Lieber 500000 kg Vomben auf Virmmgbam.
Als Dergeltuna für kritische Angriffe auf Hamburg, Ä emen und Kiel. Kleines Ll-Boot versenkte bisher insgesamt 61500 ART.
Der Wehrmachibericht vom Mlwoch.
Berlin, 20.Jloo. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Jur Vergeltung für die britischen Angriffe auf Wohnviertel in Hamburg, Bremen und kiel belegten in der Nacht vom 19. zum 20. November starke Kampfverbände der Generalseldmarfchälle K e f s e t r l n g und Sperrte die Zentren der britischen Rüstungs- und Versorgungsindustrie von Birmingham mit Bomben. 3n rollendem Angriff warfen Hunderte von kvmpffluozeugen über 500 000 kg Bomben auch der schwersten Kaliber ab. Die weithin sichtbaren Brände und Explosionen waren nochumfangreicher als bei dem Angriff auf L o v e n t r y.
In der Nacht vom 18. zum 19. November fehle die Luftwaffe im übrigen ihre Angriffe auf London und andere wichtige Ziele in Süd- und Wittel- England fort. Line Anzahl von Flugplätzen, wie Marham, Norwich-Latton und Lranwell, wurden mit Bomben belegt und dabei hallen und Unterkünfte in Brand gesetzt und zerstört. Liverpool. Southampton und andere Häfen au
der Lanalküste waren ebenfalls das Ziel deutscher Luftangriffe.
Im Seegebiet vor der englischen Ostküste gelang es leichten Kampfflugzeugen, drei Handelsschiffe mit Erfolg anzugreisen. Ein kleines U-Boot unter Führung von Lapitänleutnant Wohlfahrt, das, wie schon gemeldet, bei seiner letzten Unternehmung vier feindliche Handelsschiffe mit 23880 BRT. versenkte, hat bisher insgesamt 61 500 BEI. feindlichen Handelsschiffsraums ver- nichlet.
In der Nacht zum 20. November warfen britische Flugzeuge imReichsgeblet Bomben auf Wohnviertel und sonstige Ziele ohne militärische Bedeutung. Der gröhte Teil der feindlichen Flugzeuge, die gegen die R e i ch s h a u p l st a d t anflogcn, wurde durch Abwehrfeuer vorzeitig abgedrängt. Lin Flugzeug warf seine Bomben auf die historische Stadt Potsdam. Der hier wie an anderen Stellen Deutschlands angerlchlele Sachschaden ist unbedeutend und beschränkt sich im allgemeinen auf leichte Beschädigungen von Wohnhäusern und Stra- hen. Wiederum wurden mehrere Krankenhäuser getroffen. Zwei britische Bombenflugzeuge wurden bei Nacht vor Erreichen ihres Zieles durch Flakartillerie abgefchoffen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.
Vernichtende Wirkung der Angriffe auf Birmingham.
Berlin, 20. Nov. (DNB.) Zum Großangriff der deutschen Luftwaffe aus Birmingham, der als Vergeltung für die Ueberfälle der RAF. auf Bremen, Hamburg und Kiel in der Nacht vom 19. zum 20. 11. üurchgeführt wurde, wird von allen Besatzungen der Flugzeuge, die am Angriff teilnah' men, oerichtet, daß die Wirkung noch größer und durchschlagender war als in Coventry. Schon nach den Bombenwürfen der erften Wellen war d i e Stadt taghell erleuchtet von den Flammen riesiger Brände. Die nachfolgen, den Flugzeuge konnten bald vom Kanal ab auf jede Richtungspeilung verzichten, da der Brand roten Feuerschein bis in höchste Höhen strahlte und so der einfachste Wegweiser für sie wurde. Die deutschen Angriffe konnten bei guter Sicht und bei, geringer Bewölkung durchgeführt werden. U e b e r 500 000 kg Bomben jeder 21 r t und aller Kaliber wurden abgeworfen. Gleichzeitig fielen Tausende von Brandbomben in die Stadt, so daß sich zu der zerstörenden Sprengwirkung noch die alles vernichtende Wirkung des Feuers gesellte. Da sich bald Brandherd mit Brand- Herd vereinigte, entstunden ausgedehnte Brände. Zwischen diesen Grotzbränden, die Hal- len, Fabrikanlagen, Häuserblocks und schließlich ganze Straßenzüge erfaßten, entstanden unzählige kleine und kleinere Feuer, die zum größeren Teil auch wieder um sich fraßen und sich zu größe- ren Feuersbrünsten vereinigten. Die britische Ab- wehr durch Flut und Scheinwerfer war stark und ausdauernd. Sie hatte jedoch keinen spürbaren Erfolg. Die deutschen Verluste waren ä u ß e r st gering, nur fünf Flugzeuge werden vermißt.
Der Londoner Korrespondent von „New Park Herold Tribüne" bezeichnet den deutschen Bergeb tungsschlag als einen der h e f t i g st e n Angriffe dieses Krieges. Die deutschen Flieger hätten d i e ganze Nacht über Tausende von Bomben nicht allein aus London, sondern auch auf die Städte der Midlands herabregnen lassen. Eine dieser Städte
(gemeint ist Birmingham) sei besonders schwer angegriffen worden. Jeder Stadtteil wurde von einem dichten Bombenhagel getroffen, eine große Zahl Brände verursacht. „New $ort Times" sagt, jede Minute sei ein deutsches Flugzeug erschienen. „W i e Bienen" seien die Flugzeuge umhergeschwirrt, immer neue Angriffswellen seien eingetroffen. Wenn die englischen amtlichen Stellen die Behauptung aufstellen, die Bomben hätten „zumeist nichtmilitärische Ziele" getroffen, so ist dieses faden- scheiniae Manöver in diesem Falle noch absurder, denn in der Altstadt Birminghams liegen dichtgedrängt die Fabrikanlagen, und deutsche Bomben pflegen ersahrungs-gemaß ein derart deutlich erkennbares Ziel nicht zu verfehlen- Das englische Frohlocken, dem gestern noch die , Times" Ausdruck gab, indem sie schrieb: „Die Deutschen hätten infolge ihrer großen Verluste keine Bombenformationen mehr eingesetzt, sondern nur Iagd- flugzeuae und Einmannbomber, die sehr hoch flögen und daher Angriffen weniger ausgesetzt seien, aber auch weniger Schaden anrichteten , war keine längere Lebensdauer beschieden als allen früheren Illusionen.
Birmingham ist eines der w i ch t i g ft e n Nüstungszentren Englands, welches durch seine E i s e n o e r a r b e i t u n g und Kraftfahrzeugproduktion besonders bekannt wurde. Es beherbergt Fabriken größten Ausmaßes und größter Kapazität, gleichzeitig aber Fabriken mittlerer Größe und Kleinbetriebe bis hinunter zu Handwerkerbetrieben und Heimbetrieben, von denen die letzteren in der ganzen Stadt verstreut liegen. Es werden hier Flugzeugmotoren und jede Art von Motorteilen, Flugzeugzellen, elektrische Zubehörteile und Apparate hergestellt; außerdem befinden sich hier Stahlwerke und Stahl- waren- und Aluminiumfabriken, die zu einem großen Teil an der Flugzeugherstellung arbeiten.
Angehörigen der iberoamerikanischen Rasse bewohnten Ländern, die in so vielfacher Weise mit Spanien verbunden seien, ein neues Gibraltar schaffen wolle. Dadurch solle die Einmischung von Ländern begünstigt werden, die in diesem Teil der Welt nichts zu suchen hätten. Dieses Spiel sei nicht neu, schreibt „Popolo di Roma". Es sei das gleiche, das England während seiner jahrhundertelangen Seeräuberpolitik auf. allen Meeren der Welt und auch im Mittelmeer betrieben habe. Aus dem Mittelmeer werde England nun für immer hinausgeworfen.
Afoentimsche Zweifel.
Buenos Aires, 20. Nov. (Europapreß.) Stärksten Eindruck, namentlich in südamerikanischen Wirtschaftskreisen, hinterließen die letzten Nachrichten über die erneute Intensivierung deutscher Bombenangriffe aus London und die wichtigsten englischen Industriezentren. Dieser Eindruck wurde noch verschärft durch die ständig ansteigenden Versenkungsziffern britischer Handelstonnage. Die Wirksamkeit der Blockierung Englands gibt namentl'ch den Wirtschaft streifen viel zu denken. Man beginnt an der Durchführbarkeit der neuen Abmachungen mit England, di« eine lieber ft eigerung englischer Käufe in Argentiniers auf Grund des gegenwärtig ver- handelten Abkommens vorsehen, auch angesichts der ständig wachsenden Erschwerungen der Transportfrage ernsthaft zu zweifeln. Der Eindruck der kriegerischen Ereignisse zur See und in der Luft wird verstärkt durch die Wirkung der letzten diplomatischen Schritte der Achsenmächte, so namentlich durch die Berchtesgadener Verhandlungen mit Spanien, die unmittelbar auf die Berliner Besprechungen Molotows folgten und als eine Weiterentwickluna der dort begonnenen wichtigen Vorbereitungen für die weitere Initiative der Achse betrachtet werden.
In einem Manifest der Allianza de la Iuventud Nacionalista wird erklärt, daß die Ueberlassung von Stützpunkten an die Vereinigten Staaten die Sicherheit und Souveränität der lateinamerikanischen Staaten gefährden würde. Der Regierung von Uruguay werde das Recht abgesprochen, auf diese Weise über einen argentinischen Fluh zu verfügen. Die Politik der guten Nachbarschaft diene den Vereinigten Staaten nur dazu, impe- rialistische Tendenzen zu tarnen.
Amerikas neue Stützpunkte im Atlantik
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Unsere Karte veranschaulicht die neuen Stützpunkte Amerikas auf den britischen Inseln in West- i n b i e n, die England für 50 Zerstörer auf 99 Jahre an USA. „verpachtet" hat. Die neuen Stützpunkte sind auf unserer Karte mit einem Kreuz gekennzeichnet. Mit der Pachtung dieser Stützpunkte hat Nordamerika praktisch die Kontrolle über alle Inseln und zugleich auch über die Ausfahrtstraßen aus dem Golf von Mexiko und der Karibischen See..
(Scherl- jaus der Zeitschrift für Geopolitikj M.)
Starker Rückgang der englischen Guthaven in USA.
Oer
iderstand
gegen die Stützpunktpolitik der USA.
Die Regierung von Uruguay hat den Vereinigten Staaten in ihrer Suche nach strategischen Stützpunkten am amerikanischen Kontinent P u n t a del Este an der La-Plata-Mündung überlassen. Diese Tatsache hat in Montevideo selbst und in allen spanisch-amerikanischen Ländern Proteste hervorge- rufen. Der uruguayscke Unterrichtsminister hat nach Verkündung des Bescylusses aus patriotischen Gründen seinen Rücktritt erklärt, mehrere andere Minister sind seinem Beispiel gefolgt, sodaß eine Regie- rungstrife in Uruguay unvermeidlich wurde, deren folgen sich nicht absehenlassen. Am nächsten wird Argentinien durch die Abtretung berührt. In Buenos Aires wird der Dau eines amerikanischen Flotten- und Luftstützpunktes an der La-Plata. Mündung als unerträglich empfunden. Der La Plata ist der gewaltigste Strom des mittleren Südamsri- kas. Seme Mündung ist 300 Kilonketer breit. An ihm liegen die wichtigsten Wirtschaftsgebiete Argentiniens, Paraguays und Uruguays. 96 v. H. der Sanzen Ausfuhr dieser drei Staaten geht über die a-Plata-Münduna. Man spricht in Buenos Aires von einem Vorstoß des nordamerikanischen Impe- rialismus gegen die naturgegebenen Rechte der iberoamerikanischen Republiken. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika wollen weltpolitisch wirken, es fehlt ihnen aber das Augenmaß für fremde Wirtklichkeiten. So kann sich z. B. der Erfolg, den sie durch die Abtretung von Punta del Este erreicht haben, insofern in einen Mißerfolg verwandeln, als dadurch die so sehr betonte panamerikanische Einmütigkeit gestört wird und das alte Mißtrauen gegen den „big stick“ Onkel Sams wieder erwacht.
Das Scho in Buenos Arres
Washington, 20. Noo. (Europapreß.) Der USA.-Unterstaatssekretär des Aeußern, S u m n e r Welles, gab der Presse bekannt, es lägen in Washington keine Nachrichten darüber vor, daß ein hoher argentinischer Beamter gesagt habe, Argentinien wolle sich nicht an einer Zusammenarbeit der Mächte der westlichen Hemisphäre beteiligen und Stützpunkte anlegen, solange keine akute Angrifisgefahr vorläge. „New Dort Times" schreibt, Argentinien habe immer die Führung in Südamerika beansprucht, wobei unglücklicherweise die wirtschaftlichen Interessen der USA. mit denjenigen Argentiniens kollidierten. Argen,
tiniens Widerstand gegen die Ueberlassung eines La-Plata-Stützpunktes an die USA. fei daher ver. stündlich. Argentinien und die anderen füdamerika- nischen Länder seien durchaus nicht davon über, zeugt, daß die Achse den Krieg verlieren werde. Sie seien daher bestrebt, sich die Märkte der Achsenmächte zu erhalten. Es sei aus diesem Grunde die erste Aufgabe der USA., den füd- amerikanischen Ländern— vor allem Argentinien — in dieser Hinsicht wirtschaftliche und politische Sicherheit zu verschaffen.
Auch d;e Omfition in Lruguoy wächst.
Montevideo, 21. Nov. (Europapreß.) Trotz lebhafter Agitation ist es den an der Anlage militärischer Stützpunkt« in der La-Plata-Mundung interessierten Kreisen nicht gelungen, die starke Op- Sofition zu überwinden, die sich auch innerhalb ruguays gegen den Plan geltend macht. In militärischen Kreisen erklärt man, die für die Stütz- punkte erforderlichen Ausgaben, die auf rund 150 Millionen Pesos veranschlagt werden, seien nutzlos, da die Stützpunkte nach wenigen Jahren veraltet sein würden. Die Haltung Argentiniens und Brasiliens hat trotz der Fühlungnahme ihrer Außenminister mit dem Auhen- mifter von Uruguay die Opposition hier gestärkt. Das Argument, daß die Frage von Stützpunkten am La-Plata nicht ausschließlich eine A n - gelegenheit Uruguays sei, hat hier Eindruck gemacht. Die Haltung der Nachbarländer wird hier dahin verstanden, daß eine Einmischung der Vereinigten Staaten a b g e l e b n t wird. Große Vs. findet in Uruguay als einer auf das fpa» nische Erbe stolzen Nation auch die Reaktion i n Spanien.
Oie Eeeräuberpolitik Englands als Vorbild.
Rom, 20. Nov. (Europapreß.) Die Italienische Presse meldet, daß in Spanien der hartnäckige Widerstand der iberoamerikanischen Länder gegen die Gewährung von Stützpunkten an die Vereinigten Staaten von Nordamerika aufmerksam verfolgt werde. Man sage in Madrid, daß man in den ton
Mailand, 20. Nov. (Europapreß.) Wie „Ga- zetta del Popolo" aus Neuyork meldet, bat die britische Regierung Zwangsverkäuse der in englischem Besitz befindlichen amerikanifchen Wertpa p-iere angeordnet, um mit dem Erlös Materialankäufe in den Vereinigten Staaten zu bezahlen. Die englischen Guthaben in USA. hätten vor dem Kriege 6 Milliarden Dollar betragen, seien aber infolge der Rüstungskäufe bereits auf 1 Vi Milliarden gesunken.
Parlamentär sche Niederlage Roosevelts.
Washington, 20. Nov. (Europapreß.) Das Repräsentantenhaus lehnte. die von Roosevelt und dem demokratischen Fraktionsvorsitzenden geforderte Vertagung mit 191 gegen 158 Stimmen ab. Gegen die Regierung stimmten außer den Republi- Innern auch der Flügel der Demokratischen Partei, der einen von der außenpolitischen Linie Roosevelts abweichenden Standpunkt vertritt. Nach dieser parlamentarischen Niederlage sind dem Präsidenten außenpolitisch die Hände stärker gebunden, als es bet einer Vertagung der Fall gewesen wäre. Mit der Ablehnung im Re- präsentantenhaus ist automatisch auch die Vertagung des Senats abgelehnt.
Der nordameri konische Senat hat als Nachfolger des verstorbenen Senators P i 11 m a n zum Präsidenten der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten den demokratischen Senator King gewählt.
Englische Kriegsvorbereitungen in Nori'irland.
Rom, 20. Noo. (DNB.) Ein Reiseberichterstatter des „Giornale d'Italia" meldet, daß schon seit Monaten in Ul st er große Truppenbe- wegunaen zu beobachten seien. Desgleichen wird ausfallend viel Kriegsmaterial aufge- stapelt. Außerdem werden bet Belfast, der Haupt- ftaot Nord rlands, die dort stehenden Textilfabriken stark vergrößert Teilweise habe bereits die U e b erst« d l u n g der wichtigsten Tertilgesellschaften aus Liverpool und Manche st er begonnen. Ferner sei der Dau einer großen Fabrik für die Herstellung von Geschützen von der Firma V ick e r s in Angriff genommen worden. Es feien auch bereits verschiedene Munitionsfabriken aus der Umgebung der englischen Hauptstadt nach Ulster verlegt worden, wo sie binnen kurzem ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Schließlich feien di« in Belfast bestehenden Sch iffsbauwerf» len gewaltig umgebaut worden.
Sühne für jedes Verbrechen.
Für München, wo die Nachtpiraten Churchills eine nationale Weihestunde des deutschen Volkes tören wollten, kam der gewaltige Vergeltungsschlag auf Go oen tri), ein Zentrum der englischen Flug, zeugfabrikation Diese Rüstungsschmiede der briti. chen Piraten wurde, so schrieben amerikanische Korrespondenten, ebenso nachhaltig zerstört wie Warschau. Coventry ist heute ein nutzloser Trümmerhaufen. Trotz dieses furchtbaren Schicksals haben die britischen Nachtpiraten in Hamburg, Bremen und Kiel weitere Wohnviertel und Laza. rette bombardiert Ausdrücklich als Vergeltung für diese Angrifisoersuche aur deutsche Hansestädte haben deutsche Bomber in rollendem Angriff de« Stolz der britischen Industrie, die Millionenstadt Dir. m i n g h a m , mit einem neuen vernichtenden Schlag bedacht, sie haben dort Rüstungswerke und Roh- toffläger vernichtet. Die Heimat der Chamberlains ist derart heimgesucht worden, daß der OKW -De. richt mit seiner Formulierung „Die weithin sichtbaren Brände und Explosionen waren n o ch um- a n g r e i ch e r als bei dem Angriff von Coventry" wohl ein Bild der furchtbaren Zerstörung in jedem deutschen Leser umreibt. Birmingham hat einen Schlag erhalten, von dem es sich in diesem Kriege nicht wieder erholen wird. Damit ist eine der ge- waltigsten Rüstungsstätten Englands lahmgelegt.
Birmingham war ein Begriff. Seit Beginn der industriellen Revolution, etwa seit 1750, hat sich der Ort zur größten englischen Stadt nach London entwickelt. Wie Stratford, der Geburtsort Shake- peares, am Avon gelegen, war sie das Zentrum der schwerindustriellen Midlands und hatte in der ganzen Welt einen Ruf als Hauptsitz der englischen Stahl- und Metallverarbeitung. Birmingham war neben Sheffield, das weiter nordwärts liegt, der Vorort für die Erzeugung von Waffen. So hatte die Birmingham Small Arms Company, die Gewehre, Revolver, Maschinengewehre, Munition herstellte, dort ihre Werkstätten, die Chamberlains waren daran maßgeblich beteiligt. Weiter befindet sich dort ein Werk der englischen Imperial Chemical Industries Ltd., das S p r e n g st o f f« herstellt, und ferner die M u n i t i o n s w e r k e der Firma Kynoch.
Die Stadt selbst tft, wie die meisten englischen Industrieorte, außerordentlich häßlich. Rüstur^s- werke stehen mitten zwischen den armseligen Wohnstraßen der Arbeiter, und selbst eine äußerlich so saubere Industrie wie die elektrotechnische, die dort ebenfalls ihren Fabrikationssitz hat (General Electric Cie.) hat nichts an dem abstoßenden Charakter der Stadt ändern können. Birminghaim war ferner Sitz und Fabrikationsort der bekannten englischen A u t o s i r m e n Austin, Wolserey und Singer, die in diesem Krieg weitgehend auf die Herstellung ppn Flugzeugmotoren, Panzerwagen usw. umgestellt wurden.
Schon im Weltkriege war Birmingham unter Lloyd George, dem damaligen Munitionsminister, zum Zentrum der englischen Rüstungen geworden. Die Vernichtung dieser Rüstungsstätten hat nicht nur in England, sondern auch in den USA. berechtigte Bestürzung erregt. Die englische Zensur hat zunächst die Nennung des Ortsnamens untersagt, ebenso wie die der übrigen Städte, auf die sich der Vernich- tungsregen der deutschen Bomben ergoß. Weitere Vergeltungsschläge werden folgen, denn einzelne englische Piraten griffen in der gleichen Nacht, da Birmingham vom Schicksal erreicht wurde, Berlin und Potsdam an. Sie haben, vom Fcuer der deutschen Flak verwirrt und zersprengt, ihre Bomben auf Krankenanstalten und Lazarette geworfen. Die Sühne für dieses neue Verbrechen wird folgen. Ein zweites Coventry, ein zweites Birmingham, so wird dis Reihe der deutschen Vernichtunqs- schläge fortgesetzt werden, bis alle Gemeinheiten der Churchill-Piraten vergolten sind.
Unerhörte Provokation -er englischen Lustwaffe. Wieder Krankenanstalten in Berlin und Potsdam bombardiert.
Berlin, 20. Nov. (DNB.) Unter dem Eindruck der schweren Schläge beim vorletzten Angriff auf die Reichshauptstadt, bei dem nicht weniger als zwölf englische Maschinen abgeschossen wurden, kamen die Flieger der RAF. diesmal mit äußerster Vorsicht und in großer Höhe. Es gelang der starken Flakabwehr, die meisten feindlichen Maschinen abzudrängen. Diejenigen, die durch die (Sperre durchkamen, machten gar nicht erst den Versuch, militärische oder industrielle Ziele anzufliegen, sondern luden ihre Bombenlast dort ab, wo sie glaub- ten, d i e Bevölkerung am empfindlichsten treffen zu können. Es wurden von Brandbomben einige Wohnhäuser getroffen und vor allem drei Krankenan st alten und ein Lazarett. Bei dem klaren wolkenlosen Himmel und nach Abwurf zahlreicher Leuchtbomben mußten die als Krankenanstalten weithin gekennzeichneten Ge- bäudekomplexe klar erkannt worden sein. Ihr sinn- loses Verbrechen kostete die Engländer zwei Maschinen, die noch beim Anslug durch Flak abgeschossen wurden.
Während in Berlin bei diesen heimtückischen Angriffen nur geringe Verluste zu beklagen waren, wurden bei Sprengbombenabwürfen in Potsdam, die ebenfalls einem Krankenhaus galten, acht Schwestern in Ausübung ihres schweren Berufes verletzt, unter ihnen eine Schwester von 80 Jahren, die in dem Krankenhaus wohnte. Außer dem Krankenhaus wurde noch eine Schule der nationalsozialistischen Jugend getroffen. Auch dieser ruchlose Angriff wird vergolten werden, wie Coventry auf München folgte und Birmingham auf Hamburg und Kiel.
Oie Ll-Booi-Floiie Rußlands.
Die „3sroeftija" schreibt zur 10. Wiederkehr des Tages, da das erste U-Boot, das auf Sowjetwerften erbaut wurde, in Dienst gestellt wurde, seither habe Rußland eine gewaltige U-Boot-Flotte ausgebaut; die „Iswestija" nimmt sogar an, daß Rußland heute die m e i st e n U - Boote zur Verfügung habe. Sicherlich hat die Konstruktion von U-Booten auf den Sowjetwerften erhebliche Fortschritte gemacht. Der Nauticus 1939 gibt die Zahl der russischen U-Boote auf rund 160 mit 80 000 Tonnen Raum- geholt an und vermerkt, daß eine größere Anzahl verschiedener U-Boote im Bau sind. Die Sowjetrussen haben mit kleinen Typen begonnen und sind allmählich zu mittleren und großen U-Booten fortgeschritten. Es ist aber zu berücksichtigen, daß 6om* jetrußland Flotten in vier verschiedenen Gewässern unterhalten muß, nämlich im fernen Osten, im Schwarzen Meer, in der Ostsee und im nördlichen Eismeer. Nur das nördliche Eismeer ist mit dem finnischen Golf durch einen Kanal verbunden, der im Sommer für U-Boote und wahr«


