Ausgabe 
20.7.1940
 
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Samstag, 20., Sonntag, 21. Juli MV

ldv. Jahrgang Ur. 170

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Des Führers Dank an Front und Heimat.

Nach siegreicher Beendigung der Kämpfe in Norwegen und Frankreich steht das Großdeutsche Neich stärker denn je / zuvor zu jedem Kampfe gerüstet. Ein letzter Appell des Siegers an die Vernunft der Völker.

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Der Führer und sein Reichsmarschall

Bekenntnis des Glaubens und des Vertrauens, der Volk wie ein Mann hinter seinem Führer Adolf Hitler steht. Mit einem Sturm der Begeisterung stimmen die Abgeordneten und mit ihnen das ganze Liebe und der Treue, mit dem das gesamte deutsche Haus in das Siegheil des Führers ein. Mitgerissen von der überwältigenden Größe dieser Stunde, der größten Stunde des Deutschen Reichstages, so lange eine Geschichte ihn nennt, steigen die Lieder der'Nation empor, die wohl noch nie mit solch hei­liger Inbruttst gesungen wurden.

Nickt die Ueberleaenheit der Waffen, sondern der überlegene Kampfgeist des deutschen Frontsoldaten hat den Sieg errungen. (PK.-Ulrich-Scherl-M.)

gedenken wir hierbei des uns allen bekannten großen Faschisten, des tapferen Luftmarschalls und des treuen Freundes Deutschlands, Ätalo B a l b 0. Göring bittet dann den Führer, das Wort zu ergreifen.

(Der Wortlaut der Führerrede im 2. Blatt.)

Dank an den Führer.

Unter dem Eindruck der Worte des Führers wurde das Siegheil auf das deutsche Volk, mit dem Adolf Hitler seine Rede schloß, zu einem jubelnden

Letzte Warnung.

Als der Führer zum letztenmal vor dem Reichstag tand, da war es, um dem deutschen Volke zu be­richten über den unerhört schnellen und vollständigen Sieg der deutschen Waffen in Polen, um die poltti- chen Folgerungen aus dem Zusammenbruch des polnischen Staates, jener jeder Einsicht in die wahren Zusammenhänge hohnsprechenden Schöpfung der Versailler Friedensmacher, klarzulegen und schlleß- lich, um an die westlichen Demokratien tue Frage zu richten, weshalb nun dieser Krieg fortgeführt werden solle, den sie vorgegeben hatten, um Polens willen begonnen zu haben. Auf die Gefahr hin, daß die Kriegshetzer in seinen Worten wie schon so oft nur wieder den Ausdruck der Angst und Ver­zweiflung sehen würden, hatte der Führer dann in aller Offenheit und in größter Ausführlichkeit das außenpolitische Programm der Reichsregierung ent- wickelt nicht nur soweit es die Neuordnung der Dinge in der deutschen Interessensphäre des ost­europäischen Raumes betraf, sondern auch mit Be­zug auf das Verhältnis Deutschlands zu den West- rnächten und alle die Probleme, deren Lösung durch Zusammenarbeit aller Nationen den europäischen Völkern das Gefühl der Sicherheit zurückgeben und damit diesem Kontinent den Frieden und eine ver­heißungsvolle Zukunft für lange Zeit garantieren sollte. Es war ein Programm, das von dem Ver- antwortungsbewußtfein, der großzügigen Vorurteils­losigkeit und dem Gedankenreichtum eines wahrhaft großen Staatsmannes getragen, wert gewesen wäre, die Gründungsakte eines neuen Europa genannt zu werden. Und der Führer hatte dann in ernsten Worten die furchtbaren Folgen geschildert, die die Zurückweisung dieses seines Appells an die Ver­nunft für die Völker haben müßte, die nun wie Polen die Scharfe des deutschen Schwertes zu spüren bekämen. Wir wissen, in Paris und London war die Verstocktheit größer als Vernunft und Einsicht, die Männer in England und Frankreich, die in frevelhaftem Uebermut den Krieg heraufbeschworen hattest nicht um Polens willen, zu dessen Rettung sie keinen Finger gerührt hatten, sondern um das Werk von Versailles zu vollenden, um das national­sozialistische Deutschland zu vernichten, um ein Volk auszulöschen, dessen Tüchtigkeit ihnen unbequem war, dessen soziales Beispiel ihre eigene plutokratische Herrschaft in ihren Fundamenten bedrohte, diese Männer wckllten keinen Frieden, ihnen konnte der Krieg nicht lange genug dauern, weil sie ihn brauch­ten, um mit ihm das große Geschäft zu machen, auf das alle diese Großverdiener der Aufrüstung speku­liert hatten, und das die Völker mit ihrem Blut bezahlen sollten. Sie stießen in wahnwitziger 23er- blenbung die Hand des Führers zurück, sie wollten den Krieg, und sie haben ihn bekommen.

Nun steht, knapp zehn Monate nach jenem denk- : würdigen 6. Oktober, der Führer erneut vor dem i Reichstag. Wieder einmal kann er der Welt vor : Augen führen, daß er mit feinen Voraussagen recht 1 behalten hat. Die Wind fäeten, haben Sturm ge- erntet. Frankreich liegt zerschmettert am Boden und - des Führers warnendes Wort vom 6. OktoberEs gibt heute keine Inseln mehr" hat begonnen,/

Fahrt zum Reichstag.

23 er Hn, 19. Juli. (DNB.) Von der Reichskanzlei zur Krolloper, die noch den Fahnenschmuck zur Be­grüßung Oer siegreich heimgekehrten ersten Berliner Truppen tragen, stehen schon seit Stunden, erwar­tungsfrohe Menschen. Als in den frühen Nachmit- tagsftunben die Kunde von dem Zusammentritt des Reichstags durch Berlin eilte, begann sogleich der Aufmarsch der Bevölkerung zur Spalierbildung. Vor allem gegenüber den Alten Reichskanzlei hatten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Zum ersten- mal brandeten die Heil-Rufe auf, als um 18.40 Uhr Hermann Göring durch die Wilhelmstraße fuhr.

Um 18.45 Uhr kommt erneut Bewegung in die Massen vor der Alten Reichskanzlei. Die Wache ist ins Gewehr getreten. Kommandos und Trommel­wirbel ertrinken in dem Jubel, mit dem der sichtbar werdende Wagendes Führers begrüßt wird. Auf der ganzen Wegstrecke bis zur Krolloper steigt ein Orkan der Begeisterung auf, sobald die Auto­kolonne sichtbar wird, an deren Spitze der Wagen des Führers fährt. I

Oer Reichstag

in Erwartung des Führers.

Der Reichstag bietet ein ganz anderes Bild als zuvor, mehr als die Hälfte der Abgeordneten ist im Ehrenkleid des deutschen Soldaten erschienen. Viele von ihnen tragen als Zeichen ihrer Bewäh­rung die leuchtenden Farben des Bandes des E. K. Das Braun und Schwarz der Parteiuniformen der Männer, die auf Geheiß des Führers verantwort­liche Posten in der Heimat aus f üllen, wird immer wieder unterbrochen von dem Feldgrau des Heeres oder dem Taubengrau der Luftwaffe. Vereinzelt sieht man auch das dunkelblaue Tuch der Kriegs­marine. Sechs Plätze im Sitzungssaal bleiben leer. Sie sind mit Lorbeer geschmückt. Es sind die Plätze der Abgeordneten Lippold, Haselwander, Veitzel, Boetel, Eckhardt, Hanfler, die auf dem Schlachtfeld mit ihrem Leben den Treueid, den sie dem Führer gelobten, mit dem Tode besiegelt haben.

Die Tribüne des Reichstages füllt sich. Das Ehrenkleid der Wehrmacht herrscht auch hier ein­deutig vor. In der ersten Reche sieht man den Ober­befehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brau- chitfch, Generaloberst Keitel, Generaladmiral Rae- bcr, Reichsaußenmiy-ister v. Ribbentrop, in der zweiten Reihe die Reichsminister. Auf der rechten Seite haben auch die Reichsstatthalter und Staats­sekretäre ihre Plätze eingenommen.

Die gesamte rechte Seite des ersten Ranges ist dcm soldatischen Führerkorps des Großdeutschen Reiches vorbehalten. Man sieht die durch die großen Siege der deutschen Waffen in Polen, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich bekanntgeworde­nen markanten Gesichter der Männer, die unsere Truppen von Sieg zu Sieg geführt und unvergäng­lichen Lorbeer an die Fahnen der besten Armee der Welt geheftet haben. Die Mehrzahl von ihnen trägt das Ritterkreuz. Unter den Teilnehmern auf den Rängen bemerkt man die führenden Männer des deutschen öffentlichen Lebens, aus Wirtschaft und Wissenschaft, vor allem aber verwundete Offiziere und Soldaten. Auch die Diplomatenloge hat sich iw- zwischen gefüllt. Kurz vor 19 Uhr tritt der ita­lienische Außenminister Graf Ciano ein. Er nimmt in der Mitte der Loge Platz. Rechts von ihm sitzen Staatssekretär Weizsäcker, der spa­nische, der argentinische und der brasilianische Bot­schafter. An seiner linken Seite hat Der italienische Botschafter Alfieri Platz genommen . Dahinter sitzen die übrigen Botschafter, Gesandten und Ge- schäftsttäger.

Punkt 19 Uhr betritt d er Führer das Haus, mit ihm Generalfeldmarschall Göring, Reichs­minister Rudolf Heß und Reichsaußenminister v. Ribbentrop. Im grauen Rock der Wehr­macht durchschreitet er ernsten Gesichtes die Reihen der Männer, die ihn stehend mit erhobener Hand schweigend begrüßen. Der Führer betritt die Tri­büne und drückt einzelnen Ministern die Hand.

Generalfeldmarschall Göring eröffnet die Sitzung.

Dann nimmt Generalfeldmarschall Göring das Wort. Er gedenkt der Opfer, die in den bisherigen Kämpfen geblieben sind, all der Männer, Sol­daten und Offiziere, die ihr Leben einge­setzt haben für ihre Pflicht, für ihren Fahneneid, für Führer und Vaterland. Ihr Opfer und ihr Blut sind der Kitt, der mit dazu bei­tragen wird, das gewaltige Gebäude unseres Großdeutschen Reiches auf ein festes Fundament zu stellen. Der Reichstag gedenkt auch in dieser Stunde der Hinterbliebenen unserer tapferen Ge­fallenen, die das Teuerste hingegeben haben, deren Trauer aber geadelt wird durch die. Größe und den Nutzen dieses Opfers. Der Reichstag wird als be­rufene Vertretung des Volkes mit daran arbeiten, daß den Hinterbliebenen und Angehörigen dieser Gefallenen auch für alle Zukunft die Sorge erspart bleibt. Sie werden und dürfen nicht spüren, daß sie ihre Ernährer verloren haben. Das alles wird der Reichstag im Auftrag des Führers später regeln. In dieser Stunde wollen wir nur der Große der Opfer und des heldenhaft erduldeten Schmerzes Der Hinterbliebenen gedenken. Göring gedenkt auch Der Opfer der tapferen Streiter des uns verbündeten und befreundeten Italiens. Auch sie haben ihr Leben für die Gröhe ihres Volkes und ihres Vater­landes hingegeben. Insonderheit und m erster Lime

Unfer linkes Bild zeigt den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht beim Gruß an seine Soldaten lPK.-Rafcheit-Scherl-M.) unser rechtes Bild Reichsmarschall Göring in seinem Hauptquartier bei einer Besprechung mit Generalfeldmarschall Milch und Major Witzig.

; (Scherl-Bilderdi enst-Kropp-M.)