Ausgabe 
22.5.1940
 
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SJ.Jpor/

ihr erst

. (Nachdruck verboten!)

34. Fortsetzung.

Jeden Samstag ist neben der alten Liebfrauen­kirche in Bautzen Ferkelmarkt. Bauern in bunter Tracht aus den umliegenden Dörfern verkaufen, handeln ein.

Hänischlob hat den Viehwagen angeschirrt, und Jupp verwendet vorläufig denhäuslichen Studier­

hat alles gehört.

Geht bei euch die Sonne so spät auf?"

Die Wolken auf Rudolfs Stirn sind im Nu ver­flogen.

Jutta, frisch wie der junge Morgen! Und schon auf Visite?"

Jnspektionsritt, könnte ich jetzt flunkern. Aber der Wahrheit die Ehre: Ziel Gräfehof und nichts anderes!"

Jutta, du hast so was Hinterhältiges! Und dein Besuch zu so früher Stunde recht verdächtig!"

Sehr verdächtig!"

Was passiert?"

Na und ob! Ganze Familie zusammentrommeln, Familienrat, Dolf! Aber möglichst nicht auf dem Hof!"

Auch Vater?"

Natürlich. Den zu allererst!"

Rudolf führt Juttas Pferd in den Stall. An Hänischlob denkt keiner mehr. Brummend fährt der mit seinen Ferkeln zum Hofe hinaus. Drinnen in der Stube ist Lena und bringt gerade die Mehl­suppe auf den Tisch.

Jutta! So ein früher Gast?"

Mehlsuppe?" schnuppert Jutta.Sonst in allen Ehren! Aber heute? Kann man eigentlich Sekt auf nüchternen Magen trinken?"

Sekt? dann lieber Rodaer Gold! Was ist denn eigentlich in dich gefahren?"

Ich will nur Vater Gräfes Gesicht ein wenig aufhellen. Ah, da ist er ja! Guten Morgen, Vater Gräfe! He, Hefenfranz, Sie können ruhig hier bleiben! Für Sie ist «das was besonders Schönes! Leute, hört und staunt: die Autobahn kommt über den Plesfener Parts"

MstöUK schaffen,Lena?

liomon von Martina Lckart-kjelm

Herabsetzung der Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer.

Die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1940, die vom 1.4.1940 an zu leisten sind, richten sich im allgemeinen nach dem Gewerbesteuerbescheid für 1939, dem der Gewerbe, ertrag des Jahres 1938 zugrunde liegt. Soweit sich bereits auf Grund der abgegebenen Gewerbesteuer- erklärung eine wesentlich niedrigere Gewerbesteuer für 1940 ergeben wird, kommt eine Herabsetzung der Vorauszahlungen nur in Härtefällen aus Bil« ligkeitsgründen in Betracht. Daß der Gewerbertrag 1940 gegenüber 1939 zurückgehen wird, führt gründ, sätzlich nicht zu einer Herabsetzung der Gewerbe, steuer, da der Gewinn des Jahres 1939 der Ge­werbesteuer 1940 in jedem Falle zugrundegelegt wird. Ergeben sich hierdurch Härten, so kann regel, mäßig nur Gewährung von Stundung oder Zu, lassung von Teilzahlungen beantragt werden: ein Erlaß von Gewerbesteuer wird nur in besonderen

tag" dazu, ihm beim Verfrachten der kleinen quieken­den Gesellschaft zu helfen.

Rudolf geht die Arbeit nicht schnell genug.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Wenn zu Mittag in Bautzen angetrottelt kommt, bleibt ihr auf euern Ferkeln sitzen!"

Zu Mittag? Kaum ist die Sonne erst aufge­gangen!"

Jupp posaunt mit lauter Stimme. Die flotte Reiterin, die eben in den Hof galoppiert kommt,

allein an die langen, einsamen Wintermonate dort oben. Die nächste Stadt ist Stunden entfernt."

Ich habe ja Gottfried."

Sagst du das nicht nur jetzt aus deiner heimat­lichen Geborgenheit heraus? Wenn nun Enttäuschun­gen kommen? Ohne Kummer geht es im Leben nicht ab. Wird es dir dann nicht bange werden, so weit von daheim fort zu sein?"

Mein Haus und meine Heimat ist doch dann dort oben bei Gottfried, Tante Lena", ohne Zaudern sagt sie es.

Lena sieht in glänzende Augen.

Ja, ja, Kind, es wird schon alles gut werden. Dort im Ostland braucht man solche Jugend, wie ihr seid, du und Gottfried!"

Gottfried schreibt, daß die ostpreußischen Seen viel Aehnlichkeit haben mit unseren großen Teichen. Und den Sommer malt er mir aus und den Frühling. Und im Winter sind die Jagden und die Schlitten- ahrten." Erni macht eine kleine Pause. Ein Lachen liegt über ihr GesichtNa, und dann werden wir a auch Kinder haben!"

Glückliches, unbeschwertes Jungsein! Lenas Blick hängt lange an dieser strahlenden Erni. Sie weiß, das hat ihr gefehlt, dieses herzhafte Hineinspringen­können in ein neues Leben.

Und du, Tante Lena?" fragt Erni dann.Du sagst gar nichts von dir. Ich rede immer nur von mir, von meiner Zukunft."

Heute ist dein Tag, Erni. Jetzt laß dir die Haupt­sache sein, daß alles klar ist zwischen dir und mir, daß dir niemand im Wege steht."

Erni kann sich noch nicht von Lena trennen. Gott­fried ist ihr ein unerschöpfliches Thema.

Spät in der Nacht geht sie in ihre Kammer. Der Sturm hat sich gelegt, ist zugedeckt vom Frieden einer sternenkühlen Nacht.

b e 5 für 1939 Vorauszahlungen In Höhe von % der zuletzt veranlagten, um die Steuerabzugsbeträge verminderten Einkommensteuer für 1938 zu ent. richten. Der Steuerpflichtige wird eine Herabsetzung dieser Vorauszahlungen beantragen können, wenn das Einkommen 1940 wesentlich geringer als das Einkommen 1938 sein wird, oder die Freigrenze praktisch wird oder 1940 höhere Steuerabzugsbeträge anzurechnen sind. Nach Erhalt desSt euer- b e s ch e i d e s über den Kriegszuschlag für 1939, der in dem Einkommensteuerbescheid für 1939 festgesetzt ist, betragen die vierteljährlichen Vorauszahlungen auf den Kriegszuschlag für 1940 infolge der Verdrei- fachung des Kriegszuschlages (H statt % im Jahre 1940 gegenüber 1939) je % des Kriegszuschlages für 1939. Für die Herabsetzung her Vorauszahlungen gelten die oben für die Einkommensteuer wieder, gegebenen Grundsätze entsprechend. Voraussetzung für eine Herabsetzung ist also, daß sich der Kriegs- zuschlag für 1940 um mehr als Vs, mindestens 50 RM. niedriger als für 1939 stellen wird. Im all­gemeinen wird eine Herabsetzung und gegebenen­falls eine Erhöhung der Vorauszahlungen auf den Kriegszuschlag für 1940 in den Fällen erfolgen, in denen auch die Vorauszahlungen auf die Einkom. mensteuer für 1940 herabgesetzt werden. Außerdem ist die Freigrenze von 2400 RM. jährlich zu be­rücksichtigen.

Schulfrei für den Reickssportwettkampf der HZ.

Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, R u st, hat aus Anlaß des Reichssportwettkampfes der HI. folgende Verfügung erlassen:

,Mm 25.Z26. Mai d. I. fuhrt die HI. den dies- jährigen Reichssportwettkamps durch. Auf Antrag des Jugendführers des Deutschen Reiches erkläre ich mich damit einverstanden, daß am Samstag, 25.Mai d. I., der Unterricht ausfällt.

Reichstrainer Käfer, Berlin kommt nach Gießen.

Auf Einladung des NS.-Reichsbundss für Leibes­übungen, Ortsringführer Franz Sauer, kommt Reichstrainer Käfer (Berlin) vom Reichsfachanst Schwimmen nach Gießen und wird in den Tagen von Montag, 27., bis Donnerstag, 30. Mai, Lehr­stunden im Städtischen Volksbad erteilen. In erster Linie sollen solche Schwimmer und Springer aus­gebildet werden, die z. B. bei der Hitler-Jugend und beim BDM. Anleitungen zum Schtbimmen geben können. Die Veranstaltungen sind für alle Schwim­mer im NSRL. offen. Es finden jeden Abend Schwimmstunden im Volksbad statt. Zum Abschluß werden am Donerstag die notwendigen theoretischen Anweisungen erteilt.

Hußballergebniffe der 2. Klaffe.

Grohen-Buseck I. VfB.R. II. 4:0 (3:0).

Durch einen eindeutigen Sieg konnte Großen- Buseck oie Tabellsnführung befestigen. Obwohl man den Grünweißen einige Chancen für diesen Kampf eingeräumt hatte, enttäuschte die Mannschaft wie­derum. Die Gastgeber hatten ihre Mannschaft stark verjüngt, was der Mannschaft sehr zum Vorteil gereichte. Bis zur Halbzeit sorgten die Platzherren durch drei Tore für einen Vorsprung, der auch ge­halten werden konnte. Die Grünweihen hatten zwar

ein Antrag nicht bereits vor dem 10.3. gestellt ist, nunmehr bei entsprechender Glaubhaftmachung auf 60 RM. vierteljährlich mit Wirkung vom 10. 6. dieses Jahres beantragt werden.

Da die- Festsetzung der Vorauszahlungen, wie er­wähnt, nicht zurückwirkt, bleibt es im Falle einer Neufestsetzung nach Erhalt des Einkommensteuerbe­scheides für 1939 grundsätzlich bei den früher ge­leisteten Vorauszahlungen. Das Finanzamt wird jedoch, da die Vorauszahlungen mit der voraussicht­lichen Einkommensteuer möglichst übereinstimmen sollen, bei einer Neufestsetzung der Vorauszahlun­gen die früheren höheren Vorauszahlungen berück­sichtigen können. Jedoch kann nicht etwa allgemein nach Erhalt des neuen Steuerbescheids ein Herab- fetzungsantrag damit begründet werden, daß bereits früher höhere Vorauszahlungen geleistet seien. Dies kann, wenn die oben wiedergegebenen Voraussetzun­gen für einen Herabsetzungsantrag nicht vorliegen, nur ausnahmsweise im Billigkeitswege durch Stun- düng berücksichtigt werden.

Das Finanzamt kann die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer erhöhen, wenn sich die voraus­sichtliche Einkommensteuer um mehr als %, minde­stens 300 RM. höher als die bisherige stellen wird. Von der Erhöhung und der Herabsetzung soll nur in wirklich lohnenden Fällen Gebrauch gemacht werden (sog. Kannvorschrift).

Erwähnt sei noch, daß sich eine wesentliche Aende- rung für die Vorauszahlungen auch dadurch ergeben kann, daß ein selbständig Berufstätiger Arbeitnehmer wird oder umgekehrt. Auch in diesen Fällen können die Vorauszahlungen unter Berücksichtigung der Steuerabzugsbeträge nach den Veranlagungsricht­linien vom 15.1.40 (Z. 95) herbgesetzt bzw. erhöht werden.

Herabsetzung

der Vorauszahlungen auf den Kriegszuschlag.

Jutta!"

Ein vielstimmiger Jubelruf fliegt zu der Balken­decke der alten, ehrwürdigen Gräfestube.

Nur einer sagt nichts. Einem hat es die Reds verschlagen, diese Freudenbotschaft, die kaum glaub­liche. Emer sitzt wie vor den Kops geschlagen auf dem alten Holzstuhl vor seinem Schreibpult, sitzt, als könne er nicht fassen, was Rudolfs Braut eben gesagt hat. Er sieht verständnislos ins Weite, bis langsam eine helle, ja, eine fast triumphierende Freude über sein Gesicht fliegt.

Das Zunftwappen, das Zunftwappen", sagt er schließlich fast töricht, als ob das das Wichtigste wäre.

Erni ist bei ihm, legt den Arm um seinen Hals, eine Zärtlichkeit, die im Gräfehause ungewöhnlich ist. Aber sie hat wirklich Angst, die große Freude könnte den Vater erdrücken.

Rudolf ist natürlich schon bei dem Wie und Warum, daß in zwölfter Stunde das Blatt sich noch gewendet hat. Und erst Jupp! Alles an ihm ist Wißbegierde. Seine laute Stimme übertönt alle.

Hab' ich's nicht gesagt, hab' ich's nicht gesagt? Ein Viadukt, natürlich ein Viadukt!"

Ja, so ist die Sache nun: das Gelände unterhalb der Gräfewiesen ist sumpfig. Ein Viadukt würde nötig sein, den man bei der anderen Strecke durch den Plesfener Park einsparen kann.

Dazu kommt, daß durch unseren Park ein land­schaftlich schöneres Stück erschlossen wird. Auch dar­auf legt man viel Wert."

Jutta ist ein tapferer Kerl, durch und durch. Ru­dolf drückt ihr die Hand, die er schon die ganze Zeit festgehalten hat. Sie muß ein großes Stück dieses alten Parks hergeben, eine einschneidende Aenderung in dem jahrhundertealten Besitz erdulden, und kommt herüber ins Gräfehaus geprescht, um ihnen so schnell wie möglich die Botschaft zu bringen. Wirklich nobel ist das! Darüber sind sie sich alle einig. Auch Vater Gräfe, der jetzt aufgestanden ist. Ordentlich stramm steht er da in seinem Stolz, daß er das Zunftwappen der Brauer weiter führen darf. M

Das vergesse ich dir nicht, daß du gekommen bist!

I (Fortsetzung folgt.)

kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01 h (Eder) 1,01 RM. Marktverlauf: Alles zugeteilt.

* Polizei gegen Verkehrssünder. In der Zeit vom 10. bis 16. Mai schritt die Polizei mit 7 Sinzeigen und 1 gebührenpflichtigen Verwar­nung gegen Fahrzeugführer, mit 1 Anzeige und 15 gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen Rad­fahrer und mit 1 gebührenpflichtigen Verwarnung gegen Fußgänger ein. :

** Ständige Lehrwanderungen. Die von den ArbeitsgemeinschaftenBiologie' undEr- ' nährung aus dem Walde" an den letzten Sonntagen ' veranstalteten Lehrwanderungen, die stets starkem Interesse bei einer großen Teilnehmerschaft begeg­neten, werden durch Entgegenkommen von Prof. Dr. Funk zu einer ständigen Einrichtung gemacht.

Strafkammer Gießen.

Herbert Thomas aus Gießen war angeklagt, am 17. April unter der Voraussetzung des straf­erschwerenden Rückfalls und unter Ausnutzung der Verdunkelung ein Fahrrad, das bei einer Gastwirt­schaft stand, entwendet zu haben. Der erheblich und einschlägig vorbestrafte Angeklagte war in vollem Umfang geständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren und Aberken­nung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren. Der Angeklagte wurde zu einer Zuchthaus st rafe von 4 Jahren, abzüglich > Monat Untersuchungshaft, verurteilt.

Amtsgericht Gießen

Der F. B. in Hochelheim hatte einen Strafbefehl über 10 RM. erhalten, weil er am 24. Februar mit einem Lastkraftwagen die Frankfurter Straße in Gießen auf der abschüssigen, stark vereisten Stelle vor dem Bahnübergang in einem so schnellen Tempo befahren hatte, daß er das Fahrzeug nicht auf kürzeste Entfernung anhalten konnte. Gegen den Strafbefehl legte B. Einspruch ein. Der Anklagever­treter beantragte Ermäßigung der Strafe auf fünf RM., B. wurde aber freigesprochen. Das Gericht nahm als feststehend an, daß er alles ge­tan habe, um einen Unfall zu vermeiden. Ein Scha­den war übrigens nicht entstanden.

Der Ch. W. in Grüningen hatte Briefe an zwei Gießener Rechtsanwälte geschrieben, die ihm eine Anklage wegen gröblicher Beleidigung und übler Nachrede brachten. Der Angeklagte war geständig, behauptete aber zu seiner Verteidigung, die be­leidigten Rechtsanwälte hätten Eingaben an Be­hörden gerichtet, in denen ihm die Ehre abge- schnitten worden sei. Entsprechend dem Antrag des Anklagevertreters wurde W. zu 4 Wochen Ge­fängnis verurteilt.

Ans der engeren Heimat.

Oie Ausgrabungsarbeiten auf Burg Wartenbach.

Lpd. Lauterbach, 21. Mai. Nach einem Be­richt des Vereins .Lauterbacher Museum e. V.", der die Ausgradungsarbeiten an der früh­mittelalterlichen Burgruine Wartenbach bei Lauterbach durchführt, wurde im Gebiet der oberen Burg her langgesuchte Burgbrunnen gefunden, der den Charakter eines Ziehbrunnens hatte und von den Zerstörern der Burg in seinem Oberteil gründ­lich beseitigt worden ist. Obgleich nicht der gesamte Brunnenschacht durchforscht werden konnte, wurden bereits jetzt eine beträchtliche Anzahl Funde, dar­unter viel Eisengerät und Waffen, gemacht. Nördlich des Bergfriedes wurde der einstige Küchen- und Burgk^pellenbau erschlossen und habet ein Keller aufgeheckt, her aus her Zeit vor her Errichtung der Burganlage stammen dürfte. Von hohem Wert dürste auch der im Vorjahr in dem Burggelände gemachte Münzenfund fein, her sich auf eine an­sehnliche Zahl sog.Brakteaten" erstreckte. Es han­delt sich um bisher ganz unbekannte Typen aus der oberen Weser- und Leinegegend, die man der Göttinger Münze zuschreibt: die Münzen stammen aus der Zeit um 1230 und gehören teilweise ver­schiedenen Dynastenfamilien der oben genannten Gegenden an.

Kind von einem umstürzenden Brett erschlagen.

Lpd. Bad-Nauheim, 21. Mai. Im Hofe eines Hauses in her Mittelstraße wurde ein sechs, jähriger Junge beim Spiel durch ein um« stürzendes Brett tödlich verletzt. Der Tod des Jungen trat auf der Stelle ein.

Das Gräfehaus aber ist sehr geräumig, Erni kam lange nicht zurück. Erst beim Schlafengehen begegnet Lena der Erni noch einmal auf dem Flur.

Gute Nacht, Erni!" Schweigend wartet sie nun.

Ein helles Rot springt Erni übers Gesicht. Einen Augenblick zaudert sie. Dann aber sagt sie nur ganz knapp:Gute Nacht!" und macht kehrt.

Lena ist nicht überrascht, als es spät noch an ihre Zimmertür klopft.Komm' nur herein, Erni. Bei dem Geklapper kann man ja doch nicht schlafen."

Gott, ja, so ein Sturm , sagt Erni unsicher. Sie dreht einen Brief zwischen den Händen, hin und her.

Willst du ihn lesen, Tante Lena?" fragt sie mit einemmal sehr mutig, obwohl ihr das Herz bis zum Halse klopft.

Lena nimmt ihr den Brief aus den Händen, legt den Umschlag auf den Tisch unter die Lampe. Dann streicht sie Erni übers Haar.

Nein, (Erni, lesen will ich das nicht, was Gott­fried dir schreibt. Deinen ersten richtigen Liebesbrief, Den mußt du ganz und gar für dich behalten."

Tante Lena!"

(Erni Gräfe schaut Lena glücklich an. Und Lena weiß, daß sie das junge Herz nun wieder für fick gewonnen hat. Ein paar gute, vertrauensvolle Worte, und die Brücke ist wieder gebaut. Mit einem Male kann man frank und frei von der Leber weg reden. Wovon? Von Gottfried Bonhoff natürlich. Nur von ihm. Ist er nicht jetzt das A und O in Ernis Leben?

Hast du dir auch alles recht bedacht, Erni?" fragt Lena.Siehst du, die Liebe, die ist wie das Brausen da draußen, aber nachher, dann kommt die Stille. Da findet man sich wieder. Und dann darf man nicht erschrecken. Dann muß alles so sein, daß man ein frohes Herz behält."

_3a, Tante Lena, es wird nicht immer leicht fein." Sag' ruhig, daß es schwer sein wirb, Kind. Denke

Infolge der starken Veränderung der Einkorn- i mensoerhältnisse seit Kriegsbeainn ist die Frage, i in welcher Höhe die Vorauszahlungen auf die Ein- ! kommen st euer, den Kriegszuschlag und auch die Gewerbe st euer für 1940 zu entrich­ten sind, von wesentlicher Bedeutung. Besondere : Anordnungen sind nicht ergangen, ha im allge­meinen auf Grund her geltenden Bestimmungen den verschiedenartigen Verhältnissen ausreichend Rechnung getragen werben kann: in besonderen Fällen ist her Billigkeitsweg gegeben. Die einbe­rufenen Steuerpflichtigen sollen, wenn ein erheb­licher Rückgang ihres Einkommens erkennbar ist, auf hie Möglichkeit einer Herabsetzung her Voraus- 1 Zahlungen nach dem Erlaß des Reichsfinanzministers vom 8. 12. v. I. befonbers hingewiefen, oder hie Vorauszahlungen gleich von Amts wegen herabge­setzt werden. Häufig sind die Fälle, in denen im vergangenen Jahre ein stark erhöhter Umsatz ge­tätigt worden ist, aus dem entsprechend hohe Ein­künfte erzielt sind, während nunmehr für das Jahr 1940 ein erheblicher Umsatz- und Einkommensruck­gang zu erwarten ist. Die Auswirkungen einer Aenderung der Einkommensverhältnisse sollen im folgenden kurz aufgezeigt werden:

Bemessung und Herabsetzung der Einkommen­steuer-Vorauszahlungen für 1940.

Die vierteljährlichen Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer 1940, die am 10. 3., 10. 6. abzu­führen sind, richten sich zur Zeit regelmäßig nach dem Einkommensteuerbescheid für 1938, da für den einzelnen Vorauszahlungstermin der zuletzt erhal­tene Steuerbescheid maßgebend ist. Der Steuer­pflichtige kann eine Herabsetzung her Vorauszah­lungen beantragen, wenn sich die voraussichtliche Einkommensteuer für 1940 um mehr als ein Fünf­tel, mindestens 100 RM. niedriger als die zuletzt veranlagte Einkommensteuer stellen wird. Da es auf die Höhe der Einkommensteuer ankommt, sind alle Umstände von Bedeutung, die voraussicht­lich zu einer niedrigeren Einkommensteuer führen werden, also nicht nur ein Einkommenrückgang gegenüber dem bisher maßgebenden Einkommen, sondern auch eine Aenderung des Familienftandes, wie Verheiratung, Geburt von Kindern, lieber- nähme des Unterhalts von Angehörigen unter 25 Jahren usw. r-jr ,

Bei manchen Steuerpflichtigen kann sich bereits aus her Einkommensteuererklärung für 1939 eine wesentliche Einkommensminberung gegenüber 1938 in dem angegebenen Umfange ergeben. Unter Hin­weis hierauf wirb bereits eine Herabsetzung der Vorauszahlungen für 1940 beantragt werden kön­nen, wenn auch glaubhaft gemacht werden kann, daß sich die Einkommensteuer 1940 nach her Ent­wicklung her Umsätze, her Unkosten usw. nicht höher als 1939 stellen wirb. .

Häufiger werben hie Fälle fein, in denen sich em Einkommenrückgang gegenüber 1938 erst für das Jahr 1940 ergeben wirb. Wird die voraussichtliche Minderung her Einkommensteuer für 1940 gegenüber 1938 jedenfalls mehr als ein Fünftel, mindestens 100 RM. betrauen, so ist ein Herabsetzungsantrag schon jetzt möglich, sofern die Anhaltspunkte für die Glaubhaftmachung des vor­aussichtlichen Einkommens 1940 ausreichen. Andern­falls wird nach Erhalt des Einkommensteuerbeschei- des für 1939 ein Herabfetzungsantrag in Betracht kommen, der sodann häufig mit dem Fortfall der besonderen Gewinnmöglichkeiten des vergangenen Jahres unter Hinweis auf den Rückgang der Um­sätze, unter Umständen Einreichung einer Zwischen­bilanz, begründet werden kann.

Wesentlich ist, daß die F e stsetzun g der V o r - auszahlungen grundsätzlich Wirkung nur für die Zukunft hat, sich also nicht auf die früheren Dorauszahlungstermine auswirkt.

Beispiel: Das Einkommen eines Steuerpflich­tigen her Steuergruppe IV 3 betrug 1938 12 000 RM., die Einkommensteuer 820 RM. Für 1939 ist ein Einkommen von 18 000 RM. angegeben, so daß sich die Einkommensteuer 1939 auf 1860 RM. be­rechnen wird. Die Vorauszahlungen für 1940 be­tragen zunächst 205 RM., nach Erhalt des im Mai 1940 zugegangenen Einkommensteuerbescheides für 1939 465 RM. Das voraussichtliche Einkommen für 1940 ist auf etwa 6000 RM. zu schätzen, so daß hie Einkommensteuer 1940 242 RM. betragen wird.

I Eine Herabsetzung der Vorauszahlungen wird, falls

Herabsetzung von Sie im Jahre 1940.

Don Or. jur et. rer. pol. K. Wuth, (Steuerberater, Berlin.

jetzt etwas mehr vom Spiel, jedoch blieben Tors aus. Die Platzherren schossen noch ein weiterer Tor.

Garbenleich I. Grüningen I. 7:0 (4:0).

Für die zweite Ueberraschung sorgte Garbenteich. (Einen derart hohen Sieg hätte wohl niepianb für möglich gehalten. Die Platzherren waren durch ihren Nachwuchs verstärkt, die jungen Spieler füg­ten sich sehr gut in das Mannschaftsgefüge ein. Die Gäste waren wohl sehr eifrig, doch machte sich die lange Spielpause stark bemerkbar. Schon bei der Pause stand ein Sieg der Platzherren fest.

Hungen I. Klein-Linden I. 4:2 (3:2).

Eine weitere Ueberraschung war in Hungen fäl­lig. In einem rassigen Kamps konnten die Hunge­ner die starken Gäste aus Klein-Linden bezwingen und damit ihren ersten Sieg buchen. Zu Beginn des Spieles sah es allerdings nicht nach einem Siege der Gastgeber aus.

Unfergau 416 bei den Geräte« Mannschastskämpfen des Obergoues.

Am vergangenen Sonntag traten 11 Mann­schaften aus dem Obergau bes BDM. zu einem Mannschafts ° Gerätekampf (Turnen) an, um die besten Vereins - Mädelmannfchaften feftzustellen. Sieger im Wettbewerb wurde mit 54 Punkten dir Mannschaft des Untergaues Hanau (Turn- unb Fechtklub Hanau). Die Mannschaft des Untergaues 116, Gießen (Turngemeinde Friedberg), wurde mit 45 Punkten dritter Sieger.

Titelkämpfe der Studenten.

Die Meisterschaften der Kameradschaften des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und her Junioren werden mit Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse nicht zentral, sondern örtlich durchgeführt. Der Austragstag ist der 30. Juni 1940.

Die besten Kameradschaften unb die sechs Besten der Einzelwertung werden zu den Reichswettkämp- fen her Studenten vom 5. bis 7. Juli nach Braun­schweig einberufen.___|

Auf den Kriegszuschlag zur Einkommensteuer 1940, ----

her % der Einkommensteuer beträgt sind bis zum Ausnahmefällen erfolgen. Erhalt des Einkommen st euerbeschei-j ---