mer «ruf die Namen und Zahlen seiner Verluste. Sn der Zwischenzeit haben Gerüchte eifrig die Todesfälle und Derwundunge« multipliziert?
Englandfahrt - Todesfahrt.
Seeleute gegen die unverantwortliche Handlungsweise „neutraler" Reedereien.
Berlin, 22. Aug. (DNB.) Die deutsche Kriegsmarine greift unablässig englische Handelsschiffe trotz ihrer Bewaffnung mit steigendem Erfolg an und richtet ihre Tätigkeit besonders gegen britische Geleitzüge. Wenn in diesen trotz aller Warnungen immer weiter sogenannte Neutrale angetroffen werden, so setzen die betreffenden Reedereien, vom Tonnageoerlust abgesehen, damit vor allem das Leben ihrer Seeleute in unverantwortlicher Weise aufs Spiel. Dor wenigen Tagen wurden wiederum im Kanal die schwedische» H a n d e l s d a m p fe r „Can ton" und „Varia" mit zusammen mehr als 7000 BRT. aus einem englischen G e - leitzug heraus versenkt. „Nur ein Teil der Besatzung konnte gerettet werden", lautet auch hier wieder die lakonische Meldung vom Untergang braver Seeleute.
Deutschland hat wiederholt die Reedereien der neutralen Linder vor der Annahme eines englischen Geleitbriefes gewarnt und ausdrücklich erklärt, daß es hierin eine unzulässige Unter st üt- zungdesFeindes sehen müsse. Mit Recht kann
man erwarten, daß sich seemännische Berufsverbände in den beteiligten Ländern gegen die Stellungnahme ihrer Reedereien in dieser Frage wenden werden. Erst in den letzten Tagen, nachdem weitere „neutrale" Handelsdampfer durch die deutsche Kriegsmarine oder Luftwaffe daran gehindert wurden, ihren englischen Bestimmungshafen zu erreichen, mehren sich nun Nachrichten, daß in Erkenntnis der damit verbundenen Gefahren allerorts Seeleute sich weigern, weiterhin in englischen Oeteib zügen zu fahren. Die jetzige Erklärung der totalen Blockade wird noch das ihrige dazu beitragen.
ÜSA.-Ein- und Ausfuhrbank soll Ausfuhrüberschüsse Südamerikas übernehmen.
N e u y o r k, 22. August. (Europapreß.) Das Repräsentantenhaus hat einen Vorschlag Roosevelts angenommen, der der Ein- und Ausfuhrbank einen Zuschuß von 500 Millionen Dollar bewilligt, um die Ausfuhrüberschüsse der südamerikanischen Staaten zu übernehmen und sie gegen jeden wirtschaftlichen Druck von außen zu schützen, eine Maßnahme, die praktisch zu den gl-ei- chen Ergebnissen kommt wie das geplante Export- kartell. Zugleich wurde eine Milliarde Dollar bewilligt zur Finanzierung der Handelsexpansion und für die Entwicklung der Kriegsindustrie.
Der
iederaufbau in Belgien.
Noch immer Flüchtlinge und Verschleppte in Südfrankreich zurückgehalten.
Brüssel, 22.Aug. (Europapreß.) Die Wiedereröffnung der Börse in Brüssel, die auf eine Anregung der deutschen Militärbehörden zurückgeht, hat in belgischen Wirtschaftskreisen große Genugtuung ausgelöst. Man erwartet, daß durch diese Maßnahme die schwarze Börse, die bisher heimlich in CafSs abgehalten wurde, von selbst verschwinden wird. Die Tatsache, daß nur fe st verzinsliche Werte zur 3U)tierung zugelassen werden und daß Termingeschäfte verboten sind, ist die beste Gewähr dafür, daß Spekulationen ausgeschlossen sind. Bei der Neueröffnung wurden übrigens auch in personeller Hinsicht Aen- derungen getroffen. Die Wechselagenten mußten, bevor ihre Zulassung erneuert wurde, nachweisen, daß sie nicht jüdischer Abkunft sind und kein jüdisches Personal in ihren Betrieben beschäftigen.
Obwohl der Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich seit bald zwei Monaten unterzeichnet ist, werden nach wie vor eine große Zahl von Deutschen sowohl wie Belgiern gegen ihreck Willen mit Gewalt oder unter Anwendung sonstiger Druckmittel in Südfrankreich zurückgehalten und daran gehindert, in die von den deutschen Truppen besetzten Gebiete zurückzukehren. Erst vor wenigen Tagen ist der Brüsseler Korrespondent des „Westdeutschen Beobachters" aus Südfrankreich zurückgekehrt, wohin er am 10. Mai nach seiner Verhaftung in Brüssel von Gefängnis zu Gefängnis geschleppt wurde. Der Korrespondent der „Kölnischen Zeitung in Brüssel befindet sich allem Anschein nach auch jetzt noch im Gefängnis von Pau. Immer wieder müssen deutsche Stellen den schärfsten Druck ausüben, wenn sie erreichen wollen, daß diese Zivilgefangenen, die fast alle unter kaum erträglichen Lebensbedingungen ihr Leben fristen, in die Heimat zurückgelassen werden.
Die belgischen Zeitungen berichten über die Methoden, die die Mitglieder der ehemaligen belgi
schen Regierung in Poitiers auch jetzt noch anzuwenden versuchen, um die Angehörigen der belgischen Armee an der Heimkehr zu verhindern. So wird ein Erlaß veröffentlicht, den der ehemalige belgische Verteidigungsminister, General Denis, noch am 24. Juli in Villeneus-sur- Lot herausgegeben hat. Darin heißt es, alle Offiziere und Soldaten, die sich ohne ^Erlaubnis aus dem nichtbesetzten Frankreich begäben, würden aller militärischen Grade und Rechte sowie ihrer finanziellen Ansprüche, verlustig gehen. Wie die Stimmung unter den ehemaligen belgischen Soldaten in Frankreich ist, dafür ist kennzeichnend ein Bericht aus Caroassonne, wo täglich Kundgebungen vor dem Hause des dortigen belgischen Kommandanten stattfinden, bei denen die Menge in Sprechchören ruft: „Demobilisiert uns, demobilisiert uns!" Besonders schlecht geht es denjenigen, die sich nach dem 27. Mai zu König Leopold bekannten. Diese Soldaten und Offiziere befinden sich in dem berüchtigten Lager von St. Cyprien, nahe bei Perpignan, wohin auch ein großer Teil der in Brüssel lebenden Reichsdeutschen nach dem 10. Mai verschleppt wurde und wo jetzt schwere Epidemien herrschen.
Zur Behebung der Arbeitslosigkeit sowie der Einordnung der zurückkehrenden Flüchtlinge und Soldaten in ein gesundes Gemeinschaftswesen ist ein freiwilliger flämischer Arbeitsdienst ins Leden gerufen worden. Die ersten Trupps von je 100 Mann haben bereits ihren Dienst ausgenommen. In den verschiedensten Gegenden Belgiens sollen in nächster Zeit Arbeitsdienstlager für Personen im Alter von 17 bis 25 Jahren eröffnet werden. Wie die flämischen Blätter melden, hat die Einrichtung eines Arbeitsdienstes bei der flämischen Jugend eine begeisterte Ausnahme gefunden.
Blick auf die Dobrudscha.
Das umstrittene Land zwischen Donau und Schwarzem Meer.
Don dem so vielgestaltigen Balkan tritt im Augenblick nach Bessarabien und der Bukowina die Dobrudscha wieder stark in den Vordergrund des politischen Interesses. Wie alle balkanischen Gebiete ist auch die Dobrudscha seit langem das Ziel landwirtschaftlicher deutscher Siedler gewesen. Hier konnten sie schon deswegen nicht als Fremdlinge empfunden werden, well so ziemlich alles, was in der Dobrudscha lebt, mit Ausnahme der Bulgaren, Fremdling ist. Russen, Griechen, Tataren, Tscherkessen, Türken,
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Wallachen bilden hier neben Bulgaren und Rumänen ein Bevölkerungsgemisch, das durch zahlreiche Zigeuner und Juden noch bunter wird.
Und doch macht das Land geographisch und geopolitisch den Eindruck, als sei es wie vorher be° timmt für die Entwicklung eines nationalen Stam- nes, in einem nicht sehr großen, aber in sich ge- chlossenen Raum. Die natürlichen Grenzen bilden Schwarzes Meer und Donau. Auch der Süden ist nur anscheinend offen. Das Hügel- und Steppenland Dobrudscha wird hier von einem Gebiet abgeschlossen, für das man auf manchen Landkarten die türkische Bezeichnung Deli Orman findet. Das heißt Wilder Wald. Wenn er auch durch die wenig rühmliche türkische Waldwirtschaft verwüstet sein mag, so suchte Rumänien hier im Friedensvertrag 1913, der die Folge der Balkankriege abschloß, eine ausgesprochen strategische Grenze gegen Bulgarien, als es ihm die biefem gehörigen südlichen Teil der Dobrudscha entriß.
Es bedurfte schon eines überlegenen Künstlers der Strategie wie Mackensen, um sich im Weltkriege Eingang in die Dobrudscha zu erzwingen. Das geschah in einer Schlachtenfolge, die bei Tutra- kan an der Donau begann, von Mackensen mit seiner deutsch-bulgarisch-türkischen Armee gegen die 4. rumänische Armee bis an die Linie Tsckernawoda— Konstantza herangetragen wurde und für die Einnahme von Bukarest mit entscheidend gewesen ist.
Die genannte Linie ist geschichtlich besonders bemerkenswert. Es ist eine Talsenke von der Donau bis an die Küste. Kennzeichnend für die ganze Dobrudscha ist ihre Wasserarmut. Der Gedanke, sie mit Wasser zu füllen, einen Kanal bis zu dem Schwarzmeerhafen Konstantza zu ziehen, hat wiederholt vor der Verwirklichung gestanden und scheiterte bisher an der Notwendigkeit der Ueberwindung eines nur 50 Meter hohen Hindernisses. Die Nutzung der Talsenke als Verteidigungs
stellung ist noch weit früher erkannt worden. Vis hierher reichte das Römische Reich in der Zeit (einer weitesten Ausdehnung überhaupt. Das war unter dem Kaiser Trajan, dem die Schöpfung des Trajanswalles jugefchrieben wird, einer bedeutenden künstlichen Schöpfung zur Verstärkung dieser natürlichen Festungslinie. Noch eher als die Römer schufen aber Völker, die sich von ihnen a n - gegriffen fühlten, einen heute hier ebenfalls noch nachweisbaren Wall mit der Front nach Süden. Konstantin der Große, war der dritte, der hier eine Befestigungsanlage einrichtete.
Der Trajanswall in der Dobrudscha ist oft genug von Angreifern überwunden worden. Die Goten, Alanen, Hunnen stürmten darüber hinweg. Als hier im Krieg der Westmächte gegen die Türkei von 1854 die Russen aufmarschierten, fühlte sich jedoch Omer Pascha in einer bis dahin für stark gehaltenen Stellung mit türkischen Streitkräften mattgesetzt. Daran konnte auch eine französische Division nichts ändern, die hier unter dem General Espinasse auftrat und durch Hitze, Wassermangel und Cholera fast völlig aufgerieben wurde.
Wassermangel ist der größte Nachteil der Dobrudscha. Daraus ergibt sich der steppenartige Gesamtcharakter. Und doch ist sie als landwirtschaftliches Nuhungsland in hohem Grade begehrenswert, weil sie mit einer Schicht des fruchtbaren Lößbodens bedeckt ist, der seinen Bedauern reiche Erträge verspricht. Die landwirtschaftlichen Vortrupps aller der eingangs erwähnten Völker haben das erfaßt und die Muhen der Wasserbeschaffung durch Paternosterwerke aus unwahrscheinlichen Tiefen nicht gescheut. Aus der wachsenden Ausnahme der Dobrudscha als lohnendes Sied- lungsland erklärt sich eine rasche Zunahme der Bevölkerung. Sie betrug im Weltkriege auf einem Bereich, der ziemlich genau dem Umfang der Rheinprovinz ohne Saarland entspricht, schon rund 700000 und wird heute der Million nicht mehr fern sein. Die Dobrudscha ist also Zukunftsland. Sie verfügt mit Sicherheit auch über Bodenschätze und zwar reichlich über Kupfer und mindestens nen- nensroert über Kohlen, wenn ihr Abbau auch noch in den allerersten Anfängen steckt.
Die Ansprüche Bulgariens sind geschichtlich stark untermauert. Die Dobrudscha trägt ihren Namen nach dem bulgarischen Fürsten Dobroti- t i ch , der sie als erster planmäßig organisierte, nachdem sie um 1200 in den Besitz des ersten bulgarischen Kaiserreiches gekommen war. Seit 1400 wurde sie von den Türken beherrscht. Rund ein halbes Jahrtausend,blieb dieser Zustand, bis sie Austauschobjekt zwischen der Türkei, Rußland und Rumänien geworden ist. Die Russen erhielten sie 1878 von den Türken und übermittelten sie den Rumänen gegen Rückgabe Bessarabiens. Im Weltkrieg erhielten die Bulgaren in Verbindung mit Deutschland zunächst die südliche, bald danach die ganze Dobrudscha, niußten sie aber im Frieden von Neu- illy, noch um den südlichsten Teil mit dem Wilden Wald beraubt, wieder an Rumänien herausgeben.
Der wichtigste Hafenplatz der Dobrudscha, Konstantza, hat gleichzeitig für den Weg von Bukarest in die Welt höchste Bedeutung. Bis zu diesem Hafen führt auch eine Oelleitung von den rumänischen Del- feldern ans Meer. Es wird einer hohen staatsmännischen Kunst bedürfen, die Vesitzverhältnisse der Dobrudscha so zu gestalten, daß sie keinen Konflikts- stvff mehr bietet. Lff.
Aenderungen im Reichsbahngüterlarif.
Tarifentfernungen werden verkürzt. - Neue Staffelung des Negelgütertarifs. Nebenklaffe für fünf Tonnen.
Berlin, 22. Aug. (DNB.) Im September wer- den einige Aenderungen des Reichsbahngütertarifs durchgeführt werden, die den geographischen Veränderungen des Reichsgebietes infolge Rückgliederung der Ostmark, des Sudetenlandes und der deutschen Ostgebiete sowie der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren Rechnung tragen. Die Aenderungen betreffen sowohl den Regel- gütertarif als auch das Ausnahmetarifsystem der Reichsbayn.
Für alle Gütertarife der Reichsbahn werden künftig die Tarifentfernungen im Verkehr zwischen und mit den genannten neuen deutschen Reichs gebieten über die kürzesten Wege berechnet. Hierdurch werden die Tarifentfernungen in den in Betracht kommenden Derkehrsbeziehungen, beispielsweise zwischen Bayern und Schlesien, Ostpreußen und Schlesien und Schlesien und der Ostmark verkürzt, und zwar im Einzelfalle bis zu 200 Kilometer. Die neue Entfernungsberechnung wirkt sich u. a. so aus, daß sogar noch die Tarifentfernungen von Bremen nach Wien und von allen östlich dieser Linie gelegenen Verbindungen nach der Ostmark verkürzt werden.
Eine weitere Steigerung betrifft die Staffel des Regelgütertarifs der Reichsbahn. Der Gütertarif ist nach Entfernungen gestaffelt, so daß die Fracht für große Entfernungen verhältnismäßig niedriger ist als für kleinere Entfernungen. Während bisher bei Entfernungen ab 900 Tanf- kilometer der A n st o ß f a tz für die über 900 Kilometer hinausgehende Entfernung ein Zehntel des kilometrischen Anfangssatzes Der Staffel betrug, wird dieser Anstoßsatz künftig zweiZehntel des Anfangssatzes betragen. Diese Aenderung bedeutet für die Wirtschaft keine neue Belastung, da sie weniger als den zehnten Teil dessen ausmachtz was die oben erwähnte Aenderung in der Berechnung der Tarifentfernungen der Wirtschaft an Frachtersparnis einbringt.
Eine weitere Verbilligung im Regeltarif wird auch den Gebieten zugutekommen, Die durch die neue Entfernungsberechnung im Reichsbahnguter- verkehr nicht begünstigt werden. Künftig wird nämlich für Die billigsten Massengüte r der niedrigsten Tarifklasse G eine Nebenklasse f u r fünf Tonnen eingeführt, während bisher für diese kleinen Transporte die Sätze der höheren Tarifklasse gezahlt werden mußten.
Alle diese Aenderungen im Regeltarif für Den Reichsbahngüterverkehr haben ebenso wie zahlreiche andere Aenderungen in Den Reichsbahnausnahmetarifen den Zweck, Die durch Die besonderen Aufgaben stark beanspruchte Reichsbahn von einem Teil des Verkehrs zu entlasten und diesen Verkehr auf Die Wasserstraßen abzu- lenken. Gerade auf Die weiten Entfernungen läßt sich Die Güterbeförderung sehr häufig auf die Wasserstraßen umlegen, wobei die Eisenbahn Dann nur auf verhältnismäßig kurze Entfernungen im
Zulauf zu Den Häfen und für die Abfuhr aus Den Häfen in Anspruch genommen zu werden braucht. Solche Teilbeförderunaen auf Der Eisenbahn und Den Wasserstraßen können sowohl im deutschen Fluß- und Kanalverkehr als auch vor allem im Donau- und im deutschen Ostseeküstenverkehr erreicht werden.
Kartoffelkraut liefert Papier und Textilstoffe.
Das neue Heft der Zeitschrift „V i e r j a h t e s - plan" ist zu 100 v. H. aus einem Stoff hergestellt, der bisher nahem zu nichts anderem nütze war, als im Herbst auf dem Acker verbrannt zu werden, nämlich aus Kartoffelkraut. Wie Gauleiter Fritz Sauckel an der Spitze Der Zeitschrift ausführt, verdanken mir diesen neuen Rohstoff einer genialen Idee Des Führers. Auf seine Initiative wurden in Thüringen Die ersten Versuche gemacht, Kartoffelkraut für Die Herstellung von Zellstoff zu verwenden. Für den Erfolg spricht nicht nur die Zeitschrift, sondern Dafür sprechen auch Anzüge und Damenkleidung, Die schon zum Teil zwei Jahre lang die Probe in Der Praxis bestanden haben. Der neue Rohstoff wird wesentlich dazu beitragen, daß am Wald kein Raubbau getrieben zu werden braucht. Wenn man Daran denkt, daß Groß- deutschland Die größte Kartoffelanbaufläche Der Welt besitzt, Dann ist man sicher, Daß auch aus dieser Idee des Führers dem Volke und seiner Wirtschaft gewaltiger Segen erwachsen muß. Auch wirtschaftlich werden wir trotz des hohen Preises, Den Der Bauer für das noch vor zwei Jahren völlig wertlose Kartoffelkraut bekommen soll, die jetzigen Verfahren der Papiererzeugung einholen. Inzwischen formen Planung und Betriebsversuche weiter an der allgemeinen' Verwendung des Kartoffelkrautes in Der Zelluloseindustrie. Es ist heute schön möglich, Zellulose mit höchster Reinheit aus Kartoffelkraut und anderen Abfallprodukte» zu entwickeln. Jetzt gilt es, für die Landwirtschaft die Möglichkeit zu finden, das Kartoffelkraut zu sammeln und der Wirtschaft zuzuführen. Bei richtiger Organisation können Drei Millionen Tonnen Kartoffelkraut in Deutschland erfaßt werden. Bei nur 30prozentiger Ausbeute wäre eine Entlastung der Waldwirtschaft um etwa 675 000 Tonnen Zellulose möglich.
Oie neue Neichsseifenkarte.
Mit Dem Monat September läuft Die geltende Reichsseifenkarte ab. Der Reichswirtschaftsminister hat Bestimmungen für die neue, vom 1. Oktober an geltende Reichsseifenkarte erlassen. An den monatlichen Zuteilungen wird nichts geändert; sie betragen nach wie vor ein Stück Einheitsseife und 250 Gramm Waschpulver, und für vier Monate zusammen ein Stück Rasierssife. Die neue Reichsseifen
karte gilt nur für vier Monate. Mit Rücksicht auf Die gewerblichen Wäschereien, Die mit Den großen Abschnitten häufig Schwierigkeiten hatten, ist auf der neuen Reichsseifenkarte Die monatliche Zuteilung von 250 Gramm Waschpulver in fünf Einzelabschnitte je 50 Gramm auf gegliedert.
Tagung des Führerkorps der NSDAP.
NSG. Am Donnerstag versammelten sich Die Gauamtsleiter und Kreisleiter des Gaues Hessen-Nassau in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M., im Adolf-Hitler-Haus, zu einer Arbeitstagung. Gauleiter Sprenger gab ihnen hierbei Einsatzanweisungen für die zukünftige Arbeit. Neben der einheitlichen Ausrichtung Der Führerschaft Der Partei durch Den Gauleiter wurde zu den aktuellen Fragen, die den Kriegseinsatz Der Partei auf Den verschiedensten Arbeitsgebiet ten betrafen, Stellung genommen. Einzelne Gau- amtsleiter haben des weiteren über besonders wichtige Maßnahmen und Aufgaben aus ihrer Arbeit berichtet.
Kleine politische Nachrichten.
Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, hat Dem Marschall Badoglio zum Siege der italienischen Massen in Ostafrika seine herzlicyen Glückwünsche ausgesprochen.
Auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres führt eine Abordnung von Offizieren Der königlich schwedischen Armee unter Führung Des Generalmajors Grafen Douglas zur Zeit eine Reife zur Besichtigung der Kampfgebiete in Nord- oftfrankreich und Belgien aus.
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Reichsorganisationsleiter Dr. Ley traf in Begleitung des Geschäftsführers Der Deutschen Arbeitsfront, Oberbefehlsleiter Marrenbach, in Brüssel ein. Dr. Ley befand sich auf Der Durchreise, da er im besetzten französischen Gebiet zahlreiche Truppen und Frontarbeiter in ihren Lagern und auf ihren Arbeitsplätzen aufsuchte. Dabei hatte Dr. Ley auch Gelegenheit, mit Reichsminister Dr. Todt Fragen der Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Arbeitsfront und Der Organisation Todt zu besprechen.
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Der Reichsarbeitsführer hat mit Dem 10. August 1940 den Oberstarbeitsführer Bruer, bisher Chef des Amtes für Ersatz- und Meldewesen, zum Inspekteur für Ersatz, und Meldewesen ernannt.
Nach einer Meldung des „Giornale d'Jtalia" hat Das englische Oberste Kriegsgericht in Kairo seit Beginn Des Krieges 5 7 5 8 Äegypter wegen Zuwiderhandlungen gegen die Verfügungen Der Militärbehörden verurteilt.
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Der bulgarische Ministerrat hat beschlossen, daß sich Handelsminister S a g o r o f f Ende Des Monats für einige Tage nach Deutschland begibt, um die Leipziger und Wiener Messe zu besuchen. Bulgarien wird, wie bisher, beide Messen mit eigenen Ausstellern beschicken.
Auf Einladung Der slowakischen Arbeiterschaft trafen am Sonntag, aus Wien kommend, rund tausend deutsche Arbeiter in Preßburg ein. Die deutschen Arbeiter wurden überall «begrüßt. Sie begaben sich nach Besichtigung
. luprftadt Preßburg nach Weinern, wo sie Gäste der slowakischen Arbeiter waren.
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Wie in einer offiziellen Rundfunkmeldung bekanntgegeben wird, hat der argentinische Staatspräsident Dr. Roberto M. Ortiz seinen Rücktritt erklärt. Nach der Verfassung müssen erst Kammer und Senat Stellung nehmen. Der Entscheidung des Präsidenten ist eine mehrstündige Beratung mit Den Ministern und anderen politischen Persönlichketten vorausgegangen.
Ans aller Welt.
50 Jahre
J. F. Lehmanns Verlag München.
Am 1. September 1890 begründete Julius Friedrich Lehmann in München feinen Verlag. Er begann ihn zunächst von Der Medizin her und schuf ihm durch Die medizinischen Atlanten und den Ausbau Der Münchener medizinischen Wochenschrift, zum Weltblatt mit Der größten Auflage, einen angesehenen Namen. Seit 1895 baute er mit leidenschaftlichem Idealismus feinen völkischen Kampfverlag auf. 1917 gründete er die Zeitschrift „Deutschlands Erneuerung". Don Den heute in 400 000 Stück verbreiteten Schriften Professor Günchers ging der Siegeszug des Rassengedankens in Deutschland aus. R. W. Darr4, E. Baur, E. Fischer, F. Len§, L. F. Clauß, A. Ploetz, W. Schemann, P. Schultze-Naumburg, gehören zu Den Autoren des Verlags auf diesem Gebiet. Der militärische Derlagszweig wurde gepflegt, durch Die Reihe ,Zm Felbe unbesiegt", durch „Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten", durch das „Handbuch der Luftfahrt" und „Lehmanns Wehrmachtsbücherei". Besonders bekannt wurde der Verlag in den letzten Jahren auch durch die Bucher Der Münchener Aerztin Dr. Johanna Haarer, deren Säuglingspflegebuch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" in wenigen Jahren eine Auflage von 300 tDO Stück erreichte. I. F. Lehmann wurde noch kurz vor feinem Tode vom Führer durch die Verleihung des Adlerschildes des Deutschen Reiches und das Goldene Ehrenzeichen der Partei ausgezeichnet.
Der 40. Todestag Giuseppe Verdis.
Der Duce hat angeordnet, daß Persönlichkeit und das Werk des berühmten italienischen Komponisten Giuseppe Verdi anläßlich Des 40. Jahrestages feines Todes am 27. Januar 1941 in würdiger Weise gefeiert werden sollen. Das Ministerium für Volkskultur hat bereits Vorkehrungen getroffen, um im Rahmen dieser Feiern im Oktober dieses Jahres -m Königlichen Opernhaus in Rom eine Reihe von Verdi-Opern volkstümlichen Charakters zur Aufführung bringen zu lasten. Am 27. Januar nächsten Jahres werden bann in allen lyrischen Theatern Italiens Verdi-Gedächtnis-Feiern ftatt- finben. Die großen italienischen Konzertgesellschaften werben Konzerte unter Mitwirkung ber hervorragendsten Sänger und Sängerinnen Italiens veranstalten, Schließlich werdet; in allen Großstädten


