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Churchill besichligl Jesestigungsanlagen in Süd-England
Unser Bild zeigt den britischen Ministerpräsidenten beim Verlassen eines Bunkers in der englischen Befestigungslinie, die jetzt an der britischen Südküste errichtet wird. ,— (Associated-Preß-M.)
Das Attentat aus Trotzki.
Mexiko-City, 22. Aug. (Curopapreß.) Die genauen Einzelheiten des Ueberfalles auf Trotzki schilderte der Prioatsekretär Trotzkis, Jose Hansen. „Trotzki", so erklärte Hansen, „kannte den Mörder Frank Jackson seit etwa einem halben Jahr. Jackson genoß das Vertrauen Trotzkis, weil er zur Trotzki-Bewegung in Frankreich und in den Vereinigten Staaten Verbindungen hatte. Trotzki hatte niemals einen Grund gehabt, gegen Jackson Verdacht zu hegen. Als dieser am Dienstagnachmittag das Grundstück Trotzkis betrat, tra er ihn in der Nähe des Hühnerstalles, wo er Trotzki erzählte, daß er einen Artikel geschrieben habe und ihn dieserhalb um seinen Rat bitte. Trotzki war dazu natürlich bereit und ging mit ihm in das Eßzimmer, wo sie beide Frau Trotzki trafen. Jackson bat um ein Glas Wasser, da, wie er sagte, seine Kehle sehr trocken sei. Nachdem Jackson ein Glas Wasser getrunken hatte, führte Trotzki Jackson in sein Arbeitszimmer, ohne vorher seine Sekretäre zu benachrichtigen. Plötzlich hörte man fürchterliche Schreie aus dem Arbeitszimmer Trotzkis. Die Sekretäre dachten zunächst an einen Unfall. Sie eilten ins Eßzimmer, das neben dem Arbeitszimmer liegt. Dort begegneten sie Trotzki, der blutüberströmt im Gesicht aus dem Arbeitszimmer herausstürzte. Ein Sekretär ergriff sofort den Mörder, der mit der Pistole in der Hand dastand. Der andere half Trotzki beim Niederleaen. Trotzki ist durch den Schlag mit dem Bergpickel nicht bewußt- los geworden, wie der Mörder offensichtlich beabsichtigt hatte, sondern kämpfte mit dem Mörder. Im Eßzimmer am Boden liegend erklärte er seiner Frau und mir: „Jackson schoß Pistole auf mich, bin schwer verwundet, fühle, diesmal ist's zu Ende." Der bei seiner Festnahme durch die Leibgarde Trotzkis verletzte Attentäter befindet sich außerhalb einer Gefahr. Er wird streng bewacht.
Italienischer WehrmachtSbericht.
Rom, 22.Aug. (DRV.) Der italienische wehr- Machtsbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:
(Eine unserer Luftformationen hat die militärischen Ziele von Gibraltar bombardiert. Ein Flugzeug ist nicht zurückgekehrt.
Im östlichen Rtttlelmeer hat eines unserer Torpedoboote ein U-Voot versenkt und eines unserer U-Boote einen Torpedosäger torpediert.
(Eine feindliche, aus Kreuzern bestehende Flotten- formation ist von unseren Luftskreitkräften erreicht und einer heftigen Vombardierung unterzogen worden. 2 Kreuzer wurden wiederholt von Vom-
Sen Flugzeugführer über London gewechselt.
Ein Oberfeldwebel rettete seine Do IT beim ersten Tiefangriff auf England.
Von Kriegsberichter Georg Hinze.
völkerungsteil albanisch sei und somit z u U n • recht z u Griechenland gehöre. Die Verfolgungen dieses Bevölkerungsteils feien eine Bestätigung dafür, daß Albanien — und für Albanien Italien — Grund habe, im Namen des Völkerrechts und im Namen der europäischen Ordnung, die auch auf dem Balkan geschaffen werden müsse, zu fordern, daß die Stellungen endgültig geklärt würden. Nicht nur die Zukunft der Provinz T s ch a m u r i a , sondern die aller Gebiete, in denen die Albaner in der Mehrheit seien, wie z. B. in einem Teil des Gebietes von I a n n i n a , bildeten den Kern des nationalen und politischen Problems, das zwischen Italien und Griechenland aufgeworfen sei und das in dieser oder jener Weise endgültig gelöst werden müsse
Griechenland — so fährt Gayda fort — baue noch immer auf die „unwiderstehliche" Macht Englands, lasse sich aber anscheinend auch von provokatorischen Strömungen im eigenen Lande leiten. Die Fabel von einer Erhebung der Albaner gegen Italien solle offensichtlich der von England immer gestützten griechischen Politik ein Alibi schaffen. Unzweifelhaft hätten Albanien und Italien mit einem derartigen griechisch-englischen Offensivplan zu rechnen. Darauf werde mit einer Politik geantwortet werden, die zwar keine Abenteuer suche, die aber bereit sei zur Verteidigung der nationalen Rechte Albaniens und einer auf Gerechtigkeit begründeten Ordnung auf dem Balkan.
ben getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zu den Ausgangsbasen zurückgekehrt.
In O st a f r i k a wurde ein englisches Flugzeug von unseren Dubat bei Eocacia (Kenia) obge- chossen.
Vorstädte Londons gelangt. Durch das rechteckige große Loch am Boden unserer Kabine schauten die Häuser und Stadtviertel herauf.
„Fertigmachen zum Absprung!", hatte Oberfeldwebel I. wohl kommandiert. Aber auf ein nachfolgendes Kom^nando warteten wir vergebens. Unterstützt vom Bordwart hatte der tüchttge Beobachter inzwischen den sterbenden Flugzeugführer aus seinem Sitz gehoben und auch die Füße von den Pedalen gelöst. In dem engen beschränkten Raum der Kanzel, in dem neben dem Verwundeten nun auch noch der Bordwart stand, quetschte er sich selbst mühsam auf den Pilotensitz. Tolle Kabriolen schoß unser Vogel in den wenigen Sekunden. Bald hing er an einem Flügel, bald schwankte er unruhig wie ein Blatt im Winde. Dann konnte Oberfeld- roe.be! I. endlich ungehindert den Steuerknüppel und die Pedale bedienen. Er trat vorsichtig den linken und rechten Hebel, zog und drückte den Steuerknüppel und schwenkte ihn sachte nach den Seiten. Zum ersten Male spürte er — es war mitten über London — daß die Maschine dem Druck seiner Hände gehorchte. Er versuchte zu fliegen. Und er, der fünf Jahre lang als Beobachter neben dem Flugzeugführer in der Kanzel gekauert hatte, eine Hand am Bombenknopf, die andere am MG., merkte plötzlich: Es geht, er konnte fliegen.
Der Oberleutnant war zu Boden geglitten. Neben dem Pilotensitz lag er ausgestreckt am Boden der Kanzel. Der Bordwart ergriff das Gummiband, das ich ihm aus der Verbanotasche reichte, wickelte es um den Oberarm des Verwundeten. Aber schon jetzt merkte er, der Schuß hatte nicht nur den linken Armknochen zertrümmert, sondern war weiter in die linke Brustseite gedrungen. Schon färbte sich die Kombination des Oberleutnants rot. Und da war auch schon die Hölle über uns hereingebrochen. Aus allen Rohren feuerte die Flak von den Stadttän- dern Londons auf das einsame deutsche Flugzeug, das weit von seinem Verbände getrennt, 400 Meter über der englischen Hauptstadt steht. Don Feldwebel H. unterstützt, bemühte sich der Oberfeldwebel schon, den Sperren der Flak auszuweichen und das Einschießen der Geschütze zu verhindern. Aber er konnte nichts daran ändern, daß die Flakgeschosse wie bunte Pfeile dicht am Flugzeugrumpf vorbeischossen. Durch den geöffneten Boden hörte man deutlich den Lärm der heranheulenden Granaten.
Und dann kamen auch die Jäger. Der einsame Vogel, der die Themse abwärts flog, nur wenige hundert Meter über den unzähligen Schiffen im Strom, schien ihnen eine leichte Beute. Sie mußten wohl auch gemerkt haben, daß mit uns irgendetwas nicht in Ordnung war. Aber sie hatten nicht mit der Kampfkraft einer Do 17 gerechnet. Der Bordfunker, der bisher von seinem Funksitz aus die Bemühungen seiner Kameraden in der Kanzel verfolgt hatte, bewies jetzt, daß auch er in den entscheidenden Minuten seine Nerven nicht verlor. Aus den Maschinengewehren schoß der Feuersttahl den von hinten anAreifenden Spitfires entgegen. Wenn Unteroffizier S. die Trommel am Maschinengewehr zur Rechten verschossen hatte, dann ratterte mein Maschinengewehr zur Linken auf. Plötzlich fiel das mittelste Maschinengewehr aus. Ladehemmung! Fast schulmäßig flogen die Spitfires von der Längsachse aus an. Wir schienen verloren. Doch da nahte von hinten hoch über uns ein größerer Verband mit Ju 88. Sie hatten ihre Bomben ge-
und erweitert dadurch sowohl die Tiefe der nach Westen gerichteten deutschen Front als auch die Handlungsfreiheit Rußlands in allen seinen Grenzen. Im Weltkriege hatte diese Tiefe an unserer damaligen Ostfront ihr Ende. Heute reicht sie bis zum Stillen Ozean. Vereinzelt sogar über diesen hinweg in die Vereinigten Staaten hinein. Jedenfalls ist der Vertrag mit Rußland einer der Blockadebrecher, an denen die uns von England zugedachte Hungerblockade zuschanden geworden ist. Anderseits weiß sich die Sowjetunion ihrerseits durch die Zusammenarbeit mit Deutschland vor dem Zusammenprall geschützt, auf den England noch immer hofft.
Daran ist am besten zu erkennen, daß die deutschrussische Entspannung im Interesse des deutschen Kampfes gegen England liegt. Daran werden aber auch alle Bedenken gegen das Abkommen oder alle Hoffnungen auf seinen Bruch, die der Führer im Reichstage als kindlich bezeichnet hat, zerstreut. Der Vertrag beruht nicht auf örtlichen oder befristeten Interessen, sondern auf Gesichtspunkten mit langer Sicht. Besonders auch auf dem russischen Eigeninteresse, daß Rußland nicht wieder bereit sein will, noch einmal ein ähnliches Werkzeug der Westmächte zu werden, wie es das kaiserliche Rußland des Weltkrieges war. Und zwar so weitgehend war, daß die ganze zaristische Kriegführung mehr den Wünschen der Entente als den eigenen russischen Notwendigkeiten entsprach. Der Außenkommissar Molotow hat denn auch die Ablehnung dieser Helfershelferrolle eindeutig ausgesprochen und damit Englands zahlreiche Kriegsenttäufchun« gen um eine weitere vermehrt.
Gegen England heißt aber heute für Deutschland sein. Gegen Deutschland sein, würde für Rußland bedeuten, wiederum für England die Kastanien aus dem Feuer zu holem Das hat das Zarenreich während des Weltkrieges in geradezu selbstmörderischer Weise getan. Nicht dem Deutschen Reiche, sondern sich selbst zuliebe wird sich Sowjetrußland wohl hüten, den schweren Fehler zu wiederholen. Also wird sich im Kampfe gegen England auch der Zweifrontenkrieg erlebten Gepräges nicht wiederholen. Wir stehen zwar in des Weltkriegs zweitem Akt, aber Deutschland durchkämpft ihn ohne die Schwächen des ersten. Damals war gegen Ende des ersten Kriegsjahres noch keine der Feindmächte geschlagen, und die Verluste betrugen ein Vielfaches der heutigen. Die Feindzahl wuchs. Die eigene Kriegskraft konnte nur im Wege der Improvisation gesteigert, mancher kriegsorganisatorische Mangel an planmäßiger Vorbereitung nur unzulänglich wettgemacht werden. Don dem damaligen Mangel an polittscher Geschlossenheit und Führung zu schweigen. Heute ist die deutsche Kriegführung ein Fazit unerhörter wehrpolitischer Friedensenergie im Rahmen einer außenpolitischen Lage, wie sie so günsttg — wenn auch keineswegs nur des deutsch-russischen Paktes wegen — zu keiner Zeit des Weltkrieges war. Deutschland hat zur Zeit keinen Anlaß, sich vor neuen Fronten zu sorgen. Es kann seine ganze Kriegsenergie auf den Feind Nummer eins konzentrieren, der England heißt. Die deutsche Kriegskraft ist aber, teilweise dank unserer Rückenfreiheit, heute gewaltiger, als sie es vor Jahresftist war, und sie ist groß genug, um an den Sieg auch dann zu glauben, wenn der Krieg neue Aufgaben stellen sollte.
Der Russenpakt Hat also nichts gefährdet, wohl aber manches zugunsten der deutschen Kriegführung gebessert. Er hat der Sowjetunion manchen Dorteil gebracht und tut es noch, ohne Deutschland kriegsnachteilig zu belasten. Schließlich hat er dem Reiche zu gewissen Führungsmöglichkeiten verhalfen, ohne Rußland in Kriegsgefahr zu bringen.
Der 22. August 1939 kann daher als der Ausgangspunkt einer Außenpolitik bezeichnet werden, in welcher der Staatsmann dem Feldherrn die Lösung der militärischen- Aufgabe so zu erleichtern verstand, wie das nach Bismarck keinem seiner Nachfolger wieder gelungen war.
Das am Mittwochnachmittag von italienischen Bombern in aufeinanderfolaenden Wellen im östlichen Mittelmeer angegriffene englische Flottengeschwader setzte sich, wie man in zuständigen italienischen Kreisen ergänzend mitteilt, aus 2 Kreuzern von je 10 000 Tonnen sowie aus 4 Kreuzern zu je 5000 Tonnen und 2 Torpedobooten zusammen.
Albanien
Die ungelöste Frage zwischen Italien und Griechenland.
Rom, 23. Aug. (Curopapreß.) Auf eine Anfrage wurde in der Pressekonferenz in Rom vom Mittwoch geantwortet, seit der Aussprache des italieni- chen Gesandten mit dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas in der albanischen Frage habe sich keine weitere Entwicklung ergeben; naturgemäß müsse aber auch diese Frage einer Lösung zugeführt werden.
Die von der albanischen Presse erbrachten Nachweise, so schreibt Gayda im „Giornale d'Jtalia", zeigten klar, daß der in Griechenland verfolgte Be-
DNB........22. Aug. (PK.) Die Tat des Ober-
eldwebels I. und seiner gleich tapferen Kameraden, Feldwebel H. und Unteroffizier S., habe ich miterlebt, Rücken an Rücken mit ihnen stand ich in der chmalen Kabine unserer Do 17, als sie im tollsten Tanz englischer Jäger, umsprüht von dem Geschoß- regen der Flak, nur wenige Meter über dem Häusermeer von London ihren tödlich verwundeten Flugzeugführer, Oberleutnant M., aus seinem Sitz lösten und ihm den zu entgleiten drohenden Steuerknüppel aus den erstarrten Händen nahmen Den Sterbenden im Arm schaute ich dem Oberfeldwebel über die Schulter, wie er nach einem Flug durch die Hölle seine von hundert Treffern durchsiebte Maschine an der französischen Küste landete. Er tat es so sicher, wie ein alter ,^Hase". Nichts ließ ahnen, daß I. sein tapferes Herz mitten über den massierten Flakstellungen der Themsemündung zum ersten Male zu einem Flugversuch gezwungen hatte.
Es war die neunte Staffel, mit der wir flogen. Die Staffel der meisten Tiefeinsätze. Zum ersten Male griffen wir heute England imTiefflug an. Zehn Meter, fünf Meter, zwei Meter hoch stürmten wir über den Kanal. Englands Steilküste mußten wir mit einem Satz anspringen. Ost nur zentimeterhart hetzten wir über die Hügelkämme der südenglischen Landschaft hin. Greifbar nahe unter uns lagen die Tankfallen und Schutzgitter des Küstenstreifens. Zu Tode erschreckt stürzten in allen Ortschaften die Menschen mit riesigen Sätzen zu den Türen ihrer Häuser und den Eingängen der Luftschutzgräben. Radfahrer rollten wie Igel zusammengekugelt in einen Straßengraben hinein. Da waren unsere Do.s schon Über ihnen und längst ein Stück weiter nach England hineingerast. Grün mit grauem Saum von Steingebäuden sprang uns unser Ziel entgegen: e i n Flugplatz. Schon hatten die beiden Ketten vor uns ganze Arbeit geleistet. Da fielen auch unsere Bomben. Grauweiß standen über allen Hallen die Explosionswolken der Bombeneinschläge. Ein Bild restloser Zerstörung.
Noch hingen unsere Augen an dem eindrucksvollen Bild unseres Einsatzes in der Tiefe. Da sackte der Flugzeugführer plötzlich leicht nach vorn über. „Nach Hause!", sagte er noch. Da fiel ihm schon die linke Hand, aus der rot ein Blutfleck quoll, kraftlos vom Steuerknüppel. Der Kopf sank nach vorn. Hätte nicht der Beobachte r im letzten Augenblick zugepackt und den Steuerknüppel in seine Hand genommen, dann hätte sich das Flugzeug wie ein Pfeil in den Boden gebohrt. Aber Oberfeldwebel I. überschaute in Sekunden die Situation. Heber seinen zusammengesunkenen Oberleutnant gebeugt, hielt er den Steuerknüppel nun in seinen Fäusten. Und gab Gas so viel er konnte. Langsam löste sich die Maschine aus Bodennähe, kletterte stetig in die Höhe. Wir waren wohl 100 Meter hoch, da gab der Oberfeldwebel ein Kommando an uns: „Fertigmachen zum A b - Sprung!"
Noch waren die Füße des tödlich verwundeten Flugzeugführers an den Pedalen feftgeSchnallt. Der OberfeDwebel hatte so keine Möglichkeit, den Kurs zu ändern. Und als der Bordwart, Feldwebel H., Die letzten Vorbereitungen zum gemeinschaftlichen FallSchirmabSprung traf und dabei auch den Boden unfern Kabine löste, der Schnell in die Tiefe glitt, merkten wir es erst: Wir waren weit über die
Britische Bomben auf eine historische deutsche Kirche.
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Bei einem Einflug nach Deutschland warfen englische Flieger Bomben auf die unter Denkmalschutz stehende Kirche bei Derichsweiler im Rheinland. Die Kirche wurde vollständig verwüstet. Auch der Friedhof der Kirche bietet ein Bild der Zerstörung. — (Scherl-Bilderdienst-Radermacher-M.)
worfen und zogen nun heimwärts. Die englischen Jäger, durch die herandröhnenden Ketten irritiert, ließen bis auf einen von uns ab und wandten sich dem neuen Gegner zu. Noch einmal flog die letzte Spitfire von hinten an. Aber int Abschwenken nach rechts erwischte sie Unteroffizier S. mit einer langen MG.-Garbe in die Breitseite. Mit verschossener Munition, sicher von manchem Treffer durchlöchert, lieh der Jäger von uns ab. Nur die Flak bedrohte uns noch, die nuferen Weg bis zum Kanal begleitete.
Ueber dem Kanal nahmen uns deutsche Jäger in Empfang. Während der Beobachter und der Bordwart sich in die ungewohnte Arbeit des Fliegens und Franzens teilten, hielt ich den Sterbenden. So flogen wir nach Frankreich hinein, bis wir einen Flugplatz an der Küste fanden. Dreimal zog der Beobachter seine Kreise um die weite grüne Fläche. Immer tiefer und tiefer schob er sich an den Platz heran, dann wagte er die Landung. Don über 100 Treffern war unfer Flugzeug wie ein Sieb zerfetzt — wir zählten die Einschläge nach der Landung — und doch fetzte Oberfeldwebel I. die Maschine behutsam hin. Unser Oberleutnant und Flugzeugführer starb auf dem Transport ins Lazarett. Aber unsere Do 17 war gerettet.
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Berlin, 22. Aug. (DNB.) Der Führer und Oberfte Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz: Major Ludwig Schulz, Kommandeur einer Kampfgruppe und Feldwebel Otto E i ch l o f f in einem Kampsgeschwader.
Die Kampfgruppe des Majors Schulz hat in Belgien und Frankreich Erfolge von hervorragender Bedeutung zu erringen vermocht. Die Zerstörung der Flugplätze Hirjon und Siffonne, der Bahnanlagen südlich Sissonne und die vernichtenden Angrifte auf den Hafen und die Schiffe in Dünkirchen bilden Ruhmesblätter in dör Geschichte des Geschwaders. Der Gruppenkommandeur hat durch seinen Angriffsgeist und Wagemut, verbunden mit einem hohen taktischen Verständnis seine Gruppe immer wieder von neuem mit sick fortgerissen. Sein Beispiel bei der Durchführung Der Tiefangriffe brachte die bedeutsamen Erfolge bei dem Angriff gegen Kolonnen und Flugplätze. Bei einem Tiefangriff bei Paris wurde Major Schulz an der Spitze seiner Gruppe verwundet. Trotzdem gab er ein Beispiel vorbildlicher Tapferkeit und wahrhaft kameradschaftlichen Verhaltens; als er trotz schwerer eigener Verwundung die Führung der Maschine für den tödlich getroffenen Flugzeugführer übernahm, glatt landete und damit der Besatzung das Leben rettete. — Feldwebel Eichloff ist einer der besten Flugzeugführer in seinem Geschwader, der in zahlreichen Feindflügen durch feine Tapferkeit und sein Draufgängertum große Erfolge erzielt hat. Er hat durch einen Treffer schweren Kalibers einen britischen Kreuzer an der Westküste Norwegens Schwer de- St und einen Kreuzer der Pork-Klasse kurz im gleichen Seegebiet versenkt. Im Molde- Fjord konnte er einen 4000-Tonnen-Dampfer versenken und einen Transporter in der Maasmündung durch Treffer schweren Kalibers in Brand fetzen. In Holland vernichtete er die Kafernen und Barackenlager bei Gravenhage.
Die deutsche Bodenabwehr.
BritischeFliegererfahrungeninDeutschland
Stockholm, 22. Aug. (Curopapreß.) Ein englischer Fliegermajor, der an vielen Flügen über Deutschland teilgenommen hat, sprach in London vor Auslandsjournalisten. Major Philipp B e a r e bestätigte, daß Die deutsche Bo de nab wehr den englischen Fliegern viel zu schaffen mache. Insbesondere im Ruhrgebiet habe man die Wirksamkeit der deutschen Flakgefchosse zu merken bekommen. Weiter gab der britische Major feinen ausländischen Hörern einen kleinen Begriff von der Organisationsfähigkeit und der schnellen Arbeits- leistuna in Deutschland. Schäden, die durch Bombenabwürfe verursacht wären, seien, wie die englischen Flieger wiederholt hätten feftstellen können, bereits in Der nächsten Nacht wieder ausgebessert gewesen.
Die Beunruhigung unter Der englischen Bevölkerung über die lügenhafte Berichterstattung der eng- lifchen Regierung hinsichtlich der tatsächlichen Zahl der Opfer bei den deutschen Fliegerangriffen ift sehr beträchtlich. Nicht einmal in Den betroffenen Ortschaften Selbst Dürfen Ziffern über die an Ort und Stelle Getöteten bekanntgegeben werden. „Neros Chronicle" protestiert hiergegen. Das Blatt Schreibt: „Kürzlich kündigte Mr. Churchill an, daß Einzelheiten über Luftangriffs« Verluste örtlich angefchlagen werden würden, Sobald sie bekannt feien. Trotzdem wartet Croydon, das am letzten Donnerstag angegriffen wurde, noch im«


