Dergwelt, Nah- und Fernaufnahmen besonders interessanter Berge vermittelten die großartige Schönheit und riefen in allen den Zuschauern und Zuhörern lebhafte Wünsche wach. Mit schönen Sonnenuntergangsbildern von den Seen in Kärnten schloß der Redner seinen Vortrag, der mit dankbarem Beifall ausgenommen wurde. Im Anschluß daran wurde noch ein Farbfilm gezeigt, der bei den Wanderungen der Sektion in unserer engeren Heimat ausgenommen worden war und nicht weniger Freude auslöste, denn zahlreiche Mitglieder begegneten sich hier im farbigen und lebendigen Filmbild. Mit Worten herzlichen Dankes an Rechtsanwalt Dr. Spohr schloß Direktor Wrede den unterhaltsamen Nachmittag.
mit verschiedenen Projekten. Infolge des Hochwassers im Herbst v. I. war ein Teil der Uferböschung am Bachbett der Nidda in der Vogels- bergftraße abgespült worden, wodurch die daran oorbeisührende Straße gefährdet worden ist. Es muß daher das Bachbett der Nidda etwas verlegt und begrabet werden. Dadurch wird ein größeres Straßenbankett gewonnen. Die Außenstelle Schotten des Wasferwirtschastsamts hat einen Voranschlag und das Projekt aus gearbeitet, die angenommen wurden. Mit den Arbeiten wird im Frühjahr
begonnen werden. — Mit dem Erwerber zweier älterer Gebäude in der Adolf-Hitler-Straße wird der Umbau dieser Gebäude, der im Zusammenhang mit einer von der Stadt durchzuführenden Straßenerweiterung steht, besprochen. Der Erwerber legt alsbald einen genauen Plan über das neue Umbauprojekt vor. — Das Straßenbauamt Schotten plant die Errichtung eines größeren Geräteschuppens, für den das nötige Gelände pachtweise überlassen wirb.
Die Gefliigeiausstelllllig in Gießen-Klein-Lmden.
Monatsversammlung der Imker.
Die erste Monatsyersammlung der Imker im neuen Jahr, die gestern, Sonntag, nachmittag im „Hopfeld" stattfand, war gut besucht. Ortssachgruppen- leiter Bodenbender dankte den treuen Mitgliedern für ihr Interesse und empfahl als eine der wichtigsten Aufgaben das Wachsschmelzen, damit keine Verluste eintreten. Im Hinblick auf die Witterung erinnerte er an gleiche Witterungserscheinungen 1928/29, bei denen starke Temperaturschwan, hingen auftraten, wobei es sich erwies, daß die warm eingepackten Bienen ohne Schaden über den Winter kamen. Er ging dann auf die Zucker- Versorgung ein und stellte fest, daß Nichtmitglieder sich in diesem Jahre sehr zeitig melden müssen, wenn sie berücksichtigt werden wollen. Weiterhin forderte der Ortsfachgruppenleiter seine Imkerkameraden auf, auch im neuen Jahr trotz aller Schwierigkeiten kein Volk weniger entstehen zu lassen. Mit besonde- rer Freude konnte er Mitteilen, daß in der Ortsfachgruppe Gießen die Parole .wieder Imker ein Volk mehr!" beachtet wurde. Jeder Imker hat mindestens zwei, einige haben mehrere Völker mehr entstehen lassen. Außerdem haben sich die Mitglieder der Gießener Ortssachgruppe auch in der Kamerad- schastshilfe vorbildlich betätigt, so daß die Völker der eingezogenen Mitglieder bestens versorgt und eingewintert wurden. Ganz besonders wies der Ortsfachgruppenleiter noch darauf hin, daß die Bienenzucht auf dem Lande mehr Beachtung finden muß. Der Landwirt wird die Zeit hierfür aufbringen, wenn er erst dahinter kommt, daß die Imkerei eine schöne Bareinnahme abwirft.
Nach Erledigung einiger organisatorischer Fragen sprach Ortsfachgruppenleiter Bodenbender noch über die Arbeiten am Bienenstand.
*
*♦ DienstjubilSum. Fräulein Elisabeth Schmidt konnte am 21. Januar ihr 25jähriges Dienstjubiläum als Angestellte der hiesigen Filiale der Commerz- und Privat-Bank, Aktiengesellschaft, begehen. Aus diesem Anlaß versammelte sich die Gefolgschaft am 20. Januar vor Arbeitsbeginn zu einem Betriebsappell, bei dem Betriebsführer und Betriebsobmann der Verdienste der Jubilarin gedachten und ihr neben ihren Glückwünschen Geschenke der Gefolgschaft und des Betriebes darbr^chten.
*■* Fahrplanwechsel b e i der Reichsbahn. In der Nacht zum 21. Januar fand ein Fahrplanwechsel bei der Reichsbahn statt, der weitere sehr erhebliche Einschränkungen im Personenverkehr brachte. Die Zahl der Fernverkehrszüge ist aus ganz wenige eingeschränkt worden. Die notwendigen Züge für den Berufsverkehr werden gefahren werden. Die Fahrplanaushänge auf den Bahnhofen sind zu beachten.
Kind beim Spielen mit StreichhSlzern ums Leben gekommen.
LPD. Friedberg, 20. Ian. Das Kind eines hiesigen Einwohners spielte, während die Mutter sich in der Küche befand, im Dettchen. Es machte sich an der Nachttischschublade zu schaffen und kam in den Besitz einer Stearinkerze und Streichhölzern. Beim A-nstecken der Hölzer fingen die Kleider und das Bett Feuer, so daß das Kind mit schweren Verbrennungswunden ins Krankenhaus überführt werden mußte. An den Folgen feiner Brandwunden ist es am andern Tage gestorben.
Gemeinderat in Schotten.
△ Schotten, 20. Jan. In seiner gestrigen Sitzung beschäftigte sich der Gemeind erat u. a.1
von Ge-
, ~ , ch zu immer höheren
Eierleistungen der Tiere zu gelangen. Mit dem Gruß an den Führer schloß er seine sehr lehrreichen und überzeugenden Ausführungen. Gin Rundgang durch die Ausstellung überzeugte von der Güte der ausgestellten Tiere.
Alfred Jung (Großen-Linden), sg 1, Z. — Örlosf, rotbunt: Hrch. Becker (Allendorf a. d. Lahn), sg 3. — Leghorn: Herm. Rau (Gießen-Klein-Linden), sg. — Goldfasanen: Ludwig Heß (Watzenborn-Steinberg), sg 1, Z.
Wassergeflügel.
Stämme.
Rhodelänüer: Friedrich Bauer (Gießen), sg, E;
I K. Stoll (Lana-Göns), fa 2. — Wyandotten, silber:
rigteilen Herr zu werden. Kreis fachgruppenvorsitzender Ludwig Heß (Watzenborn-Steinberg), sprach dem Verein von Klein-Linden den Dank für die geleisteten Arbeiten aus. Er sprach noch von der Bedeutung der Ausstellung für die Züchter, die durch die Preisrichter ihre Richtlinten für das kommende Zuchtjahr vorgeschrieben erhielten. Er behandelte ferner die großen Vorteile einer planmäßigen Rasse- geflügelzucht gegenüber der Zucht wertloser Kreuzungstiere, die sich infolge der geringen Eierleistung kaum rentierten. Der Kreisvorsitzende ermahnte noch die anwesenden Besucher, xirr Rassezucht flügel überzugehen, und dadurch zu irnrne
mit seiner lokalen Ausstellung eine allgemeine Schau zu verbinden. An der nun zu Ende gegangenen Ausstellung beteiligten sich die meisten der Kreisvereine, einige Nachbarvereine sogar in sehr starkem Maße.
Am vergangenen Freitag konnten die drei Preisrichter Ludwig M o g k (Echzell, Wetterau), Ernst Bender (Griedel) und Hermann H o f m e i st e r (Büdingen), chres Amtes walten. Nach Ansicht der Preisrichter waren die gezeigten Tiere im allgemeinen von sehr guter Art, sodaß die gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Preise oft recht schwer fiel. Nachdem die Ergebnisse der Preisrichter in die Kataloge ausgenommen worden waren, konnte am Samtstagnachmittag die
(Eröffnung der Ausstellung.
vorgenommen werden. Der Ausstellungsleiter, Der- einsfiihrer August Lenz, begrüßte zunächst die Besucher und Gäste, erklärte die Schau für eröffnet und sprach über die Schwierigkeiten bei den Vorbereitungen zur Ausstellung und über die Berett- willigkeit des Klein-Lindener Vereins, diesen Schmie-
Eajuga-Enten, schwarz: Otto Heß (Lang-Göns), sg, E, sg 1, Z, sg 1, sg 2, sg, g.
Hühner.
Wyandotten, silber: Alfred Jung (Großen-Linden), sg, E, 2 mal sg 1, Z, sg 1, 2 mal sg 2, 3 mal sg 3, 2 mal sg, 2 mal g. — Plymouth Rocks, gestreift: Otto Weiß (Gießen): sgl, Z, sgl, g. — Minorka, schwarz: Otto May (Lang-Göns), sg, E, 3mal sgl, sg. — Sussex, bunt: derselbe, sg, E, 2 mal sg 1, sg 2. — Rhodeländer: Friedr. Bauer (Gießen), 3 mal sg, E, sg 1, 3 mal sg 2, sg 3, sg: Karl Stoll (Lang-Göns), sgl, 3, sg 1, sg 1, sg3, sg, fl. — Orloff, rotbunt: Albert Junker (Großen-Linden), sg, E, sgl, Z, sgl, sg, 2 mal g; Hrch. Becker (Allendorf a. d. Lahn), sg 1, 3 mal sg 2, sg3, sg. — Leghorn: Herrn. Rau (G- Klein-Linden), sg, E, sg 2, sg. — Italiener, schwarz: Otto Müller (Lang-Göns), sg, E, sg 1, Z, 2 mal sg. — Italiener, silberfarbig: Reinhold Weigel (G.- Klein-Linden), 2 mal sgl, Z, sg2, sg: Wilh. Schlosser (G.-Klein-Linden), fg 3, sg, 2 mal g: Phil. Vir- kenstock (Gießen): sg RFC, g. — Italiener, rebhuhnfarbig (gold): Wilh. Dechert (Lang-Göns), sgl, Z, sg 1, 2 mal fg 2; Otto Weiß (Gießen), 2 mal g, b; Em. Knab (Großen-Linden), g, b; Fr. Weller (G.- Klein-Linden), fg, E, fg 1, Z, fg 2, fg 3, g. — Italiener, rebhuhnfarbig (braun): Fr. Klingelhöfer (G.- Klein-Linden), sgl, Z, fg 1, fg2, g; Fr. Allendörfer (G.-Klein-Linden), fg 1, g. — Italiener, schwarz- weiß-gescheckt: Ernst Jünger (G.-Klein-Linden), fg 1, 3'., 2 mal g, b. — Italiener, gestreift: Wilh. Steinmüller (G.-Klein-Linden), fg 1, g. — Rheinländer, schwarz: Wilh. Hantel (Lang-Göns), sgl, LFE, 2 mal fg 1, g; Heinr. Konr. Zeiß (Holzheim), fg 2, sg 3, g, b: Heinr. Jaeger (Holzheim), fg, E, fg 1, g; Friedr. Allendörfer (G.-Kl sin-Linden), fg 2, fg 3, 2 mal g. — Westfälische Totleger: Wilh. Jung (Großen-Linden), sg, Z, sg 1, 2 mal g. — Reichshühner, schwarz-weiß: Karl Schäfer (Lang-Göns), jg 1, fg 2, 2 mal g: Geflügelzüchterverein Großen-Linden, fg, E, fg 1. — Altfteterer, wildfarbig: Georg Lutz (G.- Klein-Linden), fg, E, fg 2, g.
Zwerghühner.
Wyandotten, weiß: Otto Heß (Lang-Göns) fg 1 3, fg 1. — Wyandotten, schwarz: Georg Lutz (Gießen-Kl.-Linden) fg 1 3, fg 2, fg 3, sg, g. — Wyandotten, gestreift: Heinrich Geiß (Lollar) sg 1 3. sg 1, fg 2, g: Wilhelm Rau (Gießen-Wiefeck) sg E, fg 3, fg g; Otto Lippert (Gießen-Kl.-Linden) 2mal g. — Wyandotten, -dunkel: HÄnrich Größer (Gr.- Linden) fg 1 5, fg 1, 2mal g. — Rhodeländer: Ludwig Sommer (Gießen) fg E, 2mal sg 1, fg 2, fg 3, a. — Barnefelder: Karl Schöne (Lang-Gons) f'fl 1 3, sg 2, 2mcrl g. — Deutfche Zwerge, silber: Wilhelm Schmidt (Gießen-Wiefeck) fg E, 2mal fg 1, 2mal g. — Deutsche Zwerge, gold: Heinrich Jung I (Holzheim) fg 1 Z, fg 1, 2mal g. — Deutsche Zwerge, schwarz: Ludwig Dem (Watzenborn-Steinberg) fg 1 Z, g. — Neuenglische Zwergkämpfer, birkenfarbig: Karl Philipp (Watzenborn-Steinberg) fg E, fg 1 Z, 2mal fg 1, 2mal sg 2, fg 3, 2mal fg.
Tauben.
Hessische Kröpfer, rot: Heinrich Jäger (Ober- Hörgern) sg 1 Z, fg 1, g. — Hessische Kröpfer, gelb: Wilhelm Biedenkopf (Münster) 2mal sg 1, fg,
Der Besuch der Ausstellung an beiden Tagen kann als gut angefprochen werden. Namentlich aus den umliegenden Orten und aus der Stadt Gießen war der Besuch zufriedenstellend. Mit der Ausstellung war auch noch ein Preisschiesten verbunden. Die
£ef>r« und Derbeschau,
die mit der Ausstellung verbunden war, sollte die Besucher mit den Arbeiten und Zielen der Geflügelzüchter bekannt machen. Die Kreisfachgruppe des Kreises Gießen hatte wirkungsvolles Bildmaterial zur Verfügung gestellt, um auf die Vorteile einer planmäßigen Geflügelhaltung aufmerksam zu machen. Wenn die Ratschläge befolgt werden, wäre dies der schönste Erfolg für die Geflügelhalter selber, die von der Haltung guter ßeiftungsHere selbst den größten Nutzen haben.
Dre Ergebnisse
(Es bedeuten: RFE = Reichsfachgruppenehrenpreis, LFE = Landesfachgruppenehrenpreis, E = Ehren- preis, Z - Zuschlagspreis, sgl, fg 2, fg 3 - 1., 2. und 3. Klaffenpreis, fg - sehr gut, g = gut, b = befriedigend.)
Am Samstag und Sonntag fand im Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" zu Mein-Linden _________ ____
die Allgemeine Geflügelausstellung für Gießen und | K."Stoll ^(Lang-Göns),''ja 27— ^Wyandotten, '{Uber Umgegend statt. Da in diesem Jahr eine Kreis- 1 ~ • * - - ~ **--*-«
schau nicht möglich war und auch schon im vorigen Jahr wegen der damals herrschenden Maul- und Klauenseuche eine größere Geflügelschau nicht abgehalten werden konnte, so wurde der Geflügelverein Klein-Linden 1931 von den Kreisvereinen gebeten,
3mal gut. — Hessische Kröpfer, schwarz: Wilhelm Schlosser (Gießen-Kl.-Linden) sg 1, g; K. Zimmermann (Lollar) a, b. — Hessische Kröpfer, gehäm- mert: Wilhelm Becker (Lollar) fg 1 Z, g. — Englische Zwergkröpfer: Gerhard Weller (Gießen-Kl.- Linden) fg 1, g, Otto Lippert (Gießen-Kl.-Linden) fg 1. — Brünner Kröpfer, weiß: E. Knab (Großen- Linden) fg 1, g. — Straßer, rot: Heinz Müller (Lang-Göns) fg 1, 2mal g; Karl Zimmermann (Lollar) sa 1 Z, sg. — Straßer, blau: August Bie- rau (Gießen-Kl.-Linden) fg 1, fg; Karl Philipp (Watzenborn-Steinberg) fg RFE, fg 1 Z, 2mal sg 1, fg 2, 2mal fg; Ernst Burger (Watzenborn- Steinberg) 2mal fg 1; Wilhelm Becker (Lollar) sg 1 Z, fg 2; derselbe auf Straßer, blau mit Binden fg E, sg 1. — Koburger Lerchen, gehämmert: Gerhard Weller (Gießen-Kl.-Linden): sg 1, g. — Nürnberger Lerchen: Heinrich Geiß (Lollar) fg LFE, fg E, 2mal fg 1, g. — Steinheimer Bag- detten: Wilhelm Becker (Lollar) sg 1 Z, fg 1, g. — Starenblassen, schwarz: Fr. Klingelhöfer (Gießen- Kl.-Linden) 2mal g. — Thüringer Flügeltauben, blau: Reinh. Weigel (Gießen-Kl.-Linden) sa 1 Z, 2mal fg 1, fg 2, 3mal g; K. Zimmermann (Lollar) fg 1 E, sg 1 Z. — Schildtauben, blau: Heinrich Größer (Großen-Linden) fg 1; derselbe auf Schild-
Gedenket der hungernden Vögel!
tauben, schwarz, 2mal sa 1. — Deutsche Schau- tauben, gelb: August Lenz (Gießen-Kl.-Linden) sg 2, 3mal g; August Geiß (Lollar) sg 1 Z, fg 1, g. — Deutsche Schautauben, rot mit Hellen Schwingen: August Geiß (Lollar) sg E, fg 1; Emil Knab (Großen-Linden) 2mal b; Wilhelm Sommerlad (Großen-Linden) fg E, fg 1, 3mal g. — Deutsche Schautauben, dunkel: August Geiß (Lollar) fg RFE, fg 1 Z, fg 1, fg 2. — Lahoretauben, rot: K. Zimmermann (Lollar) g; derselbe auf Lahoretauben, gelb: fg 1 Z, fg 1.
Wirtschaft.
Mein-Mainische Börse.
Tendenz fester.
Frankfurt a. M., 20. Jan. Die Börse beschloß die Woche in fester Haltung. Indessen wies bas Geschäft kaum eine Belebung auf. Den weiteren An* lagekäufen der Kundschaft stand wiederum nur wenig Angebot gegenüber, so daß sich am Aktienmarkt auf fast allen Gebieten erneut durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ergaben. Bevorzugt schienen Montan- und Maschinenwerte, 'bie zeitweise auch etwas lebhafter umgesetzt wurden. Dabei notierten u. a. Verein. Stahl 106 (105,50), Mannesmann 114,75 (114,50), Ilse Genuß 160,50 bis 161 (160), Rheinmetall 127 (126,40), Daimler 125,50 (124,50), Adlerwerke 101 (100,50), Junghans 99,50 (98,25). In der chemischen Gruppe besserten sich JG.-Farben um 0,25 v. H. auf 169,75, Metallgesellschaft um 0,50 v. H. auf 129. Elektroaktien lagen vorwiegend bis 1 v. H. über gestern, Siemens 217 (216), AEG. 125,50 (125). Zellstoff - nktien hatten Schwankungen bis 0,50 v. H. Von sonstigen Papieren stellten sich u. a. Heidelberger 3ement auf 151,25 (152), Allg. Lokal & Kraft auf 150,50 (149,50), Deutsche Erdöl auf 146 (144.50), Westdeutsche Kaufhof auf unv. 83,25 und Reichsbank auf unv. 102,40. Auch später hielt die feste Haltung an, das Geschäft blieb aber in engen Grenzen, ebenso waren weitere Kursverbesserungen nur vereinzelt. Die Börse schloß am Aktienmarkt mit festen Kursen.
Am Rentenmarkt setzte sich die Anlagetätig- kett in verstärktem Umfange fort, doch konnte die Nachfrage, besonders in Pfandbriefen, mangels Materials nur knapp befriedigt werden. Größere Umsätze vollzogen sich in auslösbaren Reichsschatz- anroeifungern, auch Industrie-Obligationen bei allerdings nicht ganz einheitlicher Tendenz etwas reger. Die übrigen Rentengebiete lagen sttll, aber fest. Reichsaltbesitz unv. 141, dagegen Reichsbahn-VA. 126,40 (126,13) und im Freiverkehr Kommunal- Umschuldung bei beachtlichen Umsätzen 95,50 (95,40).
WmWMnnMMM
Roman uon Jrtöa Hcttelbctf
CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W M
28 Fortsetzung (Nachdruck verboten.)
Gottlob, sie ist wie früher, sie lacht sogar und sie ist doch die alte Klarissa. Rudolf und Frank toben mit den Kostern ins Haus, Irene Waitz fommt und begrüßt Anne. Sie ist blaß und die Augen sind müde und dunkel umschattet. „Nun", fragt sie mit schmalem Mund, „war es schön?"
„Ja, danke, es war sehr schön."
Sie sind im gleichen Alter, sie könnten wohl Freundinnen sein, denn es gibt außer chnen keine so jungen Menschen hier, aber sie sind nicht befreundet, und sie haben sich außer diesen glMchgül- tigen Worten nichts zu sagen. —
Nun ist Anne also wieder da, wie gut, daß sie da ist! Für Klarissa ist sie der Brunnen, aus dem sie Kraft und Lebensmut schöpft, und es scheint jetzt wirklich mit ihr bergauf zu gehen. Nur Anne selbst ist vrelleicht ein bißchen stiller als sonst, und wenn sie daran dentt, daß sie eines Tages Klarissa und den Birkenhos verlassen muß, dann stt der Schmerz in ihr so stark wie ein Krampf, der den Atem raubt. Jede Stunde denkt sie an Christian und jede Stunde möchte sie mit Klarissa über das sprechen. Doch plötzlich ist sie voll Angst. Wie, wenn die Tante nein sagen würde? Oder wie, wenn diese Aussprache der Kranken schaden würde? Ach, Anne ist in einem solchen Widerstreit der Gefühle verstrickt, daß sie Nicht ein noch aus weiß. Arme kleine Anne, sie ist einsam und hilflos wie noch nie und weint sich des Abends in den Schlaf.
Am Samstag stt das Verwaltungsgebäude mit Blumen und Tannengrün geschmückt. Heber der Haustür baumelt ein Schild „Herzlich Willkommen!" Als Franz Pegel heute vormittag aus dem Krankenhaus kam, hat er es wohl gesehen, und er hat darüber gelächelt, aber weiter gesagt hat er nichts. Er geht ein bißchen gebückt, die Schwäche im Rücken wird er wohl erst nach Jahren überwinden. Aber er kann ftoh sein, daß es so weit ist.
Luise geht umher, wie eine Kerze anzusehen, die still und stetig brennt, sie hat viel von der Sauberkeit einer Kerze an sich. In ihren Bewegungen, in ihrer Sorge um den Mann und Klarissa, ist sie stetig und ohne großes Aufflammen, ja, so ist Luise. Ob Franz das merkt, weiß man nicht, aber er ist ernster geworden. Die eigene Krankheit und die dex wütter-
liehen Freundin hat ihm wohl zu denken gegeben. Er stt auch nicht mehr so derbittert, wie er im Krankenhaus war, und alles, was chm früher selbstverständlich und langweilig schien, wird jetzt von ihm roangenommen, und er freut sich darüber. Es ist gut, daß er wieder zu Hause ist.
Und Klarissa rüstet sich also zur Badereise. Ein paar Wochen im Bad, denn Schwarm verspricht sich sehr mel von der Kur. Am liebsten hätte Klarissa Anne mitgenommen, aber die wird die Arbeit der Tante auf dem Hof übernehmen. Ein guter Vorsatz, gegen den es keine Einwände gibt. Außerdem muß jemand im Hause sein, vor dem die beiden Jungen, die unberechenbaren, kleinen Männer, Re- svekt haben. Vor Irene haben sie ihn nicht, auch Luise Pezels Worte sind in den Wind gesprochen, doch Anne ist für sie eine zweite Klarissa, was sie sagt, das gilt. Also muß Anne auf dem Birkenhof bleiben.
Nun stt nur noch eine, die mitfahren kann, nämlich Marie. Marie fährt gern. Sie stt mit Hannes Perl versprochen, doch Hannes stt in allem, was er denkt und überlegt, langsam. Er hat noch nichts von Verlobung und gar nichts von Heirat gesagt. Was soll man davon denken? Marte stt sechsunddreißig Jahre alt und will bald heiraten. Nun wird sie erst mal verreisen. Da wird er den Unterschied selbst sehen, ja, er wird sehen, wie anders es ift, wenn Marie für ihn sorgt, als wenn es die Lütfmagd Greten tut. Hannes stt ein solider Mann, es gibt nichts gegen Hannes zu sagen, aber langsam ist er, schnell bei der Arbeit und langsam im Denken. Marie denkt schneller als Hannes, unb sie meint wohl, daß es richtig ist, wenn er ein paar Wochen ihre Fürsorge vermißt. Männer müssen erzogen werden. Marie wird sich den Hannes schon erziehen, keine Angst. Sie hat sich ein paar neue Kleider alle mit feinen Festons.
Hannes weiß, Marie gehört nicht zu den Frauen, machen lassen, und sie packt chre beste Wäsche ein, die viel für sich behalten. Sie glaubt wohl, daß er eifersüchtig wird, daß er auf die Wäsche schielt und fragt, für wen sie das alles einpackt? Aber da kennt sie Hannes nun wieder schlecht, er wird nicht im geringsten estersüchtig, er saugt an feiner Pfeife und jagt: ,Zscha auch ganz richtig, Marie, wenn der Mensch mal was von der Welt zu sehen kriegt. Halt dich man fein munter, mein Deem." Das stt alles, mehr sagt er nicht, man kann ihn nicht reizen.--
Als Änne am Sonntag erwacht, denkt sie: Morgen fährt Klarissa also ab, und von morgen an muß ich zeigen, was ich kann. Es wird so schwer nicht sein. Immerhin wäre es mir tausendmal Reber, wsrm eto andern die Arbeit für. mich machte. Sie
seufzt und springt aus dem Bett, und wie fooft in dieser Zeit denkt sie darüber nach, ob sie mit Klarissa nicht noch in letzter Stunde über alles sprechen soll.
Gestern hat die Tante sie nach Willem Schönemann gefragt, auf den Knvf zu hat fte Ann« gefragt, ob er ihr wohl gefällt. Doch für den guten Willem hatte Anne nichts weiter als ein Lächeln, und bann sagte sie Klarissa, daß er sich mit der Malerin Margit Wenzien verheiraten wird. Als Anne jetzt vor dem Spiegel steht und ihr Haar kämmt, scheint es ihr saft so, als hätte sie im Anschluß an dieses Gespräch von Chrstttan anfangen müssen. Sie hat es nicht getan; stt sie denn so feige? Wenn sie ehr- lich ist — ja, denn Klarissa scheint ihr für dieses Geständnis auch wirklich noch nicht kräftig zu fein. Wenn nur Christian nicht immer so drängende Briefe schickte. „Du gehörst mir und nicht dem Vir- kenhof und nicht Klarissa. Wann komnstt du, die Tage sind mir unerträglich ohne dich."
Wohin soll das führen? Anne steckt Nadeln in den Haarknoten und sie sieht im Spiegel, daß ihr Gesicht schmaler geworden stt. Kein Wunder, das Essen schmeckt ihr nicht, sie schläft schlecht und grübelt Mviel, sie hat auch Sehnsucht, rasende Sehnsucht yät sie nach Christian.
Draußen vor ihrem Fenster huschen die ersten Sonn-enftrahlen über den Hof. Anne denkt, daß sie retten wird. Also die Hosen her! Die braunen Reit- breeches sind verlängert, sie sitzen gut. Anne sieht wie ein schmaler Junge aus, lang und herb, in hohen Stiefeln und leichtem, weißem Leinenhemd. Sie denkt, daß Rudolf Ziegler ihr ähnlich ift, im Gesicht und in der Haltung. Aber er ist noch viel kleiner, ein zehnjähriger Knabe, und Anne ist erwachsen.
Sie verläßt das Haus und geht über den Hof. Es ist sehr früh, die Menschen schlafen noch. Sonntag heute, Feiertag, und die Sonne ist gerade erst aufgegangen. Neben dem Pserdeftall stt der Schuppen, in dem Geschirre und Sättel untergebracht sind' Anne hat den Schlüssel in der Hosentasche. Sie schließt aus, sucht chren Sattel hervor und legt ihn über die Schulter. Sie will gerade den Schuppen verlassen, als sie draußen Stimmen hört. Das muß Irene Waitz fein, und Irene sagt: „Deinetwegen habe ich meinem Verlobten den Ring zurückgegeben, deinetwegen habe ich alles abgebrochen. Du haft versprochen, mich zu heiraten, Paul."
„Das heißt, du hast es dir eingebildet, ich habe nichts versprochen."
„Paul, stt das dein Emst? Es kann dein Ernst nicht fein! Du weißt doch, daß ich dich mehr als mich selbst lieb«. W«m du so zu mir bist wte irr
den letzten Tagen, stt mein Leben vollständig zerrissen. Ich bin nicht mehr ich selbst, ich halle es so nicht aus. Ich — ich kann doch nicht ohne dich leben!"
Fimmel, Herrgott, gewöhn' dir ab, so zu schreien! Glaubst du, ich will deinetwegen zum Gespött der Menschen werden und vielleicht meine Stellung aufs Spiel setzen? Du hast dich mir an den Hals geworfen, liebes Kind, wir sind fertig miteinander. Warum treibst du es so weit, daß ich dir das alles sagen muß?"
„Also der anderen wegen geschieht das, ich weiß es wohl, glaube nicht, daß ich so dumm bin. Aber das sage ich dir, du wirst sie nicht kriegen, Paul, solange ich lebe, nicht."
Schritte entfernen sich, Stimmen entfernen sich, doch Anne steht noch lange in der halbdunklen Ge- schirrkammer. Irene ist aus sie eifersüchtig, welch ein Unsinn! Paul Würz ift ihr gleichgültiger als ein Stein auf der Straße, und Anne denkt, daß eine Liebe nur bann schön und groß und tief sein kann, wenn sie von Grund auf sauber ist. Sehr nachdenk- lich geht sie endlich zur Koppel rüber.
Koni steht schon am großen Tor, sie hat auf di« Herrin gewartet. Sie ist voll Freude, wiehert, tänzelt und scharrt übermütig mit den Husen Ruhig, Konifere, ruhig, erst mußt du dir den Sattel ge- fallen lassen.
Heute darf Koni laufen, wohin sie will, es ist Anne einerlei, sie hat fein Ziel. Die Sonne scheint, der Wind holt ihr die Strähnen aus dem Haar, em herrlicher Ritt, wenn doch jetzt Christian neben ihr wäre!
„ Konifere setzt über Gräben und Hecken, hoppla! Und Anne fangt an zu fingen „horridoh", wie die Windsbraut singt Anne. Sind sie nicht schon auf nachbarlichem Gebiet? Aber natürlich, sie sind nahe bei Schäfers Hengstkoppeln. Die Pferde haben wette Auslaufe, schöne Wiesen, schöne Pferde, be- neldenswert schöne Pferde. Sie haben die Nähe der Stute erfühll, sie kommen wie eine dunkle Wolke oahergeflogen, der Boden zittert unter dem Aufschlag der Hufe.
Hei— das wird ein Ritt! Neben dem breiten (Sraben zwischen den Koppeln und dem Weg fliegt Koni dahin, drüben die Hengste. Doch einer nach dem andern bleibt zurück, keiner kommt mit steh Dorf) einer die Konifere an, hat sie Flügel? Geduckt liegt Anne auf dem Hals ihres Tieres. „Los, Koni, lauf. Geliebte, wir siegen!" Aber nein, einer ift mit Konifere auf gleicher Höhe, einer hält durch. Oder ist er sogar schneller?
(Fortsetzung folgt)


