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Zreitag, 20. September 1940

GietzenerAnzeiget

190. Jahrgang Nr. 225

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Ribbentrop bei Muffolini.

Herzlicher Empfang in Rom. Lange Unterredung mit dem Duce.

Rom, 19. Sept (Luropapreß.) Relchsaußenmlni- sler von Ribbentrop ist kurz vor 13 Uhr zu seinem kurzen Aufenthalt in Rom eingetroffen. 3n dem mit Flaggen reich geschmückten Bahnhof wurde er von Außenminister Graf Liano und dem italie­nischen Botschafter in Berlin, Alfieri, dem Präfekten, dem Gouverneur von Rom, dem deutschen Botschaf­ter beim Quirinal und dem deutschen Militärattache, dem deutschen Botschaftsrat beim Vatikan, dem spa­nischen Botschafter und anderen diplomatischen Per­sönlichkeiten empfangen. Den beiden Ministern wur­den beim Verlassen des Bahnhofs von der auf dem Vahnhofsplah versammelten Volksmenge unter Hoch­rusen auf den Duce und den Führer begeisterte Kund­gebungen bereitet, während die Musik die deutschen und italienischen Hymnen spielte. Rach dem Abfchrei- tcn der Ehrenkompanie verabschiedete sich Reichs- auhenmlnister von Ribbentrop und fuhr nach der Villa Madama, wo er während seines römischen Aufenthaltes wohnt. Auf der Fahrt durch die Stra­ßen Roms wurden ihm immer wieder begeisterte Kundgebungen bereitet.

Der Duce empfing am Donnerstagnachmittag Reichsminister des Auswärtigen von Ribben­trop zu einer herzlichen Unterredung. Der Bespre­chung, die zwei Stunden dauerte, wohnten der italie­nische Außenminister Graf Liano und die Bot­schafter von Mackensen und Dino Alfieri bei.

Die Unterredung fand in einer Atmosphäre be­sonderer Herzlichkeit hatt. Die großen Probleme, um die es heule geht, wurden einer ausführlichen und erschöpfenden Erörterung unterzogen, die getragen von der vollen Uebereinstimmung in allen besprochenen Fragen war. Auch kam dabei die große Befriedigung über die militärische Lage zum Aus­druck. Die Besprechungen mit dem Duce finden in einem Augenblick statt, wo Deutschland und Italien zum Angriff gegen England angetreten sind. Wäh­rend Deutschland gegen das Herz des britischen Welt­reiches in Europa vorstöht, marschiert Italien gegen die Schlüsselstellung des englischen Kolonialreiches in Afrika, damit endlich die Bahn für jene Neu­ordnung frei wird, für die die Achsenmächte kämpfen.

Panzerdivision habe, als sie die Bedrohung von Sidi Barani erkannte, sofort einen überstürz- ten Rückzua angetreten, wobei sie unablässig von den italienischen Fliegerstaffeln bombardiert und beschossen worden sei. Als erste seien die Schwarz­hemden der Division23. März" in Sidi Barani

Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag.

Berlin, 19. Sept (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe griff auch gestern trotz schwieriger Weiterverhältnisse verschiedene kriegswichtige Ziele in der Umgebung von London an. Die Dock- und Hafenanlagen in T i l b u r y, die Staatswerft in L h a t h a m und die Grohöllager von Port Victoria wurden wirksam mit Bomben belegt. Mehrere Oeltanks und ein Tankschiff gingen in Flammen auf.

In der Nacht wurden die Vergeltungs­lüge gegen London in verstärktem Umfang fortgesetzt Vor allem erhielten die Silvertown- und Royal-Albert-Docks sowie andere wichtige Ziele in rollendem Einsatz zahl­reiche Bombentreffer schwersten Ka­libers. In vielen Stadtteilen Londons entstanden ausgedehnte Brände.

Auch in anderen Teilen Englands wurden kriegs­wichtige Ziele, wie die Hafenanlagen in Liver­pool, die chemischen Werke in Billingham, die Tyne-Docks in N e w L a ft l e sowie Flugplätze in Mittelengland erfolgreich angegriffen.

Das Verminen südenglischer Häfen wurde fortgesetzt

eingedrungen. Wie Heer und Miliz hätten die liby­schen Einheiten in kaum acht Tagen zu Fuß 250 Kilometer Wüste durchquert, gekämpft und Luft­angriffe ausgehalten. Der Feind dürfte mehr als dir Hälfte seiner Panzerwagen verloren haben. Die Luftwaffe habe den Feind mit Bomben belegt, für den Schutz der in der Wüste vorrückenden Kolon­nen gesorgt und die feindlichen .Gloucester-Maschinen zur Flucht gezwungen. Die Truppen hätten sich bei 50 Grad Hitze und im Ghibli-Sandsturm mit dem gewohnten einem Liter Neghelli-Wasser begnügt.

Feindliche Flugzeuge warfen in Nordfrank­reich und Belgien an mehreren Stellen Bom­ben, ohne nennenswerten militärischen Schaden an­zurichten. Eine Anzahl von Zivilpersonen wurde ge­tötet 3n der Nacht zum 19.9. wurden in West­deutschland einfliegende britische Flugzeuge durch deutsche Abwehr zur Umkehr gezwungen. Sie warfen ihre Bomben auf nichtmilitärische Ziele ab und griffen dabei die Krankenanstalt von Bethel an. Drei Krankenhäuser wurden zerstört, obwohl sie durch das Rote Kreuz deutlich als solche kenntlich gemacht waren. Dabei wurden neun Kin­der getötet 12 verletzt.

Während der Nacht wurden 9 feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie, zwei durch Nachtjäger, bei Tage 24 Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. An der Nordseeküste schoß Marineartillerie ein feindliches Flugzeug ab. Zwei weitere Flugzeuge wurden so schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust gerechnet werden kann. Die gestrigen Gesamtverluste des Fein­des betragen demnach 38 Flugzeuge. 13 eigene Flugzeuge werden vermißt.

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Die von der deutschen Luftwaffe angegriffenen Tyne-Docks in Newcastle gehören zu den bedeutendsten Englands, sie sind so groß, daß sie den 52 000 TonnendampferBerengavis" bei Hoch­wasser aufnehmen können. Ueber die Tyne-Docks kam ein großer Teil der Erzeinfuhr nach England. Ferner wurden im Jahre 1937 rund 8 Millionen

In sechs Wochen 2096 Flugzeuge verloren. Wie schon berichtet, verlor die Royal Air Force im August 1354 Maschinen, in der ersten Woche des Septembers büßte sie 481 Flugzeuge ein, und in der zweiten Woche dieses Monats wurden 261 Maschinen vernichtet, in diesen sechs Wochen also insgesamt 2096 Maschinen.

Von acht Geschwadern mehr als 2000 Gegner abgeschoffen.

B e r H n, 20. Sept (DNB. Funkspruch.) Wie sich einzelne deutsche Flieger durch besonders hohe Ab­schußziffern auszeichnen, so gibt es auch eine Anzahl von 3agd- und Zerstörergeschwadern, die mit der Zahl ihrer Luftsiege den anderen als leuchtendes Bei­spiel vorangehen. Vier Geschwader haben seit ihrem Bestehen mehr als 200, vier weitere Ge­schwader mehr als je 300 Luftsiege errun­gen, so daß diese acht Geschwader insgesamt mehr als 2000 Gegner abgeschossen haben. 3nnerhalb dieser Geschwader hat sich e i n e © r u p p e besonders aus­gezeichnet, dieallein 2 00 Luftsiege davonge­tragen hat.

Tonnen Kohle und Koks über die Tyne-Docks ver­schifft. Im Dockgebiet am Tyne liegen ferner sehr bedeutende Werften für den Kriegsschiffbau, wie die Vickers Armstrong, Whitworth und andere. Die Reparaturanlagen dieser Firmen sind im gegen­wärtigen Krieg von besonderer Bedeutung. Auf der Staatswerft in Chatham, die ebenfalls bombardiert wurde, werden Kreuzer und Zerstörer gebaut und repariert. Die Beschädigung dieser An­lage ist deshalb besonders schwerwiegend, weil auf der Staatswerst von Chatham spezielle Anlagen für die Repartur von kleineren Schäden vorhanden sind. Glasgow, das in der Nacht zum 18. 9. angegriffen wurde, ist ein wichtiger Hafen für Eisenerze und Schrott, Erzölerzeugnisse und Ge­treide. Ueber den Hafen Glasgow wird ein großer Teil Nordenglands versorgt. Im Hafengebiet von Glasgow liegen wichtige englische Werften, auf denen Kreuzer, Zerstörer, Minenleger, Flugzeugträ­ger und sogar Schlachtschiffe .gebaut werden. Im Hafengebiet von Glasgow ist ferner rund ein Vier­tel der englischen Schiffsmaschinenbaukapazität kon­zentriert.

Bomben aus Docks, Wersten und Oeltanks. Rollende Lustangriffe auf kriegswichtige Ziele Londons und seiner Umgebung

SchiMhaste SeaeanuiWN". Italienische Stimmen zu den Besprechungen in Rom.

Rom, 20. Sept. (Europapreß.) Zu den Bera­tungen der Staatsmänner der Achse schreibt Gay da in einemSchicksalhafte Begegnungen" überschrie­benen Leitartikel, über Thema und Motive könne nichts vorweggenommen werden. Es genüge aber festzustellen, daß sich der Besuch vollziehe im Augen­blick des Abschlusses eines bemerkenswert bewegten Abschnittes der politischem Geschichte des Balkans und im Mittelpunkt einer neuen akti­veren und verbreiterten Phase des Krieges der Achsenmächte gegen das englische Imperium. Diese Momente erforderten die auf­merksame politische Prüfung der Achsenmächte und die Entwicklung in ihrem Interesse. Es sei ein Fort­schritt gemacht worden im Hinblick auf die Klärung und Befriedung der Beziehungen zwischen den sud­osteuropäischen Ländern sowie zwischen ihnen und den Achsenmächten. Die Achsenmächte könnten be­reits an die Errichtung des neuen Eu­ropa denken, das von der Last und der Kor­ruption der gestürzten Hegemonien befreit sei.

DieTribuna" schreibt:Das Bedeutsamste an dem Meinungsaustausch in Rom ist, daß Italien und Deutschland, während gleichzeitig ihre Streit­kräfte England tödliche Schläge erteilen, auch am Ausbau des neuen Europa auf der Grundlage ge­meinsamer Grundsätze arbeiten. Diese tragen einer­seits den Bedürfnissen der verschiedenen völkischen Gemeinschaften, anderseits der Notwendigkeit der wirtschaftlichen Erstarkung unseres Erdtecks Rech­nung. Das perfide englische politische Spiel ist aus Europa ausgeschaltet. Trotz der Schwierigkeit der Lösung der zu besprechenden Probleme beweisen Deutschland und Italien täglich, daß sie über die Fähigkeiten verfügen, das neue politische und wirt­schaftliche Europa zu schaffen und die Notwendig­keiten der kommenden Tage zu erkennen. Diese Fra­gen beschäftigen Hitler und Mussolini nicht minder als die Kriegsfragen."

Graziam bertchtel.

Die Operationen

zur Einnahme von Sidi Barani.

Rom, 19. Sept. (DNB.) Marschall Graz i an i bat an den Duce eineh Bericht über die Einnahme von Sidi Barani erstattet. Er betont, daß er den ursprünglichen Operationsplan, wonach die rechte italienische Flanke habe oorstoßen sollen, infolge Zusammenziehung stärkerer motorisierter Einheiten des Feindes geändert habe, indem er alle Krafts auf der linken Flanke zusammengezogen> und blitz­artig auf Sidi Barani längs der Kustenstraß. habe vorstoßen lassen. So seien die starken kindlichen Panzerabteilungen von ihren Stutzpunkten abge­schnitten und zum Ruckweg über unwegsame Pfade gezwungen worden. Die Aufmarschbewegung^in die Ausgangsstellungen fei bei der .^"ppe Malett wegen des Wüstengelandes und wiederholten Lust, bombardements auf Schwierigkeiten 8 e stoß em Der Vormarsch auf Sollum und Halfaya sowie der mpitere Vorstoß nach Osten hätten den Feind über- E Am Wnd d°- 13.9. Hätten 14 libysche D,- Di Ionen die 25 Kilometer hinter Sollum gelegenen Orte Todan und Khadim erreicht. Die englische

Krieg an -er Giraße.

Von Oberstleutnant Matthaei.

3n einem Sonderheft der vorn Oberkom­mando der Wehrmacht herausgegebenen be­bilderten ZeitschriftDie Wehrmacht" schildert der bekannte TNilitärschriftsteller Oberstleutnant 2N a t t h a e i, der auch schon im Gießene Anzeiger in einer Reihe von viel beachteten Aufsätzen zu Wort gekommen ist, überaus fesselnd und eindrucksvoll einen Teilabschnitt der großen Schlacht in Frank­reich, den Vorstoh einer Division aus dem Brückenkopf von Amiens und die sich anschließenden Kämpfe, die zum Durchbruch durch die Weygand-Linie sowie Uebergang über die Oise und zur Räumung der Schuhstellung von Paris führten.

Während im Artois und in Flandern Ende Mai das Schicksal der dort eingekesselten französischen und englischen Heeresteile sich zu entscheiden be­gann, hatte eine starke Kampfgruppe des deut chen Westhesres den doppelten Auftrag, die von Abbe­ville nach Ost-Südost laufende deutsche Südfront zu halten und sich gleichzeitig auf den bevorstehenden neuen Gewaltstoß in südlicher Richtung vorzuberei- ten. Zu ihr gehörte unter den zahllosen Truppen­teilen eine Division, die bei Amiens im Kernpunkt der deutschen Abwehrfront ihre doppelte Aufgabe vorausschauend und richtig austassend^ den Brücken­kopf bei Amiens für die kommende Kampfhandlung nach Süden erweitert hatte; sie sah sich seit dem 27 Mai von einem erbitterten Angriff des Gegners angefallen. Trotzdem die Franzosen mit überaus starken Kräften angriffen und an einer Stelle über fünfunbreifeig -Panzerwagen gegen ein einziges deutsches Infanterieregiment angesetzt hatten, wurde der Stofe zurückgeworfen und unter Einsatz der ge­samten eigenen Artillerie, der Flak und der Pan- zerjäger mit erheblichen Verlusten für den Gegner abgeschlagen. Immerhin hatten diese Kämpfe em Vorspiel dessen gegeben, was nun folgen sollte: Es wurde klar, daß die Franzosen, in der Erkennt­nis daß es ums Letzte ging, nun alle äußerste Kraft zusammennahmen, um den erwarteten deutschen Stoß mit härtestem Widerstand aufzuhalten.

Dementsprechend waren drüben die Vorbereitun­gen, deren Bedeutung und kämpferischen Wert die deutsche Truppe alleroings im Verlause des Kamp­fes selbst erst erkennen konnte. Handelte es sich doch bei der französischen Verteidigung um die kilo­meterweit in die Tiefe gegliederte Weygand-Lmie, die der deutschen Südfront gegenüberliegend, die französischeSiegsried-Stellung" bedeutete und von deren erfolgreicher Verteidigung schließlich das Schicksal des Krieges und des Landes abhing. Der französische Oberbefehlshaber General Weygand hatte in Auswertung der erst im Mai gemachten Kriegserfahrungen aus Belgien die bevorstehenden Kampfhandlungen bewußt in die Dörfer und Ort­schaften und damit an die Straßen selbst gelegt: Durch nachdrückliche Befestigung der Fermen und Dorfftätten, der Gehöfte und Waldstücke hatte er so ein Verteidigungssystem geschaffen, dessen Durch­brechung an die deutschen Angriffstruppen aller-1

letzte Anforderungen stellen müßte. Im Lause des Kampfes sollte sich sehr bald zeigen, welch große Meister die Franzosen gerade in der Kunst der Ver­teidigung und Befestigung sind, und daß den deut­schen Truppen an Schärfe des Einsatzes und an hartem Willen nichts erspart blieb, wenn sie trotz der geschickten und umfassenden Verteidigungsan­lagen'des Gegners auch hier wieder Sieger bleiben sollten.

In den Morgenstunden des 5. Juni brach der neue deutsche Angriff los. Unter Einschiebung von Pan­zerdivisionen, deren Durchbruchsaufgabe klar war, hatten die Infanteriedivisionen die Hauptlast des

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Kampfes zu tragen, der sofort nach dem Antreten sehr erbitterte und blutige Formen annahm. Nach kürzester, aber stärkster Artillerievorbereitung stieß die Division aus dem Brückenkopf von Amiens vor und sah sich sehr schnell der neuen französischen Ver­teidigung und einer Kampfesweise gegenüber, die mit besonderen Mitteln gebrochen werden mußte. Ging doch die Anweisung des Generals Weygand dahin, die den Widerstand im offenen Gelände meist chnell überwindenden deutschen Panzerregimenter lurchzulassen und dann in den unberührt gebliebe­nen, aber von den Franzosen auf das geschickteste befestigten und auf das heftigste verteidigten Dör­fern, Höfen und Wäldern aus den Durchbruch der gesamten deutschen Angriffsgruppe schließlich zu brechen. Bereits unmittelbar vor der Sturmaus­gangsstellung traf die Division daher auf erbitter­ten Widerstand in den Dörfern Dury und St. Suscien dicht südlich Amiens. Der Gegner wehrte sich hier dem ersten Ansturm gegenüber auf das tärkste, und ein Gehöft am Südausgang von Dury, welches wie alle Dörfer in der Weygand-Linie durch schwere Barrikaden, zahlreiche Tretminen und eine Unzahl von flankierenden Maschinengewehren, durch Nahkampfgeschütze und eine tapfere Besatzung be­sonders widerstandsfähig ausgebaut worden war, hatte diesen Stützpunkt so stark gemacht, daß es erst des Einsatzes von besonderen Jnfanteriesturm- truppen und von Flammenwerfern bedurfte, um den Widerstand zu brechen. Stunden vergingen darüber, und während zwischen diesen und ande­ren Dörfern der Weygand-Linie andere Einheiten der Angriffstruppe sich'zwar vorarbeiteten, aber in dem flankierenden Feuer der Dörfer immer wieder liegenblieben, zischten immer noch aus den Schieß­scharten der dicken Hofmauern jener Ferme die feind­lichen MG.-Garben in den deutschen Angriff hin­ein. Erst nach langem und heißem Kampfe gelang es, den hier besonders erbittert sich schlagenden Gegner durch völlige Vernichtung zu beseitigen. Da­mit hatte die Division ein Stück aus dem Haupt­kampffeld der Franzosen herausgebrochen und an dieser Stelle eine Bresche geschlagen.

Befehlsgemäß nach Südosten abschwenkend, stand die Division am folgenden Tage vor der gleichen Aufgabe. Das Landstädtchen Boves mit den anlie­genden Waldstücken bot erneuten heftigen Wider­stand, und um die in der Nähe liegende Cambos- Ferme entspannen sich erbitterte Kämpfe, deren Heftigkeit durch die mit großem Geschick ausgebau­ten französischen Stützpunkte noch vermehrt wurde. Hier wie fast überall hatten die Franzosen eine oder mehrere leichte Batterien dicht hinter ober vor dem Dorfe offen, aber gut getarnt aufgestellt, sie mit reichlicher Munition versehen und die franzö­sische Artillerie, an sich schon immer gut und durch ihre Wendigkeit vom Weltkriege her bekannt, leistete sehr Erhebliches an Widerstand, so daß es aber­mals des gesamten Willens und der entschlossenen Tatkraft der deutschen Regimenter bedurfte, um auch dieses Bollwerk schließlich zusammenzuschlaaen und zu nehmen. Unter nicht unerheblichen Verlusten war es schließlich gelungen. Wo aber der deutsche Zugriff den Erfolg nach heftigem Kampfe gebracht