Ausgabe 
23.3.1940
 
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Samstag, 23. / Sonntag, 24. Mär; MO

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Ion Daladier zu Aehnaud

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Berlin, 21.März. (DNB.) Das OKW. gibt be­kannt: An der Westfront zwischen Mosel und

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Glauben heißt Sieg!

Eine militärische Osterbetrachtung.

Von Oberstleuinant a. D. Erhard Wegeli.

Aus britischem Geleiizug 42000 SM. versenkt.

Wehrmachtsbericht vom Donnerstag.

Druck und Verlag: vrühlsche Umverfitatrdruckerei 8. Lange

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Berlin, 22. März. (DNB.) Einer der Teil­nehmer an einer Fahrt ausländischer Pressevertreter nach Sylt, die dort Ge­legenheit hatten, zu sehen, wie erfolglos der eng­lische Angriff geblieben war und daß die englischen Behauptungen in keiner Weise der Wahrheit ent­sprechen, schilderte sachlich und nüchtern, was er auf der Insel Sylt gesehen hatte.

Wir sind, so erzählte er, mit der Eisenbahn über den Hindenburgdamm bis nach Westerland gefahren. Am Hindenburgdamm war keine Spur' von Beschädigungen zu sehen. Die Fahrt über den Hindenburgdamm ging langsam vor sich und Pressevertreter hatten Gelegenheit aus­zusteigen, um sich selbst davon zu überzeugen, daß nichts von Beschädigungen zu sehen war. Ich habe aufgepaßt und nichts gesehen.

Bon Westerland ging es dann nach Hörnum. Zunächst haben wir den schlimmsten T r e f f e r gesehen, das Lazarett, das von einer mittelschweren Bombe getroffen war. Das Dach war durch die Explosion der Bombe schwer beschä­digt. Der diensthabende Arzt erzählte mir, daß er gerade in der Empfangshalle stand, als die Bombe einschlug. Er hat sich darauf in den Luftschutzkeller begeben, wo die in dem Lazarett liegenden Patien­ten bereits untergebracht waren, so daß auch von ihnen keiner verletzt worden ist. Im Opera­tionszimmer war nur eine große Fensterscheibe ent­zwei, sonst war hier und in anderen Räumen keine Belchädigung zu sehen, Wir gingen

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Pfälzerwald örtliche Artillerie- und Spähtrupptätig­keit.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 20.7Närz gegen Abend einen durch Kreuzer, Zer­störer und Flugzeuge stark gesicherten britischen Geleitzug in der höhe von Scapa Flow sowie ein bewaffnetes Handelsschiff im Englischen Kanal erfolgreich an. Der Geleitzug wurde zersprengt. Neun Kriegs- und Handelsschiffe mit einer Gesamt­tonnage von zirka 42 000 Tonnen sind versenkt worden. Zwei weitere Handelsschiffe mit einer Ge- samttonnage von zirka 11 000 Tonnen wurden schwer getroffen, eines der feindlichen Flug­zeuge im Luftkampf abgeschossen. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt.

Am Vormittag des 20. März wurden einzelne bri­tische Aufklärungsflugzeuge in der Nähe der off- uni) nordfriesischen Inseln gesichtet und von der deutschen Abwehr abgewiesen. Die Verluste der britischen Fliegertruppe bei ihren Angrisfsversuchen gegen die Insel Sylt in der Nacht vom 19. zum 20. März haben sich nach den abschließenden Fest­stellungen auf drei Flugzeuge erhöht.

in den Restaurants des Hotels, das die Pressever­treter besuchten, war Hochbetrieb.

Wenn man diese nüchternen Feststellungen des ausländischen Pressevertreters hört, dann tritt die Verlogenheit der britischen Behauptungen um so klarer zutage, hatten doch die Engländer behauptet, ein Munitionsdepot sei getroffen worden, die ganze Insel habe in Brand gestanden, hohe Flammen seien emporgestiegen und der hindenburgdamm sei zer­stört worden. Wie schnell haben sich die Sieges­meldungen desfliegenden Löwen" wieder als das erwiesen, was sie sind: erbärmliche Lügen.

*

Der Londoner Nachrichtendienst, der mit unver­hohlener Schadenfreude festgestellt hatte, daß aus­ländischen Journalisten durch die deutschen Behör­den der Wunsch versagt worden war, die von der britischen Luftwaffeschwer beschädigten" militä­rischen Anlagen auf der Insel Sylt zu besichtigen! woraus die Richtigkeit der englischen Behaup­tung hergeleitet wurde sah sich nun vor der peinlichen Aufgabe, seinen Hörern schonend beizu­bringen, daß eine solche Besichtigung dennoch stattgefunden hat. Die Berliner Korrespon­denten der drei großen amerikanischen Nachrichten­büros, Associated Preß, Untied Preß und INS. sowie derNew Port Times" hatten neben anderen ausländischen Journalisten Gelegenheit, dieriesen­haften Erfolge" des sechsstündigen Angriffes zu sehen. Wir sind wirklich gespannt, wie sich nun London herausreden wird. Dürfen wir uns int übrigen die bescheidene Frage erlauben, welchen neutralen Journalisten Herr Churchill unmittel­bar nach dem deutschen Angriff auf S ck a p a Flow die unversehrte und von keiner deutschen Bombe getroffene Homefleet vorgefuhrt hat. Sie ist doch völlig unbeschädigt, oder ...?

Bomben fielen ins Meer und in die Dünen."

N e u y 0 r k, 22. März. (DNB.) In einem Berichk des Associoted-Preß-Korrespondenten Stein köpf aus Hörnum heißt es: Auf der Fahrt über den sechs Meilen langen hindenburgdamm, auf den! der langsam fahrende Zug öfter anhielt, konnten wir keine Anzeichen einer Beschädi­gung der strategischen Kleinbahn erkennen, die bie Lebensader Sylts ist. Die Sanddünen im Südende der Insel waren mit britischen Bomben bestreut, und Zivilisten und Soldaten unter­suchten wißbegierig die Krater. Wir konnten keinS Anzeichen sehen, daß irgendein Hangar direkt ge­troffen wurde. Eine Brandbombe fiel auf einen großen Stahlkran, aber die Bombe sprühte nach der eisernen Plattform. Explosionen in der Nähe des Hangars zerbrachen Fenster, und ins Meer fallende Bomben wirbelten große Eisschollen auf. In dem Krankenhaus wurden alle gerettet, aber das Dach flog auf und die Wände bekamen Riffe. Das einzige ändere Gebäude, das ausgedehnte Beschädigung äufwies, war ein Kleinbauwerk« worin Zielscheiben aufbewahrt wurden.

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Oie Wahrheit über Sylt

Ausländische Journalisten berichten über ihre Feststellungen an Ort und Stelle

Oie Ausbreitung und der Sieg des Christentums ür das Heidentum beruhte auf dem felsenfesten Gauben an die göttliche Sendung des Heilands, ci em Glauben, für den eine anfangs kleine Schar via Männern und Frauen sich mit Gut und Blut, aich mit dem Opfer ihres Lebens einsetzte und der. Mit dem Bibelwort zu sprechen, Berge zu ver- se en zu vermochte. Der Glaube und mit ihm die uiermüdliche Arbeit für das, was sie als richtig ci annten, beseelte alle großen Männer der Ge­suchte, seien es Staatsmänner, Herrscher, Erfin- dl', Heroen des Geistes, und brachte ihnen Erfolg

Zn drei Tagen über 32000 Tonnen versenkt

Oer Wehrmachtsbericht vom Freitag.

B e r l i n, 22. Wär;. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen keine be­sonderen Ereignisse. Die Luftwaffe klärte trotz un­günstiger Wetterlage bis in die nördliche Nordsee auf.

Die Unternehmungen unserer Seestreitkräfte i m Handelskrieg waren weiterhin erfolgreich. 3m Verlauf allein von drei Tagen wurden 32 694 BrL feindlichen und dem Feinde nutzbaren handels- fchiffsraumes versenkt.

*

Diese Versenkungsziffern beziehen sich auf Er­folge unserer S e e st r e i t k r ä f t e und dürfen nicht mit den 42 000 Tonnen verwechselt oder zusammen­gefaßt werden, die das Opfer der Angriffe unserer Luftwaffe geworden sind.

? rnsvrechanschluk 2251 Dabtanichrift:Anzeiger" ÄMcheckll6s6Frankf.M.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhrdes Bormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstanelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/ome6t Ermäßigte Grundpreise Bäoeranzeigen

und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.

dann zu den Radiotürmen. Etwa 7 Meter von dem einen Turm entfernt befand sich ein etwa 5 Meter breiter und 2,5 Meter tiefer Bomben- trichter. Diese Bombe hatte aber an dem Radio­turm keinen äußerlich sichtbaren Schaden angerich­tet. Nur eine in der Nähe stehende Scheune, die sehr leicht gebaut war, ziemlich zerstört.

Die Pressevertreter hatten dann Gelegenheit, d i e Flugzeughallen selbst von innen und außen zu besichtigen. In der Nähe einer Halle ist ein Bombentrichter zu sehen, der anscheinend von einer ziemlich kleinen Bombe herrührt. Auf dieser Seite der Halle waren natürlich die Fenster zu Bruch ge­gangen und auch die Außenwand durch Splitter be­schädigt. An der zweiten Halle dagegen war gar nichts zu merken. Die Flugzeuge standen drin­nen und auch draußen und, soweit ich sehen konnte, war alles vollkommen normal. Ein großer h e b e k r a n wurde von kleineren Brandbomben getroffen, diese haben aber keinen Schaden angerich­tet. Eine Brandbombe hatte auch eine kleine Muni- tion stifte getroffen. Sie riß in den Deckel ein Loch von 3 bis 4 cm Durchmesser und fing dann an zu brennen. Soldaten haben die Munition kaltblütig entfernt, so daß nichts passiert ist. Ich habe etwa 20 solcher ausgebrannter Brandbomben gesehen. So­weit ich feststellen konnte, haben sie nirgends in Hörnum größeren Schaden verursacht. Im übrigen berichtete der Pressevertreter noch, daß das Leben aus der Insel völlig normal war. In Westerland pulsierte das Leben aus den Straßen.

Regierungskrisen sind in Frankreich seit dem Be­stehen der dritten Republik eine alltägliche Erschei­nung, die dem parlamentarischen Betrieb, wie sie die französischeDemokratie" der hundert Familien mit ihren Advokaten und Finanzgrößen im Vorder­grund bis zur Virtuosität ausgebildet hat, ihr cha­rakteristisches Gesicht gibt. Aber eine Regierungs­krisis in Kriegszeiten ist darüber hinaus ein Merkmal spürbaren Unbehagens, dem die in Paris regierende Clique der Kriegstreiber und Kriegsverdiener nicht mehr anders beikommen zu können glaubte, als durch eine Verschiebung der Kulissen dem über das Ausbleiben jeglicher Erfolge der bisherigen Kriegführung bitter enttäuschten französischen Volke einen neuen Auftrieb vorzugaukeln. Durch die Be­endigung des Konfliktes zwischen Finnland und der Sowjetunion sahen die Pariser Kriegsmacher, die selbst um den Preis der krassen Verletzung der Neutralität der skandinavischen Länder auf eine Ausweitung des Kriegsschauplatzes, die berühmte Frontverlängerung" im Norden, hinarbeiteten, mit einem Schlage ihre Felle fortschwimmen. Wie­der einmal war man zu spät gekommen. Die Zu­sammenkunft am Brenner, über die man in Paris ohne jede Information geblieben war und über die nun alles Rätselraten ohne Ergebnis blieb, ver­stärkte noch das Mißbehagen, dem sich auch Ab" geordnete und Senatoren nicht mehr länger ent­ziehen konnten. Bisher hatte Daladier es immer wieder verstanden, durch irgendeinen Coup die Un­zufriedenheit im Parlament im Keime zu er­sticken. Jetzt ist es ihm nicht mehr gelungen. So­lange die Kritik sich damit begnügte, nur einzelne Punkte der französischen Kriegführung wesentlich innerpolitischer Art unter die Lupe zu nehmen, wie Mängel der Kriegswirtschaft und der Rüstung, un­zureichende Unterstützung der Soldatenfamilien odep schlechte Versorgung der aus den östlichen Grenz­gebieten Rückgeführten, solange war es Dalcrbier gelungen, durch Versprechungen upb halbe Maß­nahmen diese Kritik zu beschwichtigen. Aber nun wurde die Sonde an die große Linie der franzö­sischen Kriegführung' angelegt und die absolute Planlosigkeit in politischer wie wirtschaftlicher Hin­sicht angeprangert, der man schuld gibt, daß in diesem von England und Frankreich angezettelten

leichtfertig heräusbeschworenen Krieges weit über das Leistungsvermögen der Nation geht, ist den französischen Politikern noch nicht gedämmert. Ihnen war Daladier nicht entschlossen, nicht kraft­voll, nicht scharf genug. Deshalb die große Zahl der Stimmenthaltungen in, Kammer und Senat, die dem Ministerpräsidenten es angezeigt erscheinen ließ, es nicht auf eine Kraftprobe mit dem Parla­ment ankommen zu lassen.

Daladier, der seit 1924 einer Reihe französischer

.zahrgang Nr.iv

(^scheint täglich, außer < mittags und Feiertags

§ -ilagen: Die Illustrierte < ..ebener Familienblätter < ümatimBild DieScholle

Heimat wirkten, wie Mannschaften, die draußen vor­her trotz allem Schweren, das sie durchzumachen hatten, freudig ihre Pflicht taten, vom Heimaturlaub in düsterer Stimmung zurückkehrten und nur noch unter dem Zwang der Disziplin mürrisch ihren Dienst taten, der weiß, welchen verderblichen Ein­fluß das Klagen und Jammern und der mangelnde Glaube an den Sieg in der Heimat auf den Front­kämpfer ausübt. Das soll in diesem Kriege jeder Volksgenosse wissen und danach sein Handeln rich­ten! Ganz gewiß muß in einem Kriege, der um Sein oder Nichtsein eines Volkes geht, jeder Volks­genosse in der Heimat dies und das entbehren, aber er soll sich stets vor Augen halten, wie lächerlich ge­ring seine Opfer sind gegen das, was der Front­kämpfer täglich und stündlich entbehrt und zu leisten hat. Nie soll ein Wort von Entbehrungen in Ge­sprächen oder Briefen, die an die Soldaten im Felde gerichtet werden, gesagt werden. Vor allem aber soll nie ein Zweifel am Enderfolg des Krieges gegenüber den Frontkämpfern geäußert werden. Wir haben ja auch wahrlich keinen Anlaß zu solchem Zweifel. Im Gegenteil, wer nur ein wenig darüber nachdenkt, was zum siegreichen Ausgang eines Krieges gehört, der muß sich sagen, daß in diksem Kriege alle Vor­bedingungen für den Sieg der deutschen Sache ge­geben sind. Politisch glänzend vorbereitet trat das Deutsche Reich in den ihm aufgezwungenen Krieg ein, mit einer Wehrmacht, deren Stärke, Geist, Aus­bildung und Ausrüstung unübertrefflich sind. Der herrliche Feldzug in Polen hat gezeigt, daß nicht nur die Leistungen der Truppen aller Waffen zu Lande, zur See und in der Lust alle Erwartungen weit übertroffen haben, sondern auch, daß die strategische und taktische Führung vorbildlich ist. Wir können fejflb#rQUf vertrauen? daß das im ferneren Verlauf des Krieges so bleiben wird. Die wirtschaftlichen Vorbereitungen sind so gründlich und - durchdacht, daß von dieser Seite der Wehrmacht alles gegeben wird, was sie braucht, und daß auch.in der Heimat von wirklichen Entbehrungen ernster Art nicht ge­sprochen werden kann.

Dor allem aber hat das deutsche Volk in diesem

Md siegreiche Angriff in den Rückzug umgewan- ie!t. Die französische und englische Armee, die den tauben an den Sieg verloren hatten, gewannen iljTL durch dasMarnewunder" wieder. Das deutsche j)(cr erschien nicht mehr unüberwindlich und darin der Keim für den Endverlust des Krieges auf isutfcher Seite.

Genau das Entgegengesetzte zeigt der Sieg von Unnenberg. Hindenburg und Ludendorff übernah- Min die Führung der 8. Armee in einer Lage, die iem pessimistischen ersten Führer der 8. Armee so verzweifelt erschienen war, daß er die Armee hinter iit Weichsel zurücknehmen wollte. Wenn Hinden- iiL-g und Ludendorff sich auch des Ernstes der Lage durchaus bewußt waren, so hatten sie doch das Vertrauen auf die Tüchtigkeit der Truppe und auf ihie eigenen überlegenen Führereigenschaften. Im Glauben an den Sieg setzten sie alle verfügbaren Kräfte bis zum letzten Landwehrbataillon zur Ent- sh'idungsschlacht gegen die russische Narew-Armee tii und führten deren Einkreisung allen Schwierig- feiten, Reibungen und kritischen Lagen zum Trotz mit äußerster Tatkraft durch. Der Vernichtungssieg voa Tannenberg war der Lohn ihres Glaubens an len Erfolg, und ihre Namen find in die Ruhmes- dlütter der Kriegsgeschichte mit goldenen Lettern eingetragen.

Für das Versagen einer Truppe, die nicht mehr en den Sieg glaubt, ist der schwarze 8. August 1918 fir warnendes Beispiel. Zweifellos war die Lage fei deutschen 2. Armee nicht glücklich, als sie von fein überlegenen Angriff der Engländer und Fran- pien getroffen wurde. Daß der Gegner Anfangs- tr folge errang, war unvermeidlich. Aber die Aus­fei nung des Erfolges wäre nicht eingetreten, wenn fee dort eingesetzten deutschen Truppen noch den ßhuben an den Endsieg und damit den festen Wil- 1)1 besessen hätten, auch in schwerster, Lage stand- juhalten. Dieser Glaube war aber nicht mehr m allen Teilen des deutschen Heeres lebendig. Der

Pessimismus in der Heimat, wo die unseligen Worte Frieden um jeden Preis" von Mund zu Mund gingen, hatte auch auf die weniger guten Elemente der Wehrmacht abgefärbt, und so erklärte sich in dieser Schlacht das Versagen ganzer Truppenteile.

Was aber andererseits eine von Siegeszuversicht getragene Truppe auch in schwierigsten Lagen Zu leisten vermag, dafür hat der glänzende Siegeszug der 18 Tage gegen Polen erhebende Beispiele ge­liefert. In den Einschließungsschlachten um Radom und Kutno brandeten gegen die anfangs zum Zer­reißen dünn gespannten Einschließungslinien mehr­fach an Zahl überlegene polnische Massen an, um den Durchbruch zu erzwingen. Ueberall aber hielten die schwachen oeutschen Abteilungen, teilweise unter schweren Opfern, stand, bis durch die allmählich eintreffenden Verstärkungen die kritischen Tage über­wunden wurden. Nur so war es möglich, diese Ver­nichtungssiege, die größten der Kriegsgeschichte aller Zeiten, zu erringen.

Die Kriege unserer Zeit werden mit Dolksheeren geführt. Anders als zur Zeit der Kabinettskriege, wo keine allgemeine Wehrpflicht bestand und infolge­dessen die Wehrmacht ein Leben für sich ohne inne­ren Zusammenhang mit dem Volke führte, ja so­gar stark mit Ausländern durchsetzt war, wie selbst die Armee Friedrichs des Großen, ist ein Volksheer auf das innigste mit der Heimat und dem Volke ver­bunden. Daher ist auch der Geist und die Stimmung der Heimat von stärkstem Einfluß auf die Wehr­macht. Ist das Volk vom Glauben an den Sieg be­seelt und läßt es diesen Glauben auf die Kämpfer an der Front ausstrahlen, so werden auch diese in ihrem Siegesglauben und -willen bestärkt. Sie er­tragen dann willig alle Mühen und Entbehrungen und sind zu jedem Opfer bereit. Anders ist es, wenn in der Heimat pessimistische Stimmung herrscht und die Volksgenossen sich nicht scheuen, dieser Stimmung in Gesprächen und Briefen an die Frontkämpfer Ausdruck zu verleihen. Es ist dann, als werde ihnen ein Bleigewicht angehängt, das ihnen den Schwung raubt, dessen sie bedürfen, um das Höchste zu leisten und das Aeußerfte zu opfern. Wer als Frontsoldat im Weltkrieg erlebt hat, wie niederdrückend auf un­sere braven Soldaten die Jammerbriefe aus der

mir alles zu erreichen. Er scheute keine Strapazen, er rüg willig Hunger und Durst, gab im stürmi- |d*?n Angriff das Letzte her, trotzte auch den schwer- |t(ii Verlusten. Und doch kam der Rückschlag an der Unrne. Er kam nicht, weil die Truppe oder die un- Wv/-v Führung versagt hätte, nicht, weil in der Lei- '15000,- hng der Gesamtoperationen und in der Führung I Mzelner Armeen Fehler begangen waren. Die 3307,71 s ä^fahrene strategische Lage hätte sich durch den; | ^tischen Sieg unseres unvergleichlichen Heeres, hr an den wichtigsten Frontteilen schon errungen tttr, einrenken lassen. Nein, der Rückschlag an der Pnrne, der in feinen Endauswirkungen zum Der- hit des Krieges geführt hat, war nur eine Folge hcoon, daß die oberste Führung nicht an den Sieg gkubte, daß der Chef des Generalftabes des Feld­heeres, General D. Moltke, ein körperlich kranker Mann, von Pessimismus erfüllt war. Lesen wir die Worte, die er in jenen Tagen an seine Gattin ge­strieben hat:Die furchtbare Schwierigkeit unserer Lcge steht oft wie eine schwarze Wand vor mir, Mi undurchdringlich erscheint" undWir müssen t jlicken in dem Kampf gegen Ost und West." Aus d iser Stimmung Moltkes erklärt sich auch die ver­hängnisvolle Sendung des Oberstleutnants Hentsch, tres hervorragend begabten Generalstabsoffiziers, ier aber ebenfalls zum Pessimismus neigte, an Mi Armeen, mit einem nicht ganz klaren Auftrag, in dem, mochte es gemeint gewesen sein, wie es vvlle, das unselige WortRückzug" gefallen war. T: wurde der an den entscheidenden Stellen glän-

Kriege im Gegensatz zu seinen Feinden einen gott­begnadeten Führer, der es von Erfolg zu Erfolg ge­führt hat, und der uns den Sieg erringen wird, an dem er selbst keinen Augenblick zweifelt. Er hat den Glauben, der Berge versetzt, und wir können und sollen ihn auch haben. Unsere Pflicht aber gegen- vicjcm wn u, -------

über unseren braven Kämpfern an der Front ist die. ! Kriege die Initiative nach so kurzer Zeit schon ihren Glauben an den Sieg durch unsere Zuversi.^t völlig auf Deutschland übergegangen ist. Die Er- zu stärken. Das sei die schönste Ostergabe der Heima. >nntnis freilich, daß die Kraftanspannung dieses an die Wehrmacht im Felde. ?»s»rHr» hprAitfbpfA-mnrpnpn Krieaes weit über

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' Sang besonders aber ist der Glaube an den Er- fcg auf militärischem Gebiet eine der mächtigsten Hiebfedern zum Sieg. Ein Führer und ein Heer, 8 an den Sieg glauben und für ihn alle geisti- li, seelischen und körperlichen Kräfte hergeben und bireit sind, dafür das Höchste, ihr Leben zu opfern, < rüUen damit die wichtigste Vorbedingung zum 1 :cg. Das ist zu allen Zeiten so gewesen und daran liiert auch der Materialkrieg der Neuzeit nichts. s ist ja nicht so, wie mancher Laie in militäri- cin Dingen es sich vorstellt, daß der Sieg heute r>ein vom Einsatz überlegenen Kriegsmaterials ab- );ngt, sondern er wird von den Männern errun- )h, die es gebrauchen. Gerade bei der nieder- iiJcfenben Wirkung ber neuzeitlichen Waffen spielt 1 hr als je bie moralische Wiberstanbskraft ber uppe eine noch höhere Rolle als in früheren Hegen. Niemals aber wirb eine Suppe biefe uralischen Kräfte aufbringen, bie nicht an ben Er- cy glaubt Gewiß wirb eine gut ausgebilbete, in üirner Mannszucht gehaltene, von Ehrgefühl, Siterlanbsliebe, Treue unb Kamerabfchaft beseelte Suppe auch in schwieriaster Lage stanbhalten. Der Leltkrieg hat bas, desonbers bei ber beutschen LLhrmacht, oft gezeigt. Das Höchste aber, ben Enb- fiig, kann auch ber genialste Felbherr nicht mit eiiiem Heere erreichen, bas an ihn nicht mehr g'iubt. Umgekehrt wirb auch bie beste Wehrmacht niijt siegen, wenn ihre Führung nicht bert festen 6trüben an ben Sieg in ihrer Brust trägt.

(Nehmen wir nur einige Beispiele aus ber Se­ichte ber neuesten Kriege zum Beweis.

Das beutsche Heer ber Westfront war in ben Mcken Wochen bes Jahres 1914 von Sieg zu Sieg gc chritten. Mit bem beutschen Solbaten, bem besten, bei bie Kriegsgeschichte aller Zeiten gekannt hat,

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Gießener Anzeiger

General-AnzeigerfürOberhessen SS> ®ie6en,%uIMeZ-9

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5 <it4Beilagen .RM.1.95 ÄneIllustrierte 1.80 Zustellgebühr... n -.25 ich bei Nichterscheinen n einzelnen Nummern

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