Ausgabe 
21.9.1940
 
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Festung ausgebaut worden. Hier endet die Bahn von Alexandrien her, während die asphaltierte Auto- straße, wenn auch noch nicht vollständig ausgebaut, weiter nach Westen bis zur Grenze führt. Die bri­tische Armee hatte dorthin zwei starke Stellungen vorgeschoben, die eine bis S i d i e l B a r a n i, die wegen ihrer ausgezeichneten, noch auf Zisternen der Römerzeit zurückgehenden Trinkwasseranlage be­sondere Bedeutung hatte, und die zweite, noch etwa 100 Kilometer weiter nach Westen hin bis Sol- l u m, einem Küstenort 15 Kilometer diesseits der Grenze.

Die italienische Heeresleitung hatte jedoch nicht allein mit diesen stark befestigten feindlichen Stel-, lungen und dem Widerstand einer mit allen mo­dernen Waffen hervorragend ausgerüsteten Armee, der stärksten, die England jemals auf nordafrika- nischem Boden versammelt hat, zu rechnen, sie mußte auch auf außergewöhnliche Schwierigkeiten gefaßt sein, die sich aus Dem fast unerträglich heißen Wüstenklima mit seinen berüchtigten trockenen Staubwinden und dem Wassermangel in dem step­penartigen Küstenstreifen, der weiter nach Osten immer mehr in baumlose Sandwüste übergeht, er­geben. Aber der erfahrene Kolonialsoldat Graziani hatte für alles vorgesorgt, trotzdem bleiben die Lei­stungen, die er von seinen Truppen fordern mußte und die sie mit dem gleichen Schwung und der gleichen Härte vollbracht haben, die schon ihre Kameraden in Somaliland bewiesen, fast über­menschlich und der höchsten Bewunderung würdig. Nach der am 13. September erfolgten schnellen Ein­nahme von S o l l u m mit seinem Fort, das erst 1911 die Italiener als Kompensation für die bri­tische Anerkennung des Besitzes von Libyen an Aegypten abgetreten hatten, ging der Vormarsch durch die Wüste gegen Sidi el Barani weiter, das bereits am 17. September in italienischer Hand war, obwohl die ganze Zone zwischen Sollum und Sidi el Barani durch Minenfelder, Drahthindernisse, Batteriestellungen und MG.-Nester zu einer starken Verteidigungsanlage ausgebaut worden war. Trotz­dem haben die Briten dem Ansturm der italienischen Truppen nicht standzühalten vermocht, sie sind zurückgeschlagen worden und haben unter Zurück- lassung großer Mengen von Krieqsgerät aller Art nach Osten Raum geben müssen. Wie peinlich dem britischen Oberbefehlshaber in Aegypten, dem einst in Verbindung mit der zur Landung in Saloniki oder zum Vormarsch gegen den Kaukasus in Syrien ausgestellten britisch-französischen Orientarmee viel genannten General W a w e l l, der Erfolg der ita­lienischen Massen trotz aller Verkleinerungsbe­mühungen und Vertuschungsversuche Churchills und seines famosen Insormationsministeriums ist, geht schon daraus hervor, daß die Engländer sich schon jetzt zum Einsatz ihrer bisher ängstlich gehüteten Flotte entschlossen, freilich ohne Erfolg, den ita­lienischen Bombern gelang es, die feindlichen See­streitkräfte, die in der Küstenzone zwischen Bardia und Sidi el Barani italienische Truppen unter Feuer nahmen, in die Flucht zu schlagen. Das wird den Briten vielleicht eine Warnung sein, falls sie versuchen sollten, was natürlich nahe läge, die Ver­teidigung des stark befestigten Marsa Matruk von her Seefeite her durch weittragende Schiffs­artillerie zu unterstützen.

Den immerhin seltsamen Umstand, daß auf dem Boden eines Landes Krieg geführt wird, dessen Re­gierung sich trotz Abbruchs der diplomatischen Be­ziehungen zu Italien als nicht im Kriege befindlich betrachtet, haben wir hier schon vor einigen Wochen ausführlich klargelegt. Heute wollen wir nur noch einmal daran erinnern, daß Italien die ungewöhn­liche Lage Aegyptens anerkannt hat, das laut dem britisch-ägyptischen Bündnisvertrag von 1936 .bri­tische Truppen auf ägyptischem Boden dulden muß, das auch aus eigener Kraft gar nicht in der Lage wäre, das in allen nationalen Kreisen Aegyptens als unwürdige Schmach und Fessel empfundene bri­tische Joch abzuschütteln. Für dieses nationale Stre­ben nach Befreiung von der unerträglichen briti­schen Vorherrschaft hat man in Rom volles Ver­ständnis und warme Sympathie, denn ein freies unabhängiges Aegypten wäre der natürliche Freund eines starken Italiens. Italien hat nur drei For­derungen. Der bekannte faschistische Journalist und Mitglied des Großen Faschistischen Rats Luigi F e = derzoni hat sie soeben erst wieder folgender­maßen formuliert: eine wirksame Garantie für die freie Durchfahrt durch den Kanal, bet für das Imperium eine lebenswichtige Verkehrs­ader bildet, die Wiedererlangung der traditionellen Stellung der italienischen Sprache und Kultur und endlich die konkrete Anerkennung der vitalen politischen und wirtschaftlichen Interessen Italiens im Sudan. Keine dieser ehrlichen und billigen Forderungen Italiens, so sagt Federzoni, steht in Widerspruch mit den Lebensinteressen Aegyptens, Aus der Eigenart dieser Forderungen geht ihre Rangordnung eindeutig hervor. Die Sicherung Der freien Durchfahrt durch den Suezkanal ist eines der wichtigsten Ziele, um derenwillen Italien den Kampf mit dem britischen Empire ausgenommen bat. Wir sagten schon, daß der Suezranal die schnellste Verbindung zwischen Italien und seinem ostafrikanischen Imperium darstellt. Was der Kanal in dieser Hinsicht für Italien bedeutet, erhellt am eindrucksvollsten aus folgenden Zahlen: während die Strecke NeapelMassaua, dem Hafen der ita­lienischen Kolonie Eritrea am Roten Meer, durch Mittelmeer, Atlantik und Indischen Ozean um das Kap der guten Hoffnung herum 10 410 Seemeilen beträgt, verkürzt sie sich durch den Suezkanal auf ein Fünftel, nämlich auf 2100 Seemeilen. Italien hat im Abessinienfeldzug erfahren müssen, was es bedeutete, daß diese wichtigste Schiffahrtsstraße der Welt nicht dem freien Verkehr Der Völker offen stand, sondern das Monopol der beiden westlichen Plutokratien roar. Sie hatten nicht nur sich die poli­tische Vormachtstellung über den Kanal gesichert, sondern auch durch eine Ueberspannung Der Tarife, die sich durch Verwaltungs- und Instand­setzungskosten nicht annähernd begründen ließen, einem kleinen Kreis plutokratischer Nutznießer Rie- sengewinne zugeschanzt.

Italien, das bei einem Tarif von 5,75 Goldfranken für die Netto-Tonne und zehn Gold- sranken für die Person während des Abessinien- seldzuges Unsummen für seine Truppen- und Ma­terialtransporte nach Ostafrika erlegen mußte, hat sich immer wieder für eine Revision des Kanal- Regimes eingesetzt, weil es der Auffassung ist, daß es der Bedeutung des Kanals als einer der wich­tigsten Weltschiffahrtswege, über den zwangsläufig fast der gesamte 'Verkehr nach und von Ostafrika, dem Fernen Osten und Australien sich abwickelt, widerspricht, wenn die Tarifpolitik auf dieser Welt­verkehrsstraße sich nach reinen privatwirtschaftli­chen Interessen richtet, weil der Kanal sich in den Händen einer privaten Kapitalgruppe befindet, die auf die Bedürfnisse der Schiffahrt treibenden Völker pfeift, wenn nur ihre Geldsackinteressen gewahrt bleiben. Obwohl Italien der Suezkanal-Gesellschaft zweitbester Kunde war, war es im Derwaltungsrat

Aegypten und der Guezkanal.

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30000 deutsche Bauern kehren heim.

llmsiedlungsaktion aus dem Bezirk Lublin in den Warthegau.

In dem Distrikt Lublin des Generalgouver­nements leben et-roa 30 000 Deutsche in den Kreisen Lublin und.Cholm. Wie in Wolhynien sind auch diese Volksinseln zu 85 v. H. erst nach 1864 ent­standen, als dem polnischen Adel nach der Auf­hebung der Leibeigenschaft die Erschließung von Sumps- und UrroalDgebieten eine neue Einnahme­quelle wurde. Nur die Deutschen konnten solches Ge­lände roden und entwässern. So wurden gerade sie herangezogen. Was in den Städten wie Lublin, Cholm und Lubartow an deutscher Hände Arbeit steckt, zeichnet sich heute noch deutlich «ah. Im Jahre 1868 gab es in dem damaligen Gouvernement Lublin rund 6200 Deutsche. Bis 1899 wuchs ihre Zahl auf rund 37 400 an. Trotzdem die Cholmer und Lubliner Kolonien neben Wolhynien zu den jüngsten deutschen Volksinseln zählen, können sie auf eine großartige Arbeits- und Kulturleistung zurückblicken.

Angesichts des allgemeinen Aufbruchs im Deutsch­tum und der Tatsache, daß das Generalgou­

vernement als Bestandteil des Reiches die Heimstatt der Polen fein soll, ist es.ver­ständlich, daß auch in dieser deutschen Volksgruppe Der Ruf laut wurde, auf das Land heimzukehren, auf dem einst ihre Vorväter faßen, dem Warthe- g a u, um hier gemeinsam mit den anderen heim- gekehrten deutschen Volksgruppen am Aufbau des Bauerngaues Wartheland zu werken, der er einst war. Die im Lubliner und Cholmer Kreis zur Aussiedlung kommenden Volksdeutschen werden da­her im Warthegau auf bisher, von Polen bewirtschafteten Höfen eingesetzt, die ihrerseits in den im Lubliner Distrikt verwaisten Höfen angesetzt werden. Die deutschen Bauern kom­men unmittelbar auf ihre neuen Höfe, die erst kurz zuvor von den Polen verlassen worden sind. Auch auf den verlassenen bisher deutschen Höfen im Distrik Lublin werden polnische Bauern aus dem Warthegau ohne Verzug angesetzt, so daß also das Leben auf dem Gut und Felh keinerlei Unter­brechung erfährt.

der Kanal-'Gesellschast überhaupt nicht vertreten. In chm hatte Frankreich, obwohl es als Benutzer des Kanals erst an fünfter Stelle stand, mit 19 von insgesamt 32 Verwaltungsratssitzen den maßgeben­den Einfluß. Neben diesen 19 Franzosen sahen zehn Engländer, zwei Aegypter und ein Holländer, der feit dem Weltkriege den bis dahin von einem Deutschen eingenommenen Platz besetzt hatte. Jeder bezog alljährlich die runde Summe von 400 000 Franken, denn die Einnahmen der Kanal-Gesell­schaft betrugen 1936 zum Beispiel 940 Millionen, 1937 sogar 1346 Millionen, die Dividende 555 bzw. 756 Franken und der Kurs der Kanalaktien stand vor dem Kriege an der Pariser Börse auf etwa 17 000 Franken für die Aktie von nominal 500 Franken.

Wie es dazu gekommen ist, daß der Suezkanal zu einem immensen Geschäft der britisch-französi- schen Plutokratie geworden ist, beleuchtet in über­aus fesselnder Darstellung der Gründungsgeschichte des Kanals der Roman von Josef Sebastian Schall: Suez^ Pforte der Völker, mit dessen Abdruck mir in den heutigen Fami­lienblättern beginnen. Ein Kanal zwischen Mittelmeer und Rotem Meer hatte schon im Al­tertum bestanden, war aber im 8. Jahrhundert wie­der verfallen. Fast tausend Jahre später tauchten wieder Projekte auf, den Isthmus von Suez zu durchstechen, auch der große deutsche Polyhistor Leibniz hat sich in einer Eingabe an Ludwig XIV. für ein solches Projekt eingesetzt, aber erst Mitte des vorigen Jahrhunderts sollte das Projekt Wirklich­keit werden. Es ist für die Psychologie der Völker charakteristisch, daß es ein Franzose roar, der sozialreligöse Schwärmer Barthölemy Prosper En- fantin, ein Schüler des bekannten Grafen Saint Simon, der die Idee des Kanalbaus als Gemein­schaftsarbeit einer kleinen Schar Gleichgesinnter faßt und sie dem Vizekönig Mehemed Ali, dem Gründer der heute noch regierenden ägyptischen Dy­nastie vorträgt, daß es ein Deutscher roar, der bedeutende österreichische Verkehrsingenieur Alois von Negrelli, der als Mitglied der 1846 ge­gründeten internationalenStudiengesellschaft für den Suezkanal" exakte Pläne für den Kanalbau ausarbeitete und durch eine österreichische Inge- nieurabteiluna unter Führung Jahnügers die wert­vollste wissenschaftliche Vorarbeit an Ort und Stelle durchführen ließ, daß es bann wieder ein Fran­zose roar, der ehemalige Konsul in Kairo Fer­dinand de Lesseps, der ohne eigene technische Kenntnisse, aber mit ungeheurer Energie und un­zweifelhaftem diplomatischem Geschick, die Vorlei­stungen Enfantins und Negrellis rücksichtslos für sich ausnutzend, das Kanalprojekt vorantrieb, den Ehrgeiz seiner Nichte, der Kaiserin Eugenie, ein- spannte, die Konzession des Khediven Said Pascha erlangte und den Widerstand Englands klug bei­seiteschob und den Bau vollendete, und daß es schließlich die Engländer waren, die aus dem fertigen Kanal, gegen dessen Bau sie alle Minen hatten springen lassen, nicht nur ein Riesengeschäft machten, (onoern ihn durch die Besetzung Aegyptens ganz in ihre Hände brachten.

Es klingt wie eine Ironie, wenn man in dem Ro­man von I. S. Schall liest, welche Intrigen die eng­lischen Staatsmänner der Damaligen Zeit, allen voran der Premierminister Lord Palmerston, einfädelten, um den Kanalbau zu hintertreiben. Sie machten durch ihren Botschafter in Konstantinopel den Sultan mobil, Damit er als Schutzherr Aegyptens dem Dizekönig Said Pascha den Kanalbau verbiete. Sie scheuten nicht davor zurück, durch ihre Agenten die eingeborenen Stämme im Nildelta zu fieber- fällen auf die am Kanalbau arbeitenden Ingenieure, in der Hauptsache Deutsche und Franzosen, ouszu-

wiegeln und die bei den Ausschachtungsarbeiten be­schäftigten Fellachen zum Niederlegen der Arbeit auf. zuhetzen, sie suchten schließlich mit den unfairsten Mitteln Lesseps den Geldmarkt zu sperren. Trotzdem konnte 1869 der Kanal mit einem grandiosen Fest, an Dem außer England alle großen Kulturnationen beteiligt waren, seiner Bestimmung übergeben wer- den. Als nun die britische Politik mit dem Kanal als unabänderliche Tatsache rechnen mußte, warf sie entschlossen das Steuer herum. Als Lessevs 1854 seine Konzession für den Kanal erhalten hatte, baute England schon die Bahn von Alexandrien über Kairo nach Suez, die heute weiter westlich bis Marsa Ma­truk läuft und nach Osten über Alkantara nach Jerusalem führt. Sie wurde 1859 eröffnet. Noch vor der Fertigstellung des Suezkanals hatte England in aller Stille die Insel Perim besetzt, die den Süd- cusgang des Roten Meeres sperrt, und 1875 benutzte der Jude D i s r a e l i, Premierminister der Königin Viktoria, die ständige Geldnot des prachtliebenden Khediven Ismael Pascha, um mit Hilfe des Hauses Rothschild von den vorhandenen 800 000 Kanalaktien das Aktienpaket des Khediven in Höhe von 353 204 Stück für den Preis von annähernd 4 Millionen Pfund Sterling in den Besitz Der britischen Regie­rung zu bringen. Daß dies schon rein materiell ein glänzendes Geschäft roar, zeigt die Rechnung, daß das damals für 80 Millionen Mark von England erroörbene Aktienpaket Des KheDiven 1914 einen Wert von 680 Millionen darstellte, also mehr als das Achtfache des Kaufwertes, und daß es eine Ein­nahme von 20 Millionen Mark brachte, sich also mit 25 v. H. verzinste.

Aber auch politisch hat England nachgeholt, was es bei dem Kanalbau versäumte. Denn die zweite Folge der Finanzmisere des Khediven war die Ein­setzung von englischen Finanz-Beratern" in Kairo, die Empörung des ägyptischen Volkes unter Arabi Pascha 1882, die Landung britischer Truppen zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung", die Be­setzung Aegyptens und Die Eroberung des Sudans. Seitdem roar Der britische Generalkonsul in Kairo Der eigentliche Beherrscher Des Pharaonenlandes, unD Die Erklärung Aegyptens zum Protektorat im Dezember 1914 bestätigte nur formell einen Zu­stand völliger Abhängigkeit, wie er tatsächlich schon ein Menschenalter hindurch bestanden hatte. Nach dem Weltkriege hat Dann England freilich vor Dem erwachenden ägyptischen Nationalismus Schritt für Schritt zurückroeichen müssen bis zu Dem Vertrag von 1936, der Aegypten zu einem souveränen unabhän­gigen Staat machte. Die Kanalzone blieb jedoch unter DemSchutz" britischer Garnisonen, und wie wenig England auch sonst gesonnen war, seine militärsscho Position in Aegypten preiszugeben, hat ja der Krieg gezeigt. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit hat England durch Anlage eines starken Befestigungssystems an Der ägyptischen Westgrenze und durch Konzentration feiner Mittelmeerflotte in Alexandrien das ägyp­tische Lpnd wider den Willen des ägyptischen Volkes zum Kriegsschauplatz gemacht. Aber Italiens Waffen werden Das britische Zwinguri auf ägyptischem Bo­den zerbrechen und Damit auch den Kanal von Suez aus seinen machtpolitischen plutokratischen Fesseln be­freien und ihn zu einer freien Verkebrsstraße für alle HanDel unD Schiffahrt treibenden Völker machen.

Dr. Fr. W. Lange.

König Faruk unter englischer Aussicht.

Rom, 21. September. (DRR.-Aunkfpruch.) Rach einer Meldung des Uleffaggero von der ägyptischen Grenze ist König Faruk unter englische Kon­trolle gestellt worden. Die ägyptische Wache des Königs wurde aus dem Palast entfernt und durch englische Soldaten ersetzt.

Rom.

Don unserer Berliner Schrlstleliung.

Mit jener herzlichen Sympathie, die nicht nur dem Reichsaußenminister von Ribbentrop, sondern dem ganzen deutschen Volke gilt, hat das italienische Volk seine Freude über den Besuch bei Mussolini zur Geltung gebracht. Während die anglo-franzö- sische Allianz auf dem Schachern der angeblich demokratischen" und in Wirklichkeit plutokratischen Regierungen beruhte und z. B., wie DerMatin" jetzt ausplauderte, die französische Zensur die Mit» teilung verbot, daß Churchill bei Nacht und Nebel in Paris erschienen roar, geht Die Diplomatie Der Achsenmächte mit Den Gefühlen und Neigungen ihrer jungen Völker durchaus konform. Sie hat nichts vor ihren Völkern zu verbergen. Jede ihrer Taten ist aus der Seele ihrer Völker geboren. Das ist wahre Demokratie, das ist die weitgehendste Uebereinstimmung, die jemals zwischen Regierenden und ihren Völkern erzielt worden ist.

Der Wille Der Achse ist es, daß dem plutokrati­schen Reiche der Willkür und der englischen Bevor- mundungs- und Aushungerungssucht endgültig ein Ende gesetzt werde. In Den zwanzig Jahren nach Versailles haben England und Frankreich alles ge­tan, um die höllischen Illusionen, die Versailles be-

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stimmten, in die Wirklichkeit zu übersetzen. Sie ha­ben das übrige Europa behandelt, wie die britische Plutokratie Indien und seine übrigen Unterworfe­nen behandelt hat. Die Koalitionen unter Englands Führung konnten den neu erwachten Geist nicht bändigen, der in Deutschland, Italien und Spanien sich siegreich durchsetzte. Die geistige Verwandtschaft der neuen revolutionären und aüfbauenden Ideen lieh sich durch solche überlebte Methoden nicht Dämp­fen. Die Nationen, die unter Dem Druck Der eng­lischen Niederhaltungspolitik ihre Kräfte auf das Höchste gesteigert hatten, werden eine verrottete Welt in Stücke fchlaaen.

Zwei Etappen oiefes Weges sind bereits vor die­sem von England bewußt herbeigeführten Kriege zu- rütfgelegt worden. Am Abessinienkrieg triumphierte Italien über den ganzen Klüngel Der von England zum Sanktionskrieg veranlaßten Staaten, im spa­nischen Bürgerkrieg der nattonalspamsche Erneue­rungsgeist mit takräftiger Unterstützung Der Achse, unter Dem CauDillo gegen eine freimaurerisch­jüdische Welt unter Führung der englischen und französischen Plutokratie. Dieses Ereignisse banden Deutschland, Italien und Spanien geistig und wirt­schaftlich zusammen. UnD in Dem von England uns aufgezwungenen Entscheidungskampf sanken die Bastionen Enlands vor der Wucht der deutschen Waffen. England ist zum erstenmal in Der Ge­schichte militärisch und wirtschaftlich blockiert, und während wir unsere Vergeltungsflüge gegen das Haupt Englands, gegen London, mit zunehmender Wucht richten, ist Italien zum Entscheldungskampf gegen das von England terrorisierte Aegypten und damit gegen die stärkste Machtposition des Empire in Afrika und Asien, angetreten. Es geht jetzt ums Ganze. Englands Plutokratie und seine Knechtung Der Welt wirD mit ihren Einmischunasversuchen in Europa ein für allemal ein Ende finden.

Das fühlt nicht nur Europa, Das ist auch die Empfindung der Welt. Diese Plutokraten hatten bis zuletzt behauptet, die Achsenpolitik sei nicht wer­bend, ja, in London tat man sich nicht genug in Behauptungen, die Achsenpolitik sei brüchig. Der Besuch Ribbentrops in Rom aber hatte Europa und Afrika zu fixieren. Die Gemeinsamkeit der Ideale und Interessen Der Drei Staaten erfordert gemeinsames Handeln in Der Gegenwart und ge­meinsames Planen für eine nahliegende Zukunft, in der England endgültig aus Europa und Afrika ausgeschaltet sein wird. Diese diplomatische Tat ist jetzt getan. Die Neuordnung Europas und Afrikas steht jetzt fest. Sie richtet sich gegen England, dieser zusammengebrochenen Plutokratie, aber sie führt Darüber hinaus zu einer Organisierung der Natio­nen des europäischen Festlandes und zu einer Ver­teilung Afrikas nach einem Plane der Vernunft und der Gerechtigkeit. E. S.

Gespannte Erwartung in der arabischen Wett.

Stockholm, 21. Sept. (Europapreß.) ,Goete- borgs Morgenpost" meldet aus Beirut, daß man mit starker Spannung Die Haltung Der ägypti­schen Regierung verfolge, es werde mehr und mehr deutlich, daß es von tiefgreifenden Wirkungen im Nahen Orient fein müsse, wenn es Aegypten ge­linge, an feiner Neutralität festzuhalten. Bereits jetzt-werde eine lebhafte Agitation für eine arabisch- mohammedanische Intervention geführt. Diese In» tcroention solhAegypten vor den Engländern retten". Die Situation an der transjordanischen Grenze, an Der Ibn Saud starke Truppen zu- sammengezogen habe, sei besonders gespannt. Die telegraphischen Verbindungen zwischen Transjorda- nien und Syrien feien unterbrochen.

Englands Schiffsverlnffe.

Berlin, 20. Sept. (DNB.) Wie Neuyorker Schiffahrtskreise erklären, ist während Des Nor- wegenunternehmens auch Der britische Luxusdamp­ferGeorgi c", ein Schiff Der Cunard White Star von 27 759 BRT., durch deutsche Flieger schwer beschädigt worden. Der Schnelldamp­fer3 r a n c o n i a'r von 20157 BRT. wurde gleichfalls durch.Fliegerbomben getroffen. Es ge­lang jedoch beiden Schiffen, einen Reparaturhafen zu erreichen, wo sie noch im Trockendock liegen. Der unter der Panamaflagge fahrende Tankdamp» terBema" von 3139 BRT. ist im MULelnree«