8reitag,23.AugustM0
140. Jahrgang Nr. 199
Oberkommando
Aach dem Goethehaus nun das Mnfoleam Bismarcks
£uftaufflärung am 21. August
Berlin, 22.Aug. (DJIB.) Das der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Verlaufe der bewaffneten über den britischen 3nseln wurden
zahlreiche Industrie-, Hafen- und Bahnanlagen sowie 1 5 Flugplätze mit gutem Erfolg angegriffen. Bombentreffer konnten in den Industrieanlagen von Skegueh, Great Jarmouth, Ditney, Coventry, Bournemouth sowie in den Hafenanlagen von Bridlington beobachtet werden.
In den Werften von Southampton wurde u. a. ein Schiff im Dock getroffen. Bei einem Angriff auf einen Geleitzug an der Ostküste Englands gelang es, ein Handelsschiff durch Bombentreffer schwer zu beschädigen.
In der Rächt zum 22. August griffen unsere Kampfflieger Flugzeugwerke südostwärts von London sowie ein Rüstungswerk bei Brighton wirksam mit Bomben an.
Feindliche Bombenwürfe in der Rächt zum 22. August in Rorddeutschland verursachten nur geringfügigen Schaden. Der Feind verlor gestern 7 Flugzeuge. Sechs eigene Flugzeuge werden ver- miht.
Der Wehrmachisbericht vom Donnerstag.
Bismarck wollte unter den Bäumen seines Sachsenwaldes begraben sein. Dort hat der englische Ministerpräsident Churchill durch ein Flugzeug Bomben abwerfen lassen: etwa 200 Meter entfernt von dem Mausoleum des Altreichskanzlers. Erst der Anschlag auf das so bescheidene Gartenhaus Goethes, dann der Anschlag auf die letzte Ruhestätte des Mannes, der über alle inneren und äußeren Schwierigkeiten hinweg nach Jahrhunderten wieder die deutsche Einheit begründete. Ganz im Sinne Bismarcks, der ein wahrer Verehrer schöner großer Bäume gewesen ist, lehnte seine Familie 1898 seine Beisetzung in der Fürstengrust des Berliner Doms ab und setzte durch, daß der letzte Wunsch des Eisernen Kanzlers respektiert wurde. Unzählige Deutsche sind zu der Stätte gepilgert, wo der treue Diener seines Herrn
leum abseits von allen Verkehrs st raßen und größeren Siedlungen in dem Walde von Friedrichsruh liegt. Die näheren Umstände dieses Bombenangriffes, bei dem Bomben in einer Entfernung von 200 Bieler vom Blaufoleum ein- fchlugen, taffen erkennen, daß Churchill feiner Luftwaffe ben Auftrag gegeben hat, die Weihestätte des deutschen Volkes mit Bomben zu belegen, um sie dadurch zu vernichten. Die gesamte Kulturwelt stehl einem derartigen gemeinen Gebaren, das selbst vor Angriffen auf Denkmäler nicht zurückfchreckt, mit Abscheu und Empörung gegenüber.
vmck und vertag: vrühlsche Univer stlälrd rucker ei H. Lange
Italiens Kriegsziele in Afrika
England erwartet den nächsten Angriff in Aegypten.
Berlin, 22.Aug. (DRB.) Beim Einstug englischer Flugzeuge in reichsdeutsches Gebiet hat ein englisches Bombenflugzeug versucht, das Blaufoleum Bismarcks in Friedrichsruh mit Bomben z u belegen. Blit größter Empörung vernimmt das deutsche Volk diesen neuen Anschlag gegen ein deutsches Rational- Heiligtum. Rach dem versuchten Attentat auf das Goethehaus in Weimar sollte nunmehr das allen Deutschen heilige Blaufoleum des Eisernen Kanzlers zerstört werden. Die gemeine Absicht des Gegners wird klar, wenn man bedenkt, daß dieses Blaufo-
„L* Impenetr able!“
Erfahrungen zwischen Westwall und Maginotlinie.
Von unserem Sonderberichterstatter Gerhard Bohlmann.
Rom, 22. Aug. (Europapreß.) Giovanni Ansaldo, der dem italienischen Außenministerium nahestehende Chefredakteur des „Telegrafo", schreibt über die „weiteren Ziele Italiens", von denen Mussolini in seinem Telegramm an den Dize- könig von Aethiopien gesprochen hatte, der Duce habe damit sagen wollen, daß die Eroberung von Britifch-Somaliland als die Voraussetzung für Operationen von weit größerer Tragweite zu betrachten sei und für einschneidende Gebietsveränderungen in Afrika. Es könne schon jetzt gesagt werden, daß sich Italien mit dem Einmarsch seiner Truppen in
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15 britische Flugplätze erfolgreich bombardiert
Bombentreffer auf Industrie- und Hafenanlagen.
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Berbera nicht begnügen werde, sondern seine Ziele viel weiter ge st eckt habe. Es sei sein Ziel, aus Afrika jene Art Hypothek zu beseitigen, mit der dieser Erdteil von England gegen jedes Recht und gegen jede Notwendigkeit belastet worden sei. In Verbindung mit seinem Verbündeten wolle Italien England nicht nur aus Britisch-Somaliland, sondern aus ganz Afrika vertteiben. Das ganze britische Kolonialreich in Afrika sei nur durch Habgier aufgebaut worden.
„London taumelt ratlos im Sturm", überschreibt „Messaggero" einen Bericht aus London. Die hinkenden Entschuldigungen, die Churchill im Unter-
Ein Zahr Mckensreiheit
Don General der Artillerie z. D. von Mehsch.
Am 22. August jährte sich der deutsch - rus * s i s ch e Pakt. Er beendete das unrühmliche Antichambrieren der westmächtlichen Unterhändler im Kreml. Er verblüffte durch die großzügige rasche Entschlußkraft der beiden Partner. Mit ihm begann die Rückensreih eit in dem heraufziehenden Abwehrkampf gegen die anmaßliche Beeinträchtigung der deutschen Lebensnotwendigkeiten durch die Entente.- Der Vertrag knüpfte an das geschichtlich gewordene Verhältnis beider Staaten an, das ihnen beibeit jahrhundertelang zum Nutzen gewesen ist. Er vereitelte mit einem Schlage alle Kriegsausweitungspläne der plutokratischen Mächte im Osten durch die loyale und klare Bereinigung des gesamten deutsch-russischen Fragenkomplexes und schuf nicht nur im ehemals polnischen Gebiet klare Verhältnisse, sondern trug auch in größtem Ausmaß zur Stabilisierung der politischen Lage im ost- und südosteuropäischen Raum bei.
Wir alten Weltkriegssoldaten sind der Meinung, daß dieser Beitrag zum Schutz vor dem Mehrfton- tenkrieg recht beachtlich ist. Wir haben vor 25 Iah* ren etwa an einem halben Dutzend Fronten gegen 26 Feindstaaten gekämpft. Alle Ostentlastung konnte erst im Laufe mehrerer Kriegsjahre unter Kämpfen und mit Blutopfern errungen werden. Als dann das zaristische Rußland erlich überwunden worden war, war einige deutsche Kampfkraft verbraucht, waren unsere Verbündeten schon rm (Er* matten, und stand das Eintreffen der ersten ame* rikanifchen Verstärkungen auf dem westlichen Kriegsschauplatz bevor.
Wir hätten damals manches um die Gunst der heutigen Kriegslage gegeben, die uns immerhin etwas erleichtert, die ganze Wucht der deutschen Kriegskraft an einer Front einzusetzen, auf einen Gegner zu werfen und so in einem Feldzuge ähnlich entscheidende Vernichtungssiege zu erzielen wie in dem vergangenen Kriegs* jahr! Der Siegeszug von Polen über Norwegen, Holland und Belgien nach Frankreich wäre ohne den kühnen Wurf des deutsch-russischen Einvernehmens zwar aanz gewiß nicht unmöglich, aber doch wohl etwas schwieriger gewesen.
Aber auch das Abkommen selbst wäre nicht möglich geworden, wenn nicht das gemeinsame Interesse an einer naturgemäßen geaenseitigen Ergänzung des deutschen und des russischen Raumes vorläge. Sie kommt dem industriellen Bedarf Sowjet- rußlands nicht weniger zugute als den agrarischen und rohstofflichen Bedürfnissen Großdeutschlands
der Intendantur und des Sanitätsdienstes. Danach handelt es sich um acht Armeegenerale, 13 Armeekorpskommandanten, 35 Divisionsgenerale, 74 Bri- gadegenerale und bei den Kolonialtruppen um zwei Armeekorpskommandanten, fünf Divisionsgenerale und vierzehn Brigadegenerale.
Frankreich gegen
die britische Blockade.
Genf, 23. Aug. (DNB.) Der französische Außenminister B a u d o i n antwortete im Rundfunk auf die letzte Rede Churchills, soweit diese sich auf Frankreich bezog. Der Minister ironisierte den Versuch Churchills, die englische Niederlage in Somaliland auf das Ausfallen der französischen Kolonialstreitkräfte zurückzuführen und erklärte, das Verbrechen der Männer von Vichy sei in Churchills Augen, daß sie Frankreich nicht verlassen hätten, um den Krieg in den Kolonien fortzusetzen. Wenn sich aber die Reaieruna von Vichy vor jemandem zu verantworten habe, so seien dies die französischen Frontkämpfer. Der Minister bezeichnete die englische Blockade gegenüber Frankreich als einen feindseligen Akt. Die französische Regierung werde sich der Blockade nicht beugen. Sie sei unmenschlich und in chren Weiterungen hauptsächlich gegen Frauen und Kinder gerichtet und unheilvoll für diejenigen, die sie anwendeten.
Wir sind in den Weißenburger Kreis gekommen und durchqueren ein historisches Schlachtfeld. An der Straße erhebt sich der Geisberg, der 1870 von deutschen Soldaten gestürmt wurde, und drüben, gen Westen, sehen wir in der Ferne den Kahlhang, unter dem sich ein anderes Kriegswerk verbirgt, das heute ebenfalls schon historisch geworden ist: das Werk Hochwald, eine der größten Basttonen der Maginotlinie. Aber im Dorf Ingo l s h e i m entwickelt sich ein freundlicheres Bild. Dort erwarten uns einige der zurückgekehrten Bauern, die uns zur Überraschung ihre urtümlichen Volkstrachten angelegt haben, die wesentlich von zwei Farben besttmmt werden, dem Weiß der Hemden und dem Schwarz des brettrandigen Fuz- hutes, der Gilets (Weste oder Brusttuch), der langen Hosen. Sie zeigen uns, wie das Jungvolk dum Tanz geht — die Mädchen mit rotseidenen, gestickten Busentüchern, die Jünglinge im kurzen Rock und der braunen Kappe aus Iltisfell — sie bilden einen Zug der Kirchgänger und Hochzeiter, und das alles geschieht auf die freundlichste und zwangloseste 2lrt; wollen sie uns doch beweisen, daß sie zu uns, zu Deutschland, gehören und daß ihr Trachten, ebenso wie ihre Tracht, immer nach Osten gerichtet war. So entsteht mitten im Niemandsland das anmuhge Idyll eines künftigen deutschen Friedens im deutschen Lande.
Wie hat die ftanzösische Soldateska in diesen schönen Dörfern gehaust! Da sieht es in einem Hause aus wie im nächsten: herausgerissen die Schubladen, die Schränke gesprengt, Kleider, Wasche Bücher, Bilder wüst über Den Boden verstreut und verunreinigt — hier haben keine.Soldaten gewohnt, hier haben Strolche gehaust. Allenthalben Verwahrlosung und Verkommenheit: weil sie wohl elektrisches Licht, aber keine Bleisicherungen hatten, haben sie Gabeln in die Fassungen gesteckt. Aus einem Bodenraum richteten sie eine Milchzentrisuge als Latrine ein und nannten diesen stinkenden urt „Au petit bördel”, wie mit Kreide an der Dur geschrieben steht. In einer Scheune war ein 7,5-cm- Geschütz ausgestellt, und diesen Geschutzstand haben sie „L’Imp£n£trable“ getauft, d. h.: der Undurchdringliche. Vielleicht wurde ihnen dieser hoch- ttabende Name durch die Nähe der Ma^notllme eingegeben, die ja das unerschütterliche Bollwerk Frankreichs sein sollte — letzt ist diese Geschützstellung nur noch eine teere Attrappe und die stolze Maginotlinie nicht viel mehr als ein abgelegtes Museumsstück. Solche Einzelheiten sagen mehr als viele Worte über den seelischen Verfall eines Volkes,
dem dieser sinnlos heraufbeschworene Krieg zum Gerichtstag geworden ist.
Man atmet auf, wenn man aus diesen ekelhaften, widerlichen Höhlen wieder auf die Dorfstraße tritt, wo das Licht der Sonne die abstoßenden Bilder zerstreut, als seien sie die Visionen eines unwahr- cheinlichen, phantastischen Traums. Hier draußen ist alles Arbeit, ist alles Schaffen und alles Aufbau: ein Trupp der Organisation Todt marschiert die Straße entlang, Rückwanderer kehren heimwärts und winken uns zu, auf einem Lastkraftwagen werden Bretter und Bohlen zum Brückenbau angefahren. Und bas ist (nach „L’ImpSn&rable“ und „Au petit bördel") .roie das beglückende Sinnbild eines jungen, starken Volkes, das am Werke ist, die vom Feinde geschlagenen Wunden des leidenden Landes zu heilen und es einer freudevollen und friedlichen Zukunft entgegenzuführen.
Französische Generale zur Disposition gestellt.
Bafel, 22. Aug. (Europapreß.) Das französische Amtsblatt veröffentlicht nunmehr die Liste der zur Disposition gestellten Generale des Armeestabes,
Wenn man, von Karlsruhe aufbrechend, nach Westen fährt, gleitet der Kraftwagen Stunde um Stunde durch eine Landschaft, die wie ein einziger herrlicher und fruchtbarer Garten ist. Mais- und Tabakfelder wechseln mit Aeckern, auf Denen das Getreide gelb und reif in Garben steht, Weingärten liegen dazwischen und werden abgelöst von Obstplantagen mit Aepfelbäumen, Pflaumen und Mirabellen, deren Aeste so schwer mit Früchten beladen sind, daß sie gestützt werden müssen, und diese reiche, prangende Fruchtbarkeit setzt sich fort bis in das Gebiet unseres Westwalls hinein. Ja, diese herrliche Landschaft wird auch jenseits des Rheins, im Elsaß, die gleiche bleiben. Auch drüben werden wir die gleichen Menschen, die gleichen Häuser, die gleiche Dorfanlage, das gleiche Volkstum und Brauchtum finden, denn die Grenze, die hier so grausam in den Leib des Landes geschnitten wurde, ist in Versailles diktiert; die Natur hat sie nicht gewollt, und die Natur erhält wieder ihr Recht.
Je tiefer mir in die Zone zwischen Westwall und Maginotlinie eindringen, um so sichtbarer werden die Spuren des Krieges: aufgerissene Straßen, zerschossene Höfe, gesprengte Brücken. Aber schon kehren einzelne Familien auf Kraftwagen der Wehrmacht zurück, schon sind die Arbeitsscharen der Organisation Todt dabei, die sehr genau gezielten Trichter unserer Stukabomben einzuebnen, die Häuser mit Dachziegeln zu decken, die schwachen Notbrücken durch stärkere zu ersetzen; schon sind hüben NSV. und Drüben der elsässische Hilfsdienst aufgeboten, die sich der Zurückkehrenden annehmen; hier wird inmitten eines großen Krieges eine ganz ungeheure, erstaunlich rasch und kraftvoll vorge- triebene Aufbauarbeit geleistet, deren Weite und Umfang kaum geahnt werden kann.
Da wandell sich mit einem Schlage das Bild: das Vorfeld der Maginotlinie hat begonnen. Zwar find auch hier die Dörfer und Häuser die gleichen wie auf der deutschen Seite, es sind die gleichen Häuser und Höfe, deren Bauart durch den Holzfachwertbau mit schwarzen Balken und weißen Mörtelwänden bestimmt wird — aber wie verkommen und verwahrlost ist hier das Land! Nichts mehr von jener schönen, trächtigen Fruchtbarkeit in der deutschen Zone, sondern hier erstrecken sich Kilometer um Kilometer endlose Wüsteneien, mit Unkraut und Disteln bewachsen, mit Stacheldrahtverhauen durchzogen und zerrissen von eingegrabenen verrosteten Eisenbahnschwellen, die als Tanksperren dienen sollten, und je weiter der Tag vorrückt und je fteüer die Sonne vom klaren Himmel herniederbrennt, um so trostloser wirkt dieser Gegensatz zwischen dem heißen Segen des Lichts und der verlassenen Erde. In dieser tief gestaffelten Zone haben die Franzosen, so wird uns gesagt, alles Vieh hingeschlachtet, und da das Fleisch weder verwertet noch nach Frankreich geschafft werden konnte, wurden die toten Tiere an Ort und Stelle verscharrt. Später, im Hinterland, wo die Bauern noch versucht haben, die Ernte zu bergen, sieht man reihenweise schwarze Brandflecken auf kahlen Stoppelfeldern; die Franzosen haben die Garben mit Brennstoff übergossen und angezündet; und wie hier, so hat sich im ganzen Gebiet der Maginotlinie der ftanzösische Sadismus an der lebenden und toten Schöpfung ausgetobt ...
haus vorgebracht habe, um zu erklären, wieso und warum die englischen Truppen S o m a l i l a n D räumen mußten, schienen sowohl das Unterhaus als auch die breite englische Volksmasse weder befriedigt noch überzeugt zu haben. Auf Antrag der Regierung hätte die Londoner Presse am Mittwoch einheitlich das Thema abgewandelt, „daß die Räumung Somalilands im Grunde genommen ein geschicktes Manöver gewesen sei, Denn in Zukunft seien die italienischen Truppen in Berbern und in Zeila mehr denn je Den vernichtenden Angriffen der Royal Air Force ausgesetzt." Dazu führe „Daily Mail" einen weiteren Grund an, weshalb die englische Flucht aus Somali land das englische Volk nicht beunruhigen solle. „Den wahren Kampf mit Italien in Afrika", schreibt dieses Blatt, „müssen wir wahrscheinlich i n Aegypten aussechten. Deshalb wäre es ein gro* her Fehler gewesen, zur Unterstützung der in Somaliland operierenden Truppen Verstärkungen aus Aegypten und dem Sudan abzuziehen." Britische Offensiv-Vhantasien.
Rom, 22.Aug. (Europapreß.) Trotz Der kritischen Lage Englands, so schreibt „Popolo Di Roma", werde in Den leitenden englischen Kreisen weiter hartnäckig über die Notwendigkeit einer e n g 1 i * scheu Offensive a u f dem Fe st lande phantasiert. Tag für Taa seien Churchill, Eden und Anderson bemüht, diese Offensive als möglich hinzu- stellen. Sie hätten noch immer nicht erkannt, daß die gegenwärtige Lage nur sehr oberflächlich jener in der napoleonischen Zeit ähnele. In früheren Zetten habe England wohl der europäischen Koali* tion Herr werden können, dank seiner unterirdischen Bündnisse und den auf dem Festlande herrschenden trennenden Gegensätzen. Doch heute sei dieser traditionellen englischen Politik der Weg verlegt. Das europäische Festland habe in feiner ©e* samth eit Front gegen die englische! Insel gemacht.
Unter dem Tttel „Wenn England in Europa einzieht" bringt „Jllusttated" folgende erheiternde Sätze: „Der Premierminister und andere verantwortungsvolle Männer haben genügend klargelegt, daß Britannien, wenn die Zeit gekommen ist, zur Offensive gegen Die Achsenmächte schreiten wird. Mit Hilfe unserer Flotte, einer riesigen Luftflotte und des Heeres werden wir mit der größten Erfolgsmöglichkeit i n Hitlers Europa einfallen. Deutschland ist plötzlich eine Insel geworden, genau wie Großbritannien. Noch nie war ein Feind Englands so verwundbar. Bevor Europa in Britannien einfällt, wird Britannien in Europa einfallen. Wir werden ein großes Heer zur Landung an vielen Punkten Europas haben. Wir können Italien angreifen und feine Industrie zerstören. Neapel und Genua sind nicht uneinnehmbar. Rom kann von Ostia her besetzt werden. Die größte Möglichkeit aber haben wir, Deutschland vom Nahen Osten anzugreifen. Britische Kolonnen werden eines Tages b i e Do« nau herauf a u f Wien marschieren, an» bere Kolonnen werden durch das Rhein- und wahrscheinlich auch durch Das Rhonetal nach den Städten an der Ruhr und nach München marschieren." Auf einem von einem Mr. Gil- kinson gemalten Bild fieht man bann englische Tanks in den Straßen Wiens.
Den letzten Schlaf schläft. Der Sach- senwald rourDe Bismarck 1871 als „Dotation" verliehen. Das Dort gelegene Schloß FrieDrichsruh hat sich Bismarck selbst gekauft. Hier verbrachte er nach seiner Verabschiedung 1890 seine letzten Jahre, die getrübt wurden Dun, Den Tod seiner geliebten Johanna. Damals trat Der nchsruh. „Eiserne Kanzler" als Der „Alte vom Sachsenwald"
am 18. März erst so ganz in das Gefühl der deutschen Nation. — ch Unser Archiv-Bild zeigt das Mausoleum in Frieder richsruh. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
SietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen


