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Detonationen, Unfere Artillerie greift dort nochmals an. Warum kämpfen denn die Poilus fo zäh? Sie tonnen ja nicht mehr heraus! Auch hinter den Do- Öen . winkt ihnen keine Rettung mehr. Sie ziehen daher in die Taler zurück und verteidigen sich als gute Soldaten, wenn sie dort angegriffen wer­den. Doch der Widerstand ist immer nur vereinzelt Dennoch ist die Auskämmung eines fo großen Ge­bietes in wenigen Tagen eine große Leistung. Aber unsere Truppen sind mit einem Feuereifer dabei wenn es nur vorwärts geht.

Dr. August Rammingen

^-Obergruppenführer Weitzel f.

Bei einem nächtlichen englischen Fliegerüberfall «auf die innere Stadt Düsseldorf wurde --- Obergruppenführer Weitzel tödlich getroffen. -)° Obergruppenführer Weitzel fuhr während des An- ttri fes in die bedrohte Zone, als ihn ein Splitter einer Bombe traf.

^«Obergruppenführer Weitzel gehörte zu der Al- ten Garde des Gaues Hessen-Nassau. Er noar einer der ältesten Mitkämpfer unseres Gau­leiters, an dessen Seite er dem Gau eine schlag­kräftige und einsatzbereite, vom Gegner stets gefürch­tete Schutzstaffel aufbaute. Sein Kampfgeist und jein Opfersinn, die er in der Zeit vor der Macht­übernahme und auch in den Jahren danach in Hessen-Nassau zum Einsatz brachte, lassen ihn der Bewegung unseres Gaues unvergessen sein.

Das Adler-Geschwader entscheidend beteiligt.

Berlin, 19.Sunt. (DNB.) Der gestrig- OKW.< Bericht gab bedeutende Erfolge der deutschen Luft­waffe gegen feindliche Transportschiffe an der Loire- wündung bekannt. Wie wir hierzu erfahren, ist an liefen außergewöhnlichen Erfolgen des 17.6. das Gekannte Adler-Geschwader unter Führung Les Oberstleutnants L v e b e l entscheidend beteiligt gewesen.

Großer Oeltanker nahe der englischen Küste versenkt.

N e u y o r k, 19. Juni. (DNB.) Wie verlautet, wurde der 14 000 BRt. große Oeltanker ,^J t a I i a" vm 14. Juni in der Nähe ber englischen Küste ver­senkt. 19 Besatzungmitglieder werden vermißt. 3er Tanker gehörte der Texas Company of Nor- öaqv Weiter wird gemeldet, daß die Bundesschiff- jfahrtskommission den Verkauf des U8A.-Frachters 6 o n t) o r" an eine englische Reederei genehmigte. .IleuesKlotlenbauprogramm der USA.

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Washington, 19. Juni. (DNB.) Der Flotten­chef Admiral Stark forderte am Dienstag im Marineausschuß des Abgeordnetenhauses weitere ^Milliarden Dollar für ein zusätzliches rund 200 Kampfschiffe umfassendes Programm. Die Marine der USA., deren Tonnageraum zur Zeit etwa 1,7 Millionen Tonnen umfaßt, würde, falls der Kongreß die Forderung bewilligt, um 1,25 Millionen Tonnen vermehrt werden. Starks Forderung kam völlig überraschend, da erst nm Montag in den Marineausschüssen beider Häu­ser mit Billigung der Regierung zwei Vorlagen Angebracht worden waren, die 1,2 Milliarden Dollar für 84 weitere Kriegsschiffe anforderten. Stark bezeichnete das neue Programm angesichts der Weltlage als unumgängliche Not­wendigkeit zur Verteidigung der Vereinigten Staa­ken und ihrer Jnfelbesitzungen, wie zur Verteidigung der Monroedoktrin. Der Marineausschuß hieß das zusätzliche Flottenausbauprogramm einstimmig gut. Die Bewilligungen müßten jedoch von Fall zu Fall angefordert werden. Admiral Stark erklärte, die Durchführung des neuen Programms würde etwa

7 Sabre beanspruchen. Der Vorsitzende des Senats- ausscyusses, Walsh, bezeichnete die Bill als Beginn einer amerikanischen Doppel flotte, d. h. Schaf­fung je einer unabhängig voneinander operierenden Flotte im Atlantik bzw. Pazifik.

Allgemeine Wehrpflicht in Kanada.

N e u y o r k, 19. Juni. (Europapreß.) Aus Ottawa wird gemeldet, die Einführung der Allge­meinen Wehrpflicht in Kanada sei im Rahmen eines außerordentlichen Ermächtigungs­gesetzes vom Ministerpräsidenten Mackenzie King an­gekündigt worden. Der kanadische Ministerpräsident fügte jedoch hinzu, daß die Wehrpflicht vorläufig auf die Landesverteidigung beschränkt bleibe. Weiter gab Mackenzie King die Landung des ersten kana­dischen Expeditionskorps auf Island bekannt.

Dor dem kanadischen Parlament erklärte Verteidi­gungsminister Power, jedem Bürger Kanadas unter fünfundvierzig Jahren werde in absehbarer ZeitGelegenheit gegeben und die Verpflichtung auferlegt werden", s i ch militärisch ausbil- den zu lassen. Der Verteidigungsminister hob her­vor, daß die militärische Ausbildung nur zum Zwecke derVerteidigung des Domi­nions" erfolgen solle, woraus hier die stillschwei­gende Zusicherung genommen wird, daß die auf Grund Der Allgemeinen Wehrpflicht Ausgehobenen nicht zur Aufstellung des nach England zu ent­sendenden Expeditionskorps herangezogen werden sollen. Die Ausbildungszeit werde ie nach den Erfordernissen drei Monate ober weniger be­tragen.

Das Straßburger Münster.

Von Ernst von Niebelschüh.

Mit der Besetzung der wunderschönen Stadt" durch deutsche Truppen ist auch das Straßburger Münster, dessen Verlust uns nicht weniger schmerz­lich traf als der von Grü­newalds Jsenheimer Al­tar in Colmar, wieder in die Arme der Mutter zu­rückgekehrt. Grenzland­schicksal waltet über die­sem vielleicht schönsten, sicher aber geliebteften un- ferer mittelalterlichen Do­me. Er blickt gleicherweise nach Osten wie nach We­sten, und wer seine Ge­schichte zu schreiben unter­nimmt, kann nicht umhin, sie in die der beiden Völ­ker hineinzustellen, die ihm seine Gestalt gegeben haben. Dennoch fällt das deutsche Element schwerer und ausschlag- gebenber in bte Waag­schale. Soweit wir bte Baugeschichte ber Mün- sterkirche zurückversolgen können, nirgends treffen wir auf französische Na­men. Deutsch war das Domkapitel, deutsch die Bischöfe, deutsch auch die uns überlieferten Archi­tekten, angefangen bei je­nem Meister Rudolf, der bas gotische Langhaus er­baute, über Erwin von Steinbach, ben mutmaß-

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lichen Schöpfer ber Fas- fabe, bis zu Ulrich von Ensingen unb Konrab Hültz, bie mit ber Errichtung bes Turmoktogons unb feiner phantastischen Helmbekrönung bem Bau bie im wesentlichen enbgültige Form gegeben haben.

Als ben gotischen Musterbau hat schon ber junge Goethe bas Münster gepriesen, obwohl ihm dieses Lob mit geringerem Recht zukommt als etwa bem Kölner Dom, Der ihm an Einheitlichkeit ber Pla­nung unb Durchführung überlegen ist. Auch an Konsequenz in ber Uebernahme französisch-gotischer Konstruktionsgrunbsätze. Man barf nicht übersehet, baß bie gotischen Bestanbteile, Langhaus unb Turm­front, sich unorganisch an eine noch aus romanischer

Zeit stammende Dftpartie anlehnen unb selber mit Benutzung ber Funbarnente eines frühromanischen Vorgängers errichtet sinb. Aus bieser Kreuzung alter Ueberlieferungen mit ber neuen Formensprache ergaben sich sehr eigentümliche Maßverhältnisse, unb bas Resultat ist ein Raum, ber gerabe bie im fran­zösischen Sinne entscheibenben Fvrberungen ber Kathebralgvttk nicht erfüllt. Sowohl die weiten Pfeilerabstände wie auch bas geringe Maß der Höhenstreckung sind unfranzösisch, unb aus biesem nicht ebenklassischen" Verhältnis ber Höhe zur Breite entsteht ein Raumbilb von ruhig ausgewoge­ner, aber nicht eigentlichgotisch" zu nennender

Weite unb Durchsichtigkeit trotz aller Korrektheit ber Einzelformen. Es forbert zum Verweilen auf, was bie französische Kathebrale mit ihrer schnellen Pfeilerfolge unb ihrem steilen Querschnitt nie tut. Am besten ist bieser Unterschieb burch eine Zahlen­figur klarzumachen. Verhalten sich in ber klassischen Gotik ber Franzosen bie Scheitelhöhe ber Gewölbe zur Breite bes Mittelschiffs wie brei zu eins, so in Straßburg nur wie zwei zu eins. Mit anberen Worten: bas ber Schulgotik so wesenseigentümliche Moment ber Uebertreibung fehlt bem Straßburger Langhaus. So überroältigenb ber Einbruck ist, er entsteht nicht aus ber starren Befolgung eines for­malistischen Dogmas, bas ben Menschen in die Knie wirft, ohne ihm bie Möglichkeit ber Wieber- aufrichtung zu geben.

In der wie mit Filigran überzogenen Fassade mit der wundersamenHarfenbespannung" ber Wanbflächen unb ber unvergleichlich schon gezeich­neten Rose über bem Mittelportal erreicht bie Bau­masse, bie von Ost nach West zunehmenb trans­parenter wirb, jenen Zustand ber Vergeistigung, ber bie Bewunberer dieser riesenhaften Schauwand an basachte Weltwunder" benfen lieh. Die Jbee bazu mag auf Erwin von Steinbach zurückgehen, ben Meister, in welchem noch Goethe ben Schöpfer bes 'Gesamtbaus zu sehen glaubte. Schabe, baß einer der großartigsten Baugedanken aller Zeiten später in ungeschickte Hände geriet: durch die Ein­fügung eines Zwischengeschosses zwischen den an­fänglich freistehenden Turmstümpfen, wodurch die vertikal aufschießende Fassade in eine bloße Kulisse verwandelt unb der ursprüngliche Plan, der Stirn- wand zwei gleiche Turmbekrönungen zu geben, un­möglich gemacht wurde. Die später gefundene Lö­sung des Einturms ersetzt durch eigenwillige Origi­nalität, was ihr an Einheitlichkeit und Symmetrie fehlt. Eine sehr deutsche Lösung! Bizarr unb launenhaft, wenn man will, aber von so geist­reicher Eigenart, daß es unmöglich ist, sich einen Partner, der diesem Turm das Gleichgewicht hielte, auch nur vorzustellen. Noch aber fehlte dem Turm- oktogon Ulrichs von Ensingen der Helm. Er ist das Werk bes aus Köln berufenen Konrad Hültz: eine aus lauter Spindeltreppen bestehende, luftdurch­lässige Spitzpyramide aus Stein, eine Vielheit von Schrauben gleichsam, mit deren Hilfe ber Besucher dieses technischen Wunberwerks bie Spitze ber Nabel erreicht. Mit einer Höhe von 141 Meter ist ber Straßburger Münsterbom von keinem ber noch im Mittelalter vollendeten deutschen Domtürme über­troffen worden.

Eine reiche und kostbare Portalplasttk, das meiste und beste aus ber Entstehungszeit bes Bauwerks, also bem 13. uyd 14. Jahrhundert, sowie bie Fülle alter Glasgemälde tragen dazu bei, uns das Straß­burger Münster auch nach dieser Richtung hin als eins ber ebelften Dokumente beutscher Kunst erschei­nen zu lassen.

Völkerwanderung über die Schweizer Grenze. Ein Sonberberichterstatter an ber französisch­schweizerischen Grenze hatte Gelegenheit, ben Flücht­lingsstrom an den Grenzübergängen von Frank­reich zur Schweiz längs bes Juragebirges zu beobachten. Der Strom ber Flüchtlinge hat, fo meßet er, in ben letzten 24 Stunben stellenweise bie Ausmaße einer wahren Völkerwanderung an­genommen. Zu Fuß, auf Fahrräbern, mit Schub­karren, Hanb- unb Kinderwagen, Pferbefuhrwerken unb Automobilen überschreiten Frauen, Kinder und Greise, Schweizer wie Franzosen, nur mit bem not» roenbigften Gepäck unb in Bettlaken geknotetem Hab unb Gut bie Grenzen der Schweiz. Dazu treten in immer größeren Gruppen französische Sol­daten unb Offiziere, Eisenbahner, Zoll- unb Grenzgenbarmeriebeamte auf Schweizer Boben

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