20./2L Zull 1940
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
HrjiO Drittes Statt
Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, alte % kg 5 Rpf., 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., neue, kg 8 bis 8% Rpf., 5 kg 80 Rpf., Wirsing, % kg 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 30, gelb, 30, Erbsen 28 bis 30, Mischgemüse 15, Tomaten 30 bis 15, Rhabarber 10, Pilze 45 bis 50, Aepfel 40,
Dörfer.
(Nachdruck verboten.)
5. Fortsetzung.
Deutschland i st ein Garten.
Wir wollen nicht den Tag vor dem Abend loben. Die Ernte ist noch nicht hereingebracht, und der Bauer weiß sehr wohl, daß es „zwischen Lipp' und Kelchesrand" noch manche unliebsame Ueberr^lckmn- gen geben kann. Aber im großen Durchschnitt sind die schlimmsten Gefahren überwunden. Es dauert nur noch Tage, dann schwanken die Erntewagen in die
Dornotizen.
Tageskalender für Samslag.
Standartenführer Lutter überreicht SA.-Wehrabzeichen.
Gestern abend konnte der Führer der Standarte 116 wiederum 12 SA.-Männern bas SA.-Wehrabzeichen überreichen. Zu diesem Zwecke waren die neuen SA.-Wehrabzeichenträger auf dem Hofe der Standarte angetreten. Nach Ueberreichung des Abzeichens prach der Führer der Standarte zu den Männern und führte aus, daß der Erwerb des Leistungsabzeichens keinesfalls gleichbedeutend fei mit dem Abschluß der Körperausbildung, im Gegenteil, jeder Träger dieses Abzeichens habe die Pflicht, auch weiterhin seinen Körper wehrfähig zu erhalten, dies in der heutigen Zeit mehr denn je. Draußen an der Front, so führte Standartenführer Lutter weiter aus, habe es sich in der Praxis gezeigt, welche Leistungen die deutsche Armee zu vollbringen imstande war weil der größte Teil von ihnen sportlich und geländedienstlich durchgebildet gewesen sei. Die Kampfesweise sei gegenüber frührer Kriege eine ganz andere, nicht mehr die Masse führe zum Siege, sondern die gute Aus- und Durchbildung jedes einzelnen Soldaten in allen Sparten des soldatischen Dienstes.
Durch die Ablegung der Leistungsprüfungen für das SA.-Wehrabzeichen habe die Standarte 116 wieder klar unter Beweis gestellt, daß sie ihre Aufgaben auch in der Kriegszeit durchzuführen verstehe.
Studentenschaft Gießen fährt zum Ernteeinsatz nach Oberschlesien.
Nach einer Mitteilung der Gaustudentenführung an den Gießener Studentenführer Stein werden die Studenten unserer Universität, entgegen einer früheren Disposition (nach der sie im Gau Hessen- Nassau verwandt werden sollten) zur Erntehilfe in Schlesien eingesetzt. Auch einige Studentinnen werden dabei sein. Für die Gießener Studenten ist der Kreis Oppeln in Oberschlesien als Einsatzgebiet bestimmt. Die Studenten werden sich am 25. bzw. 26. Juli auf die Reitz begeben. Die Dauer des Einsatzes beträgt vier Wochen.
Illusionist im Gloria-Palast.
Aus der Stadt Gießen.
Landschaft in der Erntepracht.
Die Soldaten, die jetzt auf Urlaub kommen, finden 1 ein Deutschland wieder, das sich sehr verändert hat 1 seit jenem 10. Mai, da wir in der Morgenstunde von J dem geplanten Ruhrüberfall hörten und erfuhren, daß die deutschen Armeen zum Gegenschlag ausgeholt haben.
Der Winter war in diesem Jahr ein zäher Dauer- - gast in Deutschland. Anfang Mai hatten die Wiesen den grauen Schimmer noch nicht ganz verloren, wie er nach der Schneeschmelze zurückbleibt. Das zeitige Frühjahr war ausgesprochen kühl — es fehlte lange der „warme Regen", der die letzten Spuren des weichenden Winters abspült. Der Landmann wußte nicht, wo zuerst zuzupacken.
Und während unsere Armeen in den letzten zwei Monaten den Alpdruck vom Rhein hinwegscheuchten, hat sich die deutsche Landschaft in einen prangenden Garten verwandelt. Die Heuernte ist schon eingebracht und war in vielen Gegenden begünstigt. Erst die Wintergerste, dann der Roggen sind gelb geworden, und nun warten die dichten Aehren auf hohem Stroh auf Sense und Mähmaschine. In hochgelegenen Abschnitten mag die Trockenheit vom Mai und Juni einen gewissen Abbruch getan haben; um so prachtvoller steht das Getreide in allen Niederungsböden. Und die Natur hat dem Getreide eine gewaltige Hilfe mitgegeben, um auch trocknere Epochen leidlich überstehen zu können: es ist eines der großen Wunder, daß der Roggen Wurzeln hat, die drei bis vier Meter tief in den Boden gehen. Ein Kunststück besonderer Art war es, die Felder verhältnismäßig unkrautfrei zu halten. Vor 30 oder 40 Jahren war die Kornrade noch eine allgemein bekannte „Feldblume". Für den Landwirt war sie immer ein böses Unkraut. In den letzten Jahrzehnten wurde sie fast ganz ausgerottet, und auch auf den Feldern des Kriegsjahres 1939/40 findet sie sich selten. Etwas häufiger ist die Kornblume, die, vom landwirtschaftlichen Standpunkt auch nur ein Unkraut ist. Der gefürchtete Hederich konnte in Schranken gehalten werden. Da und dort mag eine meist kleinere Parzelle zu Beanstandungen Anlaß geben. Selbstverständlich muß jeder Ünkrautherd beseitigt werden. Aber der Gesamtstand ist doch so, daß der Urlauber und Soldat schon vom Eisenbahnfenster aus sieht:
Vogelsberg und Westerau.
Zeugnisse für Ginn und Art ihrer Bauern. — Ein wertvoller Beitrag ' zur heimischen Volkskunde.
Die schöne Melusine
Roman SoA Hans Richter
Im Gloria-Palast zeigt in einer kurzen Bühnenschau Illusionist Sambalo sein Können, das die Zuschauer vor manche Frage stellt, sie mit Zweifeln, aber auch mit Bewunderung erfüllt, denn der Zauberer weiß seine Darbietungen so zu gestalten, daß man denkt, es ginge nicht mit rechten Dingen zu. Es kommen aus dem nachtschwarzen Hintergrund Stühle und Tische geflogen, der Sensenmann kommt leibhaftig auf die Bühne und führt emen grotesken Tanz auf, ein Partner des Zauberkünstlers tritt auf und verschwindet plötzlich und spurlos, und alles geschieht in einem so raschen Hm-Hui, daß man kaum mit den Augen solgemkann, geschweige denn hinter das Geheimnis kommt) mit dem der Illusionist sich und seine Darbietungen umgibt. Jedenfalls aber entläßt er seine Zuschauer mit einem Gefühl der Hilsslosigkeit vor seinen Experimenten. Wenn auch jedermann weiß, daß die Naturgesetze der Schwe^ kraft, der Existenz der Materie usw. Nicht mit sich spotten lassen, so überrascht doch die Geschicklichkeit, mit dec hier den Zuschauern etwas vorgemacht wird.
M-SaneWt M Ml W 3r*
Betr.: Theater-Lommerring.
Am Samstag, dem 27. Juli, gelangt die 2. Veranstaltung in unserem Theater-Sommerrmg zur Durchführung. Zur Aufführung kommt das Lustspiel von Karl Bordfeldt: „Trockenkursus". Beginn 20 15 Uhr. Die Abonnenten werden gebeten, die Karten in der Geschäftsstelle, Seltersweg 60, umgehend abzuholen. 32970
Oie neuen Lebensmittelkarten.
Die jetzt zur Verteilung kommenden Lebensmittelkarten für die 13. Zuteilungsperiode vom 29. Juli bis 25. August bringen im wesentlichen unveränderte Rationen. Zu den wenigen Veränderungen gehört die Umgestaltung der Brotkarte und die damit verbundene Erhöhung der Brotration für Jugendliche.
Um die beim Handel liegenden Vorräte an Kaka o- pulver dem Verbrauch zuzuführen, ist auch für die neue Zuteilungsperiode die auf die Reichsfettkarte für Kinder abzugebende Ration von 62,5 auf 125 g erhöht worden. Dabei ist wieder die Möglichkeit gegeben, je nach Vorrat auf den Abschnitt F 4 ftay 62,5 g Kakaopulver 50 g ungefüllte Tafel- oder Blockschokolade zu beziehen.
Eine Zuteilung von Gemüse- und Obstkonserven auf die Nährmittelkarte ist diesmal nicht vorgesehen. Dafür können an Stelle von 150 g Nährmitteln entweder 150 g Hülsenfrüchte oder, wie bisher, Kondensmilch bezogen werden. Es gelangen nur die beim Kleinhandel lagernden geringen Mengen an Hülsenfiüchten und die noch vorhandene Kondensmilch zur Ausgabe. Der Erlaß des Reichsernährungsministers weist auf die Notwendigkeit hm, daß die Verteiler die Lebensmittelkarten, soweit sie Bestellscheine erhalten haben, mit ihrem Firmenstempel versehen. Dies ist auch für die Rückrechnung bei Umtausch in Reisemarken wichtig. Der Umtausch m Reijemarlen wird künftig abgelehnt, wenn der Ver- teilet aus der Lebensmittelkarte nicht feststellbar ist.
Gießener Tvochenmarktpreife.
* G i e ß e n , 20. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM.,
Heimat im farbigem Lichtbild.
Vortrag vor verwundeten Soldaten.
Zu den Soldaten eines hiesigen Reservelazaretts sprach Oberstudiendirektor P h i l i p p aus Friedberg im Auftrage des L a n d e s f r e m d e n v e r k eh rs- verbandes über „Oberhessen, Land und Leute . Seinen anschaulichen und vor allem humorvoll vor- qetraqenen Ausführungen, in denen vor allem Die Wetterauer Mundart zum Ausdruck kam, waren eine qroße Anzahl von Lichtbildern, vorwiegend bunte, aus Oberhessen zugrunde gelegt. An Hand dieser Bilder führte der Vortragende feine aufmerksamen Zuhörer und Zuschauer kreuz unb quer durch Oberhessen, die Wetterau und den Vogelsberg, zeigte ihnen die Sehenswürdigkeiten der oberhessischen Städte, manches schöne Bauwerk, aber auch die Eigenarten der Trachten, die Beschäftigungsart der Bewohner und schließlich die herrlich sich m die Landschaft einfügende Reichsautobahn, tue Ober- Hessen dem Verkehr erschließt und die Sportmogl ch- feiten im Vogelsberg weiten Kreisen zugänglich macht. Der Vortrag fand reichen %eifalL^^^^^__
fen, wenn sie überrumpelt wird. Also wartet der große Chan."
„Noch was Herr Holzmann?
„Ich möchte es Ihnen schon heute Mitteilen, ich gehe zum nächsten Termin."
Der Gewaltige fährt auf. „Was heißt denn das nun wieder?" _. .,
„Ich mache mich selbständig, und wenn Sie mich früher entlassen könnten, wäre es mir lieb.,
„Jetzt in der Reisezeit — ausgeschlossen/ „Mein Geschäft ist auch an die Reisezeit gebunden."
„Sieh mal an."
Warum soll man hinter dem Berge halten? Holzmann hält nicht hinter dem Berge. Erzählt von dem Autobetrieb, von den Reisewagen — Wilhelm Hellwig hat ihn angerufen und ihm mitgeteilt, „Somme macht straum" wäre in Auftrag gegeben — spricht etwa von einer Uebergangszeit, von „nicht in Verlegenheit kommen lassen" und steuert den Gewaltigen langsam dahin, wo er ihn hlnhoben will. Ehe Silbe und die Sprenger etwas wißen, ist der Urlaubstausch vollzogen, und es steht nun fest: am nächsten Sonnabend wird Tilde fahren.
So ganz einfach — fahren. Drei Wochen ohne 8-Dahn, ohne Potsdamer Platz, ohne Benzinluft, dafür aber mit sehr viel Mut behaftet.
Das verwirrt. ri . ,
Um sich abzuregen, klingelt Tilde zuerst einmal — der Gewaltige merkt nichts davon — Fritzchen an. Fritzchen ist Ingenieur, seit zwei Jahren Ehemann von Tildes bester Freundin Lotte, die ihrerseits wieder die Tochter der Apotheke in Utrm ist unb seit einem Jahr Vater eines kurz Schnurks genannten Sohnes, dessen Patentante wiederum Tilde ist. Er ist bei einem elektrischen Konzern im Osten beschäftigt und hat ein Häuschen in Machnow
Während Tilde am Telephon hängt, kommt Holzmann vorbei und berichtet, daß der „Sommern achts- traura" heute besichtigt werden kann.
„Kann ich nicht", sagt Silbe unb hält die Hand auf die Sprechmuschel.
„Sie müssen dabei sein."
„Also gut, aber ganz kurz. Bist du da, Fritzchen? Na, endlich. Sag' mal, hast du deinen Wagen mit?'
Die Stimme auf der andern Seite des Drahtes scheint das zu bejahen.
(Fortsetzung folgt.)
. Gloria-Palast (Seltersweg): „Donauschiffer". — Lichtsvielhaus (Bahnhofstraße): „Verwandte sind auch Menschen".
Tageskalender für Sonntag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Donauschiffer"; 11 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung „Zwischen den Schlachten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Verwandte sind auch Menschen".
Notizen für den 21. Juli.
Sonnenaufgang: 5.29 Uhr, Sonnenuntergang: 21.33 Uhr; Monduntergang: 7.43 Uhr, Mondaufgang: 22.10 Uhr.
Gastspiel von Mitgliedern des Wiener BnrgtheaterS in Gießen.
Es ist dem Intendanten des Stadttheaters Gießen, Hans Walter Klein, gelungen, eine Anzahl von Mitgliedern des Wiener Burgtheaters zu je einem Gastspiel in Gießen, Bad-Nauheim und Marburg zu gewinnen. Mit dem Wiener Burgtheater wird sich in der Komödie „Blaufuchs" von Franz Herczeg eine Bühne.vorstellen, die weit über em Jahrhundert bester deutscher Schauspieltradition verkörpert und deren Entwicklung mit einen entscheidenden Einfluß auf die ganze deutsche Bühnenkunst überhaupt ausgeübt hat. Die Komödie „Blaufuchs Repertoire-Stück des Wiener Burgtheaters — wird aufgeführt am Freitag, 26. ^yli.
muß es natürlich heißen. Wir werden doch der Konkurrenz unsere Geschäftsgeheimnisse nicht verraten. Wie soll er aussehen?" ~ -
„Lichtblau unb gold", Tilde kann die Farben vom Himmel und von der Landschaft einfach ab-
Vorschlag, meine Herrschaften, wir fahren jetzt ab aber wir gehen nicht nach Hause. Tun wir beileibe nicht. Ich weiß da eine Weinkneipe, wo man gerade das kriegt, was wir heute abend ,brauchen. Und was noch zu erledigen ist, wird da in großen ^Man ^kommt^ manchmal rascher zu neuen Dingen, als man es erträumt hat.
6.
Wollen pflegt magische Wirkungen zu haben. Solange Tilde nur mit einem Auge nach dem Urlaub hinschielt, ist der Urlaub weit fort. Jetzt ist es plötzlich, als habe ein Windstoß alles Gewölk hinweggefegt, und die Möglichkeit, daß doch etwas aus der Sache werden könne, ist in greifbare Nahe
„Siehst du, das gefällt dir. Na ja, man muß nicht gleich alles auf einmal haben wollen. Immer hübsch langsam. Erst mal die Firma, «dann die Mitarbeiterin. Davon träumen alle Mädchen, die im Geschäft stehen: wirklich Mitarbeiterin sein, einen eigenen Wirkungskreis haben. Na gut, warum denn nicht? Wenigstens vorübergehend. Herr Matthias Holzmann hat zwar die Knickerbocker wieder aus- gezogen und trägt den Anzug, in dem man seriös und sachlich hinter jedem Ladentisch stehen kann, aber der Knickerbockergeist wallt noch in ihm. Und dieser Geist ist jetzt, wo er allein ist, viel unternehmungslustiger als vorher. Er konnte, säße Tilde Rohloff'jetzt hier im Zimmer, mit den kühnsten Vorschlägen kommen, sozusagen alle Stellungen in einem einzigen Großangriff nehmen. Er stnbet es durchaus in der Ordnung, daß Wilhelm Hellwig sich für Tilde interessiert unb sieht sich selber halb als Liebhaber, hall, als guter Onkel.
Die Verhältnisse hindern, 5aß es zu schnell geht. Die Verhältnisse wünschen langsamen Schritt.
Zuerst einmal ein Gespräch mit der Sprenger. „Ich habe gehört. Sie wollen Ihren Urlaub verschieben?" , f .. ,
^Wollen Sie etwa tauschen, Holzmannchen/ ,^Das käme wohl nicht in Frage."
„Na also, was gibt's denn bann? Schießen Sie
„Man kann doch mal ein Wort fallen lassen, bißchen rumhorchen, bißchen vorfühlen."
„Fühlen Sie, Holzmännchen", kokettiert das kleine Biest. „Und ein paar Prospekte für den Gardasee könnten Sie mir auch nebenbei besorgen.
„Ist doch jetzt viel zu heiß."
„Na, eben, deshalb. Wenn aus dem Gardasee was wird, fahre ich erst im September."
Der nächste Hebel wird in der Höhle des Löwen, im Zimmer des Büroleiters selber angesetzt
„Fräulein Sprenger möchte ihren Urlaub verschieben."
„Meinetwegen." „ . ..
„Man könnte vielleicht „tauschen. Fräulein Rohloff würde gern bald gehen."
„Das heißt bald?"
„Nun, etwa am nächsten Sonnabend.
„Ausgeschlossen." M , ..
t Der Film ist nicht neu. Eine Respektsperson, die etwas auf sich hält, sagt immer zuerst ausgeschlos-
„3s ju schnurz und piepe. Bet S°mmernachts träum können sich die Leute was denkem Sebrt was anderes. Ich seh schon das Plakat Mit dem rassigen „Sommernachtstraum m bas B von Utrin. Js ja Käse, in die blaue Sommernacht
Falläpfel 10, Birnen 42, Himbeeren 45 bis 50, Kirschen 45, Heidelbeeren 42, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25, Erdbeeren 50, Renekloden 58, Blumenkohl, das Stück 20 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmachgurken 4 bis 5, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Retticki 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf.
8C$Uai.u kommt allerlei, was für Tilde arbeitet. Zuerst einmal der groß« Chon. Er hat was er natürlich niemandem etngeltehen wird, mit dem Dackel Pumps über den Fall gesprochen, gl»ch am Sonn- l0S9tanroie war's denn bei der Schrodern brau- sien^" hat das Palaver begonnen.
° Pumps wäre kein Dackel, wenn er so leicht zu gewinnen wäre. Pumps nimmt die anderthalb Tage aus Grundsatz Übel und zieht dos entsprechend """Zch^Pum^^" °'rbt der große Chan um den kleinen Hund, das haben mir nun alles bald nicht mehr notig. Es fehlt nur noch °m gan kleines bißchen. Was. meinst du wohl, wenn du bei Hellwig und Holzmann dein Körbchen in der (Ecfe d°Pumps steckt di« Nase unter das Hinterbein, tut als ob er schliefe, schielt dabei aber geschickt um die Ecke herum nach seinem Herrn hin. Mag der nur noch eine Weile reden.
Und wenn dir dann dort dieTilde immer Jem Fu'tterchen geben würde! Die Tilde magst du doch, toi,futter ist immer gut", denkt Pumps unb rührt fairft die Schmanzspitze.
wobei Mord und Totschlag sowie Handgreiflichkeiten am Biertisch im Vordergrund stehen, sowie Zivilprozesse der bäuerlichen Dickschädel werden in allen Schattierungen vorgeführt, Richter und Gerichtete beleuchtet. Unter den besonderen Arten der Rechtspflege ilt der „Hexenprozeß gegen Johann Peters Eheweio aus Sellnrod actum Gießen am 7. Mai anno 1654" von besonderer Anschaulichkeit. Hier hatte die siebzehnjährige vom Hexenwahn besessene Enkelin die 'Großmutter des Umgangs mit dem Teufel angeklagt und auf die Folter gebracht, deren Grade in allen Einzelheiten beschrieben werden. Aber diese charakterstarke Vogelsberger Bauernfrau mit ihrem zähen Rechtsbewußtsein war durch keine Dualen zu beugen: sie ließ sich, hartnäckig leugnend, zu keinem falschen Geständnis zwingen.
Bezeichnend erweise sind Diebstähle selten, unter Dorf- ober Hausgenossen fast unerhört. Desgleichen etwa Verleumdung und Urkundenfälschung. Um so häufiger aber sind alle diejenigen Vergehen, die der hemmungslosen Sinnlichkeit dieses urwüchsigen Geschlechts entspringen. Denn wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Hier kennt der Richter seine Schäflein so ganz „in ihrer Sünden Maienblüte". Saft- und kraftvoll überall und glücklich in ihren Prägungen, knapp und fesselnd, besonders eindrucksvoll aber durch ihren unbedingten Realismus ist seine Darstellung. Es kommen zwar, namentlich in den
Kein Wissenschaftler, sondern ein Mann, der mitten im vollen Leben steht und zudem als Richter gewohnt ist, es klar und nüchtern von allen Seiten und in allen Beleuchtungen zu sehen, hat in diesen Tagen eine Arbeit vorgelegt, die, wie man ohne Uebertreibung sagen darf, zu den schönsten Sammlungen auf dem Gebiet her hessischen Volkskunde gehört. Das Erfreuliche daran ist eben, daß sie von keines Gedankens Blässe angekränkelt, d.h. überhaupt nicht von wissenschaftlichen Theorien belastet ist, sondern das Volk selbst, den oberhessischen Bauern, rote er war und ist, aus den alten Gerichtsakten und den vom Munde abgelauschten Redewendungen und Lebensweisheiten sprechen läßt. Sein Richteramt und ein Leben in enger Gemeinschaft mit der ländlichen Bevölkerung haben Moritz Hansult wie keinem andern Einblick in die Seele dieses kernigen Menschenschlags gegeben. .
Seine Arbeit ist als Heft 75 der von Unwechtats- profe or Dr. Alfred Götze herausgegebenen „Gieße n e r Beiträge zur deutschen Philologie" erschienen. Alles, was darin geboten wird, beruht auf ungedruckten Quellen. Dies sind die Akten der bäuerlichen Schöffengerichte, der Bauernungebote sowie der Hexenprozesse, die Salbücher, Leihoder Lehensbriefe, Bittgesuche an die Amtmänner oder den Landgrafen u. ä. Mit Händen zu greisen ist hier der Vogelsberger Bauer in seiner urwüchsigen Kraft und in seinen Schwächen. Indem er mit eigenen Worten, jedoch ganz in den Wendungen des Originals, erzählt, weiß Hansult vorzüglich das Charakteristische herauszuholen.
Die angeführten Beispiele beleuchten das öffentliche und private Leben in seiner ganzen bunten Mannigfaltigkeit. Verstöße gegen das Strafrecht,
„Herr Holzmann ist doch noch gar nicht Ihr Teil- ^o^Wenn wir das heute mit Handschlag festmachen, dann gilt das wie auf dem Ferkelmarkt. Morgen fann’s notariell gemacht werden. Sie muffen nämlich nicht denken, daß es so leicht ist, neue Wagen zu kriegen. Man nimmt nicht den ersten besten. Ausstattung, Farbe, Name, will alles überlegt sem. Wir stellen drei neue Wagen ein, und der Verdienst geht gleich zu gleich. Sie im Büro, Holzmann für öie Propaganda, und ich auf dem Hof. Jeder chacht, was er am besten Jann. Und wenn Fräulem Rohloff drüben kündigt und zu uns kommt, dann ist das ganz groß. Gute Geschäfte liegen nicht auf der Straße, Herr chaften, im Sommer wird verdient und der ist rasch vorbei. Womit ich natürlich nicht andeuten will, daß wir im Winter nichts zu tun haben. Ich kauf nur Wagen mit Heizung, darauf können Sie sich bei ’nem alten Fernfahrer verlassen. Wie soll der erste neue Wagen heißen, Fräulem Rohloff-'
Tilde sieht das Städtchen Bukow daliegen, sie sieht den Abendhimmel und das Rot der untergehenden Sonne. Einmal einen Schritt weiter kommen den t sie, selbständiger werden, nicht mehr mechanische Arbeiten machen und nur das schreiben, roas andere d'^Sommernachtstraum", sagt sie leise, unb Jie meint eigentlich den hübschen Gedanken, mit dem
Wilhelm ^Hellwig ist jetzt ganz atmens ch und Entschluß. „Sommernachtstraum ist sehr hübsch^ Sommermichtstraum ist richtig. Gibt doch wohl ne 0^,Ein^Lustsp?el von Shakespeare", ergänzt Holz-
3um Obstpudding - zur Gemüsespeise
MAIZENA
"(Hit Önii*
ErnährungSoorschrlsten liegen jedem Paket Bet
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!


