land neue strategische Stellungen bezogen, imbl vom Nordmeer bis zum Atlant: k spannt sich der Bogen, in dessen Brennpunkt die britischen Inseln liegen. Im Mittelmeer ist das westliche Becken bereits ein italienisches Meer. Gibraltar hat unter dem Einfluß des italienischen Krieges und der Haltung Spaniens als „nichtkriegführende Macht" seine alte Bedeutung als Torwächter am Eingangs des Mittelmeers eingebüßt. Die britische Flotte im östlichen Mittelmeer besitzt angesichts der Bedrohung durch die italienische Luft- und U-Boot- Waffe keine volle Bewegungsfreiheit mehr. Der Seekrieg, den England bequem aus der Ferne und unter geringstmöglichem Einsatz an Material und Personal auch diesmal wieder zu fuhren gedachte, ist für die Briten eine äußerst ernsthafte Angelegenheit geworden. Die britische Seestrategie, seit dem Weltkriege auf Fernblockade und Schutz des eigenen Handels eingestellt, hat unter der deutschen Waffenwirkung Schiffbruch erlitten.
Auch die langjährige traditionsgebundene Politik Großbritanniens als Ringmacht die westlichen, nördlichen, östlichen und südöstlichen Nachbarn Deutschlands in sein System einzugliedern, ist durch des Führers Politik und die deutschen Waffen unwirksam geworden und zerschlagen. Das britische Inselreich muß sich umstellen, und zwar gründlich umstellen. Es weiß dennoch keinen Ausweg aus der in Umklammerung und Gegenblockade gewandelten Lage und ahnt die nahende Katastrophe.
Aber noch glauben seine verantwortungslosen Staatsmänner, das Volk beruhigen zu können, indem sie auf die angeblich täglich starker werdende Verteidigung des Landes und vor allem auf die britische Seemacht Hinweisen, die in ihren Augen noch alles vermag. Diese aber hat bereits sehr starke Einbußen erlitten. Mit ziemlicher Sicherheit kann angenommen werden, daß alle Werften mit Reparaturschiffen überfüllt sind. Diese Werften aber, die gleichzeitig das Neubauprogramm der Flottenverstärkung durchführen sollen und die Aufgabe haben, den Verlust an Han- delsschiffstvnnage auszugleichen, liegen zum größten Teil im Bereich der deutschen Luftwaffe. Dazu kommt, daß Italien im Mittelmeer starke Flottenteile bindet.
Noch verhängnisvoller aber wirkt sich die deutsche Gegenblockade aus. Mehr denn je zuvor ist das englische Mutterland abhängig von überseeischen Zufuhren, von Nahrungsmitteln für das Leben der Bevölkerung, von Rohstoffen für. die Produktion kriegswichtiger Güter, nicht zuletzt vom Oel für den Antrieb seiner Schiffe und Fahrzeuge aller Art. Alles dies muß sich um so stärker auswirken, als das gesamte Material seiner Expeditionsarmee verloren gegangen ist und ersetzt werden muß. Wie aber soll England seine Zufuhren aufrechterhalten, wenn seine größten und für die Versorgung des Landes wichtigsten Häfen unter deutscher Waffenwirkung stehen?
Die Sperrung des Kanals und der Aus- fall sämtlicher Zufuhren aus Skandinavien und den Ostseeländern muß zwangsläufig für die Hauptstadt und die wichtigsten Industriezentren in Süd- und Mittelengland eine katastrophale Lage herbeiführen. London allein nahm in normalen Zeiten etwas 40 v. H. der Gesamteinfuhr des Landes auf. Diese Lage muß sich zwangsläufig verschärfen in dem Umfange, wie auch die sud- und westenglischen Häfen unter unsere Blockadewirkung gelangen.
Dennoch wird dieser wirtschaftliche Druck allein England nicht aus die Knie zwingen. Zu ihm aber tritt die militärische Macht, und diese ist heute schon nicht nur in den Gewässern um die britischen Inseln, sondern auch im Mittelmeer für England nur allzu deutlich fühlbar. Das Schwergewicht der Kriegführung gegen England aber liegt im Kanal. Im Kanal kann das schwere Schiff, das für die großräumige Seekriegführung seinen Wert behalten wird, nicht den Ausschlag geben; denn die Seeräume sind begrenzt und stehen vollkommen unter der Wirkung der Luftwaffe und der Kleinkriegsmittel des Seekrieges. Damit fällt ein wesentlicher Bestandteil der britischen Seemacht für die Verteidigung der Inseln fort.
Nicht mehr aus der sicheren Ferne eines Scapa Flow kann die englische Flotte wirken. Deutschland hat dieses bequeme Instrument einer veralteten Seestrategie unwirksam gemacht und verbietet seine Anwendung. Heute diktiert Deutschland das Gesetz des Handelns. Der Kanal hat aufgehört, der „Graben" zu sein, der die britischen Inseln vom Festland trennt.
Das ist die Lage Englands zur Stunde der Entscheidung. Deutschlands überlegene Macht, seine gewaltigen, unerschöpflichen Kampfmittel oder aber der Geist seiner glorreichen Wehrmacht und ihrer genialen Führung zu kennzeichnen, erübrigt sich. Das deutsche Volk kennt sie ebenso genau wie die ganze Wett. Des Führers Rede vom 19. Juli hat für feinen, der hören kann, einen Zweifel gelassen.
Deutsche Soldaten der Feigheit bezichtigt!
Niederträchtiger Berdrehungsversuch des Londoner Rundfunks.
Berlin, 20. Juli. (DNB.) Wie die englische Presse beeilt sich auch der Londoner Rundfunk, den Appell des Führers an die Vernunft mit den Worten abzutun, die Engländer seien jetzt am Frieden überhaupt nicht interessiert. Zugleich wird der niederträchtige Versuch unternommen, die Ehre des deutschen Soldaten in den Schmutz zu ziehen. Zu der Feststellung des Führers, der Erfolg der Flandernschlacht sei vor allem dem deutschen Soldaten zu verdanken, erklärt der Sprecher wörtlich: „Aber wir wissen so gut wie sicher von den britischen Expeditionsstreitkräften, die aus Dünkirchen zurückkamen, daß jeder deutsche Soldat, der nicht im Schutz eines Tanks, eines motorisierten Fahrzeuges oder eines Sturzkampfflugzeuges war, dazu neigte, aus dem Kampf wegzulaufen mit der Geschwindigkeit eines gewöhnlichen Kaninchens."
Es mag sein, daß die Kriegsverbrecher Churchill, Duff Cooper und Genossen es sehr nötig haben, ihr Volk über den Kampfwert der deutschen Truppen zu belügen und damit die Angst vor einer deutschen Invasion zu betäuben. Draußen in der Welt aber wird dieser erbärmliche Verdrehungsversuch nur dazu beitragen, die ganze Minderwertigkeit des Charakters der Plutokraten grell zu beleuchten. Worte wie „Gentleman" und „Fairneß" sind längst aus dem britischen Wörterbuch gestrichen. Allerdings sind in Dünkirchen Zehntausende davongelaufen „mit der Geschwindigkeit eines Kaninchens". Aber das waren, wie doch nun mal vor der Geschichte feststeht, Engländer, und diejenigen, vor denen sie weggelaufen sind, waren deutsche Soldaten. Ungestraft darf es keiner wagen, die deutschen Soldaten der Feigheit zu bezichtigen. Sie werden diesen pluto- kratischen Maulhewen die Antwort persönlich geben.
9er Führer überreicht dem Selben von Aarvik das Eichenlaub znm Ritterkreuz.
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Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht überreichte am Samstag General der Infanterie Dietl, dem Helden von Narvik, persönlich das ihm verliehene Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. — (Prefse-Hvffmann-M.)
Neue Erfolge der deutschen Lustwaffe.
Der Wehrmachlsbencht vom Sonntag.
B er 1 in, 21. Juli. (BJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 20. 7. und in der Nacht zum 21. Juli Flugplätze, Hafen- und Tankanlagen in Süd- und Mittelengland sowie Jnduftriewerke bei Newcastle an. — Die Bombenabwürfe riefen Brände und Explosionen hervor.^Bei Angriffen gegen Geleilzüge wurden ein feindlicher Kreuzer und zwei Zerstörer getroffen und schwer beschädigt. — hierbei schossen unsere Jäger in Lustkämpfen über dem Kanal a ch t f e i n d- liche Flugzeuge ab. — Lin weiteres feindliches Flugzeug wurde bei Rotterdam abgeschossen.
Im Laufe der Nacht warfen britische Flugzeuge wieder Bomben über Nord- und Westdeutschland sowie über Holland ab. Der an- gerlchtele Schaden ist unerheblich. Mehrere Bomben fielen in eine kleinere norddeutsche Stadt, wodurch sieben Zivilpersonen getötet wurden. Bei diesen nächtlichen Angriffen gelang es, neun feindliche Flugzeuge abzuschlehen, davon sieben durch Flakartillerie, zwei durch Nachtjäger. Feindliche Flieger wurden bei einem Angriff gegen Wilhelmshaven durch starke Abwehr zum vorzeitigen Abdrehen gezwungen und vier von ihnen durch Flakartillerie der Kriegsmarine a b geschossen. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 22 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.
Der Wehrmachlsbericht vom Samstag.
Berlin, 20. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Lin U-Boot meldet die Versenkung von 24 700 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes.
Kampfverbände der L u f t w a f f e griffen in Südengland und Schottland gelegene Kraftwerke, Lagerhäuser, Hafen- und Dockanlagen sowie Nachfchub- lager, Flakstellungen und Flugplätze mit gutem Erfolg an. Weitere Angriffe richteten sich gegen Kriegsund handelsschiffsziele vor der Südküste Englands. Lin Handelsschiff von 5000 BRT. wurde durch Volltreffer versenkt, drei weitere Handelsschiffe und ein Zerstörer durch Treffer zum Test erheblich beschädigt.
Wie bereits bekanntgegeben, sind ohne eigene Verluste über dem Kanal 15 britische Jagdflugzeuge, und zwar 12 des Musters Defiant, zwei des Musters Spltfire und eines vom Typ hurricane durch unsere Messerschmitt-Jäger bei Luftkämpfen abgeschosfen worden. Durch Abschuß von weiteren sechs britischen Spitflre-Jagdflugzeugen hat sich diese Zahl im Laufe des Tages a u f 2 1 erhöht. Ein britisches Flugzeug wurde durch die Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossen.
FeindlicheFlugzeuge warfen in der Nacht zum 20.7. wiederum Bomben über Nord- und Westdeutschland ab. Mehrere Zivilpersonen wurden dabei verletzt. Bei diesen Nachtangriffen sind fünf britische Bomber, und zwar drei durch Flakartillerie und zwei durch Nachtjäger abgeschossen worden. Die Gesamkverluste des Feindes betragen damit gestern 27 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.
Rege Tätigkeit der italienischen Luftwaffe.
Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag.
Rom, 21. Juli. (DNB.) Der italienische Heeresbericht hat folgenden Wortlaut:
Unsere Flugzeuge haben eine wirkungsvolle nächt
liche Bombardierung auf das Torpedos lager von Malta aus niedriger höhe durchgeführt, wobei ausgedehnte Brände hervorgerufen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind unversehrt zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. In Nord^ a fr ika wurde ein englisches Flugzeug ab geschossen und seine drei Mann starke Besatzung gefangenengenommen.
In Ostafrika haben unsere Flugzeuge wirkungsvolle Bombenangriffe auf den Flug, zeugstühpunkt von Buna (Lenya) sowie auf den Luft- und Flottenstützpunkt von Berbern und feindliche Stellungen in der Zone von K u r a u k (Anglo- ägyptischer Sudan) durchgeführt. Lines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.
Seegefecht bei Kreta.
Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag.
Rom, 20.Juli. (DNB.) Der italienische Heeresbericht hat folgenden Wortlaut:
Bei Kreta hat sich in der Morgenfrühe des gestrigen Tages ein dreistündiges Gefecht zwischen unseren leichten Kreuzern „Giovanni delle Bande Nere" und „Bartolomeo Lolleoni" von je 5000 Tonnen und einem englischen Verband, bestehend aus zwei gepanzerten Kreuzern von je 7000 Tonnen der Sydney Klasse und vier Zerstörern, abgespielt. Trotz der klaren Ueberlegenheit der feindlichen Streitkräfte haben unsere Kreuzer das Gefecht ausgenommen und dem Feind schweren Schaden zugefügt. Der Kreuzer „Bartolomeo Lolleonl" wurde in einem lebenswichtigen Teil getroffen und stillgelegt; er ist nach hartnäckigem Kampf gesunken. Ls wird angenommen, daß ein guter Teil der Besatzung gerettet ist. Unsere Bomberverbände haben die feindlichen Streite tröffe erreicht und sie wiederholt mit Bomben belegt, wobei die Kreuzer mehrmals getroffen worden sind. Lin feindliches Schiff geriet in Brand und ist gesunken. Unsere Flugzeuge sind alle zu ihren Stützpunkten zu- rückgekehrt.
Fn gemeinsamem Kampf zum Siege.
Telegrammwechsel zwischen dem Führer und dem Duce.
Berlin, 21. Juli. (DNB.) Mussolini hat an den Führer das nachstehende Telegramm gerichtete „Die Worte Ihrer großen Reichstagsrede sind unmittelbar zum Herzen des italienischen Volkes gegangen. Ich danke Ihnen, und ich wiederhole Ihnen, daß das italienische Volk, was auch kommen mag, mit dem Ihrigen marschieren wird bis an das Ende, d. h. bis zum Siege
gez. Mussolini."
Der Führer hat hierauf telegraphisch wie folgt gedankt: „Ich danke Ihnen, Duce, für Ihr freundschaftliches Telegramm. Vereint in unserer Weltanschauung und verbündet in der Kraft unserer Waffen, werden das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland die Freiheit unserer Völker siegreich erkämpfen
gez. Adolf Hitler."
Graf Ciano nach Italien zurückgekehrt.
Unterredung mit dem Führer. Empfang in Karinhall.
Berlin, 20.Juli. (DNB.) Der Führer empfing Samstag vormittag in Gegenwart des Reichs- minifters des Auswärtigen v. Ribbentrop den italienifchen Minister des Aeußeren Graf C i a n o zu einer längeren Unterredung. Der italienische Botschafter in Berlin, Alfieri, der Chef der Präsidialkanzlei, Staatsminister Dr. Meißner, und der deutsche Botschafter in Rom, von Mackensen, wohnten der Unterredung bei. Auch der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, empfing den Grafen Ciano, der von Botschafter Alfieri begleitet war.
Reichsmarschall Göring und Frau Göring empfingen am Samstagnachmittag den italienischen Außenminister in Karinhall. An dem Empfang nahmen teil Botschafter Alfieri und Frau Alfieri, sowie die Begleiter des Grafen Ciano und Mitglie-
Oie 12 Generalfeldmarschälle des Reiches.
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