bar machen werden, daß Englands Politik der ftdn- Ligen Einmischung und Friedensstörung in Europa ausgeschaltet wird, desto erstrebenswerter wird den interessierten Staaten der Beitritt zu dem Berliner Pakt erscheinen.
„Wir brauchen mehr Schiffe!"
Britische Admiralität gibt weitere Verluste zu.
Stockholm, 20. Nov. (Europapreß.) Die bri- tische Admiralität gab am Dienstag neue V e r - luste der Handelsschiffahrt bekannt. Es heißt, daß in der letztberechneten Woche insgesamt 71 749 BRT. verloren gingen. Davon entfällt der weitaus größte Teil au, britische Tonnage, und zwar Gl 000, auf' sogenannte alliierte Tonnage 1P30 BRT. und auf neutrale Tonnage 8617 BRT. Wie üblich, gibt England auch diesmal wieder nur einen Bruchteil der wirklichen Verluste zu. Sie liegen in Wahrheit weit höher.
Der Marinesachoerstandige des britischen Rundfunks, Ronald Croß, erklärte: „Wir haben große Verluste, aber wir können die Verluste auf uns nehmen, genau so wie London die Lust- angriffe über sich ergehen läßt und auf sich nimmt. Die Verluste, die wir bis jetzt erlitten haben, sind schwer, aber nicht zu schwer für uns, und wir sind nicht einer wirklichen Hungersnor ausgesetzt. Aber wir müssen daran denken, daß wir ii d d) Monate und Jahre des Krieges viclleid)t vor uns haben. Wir hängen sehr von dem Import von Nahrungsmitteln und Rohmaterial ab. Diese Einfuhr ist natürlich stark herabgesetzt, denn die Schiffe brauchen viel längere Zeit, um England zu erreid;en, sie müssen länger im Hafen warten und durch das System der Gele itzüge wird ebenfalls viel Zeit verloren. Aber wir müssen auch bedenken, daß wir nid)ts mehr von Sd)wedcn und Frankreich und dem halben Europa einiühren können, sondern unsere Güter von weither holen müssen. Diele Schiffe, sind aur Zeit auch In Reparatur. Durd) den Verlust der französischen Flotte, durd) den Kriegseintritt Italiens, durch die Kontrolle der atlantischen Küste durch Deutschland wurde die Schiffahrt weitestgehend erschwert. Wir brauchen mehr Schilfe, so viel Schiffe wie möglich. Unsere Schiffe müssen, wenn sie Waren aus Aegypten holen, den Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen, was viermal so viel Zeit in Anspruch nimmt als der Weg durd) das Mittelmeer."
Oie Stützpunkte der LtSA. in engli chen Besitzungen.
Stockholm, 19. Nov. (Europapreß.) Nach einer offiziellen Mitteilung des Neuterbüros sind über die V e r p a d) t u n g folgender Gebiete als Stütz- vunkte an die Vereinigten Staaten Abmachungen getroffen worden: Auf den Bermuda - Inseln Gebiete an der Ostküste der Kolonie: B a h a m a -Inseln: ein Gebiet auf der Insel Ma- riguana; Jamaica: Gebiete an der Portlandbucht an der Südküste der Insel, ungefähr 40 Kilo- ineter westlich der Hauptstadt Kingston: Antigua: Gebiete in der Nähe des Hafens Parham an der Südküste der Insel: Santa Lucia: ein Gebiet bei einer Bud)t an der Südspitze der Insel (über weitere Stützpunkte auf Santa Lucia wird nod) verhandelt): Britisch Guyana (Ostküste Südamerikas): Gebiete am Demerara, ungefähr 40 Kilometer von der Küste, bei der Mündung des Essequibos.'
Die Verwaltungs- und Gesetzgebungsfragen in den verpachteten Gebieten werden von britischen und nordamerikanisd)en Sachverständigen spätes bei den Besprechungen behandelt werden, die auf Vor- schlag der englischen Regierung in London stattfinden sollen. Die zur Einrichtung der Stützpunkte notwendigen Arbeiten werden jedoch schon innerhalb kurzer Zeit begonnen werden.
Vorwmfe geaen ÜWuay.
Buenos Aires, 19. Nov. (Europapreß.) Die Verhandlungen Uruguays mit den Vereinigten Staaten über d i e Anlage von Stützpunkten, über die Argentinien jetzt von der uruguayischen Regierung amtlich unterrichtet wurde, bezeichnet „El Pampers" als Verstoß gegen den Vertrag, der zwischen Argentinien, Brasilien und Uruguay im Jahre 1822 anläßlich der Schaffung eines selbständigen Uruguays nod) dem Argentinisch-Brasilianischen Kriege abgeschlossen wurde. Das Blatt erklärt, die Errichtung eines Stützpunktes der Vereinigten Staaten in Uruguay würde die argentinische Souveränität gefährden, da die Mündung des La- Plata-Strom es von einem solchen Stützpunkt aus beherrscht werden könnte. — Die Unterrichtung der argentinischen Regierung vollzog der Gesandte von Uruguay in einer Besprechung mit Außenminister Roca am Montag. Eine amtliche Mitteilung wurde jedoch nicht ausgegeben.
Heftige Kämpfe um Koritza.
Belgrad, 20. Nov. (Europapreß.) Don der jugoslawisch griechisch-albanischen Grenze wird gemeldet, daß Die Kämpfe, die seit drei Tagen Äini» fchcn den Italienern und den Griechen um die Stadt Koritza im Gange sind, am Dienstag in noch heftigerem Maße ihren Fortgang nahmen. Das Artilleriefeuer auf beiden Seiten erreichte eine bis- her nod) nicht vernommene Stärke, sodaß in allen jugoslawischen Grenzgebieten die Häuser wie bei einem Erdbeben zitterten. Die Griechen unternah. men gegen die stark befestigten italienischen Stellun- gen vor dem Gebirge Mamma und dem Gebirge Zvezda wiederholte Angriffe, die jedod) von den Italienern zurückgeschlagen wurden. Die Griechen hatten nud) bei diesen Kämpfen große V c r l u st e. Die italienische Luftwaffe war fehr aktiv und belegte die griechischen Stellun- gen mit Bomben, fo daß die Griechen im Gebiet von M o r a w a um einen Kilometer zurück- gehen mußten. Am Vormittag waren die Kämpfe unterbochen, wurden jedod) am Nachmittag in verschärftem Maße fortgesetzt. Es scheint, daß die Ita- liener an der No.dfront große Verstärkun. gen erhalten haben und die griechisd)en Linien mit schwerer Artillerie unter Feuer nehmen konnten.
3*aliemf(her MehrmalWerM.
Rom, 19. Rov. (DRV.) Der italienische Dehr- machlbericht vom Dienstag hat solgtnden Wortlaut:
An der Lpirus-Front haben gestern heftige Kämpfe stattgefunden, die die beiderseitigen Stellungen außer in der Zone des vom Feinde besetzten Ortes Lzeki nicht verändert haben. Unsere Luftverbünde haben heftig die feindlichen Positionen angegriffen,
wobei Explosionen verursacht und Iruppenausamm- lungen im Ticsflug mit UraschlnengSwehren be- chossen wurden. Drei feindliche Flugzeuge wurden abgLschossen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.
3n Rordafrika hat unsere Luftwaffe Fiug- hafenanlagen, die Stellungen und die Varacken- lager der Oase S'wa angegriffeo und im Tiefslug beschossen, wobei alle Ziele getroffen und schwerer Schaden verursacht wurde. Alle unsere Flugzeuge ind zurückgekehrt. Feindliche Flugzeuge haben Tobruk und Vardla erfolglos, sowie Sollum, wo es drei Tote und fünf verwundete gab, bombardiert.
3m Dodekanes hat der Feind versucht, sich der Insel Gaidaro zu bemächtigen. Das sofortige Eingreifen unserer Land-, See- und Luststreitkräfte hat den Feind zurückgeschlagen, der sich eilig zu- rückzog.
3ii 0 stafrlka hat der Feind Luftangriffe auf Agordat, Lorondil, Vune und Gheritte durchgeführt, die keine schweren Folgen hatten.
Lebensmittelmangel in Griechenland.
Rom, 19. Nov. (Europapreß.) Agenzia Stesani verbreitet den Bericht eines jugoslawischen Heim
kehrers aus Griechenland, dem zufolge im ganzen griechischen Gebiet großer Lebensmittelmangel herrsche. In den Städten seien überall Anschläge der Regierung angeklebt, die diejenigen mit schweren Strafen bedrohten, die Zweifel an dem Sieg Griechenlands laut werden ließen. Den griechischen Soldaten sei das Lesen selbst der griechischen Zei-, tuygen verboten. Die Belgrader Zeitung „Prawda" meldet aus Athen, die griechischen Behörden hätten alle Ausländer aufgefordert, Griechen- zu verlassen. Ein Sonderzug mit zahlreichen deutschen, ungarischen, portugiesischen, schwedischen und amerikanischen Staatsangehörigen sei bereits an der Grenze eingetroffen.
Amerikanischer Berichterstatter an Bord
Washington, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Staatsdepartement teilt mit, daß bei dem Absturz des britischen Bombenflugzeuges auf südslawischem Boden in der Nähe von Danilovgrad der mit an Bord befindliche Korrespondent der „New York Herold Tribüne", früher in Berlin, getötet wurde. Das englische Blenheim-Flugzeug hatte eine große Anzahl von Bomben an Bord. Die Leichen der vier Insassen wurden im Umkreis von 300 Meter von der Absturzstelle ausgefunden.
Churchill friert: „Wie mich die sibirische Kälte packt, das geht auf keine Kuhhaut!" (Zeichnung: Hanich. — Scherl-M.)
MOLOTOW ™
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1938 (am Tage von München also) keine Spit- fire hatte. „Wir hatten ein bis zwei Uedunas- Hurricane und sieben moderne Flakgeschütze für die Verteidigung Londons, an Stelle von 400, die als notwendiges Minimum betrachtet werden müjfen. Deutschland hätte täglch 2000 Bomben auf London ab werfen und mir ihm keine Antwort darauf geben können." Das sind recht interessante Enthüllungen, die uns freilich nichts Neues sagen. Wir reihen sie ein In die lange Kette jener Zeugnisse aus englischem Munde, die alle besagen, daß es der eng- liscyen Politik in München nicht darauf ankam, einen wirklichen. Frieden zu ftabilfieren, sondern nur daraus, Zeit zu gewinnen, bis die britische Rüstung zum UeberfaU auf ..Deutschland fertig gewesen wäre. So hat Henderson, statt Chamberlain tu entlasten, in Wirklichkeit nur dessen betrügerifdje Absichten belegt. Seine Enthüllung zeugt, wie gesagt, nicht von großem propagand. tischem Talent, aber als Beitrag zur Kriegsschuld frage ist sie immerhin wertvoll für uns. Ev.
Wett sie keine Gpitfire hatten...
Der letzte englische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, kam aus dem Kreise jener Mit» tclmäßi'gen, dem auch fein Herr und Meister Chamberlain angehörte. Immerhin reichte es aus, um die Erinnerung an seine gescheiterte Berliner Mission in literarlche Formen zu gießen. Henderson benötigte Geld, wie er sagte, und verkaufte deshalb seine „Memoiren" an ein britisches Massenblatt. Das war vor einem Jahr. Seitdem hatte man von Sir Neville nichts wieder gehört, bis ihn jetzt der Tod feines Vorgestklen Chamberlain und vor allem wohl die Vorwürfe, die aus eagltschem Munde gegen den ehemaligen Premierminister nadjträglid) erhoben wurden, dazu veranlaßten, neuerd ngs ein paar Erinnerungen zur Entlastung Chamberlains aufzufrischen. Dod; damit hat Henderson Herrn Churchill das Konzept ganz verdorben. Heüderson erklärte nämlid) tn einer Rede in Ipswich, er "wisse nicht, vb die Kritiker an Chamberlain sich vor Augen hielten, daß England am 28. September
Die Heimkehr der Dobrudscha-Oeutschen
^.-PK. Der Beauftragte des Führers für die Aussiedlung, ^-Obergruppenführer Lorenz, hat in der zweiten Novemberwoche von Constantza aus eine Inspektionsreise durd) die deutsd)en Siedlungsgebiete der Dobrudscha angetreten. Der erste Fahrtag führte vom Verschiffungshafen Czernawoda In einige beutfdje Dörfer an der mittleren Ostwestachse des Landkartenrechtecks zwischen dem Donau-Delta und der neuen Grenze gegen Bulgarien.
Wenn man von Constantza aus landeinwärts jährt und nach einem letzten Blick auf den Meeresspiegel untertaucht in der Gleichförmigkeit der hügeligen, herbstgrauen Steppe, dann verengt sich mit dem äußeren Bilde auch die Weite der Dor- stellungsbereitschast, die in der größeren Landschaftseinheit Südostrumäniens stark beansprucht ist. Man vergißt die farbige Hafenstadt und die Vogelschwärme über den Haffseen. Der blaue Strand von Mamaia versinkt hinter der traurigen Oede der leeren Felder. Und die zerlumpten Menschen in den Erdlöchern kurz vor Medgidia enthalten keine Anspielung mehr auf die gepflegten Frauen, die nachmittags die Strada Carol bevölkern. Aber die neue Kulisse ist der Lebenskreis der Do- b r u d f ch a - D e u t s ch e n , die in diesen Wochen über Czernawoda und Belgrad den Weg ins Reich antreten. Irgendwo auf einer Höhe über dem schlechten Weg liegen die Dörfer. Und in der breiten Dorfstraße, zu deren Selten die Häuler aufmarschiert sind wie die Soldaten, fdjlägt das kleine Leben ein wenig höher als sonst. Die Bauern gehen zur Regi» stratur und haben beh Kopf voller Gedanken. Das Ja-Wort ist leicht gegeben. Aber da find viele andere Fragen nad) der Größe der Wirtschaft, nach dem Diel), dem Stall und den Ernteerträgen, deren Beantwortung geordnete Gedanken verlangen.
Wir fahren an all diesen Dingen zunächst vorüber und erreichen noch vormittags Czernawoda, die Stadt unter der hohen spitzbogigen Brücke. Drunten an den Kais Hingen die Hämmer. Laufsteg« aus hellem Holz zeigen wie Pfeile die Berladeweg« für Menschen und Güter an. Und über dem Schi-ff , Elisabetha". auf dem sich Leit- und Derschi-ffunasstelle eingerichtet haben, weht die Hakenkreuzsahne. Obergruppenführer Lorenz nimmt die Meldung des Verchiffungsbevollmächtig- ten entgegen. Czernawoda ist bereit. Am Samstag wird als erstes Schiff die „Stadt Wien" festmachen
und Mei Taye später auf die Reist gehen. Die Ge- samtumlaufzett der Schiffe beträgt 3% Tage. Es sind so viele Fahrzeuge eingesetzt, daß nur ein Teil von ihnen dreimal beladen nach Semlin gehen wird. Im ganzen sind elf Derladetage vorgesehen. Am 2 4. November gehen die letzten Deutschen an Bord. Dies und viele andere onganisaiiorösche Einzelheiten läßt sich der Obergruppenführer berid)ten, überprüft gleichzeitig den etanb der vorbereitenden Arbeiten, gibt Anregungen und Befehle.
Dann fahren wir zurück. Die Stadt versinkt hinter den gelben Hügeln. Das Minaret neben den raudienbcn Kaminen, Symbol zweier sich begegnender Welten, ist nur nod) Erinnerung. Vor uns liegt, zu beiden Seiten eines schluchtartigen Erosionstales, das deutsche Dors Fachlia. Hier warten 130 Familien mit rund 520 Seelen auf den Abtransport. Der Ortsbevollmächtigte meldet den Abschluß der Re- E’ftrierung und erklärt dem Obergruppenführer den uns- oder sechsstufigen Erhebungsvorgang, der oud) einahe schon zu Ende ist. Daß alles so schnell gegangen ist, daran haben auch die volksdeutschen Mädel Anteil.
Gegen 14 Uhr sind wir in Tariverte. Eine Schwadron junger Bauernreiter empfängt den Gast und gibt das Geleit durd) die ©irlanbcnbogen, über denen selbstgonähte Fahnen flattern. Dor Dem Ge- rneindehaus sind an einhundert Bauern aufmarschiert. Bei ihnen stehen die Mädel mit Blumen in den Händen. Und der Bruder des Gauleiters, der aus Tariverte stammt, meldet dem Obergruppenfüh- rer feine Männer. Es sind dieselben harten Deut- scheu, die sich zwanzig Jahre lang mit ihren breiten Schultern gegen das mächtige Fremde gestemmt haben. Sie haben ihre Kirche und ihre Schule selbst getragen und sind trotz Verbot zusammengetreten zu gemeinsamer politischer Tat. In Tariverte hat die Wiege der Volksdeutschen Dobrudscha-Organi- sation gestanden. Hier waren Männer genu$, die sich mit ihrer ganzen Kraft eingesetzt haben für die gemeinsamen Belange der Brüder draußen im weiten Lande. Wenn in diesen Tagen die Gefdnchte der Kolonie Tariverte zu Ende gehen wird, bann bleibt doch die Erinnerung an ein ständiges Bemühen und Kämpfen lebendig. Tariverte war d i e Hod)burg der Volksdeutschen in der Dobrudscha. Ob dieser Kampf nur Siege ober auch Niederlagen und Peinlichkeiten gebracht hat,
Wohnungsbau ist not!
Im Zuge der sozialen Neugestaltung des deutschen Ledens hat der Führer den Befehl zux Schaffung gesunder und genügend großer Wohnun» gen erteilt: Er hat in den Richtlinien zu diesem größten sozialpolitischen Werk bestimmt, daß mitten im Kriege schon die Grundsteine für den Aufbau eines neuen Deutschland gelegt werden, in dem jeder Deutsche mit feiner Familie gut und behaglich wohnen w.rd. Denn die Wohnungsfrage, die immer brennender wurde, konnte durch die Unzahl der privaten Gesellschaften und Bauherren, durch den Wust der behördlichen Paragraphen und Hemmungen, die fid) oft überschritten, nicht gelöst werden. Es mußte die Führung eingreifen, um alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen.
Nachdem das Primäre, die Wiederherstellung unserer außenpolitischen Freiheit und Macht ebenso wie unsere Ernährung gesichert ist, wird das große Problem mit nationalsozialistischer Tatkraft gelöst werden, dem deutschen Volke „Hütung", wie Fritz Reuter sagt, also Wohnung und Heim schaffen. Denn die Wohnung des Menschen ist sein zweiter Leib, in dem er als Seele wohnt, in dem er sich heim i s ch fühlen muß. Alle Versuche, das Wachstum des Volkes zu fördern, politisch, roirt- schastlich und kultürell einen deutschen Lebensraum zu schaffen, müssen versickern, wenn nicht gesunde Wohnungsverhältnisse ein Familienleben gedeihen lassen.
Die Wohnungsnot als solche ist ein furchtbares Produkt des Mafchinenzeitalters. Als Deutschland nach dem siegreichen Kriege 1870/71 aufzublühen begann, unsere Industrie Arbeitshände forderte, war die Wohnungsfürsorge, wie noch lange nachher, dem Prioatkapital überlassen. In Berlin wie anderen Großstädten stiegen die Bodenpreise ungeheuerlich. Während die Allgemeinheit Straßen und Eisenbahnen baute, die Schaffenden ihre Kräfte gaben, um eine Stadt zu entwickeln, strich der Grundbesitzer die Wertsteigerung seines Grund und Bodens ein. Die Bauherren bauten, um die teuren Ladenpreise wieder hereinzubekommen und eine ge- mächliche Rente zu erzielen, die furchtbaren Miets- k a s e r n e n , die Deutschland verschandelten und In denen deutsche Familien des Raumes, des Lichtes und der einfad)ften Hygiene entbehrten. Um nur wenige Beispiele zu nennen: In Berlin rourbe1 ein Platz am Höllischen Tor mit feinen Gebäuden 1842 für 34 000 Mark verkauft. Als 1895 dort ein Warenhaus errichtet wurde, zahlte der Baulustigs allein an Grund und Baden 1 975 000 Mark. In Halle wud)s von 1835 bis 1895 die Zahl der Einwohner um das Vierfache, der Wohnhäuser um das 2'/rfache, der Wert des nackten Bodens aber um das Achtfache! Im Jahre 1912 wurde statistisch nach- gewiesen, daß in der Reichs Hauptstadt mehr als 600 000 Menschen in Wohnungen lebten, in denen auf einen einzigen heizbaren Raum fünf und m"hr als fünf Personen verschiedenen Alters und Ge- sdstechts kamen. Aehnliche Verhältnisse sand man überall in den Industriestädten. .
Dabei waren die Wohnungen außerordentlich teuer. Während die Wissenschaftler errechneten, daß höd)stens 14 v. H. des Etnko-mmens^ auf die Befriedigung des Wohnungs-bedürfnisfes verwendet werden Dürften, stieg der Sah bis über 30 v. H Alst sank Der Verbrauch anderer lebenswichti-ger Dinge. Bis am 1. Juni 1909 ein Gesetz über Die Sicherung Der Bauforderungen eingeführt wurDe, grassierte der Bauschwindel, bei dem die Handwerker die Leidtragenden waren. Don 1891 bis 93 wurden in Berlin z. B. 1126 Neubauten err chtet, davon kamen 644 zur Zwangversteigerung, und nicht weniger als 328 dieser „Bauherren" hatten selbst die Krankem kassenbeiträge ihrer Arbeiter unterschlagen. Die Landwirtschaft konnte nicht bauen, Denn sie überschuldete sich infolge des Kampfes der Industrie gegen das Bauerntum. In Dreußen stieg nach der amtlichen Statistik die hypachekarische Verschuldung
das steht nicht mehr zur Erörterung. Tatsache ist, daß in Tariverte das dobrudscha-deutsche Herz am stärksten schlägt.
lieber Cogealac, auch eine Der vier deutschen Großgemeinden mit über 1000 Seelen, geht die Fahrt nad) Constantza zurück. Wir haben einen Tag mit guten Deutschen verlebt und tragen Erinnerungen heim, von denen auch die Heimat etwas wissen soll. Wenn es nur das ist, daß die öeutfd^en Bauern in der Dobrudscha Menschen sind, um die man sich aus Ucberzeugung bemühen muß für das Reich. Sie werden Fleiß, Ehrlichkeit und bäuerlichen Sinn als bestes Gut einbrinaen in die Heimat. Das ist festzustellen auf Den -Fahrten zwischen Tulcea und der Grenze im Süden.
^-Berichter Robert Krötz.
Wofür sammelt der VOA.?
Vorn 22. bis zum 24. November findet im ganzen Reid; die schon zur Tradition gewordene Schul- f a m m l u n g des Volksdundes f ü r da» Deutschtum imAusland statt. Als Spenden- quittungen werden Postkartenferien ausgegeben, die Männer der Front, Köpfe aus deutschen Volksgruppen und Bilder von der Arbeit dieser Volksgruppen zeigen, Die Die Betreuungsgebiete des VDA. sind. Tlandjer mag sich fragen, worin die Aufgabe des V D Ä. noch besteht, nachdem so viele unserer auslandsdeutschen Volksgenossen in das Reich heimgekehrt sind. Tatsädsiich hat Der Krieg nicht nur außerordentliche Aufgaben in Den neuen Dalkstumsgebieten mit sich gebracht, fonDern auch die Arbeit in Den Volksgruppen, befonDers des S ü D o st e n s, beträchtlich erhöht. Da Diese durch Die neue Machtstellung Des Reiches zu einer bisher nicht möglichen Entfaltung ihres Eigenlebens gekommen finD. Das Ziel Der DDA -Arbeit ist somit neid) wie vor Die Festigung Des Deutschtums in nichldeutfcher Umgebung unD Die Erziehung Des Deutschen Gesamtvolkes zu volkspolitischem Denken. Hierzu kommt als neue Arbeits- au'gabe, Das ganze Volk für Die volkspölitifchen Aufgaben Des Reiches im Rahmen Der oolklichen NeuorDnung Europas zu mobittfieren und einzusetzen. Die zur Erfüllung Dieser Aufgaben notwendige Organisation Des VDA. umfaßt 41 Gau» oerbänDe, 818 KreisverbänDe, 23 260 Gruppen in 43 600 Schulen, 70 000 ehrenamtliche Mitarbeiter und 5,5 Millionen Mitglieder. Im letzten Jahre haben 12 000 VDA.-Redner gesprochen. Für Die AttsbilDung Des volksdeutschen Nachwuchses an deutschen Schulen wurden über 3700 Stipendien vergeben. In 16 verschiedenen Staaten wurden 1339 Volksbüchereien mit 60 000 Büchern und 474 Schulbüchereien mit 4655 Büchern versehen. Ueber 22 000 kg wurden an Sachspenden an Umsiedler und kinderreiche Familien versandt. Nach Dem Siege gilt es, aus Den Kräften D§s Volkstums Den Frieden zu bauen. Hiergus ergeben sich Aufgaben, denen gegenüber Die ganze bisherige Arbeit fast als Vonirbelt bezeichnet werden könnte.


