „ein unnatürliches Gebilde : eines natürlichen Todes" gestorben sei. Allerdings < war diese Feststellung nicht ganz richtig. Denn der Dalkanbund hätte nicht das unnatürliche Gebilde zu fein brauchen, zu dem er sich schließlich doch entwickelt hat. Wenigstens in feinen Ursprüngen nicht. Um das zu verstehen, muß man die Entstehungsgeschichte des Balkanbundes kennen lernen.
Seit dem Beginn der Befreiungskämpfe der Bal- kanoölker gegen das Ottomanische Reich wurde von führenden Männern der Bcllkanvölker immer wieder der Gedanke eines Bundes der Balkanvölker aufgeworfen und propagiert Die Völker waren aber nicht genügend politisch reif, um diesen Gedanken zu begreifen. Sie gerieten immer mehr unter den wirtschaftlichen und polttischen Einfluß der Großmächte, die die Balkanvölker eines gegen das andere aufhetzten und als Handlanger ihrer politischen Ziele ausnützten. Zuerst iparen Rußland und die österreichisch-ungarische Monarchie die großen Gegenspieler auf dem Balkan. Als im Weltkrieg das Zarenreich und die Monarchie der Habsburger zusammenbrachen, übernahmen ihre Rolle auf dem Balkan Frankreich und England. England wollte vor allem die reichen Naturschätze des Balkans ausbeuten, während Frankreich hauptsächlich politische Ziele verfolgte. Es gab eine Zeit, in der diese beiden Mächte in scharfem Kampf um den Einfluß auf dem Balkan standen. Aber sie war nur kurz. Dann fanden sich England und Frankreich zusammen in einer Politik, die die natürlich Entwicklung des Balkans sowie die Zusammenarbeit mit den nachbarlichen Großmächten Deutschland und Italien verhindern sollte. Der Balkan aber ist roirt» fchaftlich und demzufolge auch politisch auf Deutschland und Italien angewiesen. England und Frankreich wollten nun ben natürlichen Wirtschaftsverkehr mit biefen Großmächten unterbinben und den Balkan weiter in Armut halten, damit er auf diese Weise besser auch ihren politischen Zielen dienen könne als schlecht bezahlter Polizist gegen Deutschland und
In der Nacht zum 22. Oktober nahmen die V e r - geltnngsflüge gegen London und die Angriffe auf andere Städte Großbritanniens ihren Fortgang. In kriegswichtigen Anlagen in Birmingham, Coventry und Liverpool konnten Brande und Explosionen festgestellt werden. Das Verminen britischer Häfen wurde ohne
wettergeführt werden. Die Politik der guten Beziehungen und der Freundschaft mit allen Nachbarn werbe fortgesetzt und vertieft werden. Am Schluß seiner Rede kündigte Zwetkowitsch eine große innere Anleihe von mehreren Milliarden Dinar für die Durchführung öffentlicher Arbeiten an.
Reichsmimfler Aufl verläßt Sofia
Ausgezeichnete Eindrücke von seiner Bulgarien-Reise.
Sofia, 22. Oft (Europapreß.) Reichsminister Rust hat am Dienstagabend nach einwöchigem Aufenthalt Bulgarien wieder verlassen. Dor feiner Abreise erklärte der Minister Pressevertretern, seine Aufgabe fei kulturpolittscher Art gewesen. In den von ihm besuchten bulgarischen Schulen habe er erstaunliche Leistungen feststellen können. Das landwirtschaftliche I n ft i t u t der Universität Sofia mit feinen 600 Studenten sei das modernste seiner Art. Für die Landwirffchaft eines Landes sei der Hochstand der Fachwissenschaft entscheidend. Die bulgarischen Militär schulen beherbergten die beste Auslese der Jugend des Lan- des. Er sei tief beeindruckt von dem Besuch der historischen bulgarischen Denkmäler auf dem Rila- Gebirge und auf dem Schipka-Paß, wo im Jahre 1876 der Befreiungskampf der Bulgaren geführt worden fei. Das bulgarische Volk besitze einen vorzüglichen Kern von Arbeitern, Soldaten und Bauern. Deutschland habe große Achtung vor ben bulgan- scheu Soldaten. Adolf Hitler habe die Deutschen gelehrt, das Volk nach seiner Gesundheit zu beurteilen. Das bulgarische Volk sei gesund und zu jeder Leistung fähig. Reichsminister Rust schloß mit der Versicherung, er könne zufrieden nach Deutschland zurückkehren, weil er wisse, daß Deutsch- ; land in Bulgarien einen Freund besitze.


