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Für die uns anläßlich unserer Goldenen Hochzeit erwiesenen Auf- merf samkeiten danken wir herzlich
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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem plötzlichen Verlust meines lieben, herzensguten Mannes und Vaters
Otto Velten
sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Wahl und die Kranzniederlegungen sprechen wir unseren tiefsten
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auf dem Hofe Wasser holen wollte, hörte plötzlich Rufe des Kindes aus dem Giebelfenster des Speichers, das 9 Meter über dem Boden lag. Im gleichen Moment stürzte auch schon das Kind in die Tiefe. Geistesgegenwärtig warf das junge Mädchen den Wassereimer fort und fing das Kind in den Armen auf. Das Kind trug nicht den g e - ring ft en Schaden davon, wie auch das Mädchen ohne Verletzungen blieb.
Jude wegen Oevisenvergehens verurteilt.
LPD. Frankfurt a. M., 17.Juli. Die Straf, kammer verurteilte den 65jährigen Juden Israel K ö n i g s f e l d wegen vollendeten und versuchten Devisenvergehens zu zwei Jahren Gefäng. nis und 10 0 0 0 RM. Geld strafe. Beschlagnahmte 6000 RM. und weitere 3000 RM. werden eingezogen. Der Angeschuldigte hatte mit einem gewissen Zeißler, der in Haft weilt und demnächst abgeurteilt wird, ein Abkommen getroffen, für dritte Personen, vornehmlich Juden, deutsche Reichs- markinsAuslandzuverbringen. Zeißler war bei dem Uebereinkommen die Hauptperson. Königsfeld sorgte dafür, daß Geldmittel herbeikamen und verdiente bei der Sache. Es gelang, 3000 RM. zu verschieben, bezüglich 6000 RM. blieb es beim Versuch.
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Braunfels, 19. Juli. (Lpd.) Gegenüber dem Zechenhaus der Grube „Gutglück" am Bahnhof Braunfels wurden von einigen Arbeitern Erdbewegungen durchgeführt. Dabei wurde der Arbeiter Ludwig Kissel aus Weilmünster von herabstürzenden Gesteinsmassen verschüttet und auf der Stelle getötet. Ebenfalls verschüttet wurde fern Arbeitskamerad Fritz Baier aus Weilmüyster, der mit chweren Verletzungen geborgen und dem Krankenhaus in Wetzlar zugeführt werden konnte.
Wunderbare Kindesrettung durch ein junges Mädchen.
LPD. Siegen, 18. Juli. Eine wunderbare Kindesrettung wird aus der Ortschaft Feuersbach gemeldet. Eine junge Fra^u weilte mit ihrem drei Jahre alten Kinde zu Besuch im Elternhaus. In Abwesenheit der Mutter war das Kind einer Katze auf den Speicher nachgelaufen. Dabei war es an ein offenes Fenster geraten. Ein 18 Jahre altes Mädchen, das
cher Weisheiten, oft von kräftigem Humor gewürzt. Stabreim und Gleichkl<mg festigen formelhafte Wendungen für Jahrhunderte. Mit Gott und dem Schicksal, mit Grund und Boden, Leben und Sterben, Krankheit und Liebe, mit dem Eheleben, mit menschlichen Eigenarten und Gebrechen, auch mit dem Allzumenschlichen sowie mit der bäuerlichen Umwelt, aus der sie ihre treffenden Bilder nehmen, beschäftigen sich die Sprüche, die nur einem Verbildeten platt und abgeschmackt erscheinen können. —
Die Arbeit von > Moritz Hansult weist urdeutsche Art in der Gestalt des hessischen Bauern auf. Möge die verdienstvolle Schrift in weite Kreist dringen und dazu beitragen, die Liebe zu Heimat und Volkstum und die Achtung vor dem Bauerntum als dem Kraftquell der Nation zu wecken und zu vertiefen! Helmut Oehler.
** Mit der Spange zum eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dem Oberstarzt Dr. Strenger, Standortarzt, Gießen, seit Kriegsausbruch Divisionsarzt einer Infanterie-Division, wurde anläßlich der großen Durchbruchsschlacht im Westen die Spange zum eisernen Kreuz verliehen.
** Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der Gefreite in einem Gebirgsjäger- Regiment Konrad P r e i ß, Wetzlarer Weg 80, der bereits den Feldzug in Polen, dann in Norwegen und zuletzt auch in den Vogesen mitgemacht hatte, wurde für seine Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet und gleichzeitig zum Oberjäger befördert. — Die gleiche Auszeichnung erhielt der Flugzeugführer und Unteroffizier bet einer Staffel im Westen, Heinz Beck, Bahnhofstraße 56. ,
** Mit dem Treudien st-Ehrenzeichen bedacht. Dem Brückenschlosser Heinrich Bischoff, im Dienst der Bahnmeisterei 1 Gießen, wohnhaft Bruchstraße 9, wurde für 40jährige treue Dienstleistung das vom Führer und Reichskanzler gestiftete Treudienst-Ehrenzeichen (1. Stufe) verliehen. ,
** Eine Zweiundachtzigjährige. Frau Marie Diehl, geb. Ruppenthal, wohnhaft Asterweg 9, kann am morgigen Sonntag ihren 82. Geburtstag feiern. , M ,
** Bestrafte Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 5. bis 11. Juli im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschließlich der Polizei- ämter Bad-Nauheim und Friedberg, wiederum gegen Verkehrssünder ein und zog sie zur Rechenschaft. Zur Anzeige gebracht wurden 5 Kraftfahrzeugführer, 7 sonstige Fahrzeuglenker, 1 Radfahrer und 1 Fußgänger. Gegen 3 Kraftfahrzeuglenker, 4 sonstige Fahrzeugführer und 1 Radfahrer wurden gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen. Mit gebührenfreien Verwarnungen kamen 3 Kraftfahrer, 2 sonstige Fahrzeuglenker, 7 Radfahrer und 7 Fußgänger davon. , ,
** D i e Feuerprobe be st and en! Nach 10 Monaten Krieg kann der Reichsluftschutzbund feststellen, daß seine Amtsträger und die von diesen ausgebildeten Selbstschutzkräfte ihre Feuerprobe bestanden und sich bie Maßnahmen des zivilen Luftschutzes bewährt haben. Ein interessanter Bericht
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in der soeben erschienenen „Sirene" zeigt, wie in Stunden der Gefahr die vom RLB. gelehrten Maßnahmen zum Ziele führten. Das neue Heft bringt außerdem eine wichtige Abhandlung über „Lichtdisziplin", sowie einen Aufsatz „Wer löst eigentlich die Luftschutz-Sirenen bei „Fliegeralarm" aus?"
Strafkammer Gießen.
In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen den G. S. aus Muschenheim verhandelt. Er ist beschuldigt, im Frühjahr 1940 sich an einer Person unter 14 Jahren fortgesetzt vergangen zu haben. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, abzüglich ein Monat und 25 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Strafmilhernd wurde die seitherige Unbescholtenheit des Angeklagten berücksichtigt.
Amtsgericht Gießen.
Der L. M. in Gießen hatte durch Strafbescheid des Finanzamts Gießen eine Geldstrafe von 9500 RM. erhalten. Er hatte Vermögens- und andere Steuern in Höhe von etwa 6500,— RM. hinterzogen. Gegen diesen Strafbescheid beantragt M. gerichtliche Entscheidung. Nachdem eine Reihe Zeugen belastend gegen ihn ausgesagt hatte, nahm der Angeklagte seinen Antrag auf gerichtliche Entscheidung zurück.
Aus der engeren Heimat.
Erfolge der heimischen Viehzucht.
Im Monat Juni konnten in bei; Abteilung B des deutschen Rinderleistungsbuches wieder 21 Kühe des Höhenfleckviehs und des Roten Höhenviehs aus den Tierzuchtamtsbezirken Gießen, Darmstadt und Biedenkopf eingetragen werden. .
Ferner wurde in das Deutsche Schwemeletstungs- buch die Zuchtsau „Heida 375" des Schweinezüchters Heinrich Schwing, Burg-Gemünden, Krets Alsfeld, eingetragen, so daß sich die Zahl der aus dem Gebiet der Landesbauernschaft Nessen-Nassau in das Deutsche Schweineleistungsbuch eingetragenen Tiere somit auf 5 erhöht.
Landkreis Gießen.
- Steinbach, 18.Juli. Der bisherige Schirrmeister einer motorisierten Panzerjäger-Abteilung Heinrich Haas, Sohn des Kriminalsekretars 1. Jt. Heinrich Haas, wurde nach der mit Erfolg bestandenen Teilnahme an einem Lehrgang zum Truppen- ingenieur ernannt und gleichzeitig bef 0 r de r t. Er war Kriegsteilnehmer 1914/18.. — Der ^eld- unterarzt Dr. Heinrich Ludwig W ä l b, Sohn des Landwirts Ludwig Walb, wurde für bewiesene Tapferkeit beim Sturm auf die Maainotlinie mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
* Reiskirchen, 19. Juli. Heute morgen ereignete sich in der Kurve am Dorfeingang von Lindenstruth her ein Verkehrsunfall. Ein Personenkraft-, wagen fuhr gegen einen Baum, wurde erheblich beschädigt und mußte abgeschleppt werden. Der Lenker des Wagens erlitt dabei erhebliche Schnittwunden am Kopf und muhte sich in ärztliche Behandlung begeben. _____________
Die Trauerfeier für 3319D
Heinrich Baum findet Montag, 22. Juli 1940, um 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.
Statt Karten 1 .
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die trostreichen Worte und überreichen Kranzspenden beim Heimgang meiner lieben, teuren Frau und unserer innigstgeliebten Mutter
Elisabeth Luise Schmidt
geb. Frey sprechen wir auf diesem Wege unseren allerherzlichsten
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Neue Reiepte eoob 10» Tomateamerfc bei Ihrem MOadler.
Sprüchen, viele Derbheiten vor, die durchaus nicht als salonfähig gelten können-, aber" mit ästhetischen Maßstäben darf man hier nicht messen. Und ^o ersteht, trotz der gewissenhaften Betonung der Schattenseiten, doch ein großartiges Bild dieses bodenverwachsenen Menschenschlages, dem die ganze Liebe des Verfassers gehört.
Ein besonderer Abschnitt handelt über die Sprache des Bauern vom ewigen Acker und zeigt jenen als Objekt der landesherrlichen Agrarpolitik. In erschütternden Bittschriften an die Landgrafen — die jedoch meist taten, was ^sie tonnten — rst hier von verheerenden Mißernten und grauenhaften Hungersnöten die Rede. In solchen Zeiten fanden die fremden Werbeoffiziere im Lande williges Gehör. Schwer war das Los des Bauern unter der drückenden Last der Abgaben und Frondienste. Es werden Bittschriften angeführt, in denen einzelne um Befreiung von den Fronarbeiten nachsuchen, weil sie sich körperliche Beschwerden bei ihrem harten Tagewerk zugezogen haben. Im großen und ganzen jedoch haben Landesherrn und Adel nn Ulrichsteiner Bezirk (auf den sich Hansult vorzüglich stützt) Maß gehalten, so daß auch die Parolen des Bauernkriegs 1525 hier kein Echo fanden.
In der Einleitung entwirft Hansult ein packendes Bild von dem oberhessischen Bauern und seinem scheu verborgenen Inneren, wobei er jeweils Vogelsberger und Wetterauer einander gegenüberstellt. Denn einen oberhessischen Bauern gibt es nicht, und sie ziehen auch selbst unter sich einen Trennungsstrich. Der Wetterauer, Bewohner einer reichen, vom Verkehr völlig erschlossenen Gegend, ist Franke geworden, der Vogelsberger, so meint Hansult, dagegen in seinem rauhen Bergland Katte geblieben. Wie dem auch sei, die Unterschiede jedenfalls sind deutlich genug. Sie zeigen sich auch in S p r a ch e und Tracht. Vor allem aber ist der Vogelsberger schwerfällig, nicht sonderlich phantasiebegabt, und trotz einer gewissen Neigung zum Uebernatürlichen fast ohne Märchen und Sagen: er ist ein Hinterwäldler, herb, schwerzungig, grüblerisch und bescheiden, aber er hat etwas Natürlich-Anständiges in seinem Auftreten, etwas Herzliches und Gemütliches. Der Wetterauer dagegen lebt mehr nach außen, ist reich an Sprüchen und Schwänken, er ist von der Nähe der großen Städte beeinflußt, ist Diplomat und pfiffiger Lebemann, gelöster und kultivierter als jener und auch manchmal sogar etwas groß-fprecherisch.
Einen unübertrefflichen Einblick in Fuhlen und Handeln dieser Bauern und in ihre ganze Welt aber geben die Sprüche, die in den großen und kleinen Dingen des Alltags das Allgemeine hervorheben. Sie sind oft von, unvergleichlicher Prägekraft- hier zeigt sich der Dauer als Sprachschöpfer in seiner Welt. Mit gesundem und gerechtem Urteil wägen sie menschliches Tun und Lassen ab und mahnen zu Vorsicht und Ueberlegung in Reden und Handeln. Dabei ist ihnen nichts Menschliches fremd, aber wie heikel und derb sie auch sein mögen, ist ihre Tendenz doch meist rein. In ihrer knappen Bildhaftigkeit und unverfälschten saftigen Dialektform bringt Hansult eine köstliche Sammlung sol
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