Nie holländische Wehrmacht.
Anläßlich der Kapitulation der holländischen Wehrmacht verdient festgestellt zu werden, daß die Holländer gerade in den letzten Monaten noch eine umfangreiche Wehrreform durchgeführt hatten. Das Friedensheer, das noch im Jahre 1938 nur 24 500 Mann betrug, war auf über 50 000 Mann erhöht worden. Die Dienstzeit für die unberittenen Waffen war von 5% aus 11 Monate ausgedehnt worden. Außerdem fand eine durchgreifende Reorganisation der Infanterie statt. Die Kriegsstärke des holländischen Heeres darf mit 500 000 Mann beziffert werden. Die Motorisierung und die Vervollkommnung der Bewaffnung waren ebenso wie der Ausbau der Befestigungen beschleunigt durchgeführt worden. Am 1. November 1938 war ein Kommando der Luftverteidigung errichtet worden. Ihm unterstanden alle Einheiten der Flieger und Flugabwehrtruppen sowie die militärische Luftschutzorganisation. Die Wehrmachtsausgaben betrugen für das Jahr 1938 152 Millionen Gulden, dazu kamen 40 Millionen zur Durchführung der Wehrreform. Die Luftwaffe verfügte über etwa 500 Flugzeuge einschließlich der Reserven. In der Kriegsgliederung bestand das holländische Heer aus acht Infanteriedivisionen mit 72 Batterien und einer leichten Kavalleriebrigade. Ferner gab es 20 Pionierkompanien, eine Eisenbahnkompanie und 14 Nachrichtenkompanien. Die Artillerie verfügte über 100 leichte und 60 schwere Geschütze einschließlich der Küstenbatterien, außerdem über ruyd 35 Flakbatterien. Angesichts der jetzigen Mobilmachung waren aber diese Zahlen noch wesentlich erhöht worden. Als Sollbestand der Bewaffnung waren vorgesehen: 3100 leichte und 1050 schwere Maschinengewehre, 400 leichte und 240 schwere Geschütze, dabei war die Flak nicht mitgerechnet.
Italiens strategische Stellung im Mittelmeer.
Rom, 21. Mai. (Europapreß.) lieber die Lage im Mittelmeer unter Berücksichtigung der italienischen Luftstreitkräfte veröffentlicht das Neuyorker Blatt „World Telegram" einen Aufsatz des Majors Al William, der in den Vereinigten Staaten als einer der hervorragendsten Luftfahrtsachverftän- digen gilt. Er erklärt, die Tatsache, daß die britischen Admiräle vor vier Jahren, als die Home Fleet im Mittelmeer zusammengezogen war, die Herausforderung Mussolinis nicht angenommen hatte, beweise, daß sie ihrer Kräfte nicht sicher gewesen seien. Es sei schwer zu ^glauben, daß England geneigt sei, ein neues Schauspiel des Versagens seiner Seestreitkräste wie in Norwegen zu geben. Die Verwendung von Flugzeugträgern hätte in dem engen Mittelmeer noch geringere Erfolgsaussichten als in der Nordsee, und auch in diesem Falle könnten die im Zentrum des Mittelmeeres zusammengeballten italienischen Luftstreitkräfte wirksame Schläge nach allen Seiten austeilen. Die zahlreichen Unterseeboote Italiens könnten in Zusammenarbeit mit den Fliegern ebenso wirksame Arbeit leisten. Außerdem besitze Italien eine gefährliche Flotte kleiner mit Torpedos ausgerüsteter Schnellboote und besinde sich in idealer strategischer Po- sitton, um die Frage der britischen Seemacht ein für allemal zu lösen. Es würde England nahezu unmöglich sein, große Luftgeschwader auf eine so beträchtliche Entfernung zu entsenden, so daß der größte Teil der Luftoperationen im Mittelmeer Frankreich überlassen bleiben müsse, das durchaus nicht darauf vorbereitet fei, den Zusammenstoß mit der italienischen Luftmacht auszuhalten. .
Kleine politische Nachrichten
Der italienische Rundfunk meldet, daß die belgische Regierung ihre Flucht aus Ostende weiter fortgesetzt habe. Sie sei bereits im französischen Hafen Dünkirchen eingetroffen. Noch anderen Meldungen soll sie schon nach Le Havre geflüchtet fein.
Wie Reuter meldet, ist seit Montag abend 19.30 Uhr jede Telefonverbindung zwischen England und Frankreich unterbrochen. Angeblich sei ein Hauptkabel beschädigt.
Der Duce hat den Generalstabschef der italienischen Wehrmacht, Marschall B a d o g l i'o , empfangen, der ihm über seine Inspektionsreise an die italienische W e st g re n 3 ß berichtete.
In den Provinzen Rom und Terni werden vom 21. bis 23. Mai Lu f t s ch u tz ü b u n g e n durchgeführt werden. In Rom ist die Straßenbeleuchtung dementsprechend zur Verdunkelung eingerichtet worden.
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Eine japanisch-mandschurische Freundschaftsabordnung ist unter Führung des Botschafters Sato i n R 0 m eingetroffen. Die Hauptstadt hat Flagaen- fchmuck angelegt. Die Abordnung wurde von Außenminister Graf Ciano und dem Sekretär der Faschistischen Partei, Staatsminister Muti, empfangen. Im Rundfunk richteten Botschafter Sato und der Minister für Volksbildung, Pavolini, Botschaften an das italienische und japanische Volk. Am Nachmittag wurde die Mission vom Duce empfangen.
Der Vorsitzende des Deutschen Kolonialbundes, Generalleutnant Ritter von Epp, ist nach einem Besuch der Italienischen Kolonialausstellung in Neapel nach Rom zurückgekehrt. Er wurde auf dem Hauptbahnhof vom Kolonialminister General Terruzzi und vom Duce empfangen.
Am Dienstag versammelten sich die Leiter der Reichspropagandaämter in den Räumen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda zu einer Arbeitstagung, bei der u. a. Staatsrat Dr. Conti über die Gesundheitsverhältnisse im Deutschen Reich sprach. Im Mittelpunkt der Tagung stand eine Rede des Reichsministers Dr. Goebbels über die Lage. *
Seit dem 20. Mai erscheint in Oslo eine deutsche Tageszeitung unter dem Titel „Deutsche Zeitung in Norwegen". Sie dient der Unterrichtung der in Norwegen stehenden deutschen Soldaten und der dort ansässigen Deutschen, denen sie ein Band zur großen deutschen Heimat sein soll.
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In Berlin ist eine Reihe von Abkommen zwischen dem Reich und Ungarn unterzeichnet worden, wodurch die wesentlichsten ans dem Zerfall der ehemaligen tschecho-slowakischen Republik unter den vertragschließenden Teilen entstandenen finanziellen und wirtschaftlichen Fragen ihre Regelung gesunden haben.
Am Dienstagnachmittag legte der neue Königlich Italienische Botschafter Dino A l f i e r i am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Vorher schritt der Botschafter die Front der vor dem Ehrenmal aufgestellten Ehrenkompanie ab. Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf H e ß empfing am Dienstagnachmittag den Botschafter Alfieri.
Der schwedische Dichter Werner von Heide n st a m m ist im Alter von 80 Jahren nach einer komplizierten Lungenentzündung gestorben. Heidenstamm ist nach dem Tode Selma Lagerlöfs die zweite große Dichterpersönlichkeit Schwedens, die in den letzten drei Monaten gestorben ist. Sein Buch „Karl XII. und seine Kriege" ist auch in Deutschland viel gelesen worden.
Mord an deutschen Fliegern wird vielfach vergolten!
Berlin, 21. Mai. (DNB.) Der französische Rundfunk hat an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Warnung ausgesprochen, man solle auf Flieger, die mit Fallschirmen abspringen, nicht schießen, bevor nicht klar sei, ob es sich um feindliche oder um eigene Soldaten handele. Diese Warnung zeigt, daß man offenbar die Befatzungen deutscher Flugzeuge, die sich in Luftnot befinden, nicht zu schonen gedenkt. Es muß nochmals darauf verwiesen werden, daß Deutschland schärfste und vielfache Vergeltungsmaßnahmen ergreifen wird, wenn im einzelnen festgestellt wird, daß die Gegner sich völkerrechtswidrige Behandlungvon Fallschirmjägern oder von abspringend en Besatzungsmitgliedern eines in Not geratenen Flugzeuges zuschulden kommen lassen.
Amerikanische Kriegsmaterialausfuhr hauptsächlich für Frankreich.
Washington, 21. Mai. (DNB.) Die vom Staatsdepartement ausgegebene Aprilliste der Ausfuhr oder Bestellung von Kriegsmaterial stellt den Gesamtwert des bestellten, aber noch nicht ausgeführten Kriegsmaterials mit 40, die Gesamtausfuhr mit 17,5 Millionen Dollar fest. Dies bringt die Gesamt
ausfuhr der ersten vier Monate 1940 auf 78,7 Millionen Dollar. Hauptsächlich bestellten im April: Finnland für 2,8, Frankreich für 21,9, England für 11,1 und Holländisch-Jndien für 1,5 Millionen Dollar. Die Ausfuhr ging hauptsächlich nach Frankreich, und zwar für 12,7 und nach England für 2,7 Millionen Dollar.
Verstärkte Erholungsfürsorge der NSKOV.
Die von der NSKOV. immer mehr ausgebaute Erholungsfürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene wird auch während des Krieges durchgeführt. Außer der ihr nunmehr neu aufgetragenen Durchführung der Erholungsverschickung vonkriegsbeschädigtenKameradendes derzettigen Krieges nach Zakopane führt die NSKOV. die Erholungsverschickung für Kriegsopfer des Weltkrieges im verstärkten Maße durch. Für den Sommer 1940 kommen für dieses Erholungswerk 20 000 Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene in Betracht, und zwar 12 000 kriegsbeschädigte Frontsoldaten und 8000 Hinterbliebene, d. h. Kriegswitwen und Mütter.
Der Tag der Wehrmacht.
Die VeranstaltungLN des Ersatzheeres am Tage der Wehrmacht für das Kriegswinterhilfswerk 1940 — Eintopfessen, Kleinkaliberschießen,
Reiten der Zivilbevölkerung, Kasernenführung usw. — haben einen Betrag von 3 416 565,35 RM. ergeben. Des weiteren hat das Feldheer im Operationsgebiet und der Oberbefehlshaber O ft 1 545 641,95 RM. erlöst. Das Sammelergebnis im Bereich der Wehrmacht beträgt somit rund fünf Millionen R M. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchttsch, hat allen, die zu diesem großen Erfolge beigetragen haben, ferner den Gefolgschaften des Heeres, die sich als Sammler bei der Straßensammlung beteiligt haben, für ihre Einsatzbereitschaft seinen Dank und seine volle Anerkennung ausgesprochen.
Kriegszuschlag bei Kapitalerträgen.
Der Kriegszuschlaa zur Einkommensteuer ist, wie der Reichssinanzminister feststellt, von allen Kapitalerträgen, die dem Steuerabzug unterliegen, einzubehalten ohne Rücksicht darauf, ob der Gläubiger dem Kriegszuschlag zur Einkommensteuer unterliegt oder nicht. Wenn Gläubiger der Kapitalerträge eine Körperschaft ist, so ist der einbehaltene Kriegs- zuschlag zur Einkommensteuer zu erstatten. Den Erstattungsantrag stellt der Gläubiger der Kapitalerträge. Eine Erstattung kommt nur in Betracht, soweit die nach Anrechnung der Kapitalertragsteuer verbleibende Körperschaftssteuer geringer ist, als der einbehaltene Kriegszuschlag. Wenn die Körperschaft, für deren Rechnung der Kriegszuschlag einbehalten wurde, zur Körperschaftssteuer nicht veranlagt wird, so ist der einbehaltene Kriegszuschlag von dem Finanzamt zu erstatten, das für die Veranlagung des Gläubigers zuständig wäre. Eine Anrechnung und Erstattung unterbleibt, soweit der Kriegszuschlag für anleihestockpflichtige Kapitalerträge einbehalten worden ist, bis auf weiteres.
Aus aller Welt.
Verbrecher hmgerichlel.
Am 21. Mai 1940 ist der 35jährige Alfred Reith hingerichtet worden, den das Sondergericht in Kasse l als Gewaltverbrecher zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt hat. Der zwanzigmal vorbestrafte und bereits zur Sicherungsverwahrung verurteilte Reith griff während der Verbüßung einer fünfjährigen Zuchthausstrafe einen Strafanstaltsbeamten cm, um ihn zu töten.
Erdbeben in Kalifornien.
Das südliche Kalifornien wurde am Wochenende von einem Erdbeben heimgesucht. Zehn Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Der Sachschaden wird auf 2,5 Millionen Dollar geschätzt. Zahlreiche Häuser, Brücken und eine ausgedehnte Wasserzufuhranlage sind beschädigt worden. In mehreren Ortschaften wurden die Schulen geschlossen. Die Polizei verhaftete einige Plünderer.
Große Ueberschwemmungen in Rumänien.
Infolge der anhaltenden Wolkenbrüche der letz- ten Tage ist der Fluß Rirnnic etwa 200 Kilometer nordöstlich von Bukarest über die Ufer getreten. Mehrere Dörfer und das angrenzende Ackerland wurden ü b e r f ch w e m m t. In der Gemeinde Rimnieeni stehen 150 Häuser und 1500 Hektar bebautes Ackerland und Wiesen unter Wasser. Am schlimmsten wurde der Ort Maicanesti heimgesucht, wo die Häuser teilweise über 2,5 Meter unter Wasser stehen; mehrere Gebäude sind eingestürzt. Etwa 2000 Hektar Land sind hier überschwemmt. Der Verkehr zwischen den Städten Rinicul-Sarat und Focsani ist unterbrochen, die Telephonverbindungen zerstört.
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Gießen, den 22. Mai 1940.
Für alle wohltuenden Beweise der Teilnahme bei unserem schweren Verlust dankt im Namen der Hinterbliebenen
Gustel Fritz, geb. Gröschner.
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Wir laden die Mitglieder zu der am Samstag, dem l.Juni, abends 8 Uhr, im „Burghof" stattsindenden lahres-HanpIveriaumlinifi freundlichst ein und bitten um zahlreichen Besuch.
Tagesordnung:
1. Vorlage des Geschäftsberichtes und des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 1939
2. Bericht des Aufsichtsrates
3. Bericht über die gesetzliche Prüfung
4. Genehmigung des Jahresabschlusses
5. Verteilung des Reingewinnes
6. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates 7. Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern
8. Anträge.
Der Jahresabschluß für 1939, sowie der Geschäftsbericht nebst den Bemerkungen des Aufsichtsrates liegen in der Zeit vom 24. Mai bis 31. Mai 1940 in der Geschäftsstelle der Genossenschaft, Aulweg 26, werktäglich (außer Samstag), von 16 bis 19 Uhr, zur Einsicht der Mitglieder offen.-Anträge zur Jahres- Hauptversammlung müssen bis zum 29. Mai 1940 bei dem Vorsitzer des Aufsichtsrates, Karl-Vogt- Straße 19, schriftlich eingereicht werden.
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Bekanntmachung.
Nachdem die Zustellung der Bescheide über bid Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebüh« ren für das Rj. 1940 an die Zahlungspflichtigen bzwu Empfangsberechtigten stattgefunden hat, wird als Tag, an dem diese Bescheide als zugestellt zu gelten haben, der 21. Mai 1940 festgesetzt.
Diejenigen Gebührenpflichtigen, die bisher einen! Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgeforderc, dies alsbald beim Städtischen Vermessungs- und Grundstücksamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer! Nr. 5, anzuzeigen.
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