Die Zersprengung des britischen Konvois
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Der Kuliffenwechsel in Paris
Das Kabinett Reynaud stellt sich dem Parlament vor.
der bisherigen Regierungspolitik den Wind aus den Segeln zu nehmen, denen die bisherige Kriegführung Frankreichs jeder Initiative bar schien, die den „totalen" Krieg, den Krieg um jeden Preis forder-
PK. Die Engländer dürften sich damit abgefunden haben, daß auch die entferntesten Punkte ihres Jn-
Ditzse größere Abhängigkeit von England ist das wesentlichste Merkmal dieses Regierungswechsels in Frankreich. Vom deutschen Standpunkt aus können wir es nur begrüßen, daß die verantwortlichen Drahtzieher dieses Krieges immer mehr gezwungen werden, sich höchstpersönlich in die vorderste politische Linie zu stellen. Das macht die Dinge vollends klar. Und nichts kann uns lieber sein, als den Plutokraten selbst ins Gesicht zu schauen, denen der Freiheitskampf des nationalsozialistischen 'Deutschlands gilt. Dr. Fr. W. Lange.
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Dem neuen Kabinett gehören zwölf Mitglieder des bisherigen Kabinetts Daladier an, wovon etwa sechs auf die Radikal sozialistische Partei cntsallen Der beherrschende Einfluß der Radikal- sozialistischen Partei ist also nicht mehr so stark ausgeprägt wie in dem bisherigen Kabinett Da- lädier. Der stellvertretende Ministerpräsident Chau- temps, Kriegs Minister Daladier, der Senator Sar- raut, der das Erziehungsministerium übernommen hat, und der Kriegsmarineminister Campinchi sind die markantesten radikalsozialistischen Politiker in der neuen Regierung. Der bisherige Justizminister Vonnet, der bei Ausbruch des Krieges Außen- Minister gewesen war, hat seine Ministerlaufbahn leßt vorläufig beendet. Ebenso ist der bisherige Luft- sahrtminlster GuylaChambre ausgebootet worden, der ein besonderer Schützling Daladiers gewesen war.
ten. Ihnen war im Innern die Bekämpfung der Defaitisten zu lau, sie verlangten den offenen Bruch mit Rußland, sie träumten von abenteuerlichen Unternehmungen auf neuen Schlachtfeldern. Wo nun der Norden für ihre Kriegsausweitungspläne aüs- fällt, richten sich ihre Blicke nach dem Nahen Osten. Reynaud soll nun ihre Wünsche nach Aktivierung des Krieges erfüllen, und es ist gewiß kein Zweifel,
Oie Karwoche der Demokratien.
Dem österlichen Großreinemachen in der Natur, wo die Reste einer schier terroristischen Winterherrschaft beseitigt werden, gesellt sich in diesem Kriegs» jahre ein Großreinemachen in Europa: der kapitalistischen Diktatur eines politisch überalterten England, seiner anmaßenden Bevormundung unseres Erdteiles und feiner systematischen Friedensstörung ist endgültiger Kampf angesagt, nachdem dieses England die große Friedensaktion von München mit der Einkreisung Deutschlands und der Erklärung des Kriegszustandes beantwortet hat.
Wie hatte die Osterzeit für dieses England und seinen französischen Kumpan Frankreich ausgesehen? Wir zitieren die „Daily Mail" vom vergangenen Montag: „Dieses Frühjahr hat bereits mit einer bedauerlichen diplomatischen Niederlage begonnen — Finnland. Unser Prestige hat gelitten. Das Echo aus den kleinen neutralen Staaten ist absolut ungünstig. Während der Feind handelt, zögern die Alliierten und zeigen eine chronische Unfähigkeit, ihre Unternehmen, wie z. B. in Polen und Finnland, durchzu- führen... Wir sind n.cht nur auf diplomatischem, sondern auch auf militärischem Gebiet in der Defensive."
Dies, in einem konservativen Blatt von der Größe und dem Einfluß wie der „Daily Mail", ist die völlig neue Sprache einer Presse, die sich bisher in Großmäuligkeiten und unverschämten Lügen gar nicht genug tun konnte. Und diese Sprache, ergänzt durch ähnliche Depressionsäußerungen in anderen führenden Blättern Englands und Frankreichs,
Trotz schwerster Beschießung zurückgekehrt
Vermißtes deutsches Klugzeug meldet Versenkung von weiteren 6000 Tonnen.
Paul Reynauds gehört in erster Linie Winston Churchill, der schon, als er noch nicht Erster Lord der Admiralität war, bei seinen häufigen Besuchen in Paris regelmäßig mit Reynaud und Mandel Zusammengetroffen ist. Bekannt sind außer- dem die starken Bindungen, die zwischen Paul Rey- naud und jüdischen F i n a n z k r e i s e n be- stehen. Paul Reynaud ist eng befreundet mit dem Multimillionär und Getreidegroßhändler Louis Louis-Dreyfuß, der dem Senat angehört. Er war weiterhin engbefreundet mit dem Amsterdamer jüdischen Bankier Mannheimer, der im vergangenen Jahr Selbstmord verübt hat und der französischen Regierung bei der Konvertierung von nchatzscheinen große Dienste geleistet hatte. Die „Action Fran^aise" hat wegen aller dieser Dinge Paul Reynaud bereits heftig angegriffen und ihm auch feine Wirtschaftstätigkeit zum Vorwurf ge- macht. Denn Reynaud :st auch Mitinhaber eines Warenhauses in Mexiko. Die Ausführungen der „Action Frangarse" sind jedoch zum größten Teil von der Zensur gestrichen worden. Besonders bezeichnend ist, daß Reynaud das Außenministerium elbst übernommen hat, eine Tatsache, die in Paris Überraschung ausgelöst hat. Denn Reynaud kann nicht gerade als Spezialist auf oem Gebiet der Außenpolitik bezeichnet werden. Um so leichter wird England seine Absichten in Paris durchsetzen tonnen.
t ®r..?.rVe(' März. (Europapreß.) Das neue französische Kabinett, das Donnerstag mittag unter Paul Reynaud gebildet wurde, setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsidium und Auswär- tiges: Reynaud; Nationale Verteidigung: D a • lädier; Vizepräsident des Kabinetts: Chau- temps; Kriegsmarine: Campinchi; Luftfahrt: La ur ent-Eynac; Rüstungen: Dautry; Justiz: Serol; Finanzen: Lamoureux; Inneres: Henry Roy; Handel: Louis R o l l i n; Kolonien: Mandel; Erziehung: S a rr a u t; Landwirtschaft: Queuille; Blockade: Monn et; Oeffentliche Ar- beiten: de Monzie; Arbeltsministerium: Po- mar e t; Propagandaministerium: Frofsard- Handelsmarine: Rio; Oeffentliche Gesundheit: Hä- raud; Pensionen: Reviere; Unterstaatssekre- tare: Mimsterpräsidium: Raymond Vidal; Aus- wärtiges: Champetier de Ribes; Inneres: Jacquinot; Krieg: Hippolyte Ducos; Finow Zen: La niel; Elsaß-Lotbringen: Schuman; Kriegsmarine: Blancho, Ardeit: Albertin.
Innerhalb des neuen Kabinetts ist ein Kriegs- Komitee gebildet worden, das sich aus dem Ministerpräsidenten, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten, den Ministern der Verteidigung, dem Kolonialminister, dem Finanzminister und dem Blockademinister zusammengesetzt. Dieses Kriegs- Komitee soll dreimal in der Woche unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Reynaud zusammentreten. Außerdem ist ein interministerielles wirt» schaftliches Komitee gebildet worden, das aus dem Finanzminister und den für Wirtschaftslagen zuständigen Ministern besteht und das
neue Ministerpräsident Paul Reynaud, den sich Frankreich zur Aktivierung seiner Kriegspolitik gegeben hat, isteinerdereifrigstenEng- land freunde den das Parlament in seinen Reihen hat. Paul Reynaud übt seinen Einfluß in Mer Richtung zumeist in Gemeinschaft mit dem jüdischen Kolonialminister Mandel oha n-.it
Mit der Bildung eines engeren Kriegskabinetts I daß er olles daransetzen wird, den Dernichtungs» nach britischem Muster sucht Reynaud den Kritikern | willen in Frankreich zu steigern und damit dem v" ------------,:i:e 013Willen seiner britischen Auftraggeber nachzukommen.
(P K.) In dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht wurde als neuer großer Erfolg unserer Luftwaffe die Versenkung von neun Schiffen mit etwa 42 000 Tonnen aus einem Geleitzug gemeldet. Nur ein einziges Flugzeug wurde vermißt. Dieses Flugzeug ist trotz schwerster Beschießung an die deutsche Küste zurückgekehrt und konnte dieVersenkungeinesweiteren Dampfers aus dem Geleitzug mit 6000 Tonnen melden. Em Mann der Flugzeugbesatzung erzählt:
„Wir erhielten Befehl zum Start nach der englischen Küste mit der Ausgabe, einen englischen Geleitzug anzugreifen. Begeistert von der bevorstehen» den Arbeit kletterten wir gegen 15 Uhr in unsere Kiste. Gleichmäßig brummen die Motoren: Kurs Scapa Flow! Der Bordwart zieht plötzlich ein schiefes Gesicht: der rechte Motor stuckert. Sollen wir umkehren? Nein, weiter geht's. Er wird hoffentlich noch klar werden. Und er wird es auch. Gegen 19 Uhr sichten wir in der Höhe von Scapa Flow einen großen Geleitzug, gesichert von einigen Kreuzern und Torpedobooten. Ein fetter Brocken. Wir fliegen den Geleitzug an. Die rechts- außen fahrenden Schiffe sind absprachegemäß für uns „reserviert". Der erste ist nur ein kleiner Pott, der zweite schon besser, aber der dritte ein ganz großer Brocken. Auf ihn! Ueberall knallt es schon, und dann ganz ruhig: der Beobachter zieht den Bombenabzug. Zwei Bomben sausen in die Tiefe, schlagen Steuerbord und Backbord auf dem Schiff ein, und ein Blick überzeugt davon — es genügt.
Plötzlich klickert und knattert es in der ganzen Kiste: der Tommy! Einer links, einer rechts und zwei von hinten. Alle Rohre der Spitfire-Ma- schinen feuern. Ueberall knistert und splittert es. Wir haben hinterher eine Unzahlvon Einschlä» gen festgestellt. Auch ein Beweis für die Güte unserer Flugzeuge. Die einzige Möglichkeit einer Rettung ist die Wolkendecke. 300 Meter höher Steil zieht der Flugzeugführer die Maschine hoch. Der Bordfunker, der das Heckmaschinengewehr bedient, sinkt vornüber. Kopfschuß. Bordwart und Beobachter bemühen sich, ihn aus seinem Sitz zu ziehen, um das MG. wieder besetzen zu können.
selreiches vor überraschenden Zugriffen durch die deutsche Luftwaffe nicht mehr geschützt sind. Da Handelsschiffe trotz ihrer Bestückung nicht allein den Angriff abwehren können, mußten starke E i n h e i t en der britischen Kriegsflotte von ihren eigentlichen Aufgaben abge- zweigt werden, um die Handelsschiffe mit einiger Sicherheit an ihre Bestimmungsorte zu bringen. Auch die geschickte Auswahl der Sammelpunkte und die Ausnutzung einer Wetterlage, die für Fliegerangriffe keinesfalls gegeben erscheint, schützen die Briten nicht vor unangenehmen Ueberraschungen.
Die deutschen Aufklärer, denen auf ihren täglichen Erkundungsflügen kaum eine Bewegung des Geg- ^ht, hatten festgestellt, daß ein grö- Geleitzug sich im Anmarsch an v ' i 6 stkusie befand. Dank der Genauigkeit ihrer Beobachtung war es nur wenige Stunden später eingesetzten Kampfverbänden möglich, den Geleitzug trotz der schlechten Sicht sehr bald aufzuspüren. Als unsere Maschinen das angegebene Planquadrat erreicht hatten, war ein wesentlicher Teil der "Arbeit durch die vor uns gestarteten Ketten bereits getan. Oben im Norden mehr als 7 0 0 Kilometer von Deutschland entfernt, wurden innerhalb weniger Minuten die von zwei oder drei Schlachtkreuzern, mehreren Zerstörern und einer großen Zahl von Torpedobooten begleiteten etwa 40 Handelsdampfer durch unsere Kampfverbände auseinanderge»
wenigstens einmal wöchentlich unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten zusammentreten wird. Die neue Regierung war am Freitagoormittag im Elyse-Palast zu einem Kabinettsrat zusammenge- freten. Daran schloß sich ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Lebrun, der nur kurze Zeit dauerte. Dann wurde vom Innenminister Roy ein Kommunique für die Presse verlesen, das besagt, der Ministerrat habe einstimmig die vom Minsterpräsidenten bekanntgegebene R e - gierungserflärung gebilligt. Sie wurde am Freitagnachmittaa in der Kammer vom Ministerpräsidenten verlesen. Im Senat wurde sie von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Chautemps bekanntgegeben. Die Kammer nahm das Vertrauensvotum für die Regierung Reynaud mit 268 gegen 156 Stimmen bei 111 Stimmenthal, tungen an. Das Kabinett trat dann in einer mehrstündigen Sitzung zusammen und beschloß im Amt zu blechen. Nachdem sich der Kurs der französischen Kriegshetzer von Daladier zu Reynaud verschärft hatte, scheint sich damit eine weitere Verschärfung anzubahnen, da für einen großen Teil der Abgeordneten das Kabinett Reynaud noch nicht scharf genug ist. 71
Gerade ist die Wolke erreicht. Mit verbissenem Gesicht starrt der Flugzeugführer auf das Kühl- wasserthermometer des rechten Motors: 120 Gradl Wahrscheinlich ist das Kühlwasser durch Treffer ausgelaufen. Noch einige Sekunden, dann steht der Motor still. Wir sehen uns stumm an. Die Maschine „schmiert" ab und nähert sich mit größter Geschwindigkeit dem Meer. In letzter Sekunde gelingt es noch, die Maschine abzu- fangen. Gerade noch 80 Meter über dem Meer Was tun? Aussteigen? Kommt nicht in Frage! „Lieber mit der Kiste absaufen, als zum Tommy", schreit der Feldwebel.
Nun merkt der Flugzeugführer, daß auch das Sei ten steuer klemmt. Mit der Kraft seines ganzen Körpers stemmt er beide Füße gegen das Pedal des Seitensteuers. Der Tommy ist verschwunden. Aber kommen wir so noch weiter? Es muß gehen. Reicht der Brennstoff? Die Brennstoffleitung eines Reservetanks ist durchschossen. Zwei andere Tanks fing noch heil. Aber die Brennstoffpumpe ist ausgefallen. Die Handpumpe wird probiert — Hurra! rufen wir, als wären mir gerettet.
Der rechte Motor arbeitet wieder auf höchster Tourenzahl. Alles Entbehrliche, darunter Maschinengewehre und Munition, wird über Bord geworfen. Um 23 Uhr müßten wir an die deutsche Küste kom- men. Es ist bereits 23.15 Uhr. Nichts in Sicht. Eine Viertel,» eine halbe Stunde vergeht, immer noch nichts. Sind wir abgetrieben? Der rot glühende Auspuff wird immer heller, wird weißglühend. Da leuchten Scheinwerfer auf, und jetzt erkennen wir Helgoland.
Ein Küstenscheinwerfer blendet auf. Erkennungs- signal und Notsignal hinterher. Mit letzter Anstrengung wird dem Seitensteuer eine riesengroße Schleife abgetrotzt. Der Scheinwerferführer strahlt das Watt vor dem Flugzeug an. 20 Meter Höhe und jetzt: Hinein ins Watt. Einen tollen Schlag hat es gegeben. Dann holen wir tief Atem. Stocksteif und schwer klettern wir aus der Maschine. Mit herbeigeeilten Mannschaften bergen wir bis zum Morgengrauen die brave Maschine. Dann melden wir: „Geleitzug angegriffen, Schiff mit 6—7000 Tonnen versenkt!" Hans Dietrich.
Regierungen vorwiegend als Kriegsminister angehört hat, bildete am 31. Januar 1933 sein erstes Kabinett, wurde jedoch im Oktober des gleichen Jahres gestürzt. Sein zweites Kabinett tarn im Februar 1934 bei der allgemeinen Erregung über die Straßenunruhen in Paris, eine Folge der heftigen innerpolitischen Auseinandersetzungen über den Stawisky-Skandal schon nach wenigen Tagen zu Fall. Daladier löste dann seinen Konkurrenten Herriot im Vorsitz der Radikalsozialen Partei ab und führte diese in die Volksfront, in deren Regierungen er wieder Kriegsminister wurde. Nachdem die Volksfront gründlich abgewirtschaftet hatte, bildete Daladier am 10. April 1938 sein drittes Kabinett, das innenpolitisch das Volksfrontexperiment liquidierte, außenpolitisch die enge Anlehnung an England suchte und fand. Unter dem entschei- denden Einfluß Englands wurde Daladier der Ministerpräsident, mit dessen Tätigkeit die schwersten außenpolitischen Versager Frankreichs in den letzten Jahren verbunden sind. Es fei nur erinnert an die französische Hilfsstellung für die Roten im spanischen Bürgerkrieg, an die Verschärfung des Verhältnisses zu Italien nach dem Abessinienfeldzug, wozu Daladier persönlich auf seiner Reise nach Korsika und Tunis durch aggressive Reden erheblich beigetragen hat, an die Rückenstärkung der Benesch-Tschechei, an die mit dem englischen Bundesgenossen gemeinsame Abfuhr bei dem monatelangen Werben um ein Militärbündnis mit Mos- kap hn Sommer vergangenen Jahres, schließlich an die schweren Rückschläge des französischen Prestiges bei der nicht einmal versuchten Unterstützung Polens und Finnlands. Daß Frankreich unter Daladier auch noch Englands Politik im Nahen Orient mit der rechtswidrigen Verschache- rung des Sandschak an die Türkei bezahlte, gehört auch zu dem Ergebnis dieser ganz auf die Inter- essen des britischen Empire ausgerichteten französischen Außenpolitik. In der Septemberkrisis 1938 entschieden sich zwar Daladier und sein Außenminister Bonnet für die Politik von München und unterschrieben noch am 6. Dezember die deutsch- französische Erklärung, die einen Krieg zwischen beiden Nachbarn für immer ausschließen sollte. Aber der gleiche Daladier, der mit der Erklärung nach München gegangen war: ,Hch bin aus der Jagd nach dem Frieden", verschrieb sich ein halbes Jahr
später vorbehaltlos der englischen Kriegspolitik. So wird Daladiers Name für alle Zeiten damit belastet bleiben, daß er die entscheidende Stunde verkannt hat, in der Frankreich zu seiner wirklichen Aufgabe im Kreise der europäischen Nationen hätte heranreifen können, statt den törichten Versuch zu unternehmen, wieder ihren Vormund zu spielen. So hat Daladier nicht die für Frankreich einzigartig« Chance einer wahrhaften Verständigung mit Deutschland begriffen, er hat statt dessen Frankreich in einen Krieg geführt, ohne eine Vorstellung davon zu haben, welche verhängnisvollen Schwierigkeiten er für das französische Volk mit sich bringen mußte.
Paul Reynaud, bisher Finanzminister im Kabinett Daladier, soll nun diese Schwierigkeiten meistem. Mit ihm tritt ein Mann an die Spitze der französischen Regierung und damit in das grelle Rampenlicht der politischen Bühne, der bisher chon im Kabinett Daladier sich als radikalster Kriegstreiber und ausgesprochener Exponent der britischen Interessen betätigt hat. Reynaud war es, der im vergangenen Jahr Daladier davon überzeugt hat, daß die Polenkrisis zum Ausgangspunkt für den ersehnten Vernichtungskrieg gegen das verhaßte nationalsozialistische Deutschland werden müsse. Und nach Ausbruch des Krieges ist es wie- der Reynaud gewesen, der als Finanzminister in feinem speziellen Ressort die engste Zusammenarbeit mit dem britischen Bundesgenossen hergestellt hat. Wenn man Daladier zubilligen mußte, daß er ein Mann des Volkes war, der besonders in Südfrankreich die Verbindung zur Provinz stets aufrechterhalten hat, so ist sein Nachfolger Reynaud der Typ des Pariser Advokaten, der ausschließlich die Interessen des französischen Großkapitals vertritt und daher auch in der Londoner City persona gratissima ist. Wie seine Steuerpolitik die Hochfinanz und Großindustrie zu schonen suchte und den kleinen Sparern des Mittelstandes die Hauptlasten des Krieges aufbürdete, wie er deshalb auch stets eine Inflation befürwortet hat, so ließ er sich auch herbei, in den Wirtschaftsverhandlungen mit England die Interessen Frankreichs den englischen Forderungen auf äußersten Einsatz der französischen Wirtschaftskraft für den Krieg skrupellos unterzuordnen. Mit Paul Reynaud, der übrigens während des Abessinienfeldzuges sich als eifriger Anhänger der Sanktionen gegen Italien hervorgetan und in den letzten Monaten ebenso stürmisch den Krieg gegen Rußland gefordert hat, hat England den denkbar willfährigsten Helfershelfer feiner Kriegspolitik an die leitende Stellung in Paris bugsiert.
rissen und in etwa zwei gleich große Gruppen gesprengt.
lieber beide Züge des Konvois brausten unter vorsichtiger Ausnutzung der sehr tief hängenden Wolkendecke unsere Flugzeuge, die ihre Angriffe in niedriger Höhe in unmittelbarem Feuerbereich, vor allem der leichteren Abwehrgeschütze, fliegen mußten. Im Feuerbereich der Flakkreuzer führte die deutsche Besatzung ihre Bombenabwürfe durch. Einige Dampfer wurden dabei so schwer getroffen, daß sie als verloren gelten können. Weitere trugen erhebliche Beschädigungen davon oder gerieten in Brand.
Während des Angriffes, der länger als eine Stunde dauerte, durchfurchten die Zerstörer und Torpedoboote in rasender Fahrt die See, um an den schwächsten Punkten ihrer Schutzverbände eingreifen zu können. Doch weder das starke Abwehrfeuer noch das Erscheinen her wahrscheinlich durch Fischerboote alarmierten englischen Jagdeinheiten vermochten unsere Besatzungen von der Erfüllung ihrer Aufgaben zurückzuhalten. Einige Flugzeuge hatten heftige Luftkämpfe mit den Jägern zu bestehen, wobei als einziges Opfer dieses Einsatzes ein deutscher Funker den Heldentod starb. Erst als eine weitere Verschlechterung der Wetterlage durch das Aufziehen einer Front von kaum mehr als 20 Meter hochhängenden Wolken und herein- brechende Dunkelheit weitere Erfolge unmöglich erscheinen ließen, wurde die Unternehmung beendet.
Fritz Dettmann.
Dieser Eindruck verstärkt sich noch bei einem Blick auf die Liste der Mitarbeiter, die Reynaud sich koren hat. Sie weist gegenüber dem Kabinett Da— hier nur geringe Veränderungen auf. Die parlamentarische Plattform der Regierung hat sich durch die Hineinnahme dreier sozialistischen Minister (Sero! für Justiz, Monnet für Blockade und Riviöre für Pensionen) nach links verbreitert, aber davon abgesehen ist das neue Kabinett auch feiner Zu- fammenfetzuna nach nichts anderes als es die Re- gierung Daladiers war. Daladier selbst behält das Ministerium der Landesverteidigung, das er mit geringen Unterbrechungen bereits seit 1932 inne» hat. Im übrigen ist es bezeichnend, daß die besonderen Scharfmacher der alten Regierung in ihren Aemtern geblieben sind, neben dem Korsen Campinchi, der sich durch feine fanatischen Hetzreden gegen Italien und Deutschland einen Namen gemacht hat, als Marineminister vor allem Man - del im Kolonialministerium. Mandel, hinter dem sich der Jude Rothschild verbirgt, hat schon als Privatsekretär des alten Clemenceau den Deutschenhaß gleichsam an der Quelle studiert. Auch er hat stets der engsten Anlehnung an England das Wort geredet und sich nicht gescheut, vor einigen Tagen erst mit dem britischen Kolonialminister Macdonald eine Vereinbarung zu treffen, die die französischen Kolonien stärker als bisher in den Dienst der Kriegswirtschaft stellen soll. Zu diesen prononzierten Vernichtungsstrategen der Rechten stößt nun von links der neue Propagandamimster Frossard. Auch er ein Jude wie Mandel, der im Frühjahr 1938 schon einmal Propagandaminister im Vierwochenkabinett seines Rasseqenossen L6on Blum war, damals jedoch keinerlei Wirkungsmöglichkeit hatte. Ob er diesmal glücklicher sein wird, ist höchst zweifelhaft, nachdem schon sein Vorgänger, der bekannte Schriftsteller Jean Gireaudoux, mit seiner völlig verfehlten Propaganda Frankreichs Prestige in Der Welt kläglich heruntergewirtschaftet hat, ohne die innerpolitische Vertrauenskrisis hin- dem zu können, die nun zu dem Regierungswechsel geführt hat.
klingt gerade in dem Zeitpunkt auf, der in aller Welt als Auftakt au einer vielleicht epochalen Wende in den Schicksalen und Wirrnissen Europas angesehen wird. Ist der Hochmut der Kriegsverbre- cher schon so weit angekränkelt, daß man dort gerade jetzt kleinlaute Worte führt, jetzt, wo sich das volle Schwergewicht des Kampfes überhaupt erst anzukündigen beginnt?
. Aber selbst die resignierte Bilanz der „Daily Mail" trifft bei aller ungewohnten Offenherzigkeit bei weitem nicht den Emst der Situation der Osterzeit 1940. Diese ist für die kriegsschuldigen westlichen Demokratien vielmehr gekennzeichnet durch die Tat- sache einer regelrechten politischen Karwoche. Das Wort „Kar" kommt vom althochdeutschen „karen" = klagen, trauern. Nun, die politische Karwoche der Westmächte war eine ausgesprochene Woche der Trauer um Mißerfolge und böse Schicksalsschläge für sie: unter dem Aufsehen der ganzen politischen Welt reifte des Reiches Außenminister nach Rom, Anzeichen schwerwiegender kommender Ereignisse; noch während seiner Rückreise fuhr die Unterzeich- nung des russisch-finnischen Friedens wie ein Wetter» strahl in die Kriegsausweitungspläne der West- möchte, mitten hinein in bas englische Flottenhelig- tum, in Scapa Flow, krachten die Bombenserien der deutschen Luftwaffe, setzten ein halbes Dutzend Grogkampfschifse außer Gefecht und zerfetzten bas militärische Ansehen Englands derart, daß man selbst drüben in Amerika offen erklärte, noch niemals sei England so schwach gewesen; und schließlich wurde die Spannung, die durch die Ribbentrop- Reise ausgelöst worden war, noch weit Überboten durch die Zusammenkunft des Führers mit dem Duce auf dem Brenner, wo zwischen den beiden Männern und ihren Mitarbeitern in knapp drei Stunden alles Nötige zur gegenwärtigen Lage besprochen wurde.
Wir geben zu, das ist reichlich viel auf einmal an Niederlagen und Rückschlägen selbst für eine po-
®ine Kettie von Parteien rechts und links der liaDlkalfozialisten find in der Regierung Reynoud vertreten, jedoch durchweg nicht durch bekannte Poli- tiker. Wenn von den Sozialisten Lson Blum nicht m das Kabinett aufgenommen worden rft, dann ist Dos wahrscheinlich auf den Einspruch der rechtsstehenden Republikanischen Föderation zurüazu- fuhren, die sich schon vorher in entschiedenster Mische» JbÄÄjferBmTO mit Em I H N' durch bi.
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