Ausgabe 
20.7.1940
 
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Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberheßen)

Rr.l?O Zweites Blatt

Die Rede des Führers vor dem Reichstag

Die Hand der Verständigung zurückgewiesen.

Das niederträchtige Spiel der plutottatischen Kriegsmacher

Die große Rede des Führers im Reichstag hat folgenden Wortlaut:

Abgeordnete!

Männer des Deutschen Reichstages!

Revision! Und was habe ich hier damals ver- langt? Ich darf hier meine Person einschatten, weil es kein anderer Staatsmann hätte wagen dür­fen, der deutschen Ration eine Lösung vorzuschla­gen, wie ich es tat. Es war nur die R ü ck k e h r Danzigs also einer uralten rein deutschen Stabt zum Reich sowie die Schaffung einer Verbindung des Reiches zu seiner abgerissenen Provinz, und auch das nur unter der Annahme von Volksabstimmun­gen, die selbst wieder von einem internationalen Forum kontrolliert werden sollten. Wenn Herr Churchill und die anderen Kriegshetzer nur einen Bruchteil von jener Verantwortung in sich gefühlt haben würden, die ich gegenüber Europa empfand, hätten sie ihr niederträchtiges Spiel nicht unternehmen können. Denn nur die­sen und allen anderen europäischen und außer­europäischen Kriegsinteressenten war es zuzu- schrelben, daß Polen die weder seine Ehre, noch seinen Bestand irgendwie berührenden Vor­schläge zurückwies und an Stelle dessen zum Terror und zur Waffe griff.

Auch hier mar es wohl eine ohne Beispiel da­stehende wahrhaft übermenschliche Zu­rückhaltung, die uns monatelang, trotz fort­gesetzter Mordanschläge gegen die-- Volksdeutschen, ja endlich trotz des Abschlachtens von Zehntausenden deutscher Volksgenossen, immer noch den friedlichen Weg einer Verständigung suchen ließ.

zuschreiben, daß der polnische Staat angeeifert wurde, eine Haltung einzunehmen, die in keinem Verhältnis zur deutschen Forderung und noch viel weniger zu den dadurch hervorgerufe- nen Folgen stand. Denn gerade Polen gegen­über hat sich das Deutsche Reich seit der natio­nalsozialistischen Führungsübernahme z u einer wahren Selb st Überwindung bekannt. Eine der niederträchtigsten und dümm­sten WahnahmSn des Versailler Diktates, näm­lich die Abreihung einer alten deutschen Pro­vinz vom Reich, schrie an sich schon nach einer

N o mmeN.

Ich habe schon einmal versichert, und Sie all^ meine Volksgenossen, wissen es, daß wenn ich längere Zeit nicht rede ober wenn sonst nichts ge= schieht dies nicht bedeutet, daß ich deshalb auch nichts tue. Es ist bei uns nicht notwendig, wie in den Demokratien, jedes Flugzeug, das gebaut wird, zu verfünf- oder zu verzwölffachen und es dann in die Welt hinauszuschreien. Es ist überhaupt schon von den Hühnern nicht ganz klug, jedes kaum ge­legte Ei mit lauter Stimme anzuzeigen. Es ,st aber noch viel dümmer, wenn Staatsmänner Projekte, die sie erst Vorhaben, der Mitwelt schon hmaus- gackern, um sie davon rechtzeitig in Kenntnis zu setzen. Der aufgeregten Schwatzhaftigkeit zweier die­ser großen demokratischen Staatenlenker verdankten wir laufend die Kenntnis über die Kriegs- aus weitungspläne unserer Gegner und insbesondere über deren Konzentration aus Norwegen bzw. Schweden.

Während diese britisch-französische Kriegsclique also Umschau hielt, um neue Kriegsausweitungs- möglichkeiten zu finden, bzw. neue Opfer emzu- fanqen, habe ich mich bemüht, den organisato­rischen Aufbau der deutschen Wehr­macht zu vollenden, neue Verbände aufzustellen, den Anlauf der Kriegsproduktion des Materials in Fluß zu bringen sowie die letzte

Schulung der gesamten Wehrmacht auf ihre neuen Aufgaben hin anzuordnen. Außerdem zwang das schlechte Wetter des Spätherbstes und des Win­ters zu einer Verschiebung militärischer Operationen. Im Laufe des Monats März erhielten wir aber Kenntnis von britisch-französischen Absichten, sich in den russisch-finnischen Konflikt emzu- schalten, weniger wohl, um den Finnen zu helfen, als um Rußland, in dem man eine mit Deutschland zusammenarbeitende Macht sah, schädigen, wenn irgend möglich, in Finnland selbst aktiv einzugreifen, um dadurch eine Basis für das hineintragen des Krieges in die Ostsee zu bekommen. Aber zu­gleich tauchten auch immer stärker die Vorschläge des Alliierten Obersten Kriegsrates auf, entweder den Balkan und Kleinasien in Brand zu setzen, um dadurch dem Reiche die russische und rumänische Oelzufuhr zu sperren, oder das schwedische Eisenerz in die Hand zu bekom­men. Zu dem Zweck sollte eine Landung in Norwe­gen vorgenommen werden mit dem Ziel, vor allem die Erzbahn von Narvik über Schweden zum Hafen von Lulea zu besetzen. .

Der russisch-finnische Friedensschluß ließ in letzter Minute die bereits ins Auge gefaßte Aktion in den nordischen Staaten wieder zurücktreten. Allein schon wenige Tage später verdichteten sich diese Absichten neuerdings und fanden nun ihren Niederschlag in einem klaren Entschluß.

England und Frankreich waren ubereinge- kommen, in Norwegen die Besetzung einer Anzahl wichtigster Punkte schlagartig vorzu­nehmen unter dem Vorwand, dadurch die wei­tere kriegsunterstühung Deutschlands durch das schwedische Erz zu verhindern. Um das schwe­dische Erz nun restlos sicherzustellen, war be­absichtigt, in Schweden selbst einzu­marschieren und die geringen Kräfte (die Schweden bereitzustellen in der Lage war) wenn möglich freundschaftlich, wenn nötig aber

Denn wie war die Lage? Eine der wirklichkeits- < fremdesten Schöpfungen des Versailler Diktats, poli- i tisch und militärisch nur ein aufgeblasener Popanz, : beleidigt monatelang einen Staat und droht ihn zu­sammenzuschlagen, vor Berlin Schlachten zu liefern, die deutschen Armeen zu zerhacken, die Grenze an die Oder oder an die Elbe zu verlegen und so fort. Und dieser Staat, Deutschland, sieht monatelang diesem Treiben geduldig zu, obwohl es t nur einer einzigen Armbewegung bedurft hätte, um diese von Dummheit und Hochmut aufgeblähte Blase zu­sammenzuschlagen. Noch am 2. September konnte dieser Kampf vermieden werden. Mussolini machte - einen Vorschlag zur sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten und zum friedlichen Verhandeln. Obwohl Deutschland seine Armeen siegreich vor- wärtsstürmen sah, nahm ich ihn trotzdem an. Allein die englisch-französischen Kriegshetzer brauchten d e n K r i e g und nicht d e n F r i e d e n. Und sie brauchten einen langen Krieg, wie sich Herr Chamberlain damals ausdrückte, mindestens 3 Jahre lang, denn sie hatten ja unterdessen ihre Kapitalien in Rüstungsaktien angelegt, die Maschinen angeschafft und benötigten nun die zeitliche Voraussetzung für. das Florieren ihrer Geschäfte und zur Amortisation ihrer Investierungen. Und außerdem: Was haben schon für diese Weltbürger Polen, Tschechen oder ähnliche Völker für einen Wert?

Ein deutscher Soldat fand auf dem Bahnhof m La. Charite am 19.6. 1940 ein eigenartiges Dokument beim Durchstöbern der Dortigen Wag­gons. Er lieferte dieses Dokument da es eine besondere Bemerkung trug seiner vorgesetzten Dienststelle sofort ab. Von dort ging dieses Pa­pier an weitere Stellen, die sich nun klar wurden, hier auf der Spur einer wichtigen Aufklärung zu sein. Der Bahnhof wurde nun noch einmal einer gründlichen Untersuchung unterzogen. So kam in die Hand des Oberkommandos der Wehrmacht eine Do­kumentensammlung von einmaliger historischer Be­deutung. Es wurden die Geheimakten des Alliierten Obersten Kriegsrates ge­funden, einschließlich der Protokolle aller Sitzungen dieser illustren Vereinigung. Und dieses Mal wird

Am 6. Oktober 1939 sprach ich von dieser Stelle aus ;um zweiten Wal im Krieg zum deutschen Volk. Ich konnte ihm die militärisch glänzende Niederwerfung des polnischen Staa­tes melden. Ich habe damals zugleich einen Appell an die Einsicht der verantwortlichen Hlännec in den feindlichen Staaten gerichtet und an die Völker selbst. Ich warnte vor einer Weiterführung des Krieges, deren Folgen nur verheerende fein konnten. Ich warnte besonders die Franzosen, einen Kampf zu beginnen, der zwangsläufig von der Grenze sich weiter frißt und der, ganz gleich, wie fein Ausgang fein würde, in feinen Folgen furchtbar wäre. Ich habe diesen Appell damals auch an die übrige Welt gerichtet. Allerdings wie ich es aus- fpracf) mit dem Befürchten, nicht nur nuf£ gehört zu werden, sondern damit wahrscheinlich erst recht den Grimm der interessierten Kriegs­hetzer zu erregen. Es ist auch genau so ge­kommen.

Die verantwortlichen Elemente in Ugland und Frankreich haben in diesem meinem Appell einen gefährlichen Angriff gegen ihr Knegsgeschaft ge­wittert Sie schickten sich daher sofort an zu er­klären daß jeder Gedanke an eine Ver­ständigung aussichtslos fei, ja, als ein Verbrechen gewertet würde, daß der Krieg w e i - t e r g e f ü h r t werden müßte im Namen der Kul­tur, der Menschlichkeit, des Glücks, des Forschritts, der Zivilisation und hilf, was helfen kann also auch noch im Namen der heiligen Religion und daß zu diesem Zweck Neger und Buschmenschen mobilisiert werden müßten, und daß dann der Sieg zwangsläufig so von selbst komme, daß man eigentlich nur nach ihm zu Zeisen brauche und hast ich dies selber genau wußte und auch langst gewußt hätte, und daß ich auch nur aus diesem Grunde meinen Appell für einen Frieden her Welt unterbreiten würde. Denn wenn ich an den Sieg zu glauben in der Lage wäre, hatte ich

Inmitten des gewaltigen Kampfes um die Frei­heit und für die Zukunft der deutschen Nation habe ich Sie zu dieser Sitzung einberufen laffen. Die Gründe dafür liegen in der Notwendigkeit, unserem eigenen Volk die Einsicht in die historische Einmalig­keit der Vorgänge, die wir erlebten, zu erschließen, den verdienten Soldaten aber zu danken, sowie in der Absicht, zu versuchen noch einen und die­ses Mal den letzten Appell an die all­gemeine Vernunft zu richten.

Wer die auslösenden Momente dieser geschicht­lichen Auseinandersetzung in Vergleich bringt zum Umfang, der Größe und Tragweite der militärischen Ereignisse, dem muß die Erkenntnis werden, daß Vorgänge und Opfer dieses Kampfes in keinem Verhältnis stehen zu den behaupteten Anlässen, es sei denn, daß diese Anlässe selbst nur Vorwände wa­ren für verborgen liegende Absichten.

Das Programm der nationalsozialistischen Bewe­gung war, insoweit es sich auf die künftige Aus­gestaltung des Verhältnisses des Reiches zur Um­welt bezog, ein Versuch, die Revision des Versailler Vertrages unter allen Um­ständen soweit aber irgend möglich auf friedlichem Wege herbeizuführen.

Diese Revision war eine naturnotwendige. Das Un­haltbare der Versailler Bestimmungen lag nicht mir in der demütigenden Diskriminierung, der Recht- losmachung entsprechend der sichergestellten Ent­waffnung des deutschen Volkes, sondern vor allem in der daraus abgeleiteten materiellen Zerstörung der Gegenwart und der beabsichttgten Vernichtung der Zukunft eines der größten Kulturvölker der Welt, in der vollständig sinnlosen Anhäufung rie­siger Ländermengen unter der Herrschaft einiger Staaten, in der Beraubung der Unterlegenen und ihrer unersetzbaren Lebensgrundlagen und unent- behrlichsten Lebensgütern.

Die Tatsache, dgh schon wahrend der Abfas­sung dieses Diktates einsichtige männer auch auf der Seite der Gegner vor der endgültigen Verwirklichung der Bestimmungen dieses Wahn­sinnswerkes warnten, ist ein Beweis für die sogar in diesen Reihen herrschende Aeberzeu- gung der Unmöglichkeit, dieses Diktat für die Zukunft aufrechlerhalten zu können.

Ihre Bedenken und ihre Proteste wurden aller­dings mit der Versicherung zum Schweigen ge­bracht, daß der neugebildete Völkerbund in sei­nen Statuten die Möglichkeit einer Revision dieser Bestimmungen sicherstellte, ja dafür zuständig sei. Die Hoffnung auf eine Revision war demnach zu keiner Zeit als etwas Ungebührliches betrachtet wor­den, sondern als etwas Natürliches. Leider hat ent­sprechend dem Wollen der verantwortlichen Manner des Versailler Diktates die Genfer Institution sich nicht als eine Einrichtung zur Herbeiführung ver- nötiger Revisionen betrachtet, sondern von An­fang an nur als Garant der rucksichtslo en Durch- führunq und Aufrechterhaltung der V-rsaMer Be­stimmungen. Alle Versuche des demokratischen Deutschlands, auf dem Rcmsionswcge eme Gleich­stellung des deutschen Volkes zu erreichen, blieben

(äffe für bie Verwirklichung ihrer wahnsinnigen Pläne. Es trat wieder einmal jene Verschwörung bärmlicher käuflicher politischer Kreaturen und geld­gieriger Finanzmagnaten in Erscheinung, für die der Krieg ein willkommenes Mittel ist, ihre Ge­schäfte zum besseren Gedechen zu bringen. Das in­ternationale jüdische Völkergift begann immer mehr gegen jede gesunde Vernunft zersetzend zu arbeiten, die Literaten verstanden es, die anständigen Män­ner, die den Frieden wollten, als Schwächlinge und Landesverräter hinzustellen, die oppositionellen Parteien als 5. Kolonne zu denunzieren, um fo jeden inneren Widerstand gegenüber ihrer ver­brecherischen Kriegspolitik zu beseitigen. Juden und Freimaurer, Rüstungsfabrikanten und Kriegsge­winnler, internationale Händler und Börsenjobber fanden politische Subjekte, Desperados Und Hero- straten-Naturen, die den Krieg als das Ersehnens- und damit Wünschenswerte hinstellten.

Diesen verbrecherischen Elementen war es zu-

W Hegt nun im Interesse eines Siegers, die ihm nützlichen Bestimmungen als für alle heilig hmzu- stellen im Wesen des Selbsterhaltungstriebes des Besiegten aber, sich die allgemeinen Menschenrechte wieder zurückzuholen. Für ihn hatte das Diktat eines übermütigen Gegners um fo weniger Gesetzes­kraft, als dieser Gegner damals kein ehrlicher Sieger war. Ein seltenes Unglück hat es gewollt daß das Deutsche Reich in den Jahren 1914 bis 1918 sehr schlecht geführt war. Diesem und dem noch nicht anders belehrten Glauben und Vertrauen des deut­schen Volkes in das Wort demokratischer Staats­männer war unser Untergang zuzuschreiben. Daher war der britisch-französische Anspruch das Ver­sailler Diktat als eine Art internationale oder gar höhere Rechtsetzung auszugeben, für jeden ehrlichen Deutschen nichts anders als eine freche -An­maßung, die Annahme aber, daß ausgerechnet englische oder französische Staatsmänner Hüter des Rechtes an sich oder gar der menschlichen Kultur wären, eine dumme Unverschämth eit Eine Unverschämtheit, die durch ihre eigenen höchst min­derwertigen Leistungen auf diesen Gebieten zur Ge­nüge beleuchtet wird. Denn es ist selten die Wett mit einem größeren Minimum an Klugheit Moral und Kultur regiert worden als jener Teil, der zur Zeit dem' Wüten gewisser demokratischer Staats­männer ausgeliefert ist. , . .

Die nationalsozialistische Bewegung hat in ihrem Programm neben der inneren Erlösung aus den jüdisch-kapitalistischen Fesseln einer pluto-demokratischen dünnen Ausbeuterschicht nach außen hin den Entschluß zur Bef r e i - u n g des Reiches aus den Versailler Dlk- tatfesseln verkündet. Die deutschen Forderungen dieser Revision waren naturnotwendige, für dos Dasein und die Ehre eines jeden großen Vol­kes selbstverständliche. Sie werden von der Nachwelt einst wohl als unendlich maßvoll be­

zeichnet.

Alle diese Forderungen aber mußten m Der Praxis gegen den Willen der britisch-französischen Machthaber durchgesetzt werden. Wir alle sehen es nun erst recht als einen Erfolg öe.r j^rung bes Dritten Reiches an, baß bie Verwirklichung dieser Revisionen jahrelang ohne Krieg gelungen war, nicht weil wir wie bie britischen und fran­zösischen Demagogen es behaupteten 3UmJ?,rie^ Ohnehin nicht in der Lage gewesen waren Als es aber endlich schien, als ob es dank einer gewisse erwachenden Vernunft durch eine internationale Zu­sammenarbeit zur friedlichen Losung auchi bet: 9tef Probleme kommen würbe können, ba wurde die am 29. September 1938 in München m diesem Sinne getätigte Uebereinfunft der vier wesentlich daran beteiligten großen Staaten m öffentlichen Meinung zu London und Pans nicht nur mcht begrüßt, sondern als abscheul iche s

Zeichen verdammt. Die blutbefleckten '

taliftischen Kriegshetzer sahen m der Mogllchkei des Gelingens einer solchen friedlichem Revifw das. Eutfchwivdea greifbarem 2in>

mit Gewalt beiseitezuschieben.

Daß die Gefahr unmittelbar bevorstand, erfuh­ren wir durch bie unbezähmbare Redseligkeit des Ersten Lords der britischen Admiralität persönlich. Wir erhielten weiter eine Bestätigung dafür durch eine Andeutung, die der französische Ministerpräsi« deut Reynaud bei einem fremden Diplomaten ge­macht hat. Daß dieser Termin aber schon vor dem 8. April zweimal verschoben worben war, und daß am 8. bie Besetzung stattfinden sollte, baß also ber 8. der britte und damit endliche Termin gewesen war, wissen wir allerdings erst seit kürzerer Zett, ja, endgültig bestätigt er ft seit der Auffindung bet Protokolle bes Obersten Alliierten Kriegsrats.

Ich habe nun, sowie die Gefahr der Herein- Ziehung des Nordens in den Krieg deutlich wurde, auch für die deutsche Wehrmacht die notwen­digen Maßnahmen angeordnet. DerAlt­mark"-Fall zeigte schon, daß die norwegische Regierung nitfjt bereit war, ihre Neutralität zu wahren. Agenten-Meldungen ließen darüber hinaus erkennen, daß zumindest zwischen den führenden Köpfen der norwegischen Regierung und den Alli­ierten bereits ein volles Einverständnis bestand. Endlich verscheuchte die Reaktion Nor- wegens gegen den Einbruch der britischen Minen­leger in das norwegische Hoheitsgebiet auch den- letzten Zweifel. Die bis ins Kleinste vorbereitets deutsche Operation wurde damit ausgelöst. Tatsächlich war nun die Lage etwas anders, als sie sich uns am 9. April darstellte. Während mir da­mals glaubten, der englischen Besetzung wenige Stunden zuvorgekommen zu sein, wissen wir heute, daß die Landung der englischen Truppen schon für den 8. vorgesehen gewesen war, daß die Einschif­fung ber britischen Verbände bereits am 5. und 6. begannen hatte, daß aber im selben Augenblick die ersten Nachrichten bei der britischen Admiralität über die deutsche Flotte eintrafen, daß sich unter dem Eindruck dieser Tatsache Herr Churchill ent­schloß, die bereits eingeschifften Verbände wieder aus schiff en zu lassen, um durch die britische Flotte erst die deutschen Schiffe, aufsuchen und an­greifen zu lassen. Dieser Versuch mißlang. Nur ein einziger englischer Zerstörer kam in Berührung mit deutschen 'Seestreitkräften und wurde in den Grund geschossen. Es gelang diesem Boot nicht mehr, irgendwelche Nachricht an die britische Admi­ralität oder an englische Flottenstreitkräfte weiter­zugeben. So erfolgte am 9. die Landung deutscher Dorabteilungen in einem Gebiet, das sich von Oslo nordwärts bis Narvik erstreckte. Als in London die Nachrichten darüber eintrafen, lauerte der Erste Lord der Admiralität, Mr. Churchill, schon seit vie­len Stunden auf bie Erfolge seiner Flotte.

Dieser Schlag, meine Abgeordneten, war das kühnste Unternehmen der deutschen Kriegsge­schichte. Seine erfolgreiche Durchführung wurde nur möglich dank der Führung und Haltung aller daran beteiligten deutschen Soldatep. Was unsere drei Waffen: das Heer, die Warine und die Luftstreitkräfte in diesem Kamps um

es Mister Churchill nicht möglich sein, die Wahrheit ber Dokumente einfach zu bestreiten ober wegzu­leugnen, fo wie er es seinerzeit bei ben Akten aus Warschau zu tun versucht hatte. Denn biese Doku­mente tragen alle bie eigenhändigen Rand­bemerkungen der Herren Gamelin, Daladier, Weygand usw. Sie können also jederzeit von die­sen bestätigt oder etwa ab geleugnet werben. Unb diese Dokumente geben nun Aufschluß über bas Treiben ber Herren Kriegsinteressenten und Kriegs- ausbreiter. Sie werben vor allem zeigen, wie für diese eiskalten Politiker und Militärs alle klei- nen Völker nur Mittel zum Zweck wa­ren, wie sie versuchten, Finnland für ihre Interes­sen zu verwenden, wie sie sich entschlossen hatten, Norwegen und Schweden zum Kriegsschauplatz zu machen, wie sie beabsichtigten, ben Balkan in Brand zu setzen, um von dort hundert Divisionen als Hilfe zu bekommen, wie sie die Vorbereitungen trafen zum Bombardement von Datum unter einer ebenso gerissenen wie skrupellosen Ausbeutung der ihnen nicht abholden türkischen Neutralität, wie sie die Niederlande unb Belgien immer tiefer in ihre Schlinge zogen und endlich in bindende General- ftabsabmachungen verstrikten und so vieles andere mehr.

Die Dokumente geben aber auch ein Bild von der ganzen dilettantischen Methode, mit ber diese politisierenden Kriegshetzer den von ihnen angezündeten Brand zu beherrschen versuchten, vkn ihrem militärischen Demokratismus, der mitverantwortlich ist für das grauenhafte Schick­sal, das sie Hunberttausenden und Millionen Sol­daten ihrer eigenen Länder zu fügten, ihrer bar­barischen Gewissenlos igkeit, durch die sie ganz kalt bewußt ihre Völker zu einer Massen- Evakuierung trieben, deren militärische Auswirkun- , gen für sie selbst nur abträgliche, deren allgemeine : menschlichen Folgen aber erschütternd grauenhafte i waren. Diese selben Verbrecher sind aber zugleich : die Verantwortlichen für bas- Hineinpeitschen der i Polen in den Krieg. 18 Tage später war dieser i Feldzug praktisch beendet.

Norwegen leisteten, sichert ihnen die Bewer­tung eines allerhöchsten Soldatentums.

Die Marine führte ihre Operationen und späte? die Transporte durch gegen einen Feind, ber im Ge­samten fast mehr als bie zehnfache Überlegenheit be­saß. Alle Einheiten unserer jungen Reichskriegs­marine haben sich dabei mit unvergänglichem Ruhm bedeckt. Es wird erst nach dem Krieg gestattet sein, über bie Schwierigkeiten zu sprechen, bie gerabe bet diesem Feldzug durch zahlreiche unvorhergesehene Rückschläge, Aus- unb Unglücksfälle eintraten. Al­les am Ende aber trotzdem überwunden zu haben, ist das Verdienst der Haltung, ber Führung und ber Truppe.

Die Luftwaffe, in biesem gewaltigen weiten Raum oft die einzige Transport- und Verbindungs­möglichkeit, hatte sich in allem selbst übertroffen. Tollkühne Angriffe auf bie Gegner, auf Schisse und Landungstruppen stehen kaum über dem Zähen Hel­dentum jener Transportflieger, die trotz unvorstell­bar schlechtem Wetter immer wieder in das Land der Mitternachtssonne hinaufflogen, um dort oft im Schneesturm Soldaten abzusetzen oder Lasten abzuwerfen. Die Fjorde Norwegens sind zum Fried­hof zahlreicher britischer Kriegsschiffe geworden. Dem ununterbrochenen wilden Angriff deutsches Bomber und Stukas gegenüber mußte endlich die brittfche Flotte weichen und jene Gefilde räumen, . von denen wenige Wochen vorher erst eins engx

ja nicht England und Frankreich eine Verständigung ohne jede Forderung vorgeschlagen. In wenigen Tagen war es diesen Hetzern gelungen, mich Der übrigen Welt gegenüber geradezu als Feigling hin- zustellen. Wegen meines Friedensvorschlages wurde ich beschimpft, persönlich beleidigt, Herr Chamber­lain spie mich vor ber Weltöffentlichkeit förmlich an und lehnte es ab, entsprechend den Direktiven der hinter ihm stehenden Hetzer und Antreiber Churchill, Duff Cooper, Eden, Höre Belisha usw. über einen Frieden aud) nur aur eben, geschweige Denn für einen solchen zu handeln. So hat dieser großkapitalistische Jnteressentenklungel nach der Fortsetzung des Krieges geschnen. Diese Fortsetzung hat nun ihren Anfang ge°