Donnerstag, 25. mal 1940
»v. Jahrgang Nr. 12«
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen “ää*
Die Küste
muß.
Englische Lleberlegungen
immer notwendiger werdenden Verlegungen der ^rbände mit Verzögerungen eintreffen. In befon-
Genf, 23. Mai. (Europapreß.) Ministerpräsident R e y n a u d ließ am Mittwochvormittag über den Rundfunk eine neue Erklärung verlesen, die, ähnlich wie feine Ausführungen im Senat recht pessimistisch klang, Reynaud stellte fest, daß er am Mittwochvormittag eine Unterredung mit General Weyga,nd gehabt habe, der zu diesem Zweck von der Front nach Paris zurückgekehrt fei. Frankreich könne das Schicksal nur dann abwenden — so stellte Reynaud fest — wenn jeder Soldat seine Pflicht tue. Den Sieg könne Frankreich nur dann erringen, wenn es die nächsten vier Wochen aushalten könne. Man solle sich nicht durch die Angriffe der deutschen Panzerwagen entmutigen lassen; sie seien mit den Kavallerievorstößen aus dem letzten Weltkrieg zu ' vergleichen und dürften nicht überschätzt werden. Zum Schluß forderte Reynaud die Bevölkerung auf, weiterzuarbeiten und nicht zu erlahmen.
Rach Berichten der römischen Presse hat die Rede, die Reynaud im Senat gehalten hat, großen Eindruck auf die französische Bevölkerung gemacht. Mit Bitterkeit wird festgestellt, daß die Westmächte ohne genügende Vorbereitung in den Krieg hineingegangen seien. Der schwerste Schlag sei für das französische Volk der Zusammenbruch des felsenfesten Glaubens an die Ueberlegenheit des Heeres und des Generalstabes gewesen. Die Auslassungen der Pariser Presse, die vielfach erbittert Aufklärung darüber fordere, wie es den Deutschen habe gelingen können, in zwei Wochen eine für unüberwindlich erklärte B e - feftigungslinie zu durchbrechen, zeige, wie schwer die Eigenliebe des französischen Volkes durch den nach Reynauds Behauptungen auf unverzeihliche strategische Fehlgriffe des Generals Game- lin zurückzuführenden Zusammenbruch dieses Prestiges getroffen worden fei. Frankreich setze alle Hoffnungen jetzt auf Petain und Weygand. Die Bevölkerung verrate jedoch eine hochgradige Nervosität und Beängstigung. Um zur Beruhigung der Öffentlichkeit beizutragen, habe die Regierung alle Staatsbeamten und Angestellten, die zur Verbreitung alarmierender Gerüchte oder pessimistischer Urteile über die militärische Lage beitragen, mit fristloser Entlassung bedroht. Von den Staatsbeamten, so heißt es in dem Dienstrundschreiben, müsse man unter den gegenwärtigen Umstanden besonders vorbildliche Haltung, Kaltblütigkeit und Verantwortungsgefühl erwarten. Der Staat könne nicht dulden, daß feine Verwaltung in den Händen
Paris unter dem Eindruck der deutschen Waffenersolge
B e r l i n , 23. Mai. (DNB.) Das stürmische Vordringen unserer Truppen bringt es mit sich, daß Diele Meldungen über Angriffs- und Abwehrer- jdge der deutschen Luftwaffe mit Rücksicht auf die
Krem Maße trifft dies für die in Feindesland sichenden Teile der Flakartillerie zu. Die- tm Umstand ist es zuzuschreiben, daß in dem Zeit- rc um vom 10. bis 15. Mai nur 143 feindliche Flugzeuge als durch Flak abgeschossen gemeldet wurden, nährend nach den jetzt vorliegenden genauen Un- Klagen im genannten Zeitraum 3 4 2 Flugzeuge durch die im Feind- und Heimatgelnet em- 41etzte Flakartillerie zum Absturz gebracht norden sind. An der Gesamtzahl aller m der Zeit d m 10. bis 15. Mai vernichteten feindlichen Flug- yuge ist die Flakartillerie mit über ein Fünftel i.T Gesamtsumme beteiligt Auch diese Waffe hat afo die in sie gesetzten Erwartungen m vollem
Umfange erfüllt.
NerBerlust des Kreuzers „Effingham^
Berlin, 22. Mai. (DNB.) Zu dem von der Attischen Admiralität jetzt zugegebenen Verlust des Sieuzers „Effingham" erfahren wir v o n z u ft an - jbttger Seite: Im OKW.-Bericht vom 17. Mai thar gemeldet worden, daß es vor Narvik gelungen piar, auf einem Schlachtschiff und einem leichten
Oer Durchbruch nach Nordwesten erweitert.
Feindliche Ausbruchsversuche gescheitert. — Erfolgreiche Luftangriffe auf Kanalhäfen
ürchtbares Durcheinander hervor. Alles rennt lurcheinander. Ein furchtbares Stoßen und Drängen in der Halle und auf dem Platz. Die Terrassen leeren sich, und die Fenster- und Schaufensterläden gehen mit Gerassel herunter. Wie soll sich diese ungeheure Masse schützen? Die Polizei treibt die Menge in die Untergrundbahnhöfe, wo dann Nachrichten und Gerüchte von Münd zu Mund laufen. Bei dumpfen Explosionen schreien die Pariser aufgeregt: Bomben! Die Flüchtlinge antworten resigniert: Flugabwehr! Seit dem 10. Mai haben die Pariser nicht mehr eine so ernste Miene gezeigt", so chließt der Korrespondent.
Die Pariser Blätter schreiben, das Vaterland sei zwar in Gefahr, aber es sei ni<f)t alles verloren, falls die gesamte Nation sich hinter die Regierung und den Generalissimus schare und mit ihm zusammen alles tue, um die Niederlage abzuwenden. Das Land, so schreiben „Figaro" und „Matin", müsse heute Jahre der Demagogie, die schweren, auf allen Gebieten von der Volksfront begangenen Fehler und die Tatenlosigkeit der ersten neun Kriegsmonate büßen. Das Erwachen sei sch reck- lich, man könne nur hoffen, daß das Signal nicht zu spät gegeben wurde und daß die gesamte Nation ihre Kraft für die Rettung des Vaterlandes werde sammeln können. Auch die Linksblätter „Populaire", „Oeuvre" usw. äußern sich in diesem Sinne, wobei sie natürlich nicht von den Fehlern der Volksfront sprechen, sondern auf die Mißwirtschaft der Rechtskreise Hinweisen. Alle Blätter sind sich über die unverzeihlichen Fehler des französischen Oberkommandos klar, das nicht rechtzeitig vorauszusehen und zu reagieren vermocht hätte. Aus was die militärische Lage anlangt, müssen die Blätter zugeben, daß sie viel ernster sei, als man sie bisher dargestellt habe. Die Militärkritiker geben zu, daß Laon und La Före sich in deutscher Hand befinden.
Italienische Militärkritiker zur Lage.
Mailand, 2A Mai. (Europapreß.) Der Mili- tärfritifer der „Gazzetta del Popolo" schreibt, der deutsche Kriegsplan sei ebenso klar in seiner Auf- fassung, wie genau in feiner Ausführung. Der Plan der deutschen Heeresleitung werde mit der Genauigkeit eines Uhrwerkes und von einer Planmäßigkeit abgewickelt, die einem sicheren Willen gehorche. Der Militärkritiker der „Stampa" bezeichnet den Vormarsch der deutschen Panzerdivi- sionen und motorisierten Truppen zum Meere als eine strategische Operation, auf die der vom Genie Adolf Hitlers geleitete und beseelte deutsche Generalstab stolz sein könne, weil sie an Kühnheit und Großartigkeit in der Geschichte einzig dastehe. Der Militär-Sachverständige des „Gorriere della Sera" verweist auf die Folgen des deutschen Umfassungsmanövers, die katastrophal feien, und kommt zu dem Schluß, der französische Generalstab habe sich zu sehr auf einen Zermürbungs- und Belagerungskrieg hinter der Magiiiotlinie verlassen. Heute nütze diese Linie nichts mehr. Das französische Verteidigungssystem habe nur zur Opferung von zwei kleinen Staaten, Belgien und Holland, geführt, ohne Frankreich vor dem Angriff schützen zu können.
„Teuere" schreibt, auch das Wunder, an das per französische Ministerpräsident zu glauben scheine, werde Frankreich nicht retten. Reynaud habe er. klärt, zwei große Imperien könnten nicht geschlagen werden, und sie könnten nicht umkommen. Sie würden aber, so erklärt das italienische Blatt, trotzdem geschlagen werden, dafür beständen die verheißungsvollsten Aussichten. Sie würden in die- fern Kriege umkommen zu Gunsten einer gerech- teren Organisation der Welt.
Kreuzer Bombentreffer zu erzielen. Der Kreuzer wurde so schwer beschädigt, daß Hilfsschiffe der britischen Flotteneinheit versuchten, ihn nach Bodoe einzuschleppen. Die ständige Bedrohung der deutschen Luftwaffe aber verhinderte die Bergung. Der Kreuzer wurde deshalb auf eine Klippe gefetzt, um wenigstens die Besatzung zu retten. Der Verlust des Kreuzers ist also eine Folge des schweren Bombentreffers der deutschen Luftwaffe, er ist also nicht infolge ungenauer Seekarten auf eine Klipipe aufgelaufen, wie die britische Admiralität es hinzustellen versucht. Der Fall zeigt, in welcher vorsichtigen Form deutsche.Flieger ihre Meldungen über Bombentreffer auf britische Kriegsschiffe abfaffen.
Jagdgeschwader Lichthöfen meldet den 1OO Lufisieg.
Berlin, 22. Mai. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring erhielt am 20. 5. 1940 folgende telegraphische Meldung:
Paris und London über die Fortsetzung der Operationen. Zudem stellt die Gefangennahme General G i r a u d s , des Oberbefehlshabers der 9. Armee, einen schweren Schlag dar, da Giraud als der bekannteste Armeeführer, mit erweiterten Vollmachten ausgestattet, die Leitung im französischen Nordraum übernehmen sollte. Wie verlautet, soll sich auch General Gort, Oberbefehlshaber des britischen Expeditionskorps in Frankreich, in London befinden und nicht mehr auf den Kriegsschauplatz zurückkehren, da die britischen Truppen nur noch die Aufgabe haben, die Einschiffung und Rückkehr nach England zu decken und in größter Eile durchzuführen.
Mit welch unglaublicher Gelassenheit England seinen französischen Bundesgenossen jetzt seinem Schicksal in der deutschen Umzingelung an der Kanalküste überläßt, geht aus einer kaum an Zynismus zu überbietenden Auslassung in der „Time s" hervor. Ein Mitarbeiter der „Times" warnt davor, auf einen Erfolg einer britisch-französischen Gegenoffensive ajlzu große Hoffnungen zu setzen oder auf die Wiederholung eines Marnewunders zu warten. Die britische Regierung müsse sich hüten, das Schicksal der britischen Stteitkräfte mit dem Frankreichs zu verbinden. Die englische Luftwaffe könne die Lücke, die sich bei der französischen Luftwaffe zeige, nur in geringem Maße ausfüllen. Der Umstand, daß die englische Luftwaffe immer mehr die französische Luftwaffe unterstütze, bringe ernste Gefahren für Großbritannien.
Genf, 22. Mai. (Europapreß.) Nichts treffender zeigt die Londoner Nervosität, als daß eine Reihe von Ministern am Dienstag auf marschiert sind, um das englische Volk zu beruhigen und ihm Vertrauen einzuflößen. Duff-Cooper, der Jnformationsminister, der Arbeitsminister und der Minister für Kriegs- materialbefchaffung nahmen das Wort. Der erstere wandte sich an das englische Volk und gab einen sehr gequälten Lagebericht. Der englische Arbeits- minifter und der für Kriegsmaterialbeschaffung wandten sich an die britischen Arbeiter. Der Leitgedanke ihrer Ausführungen war Mehrarbeit und nochmals Mehrarbeit zur Erhöhung der Produktion. Die Stunde wäre kritisch.
König Georg empfing den britischen Oberbefehlshaber General Jronside im Buckingham- Palast. Die ungeregelten Befehlsoerhältnisse in Frankreich sollen im Mittelpunkt des. Berichtes gestanden haben, den General Jronside erftaitete. General Weygand ist mit der Leitung der g e - samten Kriegsoperationen auf allen Kriegsschauplätzen betraut worden. Diese Machtbefugnisse schließen an sich auch den Oberbefehl über das britische Expeditionskorps in Frankreich in sich, das auch dem Vorgänger Weygands, General Gamelin, unterstellt war. Infolge des deutschen Durchbruches und der Abriegelung der alliierten Streitkräfte nördlich von Amiens-^Abbeville stößt die Durchführung eines allgemeinen Kriegsplanes in Frankreich nicht nur auf technische Schwierigkeiten, sondern es bestehen a ich weitgehende Meinungsverschiedenheiten zwischen
„Herr Feldmarschall! Ich melde Ihnen als dem letzten Kommandeur des Jagdgeschwaders Richthofen, daß das junge Geschwader am 20.5. durch den Abschuß einer Bristol Blenheim durch Oberfeldwebel Machold seinen 10 0. Luftsieg errungen hat. Seit dem 9.5. hat das Geschwader 93 feindliche Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen und sechs am Boden zerstört. Eigene Verluste: Zwei vernichtet. Ich bitte, Oberfeldwebel Machold, dessen fünfter Abschuß es war, das E. K. I zu -verleihen.
Oberstleutnant von Bülow, Cornrnodore Jagdgeschwader Richthofen."
In Erwiderung dieser knappen Erfolgsmeldung beglückwünschte der Generalfeldmarschall den Com- modore des Jadgeschwaders Richthofen zu diesem stolzen Erfolg des Geschwaders. Hundert Luftsiege in zehn Tagen bei zwei eigenen Verlusten in erbitterten Luftkämpfen mit einem starken und zähen Gegner, das ist ein Erfolg, der sich würdig an die siegreichen unvergeßlichen Luftkämpfe des ersten Richthvfengeschwaders anreiht.
von hysterischen Dummköpfen oder Intriganten liege.
Der neue französische Innenminister, der Jude Mandel, hat den stellvertretenden Bürgermeister von Compiegne und den Polizeikommissar von Va- lenciennes abgesetzt. In zahlreichen Stadtvierteln von Paris haben die Massenoerhaftungen der Polizei einen noch größeren Umfand angenommen als in den letzten Tagen. Einige Lokale wurden von der Polizei umstellt. Die Anwesenden wurden streng untersucht, die Polizeimaßnahmen sind auch mit Rücksicht auf den Zustrom an Flüchtlingen verschärft worden. Das warme Wetter erleichtert einigermaßen das Los der Flüchtlinge, die im Freien übernachten müssen. Es fehlt an Betten, Matratzen, an Kleidern und Lebensrnitteln, vor allem für 'die Kinder. Verschiedene Hilfsausschüsse haben dringende Appelle an die Bevölkerung gerichtet, damit der schwersten Not abgeholfen werden könne. Der belgische Minister für die öffentliche Wohlfahrt, I a s p a r, ist in Paris eingetroffen und organisiert eine Hilfe für die belgischen Flüchtlinge, die nach mittelfranzösischen Departements gebracht werden sollen.
Heber die Verwirrung und die pessimistische Stimmung der aus Nordfrankreich in Paris ein« treffenden Flüchtlinge sowie ihre demoralisierende Wirkung auf die Pariser Bevölkerung gibt der Pariser Berichterstatter der Genfer Zeitung „Suisse" ein aufschlußreiches Bild. Der Beobachter berichtet von Eindrücken am Pariser Nordbahnhof: „Die Hitze ist drückend. Auf dem weiten Platz vor dem Bahnhof sieht alles sorgenvoll aus. Der Verkehr ist ungeheuer. Die Taxis kommen nur schrittweise vorwärts. Alle Terrassen der Cafss sind voll besetzt. Aber die Sonne vermag der Menge nicht die geringste Heiterkeit zu entlocken. Es gibt zu viele arme Menschen, die auf der Straße schlafen müssen, zugedeckt nur mit Kleiderbündeln. Hier am Nordbahnhof kommen die langen Evakuiertentransporte aus dem Norden Frankreichs an. Die große Bahnhofshalle ist für die Öffentlichkeit gesperrt, die Polizei hält die Neugierigen zurück. Ein strenger Kontrolldienst waltet seines Amtes. Rote-Kreuz-Stellen erwarten Verwundete und Kranke, die in die Pariser Krankenhäuser befördert werden. Vor dem Bahnhof stehen die Pariser Omnibusse, die die Evakuierten in Schulen und öffentliche Gebäude bringen sollen. In diesem unübersehbaren Durcheinander ertönt dann plötzlich gliegeraUrm, Die Sirenen rufen ein
Der Dienstag hat der deutschen Wehrmacht auf dem westlichen Kriegsschauplatz in zähen Kämpfen mit den sich überall hartnäckig zur Wehr setzenden ranzösisch-belgischen Armeen eine Ausweitung des Erfolges der großen Durchbruchs- und Umflam- merungsoperation gebracht. Während in Ostflandern der Feind an der Schelde noch erbittert Wider- tand leistet, um feinen Rückzug an die Küste zu decken, wovon in der Hauptsache natürlich die Engländer profitieren, die alle Hebel in Bewegung etzen, um ihre Ueberfahrt noch rechtzeitig zu bewerkstelligen, gelang es den deutschen Durchbruchsarmeen, weiter nach Nordwesten vorzustoßen und den Ring um die französisch-belgischen Heeresteile, die sich in den äußersten Nordzipfel Frankreichs zurückgedrängt sehen, immer enger zu ziehen. Dabei wurde über Arras und Abbeville hinaus die Richtung auf St. Pol, einem Städtchen 35 Kilometer nordwestlich von Arras, Knotenpunkt der Strecken Arras—Calais und Lille—Amiens, unb auf Montreuil für Mer, etwa 10 Kilometer aufwärts der Canche. eingeschlagen. Die Mitteilung des Oberkommandos der Wehrmacht läßt deutlich werden, daß der Gürtel, der die abgesprengten französisch - belgischen Armeen abschließt, schon eine Breite von annähernd 50 Kilometer haben muß. Von Montreuil sind es nur noch etwa 20 Kilometer bis Boulogne sur Mer, dem vielleicht wichtigsten der französischen Kanalhäfen, deren Anlagen sich unsere Luftwaffe in diesen Tagen besonders aufs Korn genommen hat, denn hier trifft ja das britische Expeditionskorps alle Anstalten zur Flucht auf die Schiffe, mit denen man sich vor den beut» fchern Bombern auf die heimatliche Insel retten zu können glaubt. Die „wackeren" Briten, die auch hiex wieder nach bewährtem Muster ihre auch in verzweifelter Lage immer noch überaus tapfer kämpfenden Verbündeten in Stich gelassen haben, dürfen überzeugt fein, daß die Geschwader der deutschen Luftwaffe ihnen dies Manöver so schwer wie nur irgend möglich machen werden.
Nach Besetzung Antwerpens und Vlissingens durch die deutschen Truppen ist die Scheldemündung für die Briten gesperrt. Es bleiben ihnen für ihre
Ser Wehrmachtsbericht vom Mttwoch.
Führer-Hauptquartier, 22. Mai. (DJIB.) las Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Der Durchbruch der deutschen Truppen zur ftanal- ufte wurde gestern auch nach Nordweslen in Rich- mg auf St Pol und Montreuil für Mer erweitert, ie Hafenanlagen von Ostende, Dünkirchen, Calais, oulogne und Dieppe sind von der deutschen Cuff- taffe wiederum erfolgreich angegriffen worden.
3n Flandern leistet der Feind zur Deckung seines ückzuges an der Schelde immer noch zähen Wider- and.
Bei Batenciennes ist der Angriff gegen die hier »sammengedrängten französischen Kräfte unter hart- äckigen Kämpfen im Gange. Versuche des Gegners, n Artois über Arras und westlich nach Süden aus- »brechen, wurden abgewiesen. Bei Arras trugen unker-Stuka-Flugzeuge zum Scheitern eines eng- eichen Panzerangrifses wesentlich bei.
Bei den am 19. Mai inZeeland abgeschlossenen ömpfen wurden von weit unterlegenen deutschen ruppen 1600 Franzosen und 13 000 Holländer g e - a n g e n genommen.
Die neuzeitlich ausgebaute starke Werkgruppe I e u f ch a t e a u der Festung Cüttich ist gefallen. ! Offiziere und 500 Mann fielen in unsere Hand.
Am 21. Mai war die deutsche Luftwaffe mit ^oßem Erfolg hauptsächlich zur Störung des feind- chen Rückzuges eingesetzt. Mehrere stark belegte 'dugplähe wurden außerdem mit Bomben angegriffen, Ftugplahanlagen und Flugzeuge am Boden rcffört. Die Bahnhöfe von Cornpiegne und Creil rennen.
Zn und vor den belgisch-französischen Häfen rour- )?n ein Kreuzer und 11 Handels- und Transportschiffe vernichtet, mehrere weitere Schiffe trschädigt.
Schnellboote der deutschen Kriegsmarine versenk- Irn bei einem Borstoß gegen die französischen l^nalhäsen einen feindlichen Hilfskreuzer.
Die Berluste des Gegners betrugen Aftern insgesamt 12 0 Flugzeuge, davon rout- len 35 im Cuftkampf, 14 durch Flak abgeschossen, ter Rest am Boden zerstört. 10 deutsche Flugzeuge oerben vermißt.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen am 20. Mai Kampfverbände der Cuftroaffe Ec i Narvik operierende Teile der britischen flotte an. Ein Schlachtschiff und ein schwerer Kreu
zet erhielten schwere Bombentreffer, cafoerbem wurden zwei weitere Kriegsschiffe und bei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt. 7ei erneutem Angriff am 21.Mai sind ein 3er- fl ö r er und ein Transporter schwergetroffen rorben.
3m Seegebiet von Bergen wurden fünf kleinere tisrwegische Kriegsfahrzeuge von eigenen Seeffreit- tbäften sichergestellt und in unsere Kriegsmarine IlbernommetL &
Die Kämpfe der Gruppe Narvik gegen weit überlegenen Feind dauern an. Die von Drontheim lisch Norden angreifenden Gebirgsjäger haben 400 Kilometer nördlich Drontheim M o und S t o r f o r s- hei genommen und zahlreiche dort operierende Norweger und Engländer gefangengenommen. Letztere wurden schon am 7. April in England ei. n g e s ch i f f t, zunächst nach Narvik und dann llich M o übergeführt.
3n der Nacht zum 22. Mai warfen feindliche Flug- puge über Westdeutschland planlos Bomben ab, die keift auf freies Gelände fielen. Militärische Anlagen frab nicht getroffen. Zwei feindliche Flugzeuge mürben durch Flak abgefchossen.
In sechs Tagen 342 Flugzeuge durch Flak abgefchossen!


