Montag. 22. Zanuar MO
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Ar. 18 Zweites Blatt
Lahresappell ehemaliger 116er
labe Mihäly Vörösmarty in seinen Werken am glück.
^ich habe
Svensson." , -
Fast zu gleicher Zeit verließen die beiden Herren die Telefonzellen und setzten ihre Unterhaltung fort. Plötzlich kamen zwei Polizisten herein, gingen aus den' kleinen Ecktisch zu und salutierten vor dem
VHC Iweigverein Gießen hält Lahresrückschau.
EmgewiMrLhrifiophKolumbu«
Von Georg Bertram.
Vollbart. _ f . s
Dieser erhob sich, verbeugte sich vor Holmsen und sprach: „Hier, lieber Freund, sind meine beiden Offiziere von der ,Santa Margherita, sie holen mich auf mein Schiff. Kommen Sie mit, es ist hohe Zeit!"
Dr. Holmsen war sprachlos über diese neue Wendung Dann erhob er sich und rief den Beamten zu: „Verhaften Sie diesen Mann! Es ist ...
Los Jungens", unterbrach der andere, „nehmt ihn fest, es ist ein Irrer, er hält sich für einen Freund von Kolumbus!"
Zum Glück kamen in diesem Augenblick auch die beiden Jrrenwärter, die den Arzt legitimierten. Sie wollten Svensson die Zwangsjacke überziehen, aber et kam nicht dazu. Denn der vermeintliche Svensson wies sich als Kriminalinspektor Jögensen aus. Seme allerdings sehr große Ähnlichkeit mit dem entsprungenen Svensson hatte Holmsen getauscht...
Ja, auch erfahrene Psychiater können eben manchmal irren ... ______
Ungarische Dichtung und Musik.
AS.-Frauenschast Gießen.
Am Mittwoch, 24. Januar, beginnt in der Kreis- geschästsstelle der NS.-Frauenschaft, Frankfurter Straße 1, ein Mütterschulungskurs für Heimgestaltung und Brauchtum. Anmeldungen werden m der Kreisgeschäftsstelle entgegengenommen.
Knegs-WtzW.-Werkscheine.
Serie I bis Ende Februar gültig.
Die Wertscheine des Kriegswinterhilfswerkes Serie I, deren Gültigkeit bereits bis zum 31. Januar 1940 verlängert worden war, gelten auf Grund einer neuen Anordnung des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk nunmehr bis zum 29. Februar 1940. Demnach müssen die Betreuten
den kann.
Wegen Höchstpreisüberschreitung bestraft.
Der Landrat des Landkreises Gießen hat in seiner Eigenschaft als Preisbehörde folgende Ordnungsstrafen gegen. Einwohner bes Landkreises Gießen o^Eiue^Ordnungsstrafe in Höhe von 200 RM. gegen einen Händler wegen erheblicher Ueberschreitung des Stoppreifes für Gänse, vier Ordnungsstrafen in Höhe von 40 RM. bis 200 RM. gegen Landwirte wegen erheblicher Ueberschreitung des Stopp- Preises für Gänse, eine Ordnungsstrafe m Hohe von 60 RM. gegen einen Metzger wegen Ueberscyrei. tuna der Höchstpreise für Wurstwaren, eine Ordnungsstrafe in Höhe von 30 DWi. den Leiter einer Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft wegen Zuwiderhandlung gegen die Hochstpreisvor- schriften für Lebensmittel, zwei Ordnungsstrafen m Höhe von 20 RM. und 35 RM. gegen zwei Kolo- nialwarenhändler wegen Zuwiderhandlung gegen die Höchstpreisvorschriften für Lebensmittel.
Bei dieser Gelegenheit sei erneut darauf hingewiesen, daß sich bei festgestellten Höchstpreisuber- schreitungen nicht nur die Verkäufer, sondern m der Regel auch die Käufer strafbar machen.
Wieder Veichszuschüffe
für Tleupstanzung von Obstbäumen.
Im „Auerhahn" fand am Samstagabend der Jahresappell der Kameradschaft ehemaliger 116er unter Leitung des Kameradschaftsführers B tl I statt, der sehr gut besucht war und an dem auch der Traditionsverbandsführer ehem. 116er und derzeitige Standortoffizier Major Wolf teilnahm.
Rach der Begrüßung durch Kameradschaftsfuhrcr Bill sprach zunächst Kreisschießwart H a n f f über die Aufstellung von Mannschaften für den Ehrensalut bei Begräbnissen usw. Kamerad Glaub wurde mit der Aufstellung der Mannschaft beauftragt.
In dem vom Kameradschaftsführer Bill vorgetragenen Jahresbericht wurde der großen politischen Ereignisse gedacht. Die Appelle wurden zufriedenstellend besucht. Reu ausgenommen wurde der Schießdienst, der sich unter Leitung von Kamerad Kern gut eingeführt hat. Eine Rihe von Kameraden, darunter der Schießwart und der Kameradschaftsführer, haben bereits die bronzene Schießauszeichnung erworben. Dem Jahresbericht war weiterhin zu entnehmen, daß die Kameradschaft auch an den WHW.-Straßensammlungen erfolgreich beteiligt war. Die Sammlung für die Kyffhäuser- Waisenheime hat Fechtwart Kam. Müller durchgeführt. Am Reichskriegertag in Kassel und bei dem Aufmarsch des Kreisverbandes in Großen-Linden waren die ehemaligen 116er zahlreich beteiligt. Die Mitgliederbewegung zeigt ein erfreuliches Anwachsen. Der vier im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden wurde ehrend gedacht. Einer Anzahl Kameraden wurden zu Alters-, Ehe- und Beruss- jubUäen Glückwünsche übermittelt. Abschließend stellte Kameradschaftsführer Bill fest, daß auch die
Betreuungsarbeit für die einberufenen Kameraden erfolgreich durchgeführt wird.
Der von Kassenwart Kam. Korell erstattete Rechnungsbericht gab Aufschluß über geordnete Kassenverhältnisse. Dem Kassenwart wurde einstimmig Entlastung erteilt.
Auf Vorschlag von Kam. Reitz wurde Kamerad- schastsführer Bill zum 6. Male in seinem Amte als Kameradschaftsführer bestätigt, der seinerseits seine bisherigen Mitarbeiter in ihren Aemtern erneut verpflichtete. Der Kameradschaftsfuhrer dankte besonders dem Kameraden Korell für die Auf- rcchterhaltung der Verbindung mit den Kameraden im Felde und den auswärts wohnenden Mitgliedern sowie für die Betreuung der Frontkameraden. Kamerad Reitz gedachte in kurzen Worten der steten Pflege der Tradition der 116er, betonte aber auch, daß in der Kameradschaft stets nach vorwärts gesehen wurde. In herzlichen Worten gedachte er der Gefallenen des Weltkrieges, aber auch derjenigen Kameraden, die jetzt wieder unter der Fahne stehen. Er betonte fernerhin die enge kameradschaftliche Verbundenheit mit dem aktiven Regiment.
Der Traditionsverbandsführer, Major Wolf, überbrachte die Grüße van Oberst Herr lein und vermittelte einige interessante Nachrichten. Gleichzeitig sprach er der Kameradschaft feine Anerkennung für die Pflege der Tradition aus.
Don den Kameraden an der Front waren zahlreiche Dankschreiben für die Weihnachtspackchen und Feldpostbriefe eingegangen, die verlesen und erwidert wurden. Mit dem Treugruß an den Führer wurde der Jahresappell beschlossen.
Im weiteren Verlauf der Morgenfeier lernte man (sorgfältig gesprochen von Friedrich .Grondahl und Jngeborg Riehl) einige ungan che Gedichte kennen, Gedichte voll einer tiefen Vaterlandsliebe, voll einer feinsinnigen, wenn auch mit einigen peisi- mistischen Zügen belasteten Poesie. Gleichzettig wurde aber auch fühlbar, daß die Uebersetzung m die deutsche Sprache nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten geschehen fein mochte.
Um einiges näher kam man dann den Charakter- zügen des ungarischen Volkes durch die ungarischen, Volkslieder, deren Art, Wandlung, verschiedene Erscheinungsformen usw. Universitats-Mustkdirektoi: Prof Dr. Temesväry mit einigen lebendigen Worten charakterisierte. Er, als Deutscher aus Siebenbürgen, sprach aus unmittelbarer eigener Kenntnis. Unter seiner Begleitung am Flügel sang dann Fräulein Eva Eckert Liebes- und Soldatenlieder, Lieder ländlichen und städtischen Ursprungs, Lieder der Vergangenheit und der Gegenwart Die Sängerin hatte sich dabei für einige ihrer Darbietungen der Mühe unterzogen, sich mit der ungarischen Sprache zu beschäftigen und einige Lieder in dieser Sprache zu singen. Dadurch wurde sehr eindrucksvoll dargetan, daß Sprache und Melodie im ungarischen Volkslied eine fast untrennbare Einheit sink
Die Morgenfeier des gestrigen Sonntags führte (ebenso wie eine frühere Morgenfeier, die dem irischen Freiheitsdichter William Butter d^urs gewidmet war) an ein Volkstum heran, mit bent sich zu beschäftigen lohnend und dankbar ist, auch dann, wenn es sich dem völligen Verständnis eines Menschen von einer bewußt deutschen seelischen und geistigen Haltung nicht erschließen laßt.
Heinrich Ludwlg>NeuneA
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lichsten um diese Verbindung bemüht fei und gerade mit dem Märchen „Esongor und Tünde" auch dem europäischen Menschen etwas zu geben vermöge, -ort weiteren Darlegungen beschäftigte sich Dr. Razum mit Absichten und Gehalt, aber auch mit den Schwierigkeiten, die einer Aufführung des Mar- chens in deutscher Sprache und auf einer deutschen Bühne entgegenstehen. Mit besonderem ^terene hörte man davon, daß das Märchenspiel für ole Ungarn etwa das darstelle, was für uns (soeuyts „Faust", Shakespeares „Sommernachtstraum oder Grillparzers „Medea" bedeute, und zwar den Versuch darstelle, die Kluft zwischen dem Menschen und den Göttern zu überbrücken.
Wer? Don wem reden Sie?" fragte Svensson.
"Nun, von Kolumbus natürlich. Er ist ein guter 52e?VoUbartirftarrte Holmsen verstört an, die Ist gurre war ihm ausgegangen. Dann zuckte plötzlich ein Licht des Begreifens in seinen forschenden Augen auf Er faßte sich und lächelte gewinnend
Oh Sie kennen Kolumbus persönlich? fragte er" Bitte, erzählen Sie mir mehr von ihm. Ich hatte noch nie Gelegenheit, ihn zu sehen!
° Und Dr. Holmsen erzählte ihm alles was der arme Svensson ihm jeden Tag m seiner Zelle, aufs neue berichtete und vor phantasierte. Der Tischgast hörte aufmerksam zu und nickte begeistert zu den I morfmürbiaften Geschichten über die Taten und Abenteuer des^großen Entdeckers. Sichtlich fühlte er sich sehr geschmeichelt, seinen eigenen Ruhm preisen 5“ Und"nun, mein Lieber!" schloß der Arzt und verbeugte sich ehrfurchtsvoll. „Kommen Sie mit mir, ich will Sie selbst zu Kolumbus fuhren! Im Hafen ieaNein stolzes Schiff, bereit, zu neuen Abenteuern auszusegeln! Ich weiß sehr wohl'wer Sie sind und ich will Ihr Inkognito gern wahren, lieber Komm
b Svensson zuckte erschrocken zusammen, erwiderte jedoch die Verbeugung und sagt«: ,Lieber Freund, ch sehe. Sie haben mich erkannt. Ich will nur noch rasch mit dem König telefonieren, dann bin ich berGrt!»anb aus und ging in die Telefonzelle. Dr. diolmien war von dieser Wendung einigermaßen verblüfft Geisteskranke sind unberechenbar. Wollte Svenllon etwa abermals fliehen? Er eilte m d,e ä»eite Telefonzelle und M ieim Anstalt an. »So.
Aus -er Stadt Gießen.
Fenster- und Lattongäste.
Eine alte, weißhaarige Dame fegte mit einem Handbesen sorgfältig den Schnee von der Fensterbank und streute reichlich Sämereien hin. Dabei hatte ihr Gesicht einen freudigen Ausdruck, als fei fie nicht die Schenkende, sondern die Beschenkte. Sie kannte ihre kleinen Gäste, sie wußte, daß sie ihrer Einladung wie immer folgen würden, und fie schloß geräuschlos das Fenster, um hinter den Gardinen ihre Lieblinge zu erwarten und sich an ihren anmutigen Bewegungen und ihrem guten Appetit zu ergötzen.
Es ist die leichteste und bequemste Art in diesen Tagen des Frostes, den hungernden Vögeln zu helfen. Freilich werden die Sperlinge als die dreistesten den Löwenanteil davon bekommen. Der Buchfink ist schon ein wenig scheuer und außerdem viel bescheidener. Er wartet meist, bis die schilpenden Nimmersatte doch endlich genug haben und davonflattern Schrittchen für Schrittchen trippelt er nach links und nach rechts und pickt dankbar auf, was liegen blieb. Kohl- und Blaumeise bevorzugen hängende schaukelnde Futternäpfe. Es gibt kleine, an einem Holzarm wie Ampeln befestigte Holzbecher, die von Meisen sehr gern besucht werden. Sie krallen sich an dem schwebenden Becher fest und schwingen, während sie emsig picken, wie kleine wagemutige Trapezkünstler her und hin. Noch verwegener zeigen sie sich an einem aufgehängten Stückchen Speck. Es macht ihnen nichts aus, wenn sie dabei mit Kopf und Rücken nach unten schaukeln. Es ist ein Genuß, den wendigen und anmutigen Bewegungen der kleinen, reizvoll bunt gefärbten Vögel zuzuschauen. Es sind zierliche Akrobaten von unnachahmlicher Grazie und Sicherheit.
6. Morgenfeier des Sladtthealers.
Im Hinblick auf die Uraufführung des ungarischen Märchenspiels „Esongor und Tünde von Mihaly Vörösmarty stand die 6. Morgenfeier unseres Stadttheaters im Geiste ungarischer Dichtung und Musik. Die Voraussetzungen für em Ve^tandms der Darbietungen vermittelte Dr. Hannes R a zum in einem Vortrag, dem, das war aus federn Wort und aus jedem Satz fühlbar, eine nachhaltige Versenkung in Geist und Haltung, in Literatur und Geschichte des ungarischen Volkes vorausgegangen war. Insbesondere stellte der Redner dar, wie gerade das ungarische Volk, das kurkotatarycher Ab- stammung ist, zwischen Asien und Europa steht, die asiatischen Wesenszüge, die ihm von den Vorfahren her zu eigen sind, anzugleichen versucht an euro- raische Geisteshaltung und bemüht ist, Drucke zu fein zwischen den beiden Elementen, ohne dabei die nationale Eigenart aufgeben SV muffen. In großen Zügen legte der Redner dar, v>le gerade der Dichter
Als Dr Jens Holmsen, der bekannte Psychiater und Chefarzt der größten Irrenanstalt Dänemarks, das kleine Cale betrat, in dem er zweimal wochent ttch ein "^sreie Stunde bei Kaffee und Zeitungen zu Lringen pflegte, zuckte er plötzlich, w e von einem elektrischen Schlag getroffen, »usammem An dem kleinen Ecktisch, an dem er gewöhnlich Platz nahm, saß ein Herr mit einem mächtigen Dollbart und einem goldenen Kneifer, der eine bi 3 9 rauchte und gedankenverloren den blauen Rauch " Mein Gedachte Dr. Holmsen in tiefem Entsetzen, da sitzt ja dieser verdammte Svenson, der uns so viel Sorgen bereitet hat fiolmfens
mnr afhf Taacn war Svensson aus Dr. Hmmien Slnftalt entwichen. Es war ein gemeingefährlicher Kranker. Er litt unter der Wahnvv^tellung, Chr,- feÄ kwurde er
rasend und schlug um sich wie em Bemerk .
Der Arzt überlegte kurz und entschloß sich, den Entsprungenen selbst unter s°chwann>sch° Db- Hut zu nehmen. Er ging auf den T sch ~,rren zu, verbeugte sich höflich und setzte s ch
Auch in diesem Jahre werden, wie bisher, Reichs« Zuschüsse für die Neupflanzung von Obstbäumen gewährt. Diese Neupflanzung darf keinesfalls durch den Krieg ins Stocken geraten. Durch ein Nachlassen der Neupflanzung von Obstbäumen wurde m wenigen Jahren die Zahl der jährlich — meil alterschwach — abgängig werdenden Obstbäume über- wiegen und so der Gesamtbestand an ertragfähigen Obstbäumen absinken. Dagegen werden die bisher bewilligten Reichszuschüsse für das Umveredeln (Umpfropfen) von Obstbäumen vorläufig nicht mehr gewährt, da diese Maßnahmen für mehrere Jahre einen Ertragsausfall bedeuten.
Reise in die Tiroler Alpen.
Die Sektion Gießen ° Oberhessen des Deutschen Alpenvereins bereitete gestern nachmittag im Hotel „Hindenburg" den zahlreich erschienenen Mitgliedern und Gästen eimge unterhaltsame Stunden. Nach herzlicher Begrüßung durch den Sektionsführer Direktor W r e d e , nachdem M Sportgroschen und ein kleiner Beitrag für die gor* deruna der Jugendgruppe erhoben war, sprach Rechtsanwalt Dr. Spohr in lebendigen Ausfuhr runqen über Eindrücke einer ausgedehnten Bergfahrt quer durch die Tiroler Alpen, die von Landeck aus bis nach Klagenfurt führte. An Hand von vielen herrlichen Buntfotografien führte der Redner seine Zuhörer in die Welt der Alpen, hinauf auf die Zwei- und Dreitausender, auf Grate und Joche, durch schöne Täler, über Gletscher und üb er Seifen, an steile Wände und an wilde Gebirgsbache und Wasserfälle. In vielen Einzelheiten schilderte der Redner seine Wanderfahrt, die mehrere Wochen dauerte und eine reiche Fülle der Erlebnisse vermittelte. Mit großem Interesse hörte man auch von den schönsten Alpenpflanzen und sah sie nn Bilds in all ihrer urwüchsigen Schönheit vor sich. Zayi« reiche Aufnahmen von der großartigen Tirolek
mat geführt werden. Ein großes wirtschaftliches Opfer brachte der Verein mit der Schaffung der schönen Markierungstafel am Bahnhof, durch die jedem Heimatfreund Auskunft über die schönsten Wanderwege gegeben wird. Die Durchführung der Markierung, wie auch die Anschaffung der Markierungstafel ist nur durch die Opferbereit» schäft der Mitglieder möglich gewesen, denn mit dem geringen Monatsbeitrag wären solche Ausgaben raum zu bestreiten.
Entsprechend dem Wunsche des Reichswanderfuh- rers, Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Werner, wird der VHC. auch im Jahre 1940 feine Wandertätigkeit fortführen und feine Mitglieder veranlassen, sich durch die Beteiligung an den Wanderfahrten neue Kraft für den Alltag zu verschaffen. Die Wanderungen werden allerdings nicht jetzt schon für das ganze Jahr festgelegt, sondern in Berücksichtigung ber jeweiligen Verkehrsverhältnisse von Vierteljahr zu Vierteljahr beschlossen. _ ...
Die Versammlung fand ihren Abschluß nut dem Treuegruß an den Führer und dem Ausdruck der Siegeszuversicht. Die Wanderkameraden blieben bann noch zwei Stunden in kameradschaftlicher Unterhaltung beisammen und sangen gemeinsam manches schone alte Heimattied.
Die größere Amsel kommt lieber auf den Balkon als auf die Fensterbank. Sie ist ebensowenig furchtsam wie der Sperling und wiederholt ihren Besuch regelmäßig, wenn sie einmal durch Futterstreuen eingeladen war. Ihr Schnabel hat noch nicht den primelgelben Anstrich der Vorfrühlingswochen, durch den sich das Männchen auszeichnet, sobald die schwärmerischen Tage der Freite gekommen sind und das kleine Vogelherz Sehnsucht und Jubel in die Morgenträume und Feierabende flötet. Aber die Zeit verrinnt rasch, und wenn sich auch später der Vogel, melodisch vom Balkongitter seine Weckrufe schmetternd, nicht mehr des Gebers erinnern sollte, der Geber darf das kleine Lied als Dank und Lohn nehmen, darf sich glücklich schätzen, daß vielleicht er durch seine Barmherzigkeit dem hungernden Vogel bas Leben rettete.
Fenster und Balkone sollen in den eisklirrenden Tagen des Hartung nicht leer werden. Die Vögel des Himmels kommen überall hin. Streue nur, und sie sind da, wie von Gott geschickt, dir und deinem Haus zur Freude!
Vornotizen.
Tageskalender für INonlag.
Glofa-Palast, Seltersweg: „Befreite Hände". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: "Der Opernball — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.
Stadttheater Gießen.
Montag 22. Januar: Geschlossene Dorstellung für die NS.-Gemeinschäft „Kraft durch ftreübe Gießen: „Der müde Theodor". Schwank von Neal und Ferner. Spielleitung: Hans Gelhler.
Dienstag. 23. Januar: „Kinder auf Zeit", Luft- fviel von Kurt Bortfeldt. Spielleitung: Hans Vatck. Bühnenbild: Karl Löfster. 18. Vorstellung der Diens-
nicht mehr, dachte Halmfen. Ich Mkde jeyr ^Er°beMtN°in-n'Kaffee und eine Zeitung ba- ein Weilchen darin und murmelte platzlich^n fchem- barem Selbstgespräch: „Em t ch 9 Weltteil!" Kolumbus! Entdeckt da einen Sanz neuen BZ me
Der Vollbart fuhr aus feinem behagucye i aufünd blickte ™ 6°"n'°n mißtrauisch an.
„Wie meinten Sie? fragte er.
Aha, er beißt schon an! frohlockte der Arzr m
9C^id, ,°se soeben", sagte « taut «in wisser Christoph Kolumbus einen neuen ^Der^Jrre schüttelte verwundert den Kopf.
„Aber das ist doch längst.bekannt, böslich. ^Jhnen vielleicht!" wwersprach Holmsen W <5
tag-Miete. ,, _ ,,
Mittwoch, 24. Jan.: „Die Fledermaus , Operette von Johann Strauß. Musikakische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry GrunSke. Tanze. Thea Maaß. Bühnenbilder: Karl Lofsler. 16. Vorstellung der Mittwoch-Miete. .
Freitag, 26. Januar: U r a u f f u l) ru ni g : „Cjon- gm und Tünde", Schauspiel non Mchaly Boros- marty. Spielleitung: Dr Hannes R°MM. Wustk Richard Boeck. Bühnenbild: Karl Löffler. 17. Var fteWung der Freitag-Miete.
die Wertscheine bis zum 29. Februar 1940 bei ben Einzelhändlern, die Einzelhändler bis zum 15. Marz 1940 bei den Banken und die Banken bts zum 31. März 1940 beim Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk eingelöft haben.
Abgabe her Steuererklärungen.
Die Finanzämter erlassen heute eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Erklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Gewinnfest, stellung, Wehrsteuer und Umsatzsteuer 1939, sowie für die Vermögenssteuer und für die Gewerbesteuer 1940. Die Steuererklärungen müssen m der Zeit vom 1. bis 29. Februar 1940 abgegeben werden Es fei besonders hervorgehoben, daß die Frist für die Abgabe der Erklärungen nur tn begründeten Ausnahmefällen auf Antrag verlängert Her
unter starker Beteiligung feiner Mitglieder hielt i der Zweigverein Gießen des Vogelsberger Hohen- Clubs am gestrigen Sonntagnachmittag im Hotel Hopfeld feine Jahreshauptversammlung ab Die 1 Versammlung wurde durch den Zwelgvereinssuhrer ; Wanderkamerad Willi Hardtmit herzlichen Wor- ten der Begrüßung eröffnet. Sein Gruß galt besonders auch dem Ehrenvorsitzenden des Gesamt- VHC., Dr. Bruch Häuser, der nunmehr m Gießen wohnt und an der Versammlung teilnahm.
Im Verlauf der Versammlung erstattete dann der Kassenwart, Kamerad Förster, den Kassenbericht, der in bester Ordnung befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt
Wandermeister Blank gab' anschließend einen Bericht über die im vergangenen Jahre durchgeführten Wanderungen, deren insgesamt 14 unternommen wurden. Die Wanderungen führten die Teilnehmer wieder an die schönsten Punkte unserer engeren und weiteren Heimat und brachten für alle Teilnehmer schöne Erlebnisse. Leider mutzte die ursprünglich vorgesehene Odenwald Wanderung, für die drei Tage vorgesehen waren, ausfallen, Da sie in die Tage des Krieasausbruches gefallen wäre. Zahlreich war die Beteiligung der Gleßener VHCer an der Sternwanderung nach Friedberg. Die Beteiligung an den Wanderungen war erfteu- lich rege und lag etwa im Durchschnitt in der Hohe des Vorjahres. Meist beteiligten sich an den Wanderungen je über 60 Kameraden.
In ehrenden Worten wurde der durch den Tod ausgeschiedenen Wanderkameraden gedacht. Jnsge- : samt sind durch Tod und durch Wegzug von Gießen fünf Kameraden ausgeschieden. Dem stehen er\rey- licherweise neun Zugänge gegenüber, so daß sich die Mitglied erzähl etwas erhöht hat. Der 3meigoerein Gießen des VHC. stellt mit fernen weit über 200 Mitgliedern den zweitgrößten Zweigverein des Ge- samt-VHC. dar.
Der Zweigverein hat auch im vergangenen Jahr feine Markierungsarbeit un n«r minder t i o r t q e I« tz t und fich damit m den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Wer diesen Markierungen folgt, wird zu den schönsten Punkten unserer Hei-
Ja Ihnen ganz sicherlich! Aber nicht feder weiß so fort zwei, Wärter hierher! befahl er, äut" Bescheid wie Sie. Es mutz doch eine außerordentlich gefährliche Fahrt gewesen -'N, nicht war? Die ,Santa Margherita' geriet, so las, ich, vor dem neuen Festland in schweren Sturm
„Ja, gewiß!" gab der Bärtige zu „Einfach war das nicht. Kolumbus war schon em tüchtiger Kerl, ^Soso!^ dachte der erfahrene Psychiater, er will sich also noch Nicht zu erkennen geben! Und er beschloß, ^Tl°^hn?wi7e^^Madrid vomKönigspaar
> empsanäen wurde!" sagte er. „Es war der Empfang : eines Eroberers! Und ich hatte das G uck, Mit ihm - bekannt zu werden. Er erzählte mir leibst alle seine


