Ausgabe 
20.7.1940
 
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lische Zeitung geschmackvollerweise behauvtet hatte, daß es für England ein Vergnügen sein wird, in ihnen die deutsche Aufforderung zum Kampf entgegenzunehmen".

Das Heer. Schon die Ueberfahrt stellte an den Soldaten des Heeres große Anforderungen, Luft­landetruppen hatten ihm an manchen Plätzen das erste Fußfassen ermöglicht. Nun strömte Division um Division nach und begann den Krieg in einem Ge­biet, das in seiner natürlichen Beschaffenheit eine außerordentliche Abwehrkraft besaß und soweit es sich um norwegische Verbände handelte auch sehr tapfer verteidigt wurde. Von den in Norwegen gelandeten Engländern allerdings kann nur gesagt werden, daß das einzig Bemerkenswerte an ihrem Dasein die Gewissenlosigkeit war, mit der man so schlecht ausgebildete, unzulänglich gerüstete und miserabel geführte Soldaten als Expeditionskorps an das Land setzte. Sie waren von Anfang an sicher unterlegen. Was aber nun gerade dagegen die deut­sche Infanterie, die Pioniere, was unsere Artilleristen, unsere Nachrichten- und Bautruppen in Norwegen geleistet haben, kann nur als stolzes Heldentum von Kampf und Arbeit bezeichnet werden.

Das Dort Karvik wird in der Geschichte für immer ein herrliches Zeugnis fein des Gei­stes der Wehrmacht des nationalsozialistischen Grohdeutschen Reichs. Die Herren Churchill, Chamberlain, Daladier usw. waren noch bis vor kurzem über das Wesen der grohdeutschen Eini­gung sehr schlecht unterrichtet. Ich habe damals angekündigt, daß die Zukunft sie wahrscheinlich eines besseren belehren wird. Und ich darf wohl annehmen, daß gerade der E i n s a h o st m ä r - kischer G e b i r g s t r u p p e n in dieser nörd­lichsten Front unseres Freiheilskampfes ihnen die nötige Aufklärung für das Großdeujfche Reich und feine Söhne beigebrachl haben wird. Es ist schade, daß die Grenadiere des Herrn Chamberlain dieser Auseinandersetzung nicht die genügende und vor allem dauernde Auf­merksamkeit widmeten, sondern vorzogen, es bei den ersten Proben über die innere Einstellung der neu zum Reich gekommenen Stamme unse­res Volkes bewenden zu lassen.

General von Falkenhorst hat diese Opera- tionen in Norwegen geleitet. Generalleutnant Dietl war der Held von Narvik. Die Operationen der Luftwaffe standen unter der Leitung von Generaloberst Milch und General­leutnant Geißler. Das Oberkommando der Wehr­macht, Generaloberst Keitel als Chef des Ober­kommandos und General I o Ü l als Chef des Wehr- Machtsführungsstabes, waren verantwortlich für die Durchführung meiner Anweisungen für die gesamte Aktion.

Ehe noch der Feldzug in Norwegen fein Ende gefunden hatte, wurden die Nachrich­ten über den Westen immer bedrohlicher. Während es an sich vor Kriegsbeginn vorberei­tet war, im Falle einer notwendigen Ausein­andersetzung mit Frankreich bzw. England die Waglnotlinie zu durchbrechen, ein Unternehmen, für das die deutschen Truppen geschult und wozu sie mit den erforderlichen Waffen versehen waren, ergab sich schon im Laufe der ersten Kriegsmonate die Notwendig­keit, auch ein eventuelles Vorgehen gegen Belgien bzw. Holland ins Auge zu fasten. Während Deutschland gegenüber Holland und Belgien zunächst so gut als feine Verbände außer notwendigen Sicherungstruppen ausgestellt hatte, im übrigen aber sein Festungssystem auszubauen begann, erfolgte an der frangö sisch°belgischen Grenze eine sichtbare Massierung französischer Verbände. Besonders die Konzenttatton fast aller Panzer- und Mot-Divisionen in diesem Abschnitt ließen er­kennen, daß die Absicht, auf alle Fälle aber die Möglichkeit bestand, sich blitzartig durch Belgien hin­durch an die deutsche Grenze vorzuwerfem Entschei­dend aber war nun folgende Wahrnehmung: Wäh­rend im Falle einer loyalen Auslegung der belgisch- holländischen Neutralität beide Länder gezwungen gewesen wären, gerade angesichts der Konzentratton stärkster französisch-englischer Kräfte an ihrer Grenze auch ihrerseits das Hauptaugenmerk nach dem Westen zu richten, begannen sie dort im gleichen Maße immer stärker abzubauen, um die Grenze gegenüber Deutschland z u besetzen. Auch die Nachrichten über laufende General- stabsbefprechungen ergaben eine eigenartige Beleuchtung der belgisch-holländischen Neutralität. Ich brauche nicht zu betonen, daß diese Besprechun­gen, wenn sie wirklich neutral gewesen wären, mit beiden Seiten hätten stattfinden müssen. Im übrigen fand eine solche Verdichtung der Merkmale für das Vorgehen der französisch-englischen Truppen durch Holland und Belgien gegen das deutsche In­dustriegebiet statt, daß man nunmehr auch auf un­serer Seite diese Bedrohung als ernsteste Gefabr ins Auge fassen mußte. Es wurde daher die deutsche Wehrmacht von mir mit dieser Möglichkeit der Ent­wicklung vertraut gemacht und mit den notwendi­gen eingehenden Anweisungen versehen. In zahl­reichen Besprechungen im Oberkommando der Wehrmacht mit den Obe rb efehl sh ab ern der drei Wehrmachtteile, den Führern der Heeresgruppen und der Armeen bis herunter zu den Führern wich- tiger einzelner Unternehmungen wurden die Auf­gaben gestellt und durchgesprochen und in der Truppe verständnisvoll zur Grundlage einer be­sonderen Ausbildung genommen. Der gesamte deutsche Aufmarsch erfuhr dementsprechend die not­wendigen Abänderungen.

Die sorgfälttgen Beobachtungen, die überall an- gestellt worden waren, ergaben allmählich die zwingende Erkenntnis, daß mit einem englisch- französischen Vorstoß etwa von Anfang Mai ab in jedem Augenblick gerechnet werden konnte. In den Tagen vom 6.7. Mai verstärkten sich besonders auch auf Grund mitgeteilter Telefonate, die zwischen London und Paris stattgefunden hatten, die Be­fürchtungen, daß nunmehr jeden Augen- blick das Einrücken der sogenannten Alliierten in Holland und Belgien erwartet werden mußte. Am Tage darauf am 8. gab ich deshalb den B e - fehl für d e n sofortigen Angriff am 10. Mai, 5,35 Uhr morgens.

Grundgedanke ^dieser Operation war, unter Verzicht auf kleme Nebenerfolge die gesamte Wehrmacht vor allem das Heer und die Luftwaffe so anzusehen, daß bei konsequen­ter Durchführung der vorgesehenen Operationen die totale Vernichtung der französisch­englischen Streitkräfte erreicht weiten muhte. Zum Unterschied des Schlieffen-Ptanes vom Jahre 1914 lieh ich das Schwergewicht der Operation auf den linken Flügel der Durchbruchsfronl legen, allein unter scheinbarer Aufrechterhaltung der umgekehrten Version.

Diese Täuschung ist gelungen. Erleichtert wurde mit die Anlage der Gesamtoperation allerdings durch die Maßnahme der ©egner'felbft. Denn die Konzen­tration der gesamten englisch-französischen motori­sierten Streitmacht gegenüber Belgien ließ es als sicher erscheinen, daß im Oberkommando der alliier­ten Armeen der Entschluß bestand, sich schnellstens in diesen Raum hineinzubegeben.

Im Vertrauen auf die Standfestigkeit aller eingesetzten deutschen Infanteriedivisionen muß­te aber damit ein Stoh in die rechte Flanke der französisch-englischen motorisier­ten Heeresgruppe zur vollständigen Zertrüm­merung und Auflösung, ja wahrscheinlich zu ihrer Einschliehung führen.

Als zweite Operation hatte ich vorgesehen die Gewinnung der Seine bis Le Havre sowie die Sicherung einer Ausgangsstel­lung an Somme und Aisne für den butten Angriff, der mit stärksten Kräften

über das Hochplateau von Langres zur Schweizer Grenze vorbrechen sollte. Die Erreichung der Küste bis südlich Bordeaux war als Abschluß der Operationen vorgesehen.

In diesem Rahmen und in dieser Reihenfolge haben sich auch die Operationen vollzogen. Das Ge­lingen dieser gewaltigsten Schlachtenfolge der Welt­geschichte ist in erster ^ßinie dem deutschen Soldaten selbst zu danken. Er hat sich wieder auf allen Plätzen, auf die er gestellt mar, auf das Höchste bewährt. Alle deutschen Stämme nehmen an diesem Ruhm gleichmäßigen Anteil. Auch die Soldaten der jungen, erst seit 1938 angegliederten neuen Reichsgaue haben vorbildlich ge­kämpft und ihren Blutzoll entrichtet. Durch diesen heldenhaften Einsatz aller Deutschen wird das aus diesem Kriege hervorgehende nationalsozialistische Großdeutsche Reich nicht nur den heute lebenden, sondern auch den nachkommenden Geschlechtern für immer heilig und teuer sein.

Der Jeldzugsplan gegen Frankreich.

Wenn ich mit der Würdigung der Kräfte beginne, deren Wirken dieser glorreichste Sieg zu verdanken ist, dann gebührt das erste Lob einer Führung, die gerade in diesem Feldzuge den Höch st en An­forderungen gerecht wurde. Das Heer hat die ihm übertragenen Aufgaben unter der Füh­rung des Generalobersten von Brauchitsch und seines Generalstabschefs Halder in wahrhaft ruhmvoller Weise gelöst. Wenn schon der Fuhrungs- apparat des deutschen Heeres von einst als der beste der Welt gegolten hat, dann verdient er heute zu­mindest die gleiche Bewunderung. Ja, nachdem der Erfolg für die letzte Bewertung entscheidend ist, muß die Führung des neuen deutschen Heeres als noch besser engefprodffen werden.

Das Westheer war unter den Befehlen der Generalobersten Ritter von Leeb, v. Rund­ste dt und v. Bock in drei Heeresgruppen ein­geteilt. ,

Die Heeresgruppe des Generals Ritter von Leeb hatte zunächst die Aufgabe, den linken Flügel der deutschen Westfront von der Schweizer Grenze beginnend bis zur Mosel in höchster Abwehrkraft defensiv zu halten. Erst für den späteren Ver­lauf der Operation war vorgesehen, auch diese Front mit zwei Armeen unter der Führung des Generalobersten von W i tz l e d e n und des Gene­rals D o l l m a n n aktiv in die Vernichtungsschlacht eingreifen zu lassen.

Am 10. Dai. 5.35 Ahr morgens, waren die beiden Heeresgruppen der Generalobersten von Rundskedt und von Bock zum Angriff angetreten. Ihre Aufgabe war, auf der ganzen Front von der Mosel bis zur Korbfee durch die feindlichen Grenzstellungen durchzusioßen, Hol­land zu besehen, gegen Antwerpen und an die Dyle-Stellung vorzudringen, Lüttich zu neh­men, vor allem aber mit den massierten An- grifffskrästen des linken Flügels die Maas zu erreichen, den liebergang zwischen Ko­ntur und Carignan mit dem Schwergewicht der Panzer- und Motor-Divisionen bei Sedan zu erzwingen und im weiteren Verlauf dieser Ope­rationen unter Zusammenfassung aller verfüg­baren Panzer- und Motordivisionen, angelehnt an die Kanal- und Flußsysteme der Aisne und Somme, zumMeeredurchzustoßen. Der südlichen Heeresgruppe Rundstedt fiel außerdem die wichtige Aufgabe zu, im Zuge des Durch­bruchs die vorgesehene Abschirmung der linkenFlanke planmäßig sicherzusiellen, um eine Wiederholung des Marnewunders von 1914 von vornherein auszuschließen.

Diese gewaltige, den weiteren Verlauf, des Krie­ges schon entscheidende Operation, die, wie geplant, zur Vernichtung der Hauptmasse des französischen Heeres sowie des gesamten britischen Expeditions­korps führte, ließ schon das deutsche Führertum in Hellem Glanz erstrahlen.

Außer den beiden Heeres-Gruppenführern und ihren Generalstabschefs Generalleutnant von So­de n st e r n und Generalleutnant von Salmuth erwarben sich dabei folgende Armeeführer höchste Verdienste: Generaloberst von Kluge als Führer der 4. Armee, Generaloberst L i st als Führer der 12. Armee, Generaloberst von Reichenau als Führer der 6. Armee, General von Küchler als Führer der 18. Armee, General Busch als Führer der 16.Armee, die Generale: von Kleist, Gu­derian, H o t h und Hoeppner als Führer

von Panzer- und Motortruppen. Die große Anzahl weiterer Generale und Offiziere, die sich bei diesen Operationen auszeichneten, sind Ihnen, meine Ab­geordneten, bekannt durch die Verleihung höchster Auszeichnungen.

Die Fortführung der Operation in der allgemei­nen Richtung zur Aisne und Seine hatte nicht den Zweck, in erster Linie Paris zu erobern, sondern die Ausgangsstellung zu schaffen bzw. zu sichern für den Durchbruch zur Schweizer Grenze. Auch diese gewaltige Angrifsshandlung verlief dank der überragenden Führung aller Grad- planmäßig. Der unterdes eingetretene Wechsel im Oberkommando des französischen Heeres sollte dessen Widerstand neu beleben und dem unglücklich begon­nenen Kampf die von den Alliierten ersehnte Wen­dung geben. Tatsächlich gelang es, die neuen An­griffshandlungen der deutschen Armeen an vielen Stellen erst nach Ueberwindung Härte- ft en Wider st andes in Fluß zu bringen. Nicht nur der Mut, sondern auch die Ausbildung des deut­schen Soldaten hatten hier Gelegenheit, sich auf das Höchste zu bewähren. Angeeifert durch das Vorbild zahlloser Offiziere und Unteroffiziere sowie tapferer einzelner Männer wurde die Infanterie selbst in schwersten Situationen immer wieder vorwärts­gerissen.

Paris fiel! Die Brechung des feinblichen Wi- berstanbes an bet Aisne gab ben Durchbruch zur Schweizer Grenze frei. In einer gewalti­gen Umfassung stürmten bie Armeen hinter ben Rücken ber Maginol-Linie, bie ihrerseits selbst von ber aus ber Reserve heraustretenben Hee­resgruppe Leeb an zwei Stellen westlich von Saarbrücken unb Keubreisach angegriffen unb unter bem Befehl ber Generale v. Wihteben unb Dollmann burchbrochen würbe.

So gelang es, bie gewaltige Front bes fran­zösischen Diberstanbes nicht nur im Gesamten zu umschließen, sondern in einzelne Teile auf­zulösen unb zu ben bekannten Kapitulationen zu zwingen.

Diese Operationen würben gekrönt burch ben nunmehr allgemein einsehenben Vormarsch al­ler beulschen Armeen, an ber Spitze wieber bie unvergleichlichen Panzer- unb Molorbivisionen bes Heeres mit bem Ziel, unter bem Vortreiben eines linken Flügels bie Rhone abwärts in Richtung auf Marseille, eines rechten Flügels über bie Loire in Richtung auf Vorbeaux unb bie spanische Grenze hin bie aufgelösten Reste bes französischen Heeres zu vernichten bzw. bas französische Territorium zu besehen.

lieber das unterdes erfolgte (Eintreten unseres Bundesgenossen in den Krieg will ich an anderer Stelle noch besonders berichten.

Als Marschall Pstain die Waffenstreckung Frank­reichs anbot, hat er nicht eine ihm noch verbliebene Waffe niedergelegt, sondern eine für das Auge jedes Soldaten gänzlich unhaltbare Situation beendet. Nur der blutige Dilettantismus eines Herrn Chur­chill vermag dies entweder nicht zu begreifen oder wider besseres Wissen wegzulügen.

In dieser zweiten, dritten und letzten Phase die­ses Krieges haben sich im Verein mit den schon ge­nannten Generalen als Armeeführer ebenfalls aus­gezeichnet Generaloberst v. Witz le ben und die Generale v. Weichs, Dollmann, Strauß.

Im Rahmen dieser Armeen kämpften auch die tap­feren Divisionen und Standarten der Waffen-^.

Alle Waffen wetteiferten nm den Sieg.

Wenn ich diesen genannten Generalen als Heeresgruppen- unb Armeeführer meinen unb ben Dank bes beulschen Volkes ausspreche, bann gilt biefer zugleich für alle bie anbeten Offi­ziere, bie zu nennen im einzelnen unmöglich ist, unb befonbers für bie namenlosen Arbeiter bes Generalslabes. In biefem Kampf nun, meine Ab- georbneten, hat bas beutsche Fußvolk sich wieber als bas erwiesen, was es immer war: als bie beste Infanterie ber Welt. Mit ihr wetteiferten alle an­beten Waffen bes Heeres: Artillerie unb Pioniere unb vor allem bie jungen Verbönbe unserer Panzer- unb Molorlruppen. Die beutsche Pan­zerwaffe hat sich mit biefem Kriege in bie Welt­geschichte eingeführt. Die Klänner ber Waf­fen-^ nehmen an biefem Ruhm teil. Allein auch ben Kachrichtenverbänben, ben Bautrup­pen, ben Pionieren, Eisenbahnbautruppen usw. gebührt entsprechenb ihren Verbiensten bas höchste Lob. Im Zuge ber Armeen folgten bie Kommanbos der Organisation Todt, des Reichsarbeitsdienstes und des KSKK. und hal­fen ebenfalls mit, Straßen, Brücken sowie den Verkehr wieder in Ordnung zu bringen. 3m Rahmen des Heeres fochten diesesmal aber auch Teile der Flakartillerie unserer Luftwaffe. 3n der vordersten Front halfen sie mit, die feind­liche Widerstands- und Angriffskraft zu bre­chen. lieber ihr Wirken kann erst später im ein­zelnen berichtet werden.

Die Luftwaffe selbst. Als der Morgen des 10. Mai dämmerte, senkten sich Tausende von Kampf­maschinen unb Sturzkampfbombern, gedeckt durch Jäger und Zerstörer, auf die feindlichen Lufthäfen. In wenigen Tagen war die r e st l o s e Luftherr­

schaft erkämpft. Sie wurde in keinem Augenblick des Kampfes mehr aus der Hand gegeben. Nur dort, wo sich vorübergehend keine deutschen Flieger zeig­ten, konnten feindliche-Jäger oder Bomber für kurze Augenblicke in Erscheinung treten. Im übrigen blieb ihr Wirken in die Nacht verbannt.

Der Einsatz der Luftwaffe in diesem Kampf er­folgte unter dem Befehl des Generalfeldmarschalls. Ihre' Aufgabe war: 1. Die feindliche Luftwaffe zu vernichten bzw. vom Firmament zu entfernen; 2. die kämpfende Truppe direkt und indirekt durch ununter­brochene Angriffe zu unterstützen; 3. dem Feinde die Elemente der Führung und der Bewegung zu zer­stören; 4. die feindliche Moral und Widerstandskraft zu zermürben und zu brechen; 5. Fallschirmtruppen als Dorauabteilungen zu landen.

Die Art ihres operativen Einsatzes im großen sowie ihre Anpassung an bie taktischen Erforder­nisse bes Augenblicks waren hervorragenb. Denn ohne bie Tapferkeit bes Heeres niemals bie errungenen Erfolge hätten erreicht werben können, bann wäre ohne ben heroischen Einsatz ber Luftwaffe alle Tapferkeit bes Heeres boch nur eine vergebliche gewesen. Heer unb Luft­waffe sind beide des höchsten Ruhmes ro ü r b i g!

Der Einsatz der Luftwaffe im Westen fand unter dem persönlichen Oberbefehl des Generalfeldmar­schalls Göring statt. Sein Generalstabschef: Ge­neralmajor Jeschonnek.

Die beiden Luftflotten wurden befehligt von Ge­neral der Flieger (Sperrte und von General der Flieger Kesselring. Die unter ihnen stehenden Fliegerkorps standen unter den Befehlen der Gene- i rale der Flieger Grauert, Keller, dem Gene­ralleutnant L o e r z e r und Generalleutnant Rit­ter von ©reim sowie dem Generalmajor Frh. von Richthofen. Die beiden Flakkorps

standen unter dem Befehl des Generals der Flak­artillerie Weise und des Generalmajors D e ß - k o ch. Besondere Auszeichnung verdient die 9. Flie­gerdivision unter ihrem Generalmajor Coeler. Der Kommandeur der Fallschirnttruppen: General der Flieger Student wurde selbst schwer ver­wundet. Die weitere Führung des Luftkampfes in Norwegen erfolgte durch den General der Flieger Stumpff.

Während Millionen deutscher Soldaten des Hee- res, der Luftwaffe und der Waffen-^ an diesen Kämpfen teilnahmen, formten andere dem Aufbau der in der Heimat befindlichen Ersatz sor- m ä t i o n e n nicht entzogen werden. Diele der tüch- ttgsten Offizier mußten so bitter es für sie selbst war die Ausbildung jener Soldaten leiten und überwachen, die, sei es als Ersatz, sei es be­stimmt für Neuformation, erst später an die Fronten kommen können; wie überhaupt bei allem Ver­ständnis für die inneren Empfindungen der sich be­nachteiligt Fühlenden auch hier die höheren Ge- amttnteressen entscheidend waren. Partei und Staat, Heer, Marine, Luftwaffe unb ff haben jeden Mann, der irgendwie entbehrlich war, der Front gegeben. Allein, ohne die Sicherung des Ersatzheeres, der Ersatzluftflotte, der Ersatz, ff-Formattonen sowie der Partei und des Staates überhaupt hätte auch der Kampf an der Front nicht geführt werden können.

Als Organisatoren des Ersatzheeres der Heimat und der Ausrüstung unb des Nachschubs der Luft­waffe haben sich höchste Verdienste erworben: Ge­neral ber Artillerie Fromm und General der Flieger Übet.

Ich kann die Aufzählung all dieser verdienten Generale unb Admirale nicht beenden, ohne nun besonders auch derjenigen zu gedenken, die im Stabe des Oberkommandos der Wehr­macht selbst meine engsten Mitarb eiter sind: Generaloberst Keitel als Chef des Ober­kommandos der Wehrmacht und Generalmajor Jo dl als Chef seines Stabes. Sie haben in langen sorgenvollen und arbeitsreichen Monaten mit ihren Offizieren den höchsten Anteil an der Verwirklichung meiner Pläne und Gedanken. Die Würdigung der Leistungen unserer Marine unb ihrer Führer wird vollständig erst am Ende dieses Krieges mög­lich sein.

Dank an die Partei.

Wenn ich diese rein militärische Betrachtung ber Ereignisse abschließe, bann zwingt mich bie Wahrheit zur Feststellung ber historischen Tat­sache, baß alles bas nicht möglich geworben wäre ohne bas Verhalten ber Hei­mat f r o n t, unb hier an ber Spitze ohne bie Gründung, bas Wirken unb die Tätig­keit der Kationalsozialistischen Partei! Sie hat in ber Zeit bes größten Verfalls schon im Jahre 1919 in ihrem Pro­gramm bie Wieberauftichtung eines beutschen Volksheeres proklamiert unb jahrzehntelang mtf fanatischer Entschlossenheit vertreten. Ohne ihr Dirken waren alle Voraussetzungen entfallen für ben Dieberaufstieg bes Deutschen Reiches, unb bamit für bie Schaffung einer beulschen Wehrmacht. Sie hat aber auch vor allem bem Kampf bie weltanschauliche Grunblage gegeben. Dem sinnlosen Lebenseinsatz unserer bemoFra- tischen Gegner für bie Interessen ihrer Plu- tokratien stellt sie baburch gegenüber bie Ver- teibigung einer sozialen Volksgemeinschaft. Aus ihrem Dirken ergibt sich beshalb auch bie im Weltkrieg leiber nicht vorhanben gewesene Einheit zwischen Front unb Heimat.

Ich möchte daher aus ihren Reihen folgende Män­ner nennen, denen neben unzähligen anderen ein höchstes Verdienst zukommt an der Erringung der Möglichkeit, in einem neuen Deuffchland wieder Siege feiern zu können: Parteigenosse Reichsminister Heß, selbst ein alter Soldat des Weltkriegs, war seit der ersten Zeit der Gründung der Bewegung ein tteuester Kämpfer für die Ausrichtung dieses heutigen Staates und seiner Wehrmacht, Partei­genosse Stabschef der SA. Lutze hat die Millionen­masse der SA.-Männer im Sinne der höchsten Staatserhaltung organisiert und ihre vor- und nachmilitärische Erziehung gesichert, Parteigenosse Himmler organisierte das gesamte Sicherheits­wesen des Reiches sowohl als die Verbände der Waffen-ff. Parteigenosse Hier! ist der Begründer und Führer des Reichsarbeitsdienstes, Parteigenosse Ley ist der Garant der Haltung unserer deutschen Arbeiterschaft, Parteigenosse Reichsminister General- major Todt fft der Organisator der Waffen- und Munitionsherstellung und hat sich als Baumeister unseres gewaltigen strategischen Straßennetzes sowie der Festungsfront im Westen unvergängliche Ver­dienste erworben. Parteigenosse Minister Dr. Göb­bels ist der Leiter einer Propaganda, deren Höhe am sinnfälligsten bei einem Vergleich zu der des Weltkrieges in Erscheinung tritt.

Unter den zahlreichen Organisationen der Heimat- front sind noch zu erwähnen die Organisation des Kriegswinterhilfswerkes und die NS.-Volkswohlfahrt unter Leitung des Parteigenossen Hilgenfeldt, sowie das Deuffche Rote Kreuz, ferner der Reichs­luftschutzbund unter der Führung des Generals der Flakartillerie v. Schröder. Ich kann diese Würdigung nicht abschließen ohne dabei endlich dem Mann zu danken, der seit Jahren meine au» ßenpolittschen Richtlinien in treuer unermüdlicher, sichselbstverzehrender Arbeit verwirklicht. Der Name des Parteigenossen v. Ribbentrop wird mit der polittschen Erhebung der deutschen Natton als Reichsaußenminister für alle Zeiten verbunden seim

Der siegreiche Feldherr ehtt seine ersten Miarbetter.

Meine Herren Abgeordneten!

Ich habe mich entschlossen, als Führer und Ober­ster Befehlshaber der deutschen Wehrmacht Pie Ehrun.g der verdientesten Generale vor jenem Forum vorzunehmen, das in Wahrheit die Vertretung des ganzen deutschen Volkes ist. Ich muß nun an die Spitze jenen Mann stellen, bei dem es mir schwer fällt, den ge­nügenden Dank für die Verdienste zu finden, die seinen Namen mit der Bewegung» dem Staat und vor allem der deuffchen Luftwaffe verbinden.

Seif ber Grünbungszeif ber SA. ist Partei­genosse Göring mit ber Entwicklung unb bem Aufstieg ber Bewegung oerbunben. Seit ber Uebernahme ber Dachl haben feine Arbeits­kraft unb verantwortungsfreubigkeit für bas beutsche Volk unb bas Deutsche Reich auf zahl­reichen Gebieten Leistungen vollbracht, bie aus ber Geschichte unseres Volkes unb Reiches nicht weggebacht werben können.