deutsch noch?" Erst 1871 fand das deutsche Sehnen Erfüllung, Straßburg wurde wieder deutsch und blühte als Hauptstadt der Reichslande auf in der Pflege des jungen Reiches, dos die Universität erneuerte, Industrie und Verkehr förderte und alles tat, um aus Straßburg ein Schmuckkästlein des deutschen Westens zu machen. Das Versailler Diktat hat dem allen ein Ende gemacht, Straßburg wurde französische Departementshauptstadt, deren Eigenart sich an dem strengen Pariser Zentralismus ab- schliff. Heute zählt es 193 000 Einwohner und ist nicht nur wichtiger Bahnknotenpunkt und Flughafen, sondern auch an der Mündung der Jll in den Rhein und am Rhein-Marne- und am Rhein- Rhone-Kanal gelegen, der erste Umschlagplatz der Oberrheinschiffahrt.
Die Bewegungen der deutschen Armeen legen sich wie weitausgreifende Fangarme über das ganze Land und pressen überall, wo die französischen Truppen nicht nach Süden entfliegen, sie in tödlicher Umarmung zusammen. So vereinigen sich nun schon von Belfort kommende, also von Westen aus gegen den Rücken der Maginotlinie vorstoßende deutsche Divisionen mit den deutschen Verbänden, die die Oberrheinfront bei Colmar durchstoßen hatten und nun im Vormarsch in die Vogesen sind. Hier der Vogesenkamm im Oberelsaß ist während des ganzen Weltkrieges Kampfgebiet gewesen, meist freilich eine „ruhige Front", aber gerade die im gestrigen Wehrmachtsbericht genannte Stadt M ü n- st e r, mit etwa 4600 Einwohnern Hauptort des Münstertales, das durch Viehzucht, Käfeproduktion und Weinbau berühmt ift, war im Frühjahr und Herbst 1915 der Mittelpunkt heftigen Ringens, ebenso wie auch die Höhen nordwestlich von Mülhausen, z. B. der Hartmannsweiler Kogf. Mülhausen selbst, am Oberlauf der Jtt, war seit Ende August 1914 in deutschen Härchen geblieben. Es ist mit fast 100 000 Einwohnern die zweitgrößte und die industriereichste Stadt Elsaß-Lothringens, Sitz zahlreicher Baumwollwebereien und Kattundruckereien, Maschinenfabriken und chemischer Werke. Westlich der Stadt liegen wichtige Kalistätten. Auch Mülhausen mit seinem schönen Renaissanceratbaus ist alte deutsche Reichsstadt gewesen, di« seltsamerweise sich 1515 der schweizerischen Eidgenossenschaft angeschlossen hatte und 1797 in den Revolutionskriegen von den Franzosen einverleibt worden war. Weiter nördlich wurde Lun6oille genommen, ein' Städtchen von 25 000 Einwohnern an der Meurthe, einem rechten Nebenfluß der Mosel, bekannt durch den Friedensschluß von 1801, der die französischen Revolutionskriege beendigte. Ebenfalls an der Meurthe liegt Nancy, die alte Hauptstadt des Herzogtums Lothringen, heute mit 120 000 Einwohnern Sitz einer vielseitigen Veredelungs- rndustrie, bekannte Universität und Forstschule, 20 Kilometer weiter westlich liegt die Festung T o u l, auch sie war einst deutsche Reichsstadt und Bischofssitz, die mit Verdun und Metz 1552 von Heinrich II. Frankreich einverleibt wurde, ein Gewaltstreich wie der Raub Straßburgs und wie dieser verübt unter skrupelloser Ausnutzung selbstmörderischen deutschen Hauszwistes. Ein anderer deutscher Stoß führte schon durch Burgund weit nach Süden hinunter in Richtung Lyon am Zusammenfluß der Saone und Rhone. Hier ist schon südfranzösischer Boden, aber im Mittelalter als Hauptstadt des Königreichs Arelat zum Reich gehörig, erst im 14. Jahrhundert wurde es französisch. Heute ist Lyon mit 570 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs und eine der ersten Textilhandels- und -industriestädte der Welt, deren Seidenweberei besonders berühmt ist. Oestlich Lyon zwischen der oberen Rhone und der Schweizer Grenze liegt Savoyen, das Stammland des italienischen Königshauses, südöstlich die Dauphins mit Grenoble, und südlich, die Rhone abwärts, die berühmte Provence mit Avignon, Arles und Nimes.
Daß der Vormarsch des rechten Stoßflügels m einer Breite von rund 130 Kilometer die beiden nordwestlichen Landschaften Frankreichs zu durchschreiten begonnen hat, die durch Geschichte und Volkstum eine Besonderheit in dem zentralistischen Staatsgefüge der Dritten Republik darstellen und auch immer wieder eine Beachtung dieser ihrkr Eigenort freilich vergeblich gefordert haben: die Bretagne und die Normandie, haben wir gestern schon in unserer geographischen Betrachtung zum Wehrmachtsbericht erwähnt. Mit der normannischen und bretonischen Küste ist die Basis für den Kampf gegen England um ein bedeutsames Stück verlängert. Don Cherbourg, dem letzten Kanalhasen Frankreichs, der nun auch in deutscher Hand ist, betragen die Entfernungen bis zu dem großen südenglischen Kriegshafen Portsmouth, bis zur Insel Wight und Dem bedeutenden Handelshafen Southampton zwischen 120 und 150 Kilometer. Zwischen der Normandie und der Bretagne liegen die normannischen Inseln, die zu England gehören, obwohl sie ganz nahe der französischen Küste liegen. Die Westspitze der Bretagne mit dem bebeutenben Kriegshafen Brest stößt schon weit in den Atlantik hinaus. Sie flankiert den Zugang zur Irischen See, durch die die Zufuhren nach den westenglischen Häfen geleitet werden müssen, soweit sie nicht den enormen Umweg um Nordirland herum vorziehen. Wie wenig England über der endgültigen Nieder- ringung der französischen Armeen von uns vergessen wird, haben die ^Bombenangriffe deutscher Kampfgeschwader auf Flugplätze und Tankanlagen an der Themsemündung gezeigt.
Dr. Fr. W. Lange.
Deutsche Soldaten retteten die Kathedrale von Nonen.
Durch französische Brückensprengung in Brand geraten.
Berlin, 19. Juni. (DNB.) Es ist bekannt ge- worden, daß die Kathedrale von Rouen durch das tatkräftige Eingreifen des Generalobersten von Kluge, Oberbefehlshaber einer deutschen Armee, und durch den opferwilligen Einsatz deutscher Truppenteile vor der Zerstörung durch Feuer gerettet wurde. Der Erzbischof von Rouen, Pierre Petit I u l l e o i l l e, hat am 11.6. das Verdienst der deutschen Wehrmacht um die Rettung der berühmten Kathedrale handschriftlich mit folgenden Worten bestätigt: „Das Feuer hat die Kathedrale von Rouen ergriffen. Ich erkenne bereitwillig an, daß die deutschen Militärbehörden alles getan haben, um den Brand einzudämmen. Am Abend war alle Gefahr abgewandt."
Auch über d i e Ursache des Brandes, dem beinahe eine der herrlichsten Kathedralen Frankreichs zum Opfer gefallen märe, besitzen wir ein amtliches Dokument aus französischer Feder. Der Stadtverordnete und jetzig« Bürgermeister von Rouen, P o i s s a n t, hat folgende Feststellungen zu Protokoll gegeben: „3m Verlauf des 9.6. wurden mir mehrere Brände in verschiedenen Stadtvierteln an der Seine gemeldet. Sie konnten i n - folge des Mangels an Wasser nicht
bekämpft werden, da die Kanalisation unterbrochen war. Ich glaube, diese Brände können durck die Wirkungen der Sprengung der durch die französischen Truppen minierten Brücke hervorgerufen worden fein. Die Brücke ist durch die französischen Truppen in die Lust ge- prengt worden. Möglicherweise haben auch eng- i s ch e Soldaten die Zündschnur in Brand ge- etzt. Um 10 Uhr vormittags ging ich mit dem Herrn Kommandanten auf die Kathedrale zu. Um diese Stunde hat das Feuer, vom Kai heraufkommend, die Rue St. Denis und die Rue Bonnetieres Übertritten. Der starke Wind schürte den Brand. Die Feuerwehr und die deutschen Soldaten haben unter der Führung ihrer Offiziere wahrhaft helbenmütige Anstrengungen gemacht, um die Kathedrale zu retten. Während des Rettungswerkes wurden zwei deutsche Offiziere und mehrer« deutsche Soldaten ernstlich verwun
det. Dank dieser Bemühungen wurde die Kathedrale gerettet und der Brand auf einen Verhältnis- mäßig beschränkten Raum begrenzt." In einem Bericht oes Kommandanten der städtischen Feuerwehr von Rouen heißt es: „Als sich die Heftigkeit des Brandes verstärkte, arbeiteten die deutschen Behörden energisch mit den Feuerwehrleuten zusammen. Dank der übermenschlichen Anstrengungen haben wir die Kathedrale vor völliger Vernichtung bewahrt. Alle, ohne Ausnahme, Offiziere, deutsche Soldaten und Feuerwehrmänner tjaben ihre Pflicht getan trotz der großen Müdigkeit, unter der wir alle litten." Das Eingreifen der deutschen Soldaten war von entscheidender Bedeutung, denn der größt« Teil der städtischen Feuerwehr hatte zusammen mit dem Oberbrandmeister die Flucht ergriffen, so daß die zurückgebliebenen Feuerwehrleute nicht in der Lage waren, den Brand einzudämmen.
Der ungefähre Frontverlauf, eingezeichnet auf Grund des Berichtes des Oberkommandos der Wehrmacht vom 19. Juni 1940. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Englands perfide Kampfmethoden.
Wieder ein deutsches Lazarett im Hinterland bombardiert.
Berlin, 19. Juni. (DNB.) In feiner letzten Rede hat der Kriegsverbrecher Churchill, wie schon so oft, von neuem feiner Vernichtungswut gegen alles Deutsche Luft gemacht. Da feine vielgerühmten Soldaten bisher immer bewiesen haben, daß sie den deutschen Soldaten und ihren Waffen einfach nicht gewachsen sind, greift er, wie es schon Jahrhunderte hindurch in der englischen Geschichte geschehen ist, zu den gemeinsten Mitteln. Fast Nacht für Nacht schickt er feine Bomber u n - ter dem Schutze der Dunkelheit in deutsches Hinterland. Ziel sind nicht etwa militärische Objekte, denn dort könnte die deutsche Luftsicherung ihrem Flug ein jähes Ende bereiten. Ihre Bomben werfen sie f a ft ausschließlich auf Wohnbezirke, kleinere Dörfer, auf die Ränder der Städte und oft auf freies Feld, um sich ihrer gefährlichen Aufgabe entledigen und daheim melden zu können: Bomben abgeworfen! In zahlreichen Fällen sind Schulen, Kinderspielplätze, Krankenhäuser und Lazarette das Opfer dieser hinterhältigen Angriffe gewesen.
In der Nacht vom 17. zum 18. Juni flogen englische Bombenflieger Koblenz an und bombardierten ausschließlich zwei Objekte: die beiden Lazarette St.-Joseph-Haus und Kemperhof. Während die Brand- und Sprengstoff«, die dem St. Joseph-Haus zugedacht waren, glücklicherweise alle ihre Ziele verfehlten und in der Umgebung des Krankenhauses niederfielen, war die Wirkung des Bombardements auf den Kemperhof um so furchtbarer. Ein Seitenflügel des Gebäudekomplexes
wurde durch alle Stockwerke hindurch aufgeriffen, zwei Schwestern, die sich um die Unterbringung der Verwundeten und Kranken in den Luftschutzkeller bemüht hatten, wurden vom ersten Stockwerk mit den Trümmerhaufen heruntergerissen und konnten erst nach schwieriger Arbeit verletzt aus dem Schutt geborgen werden. Auch der Irmenhof wurde durch Bomben schwer demoliert. Sämtliche Fensterscheiben und zum Teil die Türen der Krankenzimmer wurden zerstört. Mur der Tatsache, daß alle Verwundeten in den Luftschutzkeller gebracht waren, ist es zu verdanken, daß niemand weiter verletzt wurde.
Daß es sich bei diesem Angriff wie schon so oft um eine bewußte Aktion gegen ein Lazarett handelt, geht aus folgenden Gründen klar yervor: Kemperhof liegt einsam weit außerhalb der Stadt. Der gesamte Gebäudekomplex ist durch riesige rote Kreuze auf weißem Grund nach oben weithin sichtbar gemacht. Die Nacht war mondhell und sternenklar. Außerdem aber haben die Flieger vor dem Abwurf der Bomben an Fallschirmen Leuchtraketen fallen lassen, die das ganze Lazarett taghell erleuchteten. Die Bomben wurden auch nicht aus großer Höhe abgeworfen, sondern die Maschinen gingen vorher auf Erdnähe herunter.
Dieses neue schändliche Verbrechen Churchills wird zu den vielen anderen Kosten auf die große Rechnung geschrieben, die ihm demnächst präsentiert werden wird. Daß sie auf Heller und Pfennig beglichen wird, dafür bürgt das deutsche Schwert.
Durch das Oberelsaß in die Vogesen hinein.
... (PK.) Der Kampf um den Brückenkopf Brei- s a ch war am Sonntagabend beendet, der Gegner überall geworfen, zerstreut und gefangen. Am Montag früh geht es mit neuem Schwung vor und dann in Eilmärschen nach Süden in Richtung Sulz—Sennheim und Ensisheim—Mülhausen. Die Straßen sind regenweich. Die Landstraßen müssen an Kanälen und Flüssen auf morastigen Feldwegen umgangen werden, weil die Franzosen schon am
ersten Angriffstag die Brücken gesprengt haben. Das konnte den deutschen Vormarsch nicht wesentlich aufhalten. Don früh bis spät stießen die Aufklärungsabteilungen vor, und die Bataillone marschieren zügig nach.
In einigen Dörfern haben sich die Franzosen gleich über dem Rhein noch verschanzt und müssen niedergekämpst werden. Den Vormarsch halten diese Widerstandsnester nicht lange auf, sie werden ein-
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Die Bevölkerung der Hauptstadt der Bewegung bereitete dem Führer und dem Duce bei ihrer Fahrt vom Bahnhof durch die Stadt einen unbeschreiblich begeisterten Empfang. lief gestaffelte Spaliere ju
belnder Männer und Frauen und vor allem der Jugend Münchens säumten den Weg der Wagenkolonne. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Noch einmal Churchill.
Churchill hat wohl eingesehen, daß seine jüdische Freunde in Presse und Rundfunk das erliegens Frankreich auf keinen Fall mehr werden galoari. fieren können. Er hätte ihnen sonst noch nicht, wie er’s gestern tat, den „parlamentarischen" Eselssiiz.- tritt versetzt. Er würde sonst auch noch nicht, wie er’s inzwischen durch den Rundfunk tat, seinen Engländern so restlos klarmachen, daß sie jetzt an die Reihe kommen und an den Krieg glauben müssen, auch die 30 000 Autobesitzer, die eben noch Wagen, Benzin, Zeit und Laube übrig hatten, um zun Derby-Rennen zu fahren. Natürlich wickelt Churchll seine peinliche Eröffnung in einen Wust von neu;n Prahlereien. England sei „nur zur See und in b?r Luft verwundbar". — Nun, daß es das in der Tü ist, haben unser« U-Bootsleute und unsere Flieger bewiesen. Sie werden auch erweisen, was es ba trit auf sich hat, daß Herr Winston Churchill jetzt ir.it derselben schönen Sicherheit, wie einst den Sieg Polens, die Niederlage Deutschlands in NorweM und seine Vernichtung in Belgien und Frankreich, voraussagt, daß „jeder Versuch, England zur See ju erreichen, schon im Kanal erstickt" werden würde, und daß die „wundervolle englische Luftwaffe", unb der „wunderbare Geist der englischen jungen Fli?. ger" die deutsche Luftwaffe kläglich schlagen urb jede Landung von Flugzeugen oder Fallschim- springern in England unmöglich machen wecke. Auch im Weltkrieg habe am Schluß „(Englands höhere Moral" gesiegt. Das steht dem in Lügen Graugewordenen besonders gut zu Munde. «Seine Losung heißt: „Die Schlacht in Frankreich ist beendet; die Schlacht in England beginnt." Die Dominien sollen jetzt helfen. Der gekaufte südafiikr- nische Herr Smuts sei schon auf dem Sprung, kam- dische Truppen feien schon gelandet. Die Kapituli. tion Frankreichs, sagt zur Erläuterung seines Eskl- fußtrittes Herr Churchill drohend, werde Frankreichs Schicksal besiegeln. Die Bedrohung Englands b«. drohe alle Völker, vor allem auch die USA. Hitler habe ja kein Kriegsmaterial mefyr; die Rüstung;- industrien in den besetzten Gebieten werde er ja nickt in Schwung kriegen. Aber England werde jetzt anfangen. Nun, Hitler hat schon sonst einiges in Schwung gekriegt, was zu leisten Herr Winsttn Churchill seinem Lande immer noch schuldig blieb. Di« britische Nation, schreibt der jüdische „Manche, lter Guardian", müsse sich glücklich preisen, durch diesen großen Churchill „zu dem Gipfelpunkt eimr hohen und heiligen Macht" hinaufgeführt zu werden. Uns soll es recht sein, denn je höher der Gipfel, desto tiefer der Sturz.
fach umgangen und von nachfolgenden Km- panien erledigt. Vielerorts wurde Widerstand ae- leistet, so am Eingang zum Lauchtal bei Sulz. Alles wie ausgestorben, kein Feind zu sehen. Unsere Flak und Pak haben die Infanterie überflügelt urb stoßen schneidig auf Sulz vor. Da schießt es plötzlich aus allen Weinbergen und Hohlwegen, Straße:- rändern, Hecken und Waldungen. Verluste waren nicht zu vermeiden. Und auch ihre Dorfühler mu.tz- ten die unerschrockenen Kameraden von der Pck etwas zurücknehmen, aber nur für kurze Zeit.
Mit dem neuen Tag geht der Vormarsch weiter.
In Ensisheim, nicht weit von Mülhausen, haben die Franzosen am Sonntag d i e Brücke über die Jll gesprengt, so daß mehrere Häuser in Schutt liegen und in weitem Umtreis j keine ganzen Ziegeln mehr auf den Dächern M so gewaltig war die Sprengung, die auch die gaitje Brücke vollständig zerstörte. Aber unsere Truppen sind schon dabei, eine Notbrücke zu errichten urb einstweilen die Infanteristen mit Schlauchbooten überzusetzen. Den Vormarsch auf Mülhar- sen kann die zerstörte Brücke nicht hemmen. 91 ur geringer Widerstand muß weiterhin gebrochen werden, und gegen Mittag rücken unsere Truppen stramm und froh in die industriereiche Stadt der Oberelsaß ein.
Wir ziehen uns südwestlich an den Dr> gesen entlang. Rechts vor uns erhebt sich der im Weltkrieg schwer umkämpft« Hartmanns« weiter Kops mit dem Erinnerungskreuz of dem Gipfel. An der Straße tasten sich unsere Aus« klärungsabteilungen langsam vor. Aus dem ® el« weiter T a l schoß gestern noch die französisch Artillerie. Um einen etwaigen Feind in diesem Schlupfwinkel unschädlich zu machen, ist Artillerie und Flak aufgefahren unb setzen ihre Granaten m die Wälder und Hohlweg«. Als wir kurz vorhin in Merxheim «inführen, wird gerade noch ms Baumschützen geschossen. Es sind meist versprengte Gegner, die bei dem Vormarsch nicht abziehen konnten. Ein Aufklärer sucht die Tatwinkel ab. Der Kommandierende General des Abschnitts ist bis cn die Spitze der Aufklärungstruppe vorgefahren unb geht zu Fuß noch weiter vor, um Vie Lage .311' erkunden. Auch zu den in den Feldern aufgesahre- nen Artilleristen geht er und informiert sich.
Südlich gegen Sulz schlagen unserer vorgehenden Infanterie einige MG.-Feuerstöße entgegen. Unsere Infanteriegeschütze betten hinüber, der Fenrb schweigt. Kurz nach Mitternacht muß unsere Arttl- lerie nochmals hinter Ungersheim nordwestlich von Mülhauspn auffahren, diesmal mehrer« Batterien der schweren Artillerie. Neu« Gefahren' zonen für den Vormarsch müssen in den seitlichen Vogesentälern unschädlich gemacht werden. Wilb gehen die Granaten hinüber, und dumpf hallen die Detonationen in den Vogesentätern wider.
Auf dem Wege nach B 0 l l w e i I e r kommen ur; mehrere Kolonnen entgegen. Dort wurde Hefti? gekämpft. Jedes Haus mußte gesäubert werden. 2tu> allen Winkeln werden die Schützen herausgezerrt Sogar in Zivilkleidern werden einige nrit der Wa^f« in der Hand angetroffen. Wie sich aber nachher herausstetlte, waren es Soldaten in Zivil, die m' diese echt heimtückische französische Art kämpften. Aber auch dieses Nest wird gesäubert. U e b 1 r 1000 Gefangene haben wir hier herausgehalt
Gegen Abend gehen wir nach Sennheim vir Feindlicher Widerstand wird im Zusammenwirken: mit Artillerie und Pak gebrochen. Der Marsch geh' weiter. MG.-Feuerduelle gibt es unterwegs frei«' lieh noch. Plötzlich tauchen in einer Waldschneise > gar noch einige Tanks auf. Nach einigen Schüssen! rennen sie. Acht wurden erledigt. Rechts werden ein paar Bunker entdeckt, die auch sofort Feme' geben. Wieder kommen unsere Paks zum 6dpiR und machen diese Hindernisse sturmreif. Dabei fäll' ein Major in unsere Gefangenschaft, der uns fa-fl1 daß in dem Nachbardorf auch noch ein Bataille steckt. Sofort fetzt sich ein Infanterie-Bataillon in Bewegung und hebt das Nest aus. Auf den Straßen mehren sich die Gefangenen-Kolonnen. Semi- Heim ist reif zur Einnahme.
Man könnte sich wundern, daß die Franzohr immer noch einen so aussichtslosen Kampf an em- zelnen Punkten liefern, aber meist geschieht es 'n völliger Unkenntnis der Lage. Don einem nah-en Dogesental hören wir jetzt gerade wieder schwer«


