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Gießen, den 19. März 1940.

Die Feuerbestattung fand in aller Stille statt.

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Professor Or. Karl Esselborn t- ;

Am Montag, 18. März, ist in Darmstadt der Direktor der Hessischen Landesbibliothek Professor Dr. jur. et phil. Karl Esselborn nach längerem Leiden im 62. Lebensjahr gestorben.

Karl Esselborn war in Stuttgart geboren. 3m ! Frühjahr 1897 bezog er die Universität Heidelberg, um neuere Philologie und Rechtswissenschaft zu studieren. Im Jahre 1899 kam er zur Fortsetzung seines Studiums nach Gießen, wo er im Jahre 1901 das juristische Fakultätsexamen bestand. Im Juni 1902 promovierte er an der Univer­sität Gießen mit einer Arbeit überDie Mini- ste^verantwortlichkeit in Hessen" zum Doktor der Rechte. Am 1. März 1905 trat er als Hilfsbibliothe­kar bei der Hessischen Landesbibliothek zu Darm­stadt ein. 1912 wurde er an diesem Institut* zum Bibliothekar ernannt. Im Jahre 1922 erwarb er in Gießen auf Grund einer ArbeitDer Deutsch­katholizismus in Darmstadt" die philosophische Dok­torwürde, ein Vierteljahr später erhielt er die AmtsbezeichnungProfessor". Seit 20. August 1935 stand er als Direktor an der Spitze der Hessischen Landesbibliothek.

Als Heimatforscher und Heimatgeschichtsschreiber ist Professor Esselborn weit über seinen Wirkungs­kreis in Darmstadt hinaus bekannt geworden. Sei­ner Feder sind viele Arbeiten zu verdanken, die für die Heimatgeschichte Hessens eine wertvolle Be­reicherung darstellen. Schon frühzeitig kam er durch Den Historischen Verein für Hessen zu der Beschäf- ttgung mit der hessischen Geschichte. Dor allem sind hier die Bücher in Betracht zu ziehen, die er in Der von dem früheren Prälaten D. Dr. Wilhelm Diehl herausgegebenen SammlungHessische Volks­bücher" veröffentlicht hat. Vierzehn Bände wert­voller Heimatgeschichte hat er uns auf diesem Wege «gegeben. Ferner hat er in jahrelanger, eifriger jschriftstellerischer Arbeit an vielen hessischen und clußerhessischen Zeitungen und Zeitschriften dar­unter auch amGießener Anzeiger" und an dessen BeilagenGießener Familienblätter" undHeimat m Bild" mitgearbeitet. Auch in denHessischen Biographien", deren Mitherausgeber er war, fan­den sich zahlreiche Arbeiten aus seiner Feder. Seine Mitarbeit galt ferner derHessischen Hausbücherei" mnb demHessischen Landkalender". Nicht uner- wähnt sei, daß der Historiker und Literarhistoriker Karl Esselborn auch ein feinsinniger Dichter ge­wesen ist, der in gedankenvoller und formvollen­deter Weise Sonette gestaltete. Bis in die jüngste Leit hinein war er als Schriftsteller und Heimat- .geschichtsforscher unermüdlich tätig.

Die Lesergemeinde desGießener Anzeigers", Der Professor Esselborn durch seine Arbeiten in den .Gießener Familienblättern" und in derHeimat im Bild" manche wertvolle Aufschlüsse aus der Ihessischen Geschichte, auch aus der Geschichte be­kannter hessischer Perönlichkeiten und Familien ver- rniitteüe, wird dem Verstorbenen, angesichts seiner .großen Verdienste um die hessische Heimatgeschichte

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lichen Glückwünschen und Grüßen des Reich sorgani- sationsleiter Dr. Ley die künstlerische, iu sorgfäl­tiger Handwerksarbeit hergestellte und eingebun­dene Urkunde. Gleichzeitig forderte er den Hand­werksmeister und seine Gefolgschaftsmitglieder auf, die Auszeichnung als Ansporn .für weitere gute Leistungen zu betrachten.

Die Urkunde hat folgenden Wortlaut:Auf Grund meiner Anordnung über den Leistungskampf der deutschen Betriebe verleihe ich dem Betriebe Karl Euler, Inhaber Albert Euler, Bäckermeister, Gießen, das LeistungsabzeichenVorbildlicher Klein­betrieb". Das Leistungsabzeichen, soll Anerkennung für vorbildliche Arbeit und Ansporn für zukünftige Leistungen sein. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront. (Unterschrift) Dr. Robert Ley."

Die Bäckerei Albert Euler ist der erste Hand­werksbetrieb in Stadt und Kreis Gießen, der mit der UrkundeVorbildlicher Kleinbetrieb" ausge­zeichnet wurde. Bäckermeister Euler sprach in herzlichen Worten den Dank für die Auszeichnung aus und gelobte, auch weiterhin feinen Betrieb vor­bildlich zu führen.

Giehen-Klein-Linden.

Am Samstagoormittag versammelten sich die aus der Volksschule zu entlassenden Kinder mit ihren Eltern und Lehrern im Saale der neuen Schule zur Schulentlassungsfeier. Nach dem Vortrag schöner mehrstimmiger Chöre sprach Lehrer Möller über den gemeinschaftsbildenden Wert, einer Schulent­lassungsfeier im nationalsozialistischen Sinne und über die Einreihung der Kinder in die Volksge­meinschaft. In weiteren Lied- und Gedichtvorträgen der Kinder kam die Verbundenheit mit Führer, Volk und Vaterland zum Ausdruck. Durch Hand­schlag wurden die zur Entlassung kommenden Kin­der zur Treue gegenüber Führer und Volk ver­pflichtet. Sodann wurde den 22 Kindern, die zur Entlassung kommen, ein künstlerisch ausgestattetes Gedenkblatt überreicht.

*

* Die überflüssige Osterreise. Zu Ostern dieses Jahres können nicht wie in früheren Jahren besondere Züge für den Osterreiseverkehr eingelegt werden, da die Deutsche Reichsbahn zur Zeit vordringliche Sonderausgaben zu erfüllen hat. Die Reichsbahn richtet daher an alle Volksgenossen die dringende Bitte, in diesem Jahre die übliche Osterreise zu unterlassen und in der Osterzeit die Eisenbahn nur bei ganz besonders dringlichen An­lässen zu benutzen. Es besteht die Gefahr, daß Rei­sen wegen UeberfüUung der Züge oder Absperrung der Bahnsteige auf halbem Wege abgebrochen wer­den müssen. Fahrpreisermäßigungen auf Festtags­und Sonntagsrückfahrkarten werden bekanntlich nicht mehr gewährt.

** Juftus-von-Liebig-Schule. Unter dem Vorsitz des derzeitigen Direktors als Regie­rungsvertreter fanden die Reifeprüfungen statt. Sämtliche 34 Prüflinge bestanden die Prüfung. Ohne Prüfung hatten bereits 13 Schüler der achten

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Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinan­zeigen in die Hei­matzeitung, den CleßenerAnzelger

Klasse das Zeuanis erhalten, da sie als Freiwillig^ in das Heer emgetreten waren. Ebenso erhielten die 9 Schülerinnen der Oberprima, die seit Kriegs­ausbruch im Hilfsdienst tätig sind, das Reifezeug­nis.

** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 8. bis 14. Marz mit zwei Anzeigen und acht gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen Kraftfahrzeugführer, mit sieben Anzeigen und sechs gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen sonstige Fahrzeugführer, mit 13 gebührenpflichtigen Ver­warnungen gegen Radfahrer und mit drei ge­bührenpflichtigen Verwarnungen gegen Fußgänger ein.

Strafkammer Gießen.

Der H. R. in Uellershausen hatte sich wegen Ur­kundenfälschung zu verantworten. Er hatte auf zwei von der Bürgermeisterei ausgestellten Pfefferbezug- scheinen zum Schlachten, die Zahlen 125 Gramm und 50 Gramm in 250 Gramm und 150 Gramm umgeändert, und die Scheine bei dem Kaufmann vorlegen lassen, um sich mehr Pfeffer zu verschaf­fen, als ihm zustand. Der Anklagevertreter bean­tragte eine Gesamtgefängnisstrafe von acht Mona­ten. Der Angeklagte wurde der schweren Urkunden­fälschung in zwei Fällen schuldig erkannt, davon in einem Falle in Tateinheit mit einem Vergeben gegen die Verordnung über die öffentliche Bewirt­schaftung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen in Verbindung mit der Verordnung über den Waren­verkehr. Er wurde zu einer Gesamtgesäng- nisftrafe von a ch t Monaten und einer Geldstrafe von fünfhundert Reichsmark, Hilfsweise 50 Tage Gefängnis, verurteilt. Straferschwerend wurde die Tatsache berücksichtigt, daß der Ange­klagte, nachdem der Kaufmann den ersten Bezug­schein als gefälscht zurückwies, sich einen neuen Be­zugschein ausstellen ließ und diesen wiederum fälschte, strafmildernd wurde die seitherige Unbe- straftheit des Angeklagten in Betracht gezogen.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten Ochsen 36 bis 45,5 Rps., Kühe 12 bis 43,5, Kälber 15 bis 64, Bullen 43,5 Färsen 37,5 bis 44,5, Schafe 30 bis 42,5 Rpf. je Vt Kilo Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilo Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 und mehr Kilo) 1,09 RM., bl (135 bis 149,5) 1,09, b2 (120 bis 134,5 Kilo) 1,09, c (90 bis 119,5) 1,07, d (80 bis 89,5) 1,01, e bis f (60 bis 79,5) 0,97, gl fette Specksauen 1,09, i Altschneider 1,09, g2 andere Sauen 1,01, h Eber 1,01. Marktverlauf: Regelmäßig, alles zugeteilt.

Sranffurfer Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 20. März. Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine nahm bei ausreichender Beschickung einen lebhaften Verlaus. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM,

und Heimatkunde ein ehrendes Andenken bewah­ren.

Werkpause - Werkskonzert.

Gestern um die Mittagsstunde sand in der Gummifabrik Poppe eine Werkpause (veranstaltet durch den Reichsrundfunk in Verbindung mit der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude") statt, die mit einem Konzert in unterhaltsamster Weise aus­gefüllt wurde. Ein Musikkorps der Wehrmacht er- reute mit ausgezeichneter Konzert« und Marsch­musik. Die Gefolgschaft sand sich erwartungsvoll und in freudiger Stimmung dazu ein und dankte für die Darbietungen mit herzlichem Beifall. Das Konzert wurde vom Reichssender Frankfurt über­nommen und auf mehrere Reichssender übertragen. Der Sprecher des Rundfunks wußte durch manche launige Redewendung die einzelnen Darbietungen des Programms zu verbinden. Als gar ein Walzer gespielt wurde, fand man sich gerne bereit, wenn auch nicht auf Parkett, so doch auf dem Betonboden des Arbeitsraumes einen Tanz zu wagen. Das Kon- zert nahm einen sehr schönen Verlauf. In der Pause und zum Schluß wurden gemeinsam zwei Lieder gesungen. Zu diesem Werkskonzert fanden sich auch die Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und der NSG. .Kraft durch Freude" ein.

Vorbildlicher Kleinbetrieb.

Die Backstube der Bäckerei Euler am Ludwigs- platz war gestern vormittag Schauplatz einer schlich­ten Feier. Bäckermeister Albert Euler, der sich mit seinem Betrieb seit Jahren am Leistungskampf der deutschen Betriebe beteiligt und dessen Gehilfen und Lehrlinge regelmäßig mit guten Erfolgen am Reichsberufswettkampf teilnahmen, wurde mit dem LeistungsabzeichenVorbildlicher Kleinbetrieb" aus- gezeichnet.

Zur Ueberreichung dieser Auszeichnung und der entsprechenden Ehrenurkunde war der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Willi Becker, Frank­furt a.M., nach Gießen gekommen. Zu der schlich- ten Feier fand sich außerdem der stellvertretende Kreisobmann der DAF. Gießen, Reitz, ein.

Bäckermeister Euler hieß die Gäste herzlich willkommen. Zur Ehrung waren auch die Gehilfen und der Lchrling des Betriebs in ihrer Berufs­kleidung angetreten. Gauobmann Becker hielt eine kurze Ansprache, in der er die Bemühungen umriß, die im nationalsozialistischen Reich für die Förde­rung des deutschen Handwerks unternommen wor­den sind, er sprach aber auch von den Forderungen, die der Handwerksbetrieb im Wirtschaftsleben der Natton zu erfüllen hat. Er betonte, daß es vor allem gelte, auch den kleinen Handwerksbetrieb ge- , fund zu erhalten, ihn unabhängig von geliehenem Gelde zu machen, ihn leistungs- und damit lebens- : fähig zu sehen. Er gab seiner Freude darüber Aus- druck, daß sich der Betrieb des Bäckermeisters Euler bisher stets mit gutem Erfolg am Leistungskampf - der deutschen Betriebe beteiligte und daß die Ge- Hilfen und Lehrlinge mit Erfolg im Reichsberufs- ! wettkampf standen. Er überreichte dann mit Herz-

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KavelleWetzlarerWeg: 20 Beichte und heil. Abendmahl für Petrus- gemeinde, Lic. Jost. ____

Karfreitag, 22. Marz.

Stadtkirche: 9.30, Schmidt, heü. Abendmahl für Matth.- u. Mark.- Gemeinde,- 11.15 KG. Matthaus- Gemeinde r 17 Becker.

Johanneskirche: 9.30 Auvfeld, HI. Abendmahl für Lukas-und Johs.- «Gemeinde; 11.15 KG. Luk-.Gem.; 17Liturgische Abendfeier, Balttan Kapelle Alter Frredhor: 9.30 Walther,hl.Abendm.f.Luthergem. Kavelle Wetzlarer Weg: 9.30 Lic. Jost, heiliges Abendmahl.

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