Nr. 198 Zweiter Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Oonnerstag, 22 August 194Ü
Aus dem Reiche der Krau.
„Helfen müssen."
„Wäre das schön", denkt wohl jede junge Mutter, „wenn die beiden Kleinen erst einmal so groß sind, daß sie mir helfen konnten. Vielleicht würde ich sie dann schnell einmal zum Einholen von Brötchen oder Milch schicken, tymn könnten sie beim Reinemachen kleine Hilfsdienste leisten und überhaupt all die kleinen Handreichungen tun, die mich im täglichen Einerlei des Haushalts so aufhalten."
Endlich ist es bann wirklich so weit. Aus dem ßwei- und dreijährigen Pärchen ist ein erlebnishungriger sechsjähriger Junge und ein verspieltes fünfjähriges kleines Mädel geworden. Aber mit den erträumten Hilfen hat es feine Schwierigkeiten. Der ältere Bruder, der mit seinen Kräften und Ideen gar nicht weiß, wo er bleiben soll, immer auf Beschäftigungjagd ist, ist zwar immer bereit, ja geradezu darauf erpicht, her Mutter zu helfen. Täglich kommt er mit neuen Wünschen und Vorschlägen an, wie er sich wohl nützlich machen könnte. Nichts ist ihm zu schwierig. Im (Segenteil, die Schwierigkeiten locken chn, seine Kräfte zu messen. Er lernt sich bewähren, wenn er zum Milchmann über den Damm laufen muß, um dann vorsichtig die Milch
Zellen der Bakterien durch den Zucker das Wasser entrissen wird.
Bei der Herstellung von Marmeladen aus ganzen Früchten hat man es mehr in der Hand, den Zuckerzusatz dem Geschmacke anzugleichen. Man kann ja auch Marmeladen ohne Zuckerzusatz gewinnen, wie von Zwetschen, aber bann muß man- die Masse so lange kochen, bis sie ganz fest geworden ist Bei einem solchen Verfahren werden aber die Vitamine vernichtet, und viele Duft- und Ge« schmackstoffe entweichen oder gehen verloren. Was kann man nun tun, wenn man auch ohne^Gelier- hilfe auskommen will? Ich mache es fotgenber» ist wesentlich, weil ich bann nicht so lange zu kochen maßen: bie Früchte werden sehr gut zerkleinert, das habe, und zwar verkoche ich erst bie Früchte, bann
setze ich die Hälfte des Gewichtes der Früchte an Zucker zu und koche fertig. Je nach der Menge der Marmelade, die ich koche, lasse ich aber einen Teil der fertigen Marmelade vom Ausfüllen und setze jetzt noch % bis 1 Pfund Zucker zu, koche noch einmal, auf, so daß dieser Teil der Marmelade über« lüßt ist. Die Gläser fülle ich mit der Hauptmasse der Marmelade nicht ganz so voll wie gewöhnlich, denn nun kommt noch fingerhoch von der übersüßten darauf! Die oberste, übersühte Schicht hält mir nun die Bakterien fern, und der gesamte andere Teil ist im Zuckergehalte so, wie wir es gern essen. Auch reiche ich auf diese Weise mit meinem Zuckeranteil viel weiter. So kombiniere ich bas Verfahren meiner Großmütter mit dem heute von uns geübten!
as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Unsere Modeskizze zeigt heute zwei flotte, doppelreihige Herb st ko st üme. Das Jackenkleid links aus nußbraunem Wollstoff hat zu einem mäßig weiten Glockenrock eine lange, schlankgehaltene Jacke mit großen, blindaufgesetzten Taschen und mittelgroßen Stoffknöpfen. Kleine, braune Pelzmanschetten, ein kleiner, etwas stehender Pelzkragen und eine runde Pelzmütze (mit brauner Filzschlaufe) ergänzen den flotten, jugendlichen Anzug.
Das kombinierte Kostüm rechts besteht
aus einem flaschengrünen Wollrock und einer sandfarbenen Wolljacke mit grünem Ueberfaro. Der Rock istg 1 ockig geschnitten, die st rahlenförmigen Brüche sind abwechselnd links und rechts abgesteppt. Die Taschen sind aufgesetzt, die sechs Hornknöpfe durchgeknöpft, — die Weite im Rücken hält in Taillenhöhe ein Gummizug zusammen. Dazu wird ein sandfarbener Herrenhut mit grünem Band und ein abgestimmtes Herrenha Istuch getragen. H.
und die kostbaren Eier zurückzutragen, und kein Mülleimer und kein Möbelstück ist, ihm zu schwer, um es der Mutter abzunehmen und sich bamit als echter Mann „wie Pappi" vorzustellen.
Aber so hilfsbereit unb anpassungsfähig der Junge ist, so schwerfällig ist sein Schwesterchen. Ihr ist jedes Helfenmüssen eine Qual. Alles Bitten und alles Zureden der Mutter ist erfolglos, und wird sie dann mit ernsten Worten zum Helfen vom Spiel abgerufen, dann fließen bie Tränen.
Unb bie Mutter steht dieser Tatsache verzweifelt und völlig hilflos gegenüber, weil sie es einfach nicht fassen kann, daß zwei Kinder, unter den gleichen Umständen herangewachsen, so verschieden auf das Helfenmüssen reagieren.
Um beide Kinder richtig zu behandeln, must sich die Mutter über die Grundbegriffe bei der Erziehung der Kinder zum Helfenwollen klar sein. Im allgemeinen helfen Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren aus einem natürlichen Betätigungsdrang heraus gern, d. h., soweit es sich um Dinge handelt, bie für sie neu unb reizvoll finb. Bei solchen Kindern besteht also nur bie Schwierigkeit, biesen gesunden Trieb bes Helfenwollens auch auf Aufgaben zu lenken, die den Kindern unangenehm sind ober bie sie nicht mögen unb weiterhin, diesem Trieb Beständigkeit unb Gleichmaß zu geben. Es ist außerordentlich interessant, daß erste, ja vielleicht auch noch das zweite Mal am Morgen das Bett auszulegen, kann man doch dabei endlich einmal die Geheimnisse der Matratzen unb Sprung- febern untersuchen. Aber auf die Dauer diese Hilfeleistung für bie Mutter auszuführen, wirb schon, ebenso wie das tägliche Schuheputzen zur kleinen Charakterprobe. Um sie zu bestehen, darf die Mutter nicht mit Lob unb kleinen Extrabelohnungen sparen. So wirb bas erste harte Muß bes Helfens zu einer freudigen Selbstverständlichkeit. Aber nicht nur das mütterliche Belohnen ist yotwendig, um ein Durchhalten des Kindes zu ermöglichen, sondern bie Mutter muß vor allem ein großes Maß an Gedulb aufbringen. Es geht nicht an, daß sie ihrem Bübchen die ihm übertragene Arbeit des Mandeln-Abpellens beim Kuchenbacken wieder aus der Hand nimmt, weil es zu lange dauert ... „da mache ich es lieber allein!" So ein kleines Menschenwesen kann natürlich die ihm gestellte Aufgabe nicht gleich so gut unb schnell ausführen wie die Mutter. Darum sollte sie z ihm nur dann eine Pflicht übertragen, wenn sie auch genügend Zeit und Geduld aufbringen kann, ihr Ende abzuwarten. Und eine zerbrochene Tasse oder eine verschüttete Suppe darf niemals zum Anlaß eines Zornausbruchs werden, denn das nächste Mal macht es der Kleine bestimmt schon besser.
Was aber machen wir mit dem kleinen Schwesterchen, dos überhaupt keine Lust zum helfen verspürt und jeder Aufforderung dazu mit Bockigkeit oder Tränen beantwortet? Da heißt es zuerst, den Grund für diese Ablehnung zu erforschen. In der Regel handelt es sich bei solchen Kindern um die Kleinsten, die gar zu sehr von Eltern und älteren Geschwistern verwöhnt wurden. Der eigene mütterliche Fehler muß nun also mit doppelter Geduld, liebevollem Zureden unb immer neuen Versuchen wieder gutgemacht werden. Solche Opposition Eingriff in ihr Dasein und damit als etwas Entsetzsehr phantasieoollen Kindern, die in ihre Welt des Spiels so 'ganz vertieft sind, daß sie jede Storung wie Abtrocknenhelfen oder Staubwischen als einen gegen das Helfenmüssen findet sich aber auch bei liches empfinden müssen. In einem solchen Fall hilft ganz einfach mütterliche Diplomatie, unb Zwar übernimmt die Mutter bie Märchenwelt bes Kindes in bie Küche. Dabei wirb natürlich gar nicht von „helfen" gesprochen, sondern bas Spiel der kleines Prinzessin oder der Puppenmutter geht beim Staubwischen weiter. Helfenmüssen darf niemals wie ein drohendes Gespenst auf. der kleinen Kinderseele lasten, sondern helfen soll zu einer freudigen Selbstverständlichkeit werden, zu einer Ehre und Pflichterfüllung, in der man seine Kräfte regen und das mütterliche Vertrauen rechtfertigen kann.
Und damit wäre der tiefe Sinn allen Helfenmüssens erreicht. L- *
Kleine Einmacheproxis
Wenn man sich über die Grundlage einer Arbeit in der Küche oder sonst im Haushalte klar geworden ist, muß man sich auch dann zu helfen-aussen, wenn einmal eine Zutat oder ein Hilfsmittel zur Zeit nicht vorhanden ist, oder in einem jungen Haushalte noch nicht angeschafft werden konnte.
Früchte oder Fruchtsäfte werden mit Zucker zu Marmeladen oder zu Gelees verarbeitet, und-nur trachten danach, daß diese Erzeugnisse unserer Kochkunst gut streichbar auf Brot sind, daß sie nicht zu lange gekocht sind und sich doch haltbar erweisen. Ein Saft von einer Frucht, die reichlich geleegebenbe Stoffe, also Pektine, enthält, wie von Johannisbeeren, tann nur mit einer bestimmten Menge an Zucker durch Kochen zu einem Gelee verwandelt werden, wenn man nicht ein Geliermittel zusetzt, aber auch dann muß die Vorschrift in bezug auf Zucker genau eingehalten werden. Der Zucker soll ja nicht nur die Geleebildung ermöglichen, sondern ein bestürmter Gehalt an Zucker sorgt auch dafür, daß sich das Gelee gut halten wird, dem Eingang von Bakterien also Widerstand leistet, indem den
Mr keine Angst
vor grünen Paprikaschoten!
Mtt etwas ängstlichen Augen lieht die Hausfrau heute noch oft auf die schönen, länglichen Paprikaschoten, die es jetzt zu kaufen gibt. Aber auch hier gilt bas Wort: „Auf das Wie kommt es an!" Nämlich darauf, w i e man sie zubereitet und auch richtig vorbereitet. Fast die ganze Schärfe der Schoten, bie wir mit Recht fürchten, befindet sich in den Kernen und in den inneren etwas dicken Rippen der Schoten: wenn wir diese entfernen, brauchen wir durchaus nicht mehr mit bem höllisch brennenden Geschmack zu rechnen. Zur Vorbereitung vor dem Kochen werden die Schoten am Stiele unten aufgeschnitten und nun sorgfältig von allen Kernen befreit; wer ein Uebriges tun will, schneidet auch die Rippen aus. Nun können wir die Schoten auf vielerlei Arten zubereiten, z. B. wie Wirsing dünsten. Wir schneiden sie nudelig fein und dünsten sie mit Fett, füllen mit Brühe oder auch halb mit Brühe, halb mit Milch auf und würzen nur noch mit Salz. Allerdings ist der charak- teristtsche, uns noch ein wenig fremde Geschmack dann sehr hervortretend, so daß wir für unseren deutschen Gaumen besser daran tun, wenn wir den Geschmack mildern.
Paprikaschoten mit Tomaten. 250 bis 500 Gramm Tomaten mit 250 Gramm in Scheiben geschnittenen Zwiebeln sehr weich dünsten, durch ein Sieb schlagen und mit Salz würzen. In diese sehr schön sämige Tunke geben wir 250 Gramm nubelig geschnittene, sorgfältig von den Kernen be-, freite Schoten und dünsten sie weich. Sehr aromatisch, nicht scharf!
Paprikaschoten an grünen Bohnen. 1 Kilogramm grüne Bohnen bereiten wir wie üblich mit Bohnenkraut zu, indem wir sie in Fett dünsten. Wenn sie halb gar geworden sind, geben mir noch zwei Paprikaschoten in feinen Streifen hinzu und lassen sie mit weichdünsten. Auf diese Weise schmecken die grünen Bohnen ganz ausge
zeichnet, die Paprikaschoten würzen, ohne zu schärfen.
Nachdem man in Ungarn allmählich durch Auswahlzucht eine Sorte geschaffen hat, die nicht so scharf im Geschmack ist wie früher, können wir auch die ganzen Schoten für sich zurechtmachen und genießen.
Geröstete Paprikaschoten. Die gitt entkernten Schoten werden von außen nur mit Del eingerieben und bann auf dem Rost ober auf dem Grill fo lange geröstet, bis die Schale braun geworden ist. Eine aromatische Fleischbeilage. Am besten sind allerdings gefüllte Paprikaschoten. Die gut entfernten Schoten werden nut einer Fleisch-, Ei- ober auch Fischfülle gefüllt, in die Auflauf- ober Backform gesetzt und gebacken, bis die Haut braun geworden ist. Die Füllungen machen wir uns so zurecht, wie wir es auch für Tomaten kennen ober auch für Gurken. Gerabe eine Fischfüllung eignet sich für bie Paprikaschoten sehr gut, weil sich ber etwas milbe Geschmack bes Fisches vorzüglich mit bem kräftigen bes Paprika vereinigt. Fisch fleisch entweber roh ober auch gut gekocht als Rest von einer Mahlzeit wirb von ben Gräten abgelöst, mit Ei und in Wasser eingeweichter und roieber gut ausgebrückter Semmel gemischt unb verknetet unb bann in bie Paprikaschoten gefüllt. Die Füllung würzt man nur vorsichtig mit Salz. Nun noch einige echt ungarische Vorschriften:
Tölltött-Paprika. Die entkernten Schoten mit einer Mischung aus feingehacktem Gänsefleisch unb Tomatenscheibchen füllen unb in einer To- matentunfe weich bimsten.
L e s k 6. In einer Kasserole Speckwürfel gelb rösten, bazu 3 bis 4 große, in dünne Scheiben geschnittene Zwiebeln und etwas Mehl mitdünsten lassen, etwas süßen Paprika (als Pulver, nicht scharf!) geben unb 250 Gramm Tomatenscheiben, zuletzt noch 4 bis 6 entfernte unb in Streifen geschnittene Paprikaschoten, etwas salzen, wenn möglich, eine Kleinigfeit Weißwein bazu geben unb bei geschlossenem Deckel in 20 Minuten aar dünsten.
Wendelmuth.
Rezepte.
Zwetschenauflauf: 175 Gramm Grieß, l/t Liter Milch, Salz, 1 bis 2 Eier, Zucker, evt. etwas abgeriebene Zitronenschale. — Don Grieß und Milch focht man einen festen Brei und rührt so lange, bis sich die Masse vom Topfe löst. Eier und Zucker werden schaumig gerührt, mit Zitronenschale und Salz abgeschmeckt und mit der etwas abgefühlten Masse vermischt. Das vorbereitete Obst wird eingezuckert und in die gefettete Form gelegt, den Teig darüber geben und im Backofen backen. Zugabe Vanilletunke.
Gefüllte Gurfenbecher: Grüne Schlan- gengurfen werden geschält, 4n etwa 5 bis 6 Zentimeter lange Stücke geschnitten, ausgehöhlt (1 Zentt- meter dicken Boden lassen) zum Austropfen umge- fehrt auf eine Platte setzen, mit Gemüse-Salaten wie Kohlrabi, Möhren, Tomaten usw. gefüllt und nett angerichtet zu Tisch gegeben.
Zwetschenpfannfuchen: 375 Gramm Mehl, 3/< Liter Milch, 2 Eier, Salz. — Mehl, Salz, Eigelb und Milch werden gut miteinander verquirlt, das zu Schnee geschlagene Eiweiß daruntergezogen, die entsteinten Zwetschen daruntergegeben. Der Pfannfuchen wird auf schwachem Feuer langsam gebraten, damit das Obst gar wird.
Ob st tuchen: Aus 500 Gramm Mehl, 30 Gramm Fett, 80 Gramm Zucker, 30 Gramm Hefe, V< Liter Milch und etwas Salz fteltt man einen gut durchgearbeiteten Hefeteig her, rollt den Teig auf einem Backblech aus, belegt ihn mit Obst und gibt einen einfachen Puddingguß darüber. Aus 3/< Liter Milch, Puddingpulver oder 75 Gramm Grieß, 1 Ei und Zucker nach Geschmack stellt man einen Pudding her, läßt ihn abkühlen und gießt ihn über das Obst. Obenauf streut man vor dem Backen etwas Zucker und setzt einige Butterflöckchen zum besseren Bräunen auf. Man rechnet an Beerenobst 600 bis 750 Gramm für die Platte, bei Mirabellen, Aepfeln und Zwetschen rechnet man 1 bis IV2 Kilogramm.
Bohnenpa st ete: Man bereitet aus 350 g Mehl einen Hefeteig ober einen Kartoffelmürbeteig (Butter zur Hälfte durch gekochte geriebene Kartoffeln ersetzen) und legt damit eine gefeit *e Backform aus. In die Form füllt man gargesünftete' abgetropfte Bohnen und gibt dazwischen etwas Hagebuttenmarmelade. Vom Rest des Teiges wird ein Deckel ausgerollt, den man auflegt Und fest- preßt. Zwei Löcher werden hineingestochen, damit beim Backen der Dampf abziehen tann. Man bäckt die Pastete im Ofen goldbraun.
Zuckergurfen: Die Gurten werden geschält, halbiert und von den Kernen befreit. Dann schneidet man sie in fingerdicke 4 bis 5 Zentimeter lange Stücke. Auf 2V2 Kilogramm Gurfenstücke rechnet man 1V< Liter Weinessig, V2 Liter Wasser, 3/t Kilogramm Zucker, etwas Salz, Rosmarin, Koriander. Dies focht man auf, gibt die Gurtenstücke hinein und läßt sie einige Minuten fachen bis sie glasig werden. Dann füllt man sie in heiße Gläser ober Steintöpfe, füllt den Saft darüber, deckt sie mit einem sauberen Tuch ab und läßt sie 1 bis 2 Wochen stehen. Dann gießt man die Flüssigfeit ab, focht sie etwas ein und füllt sie heiß über Die Gurten, bindet die Gefäße zu und bewahrt sie an füh- lem Ort auf.
Kartoffelgemüsesalat. 500 g gefachte unb in Scheiben geschnittene Kartoffeln, 500 g gefachte Gemüse, Tunte: Essig, Del, Zucker, Salz, Kräuter. — Alle Zutaten werben gut miteinanber vermengt, mit einer Salattunfe angemacht unb gut burchziehen lassen.
Iehi wieder Tornaiengerichte!
Zu einem Tomatenauflauf geben wir bie Tomaten schichtweise mit Maffaroni ober Pilzen in eine Auflaufform. Zu ben verschiebensten Fleisch-, Fisch- ober Kartoffelgerichten reichen wir Tomaten- tunfe. Am liebsten aber werden Schmortomaten ober gefüllte Tomaten gegessen. Dazu verwendet man als Füllung Pilze, Gemüsesalate, Brötchen oder Hackfleischmasse. Um aber auch im Winter allerlei Tomatengerichte Herstellen zu tönnen, fachen wir die Tomaten ein. Zu Tomatenbrei werden die Tomaten gewaschen, in Viertel geschnitten und im eigenen Saft langsam weich gedünstet. Dann streicht man sie durch ein feines Sieb, focht den Brei unter Rühren ein unb füllt ihn fachend heiß in Flaschen, bie man sofort verschließt. Tomaten- marmelabe: *2 Kilogramm Tomatenbrei, V2 Kilogramm Zucker, Anis, Fenchel. Die halbreifen Tomaten werben gewaschen, zerschnitten und weich gekocht. Dann streicht man sie durch ein Sieb, gibt ben Zucker, Anis und Fenchel bazu unb bringt die Masse unter Rühren zum Kochen. 20 bis 30 Minuten läßt man sie langfam einfachen. Man füllt die Marmelade heiß in Gläser oder Steintöpfe und bindet sofort zu. — Besonders gut ist eine Mischung von je 1 Kilogramm Tomaten, Aepfeln und Pflaumen und 1 Kilogramm Zucker. 1
Mirabellen als ganze Druckt in gewöhnlichen Gläsern zu sterilisieren.
Nicht zu reife, feste Mirabellen abreiben, durchstechen, in fochfeste, enge Gläser legen, Zuckerlösung darübergeben (400 Gramm Zucker, 1 Liter Wasser auffochen, schäumen), Raum freilassen. Enge Mixedpicklesgläser am besten geeignet, Leinen bzw. Nessel und dreifach „Cellophan" ober einfach „Ste- rilophan" passend zuschneiden, beides brühen (feimfrei machen), zuerst Lappen, dann glasflare Haut, bzw. dreifach, auflegen, mit nassem Faden fest, doch nicht zu fest binden. Bei Gläsern mit aufsitzendem Glasdeckel (zum Beispiel wetthalsige Süßmoststerilisierflaschen) fann ohne Gummiring aufzulegen, der Glasdeckel aufgelegt und dann ohne sterilen Lappen sofort wie vorstehend einfach ober breifach Glashaut barübergelegt und feftgebunben werden. Solche Gläser fönnen ohne weiteres unter Druck der Klammern im Sterilisierapparat 20 Minuten bei 75 Grad sterilisiert werden. Die erstgenannten einfachen Gläser dagegen müssen entweder in Heu stehen oder ein etwas größerer flacher Deckel (Schieferplatte) darüber gelegt und dann erst die Klammer aufgelegt werden, sonst würde der Druck der Klammern die Haut sofort durchstoßen. Dieses Verfahren geht auf das 'Einkochen von „Dunstobst" in Schweineblase zurück. Auch' Reste von Kunstdarm vom Schlachten können, ausgeschnitten, gebrüht und ohne andere Hilfsmittel fest über die Gläser gespannt unb gebunden, verwendet werden.


