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Englands Kriegsmacher weiter am Werk
Wachsende Nervosität in England
biete er dem unterlegenen Gegner noch einmal eine Gelegenheit zur Besinnung. Wenn das < glische Volk von dem nichts verstehe — und es w..o'e es nicht verst^en — so müsse sich ein Gottesge- g e r i ch t vollziehen. Auch die „Starnpa" unterstreicht die maßvolle und realpolitrsche Auffassung der Lage durch den Führer, nachdem er seine Divisionen von der Weichsel bis zum Eismeer und an die Küste des Atlantik geführt habe. Indessen mache Hitler der Verantwortlichkeit des Gegners keine Zugestäiidnisse. Die großmütigen Vorschläge Hitlers gälten nicht der bis ins Mark verdorbenen Kaste und den unersättlichen Ausbeutern der Völker. Bei seinem Appell habe der Führer' über Churchill hinweg seinen Blick aus das englische Volk gerichtet, auf- die Namenlosen, die mit ihrem persönlichen Einsatz die tolle Verblendung ihrer Regierung zu büßen haben würden. Auf alle Fälle aber habe Hitler die Verantwortung genau festgelegt.
,Lavoro Fascista" sagt, nicht gegen die Völker, sondern gegen die Regierenden und ihre leitenden Schichten, gegen das demokratisch-kapitali- stische System sei die Achse gezwungen zu 1 kämpfen. Ergreifend durch ihre menschliche Tiefe seien die Worte gewesen, mit denen Hitler die Lage des englischen Volkes und seiner Arbeitermassen geschildert habe, die in England bleiben würden, um zu kämpfen und die Schrecken zu erdulden, die gewissenlose Leute wie Churchill, Eden, Duff Cooper usw., die letzten Überbleibsel des gefürchteten jüdischen Kapitalismus, deren Kaffen bereits in Sicherheit gebracht feien, auf sie heraufbeschwören wollten. Doch die von hohem Verantwortungsgefühl und Menschlichkeit zeugenden Worte Hitlers minderten in keiner Weise den eisernen Entschluß der Achse, mit Entschiedenheit zu handeln, wenn es die Notwendigkeit erfordern sollte. Kein Zaudern sei möglich, wenn nochmals und zum letzten Male festgestellt werden sollte, daß das englische Volk sich weiter von Tollhäuslern leiten lasse, denen jedes menschliche Gefühl der Verantwortlichkeit fehle. Ein derartiges Volk müsse dann so rasch als möglich in die Lage versetzt werden, der Allgemeinheit nicht mehr schaden zu können. Jedes Volk schaffe sich schließlich durch seine Führer und deren Werke das Schicksal, das es verdiene.
zuhalten.
General Zronside abgesetzt.
Bern, 20. Juli. (DNB.) Nach einer Meldung von „Exchange Telegraph" ist General Edmond I r 0 n s i d e seines Amtes als Befehlshaber der englischen Heimat st reitkräfte enthoben und — wohl damit ihm die Absetzung etwas versüßt wird — zum Feldmarschall ernannt worden. Sir Allan Brooke wurde an Jronsides Stelle gesetzt. Brooke hat in Belgien ein englisches Expeditionskorps befehligt. Er kenne, wie man sagt, die deutschen Kampfmethoden aus Erfahrung. Lord Gort, der Oberkommandierende des Expeditionskorps, wurde zum Generalinspekteur der Jnstruk- tionstruppen ernannt.
Innerpolitische Schwierigkeiten in Kanada.
Rom, 20. Juli. (Europapreß.) Nach Berichten aus Ottawa wächst im französischen Teil der kanadischen Bevölkerung die Erbitterung über den von Churchill auf die kanadische Regierung ausgeübten Druck. Unter dem Einfluß der englandfeindlichen Stimmung habe sich die kanadische Regierung, gezwungen gesehen, entgegen der Forderung Churchills die diplomatischen Beziehungen Kanadas zur französischen Regierung PLtain nicht ab zu- brechen. Die französischen Kanadier fordern immer dringlicher die Rückberufung der nach England entsandten kanadischen Divisionen.
Gibraltar soll geräumt werden.
Madrid, 21. Juli. (Europapreß.) Die Vorbereitungen für die Verteidigung Gibraltars schreiten in gesteigerter Geschwindigkeit fort. Die englischen Militärbehörden planen, alle in der Nähe der Küstenbatterien befindlichen Gebäude abzureißen, oder zumindest die oberen Stockwerke zu beseitigen, um das Schußfeld der Batterien zu vergrößern. Ein ständiger Überwachungsdienst durch Flugzeuge ist in Tätigkeit. Ein großer Teil der Bevölkerung verbrachte auch die letzte Nacht wieder im Freien, aus Furcht davor, daß die Fliegerangriffe sich wieder- holen könnten. Ein Transport von 1000 Evakuierten verließ Gibraltar in Richtung Madeira. Ein weiterer Transport nach Tanger wird demnächst auslaufen. Die englische Evakuierungsorder erstreckt sich auch auf die in der Stadt ansässigen Inder, die die Stadt mit Hab und Gut verlassen müssen.
„England will seinen Ruin."
Italienische presse zum Londoner Echo der Zührerrede.
pell an die Vernunft richtet sich auch an das britische Volk. Wenn die Staatsmänner von Paris und London auf den Dernunftsappell vom 6. Oktober 1939 nicht hörten, so hat die Zeit nachher gezeigt, daß sie unrecht hatten und daß sie die Macht der deutschen Waffen unterschätzt haben. Wird es diesmal genau so kommen? Reichskanzler Hitler hat hmals nachdrücklich die Streitkräfte Deutschlands nstrichen. In voller Kenntnis der Möglichkeiten utschlands und völlig überzeugt von einem voll- •11 bi gen Sieg, hat Reichskanzler Hitler ttotzdem n Appell der Vernunft an das britische Volk ge- chtet." — Der Berliner Korrespondent der „Suisse" schreibt, daß selten eine der Reden des Führers so bewegend war wie die vom Freitagabend.
Eine letzte Gance bleibt von London ungenützt.
Stockholm, 20. Juli. (Europapreß.) Die Stockholmer Zeitungen veröffentlichen Berichte aus London, aus denen die brüske Ablehnung des deutschen Appells durch England hervorgeht. „Alle- handa" schreibt, daß der deutsche Appell England kalt gelassen habe und man ihm kein Gehör geschenkt habe. Es handle sich um das vierte Bermittlungsangebot, das England seit Kriegsausbruch gemacht worden sei. „Svenska Dagbladet" berichtet, die Rede des Führers sei in London an offizieller Stelle „mit verächtlichem Schweigen" ausgenommen worden. In einem offiziösen englischen Kommentar heiße es, „die Rede sei Unsinn"! Man sei der Auffassung, daß man nur auf die letzte Rede Chuchills hinzuweisen brauche, die hinreichend deutlich wäre. Man müsse daran denken, daß „Hitler der Räuber in Europa" sei. Was er jetzt sage, sei dasselbe, als wenn „ein Bandit die Pistole gegen das Haupt eines Wächters der Ordnung" (!) richte. Nach solchen Kommentaren von verantwortlicher Stelle, so schreibt das schwedische Blatt, sei deutlich, daß es keine Aussichten für einen Frieden gebe. Die Stimmung in England sei derart, daß ein UebereinkoMmen im Guten mit Deutschland gegenwärtig unmöglich scheine. Sehr I wenige Engländer wüßten noch, was ein moderner | Krieg bedeute, man wiederhole Churchills Worte, daß man sich auf allen Straßen schlagen werden. Einen Gedanken an Frieden gebe es nicht. Aehnlich berichtet der Londoner Korrespondent von „Dagens Nyheter", irgendeine offizielle englische Reaktion auf die Rede des Führers sei, wie man in London erkläre, „vollständig überflüssig". Englands Antwort sei in der letzten Churchill-Rede gegeben. Vorn englischen Gesichtspunkt aus habe die Hitler-Rede nichts geändert. „Es ist unmöglich, daran zu denken, mit Hitler zu verhandeln", schreibt „Sunday Expreß" und „Reynolds News" fügt aufgeblasen hinzu: „Wir sind entschlossen, Widerstand zu leisten." In der „Sunday Times" heißt es: „Wir kämpfen, weil es keine andere Alternative für die Sache gibt, die wir als das Teuerste in der Welt betrachten, nämlich Freiheit, Gerechtigkeit und Fortschritt der Zivi- lisätion. Schlagen wir jetzt also die Schlacht für die Humanität und jeder Freund der Humanität weiß, daß wir sie schlagen! Diejenigen, die in Großbritannien nicht an die Unbesiegbarkeit Deutschlands glauben, weil sie dieses Bewußtsein durch Erfahrung erworben haben, sind die Armee, die Marine und die Luftwaffe." Man hat nur hinzuzufügen vergessen, daß diese Erfahrungen in Dünkirchen, An- dalsnes und Narvik gesammelt wurden.
klang mit der Haltung der amerikanischen Regierung, die Fortsetzung einer Rundfunkrede des Führers aus Deutschland zu gestatten. (!) „Wir sind sicher", so fährt die Ankündigung in beispielloser Unverschämtheit fort, daß die amerikanischen Hörer uns beipflichten, wenn dem Führer die Benutzung unserer amerikanischen Einrichtung zur Rechtserti- gung seiner Verbrechen gegen die Zivilisation (!) nicht erlaubt wird."
werden.
„Popolo d'Jtalia" betont, Hitler habe Churchill mit den Schultern an die Wand gestellt und gezwungen, sich jetzt zu entscheiden. Wie indessen der Führer geahnt habe, sinde seine historische Rede in England keine günstige Ausnahme. Großbritannien wolle offen barseinen Ruin und den Zusammenbruch des Weltteiches, weil im Grunde fein Ende zu einer europäischen Notwendigkeit geworden sei. Auch Mussolini habe jahrelang vergeblich auf irgendwelches Verständnis in England und Frankreich gewartet. „Gazzetta del Popolo" betont, der Führer habe die englische Plutokratie vor ein Weltgericht gestellt, dem sie sich durch Ausflüchte zu entziehen suche. Hitler sei noch nie so aus der.Hohe seines Glückes erschienen wie gegenwärtig. Seine Soldaten lagerten von Polen bis zu den Pyrenäen, nachdem sie als Eroberer in sechs Hauptstädte ein- gezogen feien. Um so bewundernswerter seien sein Großmut und sein Maßhalten. In letzter Stunde
Der Londoner Korrespondent des „Aftonbladet" schreibt, die Engländer hätten für ihren Teil bereits gewählt. Niemals fei das Wort des Führers mit einer vollkommeneren Ablehnung aufgenokN- men worden als diesmal. Alles deute aber darauf hin, daß Europa und die Welt binnen kurzem einen Sieg ganz anderer Art erleben würden als jemals zuvor. Die Vernunft, die den Vorhang vor der Schlußszene in dem europäischen Krieg niederhalten könne, scheine nicht zu Wort zu kommem
Amerikanische Mahnung an England.
Washington, 21. Juli. (Europapreß.) Churchill sollte auf Hitlers Verhandlungsangebot ein= gehen, verlangt das führende Organ der amerikanischen Bundeshauptstadt, die „Washington P 0 st". Das Verständigungsangebot sei nicht „brüsker Natur", erklärt die Zeitung. Es werde feine bedingungslose Unterrocrfung Englands gefordert, sondern — so weit man übersehen könne — ein Gedankenaustausch über die deutschen Bedingungen. Es sei schwierig einzusehen, warum Churchill mcht wenigstens versuchen solle, diese Bedingungen zu ergründen. „Niemand wird es als ein Zeichen von Schwäche betrachten, wenn England, bevor die Nacht des Krieges hereinbricht, sich bemühen werde festzustellen, ob es noch einen Ausweg gibt. Die Zeitung unterstteicht diese Mahnung an mit dem Hinweis, daß Hitler fraglos in aller Ehrlichkeit erklärt habe, daß es fein letzter Appell an den gesun-v» Menschenverstand seu Das
die liberale „News Chronicle" gegen die von Tag zu Tag zunehmende Zahl von Verhaftungen und spricht von einer „stupiden Ketzerjagd". Das Blatt erklärt, die immer zahlreicher werdenden Verhaftungen und Besttafungen harmloser Bürger trügen zu einer zunehmenden Beunruhigung der Bevölkerung bei. Das Blatt veröffentlicht eine lange Liste von Verurteilungen und bezeichnet dies als ein Symptom der steigenden Nervosität der Behörden aus Furcht vor der „Fünften Kolonne".
Die Kopenhagener Zeitung „Politiken" rechnet mit der Möglichkeit starker innerpolitischer Verschiebngen in England unter dem gewaltigen seelischen Druck der hochdramatischen Wartezeit. „Die Londoner City, die Großindustriellen und auch die Großgrundbesitzer fürchten die begonnene Entwicklung nicht nur, weil sie eine tödliche Gefahr für das britische Weltteich in sich birgt, sondern zugleich, weil eine soziale Revolution in England ihren Anfang genommen hat. Das England, das aus dem Kriege heroor- geht, kann unter feinen Umständen das gleiche sein, wie das heutige. Nicht die herrschende Klasse wird bann noch etwas bebeuten, fonbern biß Millionen des Volfes." Es sei möglich, daß die Kriegsentwicklung allein innerpolitisch das ganze Imperium umstürzen werde. Die soziale Revolution sei für England unvermeidlich.
Das Echo in der Schweiz.
Bern, 20. Juli. (Europapreß.) Die Rede Adolf Hitlers im Reichstag wird von der gesamten schweizerischen Presse in großer Aufmachung wiedergegeben. Unter der Ueberschrift: „Möglichkeit einer
vergegenwärtigt.
'Im letzten Kriege konnte ttotz starker Flotte der Sieg über England nicht erreicht werden, weil d i e geographisch -st rategischen Voraussetzungen dafür fehlten. Der schmale Streifen der belgischen Küste, den wir damals besaßen und der nur zwei Stützpunkte bot, beide obendrein nur für leichte Streitkräfte bis zum Zerstörer und für U-Boote geeignet, konnte uns zwar — solange die Straße Dover—Calais nicht wirksam geschlossen war — eine gewisse Erleichterung des U-Bootkrieges verschaffen, nicht aber den Absprung für große Flottenoperationen. Im Norden riegelte die vom Hauptstützpunkt der brittschen Flotte in Scapa Flow leicht zu überwachende Enge zwischen den Shetlands und Bergen die Deutsche Bucht ab. Norwegen und Dänemark waren neutral, eine weitreichende Luftwaffe existierte noch nicht.
Das alles ist heute anders. Deutschland hat eine neue Kriegsmarine und vor allem d i e stärkste und modernste Luftwaffe der Welt. Von Droncheim bis Bordeaux hat Deutsch-
Madrid, 21. Juli. (DNB.) Die Madrider Zeitungen beschäftigen sich mit dem Appell des Führers an die Vernunft und mit dem unvernünftigen Echo, das dieser Appell in England gefunden hat. „ABC" schreibt: „Hitlers großmütiges Friedensangebot als vage und unbestimmt zu bezeichnen, heißt ein geschichtliches Ereignis ignorieren und mit Pferdeverstand zu urteilen. Wenn Hitler den Engländern noch am Rande ihres Abgrundes eine Chance bietet, so kann dies nur in knapper Form geschehen. Eine großmütige Geste bedarf feiner eingehenden Erläuterung. Auf England ruht eine ungeheure geschichtliche Verantwortung. Der Führer habe durch einen trefflich geführten Schlag die Wahrheit eines Volks- empfindens gegen die Verantwortungslosigkeit der englischen Regierung ausgespielt. Die Enländer seien absolut unfähig, den deutschen Siegeszug auf-
Verständigung in letzter Stunde?" hebt die „Neue Zürcher Zeitung" u.a. hervor, Adolf Hitler habe noch einmal einen Appell an England gerichtet, der die Möglichfeit einer Verständigung in letzter Stunde anbeute. In diesem Appell an die Vernunft liege die große politische Bedeutung der Reichstagsrede. Sein Appell fei eine Warnung an die britische Regierung, zu bedenken, daß die Existenz des britischen Weltreichs auf dem Spiele stehe. Den verantwortlichen Männern Großbritanniens bleibe es überlassen, Schritte zu tun, um den Weg zu einer Verständigung zu finden. Auf Grund der gewaltigen Erfolge der deutschen Armeen feit dem 10. Mai könne niemand Hitler der Schwäche zeihen, wenn er vor dem Beginn einer Offensive gegen England zur Vermeidung neuer Leiden die Möglichkeit einer friedlichen Lösung andeute.
Die „Tribüne de ßaufaniw" schreibt: „Der Ap-
Jm „Obseroer" weiß Garoin zum einstigen Wunsch des Führers nach einer dauerhaften Freundschaft mit ©roßbritaninien nichts besseres zu sagen, als daß England seine Hoffnungen auf die Ideale der verstorbenen Genfer Liga gegründet habe. „Die Rede Hitlers ist das letzte Signal dafür, daß Großbritannien sich bereit halten muß, dem entgegenzutreten, was Hitler beabsichtigt. Im Herzen und mit der Hand sind wir bereit. Wir haben die Absicht, ein Beispiel zu geben, das die freien Menschen für immer begeistern wird." „Daily Telegraph" sagt, der Friedensoffensive des Führers stehe die unüberwindlich britische Entschlossenheit gegenüber, den Krieg zu gewinnen, während in der Führ er rede ein Beweis dafür zu erblicken sei, daß in Berlin Zögern und Unsicherheit herrschten. (!) Großbritannien sei heute vereint durch ein Band, das es befähige, das Aeußerste zu übernehmen und das Aeußerste zu ertragen. Die „Times" erklärt, das englische Volk sei sich seiner Verantwortlichkeit voll bewußt. Offenbar seien die Bedingungen, die der Führer jetzt bereit xu fein scheine vorzuschlagen, darauf basiert, daß seine Neuordnung Europas anerkannt werde. Dies würde jedoch Knechtschaft für den größeren Teil Europas bedeuten. „Wir können nicht anders", so erklärt die „Times", mit echt britischer Überheblichkeit, „als bis zum Aeußersten dagegen zu kämpfen und, da unsere Sache die Sache der Zukunft der Menschheit ist sowie die des -freien unsterblichen Geistes gegenüber der Verleugnung allen Lebens und der Hoffnung, wissen wir, daß wir schließlich Sieger bleiben werden. (!!) Per „Daily Herald" meint: Wir wissen, daß wir für den Frieden nur einen Preis zu zahlen haben, der darin besteht, bis zum Sieg zu kämpfen.
S10 ck h 0 l m, 21. Juli. (Europapreß.) Wie „Nya 1 Dagligt Allehanda" meldet, ist die Nervosität tn der < englischen Bevölkerung besonders stark geworden, ; da man nunmehr den Einsatz der deutschen Lust- flotte gegen England befürchtet. In der englischen Hauptstadt sind 90 Zentralstellen eingerichtet worden, die die einzelnen Stadtteile mit Lebensmitteln versorgen sollen. Die Freiwillige Feuerwehr halte ständig 20 000 Mann in Bereitschaft, während die Brandstationen von 60 auf 380 vermehrt worden sind. Das Jnformationsministe- rium bereitet einen Plan vor, wonach im Falle der Lahmlegung der Londoner Zeitungsdruckereien die führenden englischen Blätter an anderer Stelle des Landes gedruckt werden sollen. Am Samstag ist ein Aufruf erlassen worden, der zur Wassersparsamkeit ermahnt, um eine Rationierung in der Zukunft zu vermeiden. Z. B. wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Badewanne von dem Lektbaden- den gestillt zu lassen, um das Wasser zur Löschung von Bränden bei Luftangriffen zu benutzen. Es gehe nicht an, daß der Letztbadende die Badewanne leere um dann neues Wasser zur Brandlöschung einlaufen zu lassen. Der Jahrgang 1907 ist am Samstag in ganz England registriert worden. Wie immer in solchen Fällen, heißt es, die Einziehungen würden , möglich bald" beginnen. In der kommenden Woche soll der Jahrgang 1906 registriert werden womit dann im Laufe der letzten vier Wochen vier Jahrgänge erfaßt worden wären. In London wird erklärt, in Kürze werde man vier Millionen Mann unter den Fahnen haben. Bei den vier letzten Jahrgängen handelt es sich um Wehrpflichtige, die bisher noch niemals ein Gewehr in der Hand gehabt haben.
Ein bezeichnendes Beispiel für die mangelnde Kriegsbegeisterung liefert der frühere Lordkanzler Lord Maugham in einem Brief an die „Times". Lord Maugham stellt entgegen den offiziellen Behauptungen fest, daß es in England doch „D e f a i - t ist en" gäbe. Wenn gewisse Briefschreiber die Existenz von „Defaitisten^ in England abftritten, so müßten diese offenbar bessere Jnformationsguellen über die wahre Stimmung im Lande haben als die Regierung, die allwöchentlich vertrauliche Informationen darüber aus allen Landesteilen erhalte. „Für meinen Teil", so erklärt Lord Maugham, „muß ich leider sagen, daß ich persönlich einige Defaitisten kenne und von vielen anderen gehört habe." Die Verhaftungswut Churchills wird selbst der regie- , rungshörigen Londoner Presse zuviel. So protestiert
Blatt warnt England,'die Rede Hitlers, wie seine Oktoberrede, als einen Schwächebeweis anzusehen.
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Ein Vorfall ereignete sich an der pazifischen Küste, wo 31 Stationen des Mutual Broadcasting-Systems nach der Übertragung des ersten Teiles der Rede die Sendung a b b r a d) e n. Auf Anweisung des Vizepräsidenten des Konzerns, Lewis Weiß, wurde eine Ankündigung verlesen, in der es heißt, es fei weder im öffentlichen Interesse, noch im Ein-
Vor der Entscheidung.
Äon Fregattenkapitän Mohr.
Mit seinem letzten Appell an die Vernunft des Gegners hat der Führer nach seinen glorreichen Siegen und in der Gewißheit der bewiesenen Unbezwingbarkeit der deutschen Macht England noch einmal vor die Wahl gestellt. Tod oder Leben Englands liegt jetzt in Churchills Hand. Die ganze Großzügigkeit des Führers und das geschichtliche Maß des Verantwortungsgefühls des Siegers wird der Welt offenbar, wenn sie sich die militärische Situation vor dem Entscheidungskampf
Rom, 21. Juli (Europapreß.) „Popolo di Roma" schreibt, die amtlichen Reaktionen Englands auf die Rede des Führers seien noch nicht bekannt. Aber aus der Londoner Presse und dem Londoner Rundfunk könne man einwandfrei entnehmen, daß die Regierung Churchill auf ihrer Linie harter und blinder U n nachg i e b i g k ei t verharre. Im demokratischen England könne die Regierung der Plutokraten unter den gegenwärtigen tragischen Umständen auch eine Politik betreiben, die im krassen Widerspruch zu dem Mehrheitswillen des Volkes stehe. Churchill, dessen Stellung offensichtlich erschüttert sei, sorge, wenn auch mit Mühe, dafür, daß die Kinder der Reichen in Kanada in Sicherheit gebracht würden, zögere aber nicht, die große Masse des englischen Volkes zu opfern. — „Messaggero" meint, niemand könne gegenwärtig sagen, welche Antwort in London die so hohe und menschliche Rede des Führers, der zur Welt gesprochen habe, finden werde. Wenn das englische Volk in v oller Freiheit entscheiden könnte, dann würde dies zweifellos das Ende des Krieges sein. Aber das englische Volk sei nicht frei. Auf alle Fälle seien die Verantwortlich ketten jetzt schon abgegrenzt. Wenn die Klugheit und Mäßigung nicht die Oberhand in London gewinnen würden, dann werde die Entscheidung durch die Waffen herbeigeführt


