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Montag, 26. August, vormittags Gauleiter Greiser in einer Reichssendung zur deutschen
Nur drei Maschinen standen zur Verfügung. Da hieß es verantwortungsvoll geschult. Es gibt eine inanzielle Seite beim Schulen, insofern, als es den meisten Menschen am schmerzlichsten ist, wenn Fehler in barer Münze gutgemacht werden müssen. So etwa, wenn einer auf dem Rad durch die Welt gondelt und nicht sieht, daß an der Stopstraße ein Schupo steht. Das kostet eine Mark. Im Wiederholungsfall kostet es mehr. Aber besser die Mark als unter Umständen, wenn der Schupo nicht da steht, die heilen Knochen oder gar das Leben. Es liegt viel Weisheit in dieser Mark. So gehtts auch beim Schulen. Nur kosten da die Übertretungen noch
überreicht wurde und das im Offizierheim Zeughauskaserne einen Ehrenplatz erhalten das siegreiche Dorstürmen unserer 116er
empfang treffen. .
Das Antreten zu diesen Appellen hat jeweils in HZ.. bzw. BDRl.-Uniform zu erfolgen.
In Gießen steht den Betrieben und Schulen, welche nicht in der Lage sind, einen Gemeinschaftsempfang durchzuführen, das Haus der DAJ., Schanzenstraße Nr. 18, zum Gemeinfchaftsempfang zur Verfügung.
Die hierfür in Frage kommenden Betriebe wollen ich sofort mit dem kreisjugendwalter der DAF. in Verbindung sehen.
heil Hitler»
I.V.: gez. Schmidt, Kreisobmann.
festgehalten.
Als äußeres Zeichen des unvergänglichen und der kameradschaftlichen Erinnerung an diese Opfer des Regiments bei seinem ersten Siegestage im Weltkriege legte der Traditionsverbandsführer der Kameradschaften ehemaliger 116er, Major Wolf in Gießen, am heutigen Donnerstagvormittag am 116er-Denkmal auf dem Landgraf Philipp- Platz einen Kranz nieder, Sn dieses .Gedenkeg an
Zugend.
Sämtliche Betriebsführer wollen aus laß sofort in Verbindung mit dem Betriebsjugend- walter alle Vorbereitungen zum Gemeinfchafts-
Dstr.: F ü h r e rin ne n w e ttkärnp f e. Der letzte Durchführungstermin für den Führerinnen- Fünfkampf und Unterführerinnen-Dreikampf ist am Freitag, 23. August,- pünktlich um 19 Uhr auf dem 1 Univerlitätssportplatz. Das Schwimmen für den , Führerinnen-Fünfkampf ist ebenfalls am Freitag, 23. 8., um 19 Uhr, im Dolksbad.
Detr.: Dezirks-Turn- und Sporttag am 2 5. August. Der leichtathletische Dreikampf der Mädel und Jungmädel ist am Sonntagmorgen., Alle Mädel und Jungmädel des Standorts Gießen und soweit sie aus den anliegenden Standorten schon da sein können, sind pünktlich um 8 Uhr in Kluft mit Sportzeug an der Dolkshalle. Das Schwimmen beginnt pünktlich um 9 Uhr im Militärschwimmbad (Grünberger Straße).
IM.-FA.-Au sbildungs schäft 1/116. Der nächste Dienst findet am Freitag, 23. August, um 18 Uhr, im Uhl-Heim statt.
BDTN.'lverk-Gruppe 2a/116.
heute, Donnerstag, 22. August, tritt die Gruppe um 20.15 Uhr am Möserheim an. Die getrockneten Brombeerblätter sind mitzubringen.
54 OOO NM. für das Note Kreuz
Bei der Reichsstraßensammlung für das Deutsche Rote Kreuz am vorigen Samstag und Sonntag wurden im Kreise Wetterau insgesamt rund 54 OOO Reichsmark gespendet. Das Sammelergebnis in Gießen mit seinen Dororten Wieseck und Klein- Linden, das in der vorerwähnten Summe mit enthalten ist, belief sich auf rund 8500 RM. Alle für den Kreis Wetterau bereitgestellten Abzeichen, 100 000 an der Zahl, wurden verkauft.
Ein Ehrentag der alten 116er.
heute vor 26 Jahren, am 22. August 1914, errang unser altes Gießener Infanterie-Regiment 116 in der Schlacht bei Neufchäteau bei dem Dorfe Anloy, wo es feine Feuertaufe erhielt, unvergänglichen Sieaes- lorbeer. Die 116er waren damals auf ihrem Vormarsch gegen Frankreich bei Anloy auf weit Überlegene feindliche Kräfte gestoßen, die in schweren, bis in die Nacht hinein andauernden Kämpfen niederrangen und vollständig warfen. Der Tag von Anloy, ein glänzender Sieg unseres alten Gießener Regiments, ist seitdem ein besonderer Ehrentag der 116er. 13 Offiziere und 412 Unteroffiziere und Mannschaften fanden bei Anloy den Heldentod.
In einem Gemälde von Professor Jank, das anläßlich der vorjährigen 25. Wiederkehr des Tages von Anloy von den Angehörigen des alten Offizierkorps .und den Kameradschaften ehemaliger 116er dem wiedererstandenen Infanterie-Regiment 116
Aufruf.
An alle Betriebsführer der Kreises Wetterau. Den Belriebsjugendwaltern zur Kenntnisnahme!
Gemeinfchaftsempfang der berufstätigen Zugend.
Im Rahmen der Aktion „Weltanschauliche und geistige Betreuung der Zugend im Kriege" spricht
Aus der Stadt Gießen
Beim Uhrendoktor.
die gefallenen Kameraden des Weltkrieges sind die Gefallenen des neuen Regiments 116 in diesem Kriege und alle übrigen Gefallenen mit
Gießener Wochenmarktpreife.
♦ Gießen, 22. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, kg 6,1, 5 kg 60 Rpf., 50 kg 4,80 RM., Wirsing, % kg 6 bis 8 Rpf., Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 16 bis 20, Erbsen 30, Tomaten 22, Zwiebeln 14, Rhabarber 10, Kürbis 7, Frühäpfel 25, Birnen 20 bis 35, Pflaumen 25, Zwetfchen 25, Mirabellen 30 bis 35, Renekloden 25 bis 30, Blumenkohl, das Stück 10 Rpf. bis 1 RM., Salat 5 bis 10 Rpf., Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken Vä bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10,''Sellerie 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf.
Wir fliegen...
Aus dem Tagebuch des Kriegssegelfluglagers des NS.-Iliegerkorps, Sturm 6/75, Gießen.
chronischen Katarrh litten.
Zwei Standuhren wollten uns besonders überraschen, indem sie je einem Schlag noch einen melodischen Schnörkel anhängten; sie sangen Motive. Em mit ganz außergewöhnlichen Stimmitteln begabter Baß ahmte sogar die Gralsglocken aus Wagners „Parsifal" nach. Wir vergaßen bei den feierlichen Tönen die eigentlichen Zeitschläge zu zählen und mußten erst auf das Zifferblatt schauen, um zu wissen, was angezeigt worden war. Zudem fanden wir die stete Wiederholung eines so einmaligen Mottos und seine herausreißung aus feiner erhabenen Klangwelt in eine nüchterne Alltagsstube geschmacklos.
„Da ist mir doch so ein einfacher Kuckuck lieber", sagte mein Freund, als jetzt eine holzgeschnitzte Schwarzwälder Uhr anhub, „da braucht man hinterher nicht nach dem Zifferblatt zu sehen, weil man das Zählen vergessen hat." — „Das gute Alte", nickte der Meister beipflichtend, „ist nicht zu verachten."
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Die drei Eodonas". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „ßumpaci Daga- bundus". _
Ortszeit für den 23. August.
Sonnenaufgang 6.21 Uhr, Sonnenuntergang 20.33 Uhr. — Monduntergang 11.54 Uhr, Mondaufgang 22 34 Uhr.
BDM - u.IM.-Untergau 116 Gießen
Stelle für Leibeserziehung.
Also Segelfluglager. Am 13. Juli reiste die Lagerund Flugleitung in Gießen ab. Ein Lagerführer, ein Fluglehrer und ein Sturmverwalter. Mit Gepäck ging alles in ein Auto. Das eine Drittel, nämlich die Sturmverwaltung, reifte nach Beendigung der Vorbereitungen wieder nach Gießen zurück. Die restlichen Zweidrittel blieben in Maar und gingen ans Werk. Daß dies möglich war, verdankt der Sturm nicht zuletzt, was die Lagerführung anging, einem gnädigen Schulrat, und was den Fluglehrer betraf, einem sehr entgegenkommenden Fliegerhorstkomman- danten und Kompaniechef. Sämtlichen Instanzen fei auch an dieser Stelle für ihr Verständnis und den dadurch möglich gewordenen rechtzeitigen Beginn des Lagers gedankt! Dreimal zehn Tage sollte das Lager dauern. Und jedesmal wenigstens vierzig Jungen aufnehmen und, wenn möglich, zur ersten Flugprüfung, der „A", ferttamachen. Die vierzig Kerle mußten auch schlafen und satt werden. Sie haben geschlafen und sind auch satt geworden, trotz Lebensmittelbezugscheinen und sonstigen Schwierigkeiten. Das alles sind ja keine Probleme mehr.
Ein schwierigeres Problem waren Wetter und Material. Das Lager war ein ausgesprochenes An- ängerlager und ist infolgedessen von der Witterung am meisten abhängig. Bei zu starkem Wind — zu stark ist in diesem Fall schon eine Geschwindigkeit von über 4 Meter in der Sekunde — kann nicht
** Auszeichnung. Dem Kommandeur der Schutzpolizei in Gießen, Masor 5) e 11 ro e g e - Emden, wurde für seine Verdienste im Luftschutz das Luftschutzehrenzeichen II. Stufe verliehen. Die Auszeichnung wurde Major Hellwege-Em- den gestern von dem Polizeidirektor, Regierungsrat Lutter, feierlich überreicht.
** D i e n st j u b i l ä u m. Beim Versorgungsamt Gießen beging der Derwaltungsassistent Lippert sein 25jähriges Dienstjubiläum. Dem Jubilar wurde in würdiger Weise von dem Leiter des Dersorgungs- amts Gießen das vom Führer verliehene Treudienstehrenzeichen in Silber mit den besten Glückwünschen ausgehändigt und ihm zugleich der besondere Dank für seine dem Reiche geleisteten treuen Dienste ausgesprochen.
haben.
Wie sagte ich zum Anfang? Alles geht zu Ende. Nun wäre auch dies geschafft. Ich klappe den No- ttzkalender zu und mache mich an meine Koffer. Um neun Uhr erwartet mich die Flurschadenschät- zungskommission. Auch das gehört dazu. Das Land, Wiesen, auf denen wir schulen müssen, gehört nicht uns, sondern Maarer Bauern. Und wo seit vier Wochen fast täglich Jungensfüße gelaufen sind, kann kein Grummet mehr geerntet werden. Wenn es früher hieß: Schiffahrt ist not, so kann heute kein Zweifel mehr darüber bestehen, welcher Wandel eingetreten ist. Fliegerei ist not, mehr denn je. Da sind Flurschäden unwesentliche Begleiterscheinungen, die wieder gutzumachen sind. Und was die Welt heute staunend sehen muß, die unübersehbaren und sieggewöhnten Geschwader unserer stolzen Luftwaffe, sie sind mitgeschaffen worden von dem Teil deutscher Jugend, die ihre Sehnsucht, fliegen zu köftnen, nicht hat fesseln lasten, und die feit dem vorigen Krieg unentwegt und zäh aushielt und flog, ttotz Opfer, Unverstand und Not — den deutschen Segelfliegern.
Gewiß — vom ersten Rutscher auf dem Gleiter bis zum Silberkranz, bis zum Flugzeugführer im Kampfflugzeug —, viel Flüge und Flüche liegen dazwischen, viele Enttäuschungen und manche Freude — nicht jeder erreicht sein Ziel, und Schwache, Aengstliche, Eigenbrödler bauen ab —, die Starken aber setzen sich durch und erreichen ihr Ziel. Nirgends aber und zu keiner Zeit konnten Erfolge schlagender beweisen, daß die Segelfliegerei ihrer Aufgabe gerecht geworden ist und ein stolzes Ziel erreicht wurde. C.
Ohne Zeitmesser könne man von einem Spaziergang keinen rechten Genuß haben, behauptete mein Freund, als er sein leeres Handgelenk sah, und er schleppte mich mit zum Uhrmacher. Es tickte und tackte und ruckte in der Werkstatt wie ein vielfältiges lautes Herzklopfen. Um so wohltuender empfanden wir zwischen diesem aufgeregten Hasten und Jagen wirr ineinanderklingender Töne die Ruhe des Meisters, der wie ein Arzt im Operattonssaal feiner Klinik mit winzigen Instrumenten an einem auf- gebrochenen Gehäuse herumhantierte, um die Ursache einer nervösen, von zeitweiligen Störungen unterbrochener Herztättgkeit einer Uhr festzustellen. Die meisten seiner Uhrpatienten waren ja irgendwie herzkrank. Aber es gab daneben auch äußerlich Verletzte, die bei einem Sturz ober Fall ein Gelenk gebrochen oder sonst Schaden genommen hatten. Dielen stand die Operation noch bevor. Etliche hatten sie bereits hinter sich und waren als Geheilte nur noch zur Beobachtung hier.
Als die gesunde, volle und langatmige Baßsttmme einer Standuhr unser Wohlgefallen fand, meldete sich plötzlich eine kleine Wanduhr, eifersüchtig auf soviel Lob, und schnurrte mit einet Hellen hastigen Kindersttrnme ihren Stundenvers herunter, wie em kleines Mädchen, das zum erstenmal vor der Klasse eine Gedichtsstrophe auffagt, so daß wir uns lachend einander ansahen. „Ja, ja , schmunzelte der Meister und erhob sich, „ich habe alle Lebensalter beiderlei Geschlechts unter meinen Patienten, es ist sozusagen eine gemischte Station hier." Und damit ging er nacheinander zu einzelnen Uhren hin unb ließ sie schlagen, damit wir uns selber überzeugen sollte. ' Und es war so, wie er sagte. Schöne, frauliche Altstimmen, deren Wohllaut und gelassene Ruhe entzückten, wechselten mit aufgeregten Kindersttmmen, die um so schneller ihre Töne -herunterhaspelten, je höher sie sie genommen hatten. Es kamen auch alle großväterliche Stimmen zu Wort, die mit einem Rasseln begannen, als bekämen sie schlecht Luft, ober als ob sie heiser wären oder gar an einem
begriffen.
Bergtreffen des NSRL. auf dem Hoherodskopf.
Aus verkehrstechnischen Gründen kann bas Hvhe- rvdskopfbergfest, wie wir bereits berichteten, in bie- fern Jahre in ber üblichen Art nicht burchgeführt werben. Das Fest trägt sich wirtschaftlich nur, wenn ein Massenbesuch van Wettkämpfern erwartet werben kann. Das ist aber jetzt nicht möglich. An Stelle des Bergfestes in ber bisherigen Form tritt in biefem Jahre, wie NSRL.-Gau- und Bezirksführer SA.- Hauptsturmführer O 11 e r b e i n (Friebberg) jetzt angeorbnet hat, ein einfaches Bergtreffen ohne Wettkämpfe. Die Veranstaltung war für ben 8. September vorgesehen, wurde mit Rücksicht auf ben an diesem Tage in Marburg stattfin- ben'ben Deutschen Wandertag aber auf einen späteren Zeitpunkt verlegt (wahrscheinlich am 15. September). Das Bergtreffen soll die Verbunbenheit der heimischen Leibesübung mit dem oberhessischen Heimatberge auch im Kriegsjahre 1940 bekunden. Die Gemeinschaften des NSRL. und vor allem auch die dem NSRL. aUgeschlossenen Zweigvereine des DHC. werden in Sternwanderungen zum Hoherodskopf wandern, wo am Adolf- Hitler-Gedenkstein eine würdige Feierstunde ben Höhepunkt des NSRL.-Treffens bilben wirb. Bezirksführer D11 e r b e i n wirb mit bem VHC. bie Ausgestaltung des Bergfestes vereinbaren.
nicht eine Mark. Bei den Jungens fängt es mit einem Groschen an. Beispielsweise kostet es diese Groschen, wenn ber Flugschüler von ber falschen Seite auf bie Kiste steigt, ober ben Anschnallgurt in ben Dreck fallen läßt usw. Im letzten Kurs würbe unter anderem eine Rubrik neu angefügt: sie hieß „seelische Schmerzen bes FluglehrersDer diese bereitete, zahlte zwei Groschen und büßte mit einem Tag ober mehr an Startverbot. Dem Nichtfachmann fei erklärt: Die Maschine wird gesteuert mit dem Knüppel. Er ist bas Herz des Flugzeugs. Wie bas Herz schlägt, so schlägt bas Flugzeug. Drücke ich ben Knüppel nach vorn, bann nimmt das Flugzeug gehorsam die Nase nach unten. Ziehe ich den Knüppel nach hinten, bann geht die Schnauze in bie Höhe, das Flugzeug versucht in ben Himmel zu fliegen, unb bas Ende ist bei ben Anfängern bann ein sehr bebäppertes Gesicht und ein Haufen Kleinholz. Die Jungens bekommen genau gesagt, was sie tun bzw. was sie nicht tun bürfen. Richten sie sich genau danach, bann kann nicht viel geschehen. Aber es gibt Naturen, bie sich konsequent nicht nach bem richten, was andere sagen, unb wenn's ber Fluglehrer ist, der es sagt. Naturen, die gerne eigne Erfahrungen sammeln unb barum im Flug mit bem Knüppel eigne Unternehmungen veranstalten. Das mag manchem mutig unb selbstänbig erscheinen, aber als Verstoß gegen bie Flugbisziplin ist es eine Schweinerei. Zieht also so ein Flugunternehmer währenb seines Starts, bann bekommt ber Fluglehrer samt allen anberen, die brum herumstehen, „seelische Schmerzen", aus Angst, daß in Sekundensrist ein großer Krach ben Piloten aus seinen himmelstürmerischen Illusionen und den Fluglehrer aus den seinen reißt. Diese „seelischen Schmerzen" müssen bar bezahlt und mit Arbeit für andere gebüßt werden. Das ist gerecht und gesund. ' *
Es war bei unseren wenigen Maschinen ein Glück, baß es wenig Himmelstürmer gegeben hat. Trotzdem sind Schäden nicht ausgeblieben. Aber sie vermochten nicht das Lager zu verhindern. Kleine Sachen wurden sofort geflickt und größere gab es nur zwei. Aber diese zwei haben dennoch ben vollen Erfolg wesentlich beeinträchtigt. Rund 2500, in Worten zweitausendfünfhundert Starts, sind in ben vergangenen vier Wochen gemacht unb 41 A- Prüfungen erflogen worben. 41 Jungens tragen in Kürze stolz ben blauen Schild mit der ersten silbernen Schwinge und haben den ersten Schritt ihrer fliegerischen Laufbahn hinter sich gebracht. Der Junge sieht nur noch den Erfolg. Die Arbeit, die Sorge und Not, bis es soweit war, sie sind vergessen. Unter ben 2500 Starts sinb rund 800, bei denen der Flug über 10 Sekunden währte. Man muß sich vergegenwärtigen, was dies bedeutet. Die Maschine, die ben Hang hinabgeflogen ist, muß wieder geholt werben. Sie kommt von selbst nicht wieder ben Hang herauf. Das bebeutet, daß bie Starb Mannschaft je nach Länge des Fluges zweihunbert bis fünfhundert Meter ben Hang hinab saust unb mit der Maschine mühsam wieder hinaufklimmt. Wen's interessiert, ber kann sich einmal ausrechnen, welche Kilometer im Verlauf eines solchen Lagers gelaufen worben sind. Da muß einer boch schon ein wenig ein Kerl fein, wenn er durchhalten will, und es s^ gesagt, baß nur wenige nicht durchgeh alten
nung zuteil mürbe.
+ @rünberg,19. Aug. Als Nachfolger für ben in ben Ruhestanb getretenen Oberftubienbireftor Hüthwohl mürbe Stubienrat Dr. Haun aus Mainz zum Leiter ber hiesigen Oberschule für Knaben berufen. Mit bem heutigen Tage hat er bie Dienst- geschäfte an ber Anstalt übernommen.
SdjroeinemarTt in Grünberg.
4- Grünberg, 22. August. Auf bem heutigen Schweinemarkt mären 298 Ferkel unb Läufer- schmeine aufgetrieben. Es kosteten sechs Wochen alte Tiere 2) bis 26 RM., sechs bis acht Wochen alte 26 bis 33 RM., acht bis breizehn Wochen alte 33 bis 38 RM., Läuferschmeine 49 bis 53 RM. pro Stück. Der Hanbel mar schleppenb, es verblieb Heber- ftanb.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 21. Aug. Es notierten je 50 kg Lebenbgemicht in RM.: Kälber a) 59, b) 54 bis 59, c) 44 bis 50, d) 23 bis 39, Lämmer und Hämmel a2) 50 bis 51, b2) 48 bis 49, c) 38 bis 44, Schafe a) 41 bis 44, b) 36 bis 40, c) 10 bis 30, Schweine a) 58, bl) 58, b2) 58, c) 57, d) 54, e) 52, gl) Sauen 58. Marktverlauf: alles zugeteilt.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sinb ohne Derbinblichkeit ber Schriftleitung.)
L. Sch. in Gießen. Zu ben Kosten bes Luftschutzes innerhalb bes Hauses, also auch zu ben Kosten eines auf Anorbnung bes Reichsluftschutzbunbes hergestellten Durchbruchs, kann ber Vermieter bie Mieter anteilmäßig heranziehen. Je nach ben Einkommensverhältnissen sind babei von ben Mietern Beträge nach einem Durchschnittssatz von 1,— bis 2,50 RM. pro Kopf ber zu schützenden Personen zu entrichten. Die Mieter können bie Einsichtnahme in bie Kostenrechnungen für bie Luftschutzmaßnahmen verlangen. Kommt zwischen bem Vermieter unb ben Mietern eine Einigung nicht zustande, so trifft das anzu- rufende zuständige Amtsgericht die maßgebliche Entscheidung.
Glückwünsche.
D Leiygestern, 21. Aug. Der Rottenführer 1_". 1,_ ^-Verfügungstruppe Walter Martini von hier wurde für tapferes Verhalten vor bem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Es ist dies ber britte Kriegsteilnehmer aus unserer Gemeinbe, bem diese Auszeich-
** Ein Achtzigjähriger. Am morgigen Freitag, 23. August, begeht Herr Heinrich Pol- ratzky, Dammstrahe 41 wohnhaft, m körperlicher unb geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Dem alten Herrn gelten auch unsere herzlichen Wunsche zu seinem Geburtstage und für einen weiteren schönen Lebensabend.
Aus der engeren Heimat.
Schlußbesichtigung
des Motorsturms 5/M147.
<5 Li ch, 19. Aug. Arn gestrigen Sonntag fand zwischen Bettenhausen unb Bellersheim eine Besichtigung des Sturmes 5/M 147 durch Standartenführer Metzler statt, bie den ersten .Lehrgang für die vormilitärische Wehrerziehung ab» schloß. Der Stanbartenführer nahm Gelegenheit, sich von dem Ausbilbungsstand bes Sturmes, der sich aus den Trupps Lich, Hungen und Villingen zufammensetzt, zu überzeugen. Nach Durchführung der für den ersten Lehrgang, vorgeschriebenen Aus- bilbungsziele, bie in Gelände- unb Kartenkunbe, Schießlehre, Zielansprache, Meldung,- Entfernungsschätzen, Keulen-Ziel- unb Weitwurf, sowie in ber Beurteilung bes Geländes bestehen, stellte der Standartenführer in einer kurzen Schlußansprache fest, daß der Gesamteindruck einen guten Ausbildungs- stand erkennen lasse unb daß der Sturm sich nun mit Eifer einem weiteren Ausbildungsziel, ber vormilitärischen Wehrerziehung auf kraftfahrtechnischem Gebiet, widmen solle. An 116 Männer des Sturmes können nunmehr bie „Vormilitärischen Ausbildungsscheine bes NSKK." ausgegeben werben.
Landkreis Gießen.
* Heucbelheim, 22. Aug. Der technische Reichsbahn-Obersekretär Friedrich Sack und Frau Margarete, geb. Gilbert, Wilhelmstraße 14 wohnhaft, begehen am heutigen Donnerstag das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar bringen auch wir unser« herzlichen Glückwünsche bar.
♦ Lollar, 22. Aug. Am heutigen Donnerstag, 22. August, wird Frau Karoline Christ Witwe, geborene Benber, in der Holzmühle wohnhaft, in geistiger unb körperlicher Frische 82 Jahre alt. Der Jubilarin bringen auch mir unsere herzlichen Glückwünsche zum Geburtstag und für einen weiteren schönen Lebensabend bar.
# Mainzlar, 20. Aug. Der Gefreite Willi Kirborf von hier erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz Ü. Klasse.
♦ Großen-Buseck, 22. August. Am nächsten Samstag, 24. August, wird ber älteste Einwohner unseres Ortes, ber frühere Glasermeister unb Landwirt Heinrich Bonarius, Bahnhofstraße 15 wohnhaft, in Gesundheit unb Frische 9 2 Jahre alt. Dem alten Herrn, ber sich im Dorfe allgemeiner Beliebtheit erfreut, gelten auch unsere herzlichen
geschult werben. Besonbers bann, wenn ber Winb noch sehr böig unb ungleichmäßig weht, unb im Lager nur wenig Maschinen sinb. lieber taufenb Baustunben sinb notroenbig, bis ein Gleiter fertig ist. Unb nur ein winziger Bruchteil einer Sekunbe genügt, unb schon ist aus bem kunstvollen Bau ein Schrotthaufen geworben, ber nichts mehr taugt.
* Maar, August 1940.
Ich sitze vor bem Lagertagebuch. Es ist enbgültig ber letzte lag. Ich blättere in ben Aufzeichnungen unb höre zwischenburch nach bem Winb. Seit Tagen bläst es aus einem Loch, schon morgens vor Tag. Immer Windstärke 4, manchmal 6, manchmal 8 Meter in ber Sekunbe unb mehr. Ich benke an bas bekannte Universalbarometer — ein gemalter ober ausgesägter Esel auf einem Brettchen mit einem Stück Kordel als Schwanz. Darunter steht bie Gebrauchsanweisung: „Wenn der Schwanz unsichtbar = Nebel; wenn ber Schwanz naß, bann Regen; wenn ber Schwanz bewegt, Wind, unb wenn ber Schwanz sehr bewegt = Sturm." Nun, in ber letzten Woche war ber Schwanz sicher oft mehr ober weniger bewegt. Ich taue an meinem Feberhalter und überlege, was ich noch schreiben soll. So das Laaer sowieso zu Ende geht, ist nicht mehr viel zu notieren. Es ist 5 Uhr morgens, und in Maar werden die Hühner wach. Fluglehrer Senn ist auch schon draußen und riecht nach dem Wetter, von dem wir so sehr abhängig sind. Im Saal drunten, wo bie Jungens schlafen, werben sie denken, hoffentlich blästs, sonst müssen wir am letzten Tag noch ans Seil. Das Schicksal meint es gut mit ihnen: Es bläst, wie schon die ganze Woche, hartnäckig aus Nord-West und stets kalt und zu stark. __
Also Schluß. Die Akten find in Ordnung. Die Rechnungen bezahlt. Bleibt nur noch das Aufräumen. Alles im Leben hat feine Zeit unb geht zu Enbe. Und wer aus bem Rathaus kommt, weiß mehr, als er hineinging. So geht es mit dem ersten großen Lager unseres Sturmes auch. Als im Frühjahr erstmalig der Plan erwogen wurde, gab es manches Für unb Wider. Schließlich war auch Krieg. Die Männer fort, bie Fluglehrer. Die Last ber Arbeit unb Verantwortung trugen nur wenige. Außer einem kurzen Versuch von vier Tagen an Ostern hatte der Sturm weiter keine Erfahrungen sammeln können. Trotzdem wurde bas Lager gewagt. Denn die Arbeit durfte ja nicht ruhen, und die Flieger-HI. mußte auch im Kriege weitergeschult werden. Insbesondere die Neuen, bie noch nicht auf einer Maschine gesessen hatten, mußten die Anfangsgründe mitkriegen. Don der Schulbank gings auf den Gleitersitz. Wir haben alle klein, ganz klein angefangen. Wir haben' alle das erste Mal auf dem Sitz eines Gleiters gesessen und uns anschnallen lassen. Und alle vermutlich vor bem ersten Flug 'eine Morbsangst gehabt.


