Ausgabe 
22.8.1940
 
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Minenflieger säen an Englands Küsten

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Der neue Kurs der rumänischen Mrtschastspoliiik

der Flotte in das Mittelmeer verlegt worden, das sehr viel weiträumiger als die Nordsee ist? lieber alle diese naheliegenden Fragen hat Churchill ge­schwiegen.

NSG. Gauleiter imD Reichsstatthaller Spreu- g er sprach im Dillkreis zu der Gefolgschaft eines der größten Rüstungsbetriebe dieses Gebietes. Eng- land, so sagte er, das jahrhundertelang andere Völ­ker unterjochte, das stets nur das als Recht er­kannte, was ihm nützte, mußte diesen Krieg haben, als Fortsetzung des Weltkrieges, weil es in dem wiedererwachten Deutschland unter der Führung - Adolf Hitlers eine Macht in Europa heranwachsen sah, die der Herrschaft der Plutokraten gefährlich werden mußte. Es wollte nicht dulden, daß eine andern Macht in Europa mitführend sein soll, des­halb beschwor es den Weltkrieg herauf und deshalb versuchte es immer wieder, auch das neue Deutsch­land nach allem Muster einzukreisen. Wie es noch nie nach internationalem Recht fragte, so glaubt es auch nun wieder mit allen verwerflichen Mitteln dieses neue Deutschland zertrümmern zu können, glaubt es durch' Lügen und Heuchelei, durch sein Seepiratentum, durch nächtliche Bombenabwürfe auf Lazarette, Kirchen, Friedhöfe und friedliche Wohnviertel in den Städten, dieses unter seinem genialen Führer geeinte deutsche Volk zermürben zu können. Nun aber wird ihm der Strick immer enger gezogen, jedes Schiff, das sich seiner Küste nähert, muß mit seiner Vernichtung rechnen, es wird nun den Krieg, den es ja nie selbst führte, am eigenen Leibe und im eigenen Lande verspüren, es ist nicht nötig zu fragen, wann wird der Tag

Geschwiegen hat er auch über die Rückwirkungen auf das Empire in seiner Gesamtheit. Er hat nur zwei Einzelheiten erwähnt. Einmal stellte er mit kurzen Worten in Aussicht, daß nach der Räumung von Somaliland in England kein Zweifel über un­mittelbar bevorstehende Operationen größeren Um­fanges im mittleren Orient bestehen könn­ten. Sehr richttg! Die Italiener haben sich durch die Eroberung des gewaltigen Einsprengsels von Brittsch-Somaliland und die Abrundung ihres ost- afrikanischen Landblockes den Rücken zu Opera- ttonen in anderer Richtung frei gemacht. Und der zweite Punkt, den Churchill aus der brittschen Reichs-Politik ausdrücklich hervorhebt, ist: daß sich die englische Regierung aus eigenem Antrieb (spon­tan) entschlossen habe und sichglücklich schätzt", den Vereinigten Staaten Möglichkeiten für die Verteidigung der westlichen Erdhälfte von Kanada und Neufundland über die Antillen bis nach Süd­amerika zur Verfügung zu stellen. Gemeint sind die englischen Besitzungen in der west­lichen E r d h ä l f t e. Diese DerteiDigungsmög-

Sie sehen sich sehr genau in Frankreich um, die deutschen Offiziere wie die Musketiere. Sie verstehen mit nüchternem Blick die Symptome klar zu deuten, lassen sich nicht durch Fremdartigkeit verlocken, durch Äußerlichkeiten irritieren, durch Jammer weich machen oder durch Hofknickse bluffen. Sie haben alle gelernt, etwas tiefer zu blicken. Für sie gelten nur die Realitäten, und zwar die, die Deutsch­land geschaffen hat, und die, die Frankreichs unsag­bare Schuld verursachte. Bei allen Beobachtungen, bei den Unterhaltungen untereinander und bei der Berührung mit Franzosen gibt es für alle nur eine Perspektive: die deutsche.

Der deutsche Soldat ist ritterlich und bescheiden. Auf jeden einzelnen trifft im wahrsten Sinne der Wortlaut des deutschen Plakates zu:Verlassene Bevölkerung, habe Vertrauen zum deutschen Sol­daten!" Er ist korrekt und zurückhaltend, wie wohl nie die Besatzungstruppe eines Siegers war, und da, wo der Franzose gemein, niederträchtig und an­maßend war, ist er jeder Zoll ein deutscher Mann. Voll Anstand und Gerechtigkeit, mit Herz und ohne blinden Haß, aber auch mit Deutlichkeit und klarem Abstand. Aufrecht, stolz und selbstbewußt, so tritt er dem Franzosen gegenüber.

Die Deutschen sind barbarische Eroberer, möchten die Feinde des Reiches wissen machen. Bitte: Sehen so brutale Eroberer aus? Wo der Franzose die Peitsche gegen Passanten schwang und alt und jung vom Bürgersteig trieb, der deutschen Frau in niedrig­ster Weise nachstellte und täglich neue gemeine Schi­kanen ersann, da streicht der deutsche Infanterist dem kleinen Mädel seiner Quartiersleute über die Zöpfe und denkt an fein Töchterchen zu Hause, oder faßt mit zu, wenn der alte Bauer mit dem Anschirren nicht zurechtkommt. Er tut g e n au immer bas Gegenteil von dem, was die Hetze und die skrupellose Verleumdung über ihn vorher verbreitete. Und er tat es so, daß jeder Achtung vor ihm hat. Bei allen seinen Handlungen tritt er selbstverständlich

und gewissenhaft auf, aber stets erhobenen Hauptes. Er vergibt sich nichts, wie er auch keinen Zweifel über feine Rolle aufkommen läßt, und es gibt bei ihm keine plumpe Vertraulichkeit und auch keine Spekulation auf die Tränendrüsen.

Antwort an Madame.

Die Madame, die einem Unteroffizier einen langen Vortrag über die Schrecken des Krieges gehalten und ihre Vorwürfe mit zungenfertiger Höflichkeit verbrämt hatte, während sie auf Mitleid und nicht zuletzt auf gewisse Bevorzugung gerechnet hatte, er- hielt die klassische Antwort:

Das alles merken Sie sich gut, Madame, und erzählen Sie es genau so Ihren Politikern und Ihren Landsleuten. Ich bin nämlich Deutscher, und den Krieg wollten bekanntlich die Franzosen. Der Führer hat euch immer wieder den Frieden angebo- ten. Mitleid gibt es deshalb bei mir nicht. Nur an den Gräbern meiner Kameraden!"

Madame warf ein, was alle Franzosen in jedes Gespräch einwerfen, wenn es nicht schon damit an- fängt, daß doch die Juden schuld wären, die Eng­länder vor allem und die Kapitalisten. Die hätten den Krieg angestiftet, aber nicht die wahren Fran­zosen.

Sehr schön, Madame, aber dagegen sind Ihre wahren Franzosen auch nicht gewesen. Das haben mir schon zu Hause gewußt und hier können mir es auf Schritt und Tritt noch erfahren."

»Die schönste Stadt der Welt."

Wir stehen au fbem Trocadero, von wo aus der Blick über die Seine und das Marsfeld durch die hochgewölbten Bogen des ragenden Eiffelturmes weit in die imposante Planung von Paris schweift. Vorher waren wir am Place de la Con­corde, dieser wohl einzigartigen städtebaulichen Schöpfung, über die prächtigen Champs Elysöes

lichkeiten sollen den Vereinigten Staatenauf der Grundlage einer 99jährigen Pacht" <Uso prak­tisch auf ewig überlassen werdenfür den Fall, daß Deutschland die Kontrolle über einen großen Teil Westeuropas an sich reißen sollte". Da Deutsch­land diesen großen Teil Westeuropas seit dem Waffenstillstand mit Frankreich schon kontrolliert, so kann Winston Churchill nur in einer sehr be­schönigenden Weise die deutsche Kontrolle über die englischen Inseln gemeint haben. Und darum scheint uns sein Angebot an die Vereinigten Staaten für die tatsächliche Lage Englands am Ende des ersten Kriegsjahres wirklich bezeichnend.

lieber die Isolierung Australiens und Neuseelands, über den Rückzug Englands aus China, über die Unruhe in Indien, über die unmittelbare Gefährdung des Kap-Kairo-Weges in Afrika und vor allem über den völligen Ausschluß Englands vom europäischen Kontinent schweigt der englische Ministerpräsident völlig. Am 31. März 1939 hatte Neville Chamberlain den Reigen der Garantieversprechungen mit den englischen Blankoschecks zugunsten Polens und Ru- mäniens eröffnet, Winston Churchill hatte am 20. August 1940 nichts mehr zu garantieren ...

der englischen Insel. Dr. Ho.

WassagenunsereSoldaleninFrankreich?

Begegnungen mit Kämpfern und Kameraden im besetzten Gebiet. - Aus dem Notizbuch einer Krankreichfahrt.

Don Wilhelm Ritgen.

Wir werden die Neuordnung der Welt erzwingen".

Gauleiter Sprenger sprach im Kreise Biedenkopf-Dillenburg.

kommen, an dem England seine Strafe erhält. Nein, heute wissen wir, der Kampf hat begonnen und der Tag der Entscheidung, der Vernichtung Englands, naht heran» Die beiden Völker Deutsch­land und Italien, jung und stark, werden dafür sorgen, daß endlich in Europa Ruhe und Frieden einkehren, unter denen nur unter gegenseitiger Achtung Handel und Wandel sich entfalten können.

Diese große Zeit bringt auch manche Einschrän­kungen und Unbequemlichkeiten mit sich. Das sei aber nicht entscheidend. Entscheidend ist heute, daß jeder dort, wo er auch stehen mag, seine Pflicht bis zum Aeußersten tut. Gönnen mir dem Feind in diesen Tagen ruhig seine papierenen Siege. Der Tag, an dem der Führer verkünden wird, die eng­lische Weltherrschaft ist zerschlagen, die Herrschaft der Juden und Plutokraten ist zu Ende, naht heran. Zeigen wir uns jetzt in allen Dingen und in Sonder­heit durch treue, bedingungslose Pflichterfüllung der Größe unserer Zeit würdig, denn die alte Welt stürzt zusammen und eine neue und gerechte Welt­ordnung unter Führung Deutschlands und Italiens wird an ihre Stelle treten. Alle stehen wir in einer Front und wir wissen, mir werden diesen Entschei­dungskampf bestehen, denn wir haben den größten Staatsmann und genialsten Feldherrn aller Zeiten, den Führer, der seinem Volk den Platz an der Sonne erkämpfen und den Anteil an der Welt sicherstellen wird.

Bukarest, 21.Aug. (Europapreß.) Wirtschafts- minifter Leon erklärte im Rundfunk über die wirtschaftliche Einfügung Rumäniens in die neue europäische Ordnung, den Judengesetzen würden entsprechende Gesetze'über die Romanisierung der Wirtschaft folgen. Nachdem die Voraus­setzungen für eine derartige Wirtschaftspolitik er­füllt seien und Rumänien einen Staat mit einem wahrhaft nationalen Charakter darstelle, der genü­gend stark sei, um alle privaten Interessen dem Ge­meinwohl unterordnen zu können, werde die Regie­rung nun ihr Programm mit größter Entschlossen­heit verwirklichen. Die moralische und die materielle Hebung des Bauerntums fei Vorbedingung für die Hebung des ganzen Volkes. In erster Linie gelte es, die Preise der Agrarprodukte zu erhöhen, während die Preise für die Jndustrie- erzeugnisse zu senken seien. Bisher seien Preise und Absatz des rumänischen Getteides von der Lage des Weltmarktes abhängig gewesen. Allein in den beiden letzten Jahren habe Rumänien über eine Milliarde Lei für die Stützung des Getreideexports bezahlt. Diese Politik habe ein für allemal aufgehört. Die Lage der ruiyänischen Agrarwirtschaft werde über­dies durch die Ausrüstung der Landwirt­schaft mit Maschinen im Gesamtwert von 30 Milliarden Lei verbessert werden. Dieses Programm,

DNB. ..., 21. Aug. (PK.)Die Verminung britischer Häfen wurde fortgesetzt." Em kur­zer Satz im Wehrmachtsbericht, der in den letzten Tagen verschiedentlich der Oefsentlichkeit zum ersten Male Kenntnis vom Luftminen-Einsatz ver­mittelt hat. Damit wurde der Arbeit der deutschen Minenflieger gedacht, deren tägliches oder nächtliches Werk den Schiffstod in die englischen Schifsayrtswege und die Häfen Englands legt. 3r= gendwo auf einem Flugplatz in dem von Deutschland militärisch beherrschten europäischen Raum Jtarten wir zum Einsatz. Beladen mit den Luftminen, der neuen furchtbaren Waffe, fliegen mir gegen Eng­land. Fast auf die Minute nach dem errechneten, Kurs nähern wir uns der Küste. Das Werk kann beginnen. Es stellt große Anforderungen an Die Disziplin unserer Flieger. Genau im befoh­lenen Ziel müssen unsere Minen abgeworfen werden. Also angespannte Beobachtung der Küste. Da, links und rechts, spielen Scheinwerfer. Jetzt kann unser Ziel nicht mehr weit sein. Kurzer Ver­gleich der Karten, Uhrzeit,W e r f e n, l o sj Lautlos senken sich unsere Minen ins Wayer. cie liegen genau und werden wieder ein großes Loch in den englischen Schiffsraum reißen.

Ein andermal bieten die Engländer und ihre Ab­wehr wesentlich mehr Ueberraschungen. Wir fliegen entlang der Küste und werden beinahe weitergereicht von Scheinwerfer zu Scheinwerfer. Unerkannt! Auf einmal flammt unter uns, links und rechts von uns, ein Feuerwerk auf. Strahlende Helle umspült die Maschine. Wir selbst im Rampenlicht.Raus, nichts als raus aus diesem Feuerwerk", das durch die englische Flak allerdings viel zu kurz in feiner Farbwirkung erheblich verschönert wird. Dabei haben wir unsere Minen noch nicht geworfen. Immerhin gelingt es uns nach einiger Zeit sind es Minuten oder nur Sekunden gewesen? auch aus diesem Rampenlicht unterzutauchen ins bescheidene Dunkel der Wolken. Jetzt nochmal ran, unser Ziel muß aus­gemacht, die Minen geworfen werden. Sie werden geworfen und sitzen auch diesmal wieder richtig.

Unerfreuliche Ueberraschungen bieten uns machmak auch die englischen Jäger. Nachtlager und Scheinwerfer sind eine üble Kombmat-on. Doch auch hier hot die Luft Löcher gelassen, durch die unsere Maschine sicher ihren Kurs steuert, um schließlich doch die Minen zu werfen.

Als letzte denkbare Ueberraschung blieben uns dann noch die Ballonsperren nicht erwart. In jedem Falle für die gesamte Besatzung ein Er- lebnis besonderer Art, vor allem wenn mir mit Der beladenen Maschine sicher wieder herauskurbeln unD trotzdem nochmal die Küste ansteuern, um die Minen zu werfen. Gespannte Aufmerksamkeit ist m jeDem Augenblick notwendige Voraussetzung. Es lohnt sich immer. Besonders wenn man plötzlich wie bei einem anderen Einsatz in nächster Nahe em quallenartiges Gebilde seitwärts voruberziehen steht: S p e r r b a 11 o n s". Wir feuern aus allen Roh­ren auf diese unangenehmen Brüder bacttwrd zieht einer ab.Hoffentlich hat es den Burschen erwischt." Doch schon steuerbord eine neue Qualle. Feuern!" Wenn man 15 Ballone in allen Rich­tungen hat vorüberziehen sehen, ist 'es doch eine freudige Erleichterung, festzustellen, daß die Luft wieder rein ist. Ganz abgesehen, daß un er Feuer auf die Ballone natürlich auch die englische Flak- abwehr angestachelt hat. Kaum sind wir in respekt­voller Entfernung der Ballonsperre und nochmals drehen wir ab zur Küste, Ziel ausgemacht und hinein mit den Minen.

Das Werk der deutschen Minenflieger ist Prä­zisionsarbeit. An jeden Mann stellt der Luft- mineneinsatz schwerste Anforderungen. Lautlos sen­ken sich die Minen ins Meer. Die Minen müssen geworfen werden in das genau festgelegte und be­zeichnete Ziel, sonst sind sie wirkungslos und bieten möglicherweise einmal Gefahren für die eigene Schiffahrt. Keinerlei Abwehr der Engländer ver­mag die deutschen Minenflieger zu stören. Das Ziel wird so lange angeflogen, bis die Minen sicher ge­worfen werden können. Rechenberg.

das mit Deutschlands Hilfe Dur ch ge - führt werden würde, werde eine entsprechende Steigerung der Erzeugung ermöglichen.

Die Industriepreise seien seit 1913 teil­weise um nicht weniger als 400 v. H. gestiegen. Es gehe nicht an, daß die Industrie des Landes weiter auf Kosten des Bauerntums lebe. Vielmehr müsse die Industrie sich nach den agrarwirtschaftlichen Ge­gebenheiten ausrichten. Ohne feste Preise gebe es keine starke Währung und keine gesunde Entwick­lung der Nationalwi?tschaft. Zur Preispolitik müsse eine Politik der Kr e d i t a u s w e i t u n g kommen. Die E r d ö 1 i n d u st r i e werde von nun an als nationale Industrie angesehen. Die fremden Un­ternehmungen würden nicht mehr die Frei­heit besitzen, eine eigene Wirtschaftspolitik zu treiben. Wenn Rumänien am Scheidewege stehe, dürfe nie­mand die Schwierigkeiten des Landes ausnützen, um private Gewinne zu erzielen. Der verkleinerte Staat habe die Pflicht, sich e i n z u s ch r ä n k e n. Ver­einfachung der Beziehungen zwischen Steuerzahler und Staat, Verzicht auf alle entbehrlichen Ausgaben, rationelle und auf das Wohl der Gemeinschaft ge­richtete Leitung von Industrie und Landwirtschaft bei Zusammenfassung sämtlicher Energien, das sei das Wirtschaftsprogramm der Regierung.

DerAugust als Schlachlenmonat.

Es ist im allgemeinen wenig bekannt, daß von allen Monaten des Jahres der August derjenige ist, der die meisten und bedeutendsten Schlachten aufzu­weisen hat, namentlich in seiner zweiten Hälfte. Es sei nur an einige der bekanntesten Schlachten der Weltgeschichte erinnert.

Schon eine der berühmtesten Schlachten des Al­tertums, die Schlacht von Cannae, fand am 2. August 216 v. Cyr. statt. Die Schlacht war eines der glänzendsten Beispiele des Sieges über­legener Feldherrnkunst über die Masse, da es Han- nibal, der nur über 40 000 Mann und 10 000 Rei­ter verfügte, gelang, das doppelt so starke Römer­heer, bei dem nach altrömischer Sitte der Ober­befehl täglich zwischen den beiden Consuln ab­wechselte, vernichtend zu schlagen. In unserer Zeit sind auf dem Schlachtfeld von Cannae wichtige Ausgrabungen gelungen, die für den Verlauf der Schlacht deutliche Hinweise geben. Auch eine andere Entscheidungsschlacht des Altertums fällt in den August, Cäsars Sieg bei Phcrrsalus am 9. August 48 v. Chr., durch den Cäsar sich die Allein­herrschaft sicherte. Ungeheuer blutig war die Schlachtbei Adrianopel zwischen den West­goten und dem oströmischen Kaiser Valens am 8. August 378. Der Kaiser Valens hatte die von den Hunnen bedrängten und in fein Reich hinein­flutenden Westgoten in Thrakien ausgenommen, aber bei der Landverteilung verfuhren die oströmischen Beamten mit solcher Hinterlist, daß die Goten sich gegen sie erhoben. Kaiser Valens eilte mit einem großen Heer herbei, wurde jedoch bei Adrianopel vernichtend geschlagen und fiel selbst in der Schlacht. Ein Menschenalter später erschienen Die Goten unter ihrem König Alarich bereits vor Rom. Am 24.August 410 eroberte Alarich Rom, das eine furchtbare Plünherung und Zerstörung über sich ergehen lassen mußte.

Am 10. August 955 konnte KaiserOttoI. auf dem Lechfeld bei Augsburg seinen glänzenden Sieg über die Ungarn erfechten. Der Tag war hoch- bedeutsam in der deutschen Geschichte, nicht nur wegen des deutschen Sieges, sondern auch, weil hier zum erstenmal alle deutschen Stämme geeint zu-

ammenftanDen, um den Reichsfeind, der jahrzehnte­lang die deutschen Gaue durch seine Raubzüge ver­heert hatte, zu vernichten. Arn 23. August 1268 er­lag K o n r a b i n , ber letzte Hohenstause, ber zur Wieberervberung seines Erblandes Sizilien nach Italien gezogen war, bei Tagliacozzo bem Heere Karls von Anjou, der Konrabin gefangen­nehmen unb auf bem Marktplatz von Neapel hin- richten ließ. Ottokar von Böhmen, Böhmens golbener König", ber selber nach ber deutschen Kaiserkrone gestrebt hatte und darum die Wahl Rudolf von Habsburgs nicht anerkennen wollte, trat am 26. Auaust 1278 feinem Gegner Rudolf a u f dem Marchfelde bei Wien entgegen und ver­lor in blutiger Schlacht Sieg und Leben. Der Sieg des Grafen Eberhard von Württemberg, mit dem Beinamenber Greiner", am 23. August 1388 über bie schwäbischen Stäbte bei Döffingen ist durch Uhlands prächtige Ballade berühmt ge­worden. Am 21. August 1485 beendete Heinrichs VII. damals noch Graf von Richmond Sieg bei Bosworth gegen König Richard III. die blutigen Kriege der weißen und Der roten Rose, Die ein ganzes Menschenalter lgng EnglanD zerrissen hat­ten. Von tragischen Folgen war Der Sieg Des tür­kischen Sultans S o I i m a n II. am 26. August 1526 über Die Ungarn, bei dem Ungarns letzter selbstän­diger König Ludwig II. fiel und in dessen Folge der größte Teil Ungarns auf fast zwei Jahrhunderte unter türkische Herrschaft geriet. Der tapfere Graf ßgmont, Der später von Alba, dem spanischen Statthalter Der Niederlande, durch Verrat gefangen- genommen und auf dem Marktplatz zu Brüssel hin- gerichtet wurde, zeichnete sich in seiner Jugend als glänzender Feldherr Des spanischen Königs Phi­lipp II., für den er am 10. August 1557 die Schlacht bei St. Quentin gegen bie Truppen König Heinrichs II. von Frankreich gewann.

Im Dreißigjährigen Rrieji ist als Augustschlacht hauptsächlich Lutter am Barenberge zu nen­nen, wo Tilly am 27.8.1626 über Die Dänen unter ihrem König Christian IV. siegte. Für Den Prinzen Eugen war ber August ein glücklicher Schlachtenmonat. Am 13. August 1707 errang er ben glänzenben Sieg über bie Franzosen unb Bayern bei Höchstädt. Am 5. August 1716 be­siegte er bie Türken bei Peterwardein, und am 16. August 1717 eroberte er die Festung

Belgrad, eine Waffentat, die das Volk in Dem LieD vonPrinz Eugen, dem edlen Ritter" ver­ewigt hat. Auch Friedrich der Große hat eine Reihe seiner berühmten Schlachten im August geschlagen, so zum Beispiel die Schlacht von Zorn­dorf am 25. 8. 1758, die durch ben unerwartet hartnäckigen Wiberstanb ber zahlenmäßig über­legenen russischen Truppen unter Graf Fermor unb burch bas überaus schwierige Gelände für Friebrich leicht hätte verhängnisvoll werben können, bis Ge­neral Seyblitz burch seinen berühmten, mit 61 Schwadronen ausgeführten Reiterangriff den Sieg rettete. Aber auch feine schwerste Niederlage, die von Kunersdorf, erlitt Friedrich am 12.August 1759 gegen die vereinigten Oesterreicher und Russen unter Laudon und Soltikow. Die Verzweiflung über die Niederlage trieb Den König in den dichtesten Kugelregen, wo ihm zwei Pferde unter dem Leibe erschossen wurden, und nur die Geistesgegenwart des Rittmeisters von Prittwitz ihn vor der russischen Gefangenschaft rettete. Ein Jahr später freilich, am 15. August 1760, tontite Friedrich sich durch Den Sieg bei Liegnitz an Laudon rächen.

Für Napoleon war der August kein gün­stiger Monat. Am 1.3. August 1798 vernichtete Nelson in der Seeschlacht bei Abukir Die französische Flotte und brachte Napoleon in Aegyp­ten dadurch in eine äußerst schwierige Lage. Am 13. August 1809 vertrieb im Tiroler Freiheitskampf Andreas Hofer die Franzosen durch die Schlacht am Jselberg aus Tirol, und wenige Jahre später, im deutschen Freiheitskrieg, mußte Napoleon am 26. und 30. August 1813 die schweren Niederlagen an der Katzbach bzw. bei Kulm und Nollendorf hinnehmen. Auch die Spanier schlugen am 31. August 1813 eine bedeutende fran­zösische Uebermacht am B i b a s s o a. Von ben zahl­reichen Nieberlagen, bie während der ersten Jahre des amerikanischen Sezessionskrieges die später sieg­reichen Nordstaaten erlitten, war die zweite Schlacht bei Bull Run am 28. August 1862 eine Der blu­tigsten. Im Kriege von 1870 brachte Der August den deutschen Heeren einen einzigen Sieges^ug. Man braucht nur die Namen Weißenburg (4. August), W ö r t h (6. August), S p i ch e r n (6. August), Mars la Tour (16. August), G r a v e l o t t e (18. August) und Beaumont (30. August) zu nennen. Der Weltkrieg endlich begann mit Der Eroberung

Lüttichs durch den kühnen Handstreich vom 6. August 1914. Auch Die großen Bewegungsschlachten in Elsaß-Lothringen, von Denen jede einen deutschen Sieg bedeutete, spielten sich noch im August ab, unb schließlich wurde Der Monat gekrönt durch die Schlacht bei Tannenberg, dem Cannae der Neuzeit!. C. K.

Vüchertisch.

Lowell Thomas: Ritter Der Tiefe. Uebersetzt unb bearbeitet von E. Frhr. v. Spiegel. 91. bis 110. Tausend. Mit 51 Kriegsphotos. Leinen 3,25 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. (138)Piraten der See!" So verfemte das feind­liche Ausland im Weltkriege unsere U-Boot-Leute. Ritter der Tiefe!" nennt sic ein ehemaliger Feind, dessen Buch in Der englisch sprechenden Welt tn HunDerttausenden gegen Das Märchen Der U-Boot- Greuel erfolgreich kämpfte. Lowell Thomas hat nach münDlichen Berichten der Ueberlebenden, aus englischen, amerikanischen und deutschen Archiven voller Begeisterung von Den DeutschenRittern der Tiefe" erzählt, oder läßt sie auch selbst mit aben­teuerreichen Erlebnissen zu Wort kommen. Unmög­lich, hier Den Inhalt des Buches von Der Versen­kung DesPathfinder" 1914 bis zur ruhmreichen Rückkehr Der Dreizehn U-Boote Des Mittelmeeres in den Revolutionstagen 1918 auch nur anzudeuten. Frhr. v. Spiegel, der ehemalige U-Boot-Komman­dant, hat dies Loblied eines einftigen Feindes auf die deutsche U-Boot-Waffe übersetzt, ein männliches Buch, das namentlich in die Hand unserer Jugend gehört. ,

Soziale Betreuung Der Rückge­führten. In Sonbermitteilungen des Sozial­amtes Der Deutschen Arbeitsfront, Die soeben in 2. Auflage erschienen, sind alle Bestimmungen über­sichtlich zusammengefaßt, die für die soziale Betreu­ung der aus den gefährdeten Grenzgebieten Rück­geführten in den Bergungsgebieten gelten. Viele dieser Volksgenossen haben in den letzten Tagen schon wieder Die Fahrt in die Heimat antreten können, auch hierbei wieder betreut von den Or­ganen der Partei, Die Dafür gesorgt hat, daß sie ihren Besitz im besten Zustande vorfinden.