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Hreitag, 20. September 1940

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 225 Zweiter Blatt

neue

Wandervorschläge für den Sonntag.

Rundblick von dem aus

Gefährliche Frauen.

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Die Lohnsteuerkarte für 1941.

Das jeder Arbeitnehmer nach Erhalt der Karte zu beachten hat.

Die Sprechstunden der DAF., Abteilung für Be- rufserziehung und Betriebsführung, Gießen, werden ab sofort Montags und Freitags von 17 Uhr a u f 19 Uhr verlängert. Anmeldun­gen zu Lehrgemeinschaften können insbesondere von den Arbeitskameraden obgegeben werden, die erst nach 17 Uhr kommen können. Dauer der Sprech­stundenverlängerung bis 11. Oktober 1940 ein­schließlich. __________4183D

behalten. Man vergrabe also nicht erst die Lohnsteuerkarte zu Hause im Schubfach, sondern übergebe sie nach genauer Ueberprüfung, ob die von der Behörde vorgenommenen Eintragungen

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 19.30 bis 21.45 UhrSieger". Gloria-Palast, Selterswcg:Trend1, der Pandur".-- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Gefährliche Frauen'. VfB-Reichsbahn Gießen: 20.30 UhrSchipka- paß" Ausgabe der Sammelbüchsen und Einteilung zur Sammlung für das WHW.

Stadttheater Gießen.

Am heutigen Freitag wird die dramatische Ballade Sieger" von Christian Siemens wiederholt. Die Spielleitung der Aufführung, die die Presse einen verheißungsvollen Aliftakt zur neuen Spielzeit nennt, hat Intendant 5)(ins Walter Klein. Bühnenbild: Karl Löffler. Freitag-Miete, 1. Vorstellung.

Ortszeit für den 21. September.

Sonnenaufgang 7.10 Uhr, Sonnenuntergang 19.26 Uhr. Monduntergang 11.48 Uhr, Mondaufgang 21.37 Uhr.

rlS'GenieinWsl K Kraft öurfli Sreoöe

SportamlKraft durch Freude".

Kindergymnaftik

Freitag, 16 bis 17 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße (nicht mehr Goetheschule). 41750

Frohe Stunden bei Film und Funk.

Unter diesem Motto vereinigte die NSG.Kraft durch Freude" am gestrigen Donnerstagabend ihre Gießener Gemeinde im Gloria-Palast. Die Besu­cher, die den großen Saal fast bis zum letzten Platze füllten, kamen wiederum voll und ganz auf ihre Rechnung, denn die Künstlerschar vom Film und Funk, die sich in den. Dienst dieses Abends ge­stellt hatte, verstand es ausgezeichnet, die beiden Stunden des Beisammenseins sehr vergnüglich zu

f Die Erziehung zum Gemeinschaftssinn ist eine der wichtigsten Aufgaben der nationalsoziali­stischen Schule.'Wie der Lehrer mit einem t.efge- aründeten Wissen um die bewußten und unbewuß- ten seelischen Vorgänge in seinen Zöglingen an die Arbeit Herangehen muß, das zeigte em Vortrag von Kurt S e e l m a n n - München. Da war z. B. ein Schulschwänzer, von dem es allgemein cheh, er störe ständig den Unterricht und schwänze bei feder Gelegenheit'. In der Klasse war er sehr isoliert und hatte keine Freunde. Auf der Suche nach besonde­ren Fähigkeiten bei diesem Jungen fand der Leh» rer daß er gut zeichnete. Run wurden Zeichen-

Erziehung und Lebenskeistung.

Erziehungsfragen zum Abschluß der Wiener kinderkundlichen Woche.

und die Arbeit wird nun in einer höheren Lei­stungsform fortgesetzt. Mit dem Wachsen der Fähig­keiten kommen immer schwierigere Aufgaben, und sobald das Kind erst Sprechen gelernt hat, ent- st sh en auch meistens jene dummen, und durchaus nicht unwichtigen Mißverständnisse durch Unver­nunft der Eitern oder der Großeltern. Wenn das Kind in jenes Alter kommt, in dem es alles allein machen will, in dem es ständig nein, nein, sagt, kurz wenn das sogenannte Trotzalter sich ankundlgt, dann spalten sich die Erwachsenen meist in zwei Parteien, die einen geben zärtlich nach, die an­bei en verbieten ungeduldig. Was geht aber wirk­lich in dieser Zeit in dem Kind vor? Es lernt Entscheidungen treffen und es übt diese neue Fähigkeit an allen möglichen Objekten. Die richtige Erziehung muß dann darin bestehen, den erwa­chenden Willen des Kindes richtig zu lenken, es sowohl im Begehren wie im Entsagen zu üben. Kluge Diplomatie ist manchmal ganz angebracht. Bietet man dem Kleinen einen Apfel an, dann sagt es vielleicht,nein, ich will eine Birne". Fragt man abernicht wahr, du willst doch einen Apfel , dann lautet die Antwort meistensja". Ganz ähnlich ist es mit andern Phasen der kindlichen Entwicklung. Die plötzlich erwachende L u st a m F r a g e n bedeutet nun nicht, daß das Kind nun immerzu Antwort erwartet, es hat vielmehr ent« deckt daß die Sprache auch dazu dienen kann, den anderen Menschen zu Weiterungen zu zwingen. Diese Entdeckung kostet das Kind so lange aus, bis wieder andere Aufgaben und andere Eindrücke sie in den Hintergrund treten lassen. So bereitet sich allmählich die Schulzeit vor in der dann die entscheidende Einstellung auf die Lebensaufgabe

Von Caldern aus benutzen wir rote Striche, die uns in mehreren Serpentinen auf den Gipfel des Rimbergs (500 Meter) bringen. Ein herrlicher ~ f der Höhe sichenden Holz­

turm entschädigt reichlich für den etwas steilen Aufstieg. Rote Punkte führen dann hinab über den anmutig gelegenen KarlShof, eine ehemalige För­sterei, hierauf über einen Höhenrücken nach Elms­hausen, wo wir vielleicht Gelegenheit haben, die Bewohner in ihrer malerischen Tracht bewundern zu können. Auf schattenlosem, aber aussichtsreichem Wege gelangen wir nach Buchenau, wo wir jetzt blaue Doppelstriche antreffen, die uns bis zum Schluß den Weg zeigen. Abwechselnd durch schönen Laubwald und über saftgrüne Wiesen kommen wir

bewundern und uns an der prächtigen Aussicht er­freuen. Blaue Striche führen uns durch den Wald (am Rande hübscher Rückblick) an der Lungenheil­anstalt Waldhof Elgershausen vorüber, unterwegs schöne Ausblicke genießend, nach der ebenfalls hoch- liegenden gastlichen Försterei Dianaburg. Ent­zückend ist der Blick von der Plattform des auf der Höhe stehenden Jagdturms auf das ausgedehnte Wäldermeer und die umliegenden Berge. Zum Ab­stieg wählen wir schwarze Dreiecke, die uns in einer guten Stunde nach unserem Endziel, dem stattlichen, im Dilltal gelegenen Ort Ehringshausen bringen. Wanderzeit knapp 4 Stunden.

Caldern Rimberg Elmshausen Buchenau Katzen bach Biedenkopf.

gestalten.

Schon der Auftakt, den der Ansager Harry G o n d i dem Abend gab, war voll froher Stim­mung, und im weiteren Verlaufe verstand es der humorvolle Plauderer in bester Weise, seine Zu­hörer immer mehr zu fesseln und zu erheitern. Die 6 Dominanten erfreuten durch reizvolle Gesangsdarbietungen, während die Geschwister D a b e l o w von der Scala in Berlin fick) mit ihren famosen akrobatischen Tanzvorführungen und ihrer staunenswerten Springakrobatik, beide in sehr gra- ziöser Form dargeboten, die Gunst der Besucher erwarben. Der Klaviervirtuose Herbert I a r c z y k bereitete mit feinen vollendeten Darbietungen auf dem Flügel den mit aller Aufgeschlossenheit lau­schenden Hörern einen erlesenen musikalischen Ge­nuß. Auf der gleichen Linie errang sich Maria Avanti, eine vielseitige Künstlerin, allein schon durch ihr beseeltes Violinspiel einen vollen Erfolg, den sie durch ihre weiteren künstlerischen Leistungen auf dem Akkordeon und dem Xylophon, wie auch durch ihre netten kleinen Scherze und Liedchen noch stark zu steigern verstand: ihr Begleiter am Flügel mar ihr dabei ein vortrefflicher Sekundant. Das Tanfl- paar Lanchinsky-Jänige zeigte mit einem famosen Grotesktanz und dem beschwingten Wiener Walzer sein starkes tanzkünstlerisches Können. Als Höhepunkte übrigens sei in diesem Zusammen­hang mit angenehmer Erinnerung der prächtigen Punkt-'Geschichte von Harry Gondi gedacht er­lebten die Besucher dann die Bekanntschaft mit der Staatsschauspielerin Hilde Meißner und der Filmkünstlerin Rotraut Richter, die beide durch ihre gesanglichen Darbietungen bzw. Aus­schnitte aus dem Gebiet der darstellerischen Klein­kunst die Besucher erfreuten.

Allen Mitwirkenden wurde der Dank der Hörer

Der Reichsminister der Finanzen hat den Finanz­ämtern das neue Muster der Lohnsteuerkarte für das Kalenderjahr 1941 bekanntgegeben, nach dem nun die Karten in allen Teilen des Reiches gedruckt und von den zuständigen Lohnsteuerbehörden jedem Arbeitnehmer ausgefüllt augeftellt werden. Da in der Vergangenheit sehr zahlreiche Reklamationen an die Steuerbehörden gelangten, die bei einiger Sorg­falt des Steuerpflichtigen hätten vermieden werden können, so hat der Reichsfinanzminister in diesem Jahre verschärfte Bedingungen für Die Beachtung der Vorschriften über die Lohnsteuerkarte gestellt. Um nun auch vom schlichtesten Volksgenossen die Beachtung der Vorschriften verlangen zu können, ohne diesem etwas Unmögliches zuzumuten, wird in diesem Jahre der Lohnsteuerkarte eine Einlage beigegeben, die den Arbeitnehmer auf alles auf­merksam macht, was er nach der Übersendung der Karte zu beachten hat. Versäumt er es, seine ihm zugestellte Lohnsteuerkarte 1941 daraufhin genau zu überprüfen und evtl, falsche Eintragungen durch die Behörde vor Abgabe der Lohnsteuerkarte an seinen Arbeitgeber berichtigen zu lassen, so hat er den Schaden selbst zu tragen und darf nicht mehr damit rechnen, daß ihm zuviel gezahlte Steuern erstattet werden. Das gleiche gilt, wenn im Laufe des Kalenderjahres 1941 die Voraussetzungen für eine Aenderung der Lohnsteuerkarte eintreten (z. B. durch die Geburt eines Kindes) und der Arbeit- nchmer die Aenderung verspätet beantragt. Wenn die Steuerpflichtigen wüßten, wieviel Arbeit un­nötig den Finanzämtern durch verspätete und falsche Anträge entsteht, dann würden sie begreifen, daß endlich auf größere Sorgfalt gedrungen wer­den muß.

Vielfach werden auch die Lohnsteuerkarten nicht rechtzeitig vor Beginn des Steuerjahres dem Ar­beitgeber ausgehändigt bzw. beim Wechseln der Ar­beitsstelle sofort dem neuen Arbeitgeber übergeben. Hier muß der Arbeitgeber, solange die Lohnsteuer­karte nicht in seiner Hand ist, eine erhöhte Lohn­steuer einbehalten und z. B. einen verheirateten Mann als ledig behandeln. Er muß auch bei allen männlichen Arbeitnehmern der Geburtsjahrgänge 1914/21 Wehrsteuer nach den erhöhten Sätzen ein-

arbeiten von ihm ausgestellt, und er kriegte kleinö Sonderaufträge, z. B. mußte er Schilder malen, die Im Schulbetrieb gebraucht wurden. Das baute eine Brücke in feinem Innenleben. Die Anerkennung des Lehrers und feiner Kameraden gab ihm Boden unter den Füßen. Er fand Freundschaft mit seinen Nachbarn, wurde froher und freier und beteiligte ich immer reger am Unterricht. In die Gemein- chaft einmal einge gliedert, vergaß er völlig seine rüheren Untugenden. Scharfe Kritik und rascher Tadel sind meist schlechte Mittel, die Arbeitsleistung zu fördern und die Arbeitsfreude zu steigern. A n erkennung auch kleiner Fortschritte wirken dagegen manchmal Wunder. Wie mancher Mensch bleibt zeit seines Lebens innerlich unsicher, weil er in der Jugend vom strengen Vater oder vom pedantischen Lehrer stets Tndel für seine schlechten, nie aber Lob für seine guten Leistungen gehört hat. Die innere Spannkraft, trotzdem nicht zu verzagen, und sich selbst immer wieder neue Ziele zu stecken, hat nicht jeder.

Ein schwieriger Abschnitt, vielleicht der schwie­rigste übrhaupt, wird gekennzeichnet durch die Pu­bertät. Diese Zeit des seelischen und körperlichen Reifens geht fast nie ohne schwere, innere Kämpfe ab. Es kommt dann darauf an, ob Wille und Ein­sicht des Kindes genügend vorbereitet sind. Di. March-München zeigte 'in feinem Vortrag, wie schwere Lebenskrisen sich gerade in diesen Jahren entwickeln können. Ost kommen dabei in früher Kindheit gelegte Konflikte zum Durchbruch. Eine natürliche Auffassung natürlicher Dinge durch El­tern und Erzieher und eine oerständnis- volle, rechtzeitige Aufklärung können viel spätere Schwierigkeiten vermeiden. Wenn aber rechtzeitig das Pflichtbewußtsein in einem jungen Menschen verankert, sein Blick für das Leben nicht getrübt, sondern geübt ist, dann wird er auch diese Klippe überwinden.

Aüchertisch.

Die Vierzeiler Omar Chajjams in der Auswahl und Anordnung Edward Fit Geralds aus dem Persischen verdeutscht von C. fi. Rempis. Zweite Fassung. Karl-Rauch-Verlag, Des­sau und Leipzig. Preis RM. 2,50. (111) Omar Chajjams Vierzeiler gehören )u den berühm- eften Büchern der Weltliteratur, sie sind in 53 Spra. chen übersetzt und in vielen Millionen Exemplaren in aller Welt verbreitet. Hier wird eine neue aus­gezeichnete Verdeutschung vorgelegt. Einführung in Persönlichkeit und Werk des persischen Dichters werden dem Leser besonders willkommen sein.

Rund 20 Jahre braucht der Mensch bis er we- i mästens in großen Umrissen eine fertige Person- i lichkeit ist. Er muß in dieser Zeit nicht nur Die ganze Entwicklungsskala von den niederen bis zu den höchsten seelischen Fähigkeiten durchlaufen, er muß auch alle die Sonderausgaben bewältigen ler­nen, die seine künftige Stellung in der Volksge­meinschaft ihm stellt. Die- fast unübersehbare Viel­falt der Einzelleistungen, die vom Heranwachsenden jungen Menschen verlangt werden, erfordert eine klare Einsicht des Erziehers in feine Aufgabe. Dar­über hinaus muß der Arzt oft eingreifen, um Fehl­leistungen zu verhindern ober Fehler zu berichti­gen. So hatte die Deutsche allgemeine ärztliche Gesellschaft für rapie, Deren Tagung mit Dem Gesamtthema Psyche und Leistung" Die Wiener finber- rundliche Woche abschließt, Die Erziehungsprobleme Der verschiedenen Lebensalter in Den Mittelpunkt ihrer Verhandlungen gestellt. Die Tiefenpsychologie äls Lehre vom Unbewußten spielt dabei wie Der Vorsitzende Prof. Göring in einer Begrüßungs­ansprache ausführte eine besondere Rolle. N wenn Das Bewußte und Unbewußte in Harmonie miteinander stehen, kann die Leistung ihren höch­sten Grad erhalten. Die Wichtigkeit dieser Erkenn - nis wird unterstrichen durch ihre Bedeutung fu Die Arbeitsleistung und die Berufserziehung die in der Angliederung des Deutschen Instituts fi Psychotherapie an das Amt für Berufserz,ehung und Leistungssteigerung Der Deutschen Arbettsfron zum Ausdruck kommt. o ,

6 Der Mensch lernt eigentlich vom ersten Lebens- tage an. Wenn das Neugeborene vergeblich nach Nahrung schreit, solange feine Stunde noch nicht gekommen ist, lernt es begreifen, daß die Stillung seines Hungers nach einem b e f 11 mm t e Plan vor sich geht. Dann folgt bald die Periode des Lernens für die verschiedenen Sinnesorgane. $n den ersten Wochen wendet das Kind unbehag- lick den Kopf weg, wenn ihm em voller Lichtstrahl ins Auge fällt. Dann lernt das Auge mit Dem Licht umgehen und das Seh e n wird - mie_5lor bert Tburnb - Wien m fernem Vortrag überDie Erziehung des Kleinkindes im Hinblick auf feine Lebensaufgabe" zeigte zu einer durch ständiges Umherschauen erarbeiteten Lelstungsform. Ist das Sehen gelernt, bann beginnt das Einordnen der ge schauten Gegenstände, das Wiederertennen,

an Dem in stiller WalDeinsamkeit liegenDcn Dort- chen Kadenbach, von dem man noch einen hübschen Rückblick auf Den Rimberg hat, vorüber nad) unse- rem Endziel, dem am Fuße des Schloßberges liegenden, von hohen Waldbergen umsäumten Lahnstädtchen Biedenkopf. Dauer der Wanderung 4/s Stunden.

timmen, sofort Dem Arbeitgeber.

Daß ein Gesolgschaftsmitglied nach Beendigung eines Dienstverhältnisses mit Den übrigen Papie­ren auch Die Lohnsteuerkarte zurückverlangen muß, sollte ebenfalls selbstverständlich fein, in einem Falle wird Dies aber sehr oft vergessen, nämlich von Den Hausangestellten. In Den Haushaltungen macht vielfach Die Hausfrau Die Papiere Des Mädchens ertig, und bei Der ihr fehlenden Routine kann es natürlid) vorkommen, daß sie die Lohnsteuerkarte vergißt. Allerdings sollte in ihrem Schreibtisch so viel Ordnung herrschen, daß Die Papiere des Mäd­chens zusammenliegen und die Lohnsteuerkarte nicht übersehen werden kann. Anderseits ist es aber auch Pflicht der Hausangestellten, daß sie daran denkt und sich die Lohnsteuerkarte geben läßt. Ge­rade bei Hausangestellten kommt auch vielfach Der Fall vor, daß sie ein Dienstverhältnis verlassen, ju ihren Eltern zurückkehren und dann am Jahresende nicht mehr Daran Denken, Daß Die Steuerkarte spä­testens bis zum 15. Februar Des nächsten Jahres dem Finanzamt eingeschickt werden muß, und zwar dem Finanzamt, in dessen Bezirk Die neue, ihnen schon Übersandte Lohnsteuerkarte ausgeschrieben worden ist. 21-uf die zweite Seite Der alten Lohn­steuerkarte muß die Nummer der neuen Lohnsteuer­karte und die Behörde, Die Die neue Lohnsteuerkarte ausgeschrieben hat, angegeben werben. Auch Das wirb vielfach vergessen.

Jede selbständige Aenderung der Eintragungen In die Lohnsteuerkarte ist Dem Arbeitnehmer verboten. Schließlich sei noch erwähnt, daß jeher Arbeitneh­mer verpflichtet ist, falls Die Voraussetzung für eine auf der Lohnsteuerkarte eingetragene Steuer­ermäßigung im Verlaufe Des Jahres entfällt, inner­halb eines Monats Die Berichtigung feiner Lohn- fteuerfarte bei Der Behörde, die die Lohnsteuerkarte ausgeschrieben hat, bzw. bei Verlegung Des Wohn­sitzes bei Der Gemeindebehörde Des neuen Wohn­sitzes zu beantragen.

Reiskirchen Bersrod Geilshausen Wetters- Hain Homberg.

Von unserem Ausgangspunkt Reiskirchen führt uns ein breiter Weg nach BersroD, wo wir auf Die von Gießen kommende blaue Punktmarkierung stoßen, die zunächst unser Wegzeichen bildet. Wir überschreiten von hier einen , Bergrücken, der sich zwischen dem fi umbat al und dem Buseckertal hin­zieht und genießen unterwegs herrliche Blicke in die reizvolle Landschaft. Nachdem wir Geilshausen, an der Lumda gelegen, passiert haben, führen uns Die Zeichen über Den bewaldeten 363 Meter hohen Noll nach Weitershain, wo gute Einkehr ist. Hier verlassen wir unser seitheriges Zeichen und folgen blauen Strichen, die uns über Büßfeld in Das an­mutige Ohmtal und hierauf in kräftigem Anstieg dem Endziel unser Wanderung, Dem hochgelegenen Homberg, zuführen. Vor Der Heimfahrt, Die über Nieder-Gemünden erfolgt, Dürfen wir nicht ver­säumen, Die mancherlei Schönheiten Des malerischen Städtchens zu bewundern. Marschdauer 5V-Stun­den.

Edingen Greifenstein Dianaburg Ehringshausen.

Wir fahren mit dem Frühzug nach Edingen, um von hier in zwar steilem, aber kurzen und aus­sichtsreichen Aufstieg das hochgelegene Greifenstein zu erreichen. Hier können wir die hochragenden Ruinen der ehemaligen Feste, wie auch Das mit schönen Stuckarbeiten verzierte Innere Der Kirche

Aus der Stadt Gießen.

Oer Handwerkskasten der Hausfrau.

Die Axt im Haus erspart Den Zimmermann" hat schon Schiller seinen Freiheitshelden Teil er­kennen lassen. Wenn nun auch zum Handwerks- j kästen im Haushalt nicht gerade eine Axt vonnöten i ist, so Doch immerhin einige einfache Gegenstände, > wie ein Hammer, eine Zange, ein Schraubenzieher und Die Dazugehörigen Schrauben und Nägel.

Mehr Denn je muß Die Hausfrau Darauf sehen, in ; bescheidenem Ausmaße einen Handwerkskasten zur ; Hand zu haben, denn wenn der Mann im Felde 1 steht und der Handwerker auch eingezogen wurde, dann muß sie eben selbst zu Hammer und Zange : greifen, um Kleinigkeiten im Haushalt zu reparie- . ren. Ein Schraubenzieher liegt meist im Werkzeug­kasten Der Nähmaschine, und Hammer und Zange sind in jedem georbneten Haushalt vorhanden. Also ist der Grundstock zum Handwerkskasten gegeben. Wir nehmen uns eine feste, kleinere Kiste oder einen Karton, in dem alles, was dazu gehört, unterge­bracht werden soll. Nicht etwa, daß man nun in Den nächsten Eisenwarenladen geht, um alles Not­wendige zusammenzukaufen: o nein, das würde auch gar nicht gehen, weil wir verschiedene zweck­dienliche Dinge gar nicht bekämen. Großdeutschland braucht seine Rohstoffe wichttger! Aber sobald die Generalreinigung beginnt, bei Der Das Unterste zu oberst gekehrt wird, finden wir in allen Winkeln etwas, Das mir sonst achtlos weggeworfen hätten, und Das wir nun als Beitrag zu dem Handwerks­rasten aufheben. Nichts ist wertlos genug, um fort­geworfen zu werden! Da liegen z. B. im Keller noch Die alten Drähte herum, Die einmal um Das Anmacheholz gewickelt waren: diese säubern wir vom Schmutz und verstauen sie im neuen Hand­werkskasten. Das gleiche gilt von Nägeln, die in alten Kistenbrettern stecken. Die klopfen wir gerade unD haben Damit schon roieDer einen BeftanDteil für den Kasten fertig! Reste von Blumendrähten werden auf eine alte Garnrolle gewickelt.

Wenn man wirkliche Ordnung im Handwerks - kästen haben will, muß man sich mehrerer alter Zigaretten- und Streichholzschachteln bedienen, um all Das zu sortieren, was man im neuen Hand­werkskasten aufheben will. Auch etwas Kaltleim und Tischlerleim gehört hinein. Ferner richtet man eine Abteilung ein für wichtige Ersatzteile im Haus­halt, wie z. B. Dichtungen für Die Wasserleitung unD Lamellen unD Sicherungen für das elektrische Licht. Es ist sonst peinlich, wenn am Samstag nach Ladenschluß Das Licht verlöscht und man bis Mon­tag früh im Dunkeln sitzen muß. Und bann ist es noch sehr dis Frage, ob Der Elektrotechniker sofort kommen kann, um Den Schaden zu beheben!

Besondere Beachtung verdient der Hammer, Da er bei Vernachlässigung einen regelrechten Unfall anrichten kann. Man achte Darauf, daß Der eigent­liche eiserne Hammer fest auf Dem hölzernen Stiel sitzt. Meist ist dieser nämlich nur keilförmig in Den Hammer hineingetrieben worden, und wenn sich durch Trockenheit das Holz zusammenzieht, kann beim Gebrauch der Hammer der Hausfrau ins Ge­sicht fliegen und großen Schaden anrichten. Deshalb soll ein Hammer nie am Ofen aufgehoben werden.

Ist also künftig im Haushalt eine kleine Repa­ratur notwendig, so greift die Hausfrau in Die be­treffende Schachtel des Handwerkskastens und be­hebt den Schaden selbst. Sie spart Damit nicht nur Geld, sondern sie muß auch nicht warten, bis sich ein Handwerker findet, Der Den Fehler ausmerzt.

Filme Des AuslanDes sind in verschieDener Hin- sid)t interessant. Einmal find sie Der beste Maßstab für Die Leistungen Des eigenen Filmschaffens unD zum anDern verraten sie uns vielleicht am unmittel­barsten etwas von fünftlerifdjer Auffassung und weltanschaulichem Wollen fremder Völker, besser als Bücher, Theaterstücke ober Werke ber bilbenben Kunst, weil ber Film für ein ganz breites Publikum bestimmt ist unb bem nach Thema, Anlage und Durchführung Rechnung tragen muß. Das Sport- ibeal eines lunaen, fraftftrohenben, selbstbewußten

ibeal eines jungen, kraftstrotzenben, selbstbewußte unb ehrgeizigen Volkes feiert ber italienisch Scalera-FilmGefährliche Frauen" auf eine sympathisch schlichte unb psychologisch un­komplizierte Weise. Einem jungen Boxer, von sei­nem Vater hervorragenb geschult und auf bem besten Wege zu höchsten Titeln, Droht eine schöne Frau ge­fährlich zu werben. Die Mitläufer bes Sports, Die selber Die ernste Arbeit in Training unb Wett­spielen scheuen, sich aber um bie Sportgrößen brän« gen, um sich in ihrem Ruhm zu sonnen, finb hier unbarmherzig plakatiert. Es ist eine oberflächliche unb selbstsüchtige Frau, bie mit bem jungen Boxer einen Flirt anfängt unb ihm, ber von so viel Schön­heit geblenbet ihr ins Garn geht, verschweigt, baß sie nicht mehr frei ist unb eine Heirat, für bie er Sport unb Familie im Stich lassen will, gar nicht in Frage kommen fanrj. Der Junge ist natürlich genug, bie Enttäuschung zu überroinben UnD zum Vater in Die Boxschule zurückzufinDen. Die Regie Mario BonnarDs hat in sehr lebenDigen Szenen

interessante unD vielseitige Ausschnitte aus Der ita­lienischen Sportwelt als Kulissen Der eben skizzierten Liebesgeschichte ausgestellt. SpannenDe Boxkämpfe, ein SchwimmstaDion, Freiübungen, Rennen, Winter- spart unb nicht zuletzt ein großzügig arrangiertes Gartenfest geben einen Begriff baoon, wie ber Sport bem mobernen Italiener zur Herzenssache geworben ist. Schauspielerisch bie interessanteste Lei­stung bot Erminio Spa 11a als Vater Romolo. Er, ber als Boxer früher einmal auch in Deutsch- lanb als Gegner Breitenfträters bekanntgeworben ist, bevor er als Sänger Aur Bühne unb bann zum Film fanb, spielt ben alten Meister bes Ringes mit einer wunbervoll breiten unb behaglichen Sicherheit unb weiß vor allem bas schöne Verhältnis zum Sohn sehr fein zu charakterisieren. Diesem gibt Augusto Lanza etwas knabenhaft Befangenes, fast Un- frohes. Die verführerische Circe ist Evi Malta- g l i a t i, in Clara C a 1 a m a i hat sie eine aefähr» liche Konkurrentin.» (Difu.) Dr. Fr. W. Langem