Ausgabe 
21.11.1940
 
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Lieber 500000 kg Vomben auf Virmmgbam.

Als Dergeltuna für kritische Angriffe auf Hamburg, Ä emen und Kiel. Kleines Ll-Boot versenkte bisher insgesamt 61500 ART.

Der Wehrmachibericht vom Mlwoch.

Berlin, 20.Jloo. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Jur Vergeltung für die britischen Angriffe auf Wohnviertel in Hamburg, Bremen und kiel beleg­ten in der Nacht vom 19. zum 20. November starke Kampfverbände der Generalseldmarfchälle K e f s e t r l n g und Sperrte die Zentren der britischen Rüstungs- und Versorgungsindustrie von Birmingham mit Bomben. 3n rollendem An­griff warfen Hunderte von kvmpffluozeugen über 500 000 kg Bomben auch der schwersten Kali­ber ab. Die weithin sichtbaren Brände und Explo­sionen waren nochumfangreicher als bei dem Angriff auf L o v e n t r y.

In der Nacht vom 18. zum 19. November fehle die Luftwaffe im übrigen ihre Angriffe auf Lon­don und andere wichtige Ziele in Süd- und Wittel- England fort. Line Anzahl von Flugplätzen, wie Marham, Norwich-Latton und Lranwell, wur­den mit Bomben belegt und dabei hallen und Un­terkünfte in Brand gesetzt und zerstört. Liver­pool. Southampton und andere Häfen au

der Lanalküste waren ebenfalls das Ziel deutscher Luftangriffe.

Im Seegebiet vor der englischen Ostküste gelang es leichten Kampfflugzeugen, drei Handels­schiffe mit Erfolg anzugreisen. Ein kleines U-Boot unter Führung von Lapitänleutnant Wohlfahrt, das, wie schon gemeldet, bei seiner letz­ten Unternehmung vier feindliche Handelsschiffe mit 23880 BRT. versenkte, hat bisher insgesamt 61 500 BEI. feindlichen Handelsschiffsraums ver- nichlet.

In der Nacht zum 20. November warfen britische Flugzeuge imReichsgeblet Bomben auf Wohn­viertel und sonstige Ziele ohne militärische Bedeu­tung. Der gröhte Teil der feindlichen Flugzeuge, die gegen die R e i ch s h a u p l st a d t anflogcn, wurde durch Abwehrfeuer vorzeitig abgedrängt. Lin Flugzeug warf seine Bomben auf die historische Stadt Potsdam. Der hier wie an anderen Stel­len Deutschlands angerlchlele Sachschaden ist un­bedeutend und beschränkt sich im allgemeinen auf leichte Beschädigungen von Wohnhäusern und Stra- hen. Wiederum wurden mehrere Kranken­häuser getroffen. Zwei britische Bombenflug­zeuge wurden bei Nacht vor Erreichen ihres Zieles durch Flakartillerie abgefchoffen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

Vernichtende Wirkung der Angriffe auf Birmingham.

Berlin, 20. Nov. (DNB.) Zum Großangriff der deutschen Luftwaffe aus Birmingham, der als Vergeltung für die Ueberfälle der RAF. auf Bre­men, Hamburg und Kiel in der Nacht vom 19. zum 20. 11. üurchgeführt wurde, wird von allen Be­satzungen der Flugzeuge, die am Angriff teilnah' men, oerichtet, daß die Wirkung noch größer und durchschlagender war als in Co­ventry. Schon nach den Bombenwürfen der erften Wellen war d i e Stadt taghell erleuchtet von den Flammen riesiger Brände. Die nachfolgen, den Flugzeuge konnten bald vom Kanal ab auf jede Richtungspeilung verzichten, da der Brand roten Feuerschein bis in höchste Höhen strahlte und so der einfachste Wegweiser für sie wurde. Die deut­schen Angriffe konnten bei guter Sicht und bei, ge­ringer Bewölkung durchgeführt werden. U e b e r 500 000 kg Bomben jeder 21 r t und aller Kaliber wurden abgeworfen. Gleichzeitig fielen Tausende von Brandbomben in die Stadt, so daß sich zu der zerstörenden Sprengwir­kung noch die alles vernichtende Wirkung des Feuers gesellte. Da sich bald Brandherd mit Brand- Herd vereinigte, entstunden ausgedehnte Brände. Zwischen diesen Grotzbränden, die Hal- len, Fabrikanlagen, Häuserblocks und schließlich ganze Straßenzüge erfaßten, entstanden un­zählige kleine und kleinere Feuer, die zum größeren Teil auch wieder um sich fraßen und sich zu größe- ren Feuersbrünsten vereinigten. Die britische Ab- wehr durch Flut und Scheinwerfer war stark und ausdauernd. Sie hatte jedoch keinen spür­baren Erfolg. Die deutschen Verluste waren ä u ß e r st gering, nur fünf Flugzeuge werden vermißt.

Der Londoner Korrespondent vonNew Park Herold Tribüne" bezeichnet den deutschen Bergeb tungsschlag als einen der h e f t i g st e n Angriffe dieses Krieges. Die deutschen Flieger hätten d i e ganze Nacht über Tausende von Bomben nicht allein aus London, sondern auch auf die Städte der Midlands herabregnen lassen. Eine dieser Städte

(gemeint ist Birmingham) sei besonders schwer an­gegriffen worden. Jeder Stadtteil wurde von einem dichten Bombenhagel getroffen, eine große Zahl Brände verursacht.New $ort Times" sagt, jede Minute sei ein deutsches Flugzeug erschienen. W i e Bienen" seien die Flugzeuge umherge­schwirrt, immer neue Angriffswellen seien einge­troffen. Wenn die englischen amtlichen Stellen die Behauptung aufstellen, die Bomben hättenzumeist nichtmilitärische Ziele" getroffen, so ist dieses faden- scheiniae Manöver in diesem Falle noch absurder, denn in der Altstadt Birminghams liegen dichtge­drängt die Fabrikanlagen, und deutsche Bom­ben pflegen ersahrungs-gemaß ein derart deutlich er­kennbares Ziel nicht zu verfehlen- Das englische Frohlocken, dem gestern noch die , Times" Ausdruck gab, indem sie schrieb:Die Deutschen hätten infolge ihrer großen Verluste keine Bombenforma­tionen mehr eingesetzt, sondern nur Iagd- flugzeuae und Einmannbomber, die sehr hoch flögen und daher Angriffen weniger ausgesetzt seien, aber auch weniger Schaden anrichteten , war keine län­gere Lebensdauer beschieden als allen früheren Illusionen.

Birmingham ist eines der w i ch t i g ft e n Nüstungszentren Englands, welches durch seine E i s e n o e r a r b e i t u n g und Kraftfahr­zeugproduktion besonders bekannt wurde. Es beherbergt Fabriken größten Ausmaßes und größter Kapazität, gleichzeitig aber Fabriken mitt­lerer Größe und Kleinbetriebe bis hinunter zu Handwerkerbetrieben und Heimbetrieben, von denen die letzteren in der ganzen Stadt verstreut liegen. Es werden hier Flugzeugmotoren und jede Art von Motorteilen, Flugzeugzellen, elek­trische Zubehörteile und Apparate hergestellt; außer­dem befinden sich hier Stahlwerke und Stahl- waren- und Aluminiumfabriken, die zu einem großen Teil an der Flugzeugherstellung arbeiten.

Angehörigen der iberoamerikanischen Rasse bewohn­ten Ländern, die in so vielfacher Weise mit Spanien verbunden seien, ein neues Gibraltar schaf­fen wolle. Dadurch solle die Einmischung von Ländern begünstigt werden, die in diesem Teil der Welt nichts zu suchen hätten. Dieses Spiel sei nicht neu, schreibtPopolo di Roma". Es sei das gleiche, das England während seiner jahrhunderte­langen Seeräuberpolitik auf. allen Meeren der Welt und auch im Mittelmeer betrieben habe. Aus dem Mittelmeer werde England nun für immer hinaus­geworfen.

Afoentimsche Zweifel.

Buenos Aires, 20. Nov. (Europapreß.) Stärksten Eindruck, namentlich in südamerikanischen Wirtschaftskreisen, hinterließen die letzten Nachrich­ten über die erneute Intensivierung deut­scher Bombenangriffe aus London und die wichtigsten englischen Industriezentren. Dieser Ein­druck wurde noch verschärft durch die ständig an­steigenden Versenkungsziffern britischer Handelstonnage. Die Wirksamkeit der Blockierung Englands gibt namentl'ch den Wirtschaft streifen viel zu denken. Man beginnt an der Durchführbarkeit der neuen Abmachungen mit England, di« eine lieber ft eigerung englischer Käufe in Argentiniers auf Grund des gegenwärtig ver- handelten Abkommens vorsehen, auch angesichts der ständig wachsenden Erschwerungen der Transport­frage ernsthaft zu zweifeln. Der Eindruck der kriegerischen Ereignisse zur See und in der Luft wird verstärkt durch die Wirkung der letzten diplo­matischen Schritte der Achsenmächte, so na­mentlich durch die Berchtesgadener Verhandlungen mit Spanien, die unmittelbar auf die Berliner Besprechungen Molotows folgten und als eine Weiterentwickluna der dort begonnenen wichtigen Vorbereitungen für die weitere Initiative der Achse betrachtet werden.

In einem Manifest der Allianza de la Iuventud Nacionalista wird erklärt, daß die Ueberlassung von Stützpunkten an die Vereinigten Staaten die Sicherheit und Souveränität der lateinamerikanischen Staaten gefährden würde. Der Regierung von Uru­guay werde das Recht abgesprochen, auf diese Weise über einen argentinischen Fluh zu verfügen. Die Politik der guten Nachbarschaft diene den Vereinigten Staaten nur dazu, impe- rialistische Tendenzen zu tarnen.

Amerikas neue Stützpunkte im Atlantik

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Unsere Karte veranschaulicht die neuen Stützpunkte Amerikas auf den britischen Inseln in West- i n b i e n, die England für 50 Zerstörer auf 99 Jahre an USA.verpachtet" hat. Die neuen Stütz­punkte sind auf unserer Karte mit einem Kreuz ge­kennzeichnet. Mit der Pachtung dieser Stützpunkte hat Nordamerika praktisch die Kontrolle über alle Inseln und zugleich auch über die Ausfahrtstraßen aus dem Golf von Mexiko und der Karibischen See..

(Scherl- jaus der Zeitschrift für Geopolitikj M.)

Starker Rückgang der englischen Guthaven in USA.

Oer

iderstand

gegen die Stützpunktpolitik der USA.

Die Regierung von Uruguay hat den Ver­einigten Staaten in ihrer Suche nach strategischen Stützpunkten am amerikanischen Kontinent P u n t a del Este an der La-Plata-Mündung überlassen. Diese Tatsache hat in Montevideo selbst und in allen spanisch-amerikanischen Ländern Proteste hervorge- rufen. Der uruguayscke Unterrichtsminister hat nach Verkündung des Bescylusses aus patriotischen Grün­den seinen Rücktritt erklärt, mehrere andere Mini­ster sind seinem Beispiel gefolgt, sodaß eine Regie- rungstrife in Uruguay unvermeidlich wurde, deren folgen sich nicht absehenlassen. Am nächsten wird Argentinien durch die Abtretung berührt. In Buenos Aires wird der Dau eines amerikanischen Flotten- und Luftstützpunktes an der La-Plata. Mündung als unerträglich empfunden. Der La Plata ist der gewaltigste Strom des mittleren Südamsri- kas. Seme Mündung ist 300 Kilonketer breit. An ihm liegen die wichtigsten Wirtschaftsgebiete Argen­tiniens, Paraguays und Uruguays. 96 v. H. der Sanzen Ausfuhr dieser drei Staaten geht über die a-Plata-Münduna. Man spricht in Buenos Aires von einem Vorstoß des nordamerikanischen Impe- rialismus gegen die naturgegebenen Rechte der iberoamerikanischen Republiken. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika wollen weltpolitisch wir­ken, es fehlt ihnen aber das Augenmaß für fremde Wirtklichkeiten. So kann sich z. B. der Erfolg, den sie durch die Abtretung von Punta del Este erreicht haben, insofern in einen Mißerfolg verwandeln, als dadurch die so sehr betonte panamerikanische Einmütigkeit gestört wird und das alte Mißtrauen gegen denbig stick Onkel Sams wieder erwacht.

Das Scho in Buenos Arres

Washington, 20. Noo. (Europapreß.) Der USA.-Unterstaatssekretär des Aeußern, S u m n e r Welles, gab der Presse bekannt, es lägen in Washington keine Nachrichten darüber vor, daß ein hoher argentinischer Beamter gesagt habe, Ar­gentinien wolle sich nicht an einer Zusammen­arbeit der Mächte der westlichen Hemisphäre beteili­gen und Stützpunkte anlegen, solange keine akute Angrifisgefahr vorläge.New Dort Times" schreibt, Argentinien habe immer die Führung in Süd­amerika beansprucht, wobei unglücklicherweise die wirtschaftlichen Interessen der USA. mit denjenigen Argentiniens kollidierten. Argen,

tiniens Widerstand gegen die Ueberlassung eines La-Plata-Stützpunktes an die USA. fei daher ver. stündlich. Argentinien und die anderen füdamerika- nischen Länder seien durchaus nicht davon über, zeugt, daß die Achse den Krieg verlieren werde. Sie seien daher bestrebt, sich die Märkte der Achsenmächte zu erhalten. Es sei aus die­sem Grunde die erste Aufgabe der USA., den füd- amerikanischen Ländern vor allem Argentinien in dieser Hinsicht wirtschaftliche und politische Sicherheit zu verschaffen.

Auch d;e Omfition in Lruguoy wächst.

Montevideo, 21. Nov. (Europapreß.) Trotz lebhafter Agitation ist es den an der Anlage mili­tärischer Stützpunkt« in der La-Plata-Mundung interessierten Kreisen nicht gelungen, die starke Op- Sofition zu überwinden, die sich auch innerhalb ruguays gegen den Plan geltend macht. In mili­tärischen Kreisen erklärt man, die für die Stütz- punkte erforderlichen Ausgaben, die auf rund 150 Millionen Pesos veranschlagt werden, seien nutzlos, da die Stützpunkte nach wenigen Jahren veraltet sein würden. Die Haltung Argen­tiniens und Brasiliens hat trotz der Füh­lungnahme ihrer Außenminister mit dem Auhen- mifter von Uruguay die Opposition hier gestärkt. Das Argument, daß die Frage von Stützpunkten am La-Plata nicht ausschließlich eine A n - gelegenheit Uruguays sei, hat hier Eindruck gemacht. Die Haltung der Nachbarländer wird hier dahin verstanden, daß eine Einmischung der Ver­einigten Staaten a b g e l e b n t wird. Große Vs. findet in Uruguay als einer auf das fpa» nische Erbe stolzen Nation auch die Reaktion i n Spanien.

Oie Eeeräuberpolitik Englands als Vorbild.

Rom, 20. Nov. (Europapreß.) Die Italienische Presse meldet, daß in Spanien der hartnäckige Widerstand der iberoamerikanischen Länder gegen die Gewährung von Stützpunkten an die Vereinig­ten Staaten von Nordamerika aufmerksam verfolgt werde. Man sage in Madrid, daß man in den ton

Mailand, 20. Nov. (Europapreß.) WieGa- zetta del Popolo" aus Neuyork meldet, bat die bri­tische Regierung Zwangsverkäuse der in englischem Besitz befindlichen amerikanifchen Wertpa p-iere angeordnet, um mit dem Erlös Materialankäufe in den Vereinigten Staa­ten zu bezahlen. Die englischen Guthaben in USA. hätten vor dem Kriege 6 Milliarden Dollar be­tragen, seien aber infolge der Rüstungskäufe be­reits auf 1 Vi Milliarden gesunken.

Parlamentär sche Niederlage Roosevelts.

Washington, 20. Nov. (Europapreß.) Das Repräsentantenhaus lehnte. die von Roosevelt und dem demokratischen Fraktionsvorsitzenden geforderte Vertagung mit 191 gegen 158 Stimmen ab. Gegen die Regierung stimmten außer den Republi- Innern auch der Flügel der Demokratischen Partei, der einen von der außenpolitischen Linie Roosevelts abweichenden Standpunkt vertritt. Nach dieser parlamentarischen Niederlage sind dem Prä­sidenten außenpolitisch die Hände stärker gebunden, als es bet einer Vertagung der Fall gewesen wäre. Mit der Ablehnung im Re- präsentantenhaus ist automatisch auch die Verta­gung des Senats abgelehnt.

Der nordameri konische Senat hat als Nachfolger des verstorbenen Senators P i 11 m a n zum Präsi­denten der Kommission für Auswärtige Angelegen­heiten den demokratischen Senator King gewählt.

Englische Kriegsvorbereitungen in Nori'irland.

Rom, 20. Noo. (DNB.) Ein Reiseberichterstatter desGiornale d'Italia" meldet, daß schon seit Monaten in Ul st er große Truppenbe- wegunaen zu beobachten seien. Desgleichen wird ausfallend viel Kriegsmaterial aufge- stapelt. Außerdem werden bet Belfast, der Haupt- ftaot Nord rlands, die dort stehenden Textilfabriken stark vergrößert Teilweise habe bereits die U e b er­st« d l u n g der wichtigsten Tertilgesellschaften aus Liverpool und Manche st er begonnen. Fer­ner sei der Dau einer großen Fabrik für die Her­stellung von Geschützen von der Firma V ick e r s in Angriff genommen worden. Es feien auch bereits verschiedene Munitionsfabriken aus der Umgebung der englischen Hauptstadt nach Ulster verlegt worden, wo sie binnen kurzem ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Schließlich feien di« in Belfast bestehenden Sch iffsbauwerf» len gewaltig umgebaut worden.

Sühne für jedes Verbrechen.

Für München, wo die Nachtpiraten Churchills eine nationale Weihestunde des deutschen Volkes tören wollten, kam der gewaltige Vergeltungsschlag auf Go oen tri), ein Zentrum der englischen Flug, zeugfabrikation Diese Rüstungsschmiede der briti. chen Piraten wurde, so schrieben amerikanische Korrespondenten, ebenso nachhaltig zerstört wie Warschau. Coventry ist heute ein nutzloser Trüm­merhaufen. Trotz dieses furchtbaren Schicksals haben die britischen Nachtpiraten in Hamburg, Bre­men und Kiel weitere Wohnviertel und Laza. rette bombardiert Ausdrücklich als Vergeltung für diese Angrifisoersuche aur deutsche Hansestädte haben deutsche Bomber in rollendem Angriff de« Stolz der britischen Industrie, die Millionenstadt Dir. m i n g h a m , mit einem neuen vernichtenden Schlag bedacht, sie haben dort Rüstungswerke und Roh- toffläger vernichtet. Die Heimat der Chamberlains ist derart heimgesucht worden, daß der OKW -De. richt mit seiner FormulierungDie weithin sicht­baren Brände und Explosionen waren n o ch um- a n g r e i ch e r als bei dem Angriff von Coventry" wohl ein Bild der furchtbaren Zerstörung in jedem deutschen Leser umreibt. Birmingham hat einen Schlag erhalten, von dem es sich in diesem Kriege nicht wieder erholen wird. Damit ist eine der ge- waltigsten Rüstungsstätten Englands lahmgelegt.

Birmingham war ein Begriff. Seit Beginn der industriellen Revolution, etwa seit 1750, hat sich der Ort zur größten englischen Stadt nach London ent­wickelt. Wie Stratford, der Geburtsort Shake- peares, am Avon gelegen, war sie das Zen­trum der schwerindustriellen Mid­lands und hatte in der ganzen Welt einen Ruf als Hauptsitz der englischen Stahl- und Me­tallverarbeitung. Birmingham war neben Sheffield, das weiter nordwärts liegt, der Vorort für die Erzeugung von Waffen. So hatte die Bir­mingham Small Arms Company, die Gewehre, Re­volver, Maschinengewehre, Munition herstellte, dort ihre Werkstätten, die Chamberlains waren daran maßgeblich beteiligt. Weiter befindet sich dort ein Werk der englischen Imperial Chemical Industries Ltd., das S p r e n g st o f f« herstellt, und ferner die M u n i t i o n s w e r k e der Firma Kynoch.

Die Stadt selbst tft, wie die meisten englischen Industrieorte, außerordentlich häßlich. Rüstur^s- werke stehen mitten zwischen den armseligen Wohn­straßen der Arbeiter, und selbst eine äußerlich so saubere Industrie wie die elektrotechnische, die dort ebenfalls ihren Fabrikationssitz hat (General Elec­tric Cie.) hat nichts an dem abstoßenden Charakter der Stadt ändern können. Birminghaim war ferner Sitz und Fabrikationsort der bekannten englischen A u t o s i r m e n Austin, Wolserey und Singer, die in diesem Krieg weitgehend auf die Herstellung ppn Flugzeugmotoren, Panzerwagen usw. umgestellt wurden.

Schon im Weltkriege war Birmingham unter Lloyd George, dem damaligen Munitionsminister, zum Zentrum der englischen Rüstungen geworden. Die Vernichtung dieser Rüstungsstätten hat nicht nur in England, sondern auch in den USA. berechtigte Bestürzung erregt. Die englische Zensur hat zunächst die Nennung des Ortsnamens untersagt, ebenso wie die der übrigen Städte, auf die sich der Vernich- tungsregen der deutschen Bomben ergoß. Weitere Vergeltungsschläge werden folgen, denn einzelne englische Piraten griffen in der gleichen Nacht, da Birmingham vom Schicksal erreicht wurde, Ber­lin und Potsdam an. Sie haben, vom Fcuer der deutschen Flak verwirrt und zersprengt, ihre Bomben auf Krankenanstalten und Lazarette ge­worfen. Die Sühne für dieses neue Verbrechen wird folgen. Ein zweites Coventry, ein zweites Birming­ham, so wird dis Reihe der deutschen Vernichtunqs- schläge fortgesetzt werden, bis alle Gemeinheiten der Churchill-Piraten vergolten sind.

Unerhörte Provokation -er englischen Lustwaffe. Wieder Krankenanstalten in Berlin und Potsdam bombardiert.

Berlin, 20. Nov. (DNB.) Unter dem Eindruck der schweren Schläge beim vorletzten Angriff auf die Reichshauptstadt, bei dem nicht weniger als zwölf englische Maschinen abgeschossen wurden, kamen die Flieger der RAF. diesmal mit äußerster Vorsicht und in großer Höhe. Es gelang der star­ken Flakabwehr, die meisten feindlichen Maschinen abzudrängen. Diejenigen, die durch die (Sperre durchkamen, machten gar nicht erst den Versuch, militärische oder industrielle Ziele anzufliegen, son­dern luden ihre Bombenlast dort ab, wo sie glaub- ten, d i e Bevölkerung am empfindlichsten tref­fen zu können. Es wurden von Brandbomben einige Wohnhäuser getroffen und vor allem drei Krankenan st alten und ein Laza­rett. Bei dem klaren wolkenlosen Himmel und nach Abwurf zahlreicher Leuchtbomben mußten die als Krankenanstalten weithin gekennzeichneten Ge- bäudekomplexe klar erkannt worden sein. Ihr sinn- loses Verbrechen kostete die Engländer zwei Ma­schinen, die noch beim Anslug durch Flak abgeschossen wurden.

Während in Berlin bei diesen heimtückischen Angriffen nur geringe Verluste zu beklagen waren, wurden bei Sprengbombenabwürfen in Pots­dam, die ebenfalls einem Krankenhaus galten, acht Schwestern in Ausübung ihres schweren Berufes verletzt, unter ihnen eine Schwester von 80 Jahren, die in dem Krankenhaus wohnte. Außer dem Krankenhaus wurde noch eine Schule der nationalsozialistischen Jugend getroffen. Auch dieser ruchlose Angriff wird vergolten werden, wie Coven­try auf München folgte und Birmingham auf Ham­burg und Kiel.

Oie Ll-Booi-Floiie Rußlands.

Die3sroeftija" schreibt zur 10. Wiederkehr des Tages, da das erste U-Boot, das auf Sowjetwerften erbaut wurde, in Dienst gestellt wurde, seither habe Rußland eine gewaltige U-Boot-Flotte ausgebaut; dieIswestija" nimmt sogar an, daß Rußland heute die m e i st e n U - Boote zur Verfügung habe. Sicherlich hat die Konstruktion von U-Booten auf den Sowjetwerften erhebliche Fortschritte gemacht. Der Nauticus 1939 gibt die Zahl der russischen U-Boote auf rund 160 mit 80 000 Tonnen Raum- geholt an und vermerkt, daß eine größere Anzahl verschiedener U-Boote im Bau sind. Die Sowjet­russen haben mit kleinen Typen begonnen und sind allmählich zu mittleren und großen U-Booten fort­geschritten. Es ist aber zu berücksichtigen, daß 6om* jetrußland Flotten in vier verschiedenen Gewässern unterhalten muß, nämlich im fer­nen Osten, im Schwarzen Meer, in der Ostsee und im nördlichen Eismeer. Nur das nördliche Eismeer ist mit dem finnischen Golf durch einen Kanal ver­bunden, der im Sommer für U-Boote und wahr«