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22.7.1940
 
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M Giehener Anzeiger

von etnzelnen Nummern

isisl. General-AnzeigersürOberhessenvar

Englands Kriegsmacher weiter am Werk

Wachsende Nervosität in England

biete er dem unterlegenen Gegner noch einmal eine Gelegenheit zur Besinnung. Wenn das < glische Volk von dem nichts verstehe und es w..o'e es nicht verst^en so müsse sich ein Gottesge- g e r i ch t vollziehen. Auch dieStarnpa" unterstreicht die maßvolle und realpolitrsche Auffassung der Lage durch den Führer, nachdem er seine Divisionen von der Weichsel bis zum Eismeer und an die Küste des Atlantik geführt habe. Indessen mache Hitler der Verantwortlichkeit des Gegners keine Zugestäiidnisse. Die großmütigen Vorschläge Hitlers gälten nicht der bis ins Mark verdorbenen Kaste und den unersätt­lichen Ausbeutern der Völker. Bei seinem Appell habe der Führer' über Churchill hinweg seinen Blick aus das englische Volk gerichtet, auf- die Namenlosen, die mit ihrem persönlichen Einsatz die tolle Verblendung ihrer Regierung zu büßen haben würden. Auf alle Fälle aber habe Hitler die Ver­antwortung genau festgelegt.

,Lavoro Fascista" sagt, nicht gegen die Völker, son­dern gegen die Regierenden und ihre leitenden Schich­ten, gegen das demokratisch-kapitali- stische System sei die Achse gezwungen zu 1 kämpfen. Ergreifend durch ihre menschliche Tiefe seien die Worte gewesen, mit denen Hitler die Lage des englischen Volkes und seiner Arbeitermassen ge­schildert habe, die in England bleiben würden, um zu kämpfen und die Schrecken zu erdulden, die ge­wissenlose Leute wie Churchill, Eden, Duff Cooper usw., die letzten Überbleibsel des gefürchteten jüdi­schen Kapitalismus, deren Kaffen bereits in Sicher­heit gebracht feien, auf sie heraufbeschwören wollten. Doch die von hohem Verantwortungsgefühl und Menschlichkeit zeugenden Worte Hitlers minderten in keiner Weise den eisernen Entschluß der Achse, mit Entschiedenheit zu handeln, wenn es die Not­wendigkeit erfordern sollte. Kein Zaudern sei mög­lich, wenn nochmals und zum letzten Male festge­stellt werden sollte, daß das englische Volk sich wei­ter von Tollhäuslern leiten lasse, denen jedes mensch­liche Gefühl der Verantwortlichkeit fehle. Ein der­artiges Volk müsse dann so rasch als möglich in die Lage versetzt werden, der Allgemeinheit nicht mehr schaden zu können. Jedes Volk schaffe sich schließlich durch seine Führer und deren Werke das Schicksal, das es verdiene.

zuhalten.

General Zronside abgesetzt.

Bern, 20. Juli. (DNB.) Nach einer Meldung vonExchange Telegraph" ist General Edmond I r 0 n s i d e seines Amtes als Befehlshaber der englischen Heimat st reitkräfte ent­hoben und wohl damit ihm die Absetzung etwas versüßt wird zum Feldmarschall ernannt worden. Sir Allan Brooke wurde an Jronsides Stelle ge­setzt. Brooke hat in Belgien ein englisches Expedi­tionskorps befehligt. Er kenne, wie man sagt, die deutschen Kampfmethoden aus Erfahrung. Lord Gort, der Oberkommandierende des Expeditions­korps, wurde zum Generalinspekteur der Jnstruk- tionstruppen ernannt.

Innerpolitische Schwierigkeiten in Kanada.

Rom, 20. Juli. (Europapreß.) Nach Berichten aus Ottawa wächst im französischen Teil der kana­dischen Bevölkerung die Erbitterung über den von Churchill auf die kanadische Regierung ausgeübten Druck. Unter dem Einfluß der englandfeindlichen Stimmung habe sich die kanadische Regierung, ge­zwungen gesehen, entgegen der Forderung Chur­chills die diplomatischen Beziehungen Kanadas zur französischen Regierung PLtain nicht ab zu- brechen. Die französischen Kanadier fordern im­mer dringlicher die Rückberufung der nach England entsandten kanadischen Divisionen.

Gibraltar soll geräumt werden.

Madrid, 21. Juli. (Europapreß.) Die Vorberei­tungen für die Verteidigung Gibraltars schreiten in gesteigerter Geschwindigkeit fort. Die englischen Mi­litärbehörden planen, alle in der Nähe der Küsten­batterien befindlichen Gebäude abzureißen, oder zu­mindest die oberen Stockwerke zu beseitigen, um das Schußfeld der Batterien zu vergrößern. Ein ständiger Überwachungsdienst durch Flugzeuge ist in Tätigkeit. Ein großer Teil der Bevölkerung ver­brachte auch die letzte Nacht wieder im Freien, aus Furcht davor, daß die Fliegerangriffe sich wieder- holen könnten. Ein Transport von 1000 Evakuier­ten verließ Gibraltar in Richtung Madeira. Ein weiterer Transport nach Tanger wird demnächst auslaufen. Die englische Evakuierungsorder erstreckt sich auch auf die in der Stadt ansässigen Inder, die die Stadt mit Hab und Gut verlassen müssen.

England will seinen Ruin."

Italienische presse zum Londoner Echo der Zührerrede.

pell an die Vernunft richtet sich auch an das bri­tische Volk. Wenn die Staatsmänner von Paris und London auf den Dernunftsappell vom 6. Oktober 1939 nicht hörten, so hat die Zeit nachher gezeigt, daß sie unrecht hatten und daß sie die Macht der deutschen Waffen unterschätzt haben. Wird es dies­mal genau so kommen? Reichskanzler Hitler hat hmals nachdrücklich die Streitkräfte Deutschlands nstrichen. In voller Kenntnis der Möglichkeiten utschlands und völlig überzeugt von einem voll- 11 bi gen Sieg, hat Reichskanzler Hitler ttotzdem n Appell der Vernunft an das britische Volk ge- chtet." Der Berliner Korrespondent derSuisse" schreibt, daß selten eine der Reden des Führers so bewegend war wie die vom Freitagabend.

Eine letzte Gance bleibt von London ungenützt.

Stockholm, 20. Juli. (Europapreß.) Die Stock­holmer Zeitungen veröffentlichen Berichte aus Lon­don, aus denen die brüske Ablehnung des deutschen Appells durch England hervorgeht.Alle- handa" schreibt, daß der deutsche Appell England kalt gelassen habe und man ihm kein Gehör geschenkt habe. Es handle sich um das vierte Bermittlungsangebot, das England seit Kriegsaus­bruch gemacht worden sei.Svenska Dagbladet" berichtet, die Rede des Führers sei in London an offizieller Stellemit verächtlichem Schweigen" aus­genommen worden. In einem offiziösen englischen Kommentar heiße es,die Rede sei Unsinn"! Man sei der Auffassung, daß man nur auf die letzte Rede Chuchills hinzuweisen brauche, die hinreichend deutlich wäre. Man müsse daran denken, daßHit­ler der Räuber in Europa" sei. Was er jetzt sage, sei dasselbe, als wennein Bandit die Pistole ge­gen das Haupt eines Wächters der Ordnung" (!) richte. Nach solchen Kommentaren von verantwort­licher Stelle, so schreibt das schwedische Blatt, sei deutlich, daß es keine Aussichten für einen Frieden gebe. Die Stimmung in England sei derart, daß ein UebereinkoMmen im Guten mit Deutschland gegenwärtig unmöglich scheine. Sehr I wenige Engländer wüßten noch, was ein moderner | Krieg bedeute, man wiederhole Churchills Worte, daß man sich auf allen Straßen schlagen werden. Einen Gedanken an Frieden gebe es nicht. Aehnlich berichtet der Londoner Korrespondent vonDagens Nyheter", irgendeine offizielle englische Reaktion auf die Rede des Führers sei, wie man in London er­kläre,vollständig überflüssig". Englands Antwort sei in der letzten Churchill-Rede gegeben. Vorn eng­lischen Gesichtspunkt aus habe die Hitler-Rede nichts geändert.Es ist unmöglich, daran zu denken, mit Hitler zu verhandeln", schreibtSunday Expreß" undReynolds News" fügt aufgeblasen hinzu: Wir sind entschlossen, Widerstand zu leisten." In derSunday Times" heißt es:Wir kämpfen, weil es keine andere Alternative für die Sache gibt, die wir als das Teuerste in der Welt betrachten, näm­lich Freiheit, Gerechtigkeit und Fortschritt der Zivi- lisätion. Schlagen wir jetzt also die Schlacht für die Humanität und jeder Freund der Humanität weiß, daß wir sie schlagen! Diejenigen, die in Großbritan­nien nicht an die Unbesiegbarkeit Deutschlands glau­ben, weil sie dieses Bewußtsein durch Erfahrung erworben haben, sind die Armee, die Marine und die Luftwaffe." Man hat nur hinzuzufügen ver­gessen, daß diese Erfahrungen in Dünkirchen, An- dalsnes und Narvik gesammelt wurden.

klang mit der Haltung der amerikanischen Regie­rung, die Fortsetzung einer Rundfunkrede des Füh­rers aus Deutschland zu gestatten. (!)Wir sind sicher", so fährt die Ankündigung in beispielloser Unverschämtheit fort, daß die amerikanischen Hörer uns beipflichten, wenn dem Führer die Benutzung unserer amerikanischen Einrichtung zur Rechtserti- gung seiner Verbrechen gegen die Zivilisation (!) nicht erlaubt wird."

werden.

Popolo d'Jtalia" betont, Hitler habe Churchill mit den Schultern an die Wand gestellt und ge­zwungen, sich jetzt zu entscheiden. Wie indessen der Führer geahnt habe, sinde seine historische Rede in England keine günstige Ausnahme. Großbritannien wolle offen barseinen Ruin und den Zu­sammenbruch des Weltteiches, weil im Grunde fein Ende zu einer europäischen Notwendigkeit gewor­den sei. Auch Mussolini habe jahrelang vergeblich auf irgendwelches Verständnis in England und Frankreich gewartet.Gazzetta del Popolo" betont, der Führer habe die englische Plutokratie vor ein Weltgericht gestellt, dem sie sich durch Ausflüchte zu entziehen suche. Hitler sei noch nie so aus der.Hohe seines Glückes erschienen wie gegenwärtig. Seine Soldaten lagerten von Polen bis zu den Pyrenäen, nachdem sie als Eroberer in sechs Hauptstädte ein- gezogen feien. Um so bewundernswerter seien sein Großmut und sein Maßhalten. In letzter Stunde

Der Londoner Korrespondent desAftonbladet" schreibt, die Engländer hätten für ihren Teil be­reits gewählt. Niemals fei das Wort des Führers mit einer vollkommeneren Ablehnung aufgenokN- men worden als diesmal. Alles deute aber darauf hin, daß Europa und die Welt binnen kurzem einen Sieg ganz anderer Art erleben würden als jemals zuvor. Die Vernunft, die den Vorhang vor der Schlußszene in dem europäischen Krieg niederhalten könne, scheine nicht zu Wort zu kommem

Amerikanische Mahnung an England.

Washington, 21. Juli. (Europapreß.) Chur­chill sollte auf Hitlers Verhandlungsangebot ein= gehen, verlangt das führende Organ der amerika­nischen Bundeshauptstadt, dieWashington P 0 st". Das Verständigungsangebot sei nichtbrüs­ker Natur", erklärt die Zeitung. Es werde feine bedingungslose Unterrocrfung Englands gefordert, sondern so weit man übersehen könne ein Ge­dankenaustausch über die deutschen Bedingungen. Es sei schwierig einzusehen, warum Churchill mcht wenigstens versuchen solle, diese Bedingungen zu ergründen.Niemand wird es als ein Zeichen von Schwäche betrachten, wenn England, bevor die Nacht des Krieges hereinbricht, sich bemühen werde festzustellen, ob es noch einen Ausweg gibt. Die Zeitung unterstteicht diese Mahnung an mit dem Hinweis, daß Hitler fraglos in aller Ehr­lichkeit erklärt habe, daß es fein letzter Ap­pell an den gesun-v» Menschenverstand seu Das

die liberaleNews Chronicle" gegen die von Tag zu Tag zunehmende Zahl von Verhaftungen und spricht von einerstupiden Ketzerjagd". Das Blatt erklärt, die immer zahlreicher werdenden Ver­haftungen und Besttafungen harmloser Bürger trü­gen zu einer zunehmenden Beunruhigung der Be­völkerung bei. Das Blatt veröffentlicht eine lange Liste von Verurteilungen und bezeichnet dies als ein Symptom der steigenden Nervosität der Behör­den aus Furcht vor derFünften Kolonne".

Die Kopenhagener ZeitungPolitiken" rechnet mit der Möglichkeit starker innerpolitischer Verschiebngen in England unter dem gewaltigen seelischen Druck der hochdramatischen Wartezeit.Die Londoner City, die Großindustriellen und auch die Großgrundbesitzer fürchten die begonnene Entwicklung nicht nur, weil sie eine tödliche Gefahr für das britische Weltteich in sich birgt, sondern zugleich, weil eine soziale Revolution in England ihren Anfang genom­men hat. Das England, das aus dem Kriege heroor- geht, kann unter feinen Umständen das gleiche sein, wie das heutige. Nicht die herrschende Klasse wird bann noch etwas bebeuten, fonbern biß Millionen des Volfes." Es sei möglich, daß die Kriegsentwicklung allein innerpolitisch das ganze Imperium umstürzen werde. Die soziale Revolution sei für England un­vermeidlich.

Das Echo in der Schweiz.

Bern, 20. Juli. (Europapreß.) Die Rede Adolf Hitlers im Reichstag wird von der gesamten schwei­zerischen Presse in großer Aufmachung wiedergege­ben. Unter der Ueberschrift:Möglichkeit einer

vergegenwärtigt.

'Im letzten Kriege konnte ttotz starker Flotte der Sieg über England nicht erreicht werden, weil d i e geographisch -st rategischen Voraus­setzungen dafür fehlten. Der schmale Strei­fen der belgischen Küste, den wir damals besaßen und der nur zwei Stützpunkte bot, beide obendrein nur für leichte Streitkräfte bis zum Zerstörer und für U-Boote geeignet, konnte uns zwar solange die Straße DoverCalais nicht wirksam geschlossen war eine gewisse Erleichterung des U-Bootkrieges verschaffen, nicht aber den Absprung für große Flottenoperationen. Im Norden riegelte die vom Hauptstützpunkt der brittschen Flotte in Scapa Flow leicht zu überwachende Enge zwischen den Shetlands und Bergen die Deutsche Bucht ab. Norwegen und Dänemark waren neutral, eine weitreichende Luft­waffe existierte noch nicht.

Das alles ist heute anders. Deutschland hat eine neue Kriegsmarine und vor allem d i e stärkste und modernste Luftwaffe der Welt. Von Droncheim bis Bordeaux hat Deutsch-

Madrid, 21. Juli. (DNB.) Die Madrider Zei­tungen beschäftigen sich mit dem Appell des Füh­rers an die Vernunft und mit dem unvernünftigen Echo, das dieser Appell in England gefunden hat. ABC" schreibt:Hitlers großmütiges Friedens­angebot als vage und unbestimmt zu bezeichnen, heißt ein geschichtliches Ereignis igno­rieren und mit Pferdeverstand zu urteilen. Wenn Hitler den Engländern noch am Rande ihres Abgrundes eine Chance bietet, so kann dies nur in knapper Form geschehen. Eine großmütige Geste be­darf feiner eingehenden Erläuterung. Auf England ruht eine ungeheure geschichtliche Ver­antwortung. Der Führer habe durch einen trefflich geführten Schlag die Wahrheit eines Volks- empfindens gegen die Verantwortungslosigkeit der englischen Regierung ausgespielt. Die Enländer seien absolut unfähig, den deutschen Siegeszug auf-

Verständigung in letzter Stunde?" hebt dieNeue Zürcher Zeitung" u.a. hervor, Adolf Hitler habe noch einmal einen Appell an England gerichtet, der die Möglichfeit einer Verständigung in letzter Stunde anbeute. In diesem Appell an die Vernunft liege die große politische Bedeutung der Reichstagsrede. Sein Appell fei eine Warnung an die britische Regierung, zu bedenken, daß die Existenz des britischen Welt­reichs auf dem Spiele stehe. Den verantwortlichen Männern Großbritanniens bleibe es überlassen, Schritte zu tun, um den Weg zu einer Verständi­gung zu finden. Auf Grund der gewaltigen Erfolge der deutschen Armeen feit dem 10. Mai könne nie­mand Hitler der Schwäche zeihen, wenn er vor dem Beginn einer Offensive gegen England zur Ver­meidung neuer Leiden die Möglichkeit einer fried­lichen Lösung andeute.

DieTribüne de ßaufaniw" schreibt:Der Ap-

JmObseroer" weiß Garoin zum einstigen Wunsch des Führers nach einer dauerhaften Freund­schaft mit ©roßbritaninien nichts besseres zu sagen, als daß England seine Hoffnungen auf die Ideale der verstorbenen Genfer Liga gegründet habe.Die Rede Hitlers ist das letzte Signal dafür, daß Groß­britannien sich bereit halten muß, dem entgegenzu­treten, was Hitler beabsichtigt. Im Herzen und mit der Hand sind wir bereit. Wir haben die Absicht, ein Beispiel zu geben, das die freien Menschen für immer begeistern wird."Daily Telegraph" sagt, der Friedensoffensive des Führers stehe die un­überwindlich britische Entschlossenheit gegenüber, den Krieg zu gewinnen, während in der Führ er rede ein Beweis dafür zu erblicken sei, daß in Berlin Zögern und Unsicherheit herrschten. (!) Großbritannien sei heute vereint durch ein Band, das es befähige, das Aeußerste zu übernehmen und das Aeußerste zu er­tragen. DieTimes" erklärt, das englische Volk sei sich seiner Verantwortlichkeit voll bewußt. Offenbar seien die Bedingungen, die der Führer jetzt bereit xu fein scheine vorzuschlagen, darauf basiert, daß seine Neuordnung Europas anerkannt werde. Dies würde jedoch Knechtschaft für den größeren Teil Europas bedeuten.Wir können nicht anders", so erklärt dieTimes", mit echt britischer Überheb­lichkeit,als bis zum Aeußersten dagegen zu kämp­fen und, da unsere Sache die Sache der Zukunft der Menschheit ist sowie die des -freien unsterblichen Geistes gegenüber der Verleugnung allen Lebens und der Hoffnung, wissen wir, daß wir schließlich Sieger bleiben werden. (!!) PerDaily Herald" meint: Wir wissen, daß wir für den Frieden nur einen Preis zu zahlen haben, der darin besteht, bis zum Sieg zu kämpfen.

S10 ck h 0 l m, 21. Juli. (Europapreß.) WieNya 1 Dagligt Allehanda" meldet, ist die Nervosität tn der < englischen Bevölkerung besonders stark geworden, ; da man nunmehr den Einsatz der deutschen Lust- flotte gegen England befürchtet. In der englischen Hauptstadt sind 90 Zentralstellen eingerichtet wor­den, die die einzelnen Stadtteile mit Lebens­mitteln versorgen sollen. Die Freiwillige Feuerwehr halte ständig 20 000 Mann in Bereit­schaft, während die Brandstationen von 60 auf 380 vermehrt worden sind. Das Jnformationsministe- rium bereitet einen Plan vor, wonach im Falle der Lahmlegung der Londoner Zeitungsdruckereien die führenden englischen Blätter an anderer Stelle des Landes gedruckt werden sollen. Am Samstag ist ein Aufruf erlassen worden, der zur Wasserspar­samkeit ermahnt, um eine Rationierung in der Zu­kunft zu vermeiden. Z. B. wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Badewanne von dem Lektbaden- den gestillt zu lassen, um das Wasser zur Löschung von Bränden bei Luftangriffen zu benutzen. Es gehe nicht an, daß der Letztbadende die Badewanne leere um dann neues Wasser zur Brandlöschung einlaufen zu lassen. Der Jahrgang 1907 ist am Samstag in ganz England registriert worden. Wie immer in solchen Fällen, heißt es, die Einziehungen würden , möglich bald" beginnen. In der kommen­den Woche soll der Jahrgang 1906 registriert wer­den womit dann im Laufe der letzten vier Wochen vier Jahrgänge erfaßt worden wären. In London wird erklärt, in Kürze werde man vier Millionen Mann unter den Fahnen haben. Bei den vier letz­ten Jahrgängen handelt es sich um Wehrpflichtige, die bisher noch niemals ein Gewehr in der Hand gehabt haben.

Ein bezeichnendes Beispiel für die mangelnde Kriegsbegeisterung liefert der frühere Lordkanzler Lord Maugham in einem Brief an dieTimes". Lord Maugham stellt entgegen den offiziellen Be­hauptungen fest, daß es in England dochD e f a i - t ist en" gäbe. Wenn gewisse Briefschreiber die Existenz vonDefaitisten^ in England abftritten, so müßten diese offenbar bessere Jnformationsguellen über die wahre Stimmung im Lande haben als die Regierung, die allwöchentlich vertrauliche Informa­tionen darüber aus allen Landesteilen erhalte.Für meinen Teil", so erklärt Lord Maugham,muß ich leider sagen, daß ich persönlich einige Defaitisten kenne und von vielen anderen gehört habe." Die Verhaftungswut Churchills wird selbst der regie- , rungshörigen Londoner Presse zuviel. So protestiert

Blatt warnt England,'die Rede Hitlers, wie seine Oktoberrede, als einen Schwächebeweis anzusehen.

*

Ein Vorfall ereignete sich an der pazifischen Küste, wo 31 Stationen des Mutual Broadcasting-Systems nach der Übertragung des ersten Teiles der Rede die Sendung a b b r a d) e n. Auf Anweisung des Vizepräsidenten des Konzerns, Lewis Weiß, wurde eine Ankündigung verlesen, in der es heißt, es fei weder im öffentlichen Interesse, noch im Ein-

Vor der Entscheidung.

Äon Fregattenkapitän Mohr.

Mit seinem letzten Appell an die Vernunft des Gegners hat der Führer nach seinen glorreichen Siegen und in der Gewißheit der bewiesenen Un­bezwingbarkeit der deutschen Macht England noch einmal vor die Wahl gestellt. Tod oder Leben Eng­lands liegt jetzt in Churchills Hand. Die ganze Großzügigkeit des Führers und das geschichtliche Maß des Verantwortungsgefühls des Siegers wird der Welt offenbar, wenn sie sich die militä­rische Situation vor dem Entscheidungskampf

Rom, 21. Juli (Europapreß.)Popolo di Roma" schreibt, die amtlichen Reaktionen Englands auf die Rede des Führers seien noch nicht bekannt. Aber aus der Londoner Presse und dem Londoner Rund­funk könne man einwandfrei entnehmen, daß die Regierung Churchill auf ihrer Linie harter und blinder U n nachg i e b i g k ei t ver­harre. Im demokratischen England könne die Re­gierung der Plutokraten unter den gegenwärtigen tragischen Umständen auch eine Politik betreiben, die im krassen Widerspruch zu dem Mehrheitswillen des Volkes stehe. Chur­chill, dessen Stellung offensichtlich erschüttert sei, sorge, wenn auch mit Mühe, dafür, daß die Kinder der Reichen in Kanada in Sicherheit gebracht wür­den, zögere aber nicht, die große Masse des eng­lischen Volkes zu opfern.Messaggero" meint, niemand könne gegenwärtig sagen, welche Antwort in London die so hohe und menschliche Rede des Führers, der zur Welt gesprochen habe, finden werde. Wenn das englische Volk in v oller Frei­heit entscheiden könnte, dann würde dies zweifel­los das Ende des Krieges sein. Aber das englische Volk sei nicht frei. Auf alle Fälle seien die Verantwortlich ketten jetzt schon abgegrenzt. Wenn die Klugheit und Mäßigung nicht die Ober­hand in London gewinnen würden, dann werde die Entscheidung durch die Waffen herbeigeführt