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Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 1% bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Sellerie 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. llS'GeluelnWsl M Statt önrfli Sreaöe

Irn Monat August bieten wir siebentägigen Ferienaufenthalt

jeweils von Samstag zu Samstag im Kreis Schotten. Teilnehmerpreis 22 RM. (ohne Fahrt).

Nächster Aufenthalt in der Zeit vom 24. bis 31. August 1940. Anmeldungen sofort erbeten in unserer Verkaufsstelle, Seltersweg 60. 3727D

Theater-Sommerring.

Die Karten für die VeranstaltungTriumph des Tobias" am Samstag, dem 24. August, sind ab sofort in der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, abzu­holen. 3728D

* Auszeichnung im Feld. Dem Gefreiten Hans Georg S t e i n m a n n und dem Soldaten Karl Heinz Becker, beide aus Gießen, die an der Erstürmung des Forts La Rochette bei Lüttich und den damit verbundenen Nahkämpfen beteiligt waren, wurde das Jnfanterie-Sturmabzeichen verliehen.

Schweinemarkt in Alsfeld.

* Alsfeld, 19. Aua. Der heutiae Schweine- markt war mit 213 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere bis 24 RM., 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 28 RM., 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 35 RM. pro Stück. Nach flottem Geschäft verblieb geringer Ueberstand.

Unser neuer Vornan

Unser heiterer Sommer-RomanDie schöne Me­lusine" ist gestern zu Ende gegangen. Er hat m Stadt und Land freundliche Aufnahme gefunden. Das gleiche hoffen wir auch von dem neuen Roman, mit dessen Abdruck wir heute beginnen. Helene Kali sch zeigt in dem Roman

Klaus fängt ein neues Leben an, daß es nie zu spät ist, unter ein leeres und ver­fehltes Leben einen Strich zu machen und zu ver- suchen, in gläubigem Vertrauen auf die Kraft der Liebe und die befreiende Tat im Dienst des Ganzen sich wieder in die Ordnung einzureihen, die man verletzt hatte. Helene Kalisch hat es verstanden, den schweren Weg eines Mannes aus innerer Not und Bedrängnis ungemein fesselnd und ohne falsche Sentimentalität zu schildern. Wir sind deshalb ge­wiß, daß dieser spannende und handlungsreiche Roman bei allen unseren Lesern der größten An­teilnahme begegnen wird.

Gießener Dochenmarktpreife.

* G ie fee n, 20. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kar­toffeln, kg 6,1, 5 kg 61, Wirsing, kg 6, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 18, (gelb) 18 bis 21, Erbsen 30, Tomaten 22, Zwiebeln 14, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 7, Pilze 50, Frühäpfel 25 bis 30, Falläpfel 7 bis 10, Birnen 20 bis 40, Pflaumen 25, Zwetschen 25, Mirabellen 32 bis 35, Renekloden 21 bis 25, Blumenkohl, das Stück 10 Rpf. bis 1 RM., Salat 5 bis 10 Rpf.,

0er Handbattsonntag im Bezirk Gießen

Die anderweitige Inanspruchnahme der aktiven Spieler (Weidig-Bergfest) machte es auch diesmal notwendig, eine Anzahl Spiele abzusagen. Im Hin­blick darauf blieb der Vezirksspieltag das Haupt­ereignis des Sonntag. Die beiden Gegner im End­spiel um die Lahnpokal-Entscheidung, Tv Hochel­heim und Tv. Garbenheim, nutzten die Gelegenheit, um sich in Freundschaftsspielen entsprechend vorzu­bereiten. Die einzelnen Spiele hatten folgende Er­gebnisse aufzuweisen:

Tv. Hörnsheim Tv. Holzheim 13:5 (6:5).

Holzheim hat sich anscheinend wieder gefunden. Eine Halbzeit lang war es jedenfalls möglich, den ungestümen Angriffen der Platzbesitzer, die in stärk­ster Aufstellung antraten, standzuhalten. Dann war es allerdings vorbei. Hörnsheim kam mehr und mehr auf und hatte vor allen Dingen auch mehr Glück mit seinen Angriffen.

Nochmals: Oberhessisches Kriegsbergfest.

Heimische Erfolge.

(Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.)

Tv. Hörnsheim Tv. Hochelheim 10:7.

Die Hochelheirner konnten diesmal nicht restlos gefallen. Sie wiesen Mängel auf, die unbedingt ausgemerzt werden müssen, wenn man sich Hoff­nungen auf ein gutes Abschneiden bei dem kom­menden Entscheidungsspiel um den Lahnpokal macht. Hörnsheim dagegen spielte wie in alten Tagen. Es hatte durch Urlauber verstärkt seine alte Meistermannschaft zur Stelle und zeigte stellenweise hervorragende Leistungen.

Tv. Garbenheim I Tv. Dutenhofen I 23:9 (8:6). Tv. Garbenheim II Tv. Dutenhofen II 17:8 (10:1).

Beide Mannschaften des Tv. Garbenheim konn­ten ihre Spiele hoch gewinnen. Trotzdem blieben auch hier Mängel offen. Hätte sich Dutenhofen von Anfang an gleich gut gefunden, wäre nicht soviel ver­schossen worden, hätten die Schlußergebnisse wahr­scheinlich anders gelautet.

Lachsalven und in nicht minder kräftigen Beifalls-' stürmen fand. Gustav Jürgens als singender Spielmann verstand es gleichfalls, durch launigen Gesang seinen Zuhörern einen schönen Genuß zu bereiten, der mit herzlichem Beifall bedankt wurde. Blacky Hübner und Thomas T h o m a s s e n vom Reichssender Berlin und Deutschlandsender erwiesen sich in Konzertstücken an zwei Flügeln als Künstler von ausgezeichneter Musikalität, die auch dem Tanz­paar Lisa K r e t s ch m a r und Günter Heß von der Staatsoper Berlin sorgsame, feinsinnige Be­gleiter bei deren schmissigen und sehr graziösen Tän­zen waren. Starker Beifall war selbstverständlich.

Im Mittelpunkt der Vortragsfolge erschien, als Gipfel aller Darbietungen, die Staatsschauspiele­rin Olga Tschechowa auf der Bühne, die mit gewaltigem Beifall empfangen wurde. Sie erfreute, während Blacky Hübner am Flügel zur Beglei­tung leise musizierte, ihre gespannt lauschenden Zu­hörer in feingestalteter Deklamation mit einigen knappen, in Versmaß gehaltenen Erzählungen aus dem Leben der Bühne, insbesondere der als Büh­nenstar geltenden Frau. Die feinmodulierende Sprache der Künstlerin und die schlichte, aber doch so ausdrucksreiche Unterstreichung der Worte durch die Geste verfehlten ihren starken Eindruck auf die Besucher nicht. Immer wieder umrauschte gewalti­ger Beifall die Künstlerin, die sich denn auch zu einer Zugabe entschließen mußte, um damit die schier unermüdliche Beifallsfreudigkeit ihrer Freun­dinnen und Freunde zu belohnen.

Nach diesem Höhepunkt erfreute Carter durch seine geradezu virtuosen, verblüffenden Täuschungs­künste, durch die er immer wieder die staunende Be­wunderung für seine Kunst der Geschwindigkeit her­vorrief. Die Operettensoubrette Charlotte Sch ü tz e vom Deutschen Theater in Wiesbaden, die wir schon wiederholt in Gießen durch ihre Darbietungen ge­waltige Beifallsstürme entfachen sahen, errang gestern zu ihren bisherigen Erfolgen neue künst­lerische Lorbeeren, die ihr mit starkem Beifall zu­teil wurden. Als helleres Paar auf Rollschuhen produzierten sich die zwei Lindgreens mit meisterhaften künstlerischen Können, das stärkste bei­fällige Anerkennung fand. Daneben sorgten Georg Kronlein und die übrigen Künstler erneut da­für, daß die zwei Stunden durch vielseitige heitere Kunst für alle Besucher eine reichfließende Quelle der Freude und Erholung vom Alltagswerk wurden.

Die Veranstaltung war wiederum für KdF. als Veranstalter und für die Künsller ein glänzender Er­folg auf der ganzen Linie. Blumschein.

Ludwiq Gcbmitz besucht Gießen.

Die NSG.Kraft durch Freude" kündigt heute ein Gastspiel von Ludwig Schmitz in Gießen an. Zu diesem Besuch des vom Film her bekannten Künstlers wird uns von KdF. folgendes geschrieben:

Wir kennen alle den lustigen Schmitz. In jeder Woche tritt er uns in einer neuen Version in den kurzen Filmchen mit Jupp Hussels entgegen.

Er zeigt uns den üblen Zeitgenossen, der immer noch nicht kapiert hat, worauf es ankommt, er zeigt uns den Hamsterer, der überall noch ein Hinter­türchen zu finden hofft, den Herrn Hase, der von gar nichts eine Ahnung hat, den Meckerer, der über alles und jedes eine gehässige Kritik zur Hand hat, der aber klopft man ihm mal auf die Finger entrüstet dasteht:Ich? Ich habe doch gar nichts gesagt!"

Mit einem vielsagenden Augenaufschlag treten sie uns gegenüber und flüstern wichtigtuerisch:Haben Sie schon gehört?" Und am Stammtisch, wenn sie glauben, nur unter Gleichgesinnten zu sein, dann rücken sie heraus:Soll ich mal 'nen neuen Witz erzählen?"Alles ohne" Planlos kaufen sie alles auf, was ihnen irgendwie erreichbar ist. Dinge meist, die sie gar nicht gebrauchen können. Aber dafür steht ihnen auch das schlechte Gewissen geradezu auf dem Gesicht geschrieben.

Die da obe die sind an allem schuld die wolle ja net emal, bat mer Daxie fährt" so fanaen sie an

Mit seligem Augenaufschlag stöhnen sie bei jeder Gelegenheit:Butter!"E Tafe Kaffee!"E Wildschweinskeule!" und tun so, als ob es ihnen schlecht geht und sie schon irgend etwas entbehrt haben. Und wenn man ihnen mal auf die Finger klopft, dann stehen sie entrüstet da:Das soll ich gesagt haben?" Tritt man aber mal an sie heran, verlangt man mal etwas von ihnen, dann ziehen sie ein GesichtIch soll Kohlen verladen helfen?"

Diesen Typ Zeitgenossen der allgemeinen Lächer­lichkeit und Verachtung preiszugeben, das hat sich Ludwig Schmitz zur Aufgabe gemacht. Und wir wollen das gleichfalls tun!____________________________

In unserem gestrigen Bericht über das oberhes­sische Kriegsbergfest auf dem Schrenzer bei Butz­bach haben wir von den Eraebnissen die fünf ersten Sieger jeder Wettkampfklasse veröffentlicht. Heute bringen mir noch einen Auszug aus der umfang­reichen Siegerliste:

Die volkstümlichen Dreikampfe.

Männer: 9. Sieg W. Munzert, VfL. Lollar, 64; 10. E. Hochstein, Spa. Großen-Buseck, 63; 12. H. Schreiner, Tv. Ruttershausen, 61; 17. W. Weber, Spg. Steinbach, 55; 20. Hans Deuker, Spg. Stein­bach, 52; 22. Willi Schwarz, Gef. Motor 3/116 Gie­ßen, W. Moos, VfL. Lollar, 49; 23. H. Müller, Tv. Lang-Göns, 48; 26. Chr. Wifsig, Tv. Lich, 44; 28. W. Zöllner, Tv. Lang-Göns, 42; 29. W. Ott, Tv. Ruttershausen, 41; 30. A. Ziegler, VfL. Lollar, F. Jäger, Tv. Lich, 40; 33. R. Weppler, Tv. Lich, E. Neidei, Tv. Heuchelheim, 37; 36. 5). Ludwig, Tv. Heuchelheim, I. Fay, Tgm. Grüningen, 34; 37. A. Sommerkorn, Tv. Lang-Göns, 33; 39. A. Müller, Tv. Lang-Göns, A. Bender, Tv. Lang- Göns, 31; 40. K. Wenzel, Tv. Lang-Göns, 30 Punkte.

Altersklasse I (30 bis 39 Jahre): 9. E. Jung, VfL. Lollar, 61; 13. O. Leidig, Tgm. Grü­ningen, 55; 15. Ph. Keller, Tv. Heuchelheim, Adolf

Müll, Postsportgem. Gießen, 52; 17. O. Küster, Tv. Lang-Göns, 48; 23. Chr. Schäfer, Tv. Grü­ningen, 41 Punkte.

Altersklasse II (40 bis 49 Jahre): 6. Willi Keßler, Tv. Lang-Göns, 60; 11. Gustav Baldauf, Tv. 1846 Gießen, 48; 12. Walter Jürgens, Tv. 1846 Gießen, 47; 14. L. Hasselback, Tuspo Rodheim an der Bieber, 45; 15. R. Keller, Tuspo Rodheim an der Bieber, 44 Punkte.

Altersklasse III (50 Jahre und älter): 10. W. Schmidt, Postsportgem. Gießen, 53; 13. Ph. Götz, Postsportgem. Gießen, 47; L. Petri, Tv. 1846 Gießen, 46; 18. A. Schmidt, Tv. Lang-Göns, 32 P.

HI. - Klasse A: 7. Hans Gante, 1900 Gießen, 71; 8. W. Georg, Tv. Lich, 70; 15. W. Ott, Tv. Ruttershausen, 61; 16. E. Schreiner, To. Wieseck, 60; 19. A. Eichler, Tv. Lich, 55; 21. H. Hinter- lang, Tv. Klein-Linden, K. Metzger, Tv. Münzen­berg, 54; 23. A. Rinn, Tv. Heuchelheim, 51; 25. W. Pracht, Tuspo Rodheim, 49; 28. F. Rühl, Tv. Klein-Linden, 45; 29. K. Christ, Tv. Wieseck, 44; 30. O. Rinn, Tv. Heuchelheim, Ernst Sauer, Tv. Ruttershausen, 43; 31. H. Velten, Tv. Lang-Göns, 42; 32. A. Henning, Tv. Heuchelheim, 41; 33. Hch. Stein, Tv. Klein-Linden, K. Philipp, Tv. Lang-

Göns, Erich Jsheim, Mtv. Gießen, 40; 35. Karl Heß, Tuspo Rodheim, 38; 41. W. Wall, Tuspo Rodheim, 31 Punkte. ,

HI.-Klasse B: 6. Werner Happel, Mtv. Gie­ßen, 73; 7. Rudi Heiner, Mtv. Gießen, 72; 13. Werner Pfann, Mtv. Gießen, 64; 15. E. Munk, Tv. Ruttershausen, E. Reinstädter, To. Heuchelheim, 62; 17. H. Schön, Tv. Lich, 60; 20 E. Parr, Post­sportgem. Gießen, E. Haas, Spg. Steinbach, 57; 21 H Wolf, Tv. Pohl-Göns. 55; 23. O. Schwarz, Tv. Lich, 53; 24. K. Brück, Spg. Steinbach, 52; 25. Fritz Bree, Postsportgem. Gießen, 51; 26. H. Reuschling, Tv. Heuchelheim, 50; 27. R. Keßler, To. Großen-Linden, Kurt Schwarz, To. Rutters­hausen, 49; 28. Arno Frank, Postsportgem. Gießen, 48; 29. W. Nordmann, Postsportgem. Gießen, 47; 30 W Müller, Tv. Lang-Göns, E. Müller, Tv. Großen-Linden, 46; 31. K. H. Barth, Tv. Heuchel­heim, R. Rühl, To. Lang-Göns, K. H. Schäfer, Postsportgem. Gießen, H. W^'.ß, To. Großen-Lm» den 45- 32. E. Eckhard, To. Großen-Linden, E. Schneider, Spg. Steinbach, K. H. Beiling, Fähnlein 31/116, H. Bolz, To. Pohl-Göns, 44; 33. A. Bingel, Tv. Klein-Linden, 43; 34. O. Volkert, To. Klein- Linden, H. Uhl, To. Lich, 42; 36. G. Herzberger, Tv. Heuchelheim, H. Wiesenbach, To. Münzenberg, 40; 37. A. Menges, Tv. Heuchelheim, H. Stein, Tv. Klein-Linden, K. Bonarius, Postsportgem. Gie­ßen, 39; 38. H. Heßler, MHI. 2/116, 38; 39. W. Schäfer, Postsportgem. Gießen, 37; 40. A. Schmitte, HI. Münzenbera, W. Bohl, Tv. Pohl-Göns. O. Stoll, To. Lang-Göns, F. Germer, To. Klein-Lm- den, W. Schwan, Tv. Lang-Göns, 36; 41. R. Brückel, Tv. Lang-Göns, 35; 44. E. Müller, Tv. Lang-Göns, W. Loth, Postsportgem. Gießen, 32; 45. W. Walter, Tv. Großen-Linden, 31; 46. Fritz Fey, To. Lich, 30 Punkte

Frauen: 7. Elfriede Schmidt, DfB.-R., Gießen, 58; 8. Gertrud Muhl, VfB.-R., Gießen, 57; 19. Anna Sack, Tv. Heuchelheim, 37; 25 Emmi Ar­nold, DfB.-R., Gießen, 32; 26. Gretel Kreiling, Tv. Heuchelheim, 30 P.

BD M.-Klasse A: 6. Emmi Kröck, Tv. Heu­chelheim, 49; 8. Tilli Wagner, BDM. 11/254 Nidda, 43; 9. Gertrud Härder, Tv. Klein-Linden, 41; 11. Marta Hofmann, Tv. Heuchelheim, 39; 15. Erna Hahn, Tv. Heuchelheim, 30 P.

BDM.-Klasse B: 7. Ilse Roth, VfB.-R. Gie­ßen, 61; 10. Margot Eimer, BDM. 11/254 Nidda, 57; 10. Gertrud Klein, Tv. Klein-Linden, Ottilie Stoll, Tv. Lang-Göns, Tilli Nem, Tv. Kirch-Göns, 56; 12. Herta Hantel, Tv. Kirch-Gons, 55; 14 Mar­got Lenz, Tv. Klein-Linden, 53; 15. Irene Müller, Tv. Lang-Göns, Erna Lang, Tv. Lang-Göns, 52; 17. Irene Görlach. Tv. Lang-Göns. 50; 18. Anna Wirth, Tv. Kirch-Göns, Elisabeth Lenz, Tv. Klein- Linden, 49; 20. Emmi Diehl, Tv. Kirch-Göns, 47; 22. Erna Wetzstein. BDM. 11/254 Nidda, 45; 23. Luitgard Blei, VfB.-R. Gießen, Maria Klein. To. Klein-Linden, 44; 25. Margot Kaiser, Tv. Lang- Göns 38; 31. Hildegard Genter, To. Lang-Göns, Göns, 42; 26. Erna Meier, BDM. 11/254 Nidda. 41; 29. Hildegard Müller, Tv. Kirchgöns, 38; 31. Hilde­gard Genter, Tv. Lang-Gösts, Hilde Harling, VfB -R. Gießen, 36; 35. Marta Römer, Tv. Lang-Göns. 32 P.

Staffeln:

4X100- Meter, Männer (Weidiq-Wander- preis): 1. Tschst. Lauterbach, 49,8; 2. Wehrmacht; 3. Tv. Wetzlar.

10X100 Meter, Jugend (Moritz-Kubl- Wanderkreis): 1. Tv. Heuchelheim, 2:16.2 Min.; Tufpo. Butzbach und TuSpg. Wölfersheim disquoli. ftziert.

4X100-Meter, Frauen (Albert-Wamser» Wanderpreis): 1. Betr. Spg. Hartmann und Braun, Frankfurt a. M., 57,6 Sek.; 2. Tgm. Bad Homburg; 3. Iahngem. Oberursel.

Sonberfämpfe.

Hochsprun g für Männer: 1. Ernst Decher, Tuspo Schlitz, 1,72; 2. Willi Schwvrz, Vl^ -R. Gießen, 1,72; 3. W. Topp, To. Wetzlar, 1.68 M"t-r.

Hochsprung für Frauen: 1. Hilde Walf, Betriebsspg. Hartmann und Braun Frankfurt a. M, 1,42; 2. Hedi Langlouis, Tuspo. Butzbach, 1,42 Meter.

Kurze (Sporfnofüen.

Zum 11. Male Deutscher Ringermei­ster wurde Europameister Fritz Schäfer (Ludwigs­hafen) am Sonntag in Hannover im Titelkampf der Weltergewichtsklasse. Gocke (Dortmund) und Fink (Göppingen) belegten die Plätze.

Deutscher Mei st er im Wurftaubenschießen wurde in Berlin ^-Ustuf. Beisenherz (Berlin) mit 186 Treffern vor Dr. Schöbel (Leipzig) und ff- Stubaf. Finke (Berlin) mit je 181 Treffern.

Roman von Helene Kalisch

Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München

Erstes Kapitel.

Trübes Nooemberwetter voll Dunstgewölk und Sprühregen nimmt früher als sonst der Nachmit- tagsstunde das Tageslicht.

Die Patienten legen die Zeitschriften beiseite, die ihnen über die Langeweile und Nervosität des War­tenmüssens, über das quälendlangsame Heranschlei­chen einer Peinlichkeit hinweghelfen sollen denn es ist das Wartezimmer eines Zahnarztes, in dem bei zunehmender Dämmerung die Harrenden wie Schattengestalten hocken. Niemand erhebt sich, um das Licht einzuschalten. Es ist, als lähme alle ein trüber, niederdrückender Zwang.

Endlich öffnet sich wieder die Tür zum Behand­lungszimmer, breit flutet das Licht herein.Ader meine Herrschaften, Sie sitzen hier ja noch im Dunkeln!" sagt der junge Zahnarzt Dr. med. Hans Bergholz erstaunt und greift nach dem Schaltknopf neben der Tür. Sechs Augenpaare blinzeln in das Licht, das die Milchglasschale der Ampel ausstrahlt.

Der schlanke blonde Mann im weißen Kittel hat sich mit raschem Umblicken der Zahl der Wartenden vergewissert. Nach fünf Uhr, wenn in vielen Ar­beitsstätten die Tagesarbeit beendet ist, erhält das Wartezimmer noch-erheblichen Zuzug, und das be­deutet für ihn noch eine Reihe von Arbeitsstunden. Seit morgens um acht ist er tätig, mit einstündiger Unterbrechung. Er seufzt leickt, als er die Dame, die an der Reihe ist, ins Behandlungszimmer ein­läßt. Doch mit der zur Gewohnheit gewordenen verbindlichen und zugleich würdevollen Geste fordert er sie auf, im Operationsstuhl Platz zu nehmen.

Und wieder surrt und knirscht der feine Stahl­bohrer, die Instrumente klappern, und eine schwie­rige Behandlung erfordert die Anspannung der Nervenkraft. Zwar ist der Fall einer der alltäglich­sten, aber die Arbeit wird erschwert durch das Ver­halten der Patientin, durch ihre Unruhe und Weh­leidigkeit.

Jetzt seufzt Hans Bergholz vernehmlicher, und Tröpfchen bilden sich an seinen Schläfen, er gibt sich noch immer liebenswürdig, be­end und sanft, obgleich er innerlich durch alle Register seines Wortschatzes flucht. Er arbeitet wei­ter mit leichter behutsamer Hand, und neben seiner stummen Wut fühlt er doch noch ein wenig Stolz auf seine Geschicklichkeit und seine innere Haltung. Es sind die Eigenschaften, die chm Beliebtheit und starken Zuspruch verschaffen. Er hat sie zu pflegen, um sich seinen Platz unter den Fachkollegen zu

sichern.

Bei einem leisen Klopfen an der nach der Diele führenden Tür blickt er nach der Uhr und atmet aus. Es ist die Zeit der kurzen Kaffeepause. Ader so schnell kann er die schwierige Patientin nicht ent­lassen. Endlich aber ist's so weit; er wäscht sich die Hände und geht durch die Verbindungstür zur Wohnung hinüber.

Bereits ungeduldig wartet am zierlich gedeckten Tisch Frau Erna Bergholz. Mildes Licht einer großen Stehlampe erhellt das Zimmer, und aus dem Lautsprecher ertönt Musik. Das alles macht den Eindruck, als ob hier angenehme, erfreuliche Dinge auf einen abgehetzten Menschen warten; aber der Gesichtsausdruck der hübschen jungen Frau macht das fragwürdig.

Die Tür wird aufgerissen. Mit wehenden Rock­schößen fegt Hans Bergholz herein und reifet nichts ahnend einem irgendwie geflauten Verdruß seiner Frau ein Ventil auf. Sie wirst die Zeitschrift, in der sie geblättert hat, mit einer zornigen Be­wegung beiseite.Mußt du immer so hereingestürzt kommen, daß man erschrickt und denkt, es sei ein Unglück geschehen?" fährt sie entrüstet auf. Dann nimmt sie die dicke bunte Wärmeschutzhaube von der Kaffeekanne und füllt ihm die Tasse.

Er läßt sich in einen Sessel sollen, trinkt durstig ein paar Schlucke von dem heißen Getränk. Den eben gehörten Vorwurf hat er bereits viele Male vernommen und sich ebensooft entschuldigt; längst ist ihm das über geworden. Aber daß es seiner Frau nie über wird, ihn zu erheben, ist doch zum Ver­wundern ... oder eigentlich auch nicht. Er kennt sie ja und kennt den engen Kreis, in dem sich bei ihr Denken und Reden bewegt und... Ja, ist man denn selbst anders? ... Begeht man nicht auch im­mer wieder die gleichen Fehler?..«

Er kaut an einem Butterbrötchen, blinzelt hinter den Brillengläsern und sagt dann mit gutmütigem Lachen:Unabänderlich, Erni! Eine auf hohe Tou­ren gebrachte Maschine kann man nicht im Augen­blick 3um Stillstand bringen."

Sie verzieht höhnisch den Mund.Du verstehst es ausgezeichnet, deine schlechten Gewohnheiten zu beschönigen", sagt sie spitz, wendet sich zu dem Rundfunkgerät und stellt den Empfang ab. Bergholz sieht es st im runzelnd. Die heitere, schmachtende Weise, die eben erklang, tat ihm im Augenblick gut, wirkte angenehm entspannend.Weshalb läßt du nicht weiterspielen? Ich habe rein gar nichts von dem Apparat", sagt er verdrießlich.

So?... Aber daß ich auch mal etwas mit dir zu reden haben könnte, fällt dir niemals ein?" fragt sie gereizt, und eine neue Unmutswelle rötet ihr frisches Gesicht lebhafter.

Bergholz' Miene drückt Abwehr aus. Gleich beim Hereinkommen hat er die schlechte Laune seiner Gattin bemerkt. Die Ursache dazu ist wahrscheinlich ein kleiner häuslicher Aerger oder irgendeine an­dere Geringfügigkeit. Manchmal glaubt er, Erna suche geradezu Aufregungen um Nichtigkeiten. Ih­rem Leben fehlen ernstliche Sorgen und Nöte. In­stinktiv schafft sie sich die innere Bewegung, die ihre Natur braucht. Aber muß sie ihm, der abge­arbeitet und ruhebedürftig ist, durchaus jetzt damit kommen? Merkt sie nie, daß er in dieser Hinsicht nicht immer aufnahmefähig ist? Denkt sie nie daran, seine so völlig andere Art zu schonen?

,Nein!' beantwortet er sich die im stillen gestellten Fragen und nimmt eine zweite Tasse Kaffee.Was ist denn nun wieder los?" fragt er dann nicht sehr freundlich.Aber bitte, fasse dich kurz, denn ich darf mir keine lange Pause gönnen." Sein ganzes Wesen rft gereizte Abwehr. Das aber lenkt den Un­mut der jungen Frau um und direkt auf ihn. Eine Sturzflut von Vorwürfen prasselt auf ihn hernieder. Er antwortet auch heftig, worüber die von Natur unbeherrschte Frau ganz außer sich gerät. Ihre Stimme schrillt und überschlägt sich, und sie ver­fällt in die ihm so sehr verhaßte Tonart schlecht­erzogener und verwöhnter Menschen. Sein Gesicht wird zur starren, höhnischen Maske. Seine Entgeg­nungen klingen falt, von verletzender Überlegen­heit. Zimmerweit fft der eheliche Streit zu hören...

Das Mädchen Lina streckt den Kopf durch die Küchentür, zieht ihn aber rasch zurück, denn der Herr Doktor knallt eben drüben die Tür zum Wohn­zimmer zu und durcheilt mit langen Schritten den Korridor; die Schöße seines weißen Kittels flattern rechts und links neben ihm.

In seinem Sprechzimmer steht Bergholz still, steckt die Hände in die Kitteltaschen. Sein Gesicht ist blaß, nur an der Stirn rötlich angelaufen. Es zuckt an den Schläfen, die in das blonde Haar hineinra­gen. Seine Augen gleiten unruhig über die weißen Wände des Raumes. Der Lehrling aus dem Labo­ratorium, der während seiner Abwesenheit die be­nutzten Instrumente fartgeräumt und durch frisch sterilisierte ersetzt hat, geht an Bergholz vorbei aus dem Zimmer.

Der sieht ihm nach und schämt sich heftig. Er hat auch das lauschende Mädchen hinter der Küchentür gesehen. Mit der noch leise zitternden Linken streicht er sich über das Haar. Warum nur solche Auf­regung, das Beben aller Nerven um ein Nichts, um einen Quart?... Zu blödsinnig!... Immer wieder, trotz seines unzählige Male gefaßten Vor­satzes, sich nicht mehr hinreißen zu lassen in die Summen, sinnlosen Zankereien, kommt es dazu. Am leichtesten dann, wenn er beruflich oder seelisch ein bißchen abgekämpft ist. Und es geschieht immer häu­figer! Das sollte ein Warnungszeichen sein.

Hans Bergholz arbeitet weiter. In verbindlicher und würdevoller Haltung empfängt und entläßt er die Patienten. An ihnen allen bewährt sich seine leichte und behutsame Hand. Er sucht sich mit allen Gedanken auf feine Tätigkeit zu beschränken, und es gelingt ihm auch so ziemlich. Doch darunter brennt ein Gefühl der Beschämung und will nicht weichen.

Eine Stunde ungefähr ist verstrichen, als er, nachdem die Flurglocke einen neuen Ankömmling verkündet hat, erregtes Sprechen von der Diele her vernimmt. Er runzelt die Brauen. Da draußen versucht wahrscheinlich wieder einer von den Unge­duldigen, Anmaßenden unter irgendeinem Vorwand den Zwang der Wartezeit zu umgehen auf Ko­sten der anderen, die geduldig ausharren. Wirklich erscheint auch der Lehrling aus dem Laboratorium, zu dessen Obliegenheiten es gehört, die Eingangstür zu öffnen, und kommt mit einem Kärtchen in der Hand auf feinen Chef zu, dessen Miene ganz Ab­lehnung ist. (Fortsetzung folgt.)