Ausgabe 
22.2.1940
 
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Donnerstag, 2 2. Februar 1940

190. Jahrgang

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

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Sonderbares Erstaunen.

Mit dem größten Erstaunen", so schreibt die norwegische Zeitung .Nationen', habe das norwe­gische Volk erfahren, daß England in gewissen Fal­len alle Rücksichtnahmen auf das Völkerrecht bei- eiteschiebt. Wieso mit dem größten Erstaunen? Doch nur, weil die neutrale Vogel-Strauß-Politik gegenüber dem englischen Piratcntum Norweger, Schweden und andere Leute aus die Dauer eben in der Tat mit Blindheit aegenüber der englischen Wirklichkeit geschlagen hat. Vielleicht nimmt jetzt der eine und andere Neutrale die Scheuklappen ab und ieht sich einmal in dieser Wirklichkeit um. Er kann dann in der .Daily Maist z. B. lesen, daß England im gegebenen Fall genau wieder so wie im Iössing-Fjord handeln werde, und daß England mit voller Ueberlegung die norwegischen Hoheitsgewässer verletzt hat."

Sollte dennoch irgendwo in Neutralicn noch ein Zweifel herrschen, daß dem wirklich so sei, so braucht man nur die Unterhausrede des immer greisenhafter in Haß und Lüge sich verhärtenden alten Neville Chamberlain zu lesen. Im Namen der eng­lischen Regierung macht da der englische Minister­präsident den Morübubenstreich vom Iössingfjord sich ganz 311 eigen, bekennt sich zu dem Mord und zu den Mördern, denen er zu diesemhervorragen­den Zusatz zu ihren Taten" gratuliert, zu dieser wundervoll durchgeführten Operation". So be­glückwünscht der Bandenführer seine angestellten Pravi zur prompten Ausführung des ihnen erteil­ten Mordbefehls. Es ist also doch nicht stanz so, wie der englische Diplomat aus Peking schrieb, daß die Engländer immer und überalldurch ihre in der Vergangenheit begangenen Verbrechen in die glück­liche Lage versetzt find, heute anscheinend moralisch zu handeln". So kommen ohne das offene und schamlose' Verbrechen doch nicht aus; die alte Bet­schwester muß auf ihr' altes, vom Bolksrnund ihr nachgesagtes ehemaliges Handwerk zurückgreifen. Sie legt die Bibel beiseite und bekennt sich zu ihrem wahren Gewerbe.

Das Tollste dabei sind doch wohl Herrn Chamber­lains Vorwürfe gegen die norwegische Regierung, welcher erUntätigkeit" undvollständige Gleich­gültigkeit" in Wahrung ihrer Neutralität vorzu­werfen wagt, wodurch sie sichin Widerspruch setze

Haven als Sohn eines Feuerwerkskapitäns geboren und besuchte dort das Gymnasium. Seine seemänni­sche Laufbahn begann er auf Segelschiffen und ging dann zum Norddeutschen Lloyd. Wegen feiner navi- gatorifchen Fähigkeiten wurde er bald Lehrer auf dem Schulschiff des Lloyd und trat in dessen nau­tische Abteilung ein. Am Weltkrieg nahm er als Kapitänleutnant der Reserve teil, war in der Skagerrakschlacht Naoigationsoffifzier eines Linienschiffes und in derselben Eigenschaft auch an den Oeseiunternehmungen beteiligt. Nach dem Krieg wurde Dau Kapitän des Stinnes- DampfersGeneral San Marti n", später führte er als Kapitän der Hamburg-Amerika-Linie die SchiffeRuhr",Rugia",Orinoco"Kari- bia" undDeutschland". Dann widmete sich Kapi­tän Dau dem überseeischen Oeltransport und über­nahm die Führung des TankschiffesAltmark". Von den drei Söhnen Daus steht einer als Wacht­meister der Reserve bei einem Artillerieregiment, der zweite ist Oberleutnant zur See, der dritte ist beim Arbeitsdienst in Polen und wird am 1. April 1940 in die Kriegsmarine übernommen.

Wiborg im Bereich

der russischen Artillerie.

Berlin, 22. Februar. (DNB. Funkspruch.) Der Londoner Nachrichtendienst erklärt, die Finnen gäben jetzt zu, daß Wiborg im Schußbereich der russischen Artillerie liege. Nach dem Heeresbericht des Militärbezirks Leningrad sollen die Sowjettruppen Stadt und Festung K 0 i v i st 0 (Björkö) besetzt und nahezu vollkommen von finnnischen Truppen gesäubert haben. Dabei soll den Russen reiche Beute zugefallen sein. Sechs fin­nische Flugzeuge seien bei den Luvkämpfen abge­schossen worden.

Wie der finnische Heeresbericht mitteilt, soll es nordostwärts des Ladogasees den Finnen ge­lungen fein, einen stark befestigten russischen Stütz­punkt einzunehmen. Weiter wird ein entscheiden­der Erfolg über die 18. russische Division gemeldet, die über Uomaa nach Syskyjärvi vorgedrungen war, den finnischen Truppen soll zahlreiches Kriegs- material in die Hände gefallen (ein. Eme Anzahl russischer Flugzeuge soll abgeschossen worden sein.

England zur Mihachruna der holländischen Neutralität entschloffen.

Berlin, 21. Februar. (DNB.) In einem bei Duisburg abgeschossenen englischen Flugzeug mür­ben Bruchstücke einer Karte gefunden, auf der der Pilot mit Bleistift die Route seines Ein- und Ausfluges nach und von Deutschland eingetra­gen hatte. Der Ausflug war über Holland geplant, lieber Leer und dann über Delfzijl in Holland weift der Richtungspfeil. Damit ist wieder einmal erwiesen, daß England die holländische Neu­tralität nicht zu achten gedenkt, wenn es bequemer, weniger zeitraubend ist und Brennstoff erspart, holländisches Hoheitsgebiet zu überfliegen. Die deutsche Abwehr hat allerdings den Engländer an der Durchführung feines Ausfluges zu verhin­dern gewußt.

Die VeiseiriW der Opfer im Mmg-Nord

in Ihrer Skis, mkemper, »traße 17. kf.Str.39

Churchills Sreuelmürchen widerlegt.

Oie Gefangenen derAltmark" erhielten die gleiche Verpflegung wie die deutsche Besatzung.

Dau, Abfchiedsworte an die toten Kameraden; rechts der deutsche Gesandte in Oslo, Dr. Bräuer. Ein Vertreter der norwegischen Admiralität und viele Männer und Frauen aus der Umgegend be­kundeten die Teilnahme des norwegischen Volkes. (Affociated-Preß-M.)

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8; Berta e, Molike- a. D., 90 in, Heizer, , o.B, 67 inrich Sack, 8.2.: An- ahre, Aul- Rodheimer 63 Jahre,

>r, Revier« jen; Georg 45. H.2.: nsgasfe 25.

88 Jahre, , 11 Jahre, iger, Bier- ; Karl ho- mstraße 4; re, Johan- nidt, o.B^ udolf Wilh- gstraße 24.

69 Jahre,

3m Rahmen der gegen die britische und schotti­sche Ostküste bis zu den Shetlands unternommenen Aufktärungsflüge wurden zwei britische Minenleger durch Bombenabwurf versenkt und ein bewaffnetes Handelsschiff so schwer ge­troffen, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist.. Sämtliche Flugzeuge sind unversehrt in ihren Heimathafen gelandet. Rach Mitternacht flogen mehrere feindliche Flugzeuge aus Westen und Rordwesten unter Verletzung niederlän­dischen Hoheitsgebietes in die innere Deutsche Bucht ein. Ein von Fernfahrt zurückge­kehrtes U-Boot hat die Versenkung von 27 795 Vruttoregistertonnen gemeldet.

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kommen sollten, und garantierte den Eisenbahn­aktionären ein steuerfreies Aufkommen von 430 Millionen Mark. Dieses Aufkommen liegt um volle 100 Millionen höher als der Ertrag im letzten Jahr, lieber diesen steuerfreien Betrag solle noch ein wei­teres steuerpflichtiges Aufkommen bis zu 680 Mil­lionen RM. möglich fein Damit wird den Aktionä­ren im ersten Kriegsjahr eine Dividende von 3 4 v. H. garantiert und ein geradezu ungeheuer­licher Raubzug der englischen Oberschicht deren Luxusdasein sich besonders auf den Besitz von Eisen- bahnaktien stützt auf die Taschen des englischen Volkes sanktioniert. Hauptaktionär der englischen Eisenbahngesellschaften ist ein gewisser Neville Chamberlain! Womit eindeutig klargestellt sein dürfte, in wessen Interesse der Ministerpräsident Neville Chamberlain dieses Gesetz erlassen hat.

Deutsches Ll-Boot versenkte 27795 B RT.

Zwei britische Minenleger durch Bombenabwurf versenkt.

Berlin, 21. Februar. (DNB.) Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen keine besonderen Ereignisse. Auf- klärungs- und Grenzüberwachungsflüge der Luft­waffe blieben ohne Kampfberührung.

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Schönheitsfehler im Empire

. Von unserem 3^. A.-Korrespondenien.

Flaschenpost mit einer verhättnismäßia genauen Angabe des Standortes und des Aussehens des Schiffes ins Meer zu werfen.

Der Offizier betätigte, daß ein stroßer Teil der Gefangenen sich beim Kapitän für die gute Behand­lung beim Verlassen des Schiffes bedankte ebenso beim deutschen Arzt. Dieser hatte übrigens sich in selbstverständlicher Menschenpflicht eines eng» lischen Oberleutnants angenommen, der von einen eigenen Leuten einen Schuß in den Arm erhalten hatte. Gerade auf den Arzt aber wurde der letzte Schuß vom ZerstörerCossack" aus abgegeben. DieseHelden" schossen auf den Mann, der einem ihrer Offiziere das Leben retten wollte. Doller Bewegung schilderte dann der Offizier das Kesseltreiben, das die Engländer auf die deutschen Seeleute veranstalteten, die sich geschworen hatten, auf keinen Fall in englische Gefangenschaft zu ge­raten. Zum Teil mit bloßen Füßen mußten die deutschen Matrosen, in ihrer Mitte auch ein nor­wegischer Zollbeamter, über das Eis laufen, über- schüttet von einem Geschoßhagel, sobald sie in den Lichtkegel eines Scheinwerfers gerieten.

®cr ist der ttopifän derAltmark"?

Kapitän Heinrich Dau, der mit seinem Schiff Altmark" sich auf hoher See allen englischen Nach- Stellungen entzog bis er in neutralen Gewässern feige überfallen wurde, ist vielen Amerika-Reisen- den als d e r frühere Kapitän des Ha- pagbampfersDeutschland" bekannt, Heinrich Dau wurde am 5. Mai 1875 in Wtthelrns-

Berlin, 22. Februar. (DNB. Funkspruch.) Der Rundfunk übertrug in einer direkten Sendung aus Norwegen ein Gespräch mit dem dritten Offizier derAltmark", es räumte vor allem mit dem Mär­chen von derM i ß h a n d l u n g"' d e r e n g l ie fchen Gefangenen auf, das Churchill erfun­den hatte, um den gemeinen Meuchelmord im Jöfsinq-Fjord zu bemänteln. Der Offizier stellte fest, die deutsche Besatzungeinschließlich der Offl- iiere habe genau d i e gleiche Verpfle­gung erhalten wie die Engländer selbst. Wie lächerlich die Behauptung der englischen Lugen- detze ist,die Gefangenen hätten zu wenig zu essen bekommen und seien fast verhungert", ergibt sich aus der Tatsache, daß z. B. m den Decks der Ge­fangenen, nachdem diese dieAltmark verlassen hatten, eine Buttermenge gefunden wurde, die gro­ßer war, als die tägliche Fettration. D.e Englän­der sind also nicht einmal w.der Lage gewesen, die ihnen in gleicher Hohe wie den deutschen -oe atzungsmitgliedern zugeteilte Ration S" verzehren. Die an Bord befindlichen Inder erhielten täg­lich den gewohnten Reis mit Klippfisch oder Grieß "^Wahrend^^der^ ganzen Fahrt hatte der deutsche Nr-t nicht einen einzigen e r n ft e n Krankheitsfall zu behandeln Im übrigen hat er täglich eine ärztliche Visite in sämtlichen Decks vorqenommen, bei den Gefangenen ebenso wie bei der deutschen Besatzung. D,e Gefangenen hatten reichlich Gelegenheit zu Spaziergangen an Sei, was sie allerdings dazu benutzten, um eine

Die britische Admiralität gibt zu, daß in der ver- gange ne n Woche durch den Seekrieg je 5 englische und 5 neutrale Schiffe mit einer Tonnage von rund 86 000 Brt. unter gegangen seien. Dies sei die höchste Dernichtungsziffer während des ganzen Krieges. Diese Ziffer stimmt nicht, denn der amtliche deutsche Bericht meldete für die Zeit vom 11. bis 17. Februar einen feindlichen Totalverlust von 32 Schiffen mit 128 000 Tonnen. Die Admiralität sucht sich also durch gefälschte Zahlenangaben an der Tatsache vorbeizudrücken, daß der deutsche Seekrieg immer erfolgreicher fortschreitet. Der deutsche Heeresbericht vom 21. Februar kann mitteilen, daß ein einziges Unterseeboot auf seiner Fernfahrt rund 28 000 Ton­nen versenkt Hütte. Wo bleiben da die Prophezeiun­gen Churchills, daß die Gefahr der U-Boote zu Ende gehe, weil die meisten dieser gefährlichen Gegner schon untergegangen sein sollen? Die Lügen des Herrn Churchill haben kurze Beine.

Auf dem Dorffriedhof von Sogndal am Jössing- Fjord wurden die von den Piraten der britischen Kriegsmarine gemordeten deutschen Seeleute in einem gemeinsamen Grab beigesetzt. Von der er» greifenden Trauerfeier berichtet unser telegraphisch von Oslo nach Berlin übermitteltes Bild. An der offenen Gruft spricht der Kapitän derAltmark",

Amsterdam, Februar 1940.

Kurz vor dem Weltkrieg hatte die Entwicklung des brittschen Weltteiches ihren Höhepunkt erreicht. England beherrschte die wichtigsten Punkte an allen Verkehrsstraßen, und wenn auch die wachsende Macht des Deutschen Reiches drüben vielfach als unbequem empfunden wurde, so waren doch alle : anderen Staaten bereit, die Herrschaft Englands auf den Weltmeeren anzuerkennen. Sogar die Der- . einigten Staaten von Nordamerika waren damals noch nicht selbstbewußt genug geworden, um auf ihrer Gleichberechtigung gegenüber der angelsächsi­schen Schwesternation zu bestehen. War so das Empire nach außen die erste Weltmacht, so bot es im Inneren ein wenigstens scheinbar einheitliches und friedliches Bild. Australien, Neuseeland und Südafrika waren gerade zu Dominien erhoben wor­den; in Südafrika hatte die burische Bevölkerung sich noch nicht von den Schlägen des Krieges erholt, tn Indien steckte die nationale Bewegung noch in den Kinderschuhen, und Irland befand sich als Teil des Vereinigten Königreiches fest in der britischen Polizeigewalt.

Während des Weltkrieges kam es dann zum Aufstand der Iren, der in den Jahren nach dem Kriege mit der Schaffung des Irischen Frei­staates endete. Das Empire hatte feinen ersten Schönheitsfehler bekommen, und auf der Landkarte erschien Irland plötzlich nicht mehr in der einheit­lichen roten Farbe der britischen Besitzungen, son­dern der südliche Teil war nur noch mit einem roten Rand umgeben, als Zeichen, daß er wenig­stens formal noch zum Empire gehörte. Aehnliche Entwicklungen schienen sich in den Dominien anzubahnen, die als selbständige Mitglieder der Genfer Liga nicht mehr der Londoner Regierung untertan fein wollten. Damals fand man den Aus­weg des Statuts von Westminster, durch welches die Dominien dem Mutterlande gleichberechtigt wurden und mit ihm nur noch durch Tradition und durch das Band der gemeinsamen Krone verbunden blie­ben.

Wie stark die Tradition und das Gefühl in den Dominien ist, bewies die nahezu gleichzeitige Kriegserklärung aller britischen Gliedstaaten. In der Begeisterung, oie hierüber in den ersten Kriegs­tagen in London herrschte, vergaß man völlig, daß mit Irland immerhin eines der Dominien neutral geblieben war. Aber Irlands Außenpolitik nahmen die Engländer wegen feiner Nähe und offenbaren Abhängigkeit von Großbritannien niemals ernst oder gar tragisch. Anders war es allerdings, als man auch in London erkennen mußte, daß die Ent­scheidung Südafrikas keineswegs so einmütig gefallen war, wie die der anderen drei Dominien, sondern daß dort eine immerhin beträchtliche Min­derheit für Aufrechterhaltung der Neutralität em» getreten war, eine Minderheit, von der man heute noch nicht weiß, ob sie sich nicht bei den Neuwahlen in eine Mehrheit verwandeln könnte. Trotzdem war man zunächst geneigt, dies nur als einen flüchtigen Schatten auf dem Spiegel der Empire-Eimgkeit zu betrachten, bis dann die Einigung zwischen General Hertzog und dem Nationalistenführer Ma lan und die von beiden verkündete Forderung auf Er- riebtung einer südafrikanischen Republik a u her- halb des Empire auch die verbissensten Optimisten erkennen ließ, daß aus dem flüchtigen Schatten em sehr dauerhafter Schönheitsfehler geworden ist

Der Ausbruch des Krieges hat auch tn Indien die Nationalisten in Bewegung gebracht, und alle Erklärungen der britischen Regierung über die Loyalität Indiens konnten nicht darüber hinweg' täuschen, daß die Kongreßpartei ihreMitarbeit ver­weigerte, weil man m London nicht betret . nm , die Unabhängigkeit Indiens ebenso 3um Äriegsyel zu erheben, wie die Befreiung der ."kleinen ge­quälten Nationen in Europa". Indien ist allerdings ein sehr alter Schönheitsfehler' ^r nur immer wieder mit frischer Tünche überdeckt tft. 2Iber nad) einigen Jahren bröckelt der Anstrich wieder ab So ist auch jetzt die Tünche der bundesstaatlichen Der sassung, die 1935 mit viel Brimborium aufgetragen wurde? unter den Erschütterungen des Krieges wie^ der abgeblättert, und bisher ist es noch nicht ge hingen, eine genügend undurchsichtige Deckfarbe zu

Schönheitsreparaturen haben näht immer Be­stand und so ist denn auch plötzlich em aller Schaden wieder aufgetaucht, den man wenigsts auf Iabre hinaus für beseitigt hielt. Das i r t f ck) e Problem scheint nämlich in diesem Kriege ebenf

SÜsrNNL SHELLS berausgehalten, und die seitenlangen Berichte über die Ankunft der Hilfsttuppen aus Kanada Neu^ seeland und Australien sorgen dafür, daß die ^Mvn hcitestbler des Empire der breiten Masse kaum |ia)i bar werden.

Chamberlain verschafft sich

34 v. H. Dividende xZZWM-